Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 5 (30.1.1931)
- Date
- 1931-01-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seilte 4 JÜDISCHE PRESSE -- &r,5; . ■ ■ ' _ LITERATURBLATT PER ,JÜD1SCHEN PRESSE“ Bibelwissenschaft. Der rührige ״Verlag der Büchgemeinde“ (Bonn ä./Rh.), der bestrebt ist, den breitesten Schichten des Volkes gute und im wahrsten Sinne des Wortes bildende Literatur zu vermitteln, hat als fünften Band seiner religiösen Schriftenreihe eine Auswahlbibel heraus# gegeben. (״D i e Heilige Schrift des Alten ]Testaments״, in Auswahl übersetzt und mit kurzen sachlichen Erläuterungen versehen von Lorenz Dürr.) Dürr, der die Auswahl getroffen hat, beweist feines Verständnis für die Aufnahmefähigkeit von Lesern, denen die reichen geistigen und sittlichen Lebenswerte der Bibel noch fremd sind und durch das vorliegende Werk eben nähergebracht werden sollen. Daneben war der Verfasser bemüht, auch den stilistischen Charakter deä Originals, soweit dies in. einer Uebersetzung möglich ist, hervortreten zu lassen: die Ucbertragung schließt sich möglichst genau dem Urtext an und opfert nirgends die Treue der Rücksicht auf stilistische Eleganz. An einzelnen Stellen wird die griechische, lateinische oder sonst eine Uebersetzung dem masoretischen Urtext vor# gezogen. In textkritischen Fragen zeigt Dürr weise Zurückhaltung. Das Buch umfaßt das Wichtigste und Charakteristischste aus dem Alten Testament mit Ein# Schluß der Apokryphen; die erläuternden Anmerkungen bringen das für das Verständnis Allernötigste. Auch äußerlich präsentiert sich der stattliche Band in gefälliger und würdiger Form. Die ״־Geschichte, der Offenbarung des Alten Testaments bis zum babylonischen E x i 1“ von Franz F e 1 d m a n n (Verlag Peter Hanstein, Bonn), die nun in dritter, verbesserter Auf* läge vorliegt, unterscheidet sich von den üblichen Dar# Stellungen der Biblischen Geschichte vor allem dadurch, daß sie die Gesamtgeschichte des Alten Israels unter dem Gesichtspunkte behandelt, wie weit in den einzelnen Epochen der-sittliche und religiöse Gehalt der Offen# barung verwirklicht wurde. Das Buch zerfällt in fünf Hauptabschnitte, welche den geschichtlichen Entwick#״ lungsgahg von der vormosaischen Zeit bis zum Unter# gang cles Reiches Israel und der Zerstörung Jerusalems behandeln. Jeder Abschnitt bringt die Darstellung eines geschlossenen größeren Ganzen aus der israelitischen Geschichte. Der Darstellung des geschichtlichen Ab־ laufes im engeren Sinne folgt eine Erörterung der kritischen Fragen, die sich daran knüpfen, sowie eine ausführliche Schilderung der religiösen und kulturellen Verhältnisse des Zeitabschnittes. Einen solch langen Zeitraum in allen Punkten ausführlich und ins einzelne gehende zu behandeln, verwehrte schon der Umfang des Buches. Insbesondere mußte sich der Verfasser fast überall darauf beschränkten, auf den Text der Quellen und die einschlägige Literatur nur anmerkungswei.se hinzu# weisen. Aber das Buch will ja nicht das Studium der Quellen überflüssig machen, sondern gerade zu deren leichterem Verständnis und sinngemäßem Gebrauch erst hinleiten. Immerhin hätte man gewünscht, daß zuweilen, besonders bei der Darstellung der verschiedenen Auf# fassungen eines religiösen oder geschichtlichen Problems, die einschlägige Literatur ausführlicher > und genauer zitiert wird. So werden, um nur ein Beispiel anzuführen, sieben verschiedene Theorien über den biblischen Schäpfungsbericht angeführt, die mehr oder minder glücklich den biblischen Bericht mit den Resultaten der naturwissenschaftlichen Forschung in Einklang bringen Avollen, ohne daß im einzelnen angeführt wird, auf wen jede einzelne Hypothese zurückgeht, bei welchem Exegeten sie sich zuerst findet, und wo Ausführlicheres nachzulesen ist.. Aber das ist nur eine Einzelheit, die vielleicht bei einer neuen Auflage zu verbessern sein wird, die aber nicht hindert, anzuerkennen, daß das Buch eine der besten im konservativen Geist gehaltenen Dar־ Stellungen der Biblischen Geschichte ist. — Ein Einzel# Problem aus der Einleitungswissenschaft zum Alten Testament behandelt L. Dennefeld in seiner ״H istoire des livres de l‘A n c i e n Testament“ (Librairie Bloud & Gay, Paris). Es will nicht die ein# zelnen Bücher des Alten Testaments und deren Inhalt einer kritischen Darstellung unterziehen, sondern be# schäftigt sich mit dem alttestamentlichen Kanon als solchem. Behandelt wird der biblische Kanon in seinen verschiedenen Fixierungen bei Juden, Katholiken und Protestanten, und im Anschluß ,daran alle Fragen, welche mit der Sammlung der alttestamentlichen Bücher im Zusammenhang stehen. Der zweite Teil des Buches behandelt dann die Geschichte des Originaltextes und der Uebersetzungen, sucht auf Grund einer eingehenden Analyse festzustellen, nach welchen Gesichtspunkten zu entscheiden ist, ob die eine oder andere Textüberlieferung dem ursprünglichen Original am nächsten kommt, und welche Ursachen zusammengewirkt haben mögen, um Textvarianten entstehen zu lassen. Die sehr gründlich gearbeitete Studie bewegt sich auf hohem Niveau. — Das Buch von Theodor Friedrich: ״Israel und seine Religion im Rahmen der vorder# asiatisch «ägyptischen Kult« r“, das als Heft 18 der Hilfs# und Lehrbücher für den höheren Unterricht erschienen ist (Jägersche Verlagsb.uchhand# lung, Leipzig), versucht ein besseres Verständnis der religiösen und kulturellen Entwicklung des israelitischen Volkes dadurch zu vermitteln, daß es die mannigfachen Beziehungen, die zwischen dem alten Israel und den vorderasiatischen Nachbarvölkern bestanden, nachdrück# lieh hervorhebt. Daher geht der Darstellung der eigent« liehen israelitischen Geschichte eine kurze Skizze über die großen Nachbarreiche (Aegypten, Babylonien, Assyrien und Syrien) voraus. Dann folgt eine über# sichtlich gehaltene kurze Darstellung der jüdischen Ge# schichte bis auf unsere Tage, während der zweite Haupt# teil die israelitische Religiori, ihre Wesenspunkte und ihre wichtigsten Literaturdenkmäler behandelt. Der Verfasser ist von den üblichen Darstellungen der jüdischen Religion und Geschichte, die vom christlichen Standpunkt geschrieben sind, abhängig,* von den neueren wichtigen Instanzen gegen zahlreiche bibelkritische Hypothesen ist ihm nichts bekannt. Wohltuend berührt die Objektivität bei der Darstellung des modernen Judentums. Der Anhang des Buches bringt Quellen# stücke aus der außerhebräischen Literatur, ״Anregungen zu selbständiger Vertiefung“, die leider durchaus in den Bahnen der gewohnten Bibelkritik sich. bewegen, sowie eine tabellarische synchronistische Uebersicht über die wichtigsten historischen Tatsachen. Im Literaturver־ : zeichnis ist auf Seite 80 statt ״Philippus“ —■ PhiiippsoU \ zu lesen. j Von Werken zu einzelnen Teilen des Alten י Testaments ist vor allem das groß angelegte Hiob#Buch : von Eduard König ztt nennen, das der Altmeister der ■ deutschen Bibelexegeten in erstaunlicher Schaffensfreude j; seinen bereits früher erschienenen Kommentaren zur t Genesis, dem Deuteronomium, Jesaias Und den Psalmen j nun folgen läßt. (״D as Buch Hio b“, e i n g e 1 e i t e t, j übersetzt und erklärt von Eduard König.;■ Verlag von C. Bertelsmann, Gütersloh.) Auch dieses Werk weist all jene Vorzüge auf, die fiir Königs wissen# - schaftiiche Leistungen bezeichnend sind: der gesicherte philologische Unterbau, der für die Einzelheiten der; Exegese von ausschlaggebender Bedeutung ist, die vor# sichtig abwägende Haltung in kritischen Fragen, die sich ־ von allen luftigen Hypothesen fernhält, und nicht zuletzt : die stitpende Beherrschung der ganzen einschlägigen Literatur, der auch die scheinbar unbedeutendste, in irgend einer Zeitschrift versteckte Publikation nicht fremd ist. Sein neuer Hiob*Kommentar zeigt denselben Aufbau wie die vorher genannten Kommentare zu den übrigen Büchern dbr Bibel. Nach einer Einleitung, die über die Stellung des Buches in der Weltliteratur, über‘ seine Geschichtlichkeit, den lokal־nationalen und kultur# geschichtlichen Hintergrund ausführlich bandelt, folgen Uebersetzung und Erklärung des Buches, die wiederum so gegliedert sind, daß jedem einzelnen Kapitel eine zusammenfassende Uebersicht seines gedanklichen Ge# haltes folgt. Das Nachwort bringt abschließende Erörte# rungen über die Einheitlichkeit des Buches, über das Problem der Hiob#Dichtung an sich, Zeit und Ort ihrer Abfassung, sowie, über ihre Stellung in der Geistes# geschichte Israel^ und der Menschheit. — Bewunderns# wert, daß neben diesen großangelegten Werken der greise Forscher noch Kraft und Zeit zu anderen kleineren Publikationen findet. Seine kleine aber inhalts# reiche Schrift ״Die Wahrheit der alttestamen t# liehen Religion" (Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh) sucht die‘ objektiven Wahrheitsgrundlagen der alttestamentlichen Religion mit aller Schärfe heraus# zuarbeiten.. Die ersten Abschnitte behandeln die über# lieferten Grundlagen der altfestamentlichen Religion in historischer Betrachtung, während der zweite Hauptteil den objektiven Wahrheitsgehalt der überlieferten Religionsgrundlagen aus indirekten Gesichtspunkten untersucht. Man kann nur wünschen, daß die ausgezeich# nete Schrift nicht nur in die Hand recht vieler anti« •semitischer Verächter der altjüdischen Religion gelangt, sondern auch die jüdische Leserwelt daraus ersehe, wie ein wahrhafter Christ zu unserer Bibel steht. — Den kulturellen und geistigen Hintergrund der Hiob# Dichtung sucht das Buch 'von W. Knicschke: ״Kultur# und Geisteswelt des Buches Hiob“ (Verlag von Edwin Runge, Berlin*Lichterfelde) dem Leser näherzubringen.. Die Ausgrabungen und Forschun# gen im vorderen Orient, die in den letzten Jahrzehnten mit so glücklichem Erfolg unternommen wurden, haben Ergebnisse erbracht, die auch Einzelheiten der Bibel teilweise in anderem Lichte erscheinen lassen. Es ist eine verdienstliche Arbeit .des Verfassers, w.enn er diese Ergebnisse für die Erklärung eines Buches, das dem ,Verständnis so zahlreiche Schwierigkeiten bietet, ver# > wertet. Ob dabei freilich nicht zuweilen die besonder? mit nichts anderem zu vergleichende Eigenart des Buches verwischt wird, ist eine andere. Frage, Immerhin wird jeder, der . um das Verständnis׳ dieses vielleicht dunkelsten Buches der althebräischen Literatur ernstlich bemüht ist, die inhaltsreiche Schrift von Knieschke mit Nutzen zu Rate ziehen. — ״Das Buch Danie 1“, über# setzt und ejr k 1 ä r t .von J,• Göttsberger, das als achter Bana der zweiten Abteilung eines Gesamt# kommentars zum Alten Testament (Verlag von Peter Hanstein, Bonn) erschienen ist, ist bis auf häufige Abweichungen vom masoretischen Text, im großen und ganzen in jenem konservativen Geist gehalten, der für die bibelexegetischen Leistungen gläubiger katholischer Gelehrter kennzeichnend ist. Nach einer sehr gründlichen Einleitung, die über den Propheten selber, das Buch, seine Vorgeschichte, den masoretischen Text, die alten Uebersetzungen, sowie über die prophetische Eigenart des Buches Daniel spricht, folgt die Uebersetzung mit •den ausführlichen Anmerkungen, in denen, der philolo# gische Teil jedoch recht mager ausgefallen ist. Das Literaturverzeichnis bringt fast nur die einschlägige Literatur von katholischen und protestantischen Autoren — jüdische Autoren fehlen so gut wie ganz. — Auch zwei neue Bücher über die Psalmen sind zu verzeichnen. Das schmucke Bändchen, das die Uebersetzung der Psalmen von Heinrich Wiese bringt (Verlag Privilegierte Württembergische Bibelanstalt, Stuttgart), will vor allem durch die Anlehnung an den Tonfall der hebräischen Psalmen etwas von der Eigenart und demstilistischen Charakter des Originals dem Leser ver# mittein. In der Tat erzielt hier der Uebersetzer zum Teil überraschende Wirkungen und Anklänge an den Rhythmus des hebräischen Urtextes, den andere Ueber« Setzungen vermissen lassen. Die Anmerkungen enthalten kurze Erklärungen und vom Text abweichende Ueber# Setzungen und Lesarten, Der Wegweiser bringt Stellen# angaben über religiöse und sittliche Begriffe und sonstige Hinweise, während ein ״Zur Einleitung“ betiteltes ,Kapitel ganz kurz einleitende Fragen zu den Psalmen beantwortet, — Die Mitte zwischen populärem Volks# . buch und wissenschaftlichem Kommentar schlägt das Buch von N. Peters: ״Das Buch der P s a 1 m e n“ (Verlag der Bonifazius#Dr.uckerei in Padeborn) ein. Ganz ausgezeichnet ist in ״der Einleitung die religiöse und ästhetische Würdigung des Buches gelungen. In der Frage der Verfasser und der Zeit der Psalmen nimmt Peters eine vermittelnde Stellung ein. Er hält übrigens die Frage nach der Abfassungszeit der einzelnen Psalmen in religiöser und ästhetischer Beziehung für unerheblich. In ihrem religiösen Kern seien die Psalmen ebenso zeit« los wie alle echte religiöse Dichtung und das ästhetische Verständnis werde gewonnen durch liebevolle Ver# Senkung־ in das Werk und durch Einleben in die den Verfasser beseelende Stimmung» sei der Verfasser wer ■ .... . , .״• ■״..־. v* *. immer. Der Häuptteil des Buches bringt dann die Setzung der Psalmen mit kurzen sachlichen Ähriierfcühgen. Jedem Psalm geht eine kurze Inhaltsangabe sowie eine Charakterisierung der Grundstimnutng, in der . er ge« halten ist, voran. An zahlreichen Stellen weicht der Verfasser vom masoretischen Text ab, ] 'wotauf ־jm Anhang des Buches verwiesen ist. — Eine Uebersicht über die zahlreichen Fragen, die sich an deif bibtisdfifeh Dekalog knüpfen, versucht Vom katholischen Standpunkt aus A. Eberharter in Heft T.TI und IV der 13. Folge der ״Biblischen Zeitfrägcn“, die überhaupt in ihren alt# testamentliche Themen behandelnden Heften das ernste Interesse auch jüdischer Leser verdienen. (A. Ehe!'־ harter: ״Der Dekalog“. Aschendorffsche Verlags# buchhandlung, Münster i. \V.) Eberharter behandelt, in sehr eingehender, durch zahlreiche Literaturnachweise unterstützter Darstellung den ganzen Fragenkomplex, also den Wortlaut des Dekalogs, seine Einteilung, Reihenfolge und Zählweise, Seine Bedeutung für die sittliche Entwicklung der Menschheit usw. Die inhalts# reiche Schrift ist so gehalten, daß ihre Lektüre dem Laien kaum Schwierigkeiten bereiten wird. ‘ Eine ausführliche Grammatik und ein gutes‘ nach wissenschaftlichen Prinzipien gearbeitetes Lexikon werden immer die besten Hilfsmittel sein für jeden.,, .der nach einem tieferen sprachlichen und dadurch ' aiicri sachlichen Verständnis der Bibel strebt. Aber die großen Lexica sind teuer und durch, die Not der־ Nachkriegszeit für viele geradezu, unerschwinglich. Hierfür Wenigstens einigermaßen Ersatz zu. schaffen ist der Zweck der ״E i n z e 1 w ö r t e r b ü c h e r zum AI ten T״e s t a« men t“. (Verlag Alfred Töpelmann in Gießen.) Das fünfte Heft der Sammlung, bearbeitet von N. F r i e s, bringt den lexikalischen• Stoff der ' Zwölf Kleinen Propheten. Es war nicht leicht, auf so knappem Raum eine solche Fülle des Stoffes übersichtlich zu verarbeiten. Der Verfasser mußte sich im großen Ausmaße mit Ab# kiirzungen und Sigeln behelfen, deren Erklärung ein ganzes Blatt in Anspruch nimmt. Dadurch ist aber Platz geworden für eine wirklich gründliche und zuverlässige Uebersetzung und Erklärung des ganzen aufgenommenen Sprachgutes, wobei bei schwierigeren Formen auch auf die größeren bekannten Grammatiken (Gesemus#Kautsch und Bauer#Leander), zuweilen auch auf das Lexikon von . GeseniussBuhl verwiesen wird. Der Berichterstatter hat sich durch zahlreiche Stichproben davon uberzeugt, daß das Buch ein nirgends versagendes,, gewissenhaft gear# beitetes Hilfsmittel ist. ' Sprachwissenschaft. PI oltenbergs Hebräisches Schulbuch, das nun in 14. wiederum von K. Budclc bearbeiteter Auflage vorliegt, hat sich schön längst einen Ehrenplatz unter den Elementar#Grammatiken des Hebräischen erobert. Das Buch gehört noch heute zu den besten und bewähr# testen Hilfsmitteln zur gründlichen Erlernung sicherer und gediegener Kenntnisse .der Grundzüge der hebräi־ sehen Grammatik. Bei aller strengen Wissenschaftlichkeit hat es doch der Verfasser verstanden, die Ueb.erfiiUe d.os gegebenen Stoffes auf das Notwendigste und für• den Schüler Wichtigste zu beschranken. Besonders hervörzu# heben ist die streng methodische Anlage des Buches und die didaktische Geschicklichkeit des Verfassers, der cs versteht, den Lernenden Schritt fiir Schritt von den einfachen bjs zu den komplizierten Spracherscheinungen mit sicherer Hand und ohne Ueberlastung des Gedacht# nisses mit totem Formelwerk zu geleiten. Vortrefflich auch die zahlreichen Uebungssätze aus dem-,Hebräischen ins Deutsche und umgekehrt, sowie das sorgfältig ge# arbeitete Vokabularium. — Auch der alte ״Strack“, aus "dem Generationen von Studierenden sich.'ihre Kenntnisse der hebräischen Sprache angeeignet haben, liegt nun in neuer 14. Auflage vor. (״Hebräische Grammatik mit Uebungsbuch“ von H. L. Strack, 14. Auf# läge, neu bearbeitet von Alfred J e s p e n, C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung, München.)־ ־ Die Stracksche Grammatik ist bekanntlich vor allem dadurch gekennzeichnet, daß sie die glückliche Mitte zwischen den Bedürfnissen des Anfängers- und einer ausführlichen, alle Spracherscheinungen umfassenden Darstellung ein־ hält. Dieser Charakter ist auch in der neuen Auflage gewahrt und noch dadurch besonders betont, daß das für den Anfänger Wichtige durch den Druck hervor# gehoben ist. Besonderes Gewicht ist auf das Verständnis der hebräischen Syntax gelegt. Die syntaktischen Er# scheinungen der einzelnen Redeteile sind in die• Form# lehre hineinverarbeitet, während die Syntax des Satzes als selbständiger Teil erscheint, der durch die knappe und dennoch durchaus klare Diktion geradezu ein Meisterwerk darstellt. Der Umfang der Uebungssätze ist in der neuen Auflage ziemlich eingeschränkt, was dem Buch nur zum Vorteil gereicht. Mit allem Nachdruck sei auf das neue hebräische Taschenwörterbuch (Verlag Dwir, Tel־Awi\v) ״Millon kis ivri“ von J. Grasowski hingewiesen, Auf 18p Seiten kleinen Formats ist hier das Wichtigste und Ge־ bräuchlichste des alt# undneuhebräischen Sprachgutes verzeichnet und in hebräischer Sprache erklärt. Tech# nische und naturwissenschaftliche Begriffe, bei. denen eine Umschreibung im Hebräischen nicht gut möglich ist, sind ins Deutsche, Russische, Englische und Französische übersetzt. Auch das• Wichtigste aus der Phraseologie ist bei den einzelnen Worten genau und gewissenhaft verzeichnet. All jenen,‘ die die Ausgabe für ein größeres Wörterbuch scheuen, sei dieses vortreffliche Büchlein angelegentlichst empfohlen. Es wird ihnen bei der Lektüre des Hebräischen, insbesondere des modernen Hebräisch, wie es z. Zt. in Palästina gesprochen und geschrieben wird, große Dienste leisten, Die halbjährlich erscheinenden ״Orientali־ sehen Mitteilungen“ von M a r k e r t und Petters, Leipzig C 1, Seeburgstraß^ 53, bringen außer Mitteilungen aus dein Antiquariat ein Verzeichnis der Neuerscheinungen aus allen Gebieten der Orientalistik, die im vergangenen Halbjahr im deutschen Sprachgebiet und im Auslande die Druck* presse verlassen haben, Heft 6 der ״Mitteilungen“ ist vor einiger Zeit erschienen, -