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Jüdische Presse · 1931-01-23 · 4 (23.1.1931) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
4 (23.1.1931)
Date
1931-01-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 4 Jüdisches Brot! Erstklassig und billig bei Lederer &Kohn, Oamntbäckeret Ii, Gr. Stfclffaaite 16 Ii, Hoiländfttraße 1 Telephon A-4M*45 Telephon R-4*M-95 FEIN- UNO MILCMGCÖÄtK SoHolet«ef2em II, Mollandsti»aße 7 . VAikäufsstftlt» I0r dan S. BöiJrlt: Ix, Gläsergaise 10, Telepfidn A-fO-G-50 schau" entnehmen wir folgende Charakteristik: „Der Hauptkarripf spielt sich zwischen zwei Seiten ab, während die anderen (es gab im ganzen 15) nur so etwas wie ein Füllsel darstellten. Das Kampfgeschrei tönte: Arbeiter« partei gegen Revisionisten, und das bedeutete in anderer Losung: Weizmann — oder sein System — gegen Jabo* tinsky und seine Ideologie. Alle anderen Unterscheidungen und Gegensätze traten in den Hintergrund und spielten eine untergeordnete Rolle. Daher das Zurücktreten tindc« rer Parteien, daher das mangelnde Interesse für andere praktische Fragen des .lischuw und für andere Grup» picrungen. -Bei-den Resultaten drängen sich drei Erscheinungen als die wichtigsten, auf: das Anwachsen des revisionisti* sehen Einflusses, die Sammlung der nichtrevisionistischen Elemente um die Arbeiterorganisation, die als stärkste Fraktion aus den Wahlen hervorging, und schließlich die Verdrängung aller Mittclgruppen. vor allem der Allgc« meihen Zionisten und auch des Misrachi durch die sich stark festigenden Flügel. Man sieht, wie die Sympathien des Publikums sich den Flügelgruppen zuneigen und die Mitte verlassen. Es ist dieselbe Erscheinung, die auch in europäischen Ländern zu beobachten ist und hier wie dort darauf beruht, daß man seine Hoffnungen auf Extreme — der einen oder anderen Seite — setzt. Es ist kein Zufall, daß sich die Arbeiterpartei, die mit antirevisionistischen Losungen in den Kampf zog, solcher Schlagwortc bediente wie „Bekämpfung des Faschismus" und ähnlicher mehr. Vieles in diesem Wahlkampf und seinen Methoden mutete geradezu wie eine Ucbersetzung europäischer Vorgänge und europäischer Mentalität an. Ein fundamentaler Unter* schied muß freilich hervorgehoben werden: während sich bei diesem Abgleiten der Stimmen zu den Flügelgruppen sonst „Faschisten" und „Komtriunisten" gegenüberstehen, wird in Palästina zwar die Achnlichkeit zwischen Faschisten und Revisionisten immer deutlicher, die Arbeiterschaft hat jedoch mit kommunistischen Konzep« tipnen nichts zu tun und muß in die Kategorie der Sozial* demokratic eingegliedert werden. Wie wenig die extremis stischen Elemente in der Linken numerisch gewachsen sind, zeigen jetzt die geringen Zahlen ihrer Wähler. Außenpolitisch ist das Wahlresultat von Bedeutung. Eine ganze Reihe arabischer Blätter hat während der Wahlkampagne einen revisionistischen Sieg herbei* gewünscht. Sie gingen dabei von der Ueberzeugung aus, daß ein revisionistischer Erfolg die Stellung der Juden England gegenüber noch mehr verschlechtern würde und daß die Revisionisten im' Grunde nur das laut sagen, was a'lfe Zionisten wollen, so daß bei ihrem Sieg sie es mit einer eindeutigen zionistischen Linie zu tun haben würden. Es kommt nicht darauf an, ob an diesen Ansichten etwas Richtiges ist oder nicht. Symptomatisch ist ihr Bestehen und die Gedankengänge, die sich an sie knüpfen. Sie zeigen wieder, wie jeder innerjüdische Kampf auch außerhalb des Lagers seine Spur zurückläßt. |©| HRCHfilCHTEN |©| Größer Elternabend. Mittwoch, den 28. Jänner, präzise 7 Uhr abends, findet im Turnsaal der Schule eine große V e r s a m ms lung der Elternschaft der Wiener TalmudsThorasSchule, II., Malzgasse 16, statt. Referent: Dir. Dr. L. D e u t s c h» Länder. Es wird um vollzähliges Erscheinen gebeten. '■■ ■ ' D e r E 11 e r n r a t. i' Frau Ciarice Rothschild. Auf dem Gebiete der Wiener jüdischen Wohltätigkeit hat sich in der ver* gangenen Woche ein bedeutsames Ereignis vollzogen. Die Gattin des Herrn Barons Alp hon s Rothschild, Frau Baronin Ciarice Rothschild geb. S e ba g* :. Montefior e aus Lond o n, hat aus ganz eigenem Ent* . Schlüsse den Wunsch geäußert, sich aktiv im jüdisch* .philanthropischen Leben Wiens zu betätigen. Nach einer Besichtigung des Charlotte*Merores*Itzelcs* Waisenhauses für Mädchen auf der Hohen Warte hat sich Frau Baronin Rothschild entschlossen,; die P r ä si d e n t i n s t e 11 c des Damcnschut/s ,;k om.t t e c s dieser Anstalt zu übernehmen, die seit dem Ableben der Frau Reg ine Pick, der Gattin des Ge* meindepräsidenten Prof. Dr. Alois Pick, verwaist war. Freitag, den 16. d. M. fand im Sitzungssaale der Kultus« gemeinde die erste Sitzung des Damenschutzkomitees unter Vorsitz seiner neuen Präsidentin statt. Der Obmann des Kuratoriums des Waisenhauses, Vizepräsident Doktor .1. Örnstein, begrüßte in seiner Eröffnungsansprache Frau Baronin Ciarice Rothschild auf das herzlichste und wies auf die besondere Bedeutung der aktiven Teilnahme •der Repräsentantin zweier im jüdischen Leben und für das Judentum so ruhmvoller Häuser am Wiener jüdisch« . sozialen Leben hin. Er würdigte die neue Präsidentin speziell als Abkömmling der Familie Montefiore, deren Ahnherr M o s e s M o n t e f i o r e gewesen, der große Philanthrop, der für das Judentum, wo ihm Gefahr drohte, stets unerschrocken eintrat. Dr. Örnstein gedachte noch in pietätvollen Worten' des unvergeßlichen Wirkens der verewigten Frau Regine Pick. Hierauf nahm Frau Baronin Glarice -Rothschild das Wort und erklärte, daß sie gerne mitarbeiten und sich bemühen werde, für die Angelegen* „ heite,n des Hauses tätig zu sein. Die Tatsache, daß Frau Baronin Ciarice Rothschild, eine der prominentesten und .beliebtesten Damen der Wiener Aristokratie, einen solch hochherzigen Entschluß gefaßt hat, ist vom jüdischen. •Standpunkte nur auf das herzlichste zu begrüßen. „Im jüdischen Osten". Samstag, den 17. Jänner 1931 fand im überfüllten Festsaale des Alten Rathauses eine Massenversammlung der Wiener Agudas Jisroel statt, bei der Herr W. S. Jacobson, Hamburg, über das Thema „Im jüdischen Osten" referierte. j Von seinen Besuchen beim Chofez Cha.im, bei :R'abbi' Chahrr -Qser Grodzenski und beim. Teitseher RaAy,. ausgehend, wußte der Redner in meisterhaft fesselnder Weise über die gewaltigen Leistungen der Jawne*Schulen Litauens, die unter Leitung von Dir. Wittenberg*Choda* | kow, dem bekannten Thoragelehrten, stehen, über die Jeschiwaus und Talmud Thauros in Polen, Rumänien, Lettland und Finnland zu berichten. Großen Eindruck auf die Zuhörer machten die erschütternden Worte über das Schicksal unserer Brüder in Rußland. Und als Jacob* son auf die Beth*Jakob*Be\vegung Polens zu sprechen l<am, da setzte anhaltender Beifall ein, der wohl als Be* weis dafür betrachtet werden darf, daß die Notwendig» keit dieser Bewegung allseits anerkannt und daß nun auch die Wiener Beth=Jako!)*Schule sich eines größeren Zu* spruchs erfreuen wird.. Nicht endcnwollender Beifall be* lohnte den Redner für seine ausgezeichneten Aus* fiihrungcn. Herr Siegmund Stern sprach dann noch über die agudistische Jugendbewegung und über das Problem der Arbeitslosigkeit unter den schabboshaltenclen Angesteil* ten und Arbeitern. Er crmahnte die Anwesenden, an der alten Prinzipientreue festzuhalten und sich gegenseitig das Schabboshalten zu ermöglichen. Herr Stern berichtete kurz über die eingeleiteten Schritte gegen die geplante Kalcnderreform und .über die Arbeit des österreichischen Xcren Hathora. Er forderte die Zuhörer auf, am Schab* bos Kaudcsch Parschas Jisrau, dem Beschlüsse des rab* hinischen Rates gemäß, des Kercti Hathora zu gedenken. In vorgerückter Stunde endete die ' glänzend ver* laufenc Versammlung und noch lange nachher konnte man auf dem Heimweg von den eifrig Debattierenden hören, welch nachhaltigen Eindruck die Versammlung auf die Zuhörer hinterlassen hatte. 1 SijumsHaschaß des DafsHajaumisSchiur. Ein geist* reicher Mann sagte einst, daß wir Orthodoxen keine Feste der Freude feiern können. Wenn eine Simchoh kommt, wird gezählt, gewogen und — oft zu leicht ge* funden. So geht es uns auch jetzt, wo wir vor dem Sijum . Haschaß im Daf=Hajaum> stehen, da wird Vorsicht ge< übt, wird Kaltblütigkeit gezeigt, anstatt mit ganzer Glut; eines begeisterungsfähigen Herzens, mit innerem Feuer! in Vorfreude zu erstrahlen bei dem Gedanken: In Wien; wird in der heutigen Zeit der allgemeinen Gedankenver* wirrungen, ganz Schaß beendet. Und nicht vielleicht von alten, schwachen Menschen, die zurückgezogen von der Welt dem Lernen sich widmen, sondern von jungen, starken, Männern, die mitten im Leben stehen und gezwungen sind, sich auseinanderzusetzen mit der westeuropäischen Kultur und Zivilisation. Und wenn es Abend wird, dem Zuge des Herzens folgend, setzen sie sich zur Gemoroh, um zu lernen, und Daf an Daf, Perek an Perck, Mesechta an Mesechta zu reihen. Hat man sich das schon mal überlegt? Aber nicht nur in Wien, nicht nur in Oesterreich, in Polen, Slowakei, Deutschland, in der ganzen noch' jüdischen Welt Avird der Daf Hajäumi gelernt und wird Chamischoh*Osscr*B'schwat Schaß beendigt. Interessanter. Zufall, daß gerade am Chamischoh*Osser — am Tage des' Erwachens der Natur — der Sijum ist. Mahnt es uns nicht leise, aber eindringlich: Wenn Jisroel von Ost und West, von Nord und Süd beim Thoralerncn vereint sich findet, dann kommt der; Frühling, kommt Sonne in unser Golus. Anläßlich des Sijum Haschaß findet am Chamischoh* OssersB'schwat, Sonntag, den i. Februar 1931, um 7 Uhr abends, im großen Saale der Agudas Jisroel*Jugend* gruppe, IL, Fioßgasse 1, ein Bankett statt. Gäste will*, kommen. Frauenkirchen. Auf Anregung des Frauenvereincs wurde hier ein Mädchenverein „Mirjam'.' gegründet. In der konstituierenden Versammlung wurde . Frl. Friederike Ungar zur Präsidentin gewählt. Der Verein soll die Bil* .dungs* und Wohltätigkeitsarbeit der weiblichen Jugend organisieren. Aufhebung der Verordnung über die Zwangs* Sonntagsruhe in Athlit. Der High Commissioner hat der! Agudas Jisroel*Zentrale in Jerusalem mitgeteilt, daß dic: Verordnung über die Einführung der Zvangssqnntagsruhe in Athlit, gegen die sich sowohl die palästinensische Agudas Jisroel in schriftlichen und mündlichen Vorstellungen, als auch die Exekutive der Agudas Jisroel in per* sönlichen Vorstellungen beim Colonial Office in London gewandt hatte, soeben aufgehoben worden ist. Man nimmt hier an, daß die Aufhebung der Verordnung auf direkte Weisung des Colonial Office in London an den High; Commissioner erfolgt ist. " , Die amerikanischen Gewerkschaften für die Fünf* TageaArbeitswoche. Der Präsident des amerikanischen Ge*. werkschaftsbundes, William G r e e n, machte kürzlich den, Vorschlag, die Fünf*Tage*Arbeitswoche einzuführen, um'! die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. „KaschruthsPräparate". Auf Anregung von Rab=, biner Dr. Meyer Münk sei., Berlin, rief im Jahre 1926' die Vereinigung träditionelbgesetzestrcuer Rabbiner Deutschlands eine Kommission ins Leben, der Rabbiner, Chemiker. Mediziner und Apotheker, angehören und deren. Aufgabe darin besteht, pharmazeutische Präparate und solche für Genuß/wecke hinsichtlich ihres Kaschruth und insbesondere ihrer ZuUissigkeit für Pessach zu; prüfen. Die gründliche Facharbeit dieser Kommission; hat ergeben, daß-viele Medikamente aus tierischen Sub* stanzen hergestellt werden und demnach ausgesprochen trefc sind. So wird beispielsweise die Grundsubstanz der Pepsinpräparate aus Schweinemagen, andere Substanzen aus Hirn, Galle und dergl. gewonnen. Auch viele der. Präparate, die im Jahr hindurch von an sich' gesunden; Menschen zur allgemeinen Stärkung des Organismüs: verwendet werden, enthalten tierische. Stoffe. Für Pessach ist die überwiegende ZahT der Medikamente ' deshalb nicht verwendbar, weil sie entweder Alkohol enthalten oder aber die Bindemittel aus Weizenstärke bestehen. , Die bezeichnete Kommission hat für Pessach eine Liste herausgegeben, in der eine große Anzahl unent* betulicher Heilstoffc angeführt ist, die direkt .chot^z sind. Ebenso weisen andere Broschüren, wie die von Münz, auf hazlreiche täglich benützte Präparate hin, die r.eligionsgesetzlich unzulässige Stoffe enthalten. Die Folge ist, daß viele der rituell lebenden' Juden sich zu ihrem Schaden dieser Präparate enthalten oder aber, daß sie unbewußt diese unerlaubten Stoffe Jahre hindurch einnehmen. Auch für Schwerkranke ist es stets uu* erquicklich und dadurch oft heilungshemmend, wenn sie, Spendet für den und Jessoüa Hathora der Ada« Jtarool, Wien, II,, Nestraygass« 11 Boliinger-Eiskasten sind feit 1870 die besten Fabrik: Wieir, XV., Staglgasse 10 bei Mariäriüförstr« 148)' Tel« R-35-8-4? und R-30-5-38 Filiale: Wien VII, Burggasse 17, Tel* B 32.3*80 was ja in diesem Falle religionsgcsctzlich zulässig ist, nichtkoschere tierische Substanzen genießen. Um diesem Uebelstand abzuhelfen, werden nun* mehr auf Anregung von Dr. Rom durch die Chemisch* pharmazeutische Fabrik Dr. Laboschin A.*G., Berlin, Prä* parate hergestellt, die als „Kaschruth*Präparate" abso« lute Gewähr für rituelle Zuverlässigkeit bieten. Die Hers Stellung dieser Präparate ist dem Chemiker Dr. Rom, einem Mitglied der oberibenannten Kommission des gesetzestreuen Rabbinerverbandes übertragen worden. Herr Dr. Rom prüft die Rohmaterialien und leitet "und überwacht die Produktion. Die rituelle Oberaufsicht .führt...das Rabbinat (Rabbiner Dr. .Freimann und Rah? biner Dr. Jakobovits). Geplant ist die Herstellung von Nähr« - und Heil« mittein, wie auch von sonstigen Produkten, die sowohl für den Jahresgebrauch wie für den Pessachbedarf fabriziert werden. Durch diese neue Einrichtung werden die gesetzestreuen Juden in die Lage versetzt, sich' not« wendige Nährmittel und erforderliche Medikamente zu» verlässig koscher beschaffen zu können. Die Präparate werden unter der Bezeichnung „KaschruthiPräparatc" in den Handel gebracht und werden auch in Apotheken und Drogerien erhältlich sein. Rabbi David Tewele Katzenellenbog'en V'ST in Leningrad. Am 30. Dezember v. J. ist in Leningrad der bekannte Oberrabbiner David Tewele Katzcnellcnbogen im Alter von 81 Jahren verschieden. Mit dem Verstorbenen ist einer der größten Rabbiner der" Gegenwart zu Grabe geleitet worden. R. David Tewele wurde 1850 in Tau* rögtfen (Gouvernement Kowno). geboren, wo sein Väter und Großvater Rabbiner waren. Er stammte aus einer uralten Rabbinerfamilie und war . der . achtundzwanzigste in der ununterbrochenen Reihe der Rabbiner, die bis auf den berühmten Hohen Rabbi Low aus Prag zurückgeht. Schon als Kind zeichnete er sich durch seine besonderen Fähigkeiten aus und als zwölfjähriger Knabe wurde er von Rabbi Israel Salant y^f gesegnet. Als Zwanzigjähriger wurde . er zum Rabbiner in Wirrballen ernannt, später nach Suwalk und im Jahre 1907 auf den Posten des Oberrabbiners in Petersburg berufen. Hier war sein Schaffenskreis sehr ausgedehnt, dank seiner Initiative wurden viele Synagogen, Lchrhüussr und Che* darim gegründet und das religiöse Leben der Gemeinde gehoben. Er erreichte durch seinen Takt und seine hohen menschlichen Eigenschaften viel und setzte auch die Aufhebung eines Schachtverbotes für Finnland durch.. Bc» sondere Tätigkeit entwickelte er während des Weltkrieges für die rituelle Verpflegung der Soldaten und Enthebung von Rabbinern. Viele wegen angeblichen Verrats beschul* digte Juden konnte er vor. Verurteilung retten" und den Armen und Bedürftigen stand er immer hilfreich zur Seite. In den letzten Jahren war er selbst großer'Not ausgesetzt, hat aber trotzdem sein Amt und die. Stadt nicht verlassen. n'QHin.. . . ■ .. Amtliche Verlautbarungen der Israel. Kultusgemeinde Wien. .Vom Vorstand der Israel. K 111 t u s g e rn e i n d e Wien erhalten wir nachfolgende'Zuschrift: , Durch die Aktionen einiger Gemeihdcniitglieder. die sich als „K o in i t c-e z u r- Wall r anK.de t'.Rech tc des Her r n H n b- - 1) i n e r s M a y e r s o h n" bezeichnen, wird nun seif mehreren Wochen die Oeffentlichkeit im Wege der •VersendutiK von Zeitungsnotizen mit der Peusionieriingsaiigelegeuheit des Herrn Rabbiners M a y e r s o h u in einer Weise befallt, welche imitier wieder Stellungnahme des Kultusvorstandes in der Oeffcntlichkc/it erheischt. Besonders wird durch allerlei ''Ausstreuungen lind Interventionennach, dem vergeblichen Versuche. Herrn Rabbiner Josef Babnd vom Antritte dieses Amtes abzubringen, nichts unversucht gelassen.'um .der Amtsführung des neuen Rosch-Beth- Diu Schwierigkeiten in den Weg zu legen und glauben zii machen, daß die Rückkehr des in den dauernden Ruhestand versetzten. Herrn Rabbiner Mayers oh ii in das Rabbinat .der Israel. Kultusgemeinde Wien zu gewärtigen sei. Demgegenüber sieht sich der Vorstand der Israel. KultusKemeinde veranlaßt festzustellen, daß die niit 31. Dezember 1930 über eigenes Ansuchen vom 29. April 1930 erfolgte Pensionierung des Herrn Rabbiners Mayer M a y e r s o h u als Mitglied des Rabbiuats-Kollegiums der Israel. Kultusgemeinde Wien eine endgültige ist. ..Dem J71 den Ruhestand getretenen Herrn Rabbiner May er söhn wurde die ihm" gebührende, sehr auskömmliche Pension . zuerkannt,- so daß die ih n gegenüber der Israel. Kultusgemeinde zustehenden Rechte schon durch den Kultusvorstanü vollkommen gewahrt erscheinen; Nach eingeholter Zustimmung des Bundesministeriums für Unterricht wurde Rabbiner .losei B a b a d am 6. .Hiiiricr d.;J. in sein neues Amt a.ls Rosch-Beth-DIn eingeführt. Der Kultusvorstand wird nicht ermangeln, alle erforderlichen Maßnahmen und Schritte zu ergreifen, um die früher -erwähnten Versuche einer kleinen Gruppe von Anhängern des Herrn Rabbiners Mayersohn, welche dahin abzielen, Herrn Rabbiner. Josef Babad das Amt zu verleiden, zunichte zu machen. Entgegen der Veröffentlichung des „Komitees zur Wahrung der Rechte des Herrn Rabbiners Mayersonn", wonach ..nach wie vor Herr Rabbiner Mayersolin Oberrabbiner der polnischen Gemeinde in Wien ist", stellt der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien lest, daß es eine polnische Gemeinde in Wien nicht gibt, weil nach den Bestimmungen des 8 2 des Gesetzes vom 21. März 1890, RGBL Nr. 57, nur eine einzige jüdische Gemeinde, nämlich die Israelitische Kultnsgemeiiide Wien, bestehen darf, daß Herr Rabbiner Mayersolin. Vereiusrabbiner des T e -n p e' 1 v e r e i n c s „B c t h ' I s r a c 1" ist, daß nach S 33 des Statuts der Israel. Kultusgemeinde < Wien nur der Kultusvorstand berechtigt ist. einen Oberrabbiner aus der Mitte der. Gemeinderabbiner zu ernennen, jedoch, se.it dem Ableben des sei. Oberrabbiners Dr. C h a i e s ein Oberrabbiner noch i)icht ernannt wurde, daß - dem Rabbiner Mayersohn der, ihm 'zwecks'Vornahme von Trauungen in seinem Vereinsbethaiise gemäß f*. 44 des Kultusgemeindestatiits a u sschließlich zu diese m Z w eck e verliehene Titel eines Gemeinderabbiuers wohl belassen wurde, Jedoch keinerlei anderweitige Befugnisse und Berechtigungen in sich schließt. Darmlzwnh-Kurse. Um den .Kindeni. mittelloser Eltern Gelegenlieit zu «eben, sich für die Barnizwah vorbereitet; zu können, hat der Vo,rstnncI der israelitischen Kultusgeine'ride Wien u n e n t g e 1 11 i c,|i e Ii a r m'i ■/. w'ali - K 11.r s e' eingerichtet." Du Kurse hnden allwöchentlich an folgenden Tagen statt: 1.. Seitenstetten K a s s e 4, IV. Stock (Chorschtile): Freira« von viertel: 3 bis dreiviertel 4 Uhr nachmittags: XX., O t h mar gas s e 4G,' Mezzanin: Sonntag von 8 bis-10 Uhr vor;- mittags und Samstag. von 6 bis;7 Uhr abends. Dauer der Kurse inigefiihr drei-Monate.- - ' - .% ' I ', Predigten In den Israelitischen Gemeinde, und Bezlrkssynagogen. Freitag,- den 23. Jänner 193h werden bei denv.uin 4 Uhr 45 Minutenj beginnenden Abendgottesdienst/in nachbeiianiiten Gemeinde- und: Beziarks- - Synagogen Predigten .abgehalten; °: injcl zwar: 1„ S e i t e n s t e t tje u- & as s e 4 (Rabbiner Pr. M. Rosenmann), II., T e in p e I g a s s e 3 (|JqbbltiernDr. U Taglicht). U., P.aXitfaiiiteiisa&se 6 (R&rjbiner Drj.:/, Taubes), V.. S i e b e n b r if n ife g a s s e ra-^-Rabbiiiejt^Dr; G.j" M. Mehißr). XX., Kliic k ygasse 11 (Rabbiner Dr.-B. MurmelsteiiO.j.'? > \ Samstag,, iten 34. Jänner'1931,. halb 4 Uhr nachmittags; Religiösuopuiäror, Vortrag (Zyklus :l ixPi^ Hehrer uvU.Lpbm der*>Mi3Ch»ah und der Gemarah,\ II., Paznianite'ngasse *6 (Rabbiner Dr. Z, Uubesh -~ 4- Uhr nachmittags,-" 'exegetischer Vortrag. XIX., Dollinergasse -3 (Rab-, Jb.Sier. ^piwA.'tJir.aiijkfucter).»..,^,.. .„ . s ^K Israelitische/ Jueeiidgottesdierist. A'111 Samstag-., den 2C 'Jänner, findet um 3 Uhr nachmittags der JuKendgottesdicnst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssyijagogen statt.

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