Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 4 (23.1.1931)
- Date
- 1931-01-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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I ÜafiMti *folätu mm*■ hmbc t 1k»•***** « «4. 414734114* , Untaten vom V«f1«c«f ttrüfi««# JmteniJ nnidl» m!,*מ!•«! V.b.b. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. «edaktlcn tu Admin.atrationi Wien, ».,Leopold••!aite *6,1. Stiege, 1. Stock. - Tel.R 45-4.44. ««chechoilowakef! Bratislava, Postfach 140, «**tthefnt jeden Freitag, — Redaktion» •cbla»■: Mittwoch Mittag. AbooneBaentspreUi ו Oanzjlhrlg ו Für Oeiterrelcb S 16 fschedboslowakel tichech. IC. 80, Einzelnummer Äst. Or. 50. dkl dbrlge Ausland 3 Dollar. 2aht1iag6n auf Konto ״Jüdische Presse״, Wien för Öester• reich t PostsparkasfenkontoNr. D-93614; Deutschland! Post- Scheckkonto Beilln Nr. 122619; Jugoslawien« Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217: Pole» i Postspk.-Aml WarschauNr. 190409• Ungarn t Postspk.-Amt Budapest Nr. 50170; Schweiz t Post• scheekk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei 1 *J0diSche Presse*, Biattslava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 53380 Nr. 4 | Wien-Bratislava, 23. Jänner 1931 ביד וינא־סרעסכויג הי שכס תוציא 17. Jahrs. Jewish Agency und Agudas (isroel. Es ist eine merkwürdige Fügung, daß gerade in einem Augenblick, in dem die ganze Position der Agency wirtschaftlich und politisch aufs schwerste gefährdet er* scheint, die seit der ״Kenessio Gedaulo“ beabsichtigte und immer wieder hinausgeschobene Zusammenkunft von Vertretern der Agency mit Beauftragten der ״Agu* das Jisroel" im Laufe der nächsten Woche in Ber* lin stattfinden soll. Man erinnert sich, daß die K. G. mit Zustimmung des Rabbinischen Rates eine Resolution faßte, die eine Beteiligung der Agudo an der Jewish Agency dann für .denkbar erklärte, wenn die Agency ihr Arbeitsgebiet auf wirtschaftliche und politische. Dinge beschränken, alles Kulturelle ausschließen und alsdann ihre gesamte Tätigkeit der Autorität des Religions־ gesetzes unterstellen werde. Aus der Anwort, die der Vorsitzende des Administrativ*Komitees der Agency der Agudas Jisroel erteilte, ging bereits hervor, daß die Agency sich nicht in der Lage sehen werde, diese Be* dingungen der Agudas Jisroel zu genehniigen, daß sie aber dennoch Verhandlungen über eine Kooperation ,der beiden Körperschaften auf dem Gebiete der Erez Jisroel* Arbeit für wünschenswert hälte. Diese Kooperation zum Gegenstand! einer zwanglosen Besprechung zu ■machen,•־ ist die Aufgabe der in Berlin zusammentretenden beider* sgitigen Kommissionen. ' Wir sind überzeugt, daß die Besprechungen von dem schweren Ernste der gegenwärtigen Lage erfüllt und von dem Bewußtsein getragen sein werden, daß die religiösen,י politischen und wirtschaftlichen Probleme, die sich für כלל ישראל an ארץ ישראל knüpfen, durch die Ereignisse der beiden letzten Jahre und durch die aktuelle Krise an Gewicht nicht verloren, sondern erheblich ge* wonpen haben.. Die verzweifelte Lage, in der sich Mil* lionen jüdischer Brüder in ,der ,ganzen Welt befinden, muß ja die Sehnsucht und den festen Willen, nach Erez Jisroel auszuwandern, mit elementarer Gewalt von Tag zu Tag steigern, und die Orthodoxie kann vor dieser Entwicklung, •die sich jetzt sogar in Amerika geltend macht, ihr Auge keinen Augenblick verschließen. Sie muß daher aufs ernsteste prüfen, wie sie ihrer Verant* wortung gerecht wird und welche Möglichkeiten be* stehen, unter gewissenhafter Wahrung ihrer absoluten organisatorischen Selbständigkeit und kompromißloser Durchsetzung ihrer religiösen ״Prinzipien eine praktische Zusammenarbeit mit allen an Erez Jisroel interessierten Kreisen im Interesse des jüdischen Volkes zu ermöglichen. Agudas Jisroel und Colonial Office. Die ״Jüdische Presse“ berichtete in ihrer Nummer 2 vom g. Jänner kurz ' über den Empfang einer A g ü d o * Delegation unter Führung von Präsidenten Rabb. Dr. P. Köhn im Colonial Office. Wir bringen dies* mal wichtige Teile des anläßlich dieses Empfanges überreichten Memorandums, 1. Wir hatten bereits in früheren Eingaben, die wir an das Colonial Office richteten, Gelegenheit, die Natur des Gegensatzes zu definieren, in der sich die Weltorganisation ״Agudas Jisroel“ als Vertreterin der orthodoxe^? Judenheit zur zionistischen Organisation be* findet. Während wir die Unvergänglichkeit und aktuelle Fortdauer des jüdischen Volkstums und die unzerstörbare י Verbindung des jüdischen Volkes mit seinem Lande mit der gleichen Energie bejahen und anerkennen, wie der Zionismus, verwerfen wir aus der Tiefe unserer'Ueber* zeugung die vom Zionismus vorgenommene Verwalt* lichung des jüdischen Volkes und halten die zionistische Maxime, daß Religion Privatsachc sei, für einen Verrat an der weltgeschichtlichen Aufgabe des G־ttesvolkes und an der gütlichen Offenbarung. Palästina ist uns im Sinne der jüdischen Tradition ein heiliges Land, in dem sich jüdisches Leben und ein nationales jüdisches Heim nur dann erheben und erhalten kann, wenn innerhalb dieses Heimes die Autorität des noch heute lebendigen jüdisch*religiösen Gesetzes restlos anerkannt, wird. 2. Da die Wiederherstellung der jüdischen Staat* lichkeit auf dem Boden des Heiligen Landes von der Thora und von den Propheten im Einklang mit dem all* ■gemeinen Aufschwung der Menschheit zur reinen Sitt*־ lichkeit geweissagt und verheißen ist, so erwarten wir diese Herstellung nicht von bloßen politischen Konstel* lationen und staatspolitischen Maßnahmen. Aus diesem Grunde ist die in ״Agudas Jisroel“ organisierte Ortho* doxie niemals in die Uebertreibung verfallen, in der Balfour*Erklärung den Schlüssel zu der von dem Pro* pheten verheißenen Erlösung zu erblicken, sondern sie begrüßt in dieser. Deklaration — unbeschadet ihrer \veit* reichenden politischen Bedeutung— vor allem die prak* tische Möglichkeit, das uns.,׳heilige, religiöse Gebot des Wohnens im Heiligen Lande und der Produktivierung seines Boclens für Wohnzwecke zum ersten Male im Laufe der jüdischen Exilsgeschichte in größtem Maßstabe zu erfüllen. 3. Aus den unter 1. und 2, entwickelten theoreti* sehen Grundlagen der agudistischen Palästina»Politik er* geben sich für die Praxis folgende Schlußfolgerungen: a) ״Agudas Jisroel“ kann mit der zionistischen Organisation in brüderlicher Einheit Vorgehen, solange es sich darum handelt, das gemeinsame Interesse des jüdischen Volkes an der Einwanderung und Ansiedlung in Palästina, sowie an der restlosen Sicherung von Leben und Eigentum im Heiligen Lande zu vertreten. In diesem Sinne erneuern wir die in unserer Erklärung vom 9. November ausgesprochene Verwahrung gegen Wortlaut und Geist des Weißbuches, dessen offen* kundiger Gegensatz zur Balfour*Deklaration durch die Interpretationen der britischen Regierung vor dem Unter* hause nicht aufgeklärt und nicht aus der Welt geschafft worden ist. Die agudistischc Organisation ist jedoch ge* .. nötigt, die Gemeinsamkeit der politischen Linie mit Zio* nismus und Agency abzulehncn und selbständig vorztt* gehen, sobald religiöse oder kuiturelie Fragen in• Be* tracht kommen. Nachdem bedauerlicherweise zu dem. Aufgabenkreis der ״Jewish Agency“ nicht nur die För* derung des wirtschaftlichen Aufbaues und die Vertretung der politischen Interessen des jüdischen Volkes gehören, sondern auch die Finanzierung '.und! Verwaltung des Er* ziehungswesens und der Volkskultur im weitesten Um* SttövejüötscljeS^iule ,®ofäs u.^ßaupk(Au&ßr76taSen■ md Uläddien, mdOfent/Miibrecfit fange, hat sich die in ״Agudas Jisroel" organisierte Orthodoxie außerstande gesehen, an der Jewish Agency teilzunehmen, weil nach den Prinzipien des jüdischen Religionsgesetzes eine noch so mittelbare Förderung ir* religiöser oder areligiöser Erziehungsinstitutionen religiös verboten ist. Jedenfalls steht die Tatsache fest, daß in* folgedcsscti ״Agudas Jisroel“ in der Jewish Agency ihre berufene Vertretung nicht erblicken kann und daß die Mandatarmacht darum u. E, moralisch verpflichtet ist, neben der Jewish Agency ״Agudas Jisroel“ als Ver* treterin des eigentlichen Kernes der an Palästina inter* essierten geschichtlichen Judenheit zu betrachten. Es würde zweifellos dem Sinne und Geiste der Balfour* Erklärung widersprechen, die ja nicht an einzelne Par* tefen in der Judenheit, ,sondern an das ganze jüdische Volk gerichtet war, diesem wider Willen die Jewish Agency als alleinige Vertreterin zu oktroyieren. Wir haben im abgelaufenen Jahre in der prakti* sehen Politik, die wir in Palästina vielfach gemeinsam mit den zionistischen Instanzen verfolgten, zur Genüge bewiesen, daß wir gewiß nicht geneigt sind, die Schwie* rigkeiten der palästinensischen und britischen Regierung durch separatistische Tendenzen innerhalb der jüdischen Gemeinschaft selber zu vermehren. Wenn es sich aber jetzt darum handelt, die Grundlage der Palästina*Politik vielleicht auf Jahrzehnte hinaus, neu zu: bestimmen, sofühlen wir uns durch unser Gewissen verpflichtet, un* seren Standpunkt, der lediglich den Standpunkt des ge* Schichthöhen Judentums darstellt, mit aller Entschieden* heit selbständig zur Geltung zu bringen. Wir beantragen daher in erster Reihe, unsere Organisation sowohl in London, als in Jerusalem grundsätzlich neben der Jewish Agency zu allen Beratungen zuzuziehen, die von prin* zipieller Bedeutung für die Beziehungen der Mandatar* macht zu Palästina und zum jüdischen Volke sind. (Fortsetzung folgt.) Die Wahlen zur Asefath haniweharim. Ueber die kürzlich stattgefundenen Wahlen zur Asefath haniweharim bringt der Frankfurter ״Israeli,!“ 'folgende Meldung aus Jerusalem: Die am Montag endlich durchgeführten Wahlen zur Asefath haniweharim haben, um das Endergebnis vorweg* zunehmen, mit einer nicht mehr wegzuleugnenden Deut* lichkeit den Beweis erbracht, daß diese sogenannte De* Iegiertenversammlung nichts weniger als eine Vertretung der jüdischen Bevölkerung Palästinas darstellt, und daß es der Gipfel der Ungerechtigkeit wäre, wenn die Oeffent* lichkeit und die Regierungsinstanzen diese Körperschaft und ihren Ausschuß, den Waad leumi, als kompetenten Sprecher des Jischuw betrachten wollten. In Jerusalem haben sich nur 20 Prozent der wahlmündigen Gesamt* bevölkerung beteiligt und nur 37 Prozent der Mitglieder der Kneses Israel. Im ganzen gingen, trotz Agitation der Arbeiterpartei und der Revisionisten, 9000 Wähler an die Urne, während, um eine Vergleichsziffer zu nennen, 11.000 Juden in Jerusalem ihren Austritt aus der Kneses Israel seinerzeit erklärten. In anderen Städten war die Wahlbeteiligung noch geringer, so z. B. in Tiberias 650 von 3500 Wählern. Eine vernichtende Niederlage hat der Misrachi er* litten, der überhaupt nur fünf Delegierte durchgebracht hat. Wenn die Führer des Misrachi nicht mit Blindheit geschlagen sind, müssen sie endlich einsehen, daß es aus* sichtslos ist, die Interessen des Thörajudentums innerhalb der Kneses Israel zu vertreten 1 Auch die ״Allgemeinen Zionisten“ mit fünf Deputierten, d. h. 81150 die Gemäßig* ten, spielen keine Rolle mehr. Alleinherrschend sind ledig* lieh die 32 Delegierten der Arbeiterpartei und die 15 der Revisionisten! Die Landleute in den Kolonien und der Mittelstand sind den Wahlen demonstrativ ferngeblieben, weil man von vornherein wußte, daß gegen die radikalen Parteien nicht aufzukommen ist. Dem Wahlbericht der Berliner ״Jüdischen Rund* Was biete( die führems Weltfiima mar ucn14 Wien!, Kärntnefring 6 Hotel Bristol) &Ä k Modernste und individuellste Ausführung. % Tadellosen, nmstergiUtigenjSU?. # 3. Nur erste Qualität in Material und Arbeit au mäßigen Preisen. ׳ Die Firma OTHMAR SCHIFF legt allergrößten’Wert darauf* jede Kunde unter allen Umständen zufriedenaustellen. 1, Sgt&en Sie sich daher, bevor Sie eine PerikkelKewfen, ln Ihrem ureigensten Interesse mit der Firma OTHMAR SCHIFF in Verbindung t