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Jüdische Presse · 1931-01-16 · 3 (16.1.1931) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
3 (16.1.1931)
Date
1931-01-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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יsTS«•? י:■ *tm? ל * 5 jüjöj&ulil^wiss* Udelir Ä~_- II, O^llmitgiiifB fi Tel«a;4h4^45 י י: ' WISS^ MIN- ÜN Ve1fcaBf*|UWÜR tfitr S/Ba.ilKs lXv _JbSckeröl H,M6f1an<iitr<1ße f OEB&CK ‘ “ ' 7; Teiepftorr A-10-e-SÖ ־ Mi :/Ao-J ';-,/Sfr• dfücksvollen Feier' die Dankbarkeit 'der Gemeinde ' für seine großartigen Leistungen zum Ausdruck zu bringen. Bei der Schulfeier erschien daS Rabbi na t der Buda* perstet-זי-orthodoxen ״Gemeinde vollzählig, der Schulaus» schuß‘; der Lehrkörper und Abgesandte der orthodoxen ZenfcäUarideskanilei und anderer verschiedener Kultur# vereine. 1h eindrucksvollen Reden wurde die Bedeutung der^jüdischen Schule und das Verdienst des Schulleiters gefeiert.; - |1Jser Segen ist sichtbarlieh ge־ ״wä,- das monatliche eingeweiht und gesegrtet. “. 1^.«ד dfen:Ät ,^^^düÄmehf: |i|! ' 1״rsid^ jüdische " Mshßhe sich״.* Unter® dl||jstfhft!sehen Bel lässig jötialifiziett en uni! J-dabei .jdfjS| i-w.^en. Aubb';Unsere jKLf« v «..».. v ״.«, « . o &־, ich Ihrer Aliffiitirksäm]i^t':^r^fehrdih^׳De7v|iw'eiBge^Kd^ beginn ist in der .,Jüdischen Presse" angekündigt. Und nun will ich mir gestatten,‘Sie um Ihre besondere Unter־ Stützung zu bitten, uhd‘zwar für unser von streng orthodoxen A b so! v en’ff'n n e n der Fräiiengewerbe# schule geführtes . 4 Schäeideratelier. Es ist nach meiner Meinung Pflicht einer jeden jüdischen und noch mehr der orthodoxen Frau, _Jfchiifiäjfc dl|Äei׳et־JM־: &M e l.!l e s c ft iS ff! 3®" Ap#kehnüi!g Sefühü! der staktltlil Unsere S&?״ Hna'dehen thÖglff 11^®«i1^||1rUsgebiIdet!J®a _lfi.y einhaiteifrÄ ^tf^cÄirs^iWöbm _ Der Wiener Leser wird, wenn er diese Zeilen liest, sicherlich nicht unterlassen, einen Vergleich zwischen Wiürtpf;Uhd Budapester Verhältnissen zu ziehen. Die ver* halfhismaßig kleine orthodoxe Kultusgemeinde verwendet hräHezt14ö Prozent ihres Budgets, das sind 210.000 Pengö von •580.000 Pengö zur Unterhaltung der Schulen. Die große Wiener Kultusgemeinde mit ihrem 6*Millionen־Budget begnügt sich mit einer leider allzu bescheidenen Subventionierung der Wiener jüdischen Voll schulen. Sie gibt als Subvention für alle in Wien bestehenden jüdischen V 0 11 schulen insgesamt S '60.000 jährlich, wobei man nicht Vergessen darf, daß in Budapest neben der verhältnismäßig kleinen orthodoxen Gemeinde die Budapester große Gemeinde ein großartiges jüdisches Schulwerk Von allen Schultypen, das voh ungefähr 3000 jüdischen Kindern besucht wird, unterhält, daß sie jährlich mehr als 1,000.000 Pengö für ihr Schulwerk ver־ ausgabt. Wie unser Budapester Korrespondent mitteilt, hat das vollzählige Erscheinen des Budapester orthodoxen Räbbinates beider Schulfeier besonders tiefen Eindruck Gemacht, und aus den Reden der Rabbiner kam zum Aus־ rück, wie großes Interesse die Hüter der Religion an einer richtigen Erziehung der jüdischen Jugend nehmen müssen. Gerne registrieren wir diese Bemerkung unseres Korrespondenten und sind in der angenehmen Hoffnung, daß auch die religiösen Führer der Wiener Judenheit von der Amtshandlung ihrer Budapester Kollegen Notiz nehmen werden. Für die sabbathaltende Arbeiterin. Die ״Jüdische Presse“ hat bereits über die wohl־ gelungene Wohltätigkeitsjause der Frauenhilfe kurz be־^ richtet. Die Jause fand diesmal im Festsaal des Wiener Dr. * Kr ü g e r * Heims statt. Die Vizepräsidentin des Heims, Frau Obermedizinalrat Dr. Krüger, begrüßte die. Damen der Erauenhilfe in einer eindrucksvollen Rede. Mit Rücksicht auf den beachtenswerten Inhalt derselben brin־ gen . wir wichtige Teile dieser Rede. _ * ־‘’;(Namens ׳ 'des־' Dr.*Kfüger#Heims׳ gestatte ich mir, ד •die geehrten Anwesenden zu begrüßen und der verehrten Frau Oberrabbiner Fürst meinen herzlichen Dank dafür zu sagen, daß sie mir die Möglichkeit gegeben hat; in diesem Kreis einige Worte über die Bedeutung unseres Heims zu sprechen. * Aus der Arbeit eines Frauenvereines wie der Ihrige sind — über Initiative eines Arztes — die zwei Häuser entstanden, welche der Erziehung jüdischer Mädchen ge־ .widmet sind. Im Jahre 1898 mietete der Leopoldstädter Fraüenwohltätigkeitsverein in der Rembrandtstraße Zim# .mer, Kabinett und Küche, um daselbst ein Lehrmädchen־; heim mit drei Betten zu begründen. Es muß uns noch .beute, wo der Lehrlingsschutz Gemeingut der meisten .Kulturstaaten geworden ist, mit besonderem Stolz er#; füllen, daß das erste Lehrmädchen# und jugendliche Ar* beiterinnen#Heim in Wien ein jüdisches war. Die kleine Wohnstätte in der Rembrandtstraße wurde von dem ehr# ' würdigen, damals schon hochbetagten Rabbiner Schmiedl . die strenggläubige, Sabbat einhaltende, junge jüdische Arbeiterin zu unterstützen, die ja fast ־ gar keine Möglichkeit mehr hat, in dem nivellierenden!uhd langsam alle Tradition zer# störenden, furchtbaren Existenzkampf der Jetztzeit die ur# alten Gesetze ihrer Väter* eitiäuhalten, ohne dabei selbst, im nackten Kampf um die,. Existenz,, zu unterliegen. Sabbathalten.de• Frauen, unterstützet die sabbat.haltcnden Arbeiterinnen , im Schneiderateli er id e s D r. ־ K r ü g e r ־ H e i m s!" \B Nachrichten © Unruhen am Jahrestag der Gründung der antisemitischen Studentenliga in Rumänien. Die Befürchtungen^.mit. .,denen man in jüdischen Kreise!!. dem 10. Dezember, dem 8. Jahrestage der Gründung der antisemitischen Studentenliga, entgegensah, haben sich als nicht, ganz berechtigt erwiesen, der Tag ist aber auch nicht ,ohne!Ruhestörungen verlaufen. In Bukarest veranstalteten die antisemitischen Studenten im Verlaufe des Tages mehrere Straßendemonstrationen, ohne daß jedoch;ein nennenswerter Schaden verursacht wurde. Etwa 100,Studenten, die vor dem königliehen Palais eine Kundgebung zu veranßtalten versuchten, wurden von der Polizei sofort auseinandergetrieben. י , Am Abend wiederholten, siel! die Demonstrationeu, wobei Ve1־suclvö;׳l|ii|!clißche Geschäftsläden zu devastieren, .von der Polizei verhindert wurden. Nach Mitternacht aber gelang• es größeren Gruppen yon Studenten, ■;in eiii hauptsächlich .von Juden bewohntes Viertel :dnzudringen;./'.־; An mehreren jüdischen Läden wurden die Schauifensfei^iu mehreren jüdischen Wob" nungen die Fenste1%ein|e;schlagen.r!Die!Polizei schritt sofort ein; veidiaftetb^temige. Derimhstvanten und vei•- hinderte;ein :yebergiijeiMi;.dev; Ausschreitungen •auf andere'.'Städtvierteb; £| > ־ In Glttj^ ׳(Klausenmiig) kani«"es anläßlich des Jahrestages der!Gründung der antisemitischen Liga zu schweren ׳AhßS(>h'!?eih11i^dmfEtwa ztvänzig, meist Jugendliehe Personen" drangem'iri die sephardische Synagoge ein, zerstörten die (Inneneinrichtung, sprengten die Thora-Lade und versuchten, die Thora-Jlollen (Sifre- Thora) zu rauben,, wahrscheinlich um an ihnen dann Schändungen zu begehen.5 Die Syhägögenverwaltung verständigte die Polizei, die sofort;erschien und sechs Personen verhaftete.!Nach einer Mitteilung der Polizei handelt es sich bei den;Verhafteten um Arbeitslose. Weitere Verhaftungen sollen .bevorstehen. Spendet für den der Adas Jlsroel. Wien, II.. Nestrovqasse 11 Üßfcir/{* ־' V, ' יv c Nh/,,,;׳.!׳:׳^;• A afiäRnferttf־ besten sse 10 R*3Ö*6»38 fiOVe UNei» VII, Burggas*e Ü7i faf;B|&*3«80 .!Die der Regierutlg naheotehettde Zedtüfig i,־Lupta“ bemerkt unter der Ueberschrift ״Eine Scliliiablf, die sidi י wiederholt“* wenn der Schmach der Studentenexzosse hiebt bald ein Ende gemacht werde, wenn man den Studenten gestatte, unentgeltlich auf•-den Eisenbahnen heruinlaliren zu können und Zerstörungen anzurichten, so könne man sich sehr leicht vo«stellen, daß sich Teile der (Bevölkerung zur. Gegenwehr;örgUnisieren. .׳Es wäre leicht denkbar, daß z. B. ־die jüdischen Erontsoldaten sich Zu einer Selbstwehrorganisation zusammehscliließen, um Gewalt mit Gewalt. abzu.wehren.. , Wenn die Studenten fortfabren, sich als überdenGesetzen stehend zu betrachten, so werde das Land schließlich der/ Anarchie verfallen. ״ Blutige Folgen antisemitischer Verhetzurtg an einer polnischen Schule. An einer Elementarschule in Radom entfaltet seit längerer Zeit eine Lehrerin eine Ungezügelte antisemitische Propaganda unter den polnischen Schülern. Diese Ver# hetzung der Kinder hat dazu geführt, daß ein l2jähriger jüdischer Schüler von einem polnischen Mitschüler durch einen Messerstich schwer verletzt wurde. Der Zustand des Kindes ist, da sich infolge der Verletzung eine Blutver# giftung eingestellt hat, bedenklich. Als die Eltern der jüdischen Schüler vor einiger Zeit gegen die antisemiti# sehe Hetze an der Schule bei der Schulleitung protestier־ ten, wurde ihnen bedeutet, die sei eine polnische Schule, die jüdischen Eltern mögen, wenn ihnen die Zustände nicht passen, ihre Kinder ,aus der Schule heraus־ nehmen. Rumänien rafft sich gegen die Cuzisten auf. Vor einigen Tagen hat der 17jährige Gymnasialschiller Du־ mitrescu ein Attentat gegen den Chefredakteur des ״Adeverul“, Emanuel Socor, verübt, indem er zwei Re# volverschiisse auf ihn abgab. Socor, der nur leicht ver־ letzt wurde, konnte den Attentäter entwaffnen. Es stellte sich heraus, daß Dumitrescu vom Jassyer Advokaten Georg Lefter, dem natürlichen Sohne des Antisemiten־ führerä Cuza, zu dem Attentat angestiftet und ausge־ rüstet worden war. Socor, einer der freiheitlichsten Schriftsteller Rumäniens, kein Jude, ist derjenige, der vor Jahren Cuza nachgewiesen hat, daß dieser Abhand־ lungen deutscher und französischer Gelehrter ,wörtlich ins Rumänische übersetzte und diese Abhandlungen als eigene geistige Produkte ausgab. Auf Grund dieser Plagiatarbeit wurde Cuza seinerzeit zum Professor er# nannt. Das Attentat gegen Socor. hat in der rumänischen Oeffentlichkeit eine starke Protestbewegung gegen die das öffentliche und das staatliche Leben schwer ge# . fährdet!dew Propaganda der Cuzisten auägelö'st. Tm Justiz# miriisterium fand eine Beratung statt, in welcher be* schlossen wurde, dem Parlament . sofort;.! nach dessen Wiedereröffnung ein Gesetzprojekt zürn Schutze der staatlichen Ordnung zu unterbreiten., . ■ Kalenderreform. Der Zeitpunkt für die Einberufung der Konferenz zur Reform des’ Gregorianischen Kalen# ders ist nunmehr, wie' uns aus G.enf berichtet wird, auf den Oktober 1931 in Genf festgelegt worden. Nach einem Bericht des Verkehrsausschusses des Völker* bundes werden die Vorarbeiten, die von den verschiede־ nen Nationalausschüssen über die Kalenderreform unter־ nommen werden, im März beendet sein. Nach Mit־ teilungen von informierter Seite ist die Situation für die jüdischen Interessen ungünstig. Es ist s.ehr mit der An־ nähme des sog. Blariko־Tages zu rechnen, der eine voll־ ständige Verschiebung des Sabbats zur Folge hätte. 70 Jahre Alliance Israelite Universelle. Im Dezem# her hatte die Alliance Israelite Universelle das 70. Jahr Wiener Spaziergänge. Stützen oder aufbauen? Die Stadt liegt in dichtem Nebel, der Häuser und Menschen in schmutzigweiße Schleier hüllt. Mitten am Tage brennen überall trübe Lichter und auch auf den Gesichtern müder Menschen lastet Trübsal. Da liegt ein schmales Gäßchen, in dem sich Laden an Laden reiht und das in seiner ganzen Breite noch von Männern aus־ gefüllt wird, die bei jedem Wetter Käufer anzulocken suchen. Es ist die Judengasse, ein Ueberrest des dritten Wiener Judenviertels, das eine traurige Tradition noch 'immer zu• einer Art Zentrum des Handels mit alten ,Kleidern macht. Auch die hohen, altersschwarzen Häuser mit ihren finsteren und niederen Gängen und Höfen ge־ mahnen noch lebhaft an die alten Zeiten, in denen hier tolerierte und ״befreite" Juden ihr Leben verbrachten. Im übrigen ist von Judentum aber in dieser Judengasse ,nicht mehr viel zu sehen, es halten nicht einmal hier alle Läden am Sabbat geschlossen, und die Menschen, die sich hier bewegen, scheinen zum Teil absichtlich den ,Namen der Gasse Lügen strafen zu wollen. Eines der freudlosen Häuser dieser Gasse hat sich ,vor einiger Zeit als baufällig erwiesen und mußte durch ein Gerüst gestützt werden. Es scheint, als wollte dieses Haus darauf hinweisen, daß nicht nur in der Judengasse, sondern im ganzen jüdischen Wien so manches bau־ fällig ist und dringend einer Stütze bedürfte. Nur wenige Schritte von der Judengasse entfernt befindet sich das Zentrum des jüdischen Wien, Wenn es . auch äußerlich nicht besonders repräsentativ aussieht, laufen in ihm;dennoch alle Fäden des jüdischen Lebens der Großstadt;zusammen und so zeigt sich auch in den allwöchentlich rvon hier ausgehenden Austritt’slisten und in den Passiv* ‘ ibilänzen des Matrikelamtes, wie morsch und stützungs# Bedürftig das Gebäude des Wiener Judentums ist. [ Der Durchschnittsjude tritt mit seiner Gemeinde *außer durch Vermittlung des Steuererlagscheines meist!an entscheidenden Wendepunkten seines Lehens in [Fühlung. Außer den Hochzeiten sind dies• aber nur!traurige Anlässe, die ihn den Weg in die Seitenstetten־. .'firtden •׳laäsefu. [Wenp die materielle ■Not am hoch#; 4ateti ist, dann findet er nicht Hilfe, wohl aber Stütze Beim jüdischen Gott wnd seinen Exeküfivörgänen. Hat aber seelische Not einmal, einen dramatischen Höhe־ pünkt erreicht, der unbedingt nach Lösung drängt, dann kommen gemeinsam oder auf verschiedenen Wegen Männer und Frauen hierher und warten in den Vor* zimmern des Rabbinats auf ein erlösendes Wort. Wer so diese Frauen ansieht, ‘ die da kommen, um einen Scheidebrief entgegenzünehmen, kann ihnen unschwer die Ursachen von den Zügen ablesen, die sie in solche Lage gebracht haben. Irgendein Zug findet sich immer an ihnen, der ahnen läßt, welche Mängel es sein mögen,' die ihre Ehe unmöglich machen'. Mehr oder weniger leicht finden sich diese Frauen‘in die neue Rolle der. Geschie־ denen und eine von ihnen (aßt sich sogar im besten Ein# vernehmen von dem Manne, der ihr Mann bereits war, Feuer für eine Zigarette geben. Nur in einem Falle könnte ich nicht recht begreifen: Da sah nämlich ein Mann zum Fenster hinaus,1'. ohne sein Kind oder das Kind, das mit seiner Frau "gekommen war und neben ihm spielte, eines Blickes zu würdigen. Daß Abneigung gegen eine Frau, und sei sie auch noch so begründet, sich auch auf deren Kind.‘übertragen könnte, war mir bis dahin fremd gewesen. . Oft, nur allzu oft, muß aber die Seitenstettengasse angerufen werden, wenn die Tragödie eines jüdischen Lebens nicht in eine Ehescheidung ausläuft, sondern wenn der Iwri aus der Grübe, d, h. aus den Tiefen des Lebens, gezogen, mit peuep Kleidern versehen und vor den König — den König der Könige — gestellt werden : soll. Dann muß das Friedböfamt eingreifen und das Judentum erscheint in Häusern, in denen es sonst noch nie gesehen worden. Um to peinlichen Situation zu ent־ gehen, daß es auf einmal in so einem durch und durch unjüdischen Hause ״eine jüdische Leich’" gebe, wie er mir einmal sagte, hat ein ׳Bekannter hoher Staatsbeamter rechtzeitig mit seiner ganzen Familie, nachdem er schon längst in Pensmn gegangeHftwär, die Uebersiedlung aus der Seitenstettengasse in; &,e TJorotheetgasse zu üen Evangelischen anget'reten. ,’.|5aß aber die meisten Wiener Juden nur dann ^äri ihr;Ju'^eptum erinnert werden, wenn es so \^eit ist, ist eben,, mt, vtas morsch ist an dieser Sorte von י Judentunt^plzAf^bPitnen dann noch die!vielen Austritte mit; Rücksiqn|;äü||die Kultu^steuer, die: zahl? reichen Mischehen und|riichl zuletzt die vielen Fälhe^ lp * denen jwdtsfibe.-.Filtsra.ihrf^nahin nichiudem Abrahams# ' buhde weihen. Dabei 461^מ■ Vw äfu m Menschen^ knauserig sind, gerade die Verpflichtung zur Zahlung der Kultussteuer so drückend empfinden, statt sie als heilige Pflicht anzusehen, wie'sie in das Mileu geraten, in dem die Mischehen gedeihen, und warum ihnen die Zugehörigkeit zum Judentum' auch das geringste Opfer nicht mehr wert ist. Da kann nur, wie Raphael Breuer im neuesten Hefte des Nachlath Zwi in anderem Zusammenhänge feststellt, betont werden, daß auch dieses Problem nicht so schwer .wäre, wenn nicht schon frühere Generationen dafür ge« sorgt hätten, daß die Autorität des Thoragesetzes in den breiten Massen des jüdischen Publikums jede feste Basis verlor. So glaubte man auch in Wien noch bis vor: kur־ zem, durch falsche oder gänzlich ungeeignete Maß* nahmen den Verfalls# und Abfallserscheinungen ent# gegentreten zu können. Man stellt gern befriedigt fest, wie־ viele Betsitze an den hohen Feiertagen verkauft wurden. Daß aber Tausende und Abertausende von Juden sich auch um diese hohen Feiertage nicht scheren, das über־ sieht man nur gern; man übersieht, daß während des ganzen Jahres fast nur mehr alte Männer in den Bet* häusern zu finden sind und daß kaum ein Taanith Zibur mehr sein Zibur findet, wie man es ja auch allzu gerne übersieht, daß es nicht mehr genügen kann, den Bau des Judentums zu stützen und Risse mühsam zu verkleistern. Es gilt, Interesse am Judentum wachzurufen, durch Schulen und Lehrstuben, Volks* und Wanderbibliotheken das geistige Gut tinseres Volkes zu verbreiten, eine gute jüdische Presse zu verbreiten und durch praktische Ein# richtungen. den Boden und die Möglichkeit für das Wiederaufleben eines Judentums der Tat?ü schaffen, ' Daß aber ein solcher neuer Geist zwar leise noch und kaum bemerkbar sich bereits im Zentrum des jtfdi# sehen Wien zu regen beginnt, scheint die Berufung eiiles Mannes ips Wiener Rabbinat zu bedeuten,; der würdig ist, Nachfolger eines Lazar Horowitz zu sein^Vor einigen Tagen wurdemit dem neuen Wiener R*os|h Beth der נל,י כסיס ודל ins Amt eingesetzt, der als Mann mit reiijen Händen und reinem Herzen ein würdiger 313^ 33 eiin Repräsentant der guten Schule seinen Heimat zu sei(! upd der geistigen Spitze des jüdischen Wien wieder ihren altem guten Ruf z.u, verschaffen ivlfsprich6e! seiner Amtseinführung gehaltenen Reden jiml' nämept# ,lieh se’

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