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Jüdische Presse · 1931-01-16 · 3 (16.1.1931) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
17 (1931)
Issue
3 (16.1.1931)
Date
1931-01-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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r SfttiiSti'*?*litt• irovolaa« Ha׳/! tm*1*• t*r»tfaf•*; f Bfttfgfiifi 41t 4ti?2«ltl49. Statuten toftt Vitiiiir tifüüsi« •tfidlt Ötf!*•dlti*» V.b/b, INTERESSEN 0£S ORTHODOXEN JUDENTUMS. «tdaktlon n. Admlnitritlodi Wlen.H.^eöpold«• tilgt 16. 1. stiege, 1. Stock.-Tel. R454*94. fitfaeehdilowakelt Bratislava, Pottfach 140. Ivlctietiit iaden Preltag. ■*״ Redaktion! lehlatt: Mittwoch Mittag. -ח־ ׳ייייי^י־זיד1 "׳-יv. 1 י ן::׳ -׳״״־ 1 . r-—“ Abonntinentipreiie 1 Q1nxjfthf|g ן Für Oeitcrreicb S 16 T«cfaecfa0Bl0Wftk!l tichech. K. 8Öf £lnzetaum1ner öst. Or. 50, dai^Übrlge Äailaäci 3 Dollar. ׳*׳ ־* ןי.;; yg \׳ , '; ■ ׳_• . ־ ־ ־ ־ ־־ •■■' . ■ ■ - 'f־i•' ■ ־.־ reich t Postsparkafienkonto Nr. D9־; scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jtig Zagreb Nr. 40217; Polen 1 Postapk.*i Ungarn t P08t8pk.-Amt Budapest N scheckk. Zürich VIII. 4117; für die' dische Presse*, Bratislava, Postspk.-;sse*, Wien für Oester* )614; Deutschland t Post• oslawlent Postspk.-Amt \mt Warschau Nr. 190409; r.50170; Schweiz* Post• Tschechoslowakei t ״JQ* Amt Prag Konto Nr. 53586 . I!r< 3 | Wien-Bratislava, 16. Jänner 1931 ב י יינא־םיעסבייג כ״ז טבת תיצ׳א 17.Jahrs- % ־ "־’־־ 1 - י",' ׳ Grofles Thorafest in Lublin. Zum ךף יומי שיעור 8^ סיום הש״ם;;| : Am 15. Schwat feiert unsere jüdische Welt ihr Thorafest, den ,Sijum auf ganz יש״ם welches sie in Einem Zeittaum von mehr als sieben Jahren durchge־ lernt hat. Wir wissen nicht, wieviele Menschen den DaijaumüSchiur vom ersten Tage an gelernt haben, wie* rvielc Zehntausenäe oder gar Hunderttausende es sind. Wir wissen aber., daß dieser Sijum־Haschaß wohl das schönste und erhabenste Fest ist, das die jüdische Seele;Feiert, seitdem wir im Golus sind, daß sie ihr jüdische־ :st es Fest feiert. Es ist kein Fest,־ das dem Sieg einer politischen Idee, 'dem Erfolg einer diplomatischen Aktion •gilt, kein Fest, das Organisatoren vorbereitet haben, das 'mit‘lärmender •Propaganda■ inszeniert wurde, das Ohr der Welt aufhorchen' zu .machen. In der Stille des Bcth־ Flamidrosch wurde es vorbereitet, seine Initiatoren sind die Männer und;'Jünglinge, unseres Volkes, die ruhig, be־ scheiden, Tag um Tag,^Blatt um Blatt gefügt haben und die nun in Wahrlüjit mit dem großen Wort den Schaß beenden. תלמידי.ח:מים מרבים שלוס בעולם.Dic Schüler der Weisen mehren den! Scholaum. in der Welt, Unser .Rabbi Meier S o h a p i r a hat innerhalb eines Jahres .das jüdische. ,Volk mit . zwei .großen_ ״,Geschenken., aus der Tiefe seiner Seele und aüs dem .Reichtum seines Geistes beglückt: mit Lublins J esc hi w a h und mit diesem Sijum FI ä s cFFa ß, Wir brauchen aus dem .Schatz herrlicher Worte, mit denen er uns den Gedanken des Dafjaum-hSchiurs in die Herzen •gepflanzt hat, hier keines zu wiederholen: ״Redet die Seele, redet die!Seele nicht mehr.“ Der Sijüm־Hasehaß muß uns*allen zu reinem so gewaltigen Erlebnis werden, daß Worte unser .Empfinden nicht ausschöpfen können. Not, f uiiC'htbare ־Not in der Welt überall, in .der jüdischen Welt doppelt. Bedroht ist .unsere materielle!Existenz, bedroht :ist unsere geistige Lage. Nur Kapitel־!Überschriften können dies andeuten: Sowjetrußland, Palästina, Kalenderreform! Und doch reißt sieh die jüdische Seele aus Not und Tod Jheraus und ruft der Welt von Feinden zu: ״Ich sterbe n ihc h t, denn ich 1׳ e b e u n d ich k ii •n d e Gottes Taten!“ Euft’s ihr zu nicht in lärmenden Kundgebungen und ';Proklamationen, 'in Versammlungen der Massen und Gassen. Ruft’s ihr;zu mit dem alten, vertrauten Nigun des Lernens, in welchem sie nun ganz Schaß als ־ das Lied der jüdischen Ewigkeit .durchgesungen hat.!Sijum auf ganz Schuß, nicht die fleißige, zufällige Tat der einzelnen, die hier und. dort so ihren Eifer be׳ ־ lohnt sehen, das gemeinsame Fest der vielen über die ganze Welt Zerstreuten, im Lernen aber eins Gewordenen. Dies ist der Sinn des Feiertags! Es isj das Fest der Agudas Jisroel! Nicht nur, .weil der Lubliner Raw, der zu diesem Bau den Grundstein legte, einer der Unseren ist, weil alle unsere Men־ sehen es waren, die zu diesem Rau die Steine häuften, es; ist das Fest ...der Agudas Jisroel, weil es ihren tiefen und letzten' Sinn verkündet; ״ להחזיר חעטיח לישנהDer Krone alter Glanz erneuert.“ Will Agudas Jisroel anderes, will sie mehr? - ' Am 15.• Schwat wird der Sijum Haschaß in der Lubliner Jeschiw.ah festlich begangen.! .Meier Schapira feiert in seiner Jeschiwah seinen ’ Sijum, Wo aber 1n der großen, •weiten Welt der Sijum mit־ begangen wird, da wird in dieser Stunde das kleinste Beth־Hamidrosch, das unscheinbarste Stiibel zur Je־ schiwath Chachmc Lublin, in die hineinstrahlt Licht vom Lichte Gottes. \ Der 15. Sehwat des Jahres 5691• soll zu ewiger Zeit zu einem Festtag des jüdischen Volkes werden. Und wenn man auch sonst Freude nicht init Freude mischen darf, der סיום הש״ם und ט״ו בשבט das!sind keine verschiedenen Freuden, das ist die eine große Freude an dem Ge־ danken, den das Bewußtsein• .auslöst, daß so wie die Natur Gottes, so auch sein Volk sich ewig verjüngt und erneut.! Wir feiern den ט״* בשבט indem wir genießen, vor allem von den Früchten des heiligen Landes, so mögen wir alle auch feiern den הש״ם ■DVD die Früchte genießend, die, aus unserem geistigen Lande erblüht, in diesem Jahrsiebent gereift sind. Und Meier Schapira, ׳jyגדול מרבן ihm wünschen wir mit den Worten des jüdischen :Dichters, daß ihm weiter־ hin die Kraft des• Leistens- :4^..'Fedrigkeit des Willens, die Strahlen der Helligkeit* des!Denkens fließen aus dem Bewußtsein, daß alles, was er tut, Gott, Jisroel und seiner Thauroh gilt. ומי יאיר לך מאיר? כי אחה גרי ך׳ W. S. .1. Aülim-Bestrebungen in der Slowakei. Von Ch. J. Weiß, Bratislava. Lichtblitzähnlieh trat in den jüngsten Jahren der geniale und klarheitsvolle Gedanke von der ״Aülim־ Gemeinschaft“ auf den Plan unseres religiösen Lebens. Dem eingehenden Betrachter dieser Idee erscheint cs, daß eben die verblüffende Treffsicherheit, mit der der Initiator, Nathan. B i r n b a u n־i, alle Zersetzungskeime an unserem Organismus aufzeigt •und die unbestreitbare Tat־ Sachlichkeit der von seiner hellseherischen Kritik er־ kannten Ursachen und Zustände weitere Kreise irritiert und nervös machen müssen. Die Aversion, auf die die Idee stieß, hat nicht zuletzt ihre psychologischen Motive. Unser am Kleinlichen und Sporadischen haftende Sinn wird eben von der Kühnheit und der Großartigkeit dieser Idee übertrumpft und ihre überraschende Klarheit reicht einfach nicht an unsere'Fassungskraft. Jedoch auf u n s e r e m agudistischen Er־ zichungsboden ist bereits jenes Reifestadium er־ reicht, daß in ihn die Saat d.er ״AüIim“־Erkenntnisse mit der •Hoffnung auf ein gedeihliches Aufblühen gesenkt werden könnte. Eine besondere Schwierigkeit wurde dem Durchbruch der Idee mit d e m Argument ,bereitet, ״die neue Organisationsform — jn^Gestalt der Aülim־Gemein־ sehaft — sei infolge des Bestehens der Aguda über־ flüssig und programmatisch,'״‘die Aülim־Idee sei in den Aguda־Gruhdsätzen enthalten.“ Prinzipiell ist dieser Einwand freilich vollauf be־ reehtigt, beruht aber trotzdeip^auL einer kurzsichtigen Be־ •urteilung der geistigen un|F religiösen Entwicklungs־ möglichkeit und den a kJLu e j 1 e n organisatorischen Notwendigkeiten innerhalb unserer Gruppen, die an diesem Problem in den’ Knoten laufen. Gerade vom Standpunkt obigen Einwandeij;;jst das Aülim־Projekt ein — glücklich zu heißendes. .* Wir müssen vorwegneKlnen.'ääß ״Aülim“ vollständig auf. der Agudalinie sich bewegt. Wenn auch historisch der Ursprung der Idee außerhalb der Aguda liegt, kann Aguda dennoch das Rechtend 'das Verdienst für sich vindizieren, der Aülim־Idee äep Stempel der Legalität ge־ geben zu haben (durch Unterstellung dem rabbinischen Rate), ihr die Daseinsmüglicbkelt geschaffen und ihre erste Form geprägt zu haben. Aülim ist eines der edelsten Produkte der Aguda und ihm fällt eine der vitalsten Aufgaben in der geistig־ und, praktisch־ religiösen Aufwärtsentwicklung zu. Das Problem Massenerziehung und Indi־ v i d u a 1 p f l e g e hat sich bei uns bereits zum chroni« sehen Leiden verschärft. Wie sei dafür gesorgt, daß die Q u a 1 i t ä t nicht zugunsten der Quantität Einbuße erleide? lautet die Frage, die offenstehende und immer komplizierter werdende Frage. Wie soll in einer Zeit, in der die organisatorische Bindung an Gleichgesinnte eminentestes religiöses Gebot ist, das Recht höherer Veranlagungen, intensiver und impulsiver■ Naturen seine verdiente Geltung finden? Wohl bieten unsere Jugendgruppen einen gedeihlichen und segens־ reichen Ackerboden des jüdischen Geistes, dessen Erzeug־• nisse alle zum Besten der Jiidischkeit gereichen. Jedoch haben die empfänglicheren und int eiligen# teren Elemente der Mitglieder ihre Forderungen nach besonderer Pflege und Wartung. Wenn diesen auch Entwicklungsmöglichkeiten in reichem Maße durch organisatorisch, rednerische Tätigkeit geboten ist, so liegen diese aber mehr in der Richtung des Zen tri־ f u g a 1 e n, des nach außen Gelegenen, des Zentri־ petalen, des nach innen Strebenden. Die intensive Pflege der Strebensheiligkeit und die Mehrung der religiösen Energien ist die schreiende Notwendigkeit des Fleute undT .wir Haben sie nur von diesem Kreise zu erwarten. Da aber die Treibkraft eines gemeinsamen Stromes so ziemlich nur eine Stromstärke besitzt, wie sollen die ״Vorwärts־ gekommenen“ und ״Frühergereiften“ neue, höhertreibende Kräfte bekommen? Eine progressive Entwicklung ist solchermaßen kaum möglich. . . Wir plaidieren daher für die Kreiierung von.Aülim# Zirkeln innerhalb aller Jugendgruppen, in denen alle Auf־־ strebenden und alle ,Schlemussuchcnden sich zu einer Formation der Jugendgruppen zusammenschließen. Was der einzelne nicht oder hur schwer vermag, wird so mit Haschcms Flilfe erreichbar. Die dem Agudismus• immanenten Kräfte werden auf solche Weise zur richtigen Auswirkung gelangen und die Durchschlagskraft in. den Gruppen wesentlich erhöht. Weil Aguda doch den ganzen gegenwärtigen Stand der Jiidischkeit als äußerst repara# 'türbedürftig erkennt und sie selber doch keine Korrektur der jüdischen Geschichte des letzten Jahrhunderts dar־ stellt, müssen doch die Menschen, die die Träger dieser• besseren Zukunft sein sollen, zweckentsprechend aüsge־ rüstet werden. Der bisher zuriickgelcgte Weg in der Aguda bedeutet eine Etappe zum Ziele. Diese Etappe ist durch das Erwachen aus dem Giftraüsche der Assiirii־ lation und pseudojüdischer Bewegungen charakterisiert. Die zweite Etappe, die wir als■ bereits Erwaihte an־ treten, soll mit ״Aiilim“־Aufsteigende markiert werden.. Speziell hierzulande, wo Aguda als Ergänzung zur G q־ meindcorganisation zur Erfassung der Individuen! gedacht war, bedeutet ״Aülim*‘ ein 1 ä n g s t s a n k t i 0־ ni er t es Programm. Man wird staunend hören, welch zielsicheres Zugreifen in den Satzungen des ״Aülim“ (z. B. Verbot des Luxus und der Teilnahme an Sport־ Schaustellungen usw.j sich zeigt und erkennen, daß dieses! Programm das geeignetste ist, unserer Jugend zum Auf־ stiege zu verhelfen. Jubiläumsfeier an den Budapester orthodoxen Sehulen. Vorige Woche fand in Budapest anläßlich des zehn־ jährigen Dienstjubiläums des Flerrn Direktors Dr. Adolf Deutsch, eine eindrucksvolle ,Schulfeier statt. Zehn Jahre sind es her, daß Direktor Dr. Adolf Deutsch den Kostier Rabbinatssitz mit der Direktionskanzlci des Budapester orthodoxen Schulwerkes vertauschte. Die Floffnungen, welche die sehulerhaltende Budapester ortho־ doxe Kultusgemeinde an die Wirksamkeit dieses ausge־ zeichneten Schulmannes geknüpft hat, sind nicht nur in Erfüllung gegangen, sondern auch vielfach übertroffen worden. Dr. Deutsch verstand es in zielbewußter Arbeit die vor seinem Amtsantritt vorhandenen Schulen organisch miteinander zu verknüpfen und sie auszubauen so daß zurzeit nahezu 1000 Kinder beiderlei Geschlechts das Schulnetz der^ B. orthodoxen Gemeinde in Anspruch nehmen. Die Führer der B. orthodoxen Gemeinde haben daher gerne die Gelegenheit der zehnjährigen Amts־ Wirksamkeit des Schuldirektors benützt, um in einer ein־ Was bietet die führende Welt fit met TYICLV Wien!, Kärntnerring 6 L Modernste und individuellste Ausführung.!/ 2. Tadellosen, mustergültigen Sitz. 3. 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