Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 17 (1931)
- Issue
- 2 (9.1.1931)
- Date
- 1931-01-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2629891-2630389-2630391--3813-2635867- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Nitra 1× ep/1048039
OCR text
JÜDISCHE PftESSE I 4s jä sö vor sich gesehen irrt Hause jhfes ,öhfcefo, des be* *ühittte«־• SüMfiyef Rabbiners--ר*רז1נ¥1 1*&ץפל6י1יס מיל Tiefe Frömmigkeit und tätige Menschenliebe-wäf an ihf Familierttfädition, die sie an det Seite ihres Gatten erst recht hüten Und noch weitet ausbäüen konnte. Auf dem׳ Gebiete det Wohltätigkeit hat sie besondefs Großes: :geleistet. Mit־ pen'zenloset Auf Opferung und Hingebung, nie an sich denkend, war sie eine Mutter der Armen und Verlassenen, die bei ihr gute und würdige Aufnahme fanden und die sie mit Speise und Trank versah. Ihr Haus war ^1פתוח לר1ח stets offen für jeden, der zu . ihr kam. Ihr höchster Genuß und ihre größte Freude war es, wenn sie andere erfreuen konnte. Was sie während der Kriegszeit auf diesem Gebiet geleistet, wie sie soviele obdachlose 'Familien, viele ת״ח wochenlang bei sich beherbergte und .sie auch mit Nahrung versorgte, ist allbekanht. Die außergewöhnlich rege Beteiligung bei der ,י לוי war ein beredtes Zeugnis für die Wertschätzung der Heim־־ :gegangenen. Im Trauerhause hielt der Schwiegersohn Herr Rabbiner Schenk einen besonders ergreifenden ה0פך der •die Trauerversammlung zu Tränen rührte, indem er den großen Verlust der Familie schilderte. Hernach sprach der Sohn Herr Simon Fischer, der, tief gerührt, auch den großen Verlust der ganzen Familie und so vieler Armen nnd Kranken schilderte. Möge ihr großer 31ות der trauern¬ : ■den Familie beistehen und sie der Gedanke trösten, daß : diese reine Seele gekrönt mit der Krone des guten Namens |־von dannen ging. חנצב״ה Amtliche Verlautbarungen der Israel. Kultusgemeinde Wien.; Z: 3373 cx 1930. Wien, 5. Jänner 1931. Personalveränderung im Rabbinatskollegium. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien '׳bringt zur Kenntnis, daß das Mitglied des Raibbinats-!TC01.1 egiums der Israel Kultusgemeinde Wien, Herr Ra b b i n er M a y e 1• Mayersoh n, mit 31. Dezember 1930 in den dauernden Ruhestand getreten ist. Pomgemäß ist mit diesem Tage die Befugnis des ge- ..kannten Herrn Rabbiners, namens ׳oder in Vertretung •dos Rabbi na ts ,der Israel. Kultusgemeinde Wien Amtshandlungen welcher Art immer vorzunohmen, erloschen. In Gemäßheit der Bestimmungen des’ § 39 des Kultusgeineinde-Statuts wurde vom ־ Vorstände der Israel. Kultusgemeinde Wien mit Plcnar.beschluß vom 29. November 1930 Herr Rabbiner Josef B a b a d zum Mitglied und ständig• fungierenden Obmann des '■Rabbinatskollegium ernannt. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien ersucht bei diesem Anlässe, Zuschriften in Rabbinats- Ungelegenheiten nicht an .einzelne Mitglieder des Rabbinatskollegiums, sondern ausschließlich an das ׳Rabbi na t der Israel. Kultusgemeinde, Wien, 1. Bcz., Steiteiiistettcngasse 2, zu adressieren. , Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssyiiagogen. Freitag, den 9. Jänner 1951, werden bei dem um 4 Uhr 20 Minuten beginnenden Abendgottesdienst in nachbenannten Gemeinde- und Bezirks- Synagogen Predigten abgcJinlten, und zwar: I., Seiten- .'Stettengaese 4 (Rabbiner Dr.• I. Taglicht); II., Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. J, M. Bach); II., Pazmaaitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes); V., Sieben!)runnengasse 1« (Rabbiner Dt. M. G Mehrer). Samstag, den 10. Jänner 1931: halb 4 Uhr naclun., r e 1 i g 1 ö s - p o p 111 ä rer Vo 1׳t r a g (Zyklus: »״Giß Lehrer und Lehren der Mischnah und der Geniarah“, I[., Paziuaaiteugasse 6 (Rabbiner Dr. Z.^ Taubes); -4 Uhr naclun., exegetischer Vortrag, XIX., Dolliner- .gasse 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter). Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag den 10. Jänner 1931 findet um 3 Uhr nachm, der. Jugendgottes־־ dienst für clie israelitische Schuljugend in den Gemeinde־־ und Bezirkssynagogen statt. Werbet Abonnenten :für die ״Jüdische Presse“! Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse! 1 l!lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll!lllll!llllllll! Gegründet 1882 Gegründet 1882 VtRingsleind Ende Juni 193112430 Millionen Gilling Sarantiemittel Ende 1929 ■ 300 Millionen Sdiiliing 1 Men- und Zinninnntonen Im Jahre 1929 ■ ■ ■ 1257* Millionen Sdiiliing (Tätigkeitsfeld der Gesellschaft: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, b Italien, Ungarn, Polen,Jugoslawien, Bulgarien, Griechen- | land, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten | .iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiuiimiiiiiiiimiiiimiHiiiiiiimnmmmuulinL. Tschechoslowakei. -MltlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllinilllllllM Feststellung. Einet* zionistischen Zeitung entnehmen wir die von un!s nicht kontrollierbare Nachricht, :He1*r Abgeordneter Paul Sdn-dor habe in einer Rede im ungarischen Parlament behauptet, der N i t r a e r Raw s. A. hätte die Zionisten ״verflucht‘’ — ״w e i 1 s i e!s i c h 11 i c 111 z u m U n g a r t u m b ck a n 11 te n“. Wir trauen einem ■Manne vom Schlage Paul Sandons einen solchen Uivsinn nicht zu. Trotzdem erscheint es uns zur Vermeidung von Legendenbildung* nicht ׳ganz überflüssig, folgende der ganzen Welt bekannte Tatsachen festzustellen: I. Nicht n u r der ׳Nitraer Raw s. A.,!sondern ausnahmslos sämtliche orthodoxen Rabbiner der Slowakei haben in einer feierlichen Kundgebung, die in der ,,Jüdischen Presse4’;im Wortlaut veröffentlicht nnd in allen Bethäusern des Landes affichiert war. den Zionismus zwar nicht. ״verflucht“, aber aufs entschiedenste und unzweideutig m i t d e m o r t h o d o x e ü J ii d e n tum als u nv e r e i n bar erklärt und jede wie immer geartete Unterstützung und Förderung zionistischer Insti- ׳tutionen als r e 1 i g i Ö!s 1111!s t a 1111 a f t bezeichnet. 2. Diese Ablehnung des Zionismus ׳ist aus- ־sehliefil ich 1׳ e 1 i g löse n Motiven entsprungen und hat mit dem Verhalten der Zionisten anderen Völkern, Konfessionen, : Staaten usw. gegenüber n i c 111 d a s g e 1* 111 g s t e z 11 t u 11. Jahrzeitstag des sei. Oberrabbiners Rabbi Mosche Katz. Aus Nitra berichtet man uns: Dev'vierte Jahr־־ zeittag des unvergeßlichen Führers und Meisters Rabbi Mosche Katz ן״ל gestaltete sich überaus imposant. Schon am Vorabend versammelten, sich zahlreiche בעלי בחים הין׳ im Talmud־־Thora־־Saal, משניוח zu lernen. Morgens suchten viele seiner Anhänger, trotz der schlechten Witte־־ rung, sein ציץ auf, um dort inbrünstige 211 תפלות verrichten. Die. Agudas־Jisroel־־Jugendgruppe ehrte das Andenken ihres großen Führers mit der Veranstaltung eines Sijums auf מס׳בבא קמא an dem das ehrw. Rabbinat, die g. □מגידי der Jugendgruppe und zahlreiche Mitglieder tellnahmcn. De# ÖV0 fand nachmittags ' In dem Schölt iWtgMÄiefterti und mit den an diesem Täge enthüÖteii BjeusttMtdefii. der sei. öbeftabbinet Rabbi Mösche Katz und Rabbi'Aion Katz וייע^ geschmückten Vereinstokaf statt, bei deftr Hlfr Simon H e t s* I, SchvHegefsofttt des Uütf Pfäsös de# Ortsgruppe, das SchUißletnen vertrug; Am Abend fand, die Festmahlzeit statt, bei der He# Rabbitief ■ M» Vot* band die Bedeutung des Tages klarfegte. Er schilderte die markante Persönlichkeit des def mit besonderem מס׳ נפש für die heiligen Interessen der Geiheinde und des דייל) eintfät und die Jugend ermahnte, in seinen Füßtäpfen: zu wandeln. Herr Rabbiner S. L. Halb erstem hielt einen geistreichen הךןץ und legte die ethischen. Lehren der gelernten מסכת ans Herz der Jugend. Herr Chaärn W e i s z richtete einen Appell an die Anwesenden, auch weiterhin im Geiste des großen ־נפטר zu wirken, worauf der Vertreter der Aguda-Jugendorganisatioti, Herr EmiL Herzl (Bratislava), der Nitraer Jügendgruppe die An־־ erkennung für ihre unermüdliche Tätigkeit לחזולן הדת Zum Ausdruck brachte und sie zu noch intensiverer Tätigkeit anspornte. Im , Namen der Jugendgruppe hielt Präses Herr F. Stark eine formvollendete Ansprache und sprach den Dank der Jugendgruppe allen aus, die zur Verschönerung der Feier beitrugen. Zum Schluß sprach noch Herr B. Winkler sehr wirkungsvoll. Den gesanglichen Teil versahen Herr Kantor Godlieb und der Chor der Jugendgruppe unter Leitung des Herrn Josef Weisz sen. Das ברכת הט״ wurde amerikanisch lizitiert und von Herrn Jöszowits erreicht. Dem Arrangierungskomitee, Herrn Eugen Rotb, Israel Weisz, Eugen Hoff, Armin Stark, Aladar Ungar, Eugen Blumenthal, K. Pserhofer, Heinrich Kreäner, Ferd. Heber und Alex. Antmann, sei hier der Dank ausgesprochen. Besonderen Dank verdient Frau Wilhelm Weisz sen., die viel zum Gelingen des. Festes bei־ trug. Die Ortsgruppe veranstaltete auch einen סיום bei dem Herr I. Wasser b er ger den חדרן hielt. Fünfzigjähriges Jubiläum der Komarnoer orfh.-isr. Kultusgemeinde. Die Komarnoer orth.-isr. Kultusgemeinde feierte am שבת חנכה das fünfzigjährige Jubiläum ihres Bestandes in einer Festversammlung, verbunden mit einem סייס על ש״ס שנה□, welche sich zu einer würdevollen Feier gestaltete. Mittelpunkt der Feier waren die Herren David Raab, Karl Schwär cz und Israel Fleischmann, die sich bei der Gründung der Gemeinde unvergängliche Ver* dienste erworben hatten, Ihnen wurde auch von der ganzen Versammlung eine Ovation bereitet und herzliche Wünsche zum Ausdruck gebracht. Herr Samu Fleisch־־ m a n n, Präses der Gemeinde, eröffnete die Festversamm* lung mit einer geistreichen Ansprache und übergab das Wort Herrn Oberrabbiner Josef Lefkovics, der eine glänzende דרשה voller gediegener דברי חורה und מוסך hielt, die auf die Zuhörer großen Eindruck machten. Be* sonders warnte er die Jugend vor den neuen schädlichen Strömungen im Judentum und betonte, den bisherigen שלום im Gemeindeleben auch ferner zu bewahren. Ferner hielten vorzügliche Festreden die Herren Isidor S t e i n, Marton Raab und Mor., T r e ü h a f t, die allgemeinen Beifall fanden. Sodann schilderte Herr David ■ Raab,, der den Löwenanteil an der Gründung hatte, die Vorgänge der Gründung und die Kämpfe und Schwierig# keiten, die sie mit מסירת נפש zu überwinden hatten, bis es ihnen gelungen war, die Gemeinde, die seinerzeit nur aus einigen Mitgliedern bestand, zu konstituieren. Auf An* trag des Herrn Aron Rosen bäum wurde zum ־ An* denken dieser seltenen Feier eine Sammlung eingeleitet, deren Zinsen zugunsten der hiesigen ישיבה> der: תלמוד תורה u״d des Frauenvereins verwendet werdet! söllCHi Herr Mihäly Raab beantragte, die Festversammlung möge den drei Gründungsmitgliedern zur Anerkennung י ihrer Verdienste protokollarischen Dank aussprechen und sie zu Ehrenmitgliedern wählen. Dieser Antrag wurde mit großer Begeisterung angenorhmen. Nach Schluß der Fest* Versammlung begann der □סין mit einer geistreichen חי יפות דרשה des Herrn Oberrabbiners. Während des Festmahles sprachen noch die Herren M. Goldstein, M. K e 11 n e r, B. Weinb.erger, A. F u c h s, J. Haber und J. Mayer, Zögling der. hiesigen Talmud־Thora* Schule דברי תורה und die Tischgesellschaft blieb bis zur späten Mitternachtstunde in froher Stimmung beisammen. .יה״ר שלא יבש המעין ולא יקצץ האילן -;gekehrt ist, äußerte sich in einem Kreise von Pressever* ־.tretern iiber seine Eindrücke von der gegenwärtigen wirt* .schaftlichen Lage der Juden Amerikas und ihre Rück* Wirkung auf die Arbeit der großen jüdischen Institutionen. Die wirtschaftliche Lage der amerikanischen Juden, *erklärte Dr, Kahn, hat sich im Zusammenhang mit der .־allgemeinen Krise ungemein verschlechtert. Ein charakte* ristisches Symptom der Wirtschaftskrise in ihren Aus* Wirkungen auf die Juden ist die schwierige Lage der Bank of the United States, deren Aktien zum größten Teil im .Besitze jüdischer Kleingewerbetreibender und des jüdi־־ sehen Mittelstandes sind. Hiezu kommt eine Wirtschafts* not der jüdischen Vermittler und Kleinkaufleute, die die Wirtschaft ausstößt, dadurch, daß die großen Unter*;nehmungen eigene Verkaufseinrichtungen treffen und eigene Läden errichten. Wer heute das Eastend von New York besucht, ist betroffen von der gedrückten Stimmung, ■׳die dieses einst von fröhlichem Leben erfüllte Viertel be* herrscht. Der Straßenbettel, eine früher fast unbekannte 'Erscheinung, macht sich jetzt dort stärker bemerkbar als 4n manchen jüdischen Städten Osteuropas. Obwohl angesichts dieser Situation und insbe* sondere der schweren Gefährdung des jüdischen Mittel* Standes in manchen Kreisen die Neigung besteht, sich Y0n der Arbeit für die europäische Judenheit und von der ׳Beteiligung an gesamtjüdischen Aufgaben zurückzuziehen, )treten die breiten Massen doch für die Fortführung der -bisherigen Aktionen ein. Auch die Arbeit des Joint wird keine Unterbrechung erfahren, wenn auch die Tätigkeit im nächsten Jahre auf die Fortführung der dringendsten Arbeiten, beschränkt sein wird. Der Joint besitzt ein voll* ständig ausgenrbeitetes Aktionsprogramm für die nächsten drei bis fünf Jahre, das für den Fall einer Besserung der wirtschaftlichen Lage in Amerika die Inangriffnahme ״einer verstärkten rekonstruktiven Tätigkeit in Osteuropa 4n Verbindung mit der Foundation vorsieht. Dagegen. werden die Ausgaben rein charitativen Charakters auf alle Fälle eine Einschränkung erfahren. ’ Die Geltungsdauer der Vereinbarungen über die Durchführung eines gemeinsamen Drives für Joint und Jewish Agency läuft am 31. Dezember d. J. ab. Im neuen Jahre wird kein gemeinsamer Drive mehr eingeleitet werden. Dagegen wird gleich zu Beginn des neuen Jahres eine großzügige Sammlung für Palästina*Zwecke unter den Auspizien der Jewish Agency durchgeführt werden. Die Jewish Agency wird hiebei die Möglichkeit haben, die ihr geeignet erscheinenden Propagandamethoden anzu* wenden, während bei dem früheren gemeinsamen Drive der Joint mit der organisatorischen und propägandisti* sehen Leitung betraut war.! Anläßlich des Empfanges, der zu Ehren Dr, Bern* hard Kahns im Hause von James N. Rosenberg in New York stattfand und an dem hervorragende jüdische Führer und bek&nnte Philanthropen teünahmen, konnte Dr, Kahn feststellen, daß auch in den Kreisen der maß* gebenden jüdischen Persönlichkeiten der Gedanke an eins völlige Einstellung der Arbeit für die jüdischen Hilfs* Organisationen aufgegeben erscheint, wenn man auch eine Einschränkung zeitweilig für unvermeidlich hält. Es ist noch ungewiß, in welcher Weise die notwendigen Geld!־ mittel für die Fortsetzung der Arbeit in Osteuropa auf* gebracht werden, Der Joint hat es verstanden, sich von finanziellen Verpflichtungen freizuhalten, so daß er die Frage der Einstellung oder Fortführung seiner Arbeit aus* schließlich von der Dringlichkeit der Bekämpfung jüdi* scher Not abhängig machen ka״ßV Peme.ntspreehend wird die Kolonisationsarbeit des Joint auch in Rußland trotz den verstärkten Tätigkeit von Komzet und der erhöhten finanziellen Leistungen der russischen Regierung für jüdi* sehe Kolonisationszwecke fortgesetzt werden. Die Aufstel* lnng eines einheitlichen 3anierungsprogrämms für die jüdi* sehe Bevölkerung Polens hält Dr. Kahn nicht für möglich, Er ist der Ansicht, daß die Lage der Juden in den einzelnen Distrikten untersucht werden muß, und die Hilfsmaß* nahmen den speziellen Verhältnissen in den verschiedenen Landesteilen entsprechend getroffen werden müssen. Im Zusammenhang damit legt Dr. Kahn Wert auf die Fest* Stellung, daß er, entgegen verschiedenen Blättermeldungen, an den Verhandlungen, die das American Jewish Com* mittee mit dem polnischen Gesandten in Washington M, Filipowicz führte, nicht teilgenommen. .־ hat. Dies hätte den Prinzipien des Joint, der sich in seiner Tätigkeit auf das rein wirtschaftliche Gebiet beschränkt, widersprochen. Wenn auch der Joint allen Bestrebungeia, die zu einem Ausgleich der politischen Gegensätze zwischen den Juden und ihrer Umgebung führen können, sympathisch gegen* übersteht, so muß er doch darauf bedacht sein, daß seine Tätigkeit von politischen Konstellationen unbeeinflußt bleibt. Die Arbeit des Joint ist von der Ueberzeugung geleitet, daß nur auf Grund wirtschaftlicher Beruhigung auch politische Beruhigung bei der jüdischen Bevölkerung eintreten kann. Bezüglich der zionistischen Arbeit in Amerika ist Dr. Kahn der Ansicht, daß alle Energien der Zionisten und der Kreise der Jewish Agency in Amerika in nächster . Zeit von dem bevorstehenden Fa!ästina*Drive absorbiert sein werden. Daher dürfte sieh in Amerika auch für den Zionistenkongreß und die mit ihm in Zusammenhang stehenden Tagungen weniger Interesse geltend machen als in anderen Ländern. Es ist erfreulich, führte Dr. Kahn v aus, daß die Brandeis#Gruppe wieder aktiv ist und daß auch Prof, Frankfurter, dessen ausgezeichneten Beziehun* gen zu sozial gerichteten Kreisen in Amerika und England große Bedeutung beigemeasen wird, in nächster Zeit eine aktivere Rolle übernehmen wird, Es ist jedoch nicht zu erwarten, daß diese Persönlichkeiten die Arbeit det zionistischen Leitung übernehmen werden,