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Jüdische Presse · 1930-12-12 · 49 (12.12.1930) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
49 (12.12.1930)
Date
1930-12-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 49 JÜDISCHE PRESSE Seite 5 über den prachtvollen Hochglanz der Parketten und Linoleum. Mit Cirine Wachs flüssig ist das kinderleicht und sparsam. Aufklärungsschrift C. D. gratis. In jedem einschlägigen Geschäfte erhältlich. Cirine-Werke J. Lorenz & Co. Eger, Böhmen. Wachs mne Ein feuchter Fußboden der eben gewaschen wurde, ruft immer ein unbehagliches Gefühl hervor. Schaffen Sie das Waschen ab, beizen Sie die Bretter einmal mit ״Cirine“-Beizepolitur behandeln Sie sie dann mit ״Cirine“- Wachs flüssig. Sie werden erfreut sein über das parkettähnliche Aussehen der Bretter. — Erhältlich in allen Drogen-, Farben- und einschlägigen Geschäften. Prospekt gratis. Cirine-Werke J. Lorenz & Co. Eger, Böhmen. Beite [tnite Die Todesgräber von Ur. ln seinem bei F. A. Brocklnius, Leipzig, erschieneneu Bericht über die berühmten Ausgrabungen in Mesograbungen. ..Ur und die Sintflut. Sieben Jahre^ Ausgrabungen in C'haldäa. der Heimat Abrahams“ (gehaftet Ab 6.50, Leinen M. 8), teilt b)r. ('. Leonard Woolev etwas ganz Entsetzliches mit. Wenn ein König oder eine. Königin von Ur starb, so folgte ihnen ihr ganzer Hofstaat ins Grab. In einem dieser Todesschächte warden nicht weniger als 74 Leichen gefunden, die im Leben Hofdamen. Diener und Dienerinnen. Kutscher und Soldaten gewesen waren. Die Ausgrabungen der gemeinsamen Expedition des britischen Museums und des Museums der Universität von Pennsylvanien unter Leitung Wolleys• haben eine vollständige Umwälzung unserer Kenntnis von den Anfängen menschlicher Kultur mit sich gebracht. Lange* bevor die Pharaonen ihre prächtigen Bauten zu ihren und der Götter Ehren auftiirmen lieben, bestand in der Heimat Abraham« schon eine alte hohe Kultur. Wie die Ausgräber der verschiedenen Schichten Urs im Verlaufe sieben arbeitsreicher Jahre langsam aufdeckten, schildert Woolev als Erster und nur in diesem überaus fesselnden Buche. Die Archäologie ist ja eine der lebendigsten und aufschlußreichsten Wissenszweige überhaupt. Wer mir das geringste künstlerische Interesse besitzt,..fühlt und bangt mit den Forschern, wen sie 11m die Erhaltu ng der entdeckten Kostbarkeiten zittern, und freut sich mit ihnen des endlichen groben Erfolges. Alan fand unter den Pflasterplatten auch einen ganzen Schatz von Goldperlen, Ohrringen und Anhängern und eine lauge goldene Nadel mit einem Kopf in Gestalt einer Frau, die ein langes Gewand trug׳. Wahrscheinlich waren die Sachen in einem Augenblick der Gefahr hier versteckt Und später vergessen worden: denn sonst wurde nirgends in der Nähe derartiges gefunden. Die Schätze in den Ruinen von Ur übersteigen an Pracht oft noch die schon berühmt gewordenen Kostbarkeiten aus dem Grabe Tut-euch-amuns, Der Leser kann sie in dem Buche Wooleys, das mit nicht weniger als 92 prächtigen Originalbildern von den Ausgrabungen auf Kunstclrucktafcln und einem Plane Urs geschmückt ist, staunend betrachten. Archäologen, Kunsthistoriker, Kirchengeschichtler, Architekten, Goldschmiede und alle Freunde spannender Entdeckungen können sich über dieses hervorragende Werk sehr freuen: aber auch Pädagogen, Musik- und Rechtswissenschaftler und — Gastronomen finden in ihm einen mit antiken Leckerbessen reich gedeckten Tisch für ihre Somlerinteressen vor. Freilich dürfte die rein menschliche Anteilnahme an den bewunderungswürdigen Leuten, die schon vor 5500 Jahren eine wundervolle Kultur schaffen konnten, dem Buch wohl die meisten Leser zuführen. B. R. F. Der handschriftliche Nachlaß Rabbi Mordchaj Benets צ״ל*♦ Als die Agudas Jisroel im vorigen Jahre am Jahr־ ׳/eittage Rabbi Mordchaj Benets זצ׳יל eine große Zusam־ menkunft in Nikolsburg veranstaltete, wurde, unter ande־ ren wertvollen Anregungen vielfach auch dem Wunsche Ausdruck gegeben, die Nachkommen dieses großen Gaons und Zadiks sowie alle Freunde der Thora möchten dafür Sorge tragen, daß sein geistiges und wissenschaftliches Erbe dem Judentum nicht verlorcngche. Von den zahl־ reichen Werken, wahre Geistesschätze des Judentums, die Rabbi Mordchaj Benet als Frucht seines emsigen und tiefschürfenden Forschens handschriftlich hinterlassen hat, liegt bisher nur ein kleiner Bruchteil im Drucke vor. In einer Zeit, da täglich eine Unmenge von Werken unver־ gleichlich geringeren Wertes in Druck verbreitet werden, wäre es undankbar und pietätlos, die Thoraforschungen Rabbi Mordchaj Benets זצ״ל noch länger der Nachwelt vorzuenthalten. Wie uns nun berichtet wird, ist Herr Oberrabbiner Israel jungreisz in Nädudvdr (Ungarn), selbst cip Nachkomme Rabbi Mordchaj Benets, beauftragt worden, Gegen rote Hände STuftpringen ber £aut unb unldjöne Hautfarbe oenoenbet ntan ai beften bie fd)rteeifl־n>etäe( fettfreie Creine I.eotlor, toelcfje ben Rauben unb bem ffiefidjt jene matte SBei&e uerlei&t, bie ber aorneljmen ®ame eramnfcfjt ift. Ein bejonberer Vorteil liegt auef) barin, bafj biefe matte Creme tounberooll tUf>lenbbei 3uäreij ber £au1 mirit unb g(eid)3eitig eine ooraiiglid&e Unterlage für $uber ift. ®er nadföaLige ®uft biefer Creme gleidjt einem tauftifd) gepflügten grüfjltngsftrauf] ז01ס «Beildien, SUtaiglöddjen unb güeber, obne jenen berüd)tigten 'J’־o >115* oerud), ben bie Dornefjme SBelt nerabfdjeut. — $reis ber '-*־ule Kc s - unb Kc. 5.—. äBirtfam unterftüfct burd> öeobor-EbehScüe. Kc ö - bas 6tüd — 31t allen C&iorcbont״ ®erfaufsftellen 3u bab.n die Handschriften — soweit sie zugänglich sind — zu sammeln, zu ordnen und Für den Druck vorzubereiten. Derselbe hat bereits vor 26 Jahren ein Werk des Gaon ץ״ל den “מחר״ם בנעט» (Scholien zum יךך) veröffentlicht. Eine Neuauflage dieses vergriffenen Werkes ist in Aussicht ge־ nommen. Zuvor jedoch soll mit der Drucklegung der □חידושי begonnen werden. Zunächst sollen die □חידושי zu □׳ פסחיDD die druckfertig vorliegen. erscheinen. In den! Maße, wie die Druckkosten zur Verfügung gestellt werden, sollen dann die anderen Werke in möglichst rascher Folge herauskommen. Um dies zu ermöglichen, wäre cs not־ wendig, daß die Nachkommen des Meisters, die sich mit berechtigtem Stolze zu ihrem Ahnen bekennen, und der weite Kreis der 1” אוהבי תורה allen Ländern sich der Sache annehmen. Es wäre vielleicht am zweckdienlichsten, wenn einzelne die Druckkosten je eines oder mehrerer Bogen übernehmen und solcherart Herrn Oberrabbiner Jungreisz die Möglichkeit schaffen, in seiner Arbeit wunschgemäß ungestört fortzuschreiten. Besitzer von Handschriften aus der Feder Rabbi Mordchaj Benets ץ׳׳ל sollten sich möglichst bald mit Herrn Oberrabbiner Jungreisz ins Einvernehmen setzen. Die ״Talmüfl-Thora“-Volkssclmle in Wien. Ein Beitrag znr inneren Geschichte der Wiener Jadengemeinde. Von L. Moses. (Fortsetzung.) Schon der oben auszugsweise wiedevgegebene Jahresbericht für 1884 kann den Stoßseufzer nicht unterdrücken, daß Wien noch gut mehrere andere ähnliche Schulen brauchen und doch sogar diese eine nur kaum erhalten könne. Aehnliche Gedanken durchziehen auch die weiteren Jahresberichte, aus denen wir natürlich nur die charakteristischen Stellen folgen lassen können, während alle sonstigen internen Details, wie Rechnungsabschlüsse und dergleichen, als minder interessant weggelassen werden können. Der nächste Jahresbericht ist insofern interessant, als er größere Spenden der Brüder Wilhelm und David Ritter von Gutmann und des Albert Freiherrn von Rothschild ausweist. Sicherlich waren diese Spenden durch Vermittlung des Ehrenpräsidenten Oberrabbiner Dr. Giidemann s. A. zustande gebracht worden. Anderseits ist aber ein innerer Zusammenhang zwischen diesen Spenden und dem heute etwas eigenartig anmutendeu. fast entschuldigend klingenden Zweck nicht zu verkennen, den dieser Jahresbericht der Schule unterlegen möchte. Wie sehr hatten sich da die Zeiten geändert! An die Stelle der angestrebten G c w ö h n u n g an jüdisches Wissen und jüdisches Leben war die E a t w Ö h n 11 n g vom Jargon und Angleichung an die Großstadt getreten. Zur Ehre der Schule muß aber betont werden, daß diese Wendung doch nur eine Verbeugung nach oben darstellt, während sich tatsächlich am Geiste der Schule nichts geändert hatte. Jahresbericht... für das Schuljahr 1887. Solange wir nicht den Bestand unserer Schule derart gesichert haben, daß sie von zeitweiligen größeren Spenden unabhängig ist, müssen wir mit dem bisherigen Resultate uns begnügen und können vorläufig wohl lange noch nicht an die Verwirklichung unseres Planes des Ausbaues unserer Schule durch Eröffnung einer 5. Klasse denken. Mit Befriedigung können wir aber bei Berücksichtigung der obwaltenden Umstände auf die Rcsultäte unserer leider nur vierklassigen Schule verweisen, können wir dieselbe geradezu als mustergültig bezeichnen, können wir konstatieren, wie unsere Schule sich allmählich allgemeine Anerkennung erwarb, die Notwendigkeit derselben allmählich zur Erkenntnis gelangte. Durch unsere Schule sollen nämlich, wie wir wiederholt hervorgehoben haben. Kinder, die durch die Verhältnisse, in denen sie aufgewachsen sind, d urch’die galizischc Provenienz, sich vorläufig für den Besuch der anderweitigen öffentlichen Schulen nicht eignen, erst schulfähig gemacht werden. Durch unsere Schule sollen diese Kinder gewöhnt und gelehrt werden, die deutsche Sprache rein zu sprechen, sollen sie herangebildet werden, den J argon abzulegcn. Daß unsere Schule diesen Zweck erreicht, weisen die Erfolge auf. die wir in der Schule zu verzeichnen haben. Der Vorstand. (Hier folgt nur ein neuer(Name: Hermann Braun,sonst ist der Vorstand unverändert.) Jahresbericht der Wiener öffentlichen israelitischen Vereins-Volks-Schule ״Talmud-Thora“ (nicht mehr ״Armenschule“) für das Schuljahr 1888. VIit lebhaftem Schmerze müssen wir konstatieren, daß der Rechnungsabschluß für das abgelaufene Jahr, entgegen den Vorjahren, mit den! namhaften Defizit von 997 Gulden 7 Kreuzer schließt. Wir gehen nun daran, die Teilnahme größerer Vereine, wie der ״Israelitischen Allianz“, deren ausgezeichnetes Wirken für Sehulzwccke noch allseits rühmlichst anerkannt wird, sowie hervorragender Persönlichkeiten für unsere Schule zu wecken; wir werden weiters trachten, durch einen Appell an die gesamte jüdische Bevölkerung eine größere Schar n nserer Glaubensbriider zur Förderung und Unter- Stützung unserer Schule heranzuziehen. Dies soll aber unser* letzte r V c r s 11 e 11 s 0 i n. Sollte auch dieser Versuch mißglücken, daun bleibt uns nichts anderes übrig, als — wenn auch blutenden Herzens — zu resignieren und unsere Schule aufzulösen... Der Jahresbericht für 1890 weist wieder eine• günstigere finanzielle Lage auf. Es erscheinen, eine außerordentliche Subvention der Kultusgemcin de von 300 Gulden und mehrere größere Spenden sowie eine Erhöhung der Spenden in den Gemeinde tempeln. Aus dem Jahresbericht für das Jahr 1891 ist als interessant eine Erhöhung der .Subvention der Kultusgemeinde auf 2000 Gulden zu verzeichnen, die es ermöglichte, eine Gehaltserhöhung für die Lehrer vom I. Jänner 1892 an durchzuführen. Im Vorstand erscheinen neu Markus Bondi, Dr. Josef Grünfeld und Dr. Alaximilian Steiner. Jahresbericht... für das Schuljahr 1895. Wir waren von jeher,, und wir dürfen sagen, mit Erfolg bestrebt, unsere Schule, die nunmehr nahezu ־ 50 Jahre bestellt, den modernen Anforderungen der Pädagogik und des Unterrichtes entsprechend zu führen. Hand in Hand mit dem zeitgemäßen Unterrichte und ohne Schädigung desselben geht der Unterrieht in der hebräischen Sprache und der Heiligen Schrift, die Unterweisung in den Grundsätzen der Religion unserer \räter. Daß die Kinder, welche an unserer Schule die Grundlage der künftigen Fortbildung erhalten, tüchtige, wackere Männer, gute Patrioten und treue Juden werden, bereit, einzustehen für den Glauben ihrer Väter und befähigt״ allen modernen Anforderungen zu genügen, ist unser Ziel und Streben; und wahrlich, es ist jeder Unterstützung wert. Durch die Hochherzigkeit des Vorstandes der Israelitischen Kultusgcmeiiule war es uns möglich, einen dritten Stock auf unser Schulhaus aufzusetzeu und die Räume, für die fünfte Klasse in unserem Hause zu schaffen. Leider sind wir noch weit davon entfernt, diesen notwendigen Ausbau unserer Schule auch durchzuführen. , . . Viele unserer wackeren Lehrer, Molche durch Jahrzehnte an unserer Schule erfolgreich gewirkt, sind inzwischen alt geworden; es >yird notwendig sein, junge, frische Kräfte zum Lehramte heranzuziehen, den älteren Herren mindestens Erleichterung ihrer Aufgabe zu schaffen, und selbst bei dem weiteren Bestände von nur vier Klassen wird es mit Rücksicht auf die Verhältnisse unseres Vereines sehr schwer werden, den, berechtigten Pensionsansp rächen der treuen und wackeren Jugendbildner, die mit Hingebung sieh ihrer großen Aufgabe gCM'idmet haben, zu genügen, und für angemessene Besoldung der neu heranzuziehenden Kräfte zu sorgen. Lehrkörper: Löw, Emanuel Deutsch, Willi. Heller, Leopold Pollak, Aron Friedmann, Aron Kolm, Leopold Richter, Turnlehrer. Vorstand: Oberrabbiner M. Giiclemann, Präses ad honores; Heinrich Berger, Präses; Med.-Dr. Jos. Grünfeld, Visse-Präses; Dr. Gustav Kohn, Kassavervvalter; Markus Bondi; Dr. Simon; Dr. Max Steiner; Sig- Markus Bondi; D. Simon; Dr. Max Steiner; Sigmund Kauders. ... ......, .. ..(Fortsetzung folgt.)

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