Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 48 (5.12.1930)
- Date
- 1930-12-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4-8 JÜDISCHE PRESSE Seite 3 |©1 flRCflftlCHTElSl |@| Adas Jisroel (Schiffschul), II, Gr. Schiffg. 8 Kanzlei: II.. Große Scliiffgasse 1. Am 26. Kislew. dein Jnhrzeittage nach אדמו״ר הה״ג ר׳ זלמן שפיטצער זצ״ל gelangen zwei vom Vorstände der Adas Jisroel gewidmete Stipendien zur Vergehung. Anspruchsberechtigt sind Jünglinge. Söhne unbemittelter, in Wien wohnhafter Eltern, die an einer שיבה mit besonderen! Fleiße und Erfolge dem Thorastudiuni obliegen. Bewerber haben ihre ordentlich belegten Gesuche (B e s t ti t i g 11 n g d c r ישיבה L e i t u 11 g, IV a e h w eis der Wohn 11 n g d e 1■ Eltern) spätestens bis zu in 22. Kislew an den Vorstand der Adas Jisroel. H., Große Schiffgasse 8. zu richten. Wie alljährlich, hat auch in diesem Jahre der Vorstand der Adas Jisroel bestimmt, daß der Ertrag der Aliotli und der der צדקה zngcdachten Spenden am שבת קודש פ, וישב תרצ״א הבע״ל zur Beteilung bedürftiger Brüder verwendet wird. Es wird wiederholt zur Kenntnis gebracht, daß die Restauration Kunstadt. II., Große Schiffg'asse 6, in nichtjiidisehem Besitz übergegangen, demnach nicht koscher ist. Wien, am 13. Kislew 5691. 3. Dezember. Der Vorstand. Wien. Am 3. Kislew ■hat 'Se. Elmviirden Herr ()herrabbiner Siegmund Fürst die dem .ßetlnu1;sve1׳ei11 ״Adaß Jcsclmrmi“. TX., Pfluggas.se 5. ange,gliederte Bibelscluile des jüdisch-orthodoxen Schul Vereines ״Tlioras Chajim“ im neuadaptierten Betliauslokal be- «ue.ht und wurde vom Obmann des Bethausvereiues. Herrn Sieg.imind Weiß empfangen. Herr Obcrrubbiner Fürst konnte dabei die Wahrnehmung maelien, welche schönen Fortschritte die Schüler der Bibelischnle im .1 lebräi.schen zu verzeichnen'׳haben, und fand derselbe Worte des_ Lobes und der Anerkennung für die Leist 1111gen der Kinder, welche auch mit Geschenken bedacht wurden. Meeting der Agudas Jisroel. Die Agudas Jisroel veranstaltet am Sonntag, den 7. Dezember" (17. Kisle\v) <1. J. um 7 Uhr abends im Zentralkeller, 11״ Taboristraße S, eine große Versammlung, bei der Herr Rab- Dine 1• Simon I I i r s c!11 1 e r. Preßburg, über ״Gegenwartsprobleme der Agudas Jisroel“ und Herr Siegmund Stern über ,.Die politische Situation und die Ortliodoxic“ sprechen werden. Weiße Zähne maefjett jebes Sfatfiti aittpredjenb unb fdjürt. Dft fdjoit burd) einmaliges Julien mit bei- {)mini) erfrifdjenb fdjmecfcnben Chlorodont-Soljnpnfte erzielen Sic einen u)un&cn)0Hcn (£Ifent!eingIan3 ber 3äf)ne. 33eriud)en Sie cs sunädjft mit einer {(einen SuDe 3u Kc 4.—. ©rohe JuDe I£c fi.~ Hebernll 3ij buben Das Agudistenschulwesen in Erez Israel. Nach wie vor bildet den Kern der Tätigkeit der Aguda in Erez Israel das S c.11 111 w e r k, Avelches auch in diesem Jahre in unverändertem Umfange durchgeführt wii-d. Unter der tatkräftigen Leitung von Frau P i 11 11 e s hat sich da« Mädehenscluilwerk .in Jerusalem gut entwickelt. Vorzügliche .Resultate auf pädagogischem Gebiete erzielte 1,׳ .1־1 ׳Studienrätin Karoliue Nach'inutin in Tiberias. Da sie diesen Wirkungskreis nunmehr vorhißt, wurde statt ihrer Frl. Ada ('allen, bisher Lehrerin au der jüdischen Schule in Berlin, bestellt, welche das Werk von Erl. Nachmaiui weiter auslmuen wird. Vermähiungsfeier in der Familie des Preßburger Oberrabbiners. Eine Familienfeier, deren Teilnehmcrkreis weit über den Rahmen der Angehörigen und engeren Freunde hinausging, wurde am 6. Kislew in Kattowitz begangen, nämlich die Vermählung des ältesten Sohnes Sr. Ehr würden des Herrn Obcrrabbiners Akiha Schreiber aus Preßburg, Herrn Samuel Schreibe r. mit Fräulein Hanna Kolm, Tochter des in hohem An־ sehen stehenden Kaufmanns Herrn Josef Kohn in Katto־ witz. Der Bräutigam wirkt bereits seit Jahren an der Seite seines chrw. Vaters an der Preßburger Jcsehiwo, trägt mit gutem Erfolge den ״Nchenschiur“ vor und erfreut sich im Kreise der Schüler allgemeiner Beliebtheit und treuer An־ hänglichkcit. Selbstverständlich war dieses Familienfest auch den zahlreichen Verehrern und Schülern des Herrn Oberrabbiners in־ und außerhalb seiner Gemeinde will־ kommen, um ihm Zeichen der Liebe und aufrichtiger Zu־ neigung zu beweisen. An dem vorangegangenen Sabbat־ vormittag strömte eine {Menge aus allen Schichten der jüdischen Bevölkerung in das Haus des Herrn Ober־ rahbiners, um ihn und seine Angehörigen zu beglück־ wünschen. Die offizielle Gcmcindelcitung überreichte ihm aus diesem freudigen Anlasse eine hebräische Adresse. Am Nachmittag füllten die Bnc־Thora־ und die Jcschiwa־ Schüler den Sitzungssaal der Gemeinde, wo der Bräutigam in der סוגי׳ שליח נעשה עד eine vielbcwundertc, ausgc־ zeichnete דרשה vortrug. Nach Ausgang des Sabbats ver־ anstalteten die Schüler der Jcschiwa in der Mensa eine מלוה דמלכא als Abschiedsfest für den Lehrer und Freund. Herr J. A m s e l begrüßte die Erschienenen. Da־ rauf trug der Bräutigam שמעתתא־ vor und richtete im Rahmen schöner Magiduswortc eine wanne Ansprache an die Jcschiwa. Es sprachen noch die Herren Simon S t r a ß c r. Salom. Neuhau s, G. .1. 11 i o w i t s c h, Abraham J u n g r e i s z und andere. Am Sonntagnachmittag gaben zahlreiche Freunde der; Rabbincrfamilic das Geleite zum Bahnhof. In Katt o־ w i t z selbst fand sich außer den Angehörigen der beiden Familien und den offiziellen Vertretern der Ge־ naeindc, der orthodoxen Landesovganisation und dev Agudas Jisroel ein auserlesener Kreis von Gästen aus Bratislava, Budapest und anderen Gemeinden ein, die von den Brautcltern auf das freundlichste aufgenommen und bewirtet wurden. Unter den rabbinischcn Gästen befanden sich auch die Herren Präses Oberrabbiner Weber aus Piestany, Oberrabbiner Löwin aus Bcndin, Rabbiner David Wessely und Rabbiner Simon H i r s e h 1 e r aus Bratislava, Oberrabbiner E h r c n f e 1 d aus Mattersburg, Oberrabbiner Wcisz aus Rete u. a. Auch die Jcschiwa entsandte eine sicbengliodrige Abordnung zum Hochzeits־ fest. Die Aguda־Frauengruppc war durch ihre Präsidentin Frau Schl enger vertreten. Eine Menge von Glück־ wunschtcJcgrammcn aus aller Herren Länder traf ein. Die Trauung vollzogen die Herren Oberrabbincr Lew in (Bendin), Oberrabbincr Webe r (Picstanv) und Rabbiner Wessely (Bratislava). Bei der Mahlzeit hielten zuerst Herr Rabbiner Wessely, sodann namens der Orthodoxie des Landes Herr Oberrabhiner Webe r, im Namen der Preßburger Gemeinde Herr Rabbiner Hir schier und zum Schlüsse Herr Oberrabbincr S eh r e i b c r sinnreiche Tischreden. Zu gleicher Stunde wurde auch in Preßburg für die Schüler der Jcschiwa in der überfüllten Mensa ein schönes Festmahl gegeben, bei welchem die Herren Markus (Schlesinger, Rabbiner Lebovitsch, Rabbiner K a 1 i s c h und B. R e i c h die Tischgesellschaft mit an־ laßgemäßen ברי חורה! und Ansprachen erfreuten und dem Brautpaar ihre Glückwünsche aus der Ferne zum Ausdruck brachten. (Auch wir wünschen מו״ט. — Die Redaktion.) Barmizwafeler in Trnava. Am ש״ס פ׳ ויצא beging Se. Ehnv. Herr Oberrabbincr S. D. Ungar in Trnava das Barmizwafcst seines Sohnes Jakow Jizchok, der in Gegenwart der ganzen Gemeinde eine mit starkem Bei־ fall aufgenommene דרשה hielt. Herr Gemeindevorsteher Israel Abelcs überbrachte die Glückwünsche der Ge־ mcinde und ihren Dank für die Lehren, die sic von ihrem m₪t₪₪mmam₪^₪m Der Einfluß des-Wetters auf Ihre Gesundheit ist groß! Wenn die Luft feucht ist und kalte Winde wehen, ist Ihre Gesundheit durch Schnupfen, Katarrhe und Grippe am meisten bedroht. Sorgen Sie rechtzeitig für Ihren Organismus. Schützen Sie sich vor Krankheiten, welche das ungünstige Wetter mit sich bringt. Durch regelmäßige Massagen mit dem Menthol־ Franzbranntwein ALP A härten Sie Ihren Körper ab und machen ihn gegen die schädlichen Einwirkungen der rauhen Jahreszeit wider־ standsfähiger. Befragen Sie Ihren Arztl Alpa—Ihre Gesundheit! allbcliebtcn geistigen Führer empfängt. Herr Oberrabbincr Ungar dankte für die Anhänglichkeit seiner Gemeinde in einer herzlichen Ansprache. (Wir gratulieren. —- Die Redaktion.) Willst Linoleum du recht pflegen, ״Cirine“ nimm, ’s wird dir zum Segen. (Siclu! (Inserat.) Die Sonntagsruhe. Deputationen bei Handelsminister Dr. Matousek. H;111 d c 1 s m i n i s t c r D r. M a t o usek weilte Montag, den 1. Dezember, einige Stunden in Bratislava. Diese Gelegenheit wurde sowohl vom Bratislava(!!־ Han- (lelsgremium als auch von der orthodoxen Landeskanzlei benützt, um deputativ vor ihm zu erscheinen und ihm die Gründe für die Erhaltung des S t a t u s ־ q u o־* a n t c in (1 c r F r a g e der S o » n tags r 11 h c vorz.it־ tragen. Diese aktuelle Frage ist in. ihren Konsequenzen ebenso vom wirtschaftlichen als auch vom religiösen Ge־ sichtspunkte so bedeutsam, daß keine Gelegenheit ver־ säumt werden durfte, um an zuständiger Stelle im Interesse der ..sabbathaltenden Judenschaft mit dem gebotenen Nachdruck'vorstellig zu werden. Namens der Bratislavaer!Kaufmannschaft betonten die Sprecher der Gremiumclcputation, der Präsident der Handels־ und Gewerbekammer Herr Corncl Kodola und Herr Signa. F o r n 11 e i 111, die Notwendigkeit, im besondern in Bratislava als Grenzstadt, die Einführung der vollständigen Sonntagsruhe zu vermeiden. Inmitten der augenblicklichen Wirtschaftskrise würde eine solche .neuerliche Erschwerung für Handel und Gewerbe ver־ hängnisvollc Wirkung haben. Der Handelsminister erwiderte darauf, daß er die dargclcgtcn Argumente gegen die vollständige und all־ gemeine Sonntagsruhe als sehr beachtenswert ansehe und er werde auch die herrschenden Anschauungen unter Bücher. Entdeckungsfahrt ins Unbekannte. Wieviel Jahre ist es wohl her, daß eine Reise von Leipzig׳ mich Dresden eine ganz große Angelegenheit war, zu der man Vorbereitungen treffen .mußte wie heute zu einer Amerikaiahrt'!> Die erste. Eisenbahn in Deutschland wurde im Jahre 1835 eröffnet, die!Strecke Leipzig—Dresden im Jahre 1838, das Av.n1־ also vor 92 Jahren. Ahn׳ nicht einmal 100 Jahren .hätten Sie also noch auf die rumpelnde Postkutsche steigen müssen — :heute haben Sic! die Wahl, eineu ■Schnellzug zu benutzen, dev!Sie in eindreiviertel Stunden aus dev Stadt der Pelze und Bücher muh Elbeathen bringt, oder ein Flugzeug, das die Strecke in 45 Minuten■ zurücklegt. Soeben kommt der neue 6. Bund des ״G roß e 11 B r o c khaus“*) auf meinen Schreibtisch geflogen, Aviv Avollen doch gleich einmal nachseJilagen, Avas er unter ״Eiligzeug“ zu berichten weiß. Welche EntAvicklung Iniben uns die letzten 30 Jahre auf diesem Gebiete gebracht! Am 17. Dezemher 1903 führten die Brüder Wrigiit den ersten' Motorflu.g aus, lind es gelang ihnen, 12 Sekunden (Sekunden!) in der Luft zu bleiben. Heute treffen •wir das Elugzeug als Verkehrsmittel in allen Teilen der Welt an, und die Höchfitgeschiviudigkeit, die inan jetzt damit erreicht, beträgt 532 Kilometer in der Stunde, eine ganz achtbare Geschwindigkeit. Wie wäre es einmal mit einem Flug־ durch den ׳Band? Bitte eiusteigen, AVer mit will. Amerika, das Lund der unbegrenzten Möglichkeiten, taucht ä 11 dem Artikel ״Fließarbeit“ auf, der Nanu! des Automobilkönigs Ford Avird lebendig. AV1T tun einen Blick in einen modernen Betrieb,!in dem um laufenden Band!fabriziert Avird; 16 vorzüglich ausgeAvählte Abbiklungen ■geben uns eine lebendigere Anschauung darüber als cd 11 ganzes Buch. Dabei erfahren wir nebenbei, daß die ״Fließarbeit“, die Aviv immer als eine Er- 1'ungenschaft unserer Zeit angesehen haben, bereits im Jahre 1870 •in den Schlachthäusern Cbikagos angeAveiiclet *) ,.Der G r olle;Brock 11 a u s“, Band AT (F bis Gar), in Ganzleinen C,'M. 26.—; bei Umtausch eines alten Lexikons GM. 23.50. 'Verlag E. A. Blockhaus, Leipzig. worden ißt. .Unter ״Garage“ sehen Aviv, wie man •sich drüben;bemüht, das ״Problem“ Auto auch hinsichtlich den! Raum frage zu lösen. Doch zurück nach Europa. 1״Frankreich“ Avird überflogen (12 Karten, viele Statistikeil, Uebersichteu usav. ״Französische Kunst“ mit 47 teilweise bunten Bildern). Ein neues ■Gebiet taucht auf: Italien unter dem!interessuateii Sichwort ״Faschismus“. Ein Besuch bei einem Kunstgeschiehtler unterrichtet uns über ״Fälschungen in der Kunst“ (mit 28 Bildheispielenl). Die soziologischen Verhältnisse in Deutschlund erscheinen uns in unserem ׳Blickfeld: ״Frauenarbeit im Kulturleben“ (die BiklnusAvalil dazu ist vortrefflich and uutcrnichteud): tl,4 Millionen erwerbstätiger Frauen zählten Aviv 1925 in Deutschland. Frankfurt am Main (Stadtplaaa), Freiburg •i. Br., der Gardasee (Karte and buntes Bild), Fischer ,bei der Arbeit (,Fischerei“ mit 52 Abb.), die deutschen Forste (״Forstwirtschaft“: 10 Abb.; ״Forstschädlinge^: 32 Abb.) werden überflogen. AVeiter gellt der Geistesflug durch alle Erscheinungen des menschlichen Lebens, die von den Buchstaben F bis Gar um span nt werden. — Habe ich nicht recht gehabt, daß. dieser Ausflug so ,interessant wie eine Ferieureise ist■׳* Wer Avill sich morgen an einem neuen Aufstieg be-!eiligen? K. M. Das jüdische Volk in der Anekdote. Von Chajim Bloch. Ernstes und Heiteres vo'n C-ttsuchevn, Gelehrten, Künstlern, Narren, Schelmen, Aufsehneidern, Schnorrern, Reichen, Frommen, Freidenken!, Täuflingen, Antisemiten. — Verlag• für Kultur- Politik, Berlin W 50. Inmitten der Flut Aron Kriegsliteraiur, deren Fülle kaum mein־ zu überblicken ,ist, •wird das vorliegende Buch geradezu eine Atemaiusholung, ja eine ׳Erholung bedeuten. Das jüdische Volk in seiner Anekdote! Jüdische Art und jüdisches Wesen spiegeln in diesen Anekdoten und Witzen und beleuchten heil das Leben der in aller Welt verstreuten ,Märtyrer ,ihres Glaubens. Eine Welt von Judengestalten wimmelt auf! Chajim ׳Bloch hat diese Anekdoten unter seinen Volksgenossen jahrelang gesammelt, ihnen Gestalt und Seele gegeben und sie den deutschen Lesern dargebracht. ׳Bloch ist ein Kind des Ostens, hat aber seine Verbundenheit zum Ghetto, av01111 ei• auch dessen einengende Mauern verlassen hat, nicht zerrissen. Keiner A\ie er hat die Gabe, volkskundliche Stoffe des Judenluuis־ wo lebendig und gemeinverständlich Aviederzugeben, keiner wie er, kennt den Juden, seinen Alltag voll Leid und Betrübnis, seine Feste voll Freude und Lebenslust und keiner wie er, ist mit der Gedanken- Avelt des Qstjudcn auf das innigste vertraut. Von dem ״Manna“, jener berühmten ,biblischen Speise der Juden auf ihrem Freiheitszug durch die Wüste (dieses Volk schreitet zur •Freiheit nur durch die Wüste!) heißt es in der Sage, daß jeder in ihr den Geschmack fand, den er sich Avünselite. Das gleiche kann von der vorliegenden Anekdoteiisammlinig gesagt averden.!Beinahe jede Anekdote ein Geschehen, Avcrden Freunde des Judentums in ihr Dokumente der Reinheit, der Unschuld, der Askese, des g-tfsuchendeii Heldentums und der nie versagenden Güte und Opfer- Willigkeit •finden. Feinde aber werden die gleichen Anekdoten' für Feigheit, .Mißgunst und Rachsucht, mit einem Worte für die Schädlichkeit der jüdischen ״Rasse“ als BeAveis führen. Ein jeder nach seinem Geschmuck! Chajim ,Bloch beschönigt nichts. Mail Avird cs ihm zugesteheu müssen, daß er bei seinem Werke objektiv blieb, daß er alles aufbot, um die Anekdoten Freunden und Feinden des Judentums angenehm und nützlich zu machen. Besonderes Interesse erregen die beiden Ghettof igu reu II c r s c 11 Ostropolc r und C h o j s e k, einer origineller als der •andere. Ersterer ist der Schalksnarr der jüdischen Gasse und bedeutet dem Juden das, Avas Till Eulenspiegel dem Deutschen. Seine Streiche, unerschöpflich an Einfällen, sind entzückend belustigeiul. Der zweite aber, ein Symbol der Unbeholfenheit, der Dummheit und der Denkflachheit, ist von besonderer Originalität und Eigenart. Dem Werke geht eine grundlegende Einführung in die Geistesatniosphärc des jüdischen Witzes voran. Bloch wendet «ich scharf gegen die Pseudojudenwitzc, die von schlechten Juden verfaßt ,wurden. Die Anekdoten sind flüssig und für jedermann ׳verständlich geschrieben und eignen sich vorzüglich als GeschenkAverk.