Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 47 (28.11.1930)
- Date
- 1930-11-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 47 der Konferenz waren Kolonialminister Lord Passficld und Marineminister Alexander. Für die Jewish Agency waren Dr. Weiztnann, d’Avigdor Goldsmid, Professor Brodetsky und Harry Sacher erschienen. Die Beratungen fanden unter Ausschluß der Oeffentlichkcit statt und beschränk» teil sich am ersten Tage mit Rücksicht auf die bevor» stehende Eröffnung der Palästina»Debatte im Unterhaus auf die Regelung geschäftsordnungsmäßiger und tcchni־ scher Vorfragen. Dienstag, den 18. November, morgens, wurde die Konferenz fortgesetzt. Tn der Vormittags» und Nachmittagssitzung• brachte Dr. Wcizmann ausführlich die Beschwerden und Forderungen der Jewish Agency in bezug auf gegenwärtige Politik und Maßnahmen der engli־ sehen Regierung in Palästina vor und begründete sic. . Nach Schluß der Konferenz begaben sich die jüdischen Vertreter nach dem .Hauptbüro der Jewish Agency, um den versammelten Mitgliedern der Exekutive der Jewish Agency Bericht über die Beratungzu erstatten. Genaueres über den Verlauf der Beratungen und die Einzelheiten der Beratungsgegenstände dürfte erst nach Erreichung einer Verständigung ־/.wischen Regierung und Jewish Agency verlautbart werden. Nach der Palä» stina»Debattc im Unterhaus, die zum größten Teil als ein־ drucksvolle Demonstration für die jüdischen Rechte ge» wertet werden kann, neigt man allgemein der Ansicht zu, daß die englische Regierung Weizmanns Vorschläge ־wohlwollend erwägen werde. ״Daily Telegraph“ über die Aussichten der Ver» standigungskonferenz. (.1. T. A) ״Daily Telegraph“ sagt voraus, daß die Konferenz der Regierung mit den Führern der Jewish Agency kein positives Resultat zeitigen werde. Das Blatt wirft den amerikanischen Mitgliedern der Jewish Agency vor. sie hätten den Vertretern der Jewish Agency in London die Weisung erteilt, keine endgültigen Vereinbarungen mit der englischen Regierung zu treffen. Die amerikanischen Zionisten hätten die Zionistische Exekutive in bestimmtester Weise telegraphisch aufgc» fordert, jedes gütliche Abkommen mit der englischen Re» gierung vor Annullierung des Weißbuches zu verhindern. Gern ei ncie wa hielt - eiu zionistisches Ereignis Wir berichteten bereits in unserer vorigen Nummer über die bevorstehenden jüdischen Gemeindewahlen in Berlin. Als sollten die an höherer Gewalt zum Scheitern gebrachten Energien der Partei irgendwie an einem Objekt geringeren Widerstandes zum Abreagieren gebracht werden, halten die leitenden zionistischen Kreise Berlins trotz der ernsten Situation der gesamten deutschen Juden־ heit den Moment für gekommen, die Gemeindestube zu erobern. Da halfen alle Bemühungen von autoritärer Seite nicht und der Wahlkampf ist. bereits in vollem Gange. Die ״Jüdische Rundschau“ bezeichnet an leitender Stelle die Geineindcwahlen als zionistisches Ereignis, und es ist interessant zu beobachten, wie die Partei, die vor nicht allzulanger Zeit erst anläßlich des Kongresses der liberalen Juden eine Ideengemcinschaft ־zwischen liberalem Juden» tum und Zionismus zu konstruieren bemüht war, jetzt bereits in frisehfröhlieher Fehde mit den Liberalen steht. Es ist ja begreiflich, daß man vor den Wahlen wieder zur Besinnung kommt und Anschluß an die Massen der be» wußten Juden sucht. Aber in einem ganz anderen Sinne .als ־es die ״Rundschau“ meint, können sich die Wahlen wirklich als ein zionistisches Ereignis entpuppen, ■.wenn man die rechtzeitig zum Wahltag erschienene Bro» schüre ״Um die ■ Zukunft der Berliner Jüdischen Ge» .meinde“ von M. A. Loch liest. Da hält ein Eingeweihter ■ eine Generalabrechnung mit der (zionistischen) ״Jüdischen ־ Volkspartci“. Die Broschüre geht von dem sattsam be? kannten plötzlichen Frontwechsel der Volkspartci aus, der Ende 1928 erfolgte. Während bis dahin die Volkspartei mit Konservativen und Mittelpartei zu einer Art von Block vereinigt war, schloß die Partei — der beste Beweis ־ für ihre Prinzipienlosigkeit — damals ein Abkommen mit ׳־ den Liberalen, das diesen die Abkürzung der Wahlperiode und ־die Aufhebung der Trennung der Geschlechter in der ׳ Synagoge Prinzregentenstraße usw. konzedierte, wogegen man allerlei Vorteile auf dem Schulgebiete und für die Universität in Jerusalem einheimstc. Er verzeichnet es als Beweis für engstirnige Partei» Politik der ״Jüdischen Volkspartci“, daß beispielsweise eine objektive, literarisch einwandfreie Darstellung der Tätigkeit des Bajs Jakow^Sehylwcrkes im Osten in das ־ Berliner Jüdische Gemeindeblatt nicht aufgenommen werden darf, ausgesprochenermaßen deshalb, weil die Bajs Jakow»Bcwegung dev Agudas Jisroel nahe steht, also nicht der zionistischen Parteidiktatur unterworfen ist! Einen solchen .Fanatismus entfalten dieselben Männer, die sonst immer die demokratische Phrase und das Wort von der . Gleichberechtigung der religiösen Richtungen im Munde führen. Loeb berichtet dann die interessante Geschichte . der Berufung .des ׳Herrn Dr. Klee in die Verwaltung der Ica, um endlich die Beziehungen der Volkspartei zur kon» seryativen Richtung zu erörtern. Bei diesem letzten Kapitel vermißt man am schmerzlichsten die prinzipielle Auseinandersetzung; denn es will uns scheinen, als ob all die kleinen Nadelstiche, die die. Volkspartei den konser» vativen Interessen praktisch zufügt, völlig zurücktreten hinter dem alle altjüdische Wahrheit negierenden Cha» rakter ihrer grundsätzlichen Einstellung zur Frage der Autorität des Religionsgesetzcs in den jüdischen Ge»; meinden.. Allerdings nimmt der Verfasser der Broschüre “ einen kleinen Anlauf zu dieser prinzipiellen Auseinander» . setzüng, indem er die Haltung der Volkspartci zur Frage der getrennten Kultusausschüsse für die Liberalen und Konservativen änführt. In ׳der Gegnerschaft gegen diese Trennung der Kultusausschüsse zeigt sieh am deutlichsten j. die zionistische Ideologie, die das religiöse Moment völlig . in den Hintergrund drängt. Im Verlangen nach endlicher . Schaffung dieser Kultusautonomie der sogenannten reli־ gipsen ״Richtungen“ und in der Forderung einer durch» greifenden Verwaltungsrefofm gipfelt die Broschüre, deren reicher Inhalt von den Berliner Gemeindewählern hei den Wahlen vom 30. November beherzigt werden sollte. a&fto&ettb. £1ß(td) gefärbte Sctljue eütfteffeit bal fcfjilnfte?ftUUij Jßetbe <3(PhMt8fef)Ier toer&ett oft fcfjo« bnr<fj einmaliges Sßutseu mit bet 5ertflc& erfrtidjmben BTmimfte CHlÖrodont befeUtgt $ie 3äfjne.er&a(teu f^gu uaJi fuvaeiu ®s&tatttlj dnwt hmuberüptteu ®Ifenbeihgränji. SSetfudjen @te eS »Vtnääjft mit einet »einen £nbe ■|« Kö 4--. ®roj3: £n&e Kd . Itebe atf ju Ijaben. Jüdisches Brot! Erstklassig und billig bei Lederer &Kohn, DamafbSckerel II, Gr. Schiffgassä 16 II, Hollancfsfraße 7 Telephon A45־4־41־ Telephon R-47-4-95 WEISS•, FEIN• UND MILCHGEBfiCK Soholetseizen: II, Hollandstraße 7 Veikaufsstelle für den 9. Bezirk: IX, Glaseigasse 10, Telephon A-10-6-50 Bollinger'Eiskasten sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien« XV., Staglgasse 10 (bei Mariahilferstr. 148) Tel. R-35-8-47 und R-30-5-38 Filiale: Wien, Viflc* Bterggasse 17, Tel. B 32-3-80 Knopflöchern eingcarbeitet ist, שעטנז war. Nun will ich Ihnen eine^ Flcißaufgabe geben. Schauen Sie mal nach, wo» mit Ihre Knöpfe angenähl sind. Ist cs Seide, dann haben Sie Glück. Aber, meine Herren. Sie tun mir leid, Ihre Hosenknöpfe sind sicher zu 99 Prozent mit Knopfzwirn, also reinem Leinenzwirn, somit mit שעטנז angenäht. Also bitte abtrennen und כשף annähen. Sind Sie mir nicht böse, wenn Sie durch diese Zeilen daraufkommen, daß manches an ihrem Kleidungsstück nicht in Ordnung war. Es mag Sie trösten, aber auch zur doppelten Vorsicht mahnen, wenn ich Ihnen gestehe, daß ich leider schon bei anerkannten orthodoxen Rabbinern Gelegenheit hatte, שעטנז zu entfernen. Sollten diese Zeilen dazu beitragen, daß einer oder der andere hiedurch mehr נזהר auf שעטנז ist, so haben sie ihren Zweck erreicht. ו^השומע ינעם והבא עליו ברכה לעירי רסן חבת׳ (Um Nachdruck in orthodoxen Blättern wird gebeten.) 0| »flCHRlCHTE» I© להסיר מכעזול .לא הלבוש שעטנז צמר פישחים יהרו וכף Hierauf sagte einst Reh Losar Deutsch, שעטנז :זצ״ל tragen ist ärger als חזיר essen. Denn wenn jemand schon חזיר ißt. bringt er doch nicht die חוצפה auf, rnit dem Stück חזיר in Schul zu gehen, sich hinaufzustellen zum על00ר um direkt vor der ח״ו ך,״ק zu sagen: ״Seht ich esse חזיר Hingegen hei שעטנז kömmt man ganz ungeniert in einem neuen Anzug in Schul und nicht nur, daß man sich nicht fürchtet, zur הורה gerufen zu werden, dort über die תורה die uns. befiehlt,•ברכה לא הל" שעטנן ZU machen, nein, ausgerechnet mit הנבה wird maמכובד ״ Man geht ganz stolz mit seinem neuen pj^^Anzug hinauf zum ספרת׳ hebt die heilige תררה die uns verbietet, שעטנז zu tragen, auf und ruft וזאת ההורה drückt mit unglaublicher Keck» heit die הורה an seine mit שטמ bekleidete Brust. Viele Jahre ist es schon meine Absicht, die gesetzes» treue Judenhcit, die sich bemüht, auch dieser מצוהל״ת ganz und gar naehzukommen, aufzuklären, wie schwer es ist, hiebei nicht נכשל zu sein. Stets hielt mich die Furcht, man könnte sagen: ״Der spricht aus Geschäftsinteresse“, davon ab. Durch einen mir jüngst zugekommenen be» sonders krassen Fall wurde mein jüdisches Gewissen auf» gerüttelt, und um dieses zu beruhigen, mögen folgende Zeilen zur Aufklärung in die jüdische Oeffentlichkcit ge־ langen. Fall 1: Gewöhnlich geht man zum Schneider, be» stellt seine Garderobe und macht aufmerksam, daß er —■ Leinwand verwenden muß. Fall 2: Noch vorsichtiger, Sic kaufen sieh selbst die^SLeinen, übergeben diese den! Schneider mit der Bemerkung, daß er nur diese Leinwand verwenden darf. Fall 3: Man kauft ein fertiges Kleidungs» stück, nachdem man sieh durch Auftrennen an einer Stelle überzeugt hat, daß die Leinwand 3שר ist. Nun bitte ich die Leser, mich zu ihrer Aufklärung in ein Schncideratelier zu begleiten. In erster Linie muß ich aufmerksam machen, daß in die Kleidungsstücke nicht nur Leinwand, sondern auch andere Zwischenfutter hinein» kommen. Diese sind in der Regel, insbesondere in den besseren Ateliers,שעטנז Nun gut, hievon wußten die Leser nichts, man wird also nächstens בשר Zwischenfutter oder, wie es hier auch heißt, Kanavas besorgen. Sie haben gerade hier einen Anzug bestellt und wollen ihn gleich probieren. Aber was ist das, Sie finden ja nicht einmal den Stoff! Der Meister beruhigt Sie: Haben Sie nur ein paar Minuten Geduld, mein Rock» und mein Gilet» Schneider sind sehr pünktliche Arbeiter, sie werden sofort da sein. Die Hose müssen Sie ja nicht probieren und bis Rock und Weste fertig, hat der Hosenschneider schon längst geliefert. Also bei drei verschiedenen Arbeitern wird mein Anzug gearbeitet? Ja, so ist es in der Regel. Selbst der Klcinmeistcr beschäftigt Stückmeister. Nun, da kommt Ihre Probe. Geben Sie nun acht, ob der Stück» meister Ihnen nicht etwa Ihre Leinwand mit einer der. vielen anderen, die er aus den diversen Geschäften, für die er sonst noch arbeitet, besitzt, vertauscht hat. Sie haben Glück, es ist Ihre Leinwand. Da muß ich Ihnen aber erzählen: Letzthin kam so ein Stückmeister zu mir, im Gespräch wurde er zutraulich und sagte mir: ״Schau’n S\ da hot mir vurige Woch’n auch so a Jud an Anzug be» stellt mit aner koscheren Leinwand und wie i zur Prob’ kumm, hob i’s richtig mit aner andern vertauscht g’hobt; der wor saugroh und hot g’schimpft, ׳des muaß aussa. Da fragte ich: ״Ja, was haben Sie nun getan?“ Da lachte er und sagte: ״No, wie i zur zweiten Prob’ kumma bin, hob’ i holt von dera koschern Leinwand a Stück’l aufpickiert, hob’s Futter drauf’geben. Vor ihm hob’ i donn a Stückl Futter aufgemacht und hoh’ ihm die koschere Leinwand zagt, donn wor er z’frieden. Wos glauben S’ denn, hätt’ i viel» leicht de ganze Leinwand wieder obatrennen soll’n?!“ Aber sebau’n Sie, was macht dieser Arbeiter hier? Er bückt sich, hebt ein ganz kleines Stückchen, etwa 6 Quadratzenti» meter, Leinwand auf und legt es unter die Tasche als sogenannte Beilage, damit diese festhält und der Stoff nicht einreißt. Dort hebt wieder einer ein Stückchen auf, um es irgendwo als Beilage oder Zwischenfutter, vielleicht für eine Westenpatte oder Hosenschnalle zu verwenden. Immerhin solche Streiferl, die als Zwischenfutter und Bei» lagen Für die innere Ausarbeitung Verwendung finden, liegen am Boden jeder Schneiderwerkstätte. Garantiert Ihnen Ihr Schneider, daß sein Stückmeister und eventuell auch die Arbeiter desselben darauf achten, daß Sie nicht solche Gratisdraufgaben in שעטנז erhalten?! Oder sind Sie überzeugt davon, daß diese Arbeiter auch wirklich sich erst anschauen, was sie vom Boden aufheben?! Ist Urnen bekannt, daß bei erstklassigen Firmen, die mit Kamelhaar» oder Roßhaarleinwand die Vorderteile aus־ arbeiten, dann jedoch im Kragen unbedingt Leinwand, und da gewöhnlich dann aber echte, also שעטנז verwendet wird? Daß die überzogenen Knopfe für Herrenähzüge in der Regel שעטנז sind, setze ich als allgemein bekannt voraus. Hingegen lassen die Damen Knöpfe einpressen und beachten nicht, daß die schwarze Leinwand, die der Einpresser hinzugibt, wirklich Leinwand, also ש ist. Vor kurzem mußte ich an einem sonst ganz כשר ge» arbeiteten Kleidungsstück konstatieren, daß nur der Faden, welcher zwischen den sogenannten aufgezogenen Adas Jisroel (Sehiffschul), 11.* Gr. Schiffg. 8 Es wird zur Kenntnis gebracht, daß ab heute der Preis für koseiter Milch im Klciuverkauf 47 Groschen für den Liter beträgt. Der Preis der koscher Butter ist per 1 Kilogramm S 7.60. . Wien, am 17. November 1930. Der V o r s 1 a 11 d. Agudassjisroel»Jugendgruppe. Sonntag, den 30. N״* vember, 7 U111־ abends, Vortrag des Herrn Dir. Dr. L. D e u t s c 11 I ä ״ d c r. Thema: ״J a k o h Roscnhci m. Eine W ü r d i g u n g seine r g c s a ni m e 11 e u S c h r i f t e 11.“ Beginn präzise 7 Uhr. Gäste willkommen. Eröffnungsfeier. Aus Anlaß der Eröffnung des Beth»Jakob»Lchre» rinnenkurses findet am 29. November 1930 um 18.30 Uhr im Heim eine akademische Feier statt. Herr Dr. Deutsch» länder wird über das Thema: ״Das Erziehungsideal für die weibliche Jugend einst und jetzt“ sprechen. Giistc will» kommen. Der Verein Bikur Chaulim, Wien. 1״ Seiten.stetten» gasse 4, veranstaltet am Sonntag, den 7. Dezember 1930, H Uhr vormittags, im LTa־Ton־Kino, 11״ Taborstraße 8, einen Lichtbildervortrag: ״Die Bibel inklassischcn Bildern“. Vortragender: Herr Dr. Salamon Lieben aus Prag. Als Einlagen: Jüdische und hebräische Lieder, gesungen von Herrn Oberkantor M a r g u 1 i e s. Das Rein» erträgnis ist zugunsten armer, schwer und unheilbar kranker Schützlinge obigen Vereines. Karten sind zu haben: In den Buchhandlungen L. D. Hirschler, I., Rabensteig 6, und Josef Schlesinger, 1״ Seitenstettengase 5. Eine Riesenstiftung für Jeschiwoth. Am 12. November fand in Berlin eine Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses des Hilfsvereins der deutschen Juden statt, der als Hauptpunkt der Tages» Ordnung die Beschlußfassung über die Verwaltung der Haffkinc־Stiftung vorlag. Der vor kurzem in Lausanne verstorbene hervor» ragende Bakteriologe, Professor W. M. H a f f k i n e, der im Jahre 1860 in Odessa geboren ist, hintcrließ in hoch» herziger Weise ein Kapital von etwa anderthalb Millionen Schweizer Franken zwecks Bildung einer Stiftung in der Schweiz, die von einem dortigen Bankinstitut verwaltet wird, und aus dessen Erträgnissen Talmudhochschulen (Jeschibot) in osteuropäischen Ländern (unter eventueller Berücksichtigung auch der handwerklichen Ausbildung der Schüler) gefördert werden sollen. Die Stiftung hat die Einnahmen für die angegebenen Zwecke gemäß den Ent־ Scheidungen des Hilfsvereins zu verwenden, dessen Werk der Verewigte wärmstes Interesse entgegenbrachte. Der Borscha־Prozeß. (J. T. A.) Vor dem Gericht in Satu*Mare begann am Montag, den 17. November, der Prozeß gegen etwa 90 rumänische Antisemiten, . die das hauptsächlich von Juden bewohnte Städtchen Borscha eine Zeitlang vor dessen Niederbrennung durch bis jetzt nicht zur Veraut־־ vvortung gezogene Täter unter einem scharfen Terror ge» halten und eine Reihe Untateii gegen Borschaer Juden be» gangen haben. Die Anklage richtet sich außerdem noch gegen 17 jüdische Bürger von Borscha, von denen behaup» tet wird, daß sie sich am 7. Mä1־z d. J. ״zusammengerot.tet und den Danila Constantin (den bekannten antisemiti» sehen Agitator) gezwungen haben, das Schulgebäude; in welchem er einen Vortrag für die christliche Bevölkerung halten wollte, zu verlassen“. In der Anklageschrift heißt es ferner, die Juden hätten die Fensterscheiben im Schul־ gebäude eingeschlagen und den Versuch gemacht, durch Fenster und Türe einzudringen, um Danila am Reden zu verhindern. Gegen die Hauptangeklagtcn, die Antisemiten Da» nila Constantin, Berindei Andrei und Dumitrescu loan, wird in der Anklage ausgeführt, sie hätten am 47 ״. und 10. Mai 1930 zu Grausamkeiten gegen dte Juden auf ge» hetzt, hätten erklärt, die Juden seien die Feinde des Landes und müßten ausgetrieben werden. Das Urteil. Sämtliche der Aufhetzung gegen Juden, der Terror» akte und der Mißhandlungen von Juden Angeklagten, unter ihnen auch die Haupträdelsfüluer, die Geistlichen Berindei und Dumitrescu, wurden freigesprochen. Einzig der Agitator Danila, mit dessen Ankunft in Borscha die Terro1־»Periode begann, wurde zu einer Geldstrafe von 5000 Lei (etwa 125 Mark) verurteilt. - Auch die angeklagten siebzehn jüdischen Bürger aus Borscha, die gegen die Abhaltung einer antisemiti־ sehen Versammlung in der städtischen Volksschule prote» stierten, und die der Störung einer von Danila einbe» rufenqn Versammlung beschuldigt wurden, wurden freige» sprochen. Spendet für den und Jessode (Mora dar Adas Jisroal, Wien, II., Nestroygasse 11 Neue* Sprachschule vom Wiener Siadtschnlrat konzessioniert. IBr die ensillschpundfrnazjilsehe SDrache für weibliche Personen Im ״Dr. KrUger-Hetm“ Wien. 11״ Malzrose 7״ Tel. A10) 48-0:77־ bis 12 Uhr <wd 3 tys 8 Uhr). , Kurse für Anfänge)־. , .und Vorgeschrittene, an Nachmittagen und Abenden. Spe* Ütlle Klnderknrse. Erprobte, erstklassige Lehrerinnen. Billige Kars. beltraceTKanwersatlann.Atienile.