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Jüdische Presse · 1930-10-05 · 40-41 (5.10.1930) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
40-41 (5.10.1930)
Date
1930-10-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 40/4■ I Seite 3 JÜDISCHE PRESSE Vom jfidischen Eheglück. Von Josua Kaiser (Dun.-Streda). Jedes vernünftige menschliche Wesen hat die Fähigkeit, sich über die Lebensart seiner Mitmenschen ein Urteil zu bilden. Diesem Urteil entsprechend, ist es ihm dann möglich, seine eigene Lebensführung, dem einen oder anderen gleich, zu gestalten und einzurichten oder von üblen Lebensarten abzuweichen und sie zu meiden. Dieses Urteil darf natürlich nicht auf momentane Linfällc aufgebaut sein, es muß vielmehr eine griindliehe Beobachtung und weitblickende Kenntnis der Dinge und der Menschen zur Grundlage haben. Wir hören oft, wenn von den in anderen Kreisen vorkommenden Familienzwistigkeiten und Ehezerwürfnissen gesprochen wird, den Ausruf: ״Ja, bei den religiösen Juden kommen solche Dinge doch nicht vor; dort, lebt man treu und friedlich beisammen.“ Woran liegt es nun, daß jüdische Ehen glücklicher sind, daß ein jüdisches Familienleben das Bild friedlieber Harmonie darstellt? Daß es dabei auf materiellen Wohlstand nicht ankommt. liegt auf der Hand, denn gerade in den Tagen der Sorge und der Not hat der jüdische Hausfriede so oft schon Wunder bewiesen, indem er das Gemüt aus der Verzweiflung gehoben und bis zur Wiederkehr besserer Tage Mut und Ausdauer geschaffen hat. Es müssen daher wohl ganz andere Umstände sei)), die hier ihren Einfluß üben. Das jüdische Eheglück hat seine Grundlage in dem zurückgezogenen, keuschen Sinn, in der altbewährten, reinen jüdischen Sittlichkeit, in den keusch zurückhaltenden Worten, in der abgewogenen, reinen Redensart und in der unauffälligen, züchtig vorhüllenden Kleidung. Der zurückgezogene, keusche Sinn und die reine Redensart sind charakteristische Merkmale der jüdischen Geschlechtsverhältnisse. ׳Denn inan weiß schon, wo es notlut, das rechte Wort zu finden, besonders um eventuell die Verletzung des jüdischen Gesetzes oder der jüdischen Sitte zu verhüten. Jedoch spricht man nicht unnötig von Dingen und Gefühlen, die, wenn auch recht und menschlich, unter den Schleier des Schamgefühls gehören. Die sinnliche Leidenschaft schafft dem Menschen Kämpfe genug, es ist ganz überflüssig, sie auch aus ihrer Ruhe zu wecken und zu reizen. Eben der Umstand, daß in jüdischen Kreisen viel weniger oder fast gar nicht von. Liebe und Neigung gesprochen 'wird, hat es zur Folge, daß die Treue und Aufopferung jüdischer Eheleute für einander in anderen Kreisen kaum ihresgleichen findet. Man läßt eben die Treue nicht in leeren Worten erschöpfen. Die reine jüdische Sittlichkeit veranlaßt den Juden, sich in den Willen des Allmächtigen zu fügen, sich seinen heiligen Geboten zu unterordnen und sich eher in dem Erlaubten einzuschränken, als auch nur einmal gegen sein heiliges Gesetz zu verstoßen. Die altbewährte jüdische Sittenreinheit bringt es mit sich, daß jüdische Eheleute auf den Schutz und auf die Hilfe des Allmächtigen vertrauen und freudig die Last der Familiengründung und Kindererziehung auf sich nehmen. Sie sind glücklich in dem Gedanken, daß der Allmächtige das aus ihrem Fleisch und Blut erstehende neue Leben mit seinem heiligen Geiste aus- : stattet, in welchem sie sich vielleicht in größerer Vollkommenlieit widerspiegelt sehen werden. Weder selbstsüchtige Bequemlichkeit noch kleinmütige Schwäche wird sie dazü bringen, die Untat der Familienei nschrän- : kung zu begehen. Krankhafte, haltlose Geister pflegen aus Furcht vor dem Kampf ums Dasein das Leben Von sich zu werfen. Nur mit dem Moralbilde dieser Elendsten kann diese moderne Selbstentleibung verglichen werden, daß einzelne ihr eigenes Ich aus der großen Zukunft des jüdischen Volkes ausmerzen. Nicht geringer ulß diese moralischen Charakterziige ist aber auch die Bedeutung des Bekleidungswesens. Es liegt in der Natur der Sache, daß es sich in dieser Be- Ziehung hauptsächlich um die Kleidungsart der Frau handelt, da sie doch mit ihrer und ihrer Töchter Kleidung ihrem Hausp ein Gepräge edler Zurückgezogenlieit oder dementgegen einen Ton herausfordernder Auffälligkeit geben kann. Es fällt niemandem ein, daß die jüdische Frau heute etwa die Toiletten der Großmütter zum Muster uehmen soll; sie soll nur mit Takt und Klugheit das zu wählen wissen, woran das Auge der 'Mitwelt schon gewohnt ist, daß sie auffällige Farben und Farben- Zusammenstellungen vermeide, ganz besonders jedoch, daß sie darauf bedacht sei, das Kleid als vollkommene Hülle und Bedeckung zu gebrauchen. Daß ihr Kopfhaar nach der Heirat nie mehr sichtbar werde, daß ihr Kleid unbedingt bis an den •Hals und vollständig über die Länge der Arme reiche und auch die Beine nur zum unbehinderten Gehen und nicht zur Schau freilasse. Daß sie es verstehen soll, ihre Bekleidung nach der Forderung des jüdischen Gesetzes und der jüdischen Sitte zu gestalten und eventuell auch den Mut besitzt, so manche Mode ganz aus ihrem Hause zu weisen. Wenn sie sich solcherart in ihrer Kleidung, nicht minder aber auch in ihrer sonstigen Umgangsart und in ihrer ganzen Haltung einer keuschen Zurückhaltung zu befleißen weiß, dann hat ßie nicht nur ihrer Ehe eine schützende Festung errichtet, die allen Stürmen widersteht, sondern auch zu dem sittlichen Gleichgewicht ihrer Mitwelt ein Bedeutendes beigetragen. Jüdische Häuser müssen schützende Maßregeln gegen die immer in anderer h’orm auftretende Sittenentartung ergreifen. Es bestehen zum Beispiel schwerwiegende religionsgesetzliche Bedenken gegen die Würde solcher jüdischer Familien, in denen der Gebrauch von Hochzeitsreisen heimisch ist. Es ist tief entwürdigend für jüdische Personen, sich solchen jüdischen Personen anzngesellen, die an geschlechtlich nicht geschiedenem, offenem Bade teilnehmen. Diese und ähnliche Gepflogenheiten entehren den Juden, der sich noch als solchen mit Stolz nennen will. An warmen Abenden schwärmt eine Menge kleiner Fliegen und Mücken dem Lichte zu; das Licht lockt und zieht sie an. Daß es eine verzehrende Flamme ist, der sie so froh und ungestüm zustürmen, ahnen sie nicht. Im Taumel der Lust sinken sie ins Verderben. Die im Sinnestaumel berauschte Welt will noch immer nicht sehen, wie sie mit der Lockerung des Schamgefühles, mit der Vergnügungssucht und mit der Nachahmung jedes Modewabnes ihre Seelenruhe, ihr Eheglück und ihre Familienreinheit untergräbt, ganz abgesehen von dem materiellen Ruin, den diese moralischen Epidemien so oft verursachen. Aber die Vernünftigen des jüdischen Volkes, die treu zum Gesetze und zur Lehre des Schöpfers halten, werden ihre Häuser zu schützen verstehen, wie sie dieselben in allen früheren Zeiten der Entartung und des Sitten Verfalles zu schützen wußten, und diese, wenn auch nur wenigen, werden die Grundsteine sein, aus denen der Schöpfer ein reines, glückliches jüdisches Volk wird neu erstehen lassen. Lebensreform. In der Woche vom 16. bis 23. September fand in Wien der IV. Kongreß der Weltliga für Sexualreform statt. Schärfster Radikalismus, der jeder sexuellen Bezie־ hung weitestgehende Freiheit zusichern möchte, stand hier jener Lebensauffassung schroff entgegen, die in der Ver־ wirklichung des puritanischen Ideals allen Daseinszweck zu erkennen vermeint. Wohl aus dem Herzen jedes gläu־ bigen Menschen waren die Ausführungen des Individual־־ Psychologen Dr. W e x b c r g gesprochen, der als das oberste Prinzip jeder Zukunftsgestaltung nicht Sexual־־ reform, sondern vor allem Lebensreform formulierte. Der jüdische Beobachter, dessen Weltanschau־ ung fest verankert ist im Bewußtsein der unbedingten Verbindlichkeit des gsttlichen Gesetzes, empfing auf dieser Tagung vielfache Anregung und die neuerliche Bestätigung der Wahrheit von jeher betätigter Lebens־ maxime. Die vergleichende Frage :regte sich, wie sich denn im Rahmen der jüdischen Gemeinschaft der Zug allge־ meiner Demoralisierungstenäenzen ausgewirkt habe, in welchem Maße das Sexualproblem hier zum Lebenspro־ blem geworden sei. Ehrliche Prüfung der bestehenden Verhältnisse ließ uns zu dem Ergebnisse kommen, daß, mögen sich auch durch die Zeitströmung die Bande des jüdischen Familienlebens ein wenig gelockert haben, das geschriebene Gesetz jüdischer Sittlichkeit- und das unge־ schriebene jüdischer .Zucht, das ,Bollwerk der jüdischen Familie, im Sturm der Zeit erhalten hat. Diese Kontinui־ tät sittlicher Erhaltung war nur möglich durch Trieb־ Beherrschung, durch Sublimierung, die sexuelle Energie in geistige transponiert. In diesem Sinne sprach auch auf dem Kongreß der Soziologe Dr. Barer, dessen Dar־ legungen über ״Sexualnot im Judenghetto“ größten!, Inter־ esse eines verständnisvollen Auditoriums begegneten. In Anlehnung an Gedankengänge, die Siegmund Freud in seinem jüngsten Buch ״Das Unbehagen in der Kultur“ ausgesprochen hat, wies Dr. Barer darauf hin, welch unge־ heure Werte die Transformation des sexuellen Potentials in geistige Leistung auslöse, und I>am zu dem Schlüsse, daß die Voraussetzung alles kulturellen Aufstieges jene Sublimierung sei, wie sie in der Sexualethik des Juden־ tums so vollendeten: Ausdruck gefunden hat. 'Plenarsitzung der Keren Hathora- .Zentrale, Wien. Die Keren Hathora־Zentrale trat gemeinsam mit dem Kuratorium von Beth Jacob am 28. September d. J. zu einer Plenarsitzung zusammen. Anwesend waren die Herren: Rabbiner Mosche Mordechei Epstein, Jerusalem, Rabbiner Beer Friedmann, Wien־Czortkow, Großrabbiner M. Friedmann, Wien־Sadogora, Wolf Pappenheim, Wien, Dr. Deutschländer, Wien, Rabbiner Dr. Pollak, Wien, Salomon Tiirkl, Wien. Zunächst begrüßte Herr Wolf Pappen heim mit herzlichen Worten das Mitglied der Exekutive des Rab־ binischen Rates, Herrn Rabbiner Moische Mordechei Epstein, den Leiter der Jeschiwah ״Chebron“ in Jeru־ salem. Rabbiner Epstein gab einen Ueberblick üher die Lage des Thorastudiums im Heiligen Lande und berichtete auch über das furchtbare Schicksal der ihm unterstellten Anstalt, die im vergangenen Unglücksjahre am, meisten gelitten hat. ,Rabbiner Epstein dankte für die Hilfe der Keren Hathora־Zentrale und bat zur Sicherung des Be־ Standes um weitere Maßnahmen. In der angeschlossenen Diskussion wurde das Projekt einer großzügigen Welt־ aktion zur Erhaltung des Jeschiwoth, deren Notlage einen kritischen Höhepunkt erreicht hat, besprochen. Ueber die Tätigkeit 1n Rumänien referierte auf Grund seiner persönlichen Besuche Großrabbiner M. Friedmann, Wien־Sadogora. Er unterstrich in seinem Referat die Notwendigkeit intensiver Beth Jacob־Tätigkeit in Cernauti, Stroznic, Gura Humora und anderen Städten. ' Ueber die Arbeit des Keren Fiathora auf dem Ge־ biete des niederen und mittleren Schulwesens berichtete Dr. Deutschländer. In Litauen wurden erstmalig zwei Sommerfortbildungskurse für die Erziehungsgesellschaft ״Jawne“ in Palangen eingerichtet, und zwar für Lehrer und Lehrerinnen, welche von 52 Teilnehmern besucht waren. Die Keren Hathora־Zentrale entsandte neben den Referenten Herrn Oberräbbiner Dr. Carlebach, Altona. Von den inländischen Dozenten waren Herr Rabbiner Bakst, Dr. Holzberg und Herr Schmulowitz, Telsai, tätig. Die Beth Jacob־Kurse in Rabka wiesen in diesem unier Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg wird das Speisefett Kunerol hergestellt. * ל.. J. , ■sXv* J^unerol ist reines Kokosnubfett und kann von jedem Strenggläubigen ohne Bedenken zur Zubereitung von Milch- und Fleischspeisen verwendet werden. tQO# M ES KOKOSNUSS FEIT Nur echt in Originalpackung. Vor täuschend ähnliche'!! Nachahmungen wird gewarnt! Jahre eine abermalige Steigerung auf (von 240 im Vor־ jahre auf 320 Teilnehmern). Die Einrichtung des Ganzen war wie in den Vorjahren. Außer den Dozenten des Seminars (Frau Schenierer, Frl. Landsberg u. a) waren die Herren Rabbiner Dr. Pinkas Kohn, Wien, Dr. Birnbaum, Hamburg, Frl. Dr. Rosenbaum, Frankfurt a. M., A. Z. Frydmann, Warschau, Orleans, Warschau, und Fr!. Hanna Kohn, Ansbach, tätig. Die Kursdauer erstreckte sich auf über vier Monate. In die Sommererholungskolonien von Beth Jacob, die in Pabianici, Otvock (Mittelpolen), Rabka, und Sankt Georgen (Slowakei), stattfanden, wurden 600 Kinder auf־ genommen. Zu den Kosten der Kolonien in Polen hat der ״Joint“ einen größeren Beitrag als Zuschuß geleistet. Für die Zöglinge, der Talmud Thora־Schule (Knaben) hat der Leiter des Keren Hathora in Polen, Herr Deutscher, auch erstmalig eine Kolonie eingerichtet. Zur Verlesung gelangt dann der Baubericht des Herrn A. Spira (Krakau) über die mit Intensität fort־ geführten Arbeiten am Bau des Zentralinstitutes in Krakau, der so weit gefördert wurde, daß der Unterricht und das Logis der Kandidatinnen zu Beginn des neuen Se־ mesters im neuen Heim stattfinden wird können. Auf־ genommen sind 98 Kandidatinnen. Zum Schluß referierte Dr. Pollak über die in Wien gegründete :Beth Jacob־Zentrale für Mitteleuropa. Zur Teilnahme an den Lehrerinnenkursen haben sich bereits Kandidatinnen aus Rumänien, Jugoslawien,־ Tschechien, Griechenland und Oesterreich gemeldet. Es wurde be־ schlossen, den Fortbildungskurs wie auch den ersten Seminarkurs am Rausch -Chaudesch Cheschwan zu eröffnen. Für die Auswahl der Dozenten wird eine drei־ gliedrige Kommission ernannt. Die provisorische Leitung hat der Direktor der Beth Jacob־Zentrale, Herr Doktor Deutschländer, inne, bis zur Eröffnung aller in Aussicht genommenen Kurse, die dann die Ernennung eines;haupt־ ämtlichen Leiters notwendig machen. Begnadigung Philipp Halsmanns. Philipp Halsin a 11 n, den die Innsbrucker Geschworenen wegen eines angeblichen Totschlages, begangen an seinem Vater, schuldig erkannt und zu vier Jahren schweren Kerker verurteilt haben, ist vom Bundespräsidenten begnadigt worden, nachdem er in der Strafanstalt Stein die Hälfte der über ihn verhängten Strafe, mit Einrechnung der Einzelhaft (zwei Monate gelten gleich drei Monaten gewohnliche Haft) zwei Jahre, verbüßt hat. Rabbiner Dr. Z. Taubes. Am 17. September wurde der neugewählte Rabbiner des Pazmanitentempels in feierlicher Weise in sein Amt eingeführt. Der;Einführung im Tempel ging eine interne Feier der Vorstandsmit־ ,glieder im Sitzungssaale des Tempelvereines voraus. Den Abschluß der Festlichkeiten bildete ein Bankett im Fest־ ,saal des K r ü g e r ־ FI e i in e s, an dem mehr als 100 Per־ sonen, darunter in Vertretung Mer Kultusgemeinde die Vizepräsidenten Dr. J. Ornstein und Dr. J. Löwe n־ herz, in Vertretung der Wiener Tempelvereine Börserat I. Glück sowie in Vertretung des Rabbinerverbandes Rabbiner Dr. M. Rosenmann teilnahmen. Tief gerührt dankte Rabbiner Dr. Taubes für das ihm von allen Seiten entgegengebrachte Vertrauen, das zu erringen seine Lebensaufgabe bilden werde. 25jähriges Amtsjubiläum des Oberrabbiners von Trier Dr. Adolf Ältmann. AmN6. September 1930 werden es 23 Jahre sein, daß der bekannte Oberrabbiner von Trier, Dr. Adolf Altmann, seine rabbinische Wirksamkeit ent־ faltet. Gleichzeitig mit diesem Jubiläum jährt es sich zum zehntenmal, daß Herr Dr. Altmann nach segensreicher und vielseitiger Wirksamkeit als Rabbiner in Salzburg und Meran zum Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde Trier berufen wurde. Während des Krieges war Herr Dr. Altmann Feldräbbiner und hat an einflußreicher Stelle eine sehr reiche und überaus segensvolle Tätigkeit entfaltet. Frau Regine Pick gestorben. Die Gattin des Präsi־ denten der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, General־ Oberstabsarzt Prof. Dr. Alois Pick, ist nach kurzer Krank־ heit .gestorben. Die Verstorbene war in der Wiener Gesell־ schaft durch ihr charitatives Wirken hoch geschätzt. Ihre Tätigkeit als Obervorsteherin des Merores Waisen־ hauses in Wien fand allgemeine Anerkennung. Die Be־ stattung fand unter ganz ungewöhnlich großer Beteiligung aller Wiener jüdischen Kreise statt. Rabb. Dr. Feuchtwang entwarf in ergreifender Rede das Lebensbild der Ver־ blichenen. Vizepräsident Dr. Jakob O rn st e i n würdigte, selbst aufs tiefste gerührt, in erschütternden Worten das Wirken dieser edlen, mütterlichen Frau auf.allen Gebieten der Waisenfürsorge. ״Zsidö Jövö“. Unter diesem Titel ist die erste Nummer einer in ungarischer Sprache verfaßten Monatsschrift in Satumare (Rumänien) erschienen. Die unter der Chefredaktion des Flerrn Dr. Frischmann im konservativ-religiösen Geiste geleitete Zeitschrift macht einen vortrefflichen Eindruck. /

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