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Jüdische Presse · 1930-09-12 · 37 (12.9.1930) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
37 (12.9.1930)
Date
1930-09-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE PRESSE Nr. 37 ■ Tschec ho Die Kongrua. Die Kongrtiagesuche der jüdischen Seelsorger befinden sich derzeit im Stadium der definitiven Erledigung. Der größle Teil der einzelnen Gesuche ist bereits im günstigen Sinne abgeschlossen. In wenigen Wochen dürften die Rabbiner bereits die amtliche Verständigung in die Hände bekomme!). Den berechtigten Wünschen der Rabbiner be- 7,ii gl ich der Anrechnung gewisser Gehaltszulagen wurde hiebei über Einschreiten der orthodoxen Landeskanzlei in sehr entgegenkommender Weise Rechnung getragen. Diese günstige und humane Erledigung ist im besonderen ein Werk des Herrn Ministers für Schulwesen. Dr. Derer, der mit vollem Verständnis für die Lage der Rabbiner auch für diese schwierige Frage im Rahmen des Gesetzes eine befriedigende Lösung gefunden hat. Gründung eines Vereines ״Maclisike Jeschiwoth“ für die Slowakei. Die Notlage der Jeschiwoth in der Slowakei hat nach längerer Vorbereitung und zahlreichen Be« sprcchungen im engeren Kreise endlich 7.u einer ernsten Beratung größeren Stiles und auch zu den ersten An» sätzen einer organisierten Hilfeleistung geführt. Die von einem vorbereitenden Komitee auf den 14. E1111 nach Nove Zamky einberufene Versammlung fand unter reger Beteiligung von Rabbinern und Baalcbatim statt und bewies vor allem das eine, daß ein guter VV i 1 1 e z u r P f 1 c g c der Jeschiwoth und zur Hebung ihrer finanziellen und moral״ sehen Lage in weiten Kreisen des Judentums im Lande zweifellos vorhanden ist. Diesen guten Willen in zweck» entsprechender Weise zur praktischen Wirksamkeit zu bringen, das war die Aufgabe der Beratung. Mit tiefem Ernst lind mit aufrichtigem Interesse gingen alle An» wesenden an die Lösung dieser Aufgabe heran und kamen zu dem Beschluß, einen Sonderverein — Machsikc Jeschi» woth — zu gründen, der alle Freunde der Jeschiwoth in der Slowakei zusammen fassen und die finanziellen Mittel zur Unterstützung und Förderung der Jeschiwoth in der Slowakei herbeischaffen soll. Das Judentum in der Slo» vvakei soll in diesem Landcsvcrcin ein Instrument _ er» halten, das der Hilfeleistung für die Jeschiwoth ausschließ» lieh zu dienen, sie möglichst einheitlich zu leiten und bis zum erreichbaren Höchstmaße zu steigern berufen ist. Wird sieh dieses neue Instrument als ^tauglich er» weisen, was ihm im Interesse der Jeschiwoth zu wünschen ist, und werden dem Verein die erforderlichen G e 1 d b e t r ä g c in reichem Maße zufließen, was unter allen Umständen eine dringende Notwendigkeit ist, so wird die Nove Zamkycr Versammlung als eine der bc» deutungsvollsten jüdischen Zusammenkünfte bezeichnet werden dürfen, die seit der Gründung der tschechoslowa» löschen Republik tagten. Der Erfolg hängt fortan z\tm größten Teil von der Energie der Vereinsleitung und der Opferbereitschaft der Thorafreunde im Lande ab. An der Versammlung nahmen die ehrw. Herren Rabbiner Tigermann (Nove Zamky), Ungar (Trpava), B u x b a u m (Galanta), Weinberger (D. Streda), Abclcs (V. Sarluhy), Lau (Presov), Broda (Miava), Eckstein (Scrcd), Baum (Gutä‘)* Weiß Slowakei ■ (Rete), Fürst (Cus), S t r a ß e r (Sala n. V.) Rubin» stein (Janoshaza), Singer (Samoryn) u, a., und außer» dem die Vertreter der Gemeinden Nove Zamky, D. Streda, Nitra, Trnava, Topolcany, Cus, Guta, Bratislava, Kosicc, Piestany, Komarno, Sala n. V., Galanta, Scred, Presov, Rete, Farkosd, V. Sarluhy u. a. teil. Als erster ergreift Se. Ehrw. Herr Oberrabhiner Tiger mann das Wort zu einer warmen Begrüßung und zu guten Wünsche״ für die Beratungen im Interesse der תיה״ק und der Zukunft unserer אמינה. Der Vorsitzende Herr Oberrabbiner Ungar ent» wirft hierauf unter allgemeiner Spannung ein Bild der traurigen materiellen Lage der ישיבוח und ihrer Zöglinge, die im wörtlichsten Sinne mit1״מסירחנסען unseren Tagen Thora lernen und bezeichnet cs als unabweisbare Pflicht der Gesamtheit, gemeinsam mit den Jcschiwolcitcrn über Hilfsquellen für diese Jcschiwos nachzusinnen. Es soll heute der Weg der vereinten Arbeit in einem Unter» stützungsverein beschritten werden, auf dem sich alle ״י אוהבי חולה tatkräftiger Opferbereitschaft finden sollen. Tiefbewegt widmet ,Redner Worte der Trauer um den unerwartet frühen Heimgang des Initiators dieser Vereinsgründung, R. Salomon Paschkusz ןצ״ל und bittet die Versammelten, diesen schweren Verlust durch eigene hingebungsvolle Arbeit zu ersetzen. Herr Oberrabhiner Eckstein erstattet hierauf sein Referat über die geplante Tätigkeit des Vereines, wo» hei er in umfassender Weise die Situation der Jeschiwoth in der Slowakei und ihre materiellen Grundlagen bc» leuchtet, und legt den Statutenentwurf des Landesvcreincs מחזיקי ישיבות vor. An dieses Referat und namentlich an die einzelnen Bestimmungen der Statuten knüpft sich eine sehr an» regende und fruchtbare Debatte an, wobei fast alle An» wesenden das Wort ergreifen. In diesem Rahmen begrüßte Herr Rafael K o 11 n, Präses der Hove Zamkyer orth. Ge» meinde, die Versammlung im Namen der Gemeinde auf das herzlichste. Nachdem die Herren Sußmann (Ga־ lanta), 'Honig (Cus), Grauß (Topolcany), Moses F r e y ״(Bratislava), Krauß (D. Streda) u. a. gesprochen haben,־׳wird der Statutenentwurf angenommen. Sehr ausführlich wurden die verschiedenen An» regungen zur Beschaffung der Mittel zur Er» haltung der Jeschiwoth behandelt. Es sollen nach allgemeiner Ansicht außer den Mitgliedsbeiträgen der Ein־ zelnen auch die Gemeinden als solche zur Beitrags» Icistung herangezogen werden. Es wird verlangt, daß manche koschere Gebrauchsartikel mit einer Zusatzsteuer zugunsten der Jeschiwoth belegt werden. Herr Ober» räbbincr Bau m will diese Steuer so verstanden haben, daß nicht der Konsument belastet, sondern der Fabrikant als Entgelt für den Hech scher von dem hech» schcrerteilenden Rabbiner verpflichtet werde, eine Steuer an die Jeschhvothkassa abzuliefern. Herr Blum (Kosice) meint, die Fabrikanten würden eine solche Abgabe wohl auch freiwillig leisten, wenn sie darum angegangen wiir» den. Herr Oberrabbiner R u x b a u m empfiehlt, von den Gemeinden zu fordern, eine allgemeine progres» sive Zusatzsteuer von den Mitgliedern zur Erhal» tung der Jeschiwoth zu erheben. Große Aufmerksamkeit ruft die wirkungsvolle Rede des Plerrn Oberrabbiners Lau hervor. Er hält es bei der gegenwärtigen Wirtschafts» läge für sehr schwer möglich, von den Einzelnen jetzt solch große Mitgliedsbeiträge herauszubekommen, wie sie für die Sache unbedingt notwendig sind, wenn sie nicht zugrunde gehen sollen. Deshalb sollten die Ge» meinden als solche zu großen Beiträgen verpflichtet wer» den. Diese Beitragspflicht müßte auch im Einvernehmen mit der orthodoxen Landcskanzlci im neuen ort h 0־ doxen Landesstatut verankert werden, damit die Jeschiwoth als unzweifelhaft wichtigste Institutionen der Orthodoxie auf materiell gesicherter Basis bestehen können. Desgleichen soll der Gedanke der Pflicht gegen» über den Jeschiwoth in die Massen getragen werden. Achnlich wie im Vorjahre auf der Kcncssioh Gcdauloh in Wien für die orthodoxe Allgemeinheit beantragt er für die Slowakei im besonderen zu diesem Zwecke die Einführung einer speziellen Marke für die Sabbatlichter im Sinne des נר מצוה ותורה איר zugunsten der Jeschiwoth. Herr Oberrabhiner Weiß schließt sich diesen Vor» schlügen an und wünscht, daß die Rabbiner abwechselnd die einzelnen Gemeinden aufsuchen und Interesse für die ישיבות wecken. Herr Herrn. Löwy (Nove Zamky) dankt besonders den Herren Oberrabbinern B u x 1) a u m und Lau für ihre Reden. Alle diese Anträge und An» regungen werden der Vcrcinslcitung zur schleunigen Durchführung überlassen. Die zum Schlüsse gewählte Vereinsleitung besteht aus folgenden Herren: Julius Herzog (Nove Zamky), Präses; Isidor Sußmann (Galanta), Vizcpräscs; J. Hönigsbcr (Nitra), Kassier; Makus Fürst (Bra־ tislava), Kontrollor; Pasc 11 ku sz (D. Streda); Ign. K a» lisch (Galanta), I. A b e 1 c s (Trnava), S. S c h a r m a n (Kosice), Raf. Kolm (Nove Zamky) und Arnold K ä m p f 11 e r ( Bratislava), Repräsentanten. Rekruteneiiirückimg. Der 1. Oktober, der Einrückungstag der neu» assentierten Rekruten, fällt in diesem Jahre auf Ercw Jomkippur. Dieser Umstand gestaltet die Einrückung für die jüdischen Rekruten zu einem besonders schweren Zwang. Das orthodoxe Zentralbiircau in Bratislava bc» mühte sich deshalb, den jüdischen Rekruten einen Auf» schuh bis nach Jomkippur zu erwirken. Wie jetzt das Ministerium für nationale Verteidigung dem orthodoxen Zcntralbureau mitteilt, konnte diesem Ersuchen bedauer» licherweise nicht Folge* gegeben werden. Die jüdischen Rekruten haben demnach ebenfalls am 1. Oktober cinzu» rücken. Dagegen wird ihnen gleich allen anderen jüdischen Soldaten im Rahmen der Dienstvorschriften am Jomkip» pur und den anderen jüdischen Feiertagen Dienstfreiheit gewährt, nach Möglichkeit Gelegenheit zur Teilnahme am Gottesdienst gegeben, sobald sic darum ansuchen. Gegen die vollständige Sonntagsruhe. Die Nachrichten von der beabsichtigten gesetzlichen Einführung dev allgemeinen und vollständigen Sonntags» ruhe in der Slowakei oder zunächst bloß in Bratislava hält die gesamte sabbatbaltcnde Kaufmannschaft in dauernder Erregung. Die Rabbiner und Gemcindclcitungcn werden von den durch eine eventuelle Aenderung des gegenwärtigen Zustandes in der Sonntagsruhe in ihrer wirtschaftlichen Existenz schwer bedrohten Kreisen der Kaufmannschaft und Gewerbetreibenden bestürmt, die zentralen Körperschaften des slowakischen orthodoxen Judentums zur schleunigen Ergreifung von geeigneten Abwehrmaßnahmen zu drängen. Im allgemeinen herrscht die Ansicht vor, daß• es vor allem geboten sei, sowohl den Handelsminister als auch den Minister für soziale Für» Eine sonderbare Biographie.! Von Rabbiner Ph. Fischer in ׳Särospatak. Unter dem Titel ״Die׳ Laufbahn des Dr. Franz.Mezcy“ veröffentlichte das Organ des Poster Rabbinerseminars ״Magyar Zsidö S z e m 1 e“ jüngstens (Heft 7 bis 12, 1929) eine ausführliche biogra» phische Skizze des gewesenen neologen Kanzleipräses, des langjährigen erbitterten Kämpfers für die Unifizierung der Orthodoxie und der tNeologie in Ungarn. Der Verfasser dieser Arbeit ist IJe*r Dr. Kalman Ocdön, seines Zei» chens Rabbiner ,;der neologen Gemeinde zu Budapest» Köbänya. Indem diese Arbeit den engen Rahmen einer rein persönlichen biographischen Skizze überschreitet und auch eine Darstellung der historischen und Wissenschaft» liehen Motive und Prinzipien der in dem Streben nach einheitlicher Organisation der ungarischen Judenheit gipfelnden Religionspolitik der erwähnten führenden Gestalt der ungarischen Neologie geben will, wird sie i n ihrer Methode tatsächlich ganz würdig des Mannes, dessen Rechtfertigung und Glorifizierung sie dienen will. Denn die wuchtige Energie und Stoßkraft dieser Person» lichkeit bestand eben darin, daß sie im Dienste einer vor» gefaßten religionspolitischen Ideologie, Jahrzehnte hin» durch, einerseits taub und blind allen Argumenten der Gegenseite gegenüber blieb, andererseits wieder die treff» liehe Advokatenkunst besaß, kleinlichste Nebensächlich» keiten zu entscheidenden Prinzipienfragen aufzubauschen, über tatsächlich wichtige, ja entscheidende Fragen aber mit einer solchen beneidenswerten Gleichgültigkeit hin» wegzuschreiten, als könnten dieselben infolge dieses Ver» Schweigens einfach aus der Welt geschafft werden. Na» türlieh rächt sieh dann die tatsächliche Wirklichkeit an einer solchen Methode, indem sie all die utopistischen Ideale und Strebeziele, in deren Dienst eben eine der» artige unredliche Methode betätigt wird, eben als das er» kennen läßt, was sie in Wirklichkeit sind: nämlich als un» durchführbare Utopien! Und dieser Methode blieb auch der Verfasser dieser Arbeit treu, glaubte vielleicht auch als Glorifikator ihr um allen Preis treu bleiben zu müs» sen. Wir sind wohl der entgegengesetzten Meinung, daß man nämlich auch bei einer etwas redlicheren, d. h. objektiveren Methode — ,wobei man auch den Geg» ner zu Worte kommen läßt — noch immer den Lebens» lauf der dargestellten Persönlichkeit als eine von durchaus idealistischen und edlen Beweggründen geleitete, hätte darstellen können. Unser Autor scheint aber nicht ohne Nutzen die auch vom Historiker Grätz miteingeweihte Anstalt, nämlich das Pester Rabbinerseminar, absolviert zu haben. Denn seit dem Historiker Grätz, der von der erwähnten Anstalt als einer ihrer Schutzpatrone und Idealgestalten gefeiert wird, sind wir armen Orthodoxen gewöhnt,- daß man uns, ohne uns scheinbar einer Beachtung zu würdigen, nur so vorrüberreden läßt! Auch unser Autor, ein treuer Schüler seiner Alma mater, führt ausführlich und breitspurig genug die Grundlinien der seligen Mezeyschen Beweisführung für die ״Einheitlich» keit“ und die Notwendigkeit der ״einheitlichen Organisa» tion“ an, läßt aber kaum erahnen, daß schließlich auch jene ״bösen Brüder“, die widerhaarigen Orthodoxen, so etwas wie ״prinzipielle Motive“ für ihren ab» lehnenden Standpunkt hatten und haben, so daß derjenige, der diesen Fragenkomplex bloß aus der Darstellung un» seres Autors kennen lernt, tatsächlich den Eindruck ge» winnen muß, daß die orthodoxen ״Störenfriede“ einfach trotzige Rangen sind, die mir nichts, dir nichts, so ge» fühllos die jahrtausendealte Einheit in Israel in Brüche gehen lassen. Ja, so steht die ungarische Orthodoxie in dieser einseitigen Beleuchtung dieser sonderbaren Biographie da: כחרש לא ישמע וכאלם 1ב׳! Wie ein Tauber, der nicht hört, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftun kann! Und doch hatte unser Verfasser, so anders wahre Objektivität und Redlichkeit, und nicht einseitige Tendenzmacherei seine Feder geführt hätten, es wissen müssen, daß die von ihm ausführlich dar» gestellte Beweisführung Mezeys zugunsten der Unifikation nicht ohne Widerlegung seitens der Orthodoxie geblieben ist. Daß namentlich der Schreiber dieses die von Mezey verfaßten und vom 11. Juni d. J. 1906 und vom 12. Juli d, J. 1908 datierten, an das Kultusministerium gerichteten neologen Denkschriften, welche die grundlegende Dar» Stellung der gesamten religionspolitischen Ideologie und Beweisführung für die Unifikation sozusagen in er» schöpfendster Ausführlichkeit enthalten, in dem damali» gen amtlichen Organe der ungarischen Orthodoxie ״Magyar Zsidö“, Jahrg. 1908 und 1909, später auch, wie bereits ip einem früheren Artikel erwähnt, unter dein Titel ״Können sich die Orthodoxen mit den Neologen vereinigen?“ — in Sonderausgabe (162 Seiten) erschienen — Zeile für Zeile widerlegte! Hier gibt es nur ein Entweder» Oder. Entweder kennt der Verfasser nicht diese Wider» legung, so weist dies auf einen Mangel hin in der w i s» senschaftlichen Vorbereitung zur Abfassung seiner Arbeit. Oder aber verschweigt er sie, dann weist solches auf noch Schlimmeres hin: auf Mangel an Redlichkeit in der Behandlung seines Gegenstandes. Tertium non est datur! Es würde allzuweit führen, wollten wir die Dar־ Stellung der unifikationssüchtigen reÜgionspolitischen Ideologie Mezeys in der uns vorliegenden Biographie abermals ins Einzelne gehend behandeln. Möge unser Autor Einsicht in unsere früher erwähnte Schrift, oder auch nur in das Inhaltsverzeichnis derselben nehmen, ja, bloß die 37, sage siebenunddreißig Kapitelüber» Schriften lesen, dann wird er bekennen müssen, daß wir bereits seinerzeit, vor zwei Jahrzehnten, jeglichem, auch dem geringfügigsten Bestandteile des von ihm dargelegten Ideenkomplexes die gebührendste Würdigung und Beur» teilung zuteil werden ließen, so daß er keinesfalls zu einer derartig unkritischen, ja geradezu gläubigen, keine Gegen» argumente zu kennen scheinenden Wiedergabe jener von Mezei zum prägnantesten Ausdruck gebrachten Ungarn sehen neologen Ideologie in politicis berechtigt ge» wesen war. Bloß folgende Einzelheiten wollen wir hervorheben und kurz und bündig beleuchten, weil sie teilweise solche Momente sind, die in den erwähnten und von uns be» handelten Denkschriften noch nicht geltend gemacht und daher nicht beurteilt werden konnten, teilweise aber gar beweiskräftig sind für die Richtigkeit der zu Anfang dieser Ausführungen in flüchtigen Zügen hingeworfenen Charakteristik der Unehrlichkeit jener gewissen neologen Advokatenkunst, die in der uns vorliegenden Biographie ihre treue Darstellung findet. Laut unserem Verfasser bildete in der Ideologie Mezeis der Umstand, daß nach den Orthodoxen der Almemor in der Mitte der Synagoge zu stehen hat, wäli» rend die Neologen dies nicht beachten, eins der wich» tigsten Argumente der Orthodoxie gegen die Unifikation! Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es einfach zum Lachen!

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