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Jüdische Presse · 1930-09-05 · 36 (5.9.1930) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
36 (5.9.1930)
Date
1930-09-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 56 JÜDISCHE PRESSE Seite 3 Das neue Schuljahr. Das kommende Schuljahr, welches am 16. September d. J. beginnt, bedeutet einen beaehtensweiten Markstein in dem Ausbau des Wiener jüdischen Schul Werkes. Die vierklassige M ii d c h e n v o 1 k s s e h u 1 e des Talmud-Thora-Schulvereines, die in knappen vier Jahren einen glanzenden Ausbau erfahren hat., wird mit dem kommenden Schuljahre mit einer Madeheiiliaup (schule gekrönt. Zur Eröffnung gelangt zunächst die erst e Klasse dieser neuen Mädehcnluuiptschule. die gleich der Volksschule in der Z e ״ t. r a I a n s t a 1 t f ii r j ü d i s c 11 e M U d c henerzichu n g u n d F o 1־ fb i I d u n g. D r. K r Li g e r-H e i in. 1 I.. M a I zgasse 7, untergebracht wird. Eine ganz besondere Sensation im Wiener, jüdischen Schulleben bedeutet die Betli-Jaakob-Lelirerinbildungsanstalf, die im •Dr. Krüger-Iieim mit dem kommenden Schuljahr zur Eröffnung gelangt. Die Lehrerinausbildung wird zwei Jahre in Anspruch nehmen. Der erste Jahrgang, zu welchem Anmeldungen aus Wien und aus allen Nachfolgestaaten vorliegen, :beginnt n a e h d e n g r o ß c n 1' e i e r t a g e n Dienstag, den 21. Oktober. Vom kommenden Scl1ul.ju.11r an wird im Dr. Krüger-Heim ein s t r e n g rituelle s Müdchenpensionat bctriäbeu, das wohl zum ersten Mal o r 111 odoxen Mädchen Gelegenheit bietet, in Wien, in dieser alten Kulturstaclt sich weiter zu bilden. Die im Dr. K1*üger-<1 leim befindliehen verschieden( liebe 11 'Schultypen wie K o c h-, T 11 r n-, M u s i k- und K u n s t g e w >: r b e k 11 r s e bieten reichlich Gelegenheit hiezu. Die m o d e r n e S |) 1־ a e h s e 11 u I e (französisch, englisch) im Dr. Krüger-Heim wird mit Rücksicht auf die Schülerinnen, die ans den Nachfolge- Staaten kommen, mit einem Kurs für Deutsch ergänzt. Die einzige jüdische F r a u e 11 g e w e r b eschule in Wien, 11., Malzg. 7 (Dr. Krüger-Heim) ’:beginnt am' (6. September. Diese Schule, mit Staatliebem Oeffentlioh'keitsrecht ausgestattet, bietet jüdischen Mädchen, die auf H e i I i g halt u n g des Sabbats und auf ein jüdisches Milieu Wert legen, eine besonders günstige Gelegenheit, die Kunst des Kleidermachens und Weißnähen zu erlernen. Einschreibungen an der ״Jesod-Hathora“ Die Einschreibungen für den Kindergarten, für die Knabena und Mädchenreligionsschule als auch für den ganztägigen n״)D)־Kurs finden von Sonntag den 21. bis Donnerstag den 25. Elul (14. bis 18. September), von 10 bis 12 Uhr vormittags und von 3 bis 5 Uhr* nachm, im Schulgebäude, II., Nestroygasse 11, statt Die P. T. Eltern werden aufmerksam gemacht, den Einschreibungstermin genauestens einzuhalten, da bei ■späteren Anmeldungen keine Gewähr für die Aufnahme besteht. _ Adas Jisroel (Schiffschul), Wien, II., Gr. Schiffgasse 8 Kanzlei II., Gr. Schiff gasse 1. Z. 380 ex 930. .! Jüdische Eltern! In Erledigung einer Eingabe der Adas Jisroel hat der Stadtschulrat für Wien unter dem 13. Juni 1930 Z. 2316 — Ila — 1930 den folgenden Erlaß an alle Unterrichts־־ •anstalten hinausgegeben: ״An alle Unterrichtsanstalten! Die Direktionen (Leitungen) werden auf den K. U. M.־E1־laß vom 31. Jänner 1876 ZI. 1208 (Vorschriftensammlung: Die Mittelschulen Oesterreichs von Halma־Sch111ing S. 43) und auf den K. U. M.־Erlaß vom 19. Februar 1876 ZI. 1683, M. V. Bl. Nr. 9 aufmerksam gemacht, wonach bei Verfassung der Stundenpläne auf das israelitische Gebot, am Sabbat des Schreibens, Zeichnens, überhaupt der Handarbeiten sieh zu enthalten, tunlichst Rücksicht zu nehmen und jeder direkte oder indirekte Zwang zur Uebertretung dieses Gebotes zu unterlassen ist. 23. Juni 1930. Stadtschulrat für Wiien. Der geschäftsführende 2. Präsident: Glöckel e. h.“ Es ist klar, von welcher Bedeutung die Sabbat־ heiligung für die jüdische Erziehung unserer Jugend ist. Alle Eltern werden daher ersucht, der Kenntnis dieses Erlasses die weiteste Verbreitung zu geben und ihren Ein־ fluß geltend zu machen, daß möglichst alle von den Wohl# taten desselben im Interesse der Kinder Gebrauch machen. Wenn in einer oder der anderen Schule. Schwierig־ keiten in dieser Beziehung entstehen sollten, ist die Adas Jisroel gerne zur Dazwischenkunft bereit. Wien, am 1. Elul 5690. Der Vorstand der Adas Jisroel. Aufruf! Auf vielfachem Wunsch ist auch dieses Jahr von uns dafür Sorge getroffen worden, daß am JaunvHakipurim an der Kosel Maarowi — UDD שהשכינה לא מה DlpD — für alle diejenigen ein Tefilo gesprochen wird, die uns bis Montag, den 22. Elul (17. September) für unser Schulwerk in Erez־Jisroel einen Mindestbetrag von S 3 einsenden und dabei gleichzeitig ׳ den eigenen hebräischen Namen und denjenigen der Mutter mitteilen. Palästina׳־Zentrale der Agudas־Jisroel, Wien, II., Leopoldsgasse 16. Telephon R40#0#80־, Postsparkassen־ Konto D113.621־. Landesverband der jüd. Jugendvereinigungen Oester־ :richs i. d. A. J. Das Präsidium beruft für den 7. September -eine ordentliche Delegiertentagung nach Frauenkirchen ein. Um 3 Uhr nachm, findet anschließend daran ein Jugendtreffen der orth. österr. Jugend statt. Anmeldungen zur gemeinschaftlichen Fahrt bei größerer Preisermaßi# gung hei der Jugendgruppe II, Wien. Grabsteinsetzung für Bernhard Hofbauer זצ״ל. Am 2. Elul wurde am orthodoxen 1יי כיח עלמין BratU slava auf das Grab des vor zehn Monaten verschiedenen orth. Führers Bernhard H o f b a u e r זצ״ל die מצב״ gestellt. Die Feier, an der zahlreiche Freunde der Familie Hofbiiuer aus Wien und Prcßburg. teilnahmen, riß die Wunde über den Verlust dieses trefflichen Mannes neu auf. Herr Rabbiner F l c s c h und Herr Moritz F eise n־ b u r g hielten am Grabe eindrucksvolle Gedenkreden. Die Organisation der Aguda in Siebenbürgen. Wie uns aus Großwardein gemeldet wird, entfalten sowohl die I.andcsleitung cler Aguda wie das Präsidium der Jugend־ gruppe eine eifrige Tätigkeit, um die Aguda#Idee iti die Massen zu tragen. Zunächst wurde vorige Woche in der Landeshauptstadt Klausenhurg (Cluj) eine öffentliche Versammlung veranstaltet, hei welcher der Präses des Landesverbandes, Herr L. Freund aus Oradea, ein groß־ angelegtes Referat über die Aguda und die zweite Kenessio hielt. Ferner sprachen der Präses des Vorbercitungs־ kornitecs in Cluj. J. CI1. Rottor, und ein Mitglied der Aguda in Polen, Herr Eliescr Jolles. Seitens der ortho־ doxen Gemeinde drückte Präses Rosenzweig seine Sytn־ pathie der Agudarldee gegenüber aus. Es wurde gleich־ zeitig auch eine Zeirc־Agudas־Jisrocl־Ortsgruppc ge־ gründet. Amtliche Verlautbarungen der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Hebräische Sprach« und Bibelschule der israelitischen Kultusgemeinde Wien, XX., Othmargasse 46. Die Einschreibungen für das Schuljahr 1930/31 finden an folgenden Tagen statt: 1. Für die hebräsichen Sprach־ und Bibelkurse (Methode Iwrith־b’iwrith): Montag, den 15. September, Dienstag, den 16. September, und Mittwoch, den 17. September, jedesmal von 3 bis 7 Uhr nachmittags im Saale I. 2. Für die Lese־ und Bibelkurse (Methode der Wiener öffentlichen Schulen): Montag, den 15. September, und Mittwoch, den 17. September, jedesmal von 3 bis 5 Uhr nachmittags im Saale II. 3. Für den Talmud־ und Barmizwah־Kurs: Sonntag, den 14. September, von A/9״ bis 10 Uhr vor־ mittags und Montag, den 15. September, von 2 bis 3 Uhr nach־ mittags, jedesmal im Saale II. Wien, 1. September 1930. Der Vorstand der israel. KuLtusgemeindö Wien. ■ Tschechoslowakei I Pen jirbeh . . . Der in Uzhorod erscheinende ״Keleti Ujsäg“ vom 24. August bringt eine Unterredung seines Mitarbeiters mit dem Cr o u v e r n e u r v o n P o d k a r p a t s k a ־ R u s, D r. A ח t o n B e s z k i d, in welcher er sich auch über die Verhältnisse der j u d e n geäußert hat. Die Aeußerungen des Gouverneurs über die Juden in Podkarpatska־Rus sind geeignet, das größte Aufsehen zu erregen. Wir geben zü־ nächst eine wörtliche Ucbersotzung der betreffenden Stelle des Interviews. Gouverneur Dr. Beszkid sagte: ״Mit aufrichtigem Bedauern betrachte ich die kritische Lage des podkarpatska־russischen Judentums. Die V e r m e 11 r u 11 g s z a 111 der J u den ist v c r־ 11 ä 11:11 i s m ä ß i g z i e m lieh 11 o e 11, hingegen haben sich die Enverbsniöglichkciten für sie sehr erschwert und so verursacht ihnen denn auch die Sicherung des . täglichen Brotes viele Sorgen. Das findet seine Er־ klärung nicht׳ nur in der Verschlechterung der allge־ meinen wirtschaftlichen Lage ' und in der Ucbe r>״ v ö l k e 1־ u n g des Jude n t u m s, sondern auch darin, daß das russinisclie Volk kultivierter wurde und seine täglichen Bedürfnisse an vielen Orten mittels der selbst־ geschaffenen Handelsorgane befriedigt. Dabei haben die russinischen und jüdischen Dorfbewohner immer in vollständigster Harmonie nebeneinander gelebt und der weltgesehenere, erfahrenere muh belesenere Jude war wahrlich geradezu der Ratgeber der landwirtschaftlichen Einwohner. Eben deshalb beobachte ich mit Besorgnis das Los der jüdischen Bevölkerung von Podkarpatska־ Rus. Meiner A u f f a s s u n g nach gibt es f ü r sie k a um eine n a n d e 1־ e 11 A usweg a u s d e r jetzigen schweren wirtschaftlichen Lage als den, daß ein Teil von ihnen anderwärts P 1 a c i e r u n g sucht, in solche n Ländern, wo der Handel — die Haupterwerbs־ quelle der großen Mehrheit der jüdischen Bevölkerung —ihnen m e h r Möglichkeiten biete t." Das sagt der Gouverneur eines Landesgebietes der tschechoslowakischen Republik in einer Unterredung, die zur Veröffentlichung־ bestimmt ist! Obgleich Gouverneur Dr. Beszkid nicht als Feind der Juden bekannt ist und obgleich er seinen guten Rat־ schlag zur 'Auswanderung an die Juden in dem Landes־ gebiete, dessen oberster Beamter in verantwortlicher Stellung er ist, auch jetzt mit aufrichtigem Mitgefühl mit den Juden׳ motiviert, wird die gesamte jüdische Ocffent# lichkeit diese Aeußerungen aufs entschiedenste z 11 r ü c k w eisen müssen. Die pharaonische Feststellung der ii her m ä ß i g e n Vermehrung der Juden widerspricht so sehr dem guten Geschmack, daß wir sie ganz übergehen dürfen. Die Judenheit der tschcchoslowakichen Republik wird sicher־־ lieh nicht erst heim Herrn Gouverneur untertänigst an־ fragen, in welcher Verhältniszahl sie sich vermehren darf. Ganz anders verhält es sich mit seinem wohlmeinen־ den und gefühlsliefen Ratschlag zur A 11 s w a 11 d e־ r u ng׳ i n w i r t s c 11 a f t 1 i c h vorteilhaftere L ä 11־ d e r. Wie stellt sich denn der Herr Gouverneur eigent־ lieh das Verhältnis der podka1־patska־r11ssisd1cn jüdischen Bevölkerung zu ihrer Heimat vor? Die Juden von Pod« karpatska#Rus sind keine Fremden in ihrer Heimat, die man mit guten Ratschlägen zur Tür hinausweiseii darf. Sie sind dort ebensogut zu Hause wie der Herr Gouver# neur selber. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse schlecht oder gar — wie es scheint — unerträglich sind, so sind die Juden, ebenso wie jeder andere Teil der Be־ völkerung, berechtigt, zu verlangen, daß man alle Kräfte z.ur Verbesserung dieser Lage ansetzt. Wenn der Handel nicht alle Juden des Landesgebietes ernähren kann, so ist es Sache einer klugen und weitblickenden Landesvervval־ tung, den Leuten zu einer p 1 a 11 rn ä 13 i g e n ß eruf s־ Umschichtung d i e H a 11 cl zu biete!1. Nebenbei bemerkt, stimmt es gar nicht, daß der Jude in Pod־ karpatska־Rus an dem Handel hängt; das weiß der Herr Gouverneur selber, wenn er die Verhältnisse seines Lau־ des kennt. F ii r d c 11 weis e 11 R a t z u r Aus w a 11 d e־ 1־ u n g d a n k e n wir e 111׳ e 1־ b i e t i g s t best c u s 1 _ L. 1. B. Für den Status quo in der Sonntagsruhefrage. Aus G a 1 a n t a liegen uns zwei interessante Pro־ tokollauszüge vor, die deutlich ׳/eigen, daß nicht nur die sabbathaltenden und jüdischen Kaufleute, sondern auch die offizielle Vertretung der gesamten Kaufmannschaft des Bezirks Galanta, und nicht einmal diese allein, sondern auch die Vertretung der gesamten Handels־ und Handwerker־ g e h i 1 f e n, also der Arbeitnehmer, sich für die Bei־ behaitung des bisherigen Zustandes aussprechen. Das eine Protokoll handelt von der Sitzung der Ge־ Werbegenossenschaft des Bezirkes Galanta vom 2. Juli d. J., in welcher über Aufforderung des Bezirks־ amtes s. Z. 9023/1930 zur Sonntagsruhefrage Stellung ge־ nommen wurde. Die Gewerbegenossenschaft beschloß, für dieBeibehaltungdesgegenwärtigengesetz־ liehen Zustandes einzutreten. Zur Begründung dieser Stellungnahme wird angeführt, daß in einer Gegend, wo die Bevölkerung sich hauptsächlich mit Landwirtschaft beschäftigt, der Sonntag der einzige Tag ist, an dem die Landwirte und die landwirtschaftlichen Arbeiter die Mög־ lichkeit haben, zur Stadt oder nach dem Knotenpunkt zu reisen, um die notwendigsten Einkäufe zu besorgen. Die Erfahrung zeige, daß auch jetzt die Landbevölkerung sehr oft unverrichteter Sache nach Hause wandere, weit die Zeit bis 10 Uhr vormittags nicht ausreichte, alle Anschaffungen zu machen. Es wird ein erstrangiges landwirt־ schaftliches und kommerzielles, ja ein Interesse der Gesamtbevölkeruag darin er־ blickt, daß die sonntägliche Sperrstunde für den ,Handel mindestens bis 10 Uhr vormittags aufgeschoben bzw. daß der jetzige Zustand in dieser Beziehung unverändert bei־ behalten wird. Das zweite Protokoll enthält die Beschlüsse der Handwerker# und Handelsgehilfen־Genos# senschaft des Galiantaer Bezirks, vom 27. Juli zum selben Gegenstand. Auch diese Genossenschaft der Gehilfen be־ schließt im gleichen Sinne mit der Begründung, daß, nach« dem der Großteil der Geschäfte ohnehin am Samstag den ganzen Tag geschlossen halte, es vom Gesichtspunkte des Handels als unmöglich bezeichnet werden müsse, zu ver# langen, daß die Geschäfte zwei Tage in der Woche ge־ schlossen seien. Auch in den anderen Gemeinden des Landes macht sich in den Kreisen der Kaufmannschaft angesichts der Gefahr der Einführung einer allgemeinen und vollständi־ gen Sonntagsruhe eine tiefe Erregung bemerkbar. Die in dieser Zeitung veröffentlichte Resolution, welche von einer durch die Agudas Jisroel־ Jugendgruppe in Bratislava einberufenen Versamm־ lung der sabbathaltenden Handels־ und Gewerbeangestell־ ten angenommen wurde, findet in zahlreichen . ähnlichen Versammlungen einhellige Billigung. Die orthodoxe Zentralkanzlei in Brati־ slava hat dieser Tage in einem Rundschreiben an die Ge« mcinden ebenfalls auf die Bedeutung solcher Stellung־ nähme von seiten der Handelsangestellten hingewiesen. Im Laufe dieser Woche werden solche Versamm־ hingen — wie uns gemeldet wird — von den Agudas Jisroel־.Jugendgruppen in Trnava und Ser cd ein־ berufen. Die Sonntagsruhe in Sicht! Bei seiner Anwesenheit in Bratislava anläßlich der Eröffnung der Donaumesse berührte Handels# minister D r. Matousck in einer Rede auch die Frage der Sonntagsruhe. Er sagte, die endgültige Er־ ledig ung dieser Frage stände bevor. Auch der frühere Handelsminister Ing. Novak äußerte*sich im gleichen Sinne. Aus allen Anzeichen zu schließen, erscheint die Befürchtung berechtigt, daß unter ״Erledigung“ die Einführung der vollständigen Sonntagsruhe zu ver־ stehen sei. Wir wenden uns in letzter Stunde im Namen aller sabbathaltenden Kleinkaulfleute und im Interesse der Sabatheiligung an alle diejenigen, die aus jüdischer Moral oder aus amtlicher Stellung die Verpflichtung haben, auf der Wacht zu stehen, in dieser Stunde der Gefahr nicht untätig zu sein und den letzten Versuch zu machen, die Einführung der vollständigen Sonntagsruhe zu verhüten. Syiiagogeneiiiweiliung in Lucenee. Der 7. Elul war für die junge orthodoxe Gemeinde in Lucenee (Losonc) ein großer Tag. Aus kleinen An# fangen und dürrem Boden hervorgegangen, entwickelt sich diese Gemeinde zu einem verheißungsvollen Zentrum jüdi־ sehen Lebens in einer stark vernachlässigten Gegend. Nach wenigen Jahren schon gelangen hie und da Nach# richten in die ()Öffentlichkeit, aus denen man zu schließen berechtigt ist, daß die Saat der Thora der G־ttesfurcht in den Herzen aufzugehen beginnt. Als einen wichtigen Grenz# punkt in der Entwicklung der Gemeinde kann man be# sonders den letzten 7. Elul bezeichnen. An diesem Tage wurde die neuerbaute Synagoge im Rahmen einer schönen Feier eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben. An

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