Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 34 (22.8.1930)
- Date
- 1930-08-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 34 an1mm11n1BUu1111i11nB11!n11111Hii»111um1mBnn1uu11111111111w]1M1HT8iiwwM1Mm1«n11nn11n11u11u1ufu3| Lebensf ersieherangs - Gesellschaft ״™wir l!llllllllllllllllllllllllllllllll!!llllllllll!lllllllllllllllllll||| Gegründet 1882 Gegründet 1882 1 Versltfierangstiestanä Ende M 1930 2430 Millionen Sttiilling 1 Garantiemittel Ende 1929 . 300 Millionen Stfiillg Mien- und linseneinnaOmeg in Jahre 1929 ..• 1251/־ Millionen Sthilling f Tätigkeitsfeld der Gesellschaft: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische § Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, 1 Italien, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechen- 1 land, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten 1 gesamten jüdischen Bevölkerung bemächtigte sich eine panikartige Stimmung. Die Vorsteher und die Rabbiner der Gemeinde versammelten sich in der Synagoge und erwarteten den Besuch des Präfekten, der sofort ver־ ständigt worden' war. Der Polizei ist es bis heute noch nicht gelungen, die Täter auszuforschen oder irgendwie Klarheit in diese dunkle Angelegenheit zu bringen. Hin־ gegen wird von antisemitischer Seite eifrig das Gerücht verbreitet, daß das Feuer von den Juden selbst gelegt wurde, um die antisemitische Bewegung zu kompromit־ tieren. Eine Erklärung des runiänisclien Gesandten in Washington. (J. T. A.) Kurz nachdem der rumänische Gesandte in Washington, Herr .Davila, die Abordnung des Amerb can Jcwish Congrcss empfangen und ihr gegenüber der Hoffnung Ausdruck gab, daß die rumänische Regierung endgültige energische Maßnahmen ergreifen werde, um den antijüdischen Unruhen ein Ende zu machen, besuchte der Vertreter der Jüdischen Tclegraphen־Agcntur den Gesandten, der sich ihm gegenüber wie folgt äußerte: Wir können nicht das!.eben aller Mitglieder der ' rumänischen Regierung für den Schutz der Juden opfern, wo dieser Schutz bereits das Blut eines Mitgliedes der Regierung gekostet hat. (Der Gesandte spielte auf das antisemitische Attentat gegen den Unterstaatssekretär Anghelescu an.) M;an kann, fuhr der Gesandte, Herr Davila, fort, von hier aus der rumänischen Regierung keine Ratschläge erteilen, ebensowenig wie das rumänische Volk der amerikanischen Regierung Ratschläge geben könnte. Mit dieser Aeußcrting gab der Gesandte, Herr Da־־ vila, also zu verstehen, daß die Mitglieder der rumäni־ sehen Regierung aus Gründen der eigenen Sicherheit gegenüber möglichen Anschlägen seitens der Antisemiten die notwendigen Maßnahmen zutn Schutze der Juden nicht mit aller Konsequenz treffen können, und daß die amerikanischen Juden nicht das Recht haben, zugunsten der verfolgten und bedrohten rumänischen Juden zu intervenieren. Der JTA.־־Vertreter erfährt im übrigen, daß die Unterredung zwischen Herrn Davila und clcn Mitgliedern der Abordnung des American Jcwish Congrcss ziemlich bewegt verlief und daß der Ton, in dem die Unterhaltung geführt wurde, ein nicht ganz freundlicher war. Oesterreich, ״Die Stimme“, cs für richtig gefunden hat, die ganze Angelegenheit mit einem scharfen persönlichen Angriff auf Herrn M. Hornstein, der als Vermittler bei dem Verkauf der Bücher, seitens der Wiener sowjetrussi־ sehen Handelsgesellschaft eine Rolle gespielt haben soll, auf das persönliche Gebiet zu übertragen. Herr M. Horn־ stein ist selbstverständlich die Antwort nicht schuldig geblieben. Wir lehnen es ab, die Diskussion in dieser durch persönliche Angriffe vergifteten Sphäre zu führen, wir haben in unserem vorwöchigen Leitartikel einen Appell an unsere religiösen Führer gerichtet, dahingehend, daß sie in diese dunkle und chaotische Angelegenheit Ordnung bringen mögen. Diesem Forum unterbreiten wir den uns von Herrn M. Horstein überreichten Brief, dessen Wortlaut folgend lautet: ב״ה ג׳ חיי סנ״א חר״צ הוד כבוד ידידי הנכבד כישראל מאור נעלה מהיר מדרבי הארנשטיון נ״י אחדשה״ט. יקרת מכתבו עם המכתבים חרצופים הניעני לנכון. בטח קבל גם מכתבי השני. ככר הודעתי למע״ב אשר הספרים הודיעי ם לו שקנה מאנשים נאמנים רשאי למוכרם בלי שום פקפוק בפרט שכל הקניות נעשו טרם נאסר ע״י אספת הרבני□ אין שום חשש בזה• השי״ח יצליחהו וירחיב את גבולו כמשאלות לבו ולב ידיר♦ הדור״ש חיים עוזר גראחענסקי. Dieser Brief, der einen Unterschied macht zwischen Büchern, die von persönlich bekannten verläßlichen Men־ sehen in Rußland und vor der Erlassung des Issur der Wilnaer Rabbinerkonferenz unter dem Vorsitz von Gofez Chaim und Chaim Oser Grodenski gekauft wurden und zwischen jenen, die von nicht persönlich bekannten und nach dem Erlassen des Issur erworben wurden, macht unseren rabbinischcn Führern erst recht zur Pflicht, durch eine klare Meinungsäußerung dem ratlosen Publikum Weg und Richtung zu weisen. "BoCfis ■u.^ßauph1Au&.fiirJ&uiSen, ■und ffläddai mdOfeni&MalsrecM י //. Ulatzgasse. /ff Amtliche Verlautbarungen der Israel. Kultusgemeinde Wien. Z. 5842 ex 1950. Wien, den J2. August 1950. Konkursaussehieibung. Im Spital der I s r a c 1 i t s c 11 e n Kultusgemeinde, Wien XVITI, Wühringer Gürtel 97, gelangt an der chirurgische n 11 11 d iirologische ri Abteil u n g je eine Sekundararztensstelle zur Ausschreibung. Zur Anstellung sind erforderlich: Die öster- ]•cichisöbe Staatsbürgerschaft, leidiger Stand, die Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde in der ö s te 1־ r e i c 11 i s c h e n Republik, die körperliche Eignung (nachgewiesen durch ein durch den Vorstand einer medizinischen Abteilung des eigenen Spitales ausgestelltes Zeugnis) und ein Alter von unter 55 Jahren. Schwere Anklagen gegen Innenminister Vaida Voevod. (J. T. A.) Am Mittwoch, den 13. August, abends, wurde das Urteil gegen den antisemitischen Agitator Zelea Codrcanu, den Organisator der Eisernen Garde, verkündet. Codreanu hatte sich wegen zweier Manifeste zu verantworte!), in denen er das Attentat auf de״ Unter־ Staatssekretär Anghelescu verherrlicht und die Studenten zu anderen Attentaten und zur Vernichtung der Juden auffordert. Er war in allen Punkten geständig. Er er־ klärte: Ich bin der Autor dieser zwei Manifeste und über־ nehme die ganze Verantwortung für deren Inhalt. Das Urteil lautete auf Freispruch, nachdem die Geschworenen mit zwei Stimmen Mehrheit die Frage der Schuld Codreanus verneinten. Der Staatsanwalt hat Berufung eingelegt, so daß Codreanu' vorläufig weiterhin in der Untersuchungshaft verbleibt. Das Urteil hat im ganzen Lande ungeheuere Bestürzung hervorgerufen. Das 'Hauptorgan der Liberalen Partei ״Viitorul“ veröffentlicht heute die folgende, sensationell wirkende Mitteilung: ,,Uns wurde heute ein Dokument zugestcllt, das jeden Zweifel darüber beseitigt, daß der Innen־ minister Vaida Voevod den antisemitischen Agitator Cornelia Zelea Codreanu direkt mit Geld unterstützt hat und ihm Instruktionen zugehen ließ, wie die Unruhen im ,Lande zu organisieren seien. Zum Schluß gibt der Mi־ nister Codreanu die Versicherung, daß ihm vor Gericht nichts passieren werde, er möge ruhig sich dem Gerichte stellen. ״Viitorul“ kündigt die Veröffentlichung des Wort־ lautes des Dokuments für morgen an. Die Mitteilung des ״Viitorul“ wird sehr ernst genommen. Was geschieht mit den russischen Büchern? Der Prozeß gegen die ״Jüdische Presse“, der mit dem Freispruch unseres verantwortlichen Redakteurs endete, hat sowohl der ״Jüdischen Presse“ selbst wie auch der Tagespresse so wie anderen Zeitungen Veranlassung gegeben, sich mit dem Problem der aus Rußland massen־ haft ausgeführten jüdischen Bücher und Ritualien zu beschäftigen. Sowohl die ״Jüdische Presse“ wie die ande־ ren Zeitungen haben diese Angelegenheit streng sachlich behandelt, da es hier wahrlich nicht um die Person eines Händlers oder Vermittlers, sondern um eine mit dem tragischen Geschick unserer russischen Glaubensbrüder aufs engste zusammenhängende Sache geht. Wir bedauern daher aufs tiefste, daß ein einziges Blatt unter den vielen Zeitungen, die sich mit der Sache beschäftigt haben, das offizielle Organ des zionistischen Landeskomitees in Mit der Stelle ist nebst dem in der Bcsoldungs- Ordnung׳ für die Abteilungsärzte des Spitales der Israelitischen Kultusgemeinde fixierten Barbezug die Beniitzuug einer möblierten N a t u r a 1 w o h n u n g samt Beleuchtung, Beheizung und Bedienung sowie die volle Verköstigung verbunden. Für die letztere werden die Eigenkosten von den Monatsbezügen in Abzug gebracht, wobei der Abzug ein Viertel der Bezüge nicht überschreitet. Mit den Personaldokumeuten (Geburtsschein, Ileimatscliein, Diplom, Nachweis der Zugehörigkeit zum Judentum, Zeugnisse über die bisherige •fachliche Verwendung) belegte Gesuche sind an den Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien, 1״ Seitenstettengasse 4, bis längstens 10. September 1930, mittags, zu überreichen. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Betsitzkarten für den Leopoldstädter Gemeinde® tempel. Die freigebliebenen Betsitzkarten für den Leopoldstädter Gemeindetempel gelangen an der Betsitz־ karten־Kasse der israelitischen Kultusgemeinde, 1״ Seiten־ stettengasse 4, 1. Stock, täglich während der Amtsstunden von 8 bis 1 Uhr mittags und von 6 bis 8 Uhr abends zum allgemeinen Verkaufe. Der Bethausvorstand ist er־ mächtigt, in berücksichtigungswürdigen Fällen Ermäßi־ gungen zu gewähren. Gottesdienst. Der Vorstand der Wiener israeiiti־ sehen Kultusgemeinde veranstaltet anläßlich der dies־ jährigen hohen Feiertage im Großen Musikvereinssaal, I., Dumbagasse 3, sowie im Sophien־Saal, III., Marxer־ gasse 13, feierliche Gottesdienste. Jene Parteien, welche auf die im Vorjahre benützten Sitzplätze reflektieren; können die neuen Karten gegen Vorweisung der vor־ jährigen an der Kartenkasse der israelitischen Kultus־ gemeinde, 1״ Seitenstettengasse 4, 1. Stock, in der Zeit vom 2. bis 11. September d• J. während der Amtsstunden von 9 bis 1 Uhr vormittags beheben. Der allgemeine Verkauf beginnt am 12. September 4• J. m Nachrichten Im- Ferienheim der Agiidas-Jisroel-Jugendgruppe in Graben weg. Offen gestanden, ich habe den Besuch nicht gerne unternommen. Die allgemeine triste Wirtschaftslage hatte auf mich nicht gerade günstig eingewirkt. Dazu kamen noch die ״drei Wochen“ der Trauer, die mir den letzten Rest an Optimismus nahmen. Aber ich sollte eines Besseren belehrt werden; ich machte mich schließlich doch auf, um das Ferienheim der Aguda־Jugend zu besuchen. Die Lage des Heimes ist überraschend schön. In־ mitten von waldigen, ozonreichen Bergen und Hügeln liegt das Tal von Grahenweg eingebettet. Ruhe und Frieden atmen hier die Wälder, die nur selten von vorübereilendcn Autos aufgestöhert werden. Die wenigen Bewohner sind brave, freundliche Menschen, die unauf־ gefordert von dem jüdischen Jugendheim, das sich in ihren Wäldern niedergelassen hat, zu erzählen beginnen. Ich überrasche die Jungens gerade beim Ballspiel. Sie bemerken mich anfangs nicht, so daß ich Zeit habe, alles zu beobachten. An dreißig junge. Menschen sind es, alle gebräunt von dev Julisonne, pausbäckig und in bester Ver־• fassung sich befindend. Der Leiter des Heimes, ein ernster junger Mensch, spielt fröhlich unter ihnen. Man bemerkt mich. Ein schriller Pfiff ertönt, das Spiel ist zu Ende und alle versammeln sich um mich. Die Begrüßung ist äußerst stürmisch. ״Was gibt es in Wien Neues?“ Eine Menge von Fragen habe ich zu beantworten. Und sie beginnen mir unermüdlich von ihrem schönen Ferienheim zu er־ zählen. Wie sehr sie zufrieden sind mit Essen und Wohnen, wie heiter es bei den Spielen zugeht. Aber sie haben noch mehr zu berichten. Täglich werden zwei Schiurim in froher Gemeinschaft gelernt, die ihr Leiter so meisterhaft zu führen versteht. Aber damit noch nicht genug. Es ist eine richtige Jugendrepublik! Sie wählen selbst ihre Minister für alle nur möglichen Zwecke. So hat einer die Kassa über, dev andere hat die Aufsicht beim Milchmelken, während ein dritter den Bethaus־ Vorsteher würdevoll vertritt. Zumindest ein halbes Dutzend gibt cs von diesen Ehrenämtern. Bewundernswert ist dabei die Disziplin, die bei all dem herrscht und die den Jungens große Freude zu machen scheint. Ja, eichtig, das Wichtigste hätte ich bald vergessen: Ein ßeshami־ drosch haben meine jungen Freunde sich errichtet, in dem bald mehr Seforim und Gemoros zu sehen sind als in manchem großen Lehrhaus. Man hat ein ganz eigenartiges Gefühl: Auf der einen Seite herrliche Wälder und Berge, auf der anderen Seite Beshamidrosch und Schiurim. Und diese Jungen verstehen, die bindende Brücke zwischen beiden! zu schlagen. Wahrhaft, es wurde mir leichter im Herzen, hier bei diesen frohen, jüdischen Jungen, und ich vergaß ein wenig die ״Drei־Wochen“־Trauer, denn mein Herz fühlte den Trost . . . Es erübrigt sich zu erwähnen, daß die Tefiloh im Ferienheim in würdigster Weise täglich vor sich geht und daß jüdische Lektüre in fast jedermanns Hand zu sehen ist, denn ganz Grabenweg atmet gleichsam würzige jüdi־ sehe Luft. An hundert jüdische junge Menschen haben das Glück, während des Sommers abwechselnd im Ferien־ heim bleiben zu dürfen und sich körperlich und geistig nach Herzenslust ausleben zu dürfen. Aber als ob mit dem alten noch nicht genug wäre, erzählt mir der Leiter, daß ein Großteil der Jungen nur einen Teil dei’ Selbst־ kosten bezahlen kann, so daß die Leitung neben der geistigen und wirtschaftlichen Führung noch Finanzopera־ tionen durchzuführen hat. Ich war ganz erstaunt. ״In der heutigen Zeit“, fragte ich ihn, ״wollten Sie für solch ein großes Werk namhafte Beträge aufbringen? Ist denn das nicht völlig ausgeschlossen?“ ״Wir wagten es, ohne Sicheres in Händen zu haben“, erwiderte der Leiter, ״weil wir wußten, was unser Ferien־ heim der jüdischen Jugend bedeutet, und weil wir hoffen, daß die jüdische Oeffentlichkeit uns verstehen wird!“ Jetzt fing ich an zu begreifen. Jawohl, jeder, der das Ferienheim zu Grabenweg sehen durfte, jeder, der auch nur davon gehört haben mag, dem muß sich nicht allein sein jüdisches Herz angesichts dieser sonnigen Jugend öffnen, sondern auch die hilfreiche Hand zur .Unter־ Stützung solch eines großen Werkes! S. Rabbinerwahl. Für den Tempel des Vereines ״Aeschel Awrohom“, "Wien, II., Pazmanitengassc 6, wurde nach zweijähriger Vakanz, als Nachfolger des Rabbiners Dr. Salomon Funk s. A., Rabbiner Dr. Zwi Taubes aus Neu־Ode1־bcrg gewählt. Der ncugewählte Rabbiner wird sein Amt noch vor den hohen Feiertagen antreten. Anläßlich der Verlobung Sch reib er־ FI alle wurden durch Frl. Ilona F e 1 d h e i m für die Kranken־ Sektion der Agudas־Jisroel־Mädchengruppe Wien S 46.20, tsch. K 102.80 und 3 Per.gö gesammelt. Empfang der Agudas jisroei beim High Commissioner. Eine Abordnung der ״Agudas Jisroei“, bestehend aus dem greisen Oberrabbiner Sonnenfeld, Rabbiner Jungreis und Rabbi Mosche Blau wurde am Donnerstag vom stellvertretenden High Comtnissioner, Sir Stuart Davis, empfangen. Die Abordnung legte dem stell־ vertretenden High Commissioner die religiösen und pol!־ tischen Anschauungen der ״Agudas Jisroei“ dar und in־ formierte ihn insbesondere über die Beweggründe, die die agudistischen Kreise zum Austritt aus der ״Kneses Israel“ und zur Gründung einer selbständigen jüdischen Gemeinschaft im heiligen Lande veranlaßt haben. Das Gespräch erstreckte sich auch auf die brennende Frage der ״Kothel Maarowi“, wobei die Vertreter der ״Agudas Jisroei“ ihre guten Dienste zur Herbeiführung eines fried־ liehen Ausgleiches zur Verfügung stellten. Sie betonten mit Nachdruck, daß ״Agudas Jisroei“ an der Forderung einer paritätischen öffentlich־rechtlichen Anerkennung der die ausschließliche Autorität des Thoragesetzes an־ erkennenden orthodoxen Gemeinschaft im heiligen Lande festhält und ■daß. sie nur mit Rücksicht auf die gespannte äußere Lage, welche die Vermeidung innerer Zwistig־ keiten gebieterisch fordere, die nachdrückliche politische Vertretung dieses ihres berechtigten Anspruches zeit־ weilig zurückgestellt habe. Der Bericht der Klagemauer־Kommission wird Ende Oktober der englischen Regierung überreicht. (J. T. A.) Richter Charles Barde, das schweizerische Mitglied der internationalen Klagemauer־Kommission, der vor kurzem aus Palästina nach Genf zurückkehrte, teilte dem JTA.־Vertreter mit, daß der Bericht der Klagemauer־ Kommission erst Ende Oktober d. J. fertiggestellt sein und dann sofort der britischen Regierung unterbreitet werden wird. Die Kommission, fügte Richter Barde hinzu,