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Jüdische Presse · 1930-08-22 · 34 (22.8.1930) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
34 (22.8.1930)
Date
1930-08-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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*Statliwv# vfpiatit povoiml tWAi post « v Bratlttav• £11. 41472-IH-3I, fcalnrnzen vom Verlauf ▼«*•»lei joarnai •xp4di* par l*edit««1i V. b. b. ORGAN FÜR INE INTERE8SEM DES ORTHODOXEM JUDENTUMS, $sdakiion 9• Adminiitratlom Wien, )!.,Leopold!• fine lö, 1. Stiege! 1. Stock.— Tel. R 45-4-94. ftebecho&Uroakelt Bratislava, Postfach 140. SfRchelnt {!den Freitag. — Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. AboDOtmenftspreliB 1 Oanxjlhrigi Für Oesterreich S Tschechoslowakei tichecb. K. 80, Einzelnummer öst. Or. das übrige Ausland 3 Dollar. 16 50, Zahlungen aut Konto .Jüdische Presse״, Wien für Oester• reich! PostsparkasaenkontoNr. D-93614; Deutschland!Post- Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien! Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn! Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz! Post* scheckk. Zürich VIIJ. 4117; für die Tschechoslowakei! ,Jüdische Presse״, Bratislava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 53386 Nr. 34 16. Jahrg, Dem Sabbatweitkongreß zum Gruß Sonntag, den 24׳. August, tritt der Sabbat- Weltkongreß in •Berlin .zusammen. Die gesamte tboratreue Juclenheit wünscht aus tiefster Seele, daß die Verhandlungen, die Beschlüsse dieses Kongresses, von G־tt gesegnet für den Sabbat und 60 für das thoratreue jüdische Volk, Heil bringen mögen. Alles hat eine Zeit, sagt der ׳weise König im Kohelet'h. ׳Nun ist die Zeit des Sabbats gekommen, um von diesem Punkte aus die Lösung des Juden- Problems zu versuchen. Viele unserer!Brüder, die heute an der Spitze des Weltverbandes für Sabbatschütz stehen, haben noch vor wenigen Jahren geglaubt und gehofft, daß das Judenproblem nur von Palästina aus gelöst werden kann. Nun haben die;Ereignisse der jüngsten Jahre gezeigt, daß das jüdische Volk sich noch im Golus auf Erez Israel vorbereiten, ®ich der Erlösung würdig machen muß. Diese Vorbereitung soll nun durch den Schutz des Sabbats wirksam in die Wege geleitet werden. Wenn somit die Arbeit des Weltverbandes für Sabbatschutz eine gewisse Abkehr vom modernen Zionismus bedeutet, so wollen wir es nicht außer acht lassen, daß die A b s o n d e r u n g des Sabbat- Schutzes aus dem K o m p 1 e x der anderen Mizwoth, deren Schutz, deren Förderung und Vertiefung die Weltorganisation der A g u d a s J i!s r o e 1 auf die Fahne geschrieben hat, geeignet ist,!in agudistisehen Kreisen Bedenken gegen die Organ!- sationsform des Sabbatschutzes als W e 11 v e rband wachzurufen. Hoffentlich werden diese Bedenken anläßlich des Berliner Kongresses, an welchem auch prominente Führer der Ag’udas Jisroel, u. a. auch Jakob R os enheim, teilnehmen werden, zerstreut werden können. Wir alle, die in Agudas Jisroel d i e W e 11 o r g a n i s a t i 0 n d e r Thoratreuen für den Schutz des Gesamtgebietes der T h 0 r a t r e u e erblicken, wünschen dieses günstige Ergebnis aus vollem Herzen. Denn wir sind alle tief überzeugt, daß heute der Sabbat mehr denn je unserer Fürsorge bedarf, damit er als Quelle des Segens und der Heiligkeit des jüdischen Volkes für unsere und für künftige Generationen erhalten werden könne. Der Sabbat, dieses allwöchentlich wiederkehrende Zeichen der G-ttlichkeit des Weltalls, als Schöpfungssabbat; der Auserwältheit des jüdischen Volkes, als der Sinai-Sabbat; ׳seiner von Menschenhand nie ‘Zu zerstörenden Freiheit, als Sabbat in Mizrajim; der Quelle unserer Parnossoh, als Sabbat der Wüste; der Sabbat als Inbegriff des in der G־ttlichke!it wurzelnden jüdischen Volkstums droht heute vom jüdischen Volke zu entweichen. Der ׳überwiegende Teil der jüdisehen Jugend wächst, in allen Ländern, wo der gesetzliche Schulzwang herrscht, schon vom zartesten Alter in einer Umgebung auf, welche seinen Sabbat in einen Wochentag umwandelu will. Abgesehen von der verhältnismäßig geringen Zahl jener glücklichen Kinder, die eine jüdische Schule zu besuchen in der Lage sind, ׳wird unseren Kindem die Sabbatseele entrissen und statt ihrer die Sonntags fei er in ihre jungen Herzen gepflanzt. Der Sabbatschutz hat daher mit dem Schutz des Sabbats unserer Kinder zu beginnen. Die in jüdischen Schulen heranwachsende, mit jüdischem Wissen ausgestattete und im Glauben gefestigte Jugend wird die beste Trägerin des Sabbatschutzes werden. Nach der Schule kommt das Leben. Wahrlich alle europäischen Staaten wetteifern miteinander, um durch ihre soziale Gesetzgebung, die in der Neuzeit in erhöhtem Maße die uneingeschränkte Sonntagsruhe favorisiert, dem sahbathaltendeii jüdischen Kaufmann und Handwerker erhöhte Schwierigkeiten zu bereiten. Der Sonntag, der eigentlich der christlichen Welt den SabbatgedaDken zu vermitteln ausersehen war, ist imwillkürlich der Todfeind des Sabbats geworden. Die moderne Gesetzgebung in einem sabbat-1 günstigen Sinne zu beeinflussen, die wirtschaftsliehen Voraussetzungen für die Ermöglichung der Sabbatfeier des Kaufmannes uncl des Gewerbebeflissenen *zu .1schaffen, ist eine Aufgabe, die des Schweißes unserer Besten wert ist. Es kann nicht die Aufgabe unseres Festgrußes an den Sabbatweltkongreß sein aufzuzählen, die mannigfachen, komplizierten, übera׳us schwierigen Aufgaben, die mit dem Sabbatschlitz Zusammenhängen. Wir haben bloß mit eintgen Strichen die Hauptsehwierigkeiten gezeichnet mit denen ״wir in unseren Ländern zu kämpfen haben. Wir wissen es, daß für den Sabbat heute nur dann Ersprießliches geleistet werden kann, wenn sich a l l e im Zeichen des Sabbats zusammenfinden, die für den Sabbat noch Verständnis besitzen, die vom Sabbat Segen und Heil für das jüdische Voilk erwarten. Wenn all die vorbe'hattslos mit geeinten Kräften, mit Aufbietung ihrer ungehemmten Energie für den Sabbat arbeiten, vielleicht gelingt es dann, den Platz ׳für den Sabbat zurückzuerobern, der ihm gebührt, als gleichwertiger Partner, als untrennbare Ehehälfte des jüdischen Volkes. Möge der Berliner Weltkongreß den Weg zu diesem Hochziel ebnen, möge G-ttes Segen auf >seinen Arbeiten ruhen! * Vom Kongreßbüro des Weltverbandes für Sabbatschutz Schomre Schabbos wird uns mitgeteilt: Die Vorbereitungen für den SabbathsWeltkongreß haben ihr Endstadium erreicht. Ueber 220 Delegierte aus den verschiedensten Ländern werden zu der Tagung er# wartet. Naturgemäß wird Deutschland am stärksten ver# treten sein. Die Kultusgemeinde Wien hat ihr Mandat ihrem Vorstandsmitglied, Kommerzienrat Lettner, übertragen. Namhafteste Vertreter des jüdischen Geistes# und Wirtschaftslebens der verschiedensten Länder, her# vorragende Persönlichkeiten der mannigfachen jüdisch# politischen Richtungen finden sich als Delegierte im Zeichen der überparteilichen Arbeit für den Sabbat zusammen. Neben den größten Rabbinen ü Radioaktivste Therme der Welt, 1C60 Meter ü. d. M• g 1 ׳TS®1) ECurhofieS Bristol ן ü streng כשר g Thermalbäder, fließ. Wasser, Heizung, Gesellschaftsg f§ raum. Billige Kuren im September. (Minjan g Ü im Hause.) Zimmer von S 5.— an. Voranmeldung §§ jg erbeten. ' gj iillllillllllillllllllllllllllllilllllllllllllilliilllllllliW Litauens sind auch namhafte Rabbeim angemeldet, ebenso die Landesrabbinen einiger Länder des Balkans. Aus Anlaß des Kongresses veranstalten die Ber# liner Synagogen am Sabbat, den 23. August Festgottes# dienste. Eine gesellige Zusammenkunft vereinigt die an# wesenden Delegierten am Sabbatausgang. Verschiedene Organisationen bereiten Zusammenkünfte mit ihren Freunden unter den Delegierten vor. In einer Massen# Versammlung am Montag, den 25. August, abends, wird die Berliner jüdische Oeffentlichkeit Gelegenheit haben, die hervorragendsten Redner aus der Reihe der ausländi# sehen Delegierten persönlich kennenzulernen. Erneuerung der antisemitischen Ausschreitungen in Rumänien. (J. T. A.) Die Freisprechung Zelea Codreanus gab anscheinend das Signal zur Erneuerung der anti# semitischen Ausschreitungen. In Galatz wurden mehrere Juden durch Mitglieder der Eisernen Garde mißhandelt, ein Student wurde verhaftet. In Kischinew wurden einige jüdische Bürger verprügelt, mehrere Exzedenten wurden verhaftet, aber bald wieder freigelassen. Laut Meldung der Sigurantza haben die antisemitischen Studenten# führer Danila und Totu ihren Sitz von Marmarosch nach Bessarabien verlegt; zu ihrer Verhaftung wurden Deteks, tive entsandt. ״Adeverul" teilt mit, daß der Polizeipräfekt von Galatz, Amarascu, wahrscheinlich abberufen werden wird, weil die Untersuchung ergeben hat, daß er die anti# semitische Bewegung aktiv unterstützt. Das unglückliche Borscha. Der Aufruf des jüdischen Generalrates. (J. T. A.) Der Aufruf des Generalrates der Juden Rumäniens, der von allen Mitgliedern des Jüdischen Parlamentsklubs, den jüdischen Repräsentanten des alten Königreiches, Bessarabiens, Siebenbürgens und der Buko# wina, u. a. auch vom bessarabischen Oberrabbiner J. L. Zirlsohn, den siebenbürgischen Oberrabbinern Dr. Eisler und U llmann unterzeichnet ist, lautet im wesentlichen: ״In den schweren Tagen der Heimsuchung für das rumänische Judentum, als die Feinde Israels ein entsetz# liebes Attentat auf die Juden verübten, waren unsere Borschaer Brüder die ersten und schmerzlichsten Opfer. Nach wochenlangem Terror wurden sie in einer einzigen Nacht dem Unglücke preisgegeben. Unholde in Menschengestalt haben 132 Wohnungen, 314 Gebäude vernichtet. Das Resultat dieses großen Un# gliickes ist, daß 213 jüdische Familien ohne Herd und ohne Obdach geblieben sind. 2100 Menschen kampieren auf Feldern und in dunklen Wäldern: nackt, hungernd und dürstend. Wo werden sie in den herannahenden regnerischen und nebeligen Herbsttagen ein schützendes Dach finden? Wer wird ihnen die Mittel zu einer Existenz schaffen? v- , Die niedergebrannten Häuser der Unglücklichen von Borscha müssen wieder aufgebaut werden. Die Mittel zur Wiederaufrichtung ihrer Existenzen müssen beschafft werden. Wir dürfen unsere ruinierten Brüder von Borscha nicht der Verzweiflung preisgeben und sie dem Tode entgegengehen lassen! Unsere Feinde sollen sehen, daß die Judenschaft der ganzen Welt hinter den Betroffenen steht, und daß sie bereit ist, ihnen zu Hilfe zu kommen. Im Namen der rumänischen Judenschaft richten wir an die Juden der ganzen Welt den Ruf: Rettet 2000 Menschenleben!“ Eine Synagoge in Sighet in Brand gesteckt. Vorige Woche Montag hat die Judenschaft in Sighet eine Schreckensnacht mitgemacht, die lange Zeit hindurch nicht aus ihrer Erinnerung verschwinden wird. Montag abends um 9 Uhr wurde plötzlich bemerkt, daß aus der großen Wiznitzer Klaus Rauch und Flammen herausschlugen. Man riß das Tor der Synagoge auf und sah, daß djr Fußboden der Synagoge, aus dem starker Petroleumgeruch drang, lichterloh brannte. Die Bundes# lade war aufgerissen und zwei Thorarollen, ebenfalls mit Petroleum übergossen, lagen auf dem Fußboden. Es gelang noch, das Feuer, das ohne Zweifel von verbrecherischen Händen gelegt worden war, rechtzeitig zu entdecken und so großes Unglück zu verhüten. Wie ein Lauffeuer ver# breitete sich die Nachricht in der ganzen Stadt und der Wissen gnädige Frau bereits vom Räumungsverkauf in Perücken, Scheiteln, Transformation etc. der bekannten Kunstwerkstätte m Othmar Wien I, Kärntnerring 6 (gegenüber Hotel Bristol) u^1-t62 So lange der Vorrat reicht. 20\ Rabatt vom Originalpreis. Verlangen gnädige Frau Gratis- Katalog und Preisliste

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