Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 29 (18.7.1930)
- Date
- 1930-07-18
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. .29 JÜDISCHE PRESSE I Seite 5 ^1BaB1B1B1n111RB111Hfs«H11111a1Ma11Ha1H11H11MnMNi1«1111HnHaH111«■■^ u _ ■ i Tschechoslowakei 5 jü ■ Die ״Nationalität46 bei der Volkszählung. Am r. Dezember dieses Jahres wird die Bevölkerung der tschechoslowakischen' Republik abermals, und zwar 5׳t1u1 zweiten Male seit dein Bestände des tschechoslowa* kischen Staates, gezählt werden. Vor einigen Tagen wurde die Regierungsverordnung herausgegeben, welche die Durchführungsbestimmungen für diese Volkszählung enthält. Man sollte denken, die Volkszählung sei eine administrative Maßnahme für statistische Zwecke und hat nur dcmögraphische Bedeutung fernab von jeder Partei« Politik und jedem, politischen Kalkül. Das Zählblatt wird jedem Einwohner nach Recht und Ordnung zugestcllt; es ist ein Fragebogen, der nach bestem Wissen und Ge־ wissen w a h r h c i t s g e m ä ß ausgefüllt werden soll, wie •es das Gesetz erfordert. Die Politik beschäftigt sich mit der Frage, wie die Dinge der bürgerlichen Zusammen־ gehörigkeit und des Gemeinschaftslebens gestaltet sein sollen oder sollten. Die Statistik, deren tech־ nisches Zählinstrument die Volkszählung lediglich ist, stellt die Dinge fest, wie sie s i n d. Sie gleicht einer Uhr, die die Stunden ■pünktlich anzeigt, unbekümmert darum, ob cs uns recht ist oder nicht. Ein Uhrwerk, dessen Zeiger je nach den Interessen und den! Wunsch seines Besitzers hin« und zurückgeschoben wird, taugt ״auf Kapores“, wie tnan bei uns Juden zu sagen pflegt. Das statistische Zentralamt unserer Republik gab sich — das muß anerkannt werden — in seinen Vorarbeiten redlich Mühe, das Datenmaterial der bevorstehenden Volkszählung jeder Beeinflussung durch politische Inter־ essen oder Wünsche zu entziehen und stellte einen er־ weiterten Fragebogen zusammen, wie er den Anfordc־ rungen einer auf wissenschaftlich einwandfreie Daten sich stützenden Sozialökouomie und Soziologie entspricht. Nach' seinen und seines Auftragsgehers, des Staates, Ins tensionen sollte die Volkszählung die Fragen nach Ge־ schlecht, Alter, Familienstand, körperliche und geistige Beschaffenheit, Staats־ und Heimatzugehörigkeit, Wohn־ •und Lcbensvcrhältnisse der Bevölkerung u. dgl. vcrläß־ lieh beantworten. Dazu gehört dann auch das Glau־ b cns b e k cn n t n i s und natürlich die — N a t i o n a־ 1 i t ä t. Dabei wird offenbar vorausgesetzt, daß es der־ maleinst, nach hundert Jahren vielleicht, der gemein־ samen wissenschaftlichen Arbeit sämtlicher modernen Soziologen, Nationalökonomen, Philosophen, Dichter und Politiker gelingen wird, allgemcingültig und exakt fest־ zustellen, worin diese ״Nationalität“ eigentlich besteht, wie man ihr Gesicht erkenpt und von anderen unter־ scheidet. Vorderhand ist die ״Nationalität“ der Bevölke־ rung die einzige Frage des statistischen Zahlblattes, bei -der unsere lieben Politiker in die Arbeit der Volkszählung — h i n e i n p f u s c 11 t c u. Sie möchten aus der Rubrik ״Nationalität“ auf dem Fragebogen anstatt der demogra־ plüschen Erhebung einet־ Tatsache am liebsten eine Frage hochpolitischen Bekenntnisses machen, um dann später die gewonnenen Daten für ihre politischen Zwecke und Ziele weidlich auszunützen. Die Bevölkerung des Staates״ sollte — wenn cs nach dem■־Wunsche der׳Natio־ nalitätenpolitikcr ginge — auf solche Weise im Wege •׳der V o 1 k s z ä hl u n g u n b e vv u ß t und ungewollt zum politischen S t i in m vielt in der Nation a־ 1 i t ä t e n p o 1 i t i k werde n. Glücklicherweise haben die Leiter des statistischen Zentralamtes und die Regierung die löbliche Absicht erkannt und diesem Uebel wirksam vorzubeugen gewußt. Die Regierung hatte eine Durch־ führungsverordnung erlassen, clic auch bei der Frage nach der ״Nationalität“ nur die Erhebung von feststellbaren Tatsachen und nicht die Neugierde nach einem p o 1 i־ tischen B e k c n nt n i s bezweckt. Die Regierungs־ Verordnung״ bestimmt nämlich, daß die Nationalität in der Regel nach der Muttersprache verzeichnet wird. Die Volkszählung ist also bei der Frage nach der Natio־ nalität nicht darauf neugierig, zu welcher politischen tionalität oder Nationalitätenpolitik sich die •gezählte Person bekennt, sondern sic will den Tat־ Sachen gemäß ausschließlich wissen, welche seine Mutter־־ spräche'ist. Ausnahmen gelten nur in abnormen und sei־ tenen Fällen, wo die gezählte Person ihre ״Mutter־ Sprache“ n i c h t spricht. .Nur eine einzige Ausnahme kennt die Verordnung außer den genannten abnormen Fällen, nämlich — die :Juden. ״Die Juden allerdings“ — sagt die Verordnung• —1•״dürfen sich stets zur jüdischen Nationalität bekennen.“ Dies ist unseres Wissens die erste Ausnahmsbestimmung für Juden in der Gesetzgebung der tschechoslowakischen .Republik. Es soll auch nicht verschwiegen werden: Wir danken sie Juden, jüdischen Nationalpolitikern. Diese Be־ ־•Stimmung will sagen, daß die Juden — immer voraus־ gesetzt: wenn sic wollen — die Rubrik ״Nationalität“ auf dem Fragebogen nicht n u r gleich der übrigen Bevölke־ rung nach ihrer Muttersprache allein, sondern auch nach ihrem oder ihnen von irgend welchen nationalistischen Minderheitspolitikern aufgcsclnvatzten jiidiscl1־nationalen politischen Bekenntnis ausfüllen können. Den nationalisti־ sehen jüdischen Politikern genügt es in ihrem politischen Weitblick durchaus nicht, wenn die Juden ihre Zugehörig־ keit zum Judentum in der Rubrik ״Glaubensbekenntnis“ als ״jüdisch“ statistisch erfassen lassen. Sie wollen das Recht auf ihre Politik von! der erfundenen ״jüdischen Minderhcitsnationaütät“ auch auf die Gefahr hin zum Ausdruck gebracht wissen, daß in der Gesetzgebung der tschechoslowakischen Republik Sondergesetze für jüdis sehe Nationalisten inauguriert werden. Das allein soll heute festgestellt werden. Eine andere Frage ist es, ob wir Juden den ״Natio־ ־■nalisten“ in unserer Mitte ihrer Minderheitspolitik zuliebe 2 Ratschläge für die Schönheitspflege aaf der Boise 1• Zar natürlichen Brün• *langder Haut feite man 00r unb na$ bet Befonnung ble $aut, ingbejonbere ffiefldjt unb $5nbe mit Crem« fieobor griinblitö ein; man erjielt bann oftnetömetatiaftelRBtuwn eine gefunbe, fonnengebräunte $aut» fStbung. <£reme Seobot,!Tube •ft.— Kö. unb 8.— Ki, fleobot« ffibeUSeife '6.— K& 3n allen $bIor0b0nt>Berfouf8ftellen ju haben. «. Zar Erlangung schöner weißer Zähne pttfee man früh unb abenb» ble 3&bne mit bet 5ettU<b etfriftijenben 3a&npafte (tijfotobcmt, bie audjj an ben Sei• lenfiäd&en, mit £Wfe ber ttbloroöanh 3abnbürfie einen elfenbeinarttgen ©Ions erzeugt. ©blorob0nt*3a&n» pafte, Jtu&e 4.— Kd. unb 6.-־ Kö. Q$iotobont>3atjnbttT[te für Damen 7.— Kö.; für Werten 8.— Kö.; für Kinbet 6.—Kö.; ©jlotobonkaJUmb• ©affet 8.— unb 18.— Kö. den Gefallen erweisen und von diesem schönen Geschenk Gebrauch machen sollen. Ist es verwegen, zu hoffen, daß die große Masse der tschechoslowakischen', Judenheit klugen Verstand und ge־ sunden Sinn genug haben wird, sich vom Danaergeschenk eines solchen ״Ausnahmsgesetzes“ nicht beirren zu lassen? Civis Judaeus. Die Sonntagsruhe in Bratislava. Wir berichteten bereits, daß die Aktion zur Einführung der vollständigen Sonntagsruhe• in jüngster Zeit an Lebhaftigkeit sehr zugenommen hat. Während die sabbat h a I t e זז d e זז A n g• estellten im ganzen Lande treu zn ihren Arbeitgebern halten und mit der grollten Entschiedenheit und Einhelligkeit für die Beibehaltung des gegenwärtigen Zustandes eintreten. scheint es. daß manche Kreise, auch unter den jüdischen •Geschäftsinhabern, die sich über die religiösen Sabbat Vorschriften hinwegselzen, jetzt, in der Stunde der größten Gefahr, von der bisher geübten Solidarität mit den sabbattreuen Kaufleuten nachlassen• Unserem Vernehmen nach steht besonders für die Stadt B r a t i s I a v a zu befürchten, daß die vollständige Sonntagsruhe zur traurigen Tatsache wird, wen 11 nicht sofort alle Hebel i n B e w e g u n g gesetzt werden, die Gefahr abzu wenden. Das gesamte Wirt Schaftsleben befindet sich in einer Krisis, wie sie seit zehn Jahren noch nicht in dieser Stärke unc! Ausdehnung zutage getreten war. In dieser Situation würde die Einführung der vollständigen Sonntagsruhe katastrophal wirken können. In .Bratislava allein wiirden ungefähr h 11 n d e r t F a m i li e n brotlos werden, abgesehen von denen, die unter dem Drucke der Wirtschaftsnot den Sabbat preisgeben• würden. Von seiten der thoratreuen Körperschaften darf in diesem Moment nichts verabsäumt werden, was auch nur eine leise Hoffnung zu bieten scheint, die Katastrophe zu verhindern oder auch nur sic bis zur Ueberwiiidnhg־• der -gegenwärtigen Krisis a u f z 11 s c 11 i e b e n. Wie >vir hören, beabsichtigen nunmehr auch die Abgeordneten der .,Jüdischen (zionistischen) Partei“ sich dieser Angelegenheit anzunehmeu und eine allgemeine. Protestaktion gegen die beabsichtigte Neuregelung einzuleiten. Um vieviel mehr ist es die dringendste Pflicht aller Thoratreucn. im Lande und speziell in Bratislava, denen der Sabbat ein li&iliges. un veräußerliches Gut . des Judentums und ,eine p e r s ö 11 1 i c 11 e L e b e n sb e d i u g u u g ist, schleunigst die erforderlichen Schritte zu tun. Es dürfte nicht unmöglich sein, beim Hanclelsminister und beim Minister für soziale Fürsorge Verständnis dafür zu erwecken, wie 1! nbillig und unsozial es sei, eine Klassee redlieber, pflichtbewußter, gleichberechtigter Bürger mittels Zwangsgesetzes zu nötigen, mehr als zwei Tage in dev Woche ihrem Broterwerbe zu entsagen, während von ihren andersgläubigen Mitbürgern dies nur an einem Tage der Woche verlangt wird. Im besonderen würde durch die Einführung der uneingeschränkten Sonntagsruhe das Los der vielen hundert g’utjUclischeii Äugest e 11 t c n und A rbeitslosen eine Erschwerung erfahren. Denn zahlreiche jüdische Kaufleute und Gewerbetreibencle würden bei einer Arbeitszeit von viereinhalb Tagen in der Woche nicht mehr in der Lage sein, ihre Angestellten zu bezahlen, beziehungsweise solche im Dienste zu behalten. Von der Scho ]ירו»!• e - S e 11 a b b o s - S t e 11 e 11v e r m i 111 u 11 g s z e 11 t r a 1 e d e r A g 11 d 11 s- J i s 1־ o e 1 - J u g e n d o r g a n i s a i i o 11 w i rcl für die nächsten Tage zur Besprechung der Lage unter den sabbathaltenden .Angestellten und Arbeitnehmern eine Zusammenkunft vorbereilel. Die ObeiTabbinerwahl in Uzhorod. Es wird nunmehr bestätigt, daß das podkarputhurussische Landesamt dem Proteste gegen die Wahl des Herrn Gbemibbincrs Josef K o 11 11 aus Deutschkreuz (Zehlom) zum Obcrraibbiner von Uzhorod stattgegeben und die Wahl annulliert hat. Zur Annullierung der Wahl führte — wie gemeldet wird — die zutreffende Feststellung des Protestes, daß der gewählte Oberrabibiner am Tage der Wahl nicht t s c 11 e c 11 o s l o w akiicscher Staatsangehöriger war. Die Gemeindeleitung־ ist dessenungeachtet entschlossen, dem Mehrheitswillen, zumal gegen die Person, die geistige Befähigung und die Religiosität des Gewählten von keiner .Seite Bedenken vorgebracht wurden, Geltung zu verschaffen und hat gegen die Entscheidung des Lande-samtes beim Ministerium rekurriert. Sijum in Pezinok. Aus Pezinok berichtet man uns: Der hiesige שומרי ח1דה “ Verein hat wieder einmal von .seiner regeu Wirksamkeit ein schönes Zeugnis abgelegt. Es wurde ein סיום auf מם, 3לכוח gefeiert, bei welchem sich außer den Mitgliedern sämtliche בני תולה beteiligten. Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Shill, von den Versammelten warm begrüßt, beendete die NHZJOD und hielt einen schönen הדרן• Auch in seiuer Tischrede gab er seiner Freude über den Lerneifer der hiesigen Jugend Ausdruck und spornte sic zum• Festhalten an den gesteckten Zielen an. Nach ihm würdigte Herr Gern ein depräses David Rcisncr die hohe Bedeutung cles Vereins für die Wahrung des streng orthodoxen Charakters unserer Gemeinde und sicherte demselben die tatkräftigste Unterstützung zu. Es sprachen noch und ernteten reichen Beifäll die Herren lieligiönslehrer Heinrich F r i c d m a n u,. Gemeind'ekassier Hermann P o 11 a k, Adolf A d 1 e r aus Nitra, Miksa L ö w y ans Scred. Zwi ,Ster 11 und Nandof E11 r e n t r e u aus Sobotisto. Herr Kantor tMiadowuik erfreute die Anwesenden mit seinen schönen Gesängen. Herr Leopold Adler übernahm in liebenswürdigster Weise das Arrangement der wohlgefungenen Feier. Auch den. Flauen der בני חורה sei an dieser Stelle für ihre Mitarbe.it zum Gelingen des Festes gedankt N. E. Prag ohne מורה הוראה. •Durch die Demission und den bevorstehenden Wegzug des Prager Oberrabbiners Dr. Brody nach Berlin ist der leider sehr kleine Kreis von 01י יראי ך׳ altehrwUrdigen Prag in arge Verlegenheit geraten. Eine separate orthodoxe Gemeinde, wie sic zurzeit mit größerer oder geringerer Autonomie in fast allen beclentemleren jüdischen Zentren des Erdenrundes schon besteht, existiert in dieser uralten עיר \אם בישראל noch nicht. Zur Gründung einer solchen wären allerdings auch noch manche aus der österreichischen Zeit verbliebene, mit dem liberalen Geist der Republik in Widerspruch stehende gesetzliche Hindernisse aus dein Wege zu räumen. Die thoratreu gesinnten Prager Juden sind infolgedessen genötigt, im Rahmen einer nichts weniger •als orthodoxen Großgcmieinde unter großen Opfern und ,schweren Entsagungen zu leben und aus Mangel an E111 wicklungsmögLiohkciten im eigenen engen Kreise geistig zu erstarren. Für ihre unter keinen Umstände» entbehrlichen religiösen Institutionen hat die Gemeiiuleleitung bisher im Gnadenwege einigermaßen gesorgt. Jetzt aber, da die Gemeinde einen neuen Oberrabbiner zu wählen hat und es nicht sehr wahrscheinlich ist, daß zum Nachfolger Dr. Brodys ein -Mann gewählt werden wird, der den religiösen Wünscheu der Konservativen entsprechen könnte, entstände die Situation, daß die Hauptstadt der tschechoslowakischen Republik mit zirka 35.000 jüdischen Seelen ohne einen מילה ה ו ר א ה dustehen würde. Wie aus der vorwöchigcn Ankündigung der Ge- 'meindeleitung in der ״Jüdischen Presse“ zu ersehen war, gedenkt man dieser Notlage dadurch zu entgehen, daß die Gemeinde einen konservativen Da ja 11 für die Bedürfnisse der יראים anstellen will, dem die Aufgabe zu fiele, die notwendigsten Kaschrusanstalten zu. überwachen. Zur Geschichte der jüdischen Gemeinden in der Slowakei. Unter dem Titel ״Jüdische Quellen־ s c h r i f t e n" beginnt Herr Oberrabbiner Mayer Stein in Trnava eine Zeitschrift herauszugeben, die sich der Er־ forschung der Geschichte der Juden und ihrer Siedlungen in der Slowakei widmen soll. Dieses Unternehmen ist be־ rufen, eine längst empfundene Lücke auszufüllen und wird ohne Zweifel :von vielen freudig begrüßt werden. Das erste Heft enthält־ eine gründliche Arbeit über die Ge־ schichte der Juden in Nova Mesto n. V., von dem auch unseren Lesern, bekannten Historiker Prof. Bern־ hard Mandl, der sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte cler Juden in den ältesten Gemeinden׳ der Slowakei be־ schäftigt. Er beginnt seine Darstellung mit den ersten Nachrichten über eine jüdische Siedlung in Nove Mesto n. V. (Ncustadtl) im 16. Jahrhundert und reicht bis^zur Judenvolkszählung im Jahre 1752. Es ist im Interesse" der Kenntnis der jüdischen Vergangenheit in der Slowakei zu wünschen, daß die ״Quellenschriften“ reichlicher fließen. Die Ausstattung der Hefte sollte in Zukunft besser sein, Um die jüdische religiöse Erziehung in Amerika. (J. T. A.) ln der kürzlich abgehaltenen Jahreskonferenz des National Council für jcwiali Education ׳ (•Gesellschaft für jüdische Erziehung in den Vereinigten Staaten) stellte der Vorsitzende des Exekutivkomitees der Union amerikanisch-jüdischer Kongregationen,. Herr Doktof Ludwig Vogelslein, fest, daß sich die jetzt aufwachsende junge Generation von der jüdischen Religion entfernt habe. Auf Grund seiner •eigenen Erfahrungen will Redner diese Meuscheu für das Judentum nicht ganz verloren gelien. Die besten Elemente dieser Generation werden den Weg zu dem Glauben ihrer Väter wiederlinden, wenn sie älter geworden sind und die Verantwortimg für eine Familie, besonders für die Erzielumg ihrer Kinder, tragen werden. Nachdem eine Generation in dem •wilden Kampf um materielle Wohlfahrt und in dem Prozeß der Anpassung von Emigrantenfamilie» an die amerikanischen Verhältnisse für uns verlorengegangc» ist, müssen wir überlegen, wie die Kinder dieser Generation dem Judentum zu erhalten sind. Diese Jüngsten sind schon in Amerika geboren, vielfach sind auch ihre Eltern hier geboren und ihrer Umgebung vollständig angepaßt. Professor Dr. Mordechai M. Kaplan, der ׳Begründer und Führer der Gesellschaft für Förderung des Judentums, führte aus, daß jüdische Erziehung ohne religiöse Erziehung die jungen Menschen dem Judentum entfremdet. Er fordert die Ausbildung von Lehrern, die sich religionspädagogiscli spezialisieren. Die jüdischen ReJigiousIehrer müssen sich durch gleiche Konzentration auf die pädagogischen Details für ihre Aufgabe vorbereiten, wie z. B. diejenigen Lehrer, die sieh für Musik- oder Kunstunterrieht ausbilden. . Eine Abordnung der Agudas jisroel bei Sir John Simson. (J. T. A.) Eine Abordnung der Agudas Jisroel in Jerusalem, bestellend aus Rabbiner Blau uud Herrn Enda, ׳besuchte den britischen außerordentlichen Bevollmächtigtcn für Palästina, Sir John Hope Simpson, uud ersuchte ihn im Namen der Agudas Jisroel, sich Für die Erleichterung• der Einwanderung von Angehörigen des Mittelstandes nach Palästina einzusetzen. Sie wies darauf hin, daß vor dem Kriege praktisch keinerlei Einwanderungsbeschränkungen wirksam waren und bat auch um Rückgängigmachung der Suspendierung der Zertifikate, ln seiner Antwort sagte Simpson, er hoffe seine Untersuchung Ende Juli zum Abschluß zu bringen. llllllllfilllllllllllilllllllllllllllllllllülHIIlllIIIHIIIIIIllllUlßllllltllHIIIIIHJIIIIHIIllllHIIlUlßl Zur Verhütung des Sonnenbrandes und Erzielung gleichmäßiger Hautbräune sowie bei Flechten, Hautjucken, Brandwunden und roten Händen leistet unschätzbare Dienste die seit Jahren ärztlicherseits anerkannte OBERMEYER-CREME, welche jede Apotheke führt.