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Jüdische Presse · 1930-06-27 · 26 (27.6.1930) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
26 (27.6.1930)
Date
1930-06-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 26 JÜDISCHE PRESSE Seite 3 Bollinger-Efekasten sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien, XV., Staglgasse 01 (bei Mariahilferstr. 148) Tel. R-35-8-47 und R-30-5-38 Filiale: Wien, VII., Burggasse 17, Tel. B 32*3*80 den. Wie dem auch sei, die nächste Entwicklung der Ge« meindeverhältnisse in Podkarpatska־Rus wird an diese wichtige Versammlung anknüpfen. Schon deshalb ist cs von YVcrt, daß die jüdische Oeffcntlichkeit über die Vor־ gänge — soweit dies bei Angelegenheiten von Karpatska־ Rus überhaupt möglich ist — objektiv informiert ist. Zur Frage der Sonntagsruhe. Es gehört vielleicht mit zu den Anomalien unserer Zeit, daß je schwieriger die übersteuerte Kaufmann־ schaft um ihre Existenz ringt, um so mehr häufen sich die Schwierigkeiten, die sich ihr in den Weg legen. Mit־ ten in der größten Wirtschaftskrise taucht jetzt die Frage der Einführung einer vollständigen Sonntags־ ruhe wieder auf. Wie der f.;indesverband1) יer kaufmänni־ schc-ti Gremien den Gremien in der Slowakei mitteilt, be־ absiehtigt das Handelsministerium in Gemeinschaft mit dem Ministerium für soziale Fürsorge die Sonntagsruhe gerade jetzt zu regeln und beruft für den 2. Juli dieses Jahres eine Enquete nach Bratislava ein. Es ist für den Ausgang der Enquete und damit auch für das Schick־ sal dieser Angelegenheit, die die Lebcnsexisteuz von tausenden Juden aufs engste berührt, nicht ohne be־ deutuug, rechtzeitig dafür zu sorgen, daß an dieser En־ quetc von seiten der eingeladenen Gremien auch jüdische Vertreter in entsprechender Zahl und Qualität teilnehmen, die das Interesse der jüdischen und insbesondere der sabbathaltendcn Kaufmannschaft wirksam zu wahren verstehen sollen. Von Wichtigkeit ist auch, daß von den einzelnen Gremien Anträge für die Enquete an den Fan־ desverband gelangen, die den Interessen der jüdischen ,Kaufmannschaft nicht entgegengesetzt sind. Das Bratislavacr Gremium beschloß vor einigen Tagen in einer eigens hiezu einberufenen Sitzung — von der unbegreiflicherweise gerade einige sabbat־ treue jüdische Kaufleute fernblieben und an der, was noch empörender ist, einige Angehörige des jüdischen Volkes nicht für die jüdischen Interessen stimmten —,.für d i e B e i b e h a 1 t u n g des St a t u s q u o ei n z u# trete n. Zur Verhütung des Sonnenbrandes und Erzielung gleichmäßiger Hautbräune, sowie, bei Flechten, H a u t j 11 c k e n, Brand w u n d e n und roten H ii ri־ den leistet unschätzbare Dienste die seit Jahren iirzt־ lieherscits anerkannte OBERMEYER־CREME, welche jede Apotheke führt. R. Mosche Gliickmann-Porusch in der Slowakei. Die Aktion des seit einigen Tagen in der Slowakei weilenden R. Mosche G 1 ii c k m a n n 1 ־? o r u s c h aus Jerusalem zugunsten des orthodoxen Schulwcrkes im heiligen Lande findet trotz der schwierigen Lage gute Aufnahme in allen Kreisen, in denen ein Interesse für das Gedeihen der religiösen Kindererziehung in Palästina vorhanden ist. In B r a t i s 1 a v a hat ein Lokalkomitec die Förderung der Angelegenheit übernommen; es wird gc־ plant, einen Teil des Schulbudgets zu sichern, damit in Zukunft spezielle Sammelaktionen überflüssig werden. Am ש״ר פ׳ בהעלתד hielt R. Mosche GUickmann־Porusch vor einer großen Zuhörerschaft im Hofe der jüdischen Schule in Gal a n t a einen, wirkungsvollen Vortrag über die Zu־ stände im heiligen Lande. Die beiden Herren Ober־ rabbiner von Galanta bekundeten ihre Sympathie für die Sache dadurch, daß sie auf ihre eingeführten Schabbos־ vorträge verzichteten, um den Gemeindcmitgliedern Gc־ legenheit zu geben, den Vortrag anzuhören. Sonntag den 26. Siwan sprach er im Beshamidrasch der Chewra Ka־ discha von D u n. S t r e d a und machte auf die Zuhörer einen tiefen Eindruck. Es ist zu hoffen, daß die Aktion in allen Gemeinden die beste Förderung erfahren werde. Frau Rabbiner Esther Hindel Fischer ,ע״ף• Von einem furchtbaren Schlag ist Sc. Elmv. Herr Oberrabbiner Seidl in Galanta heimgesucht worden. Seine Tochter, die schwergeprüfte Witwe des vor noch nicht vier Jahren in ,jugendlichem Alter verschiedenen Oberrabbiners Akiba Fischer in kunszcntmiklos, mußte Sonntag, den 26. Siwan in erschütternd tragischer Weise ihr junges Leben und g־ttgefälligcs Wirken auf Erden beenden. Die Explosion einer Spiritusflasche steckte ihre Kleider in Brand und in wenigen Minuten fiel ein teures frommes Menschenleben den Flammen zum Opfer. Die Schwerverletzte wurde in das jüdische Spital nach Preß־ bürg überführt, wo sie aber bald nach ihrer Ankunft ihre reine Seele aushauchte. Die Kunde von diesem Unglücks־ fall verbreitete sich in wenigen Minuten und wirkte über־ all tieferschütternd. Die allgemeine Teilnahme wandte sich den zwei zarten Kindern zu, die nun vater־ und mutterlos dastehen, und den ehrwürdigen Eltern, die eine junge, innigstgeliebte dreißigjährige Tochter in solch furchtbarer Weise verloren haben. Die Verblichene zeich־ nete sieh seit ihrer Kindheit durch aufrichtige, schlichte Frömmigkeit und Herzensgute aus. In der kurzen Zeit, da sie als Rabbinersgattin wirken durfte, betätigte sie sieh an der Seite ihres verewigten Gatten זצ״ל muster־ gültig als wissensreichc, idealistisch aufstrebende Jüdin und gewann sich die Sympathien aller, die in ihre Nähe kamen. In ihrer schmerzvollen Witwenzeit setzte sie ihre׳ ganze Kraft für die Erziehung ihrer Kinder zu guten, frommen Juden ein. Seit einigen Monaten wohnte sie wieder in Galanta, wo sie ihre Eltern und Geschwister mit aufopfernder Liebe umgaben und jeden Trost boten. Wer ermißt nun den Schmerz des gebeugten Vaters und der trauernden Mutter angesichts eines solchen herben Schick־ salschlages? Oberrabbiner Seidl, dessen edles Herz — wie männiglieh bekannt — mit jedem Leidenden fühlt und dessen hoher Geist für jeden Schmerz im G־tteswort einen Trost sucht, ist nun selber so erschütternd im ln־ nersten getoffen worden, daß sieh Dienstag in den Nach־ mittagsstunden hunderte Freunde und Verehrer aus Preß־ bürg, den beiden Gemeinden in Galanta, Szerdahely und anderen Gemeinden zur ה ל ן י׳ in Preßburg einfanden, um mit ihm den Schmerz zu teilen. Im Spitalhof gab Herr Rabbiner Salomon Unsdorfer in bewegten Worten diesem allgemeinen Schmerze wirksamen Ausdruck. Die מטה wurde sodann von Mitgliedern der Galantaer Ge־ meinde unter Leitung, des Herrn Max Preßburger auf den Schultern zum G־ttesacker getragen. Draußen auf dem ביח עלמין ergriff der heimgesuchte Vater das Wort. Der mächtige Eindruck dieses Weherufes eines g־ttergebenen Vaters an den verkohlten Resten seines geliebten Kindes ist unbeschreiblich. Die Versammlung war aufs tiefste gerührt von der Geistesstärke und Glaubensinnigkcit eines Rabbiners, den das Vertrauen in G־ttes Gerechtigkeit nicht verläßt. Rabbiner Simon H i r s e h 1 e r widmete hierauf der Heimgegangenen einen ergreifenden, von דברי מוסר erfüllten Nachruf. Möge השי״ת Herrn Oberrabbiner Seidl und seinen Angehöri־ gen Trost spenden und ihnen Kraft geben, das Leid zu tragen! __ Josef Fischer ץיל . In Preßburg wurde Sonntag, den 26. Siwan unter außergewöhnlich großer Teilnahme Herr Josef Fische r, ein Sohn des bekannten R. Mosche Towija Fische r ך׳ל , zu Grabe getragen. Sein früher Tod, im Alter von 33 Jahren, rief allgemeinen Schmerz hervor. Er war ein stiller, bescheidener, zu Hoffnungen berechtigender jüdischer Mensch, der sich vieler Sym־ pathien erfreute. Auf dem בי0 החיים sprach zuerst Sc. Ehrw. Herr Oberrabbiner Schreiber. Er lobte die beschei־ dene Lebensführung des Heimgegangenen und sprach da־ rauf zu Herzen dringende תוכחת מוסר über den sittlichen Verfall der Jugend, den man in jüngster Zeit selbst vor dem jüdischen Stadtviertel nicht mehr haltmachen läßt. Sodann widmete ihm sein Schwiegervater Herr Chajim R o senz w־ e i g einige warme Worte. חנצב״ה. Ein Zionist Präsident der Prager jüdisehen Gemeinde. In der Dienstag den T7. Juni stattgefundenen kon־ stituierenden Sitzung der jüngst gewählten Gemeinde־ repräsentanz zur Vornahme der Wahl eines Präsidenten und zweier Vizepräsidenten stellte die Partei der tschechi־ sehen Assimilanten den Antrag, den Präsidenten der Gc־ meinde abermals aus ihrer Partei zu wählen. Dieser Vor־ schlag scheiterte vornehmlich an dem Entschluß der zionistischen und deutschen Assimilanten, die sich zu einem Block vereinigten. Die tschechischen Juden ent־ fernten sich hierauf aus dem Beratungssaal. Darauf wurde in ihrer Abwesenheit die schon vorher verabredete Aer־ teilung der Aemtcr auch in einer formellen Wahl be־ stätigt. Alle Wahlen wurden mit 16 von den 18 nach dem Auszug der tschechischen Juden verbleibenden Stimmen beschlossen. Die Präsidentschaft fiel verabredungsgemäß dem Zionistenführer und ״Nationaljuden“ Dr. S i n gc r zu. Der ncugcwählte Präsident der Prager jüdischen Gc־ meinclc ist auch außerhalb Prags in jüdischen Kreisen durch seine zügellosen Angriffe gegen jede Lebens־ regung des antizionistischen orthodoxen Judentums, die seine politischen Wege kreuzten, und auch durch seine sprichwörtlichen, .vielleicht selbst in Prag ohne Beispiel dastehende absolute Unkenntnis des religiösen Judentums eine gewisse Berühmtheit geworden. Außer seiner Anteil־ nähme an gewissen landespolitischen, d. 11. mandat# haschenden Aktionen der Zionisten ist er, der ״Jude“, in Denken und unrcligiöscr Lebensführung genau so wenig jüdisch, wie die ״Tschechen“, die durch seine Wahl aus der Gemeindestube verdrängt wurden und wie die ״Deutschen“ und Sozialdemokraten, mit deren Hilfe er in den Präsidentenstuhl der Prager jüdischen Gemeinde gehoben wurde. Verständnis für die Wahrheiten der historischen Glaubcnstreue im Judentum ist von ihm allerdings noch weniger zu erwarten, als von seinen Vor־ gängern, die mindestens aus Pietät die Religion als ein־ zig'es konstitutives Prinzip der jüdischen Gemeinschaft und der jüdischen Gemeinden nicht in Abrede stellten und für den Geist der Väter und sei es ebenfalls nur aus Pietät, noch einen Rest von warmem Gefühl übrig hatten. Die neuen Zionisten und politisch־jüdischcn ״Nationa־ listen“ von Prag fühlen sich über alle diese Dinge eines für sic ״erledigten“ Judentums himmel־ hoch erhaben. Sobald sie sich im Prager jüdischen Rat־ haus fest im Sattel fühlen werden, wird mit dieser zu־ weilen sich, auch praktisch auswirkenden Pietät für die Frager jüdische Gemeinde ein Ende sein. Das ist das Einzige, was an der Wahl eines Zionisten zum Präsiden־ ten der Prager Gemeinde von allgcmcin־jücli.sch־glaubcus־ treuen Gesichtspunkten bemerkenswert erscheint. Grundsteinlegung zu einem Beshamidrasch. Aus Sevljus schreibt man uns: Seitdem der be־ rühmte ״Rabbi von Sepinke“ Rabbi Jizchok Eisik Weis z in unserer Stadt seinen ständigen Wohnsitz hat, sehen wir in unserer Gemeinde eine der schönsten Pflanz־ Stätten der Thora erblühen. Es lernen an seiner Jeschiwa zirka 200 ßachurim, so daß das bisherige Lchrhaus sie nicht fassen kann, ganz abgesehen von den tausenden Anhängern, die den Rabbi zu den ימי□ טובים aufsuchen und keinen ausreichenden Aufenthaltsort haben. Das veranlaßte den Rabbi, an den Bau eines großen neuen Beshamidrasch in seinem Hause zu schreiten. Am 26. Siwan fand unter Beteiligung von einigen hundert Gästen aus nah und fern die Grundsteinlegung zu diesem Neuhau statt. Selbst aus dem Auslande, aus Ungarn und Rumänien, waren Anhänger zu dem Feste gekommen. Ein Verehrer des Rabbi spendete spontan 10.000 Ke. — Das Beshamidrasch wird einen Raum von 20 m Länge und 15 m Breite umfassen. Der Rabbi hielt bei Niederlegung des Grundsteines eine großangelegte Droschoh, in wel־ eher er die Versammelten zu הת׳ Dil'ח ermahnte! S. F. Rückkehr zur Einfachheit. Mit Rücksicht auf die große Not, in der sich der־ zeit unzählige jüdische Familien befinden und die Wohl־ tätigkeitsvereine in Anspruch nehmen, faßte der Kosicer orth. Frauenverein den begrüßenswerten Beschluß, die hier immer noch üblichen reichgedeckten, prunkvollen Gratulationstische bei Empfängen vor Hochzeitsfesten ab־ zuschaffen und den hohen Kostenaufwand solcher Fest־ tische für die Wohltätigkeit abzuverlangen. Wo diesem Ersuchen nicht entsprochen wird und trotzdem kost־ spielige Empfänge veranstaltet werden, beschlossen die Damen, von der Gratulation fernzubleiben. Man hofft, daß dieses radikale Mittel wirken und als Folge davon mit der Zeit eine Rückkehr zur Einfachheit und schlichten, aber vornehmen Lebenshaltung unserer Mütter herbeiführen wird. (Auch die arg vernachlässigte j ii d 1־ sehe religiöse Ncschomoh der jüdischen Frau und Tochter bittet flehentlich bei den ״orthodoxen“ Frauenvereinen in manchen von der Agudaarbeit noch nicht erfaßten orthodoxen Gemeinden der Ostslowakei um ein wenig Aufmerksamkeit und Pflege!) Jüdische Hilfsgenossenschaft in Nove Zamky. Aus N o v c Zamky wird uns mitgeteilt: Die schweren wirtschaftlichen Verhältnisse drücken auf alle Schichten der Gesellschaft, am schwersten aber werden von ihnen die ganz armen Leute getroffen. Bei guten Konjunkturen treffen sich immer einige gutherzige Men־ sehen, welche den Minderbemittelten gerne zu Hilfe eilen. Heute stößt dies auf große Schwierigkeiten. Einerseits haben jetzt auch die besserbemittelten Unternehmen zu kämpfen, auf der anderen Seite ist die Zahl der Bedürf־ tigen derart angewachsen, daß es dem einzelnen schwer fällt alle Wünsche und Ansprüche zu befriedigen. Dies veranlaßte den agilen, umsichtigen Präses unserer orth. Gemeinde, Herrn Rafael K o h n, bei der jüngsten Vorstandssitzung den Antrag zu stellen, die Gemeinde rufe eine Kreditgenossenschaft zu rein mcnschcnfreund־ lichem Zwecke ins Leben. Die Genossenschaft soll be־ dürftigen jüdischen Handwerkern und Kauflcutcn zinsen־ freie Darlehen bis Kc 2000 gewähren, welche in kleinsten Raten zurückzuzahlcn wären. Den größten Teil des Grün־ dungskapitals soll die Gemeinde ins Budget aufnehmen. Außerdem rechnet man damit, daß bemittelte Menschen־ freunde sich bestreben werden, mit einem Gründungs־ beitrag oder monatlicher Unterstützung dieses wohltätige Unternehmen zu fördern, damit man in die Lage kommt, die Wohltaten einer solchen Genossenschaft möglichst vielen Leuten zuteil werden zu lassen. Der Vorschlag des Präses wurde von den Anwesenden mit dem größten Verständnis und Wohlwollen zur Kenntnis genommen. 99. Jalirzeitstag des Rabbi David Deutsch• Aus Novo Mesto 11. V. wird uns geschrieben: Mittwoch, am 22. Siwan wurde der 99. Jalirzeitstag dos heil. Rabbi David Deutsch a.bgchaltcn. Es wurden bei diesem Anlasse .sehr viele Diwre Thora und Mussar gesprechen. An erster Stelle sprach unser Herr Oberrabbiner Liptnann Donath, welcher mit Chur.ifus und Magidus die Zuhörer aneiferte. Nachher sprach Herr Ober rabbiner E c k s t e i n aus Sered, der mit zündenden Worten auf das Wirken dieses Gaons ז״ל hinwies und mit Diwre Mussar unsere Gemeinde anspornte, in den Kußstapfen dieses Heiligen zu wandeln. Hierauf ergriff ein Urenkel des Gaons, Herr Rabbiner Men ach ein ׳Weis z, Dujan in Munkücs, das Wort, dessen Rede auf die Anwesenden einen großen Eindruck machte. Landeszentrale Schorn re Scliabbos — Stellenvermittlung der Agudas Jisroel-Jugendgruppen in der Slowakei, Bratislava, Turnergasse 14/16. Offene Stellen: Nr. 264. Kindermädchen (Nitra). Nr. 291. Erzieherin für Ferien (Komarno), Nr. 293. Wirtsehaftsadjunkt mit Praxis (Komarno). Nr. 296. Eisenhancllungslchrling (Vsctin). Nr. 310. Köchin (Topolc). Nr. 3(3. Schnittiwarenlehrling (Brat). Nr. 314. Spezereiwarenlehrling (Samoryn). Nr. 315. Kurz- und .Modewarenkomrnis (Siiranv). W i r s u c 11 e n B c schüft i g־ u n g f ii r: Stenotypistinnen, Kommis in Kurz-, Mode-, Spezerei-, Galanterie- und Eisenwaren. Holzbeamtei*, Hausbesorger, Tapezierer, Buchbinder. Amtsstunden: Montag und Mittwoch von halb 9 bis 9 Uhr. Wir ersuchen jedem Briefe Rückporto bcizulegen. Bewerber berufen sich auf die Anmeldungsnummcr. Amtliche Verlautbarungen der Israel. Kultusgemeinde Wien. Zur Kalenderrefonn. Die vom Völkerbünde geplante Einführung eines bürgerlichen Kalenders mit Blankotag *wird Millionen Juden der ganzen Welt großen moralischen uncl materiel־ len Schaden zufügen. Die Durchbrechung der sieben־ tägigen Woche ist eine Verletzung unserer tiefsten reli־ giösen Gefühle und ein Hemmnis in der Beobachtung des Sabbats, der vor tausenden Jahren der Welt den wöchent־ liehen Ruhctäg gab, um den die zivilisierte Menschheit bis in die Gegenwart kämpfen mußte. Die Judcnschaft der ganzen YVclt hat eine Aktion gegen die Einführung dieser Kalenderrefonn eingelcitct und bitten wir, den Bogen, den Ihnen ein Werber in den nächsten Tagen vorlcgcn wird, in Ihrem eigenen Interesse und dem der gesamten Judcnschaft zu fertigen. Das interterritoriale Aktionskomitee in Zürich: Oherrahbincr Herz, London; Grand Rabbin Lcvy, Paris; Lucicn Wolf, London; Dr. Löwenstein‘, Zürich; Rabbiner S. Fürst, Wien. Das Wiener Aktionskomitee: Präsidium und Rah־ binat der israelitischen Kultusgemeinde in Wien, die Vor־ stände aller Tempel־ und Bethausvereine. Bavmizwahkurs während der Ferialmonate. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien bringt liiemit zur Kenntnis, daß der Bannizwahkurs, XX., Otbmargas.se 46, auch während der Eerialmonate fortgesetzt wird. Die Einschreibungen luuleu jeden Sonntag von 10 bis 11 Uhr vormittags im Unterrichtslokal des genannten Hauses statt. Der Unterricht ist unentgeltlich. Wien, 23. Juni 1930. Der Vorstand. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Z. 4697 ex 1930. Kuiulmachung betreffend die Errichtung von Minjanim für die hohen Feiertage. I. Der Vorstand beabsichtigt, für den gegenwärtigen Bedarf an temporären Betluiusern durch eigene Maßnahmen vorzusorgen beziehungsweise durch die Tempelvereine Vorsorgen zu lassen. Demgemäß wird die Kultusgemeinde nur in Fällen, in welchen ein tatsächlieber Bedarf vorhanden ist, die Genehmigung für ein temporürers ßctluius an andere Vereine oder Private erteilen.

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