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Jüdische Presse · 1930-05-30 · 22 (30.5.1930) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
22 (30.5.1930)
Date
1930-05-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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JÜDISCHE PRESSE Seite 4 Nr, 22 - (J. T. A.) In Erwiderung auf Fragen von Sir Robert . Hamilton und Herrn Marcus betreffend die Suspen־ | dierung der neuen Einwandcrcr־Schedule für Palästina erklärte Dr. Drummond Shiels. der Unterstaatssekretär für die Kolonien, im Unterhaus: Die Lage ist die, daß die Positionen, die die neuen Einwanderer hätten cinnchmen sollen, zeitbedingt waren, wie z. B. Wegebau und ähnliches. Wir haben versucht, in der Durchführung der im Weißbuch von 1922. pieder־: gelegten Politik nur Einwanderer nach Palästina ‘kommen zu lassen, die das Land wirtschaftlich absorbieren kann. Im Zusammenhang mit den Unruhen wurde eine Kommis« sion eingesetzt. Diese Kommission kritisierte nicht das Ziel unserer Einwanderungspolitik, sondern die Art, in der diese durchgeführt wird, und sie machte den Vor־ schlag, daß ein Experte zur Prüfung־ der Bodenfrage ent־ stand!t werde. Ein solcher Experte ist nun entsandt wor־ den, und cs erscheint uns nur als eine Maßnahme ge־ wohnlicher Ucberlegung, daß inzwischen die Einwande־ rung eingeschränkt wird; man würde uns sonst den Vor־ wurf machen können, daß wir die Fehler, die wir nach der Ansicht der Kommission in der Vergangenheit gc־ macht haben, jetzt wiederholen. Sir Archibald Sinclair stellte nun ‘die' folgenden Fragen: Wehn die wirtschaftliche Kapazität Palästinas nicht eine solche war, daß das Land 3300 neue Einwande־ rer absorbieren kann, warum hat dann der High Com־ missiqner die Zertifikate gewährt? Wenn andererseits Palästina wirtschaftlich fähig ist, 3300 neue Einwanderer zu absorbieren, und wenn die Regierung diese Einwande־ rer dauernd darart hindert, ins Land zu kommen, verstößt dies nicht gegen die1 Bestimmungen des Mandates? Dr. Drummond Shiels erwiderte: Eine allgemeine Einstellung oder ein Verbot der Einwanderung hat nicht stattgefunden. Der Staatssekretär für die Kolonien׳ weiß cs, daß der High Commissioncr infolge eines Mißverständ־ nisses eine Schcdulc über 3300 Personen im Mai für das . mit dem 30. September d. J. endende Halbjahr bewilligt hat. Diese Schedule schloß 950 Personen ein, deren Zu־ lassung schon vorher sanktioniert worden war. Die Regie־ rung Seiner Majestät hat den Standpunkt eingenommen, daß im Hinblick auf die im Bericht der Shaw־Kommission gemachten kritischen Feststellungen und mit Rücksicht auf die darauffolgende Mission Sir John Hope Simpsons, der in Palästina die Fragen des Bodens und der Ein־ Wanderung studieren soll, es als erwünscht erscheint, daß bis zum Erhalt des Berichtes von Sir John Hope Simpson die weitere Einwanderung beschränkt bleiben soll. Dem־ gemäß wurde beschlossen, die Ausgabe von Zertifikaten vorläufig auf die erwähnten 950 Personen zu beschränken. Es wurden keine Zertifikate für ungültig erklärt, noch wurde ein endgültiger Beschluß für die die Zeit bis 30. September i930 betreffende Arbeitcr־Schedule gefaßt. Auf eine Frage Sir Robert Hamiltons, wieviele Personen durch die Suspendierung der A1־beiter־Schedule betroffen werden, erwiderte Dr. Shiels: Ich glaube, daß ' etwa 2000 Personen hiervon betroffen sein werden; aber es ist kein Grund, anzunehmen, daß sie endgültig durch diese Maßnahme betroffen sein sollten. Eine Proklamation der Jerusalemer jüdischen Gemeinde. , (J. T. A.) Aus Anlaß des Generalstreiks der pa־ lästinensischen Judcnhcit zum Protest gegen die Suspen־ dierung der Chaluz־Schedule erließ die Jerusalemer jüdische Gemeinde (Waad Flair) eine Kundgebung, in der es heißt: Die heutige Arbeitsruhe soll der zivilisierten Welt gegenüber unseren Schmerz über die uns zuteil ge־ wordene Demütigung zum Ausdruck bringen; sie soll auch das Signal dazu" geben, die Kräfte unseres Volkes zu mobilisieren und unsere friedlichen Bemühungen in der Abwehr der Verletzung der elementaren Rechte des jüdi־ sehen Volkes, nach Palästina zu kommen, zu verdoppeln. Die' palästinensischen Rabbiner, auch die der Agudas Jisroel angehörenden, haben für Dienstag, den Vor־Neuinond (Erew Rosch־chodesch) das Sprechen von Gebeten während־ des Gottesdienstes für Aufhebung der Einwanderungseinschränkung angeordnet. Am Streiktage besuchten Abgesandte der Agudah und des Rabbinates die jüdischen Distrikte und forderten die Bevölkerung zum Besuch der außerordentlichen Gottesdienste am Nachmittag auf. Bei diesen Gottesdiensten wurden Seli־ i choth zitiert. ״..; J Es wird in Erez Israel fortab an Sabbat kein Faßball gespielt. : Ein denkwürdiger Erfolg der Aguda.; Der Anschluß der agudistischcn Rabbiner an die Streikparole des Waad Leumi; wie ihn die J. T. A. meldet, Wirklichkeit: die Revozierung der Antiprotestkund־ gebung der agudistischcn Rabbiner hat eine interessante Vorgeschichte. Die Führer des Waad Leumi haben auch' diesmal wie schon so oft versucht, über die ־Köpfe der religiösen Führer von Erez Israel eine so bedeutsame politische Parole wie einen Proteststreik herauszugeben. In diesen kritischen Zeiten empfanden die orthodoxen Rabbiner des Heiligen Landes doppelt schwer diese Leicht־ fertigkoit, und kaum wurden die Plakate über die Streikparole des Waad Leumi in den Straßen Jerusalems affichiert, kam schon die Antwort seitens der orthodoxen Rabbiner, in welcher von Oberrabbiner Sonnenfcld bis Oberrabbiner Kook alle gegen die Streikparole Verwah־ rung cinlegten. Die einmütige Stellungnahme der Ortho* doxie hat gewirkt. Die Führer des Waad Leumi haben sich nachträglich in Verhandlungen mit der Orthodoxie eingelassen. Auf Grund dieser Verhandlungen haben dann die orthodoxen Führer ihre Antiprotcststrcikparolc zurückgezogen. Agudas Jisroel hat aber von Waad Leumi auch ein religiöses Opfer verlangt, nämlich, daß Waad Leumi. soweit es in seiner Macht steht, verhindert, daß fortab in Erez Israel am Sabbat von jüdischen Sportvereinen Fußball gespielt wird. Wa״ad Leumi hat sich hiezu verpflichtet. Diese Verpflichtung ist auch vom Arbeiterführer Ben Zwi mit־ gezeichnet. Als kulturhistorisches Dokument bringen wir das diesbezügliche Uebercinkommcn im Wortlaut: ^ווווווווווווווווווווווווווווווווווו1ווווווווווווווווווווווווווווווווווושווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווו!ווווווווווווווווווווון I WeMe Gidier in Boten Einband I 1 ■■ pro Band S 3.- ■■ § | Einmalige Gelegenheit für die Leser der | | ״Jüdischen Presse“. § j In der Administration der ״Jüdischen Presse“, || 'H Wien, II,, Leopoldsgasse 26, sind folgende wertvolle g ,= ■ jüdische Bücher solange der Vorrat reicht, erhältlich: g M L Balaban M.: Die Judenstadt von Lublin. Mit §§ §f zahlreichen Zeichnungen. H M 2. Birnbaum Nathan: Um-die Ewigkeit. Essays. M §§ 3. Ale je hem Scholem: Die Geschichte Tew־ ff־ g jes des Milchhändlers, Stempenju. ’ g 4. Hellwig A.: Ritualmord und Blutaberglaube. g •g 5. Kahn Fritz: Die Judemals Rasse und Kulturvolk, g g 6. Katz: Charakterbilder aus der jüdischen Ge־ H j§. schichte. g g ,7. Katzkin I.: Hermann Cohen, Krisis und Ent־ g ■g scheidiing im Judentum. jf g 8. Bloch Chajim: Der Prager •Golem. — Ostjüdi־ M E scher Flumor. — Hersch. Ostropoler. — Israel, ff g der Gotteskämpfer. —' Der Baalschem von |f. E Cholm und. sein Golem. g * g 9. Rupin A.: Die Juden der Gegenwart. Eine sozial־ M g wissenschaftliche- Studie. ' §f g. 10. ,ßrietsch D.: Palästina־Handbuch mit vielen §f §f Karten und Skizzen. ‘ g g 11. Denkwürdigkeit der Glückei von Hameln. p g 12. Konopnicka Maria.: Geschichten aus Polen. g 13. Orzesko E.: Licht in ,dM. Finsternis. M 14. Sagen polnische Juden. g 15. Anthologie ostjüdis.cher Dichter, ausgew,..yön M A. Eliasberg. ' ' g 16. Von polnischer Juden, Novellen und Skizzen §| polnischer Dichter. ff polnischer Dichter. התחייבות רעד הראיכד.;’ אגחני הח״ם הנני מתחייבים מה ׳בחסי» הנחן לנו כשם הועד הלאומי לכנסת ישראל לבטל אה משחק־ בדור הרגל בשבח בירושלים על ידי הסהרריא הסבבי עם יכל שמות היוי בירישרים לא על/המגרש שלהם ביום בסביבה׳ בית ישראל ולא על מגרש אחר. בהתחייבות זו כלול *ם שהמבבי לא ישכיר את המגרשים שלו בירושלים לאחרים לשחק בהם בדור רגל בשבח. כ״ר אייר תר״ץ. (חתימיס' י. בן צבי. יוסף בר״ג מיוחס• י :2 י ' ■ התחייבות אגדת'ישראל. אנחנו הח״מ הננו מתחייבים בזה בתוקף שנתן לנו בשם אנדח ישראל בארץ ישראל, שאם בטור משחק ברור הרנל יהיה קשור עס הוצאות כספיות הריריות או ארעייח נסביל אנו ההשתתפות בכספים עד חצי הסכום הדרוש. כ״ד אייר תר"«. (חתום׳ משה בלויא. Den einzigen Mißton am Streiktage brachten in Flugzetteln verbreitete Aufrufe der palästinensischen kommunistischen Partei, die in jiddischer Sprache abge־ faßt waren, und in denen es hieß: Wir begrüßen den Arbeiterstreik, der nicht ein Protest gegen das Verbot der zionistischen Einwanderung sein soll, sondern ein Zeichen revolutionärer Erhebung von hunderten Millionen Kolonialsklavcn. Die jüdische Oeffentliclikeit in Palästina stark beunruhigt. Der hebräischen Tageszeitung ,,Doar Hayom“ ent־ nehmen wir folgende aufsehenerregende Mitteilungen: Die von der Palästina־Regierung vor kurzem ein־ gesetzte landwirtschaftliche Kommission hat die Suspen־ dierung von Boden Verkäufen an Juden bis zur Zeit, wo der Bericht von Sir John Hope Simpson vor־ liegen wird, empfohlen. Ferner hat die Kommission den Erlaß eines Gesetzes empfohlen, demgemäß es Bauern, die weniger als 18 Acker Boden besitzen, verboten werden soll, ihren Boden oder Teile desselben an andere zu ver־ kaufen. Schließlich hat die Kommission die Durchfüh־ rung eines Gesetzes empfohlen, demgemäß Verkäufe von mehr als 250 Acker Boden in einzelnen Transaktionen verboten werden sollen. Die jüdische Oeffcntlichkeit von Palästina ist durch die Meldungen des ,,Doar Flayom“. deren Richtigkeit bis jetzt noch nicht zu kontrollieren war, in Unruhe versetzt worden. Man ist geneigt, den Meldungen von ״Doar Flayom“ Glauben zu schenken. Ein Artikel des ״Manchester Guardian". י (J. T. A.) Der Londoner Korrespondent des ״Man־ ehester Guardian“ •schreibt: Bereits bewilligte Einwande־ vungszertifikate sind zurückgezogen, der Bodenverkauf an jüdische Siedler ist unterbunden worden, bis zu der Zeit, in der Sir John Flope Simpson seinen Bericht erstattet haben wird. Die neue Krisis trifft das Prestige von Dok־ . tor Weizmann schwer. Dr. Weizmann hat alles auf seine Loyalität gegenüber der englischen Regierung gesetzt, auf Flundertcn von Rednertribünen hat er sie mit großem Risiko für sich kraftvoll gegen die Revisionisten ver־ , teidigt. Seine Position wird nun rapid unhaltbar, ich. hörte sogar Andeutungen über seinen bevorstehenden Rücktritt von derf Leitung der Zionistischen Organisation. Ich hoffe, daß sich dieses Gerücht als falsch erweisen wird, aber es scheint nicht ohne Grundlage zu sein. Es ist schwer, sich die Zionistische Organisation ohne Dok־ tor Weizmann an ihrer Spitze vorzustellen, denn die ganze Bewegung in ihrer heutigep Form ist seine Schöpfung. Unter jedem anderen Führer würde diese internationale Organisation' England gegenüber weit weniger freund? lieh sein. ״Manchester Guardian“ fügt dieser Mitteilung den fblgenden Kommentar hinzu: Kaum ist der Irland־Krebs in unseren internationalen Beziehungen geheilt, so hat MacDonalds Unentschlossenheit eine noch schlimmere Krisis, in den Beziehungen zur Judenheit, herauf־ beschworen. Antisemitische Exzesse in Rumänien. (J. T. A.) Die antisemitischen Exzesse in Bukarest, in mehreren Städten Altruriläniens und im Kreise Mar־ morosch nehmen wieder zu. Vor ■dem Studentenheim in Bukarest wurde Rabbiner Katz, als er dort vorbeiging, zu beleuchten geeignet war, beklagen mußten, geht uns der Verlust eines Mannes wie weil. Oberrabbinev Aron Katz z. s. 1. vom Standpunkte des praktischen jüdischen Lebens doch noch naher, denn jene grollen Lichtgestalten wandelten auf der Höhe der Berge ihres himmelanstrebenden Wissens, mir selten stiegen sic in die Niederungen des alltäglichen Lebens herab, um die hier wahrnehmbaren Schäden zu heilen. Der Neutraer Raw wandelte unter uns, ja uns allen voran, um die vom Thoralicht bestrahlte, glanzvolle Wahrheit ins Leben einzufüliren, sie, trotz allen ihr sich in den Weg stellenden Hindernissen, im praktischen Leben mit dem Einsatz seiner Persönlichkeit durchzusetzen, . wie er das Beispiel dafür von seinen großen Meistern gelernt und von seinem hervorragenden Vater von Schritt zu Schritt betätigt gesehen hat. Unwillkürlich denkt man bei dem so rasch aufeinander gefolgten Tod dieses Vaters und Sohnes an die Klage Davids um Saul und Jonathan, die sich so liebten iin Leben, haben sich auch im Tode vereint, sie waren beide Löwen und. mit der Schwungkraft des Adlers ausgestattet im fortwährenden Kampfe für die heilige Sache der Thora. ״Wie fielen sie nun, die Helden, und es schwanden die Kriegsgeräte.“ Sie waren keine Führer, die sich Ruf, Ehre, Ansehen erwerben ' wollten im stetigen Kampfe,־ sie mußten sich im Gegenteile das ganze Leb'eU hin־ ■ durch Verunglimpfung, Anfeindung, Verfolgung - 'ge- < fallen lassen, sie waren Kriegsgeräte, die uneigen-a nützig, ganz selbstlos, nur zum Kampfe und Siege׳ ge-•׳ braucht werden, ohne auf Ruhm und Anerkennung zu; aspirieren. Dieser gemeinsame Charakterzugweihte! ihr Leben und ihren Tod,' der war der Schlüssel und• das Geheimnis ihres Wirkens und Strebens, ihrer Siege und Erfolge. Möge dieser; reine leschem schoniajim•־ Geist in solchem Maße alle Führer jüdischer^ Gemein־; samkeiten beseelen, dann stände׳.es um die Sache de*־: Orthodoxie so gut, daß wir den Heimgang dieser!Großen» nicht mehr beweinen müßten, denn sie hätten!rieht,׳ umsonst gelebt und wären nicht umsonst gestorben, Chassidische Disziplin. Von S. Taubes. An kleinen Dingen lassen sich oft die größten Wahrheiten feststellen, wie an den Gesetzen eines Atoms, als des kleinsten Planeten, das Wesen des Welta'lls. Warum sollte ich also davor znriiekseheuen, eine kleine Beobachtung mitzuteilen, eine Beobachtung, die jeder machen kann, da mir dieselbe eine große Er- Kenntnis vermittelt hat? Es war während eines Sabbat- Vormittages, in der Klause des ehrwürdigen Rabbi von II. Bei der 11‘er Dynastie herrscht ein Brauch, demzufolge der Rabbi nicht im Kreise seiner Frommen das Gebet verrichtet, sondern in einem benachbarten, abgesonderten Räume. Darin ist aber durchaus kein vollesfremder Zug zu erblicken; der Rabbi betet allein und abgesondert, vielleicht um sich besser und inniger konzentrieren zu können . . . Mit dem Herzen• ist er aber sicher unter seinen Chassidim. Auf der Brücke des Gebetes, die er baut und die von seinem Herzen zu G-tt führt, wandeln, auch die Gebete seiner Anhänger und alle vereinigen sich vor der Halle des Gebetes. Vielleicht muß er sogar, als berufener Wegbalmer, seiner!Gemeinde voraaisgqlien ‘;und;j^ntfernt sich nur von /ihr,. ..ufn — sich mit ihr desto sichertet־ zu verbinden. ■ \ Der Rabbi , von;11. ist ein alter, kleiner und'.';schwächlicher Mann, ln seiner Gemeinde aber gibt, es’, große und starke Männer, wahre Hünen an Gestalt und j K;raft, was man bei Juden nicht zu häufig zu finden ge'־ ־,'wjohnt ist. Diese Männer .aber,'.werden klein und lairihir' .;fgomm, wenn der Rabbi an ihnen vorübergeht ,./ Sie versinken in Demut vor ihm und der Rabbi' wachst . w!'eit über sie liimius... zu staunenerregender. Größe1.. . ׳ £ Und •dies ist, schön; die, eine Hälfte meiner Beobachtuüg.;,'/ ‘/ 1 Die andere Hälfte aber’,,'handelt von d§r' Art,'in welcher die Chassidim vor ihrem Rabbi‘ 'zurückweichen ... ,7 . .' , ־. \ Zwischen dein Schach 1ל18־ und Mussafgebet ah jenem Sabbat, von dem ich erzähle, räusperten sich auf einmal einige Männer, die ihren Platz vorne hatten, in der Nähe des Raumes, in dem sich der Rabbi aufhielt und — plötzlich war der Rabbi unter ihnen und . schickte sich an, die Klause 7m durchschreiten . . . Man weiß, wie Clmssidim ihre Gebete verrichten. Wie Eisenfeilspäne bei der Annäherung eines Maan keine ״Gobetsordnung“ gebunden ist und wie jeder unmittelbar und in seiner Weise zu Gott spricht, schreit oder flüstert . . . Man kennt das bunte und pittoreske, bewegte und orientalisch lebhafte Bild der ״disziplinlosen“ Chassidim . . . Wer es aber gesehen hat, wie ich an jenem Sabbat, wie die Chassidim an beide Seiten der Klause zmrücksprangen, ein dichtes und scharf abgegrenztes vSpalier bildeten, sich mäuschenstill verhielten, um ihren Rabbi vorübergehen zu lassen . . . Wer es sah, wie sie mit gespanntem Blick jedem seiner Schritte und jeder seiner Bewegungen folgten, ihm ״nachschauten“ bis zu dem Augenblicke, da er die Klause verlassen hatte, dem ging der Begriff einer besonderen Disziplin auf, die doch so grundverschieden ist vom ״Habt acht“ des Militärs ... Es ist eine Disziplin ohne äußerliches Kommando. rWie Eisenfeilert’äpiipe \bei! der 1‘Annäherung eines ■Ma- :gnetes sich gesetzmäßig ördnen, von der geheimen,•ma- 'gnetischcii Kraft gezwungen, üo '•fluten die Menschen "zurück und ordheten sich urii die magnetische Gewalt des Mannes, des Geistes, der vön ihrem Rabbi..aus- ,;strahlte . . . Ja,-da? ist׳ es׳. Eine innere geistige Disziplin!hielt diese Leute im Bahne; wirkte das Wunder; daß Menschen, die sonst• in Geste und Gehaben lebhafter und beweglicher -sind •aR ׳die?temperamentvollsten/Südländer, widerstandslos sich, ordneten und unterordmeten 'der Persönlichkeit jenes einzigen, den sie ihren Führer ’nennen . . . Ohne Schulung, ohne!;Abrichtung, ohne״Be-: . ׳ •feil 1 ersteht eine gemeinsame Kette, eine organisch, gebildete Einheit, : ein geschlossener Kreis um deii geweihten Mittelpunkt. ,; Da dies, was ich hier erzählte, nur den anspruchs- ׳losen Inhalt eines einfachen: Feuilletons bildet, ,duEf .ich

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