Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 19 (9.5.1930)
- Date
- 1930-05-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2629891-2630341-2630359--3625-2635655- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. (9 Seite 3 JÜDISCHE PRESSE flflcHflicflTEH KSM Von clor Wiener Agrnln. Die Konstituierung des ueugewiihlten Vorstandes der Agucia.s-Jiisroel-Ortsgnippe erfolgte am Sonntag, den 4. d. M. Zum Obmann wunde;Herr Wolf Pa p p e n h e i m gewählt. Obmannstellvertveter die Herren : Markus Hornstein und Alfred •Stroh. Schriftführer: Herr David Seid m a n 11. Schriftfülir er stell Vertreter die Herreu: Moritz P a p p c 1111 e i m •un,d_Abraham S 011 a p i r a. Kassier: Herr Saloinoni T ii 1• k I. Kassierstellvertrcter die Herren: Markus Kamm und Siegfried R i c 111 e r. Die Erneu innig der Fachrefercnten beziel1.ungsweise der Fachausschüsse wird in der nächsten Sitzung vorgenommen werden. Kaufet palästinensisches Olivenöl! Wir können 1111seren'Lesern,, die im Prinzip die so schwer heinigesuchte jüdische Kolonisationsarbeit in Erez. Jisroe! gerne durch Verwendung palästinensischer Landesprodukte zu fördern geneigt sind, heute die erfreuliche .Mitteilung machen, daß' nunmehr die Erzeugnisse der Oclfabrik ״Schemen“ nach einem von Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner S. Fürst beglaubigten Attest des Ha'ifaer Habbinats auch in ritueller Hinsicht, namentlich auch hinsichtlich Terumoh, Maasser und clergl., den strengsten Anforderungen entsprechen. Was die gesundheitliche Seite der Frage des Oelgenusses betrifft, können wir darauf hinweiseii, daß gelegentlich der Eröffnung der ersten Wiener rituellen Kochschule im ״Kriigerheim" von einem hervorragenden medizinischen Diätetiker hebst Butter frisches Olivenöl als das zuträglichste Fett bezeichnet wurde. Die Oclfabrik ״Schemen“ hat seit kurzem auch in Wien eine Niederlage ihrer Produkte errichtet. Feinstes palästinensisches Olivenöl bester Qualitat in viereckigen Büchsen zum Preise von S 4.50 per Kilogramm-Büchse ist beim Alleinvertreter für Oesterreich S. Ra b i 11 o w i t. s c h, Wien, 11״ Zirkusgasse 10, Tür 16. zu haben. Die Generalversammlung der Agmlas-Jisroe!״ Jugendgruppe Wien. Am 27. April fand die elfte Generalversammhurig der Jugendgruppe statt. Nacih einigen einleitenden Worten, in denen Herr illeiniz Herzog die erschienenen Gäste begrüßte, erstattete Herr Siegimunl Stern den Bericht über die abgelaufene Arbeitsperiode. Das »Bild, das er eiitwarf, zeigte in hellen ׳Farben die Entwicklung der österreichischen orthodoxen Jugendbewegung. Geistig und. materiell ist die. Linie der Entwicklung eine steil aufsteiigende. Das Budget!der Jugendgviiippe, das!heuer die imponierende Höhe von S 50.000 erreicht hat, ist u«n 30 Prozent höher als im vorhergegangenen Jahre, was angesichts der Ungunst der Verhältnisse in Oesterreich wohl eine Glanzleistung darstellt. Die Frequenz der Sei lim• im war eine so stänke, daß es dem Unterrichtsaussclniß nur mit Miilie gelang־, allen Anforderungen gerecht zu!wenden. Die geselligen Veranstaltungen der Juigendigruppe sind unentbehrlich ,geworden. Sie sind die harmonische Ergänzung des Lennbetriebes. Ein Ferienliedm mit einem Aufwand von fast S 8000 hat einem großen Teil unserer Jugend die langentbehrte und wohlverdiente Erholung gebracht. Keren-,Hathona, Schomrc- Sdrabbos wurden ebenso wie die Vorarbeiten für die Kenessio-Gedaulo durch die Jugendgruppe in anerkannt hervorragender Weise gefördert. — Alles in allem ist das a׳b,gelaufene Arbeitisjahr ein voller Erfolg gewesen, der sich würdig den vorhergegangenen. anreiht. Nach einer — stellenweise sehr stürmischen — Debatte über den Geschäftsbericht erfolgte die Neuwahl des Vorstandes, deren Ergebnis der Vorsitzende Herr Heinz Herzog knapp vor Mitternacht ,bekanntgab. Es wurden gewählt die Herren: Adler Emil, )Baumgarten Salomon, Bondi Hermann, Brauer Ludwig,!Feklheäm Arthur, Herzog Heinz, Kolm Eduard, Kvakovski Osias, Mo.skowitz David, Neumann Moritz, Richter Paul, Schächter Markus, Sohren,zel Benzion, Spitzer Siegfried, Schiff Ernst, Stern Neue Sprachschufie vom Wiener Stadtschulrat konzessioniert, für die englische und französisehe Sorache für weibliche Personen im ..Dr. KrüEcr-Heim‘‘. Wien. II., Malzgasse 7, Tel. R-43-5-40 (10 bis 12 Uhr und 3 bis 5 Uhr) Kurse für Anfänger und Vorgeschrittene, an Nachmittagen und Abenden Spezielte Kinderkurse. Erprobte, erstklassige Lehrerinnen. Billige Kursbeitrüge. ■■BEaaMHMMBMBniliaimliillfIBaaPtBIgMBMBMWBBIIIIIIIIIIIIIffll lim—l sclmng der Presse so sehr zum Vorwurf gemacht wird, sollten nicht fähig sein, für unsere eigenen Interessen eine solche Aufgabe zu lösen? In einer Zuschrift an die ״Stimme“ wurde vor einigen Wochen ein ähnlicher Plan ventiliert und sogar die Produktivität eines solchen Gemeindeunternehmens nachgewiesen. Allein unser Zentrum schläft oder ist zumindest nicht imstande, den Pulsschlag• der neuen Zeit zu erfühlen. Das jüdische Wien wächst und will wachen, allein sein Herz ist träge: .. לבי ישן ואני עד Pessach, das alte, ewig neue Fest der Befreiung, ist vorüber. Es galt und gilt nicht nur dem historischen Auszug• ans ägyptischer Sklaverei, sondern auch der individuellen, alljährlich sich wiederholenden Abschüttlung der Sklavenketten, die Finsternis und Kälte alljährlich um uns schlingen. So kann buchstäblich, wie die bekannte Hag'adasteile es verlangt, jedermann sich selbst als befreit erachten und bewußt oder unbewußt packt jeden von uns mit der Pünktlichkeit einer Uhr die Aufforderung des Hohen Liedes :״Komm’, mein Lieber, laß uns aufs Land hinaus, laß uns auf Dörfern bleiben!“ An diesen •Tekufoth, den Wendepunkten des Lebens, blicken wir aus unseren engen Zentren nach einer freieren Peripherie hinaus und fühlen, daß dieser frischere Luftzug• an der Peripherie uns auch als Parperaoth, als würzende Zutat willkommen ist. Es gibt Punkte an dieser Peripherie, von denen ein anderes Mal gesprochen werden soll, die dem Wesen nach den wahren jüdischen Zentren näherstehen und dem Judentum besser entsprechen als das räumliche Zentrum des jüdischen Wien. Solche Keimzellen aber nicht dem Zufall zu überlassen, sondern in ein großes Aufbauwerk einzugliedern und als dienende Glieder an ein großes Ganzes zu schließen, das wäre eine großer Meister würdige Aufgabe. Briefe aus Palästina, Die Temperatur war bereits 26 Grad Celsius im Schatten gewesen, freilich in ihrer Wirkung durch einen Wind vom Meere her abgemildert. Jetzt, gegen Abend war es aber empfindlich kühl geworden. Wir saßen in der Schul‘, um den Sabbath und den siebenten Pessachtag zu beginnen. Plötzlich durchzog die Luft ein scharfer, Siegmund, Toitelbaum Jakob. Tiirkl David, Weiß Wilheim. Zu Revisoren wurden gewählt die Herren: Max Austern, und Friedrich Brunner. Wiener-Neustadt. Am Sonntag, den 27. April 1950 fand die Einweihung eines vom Verein ..Menachem Awclim“ (Verein zum Tröste Trauernde!•), dessen 1׳ührigor Obmann Herr Simon Ja u I ist. geschriebenen Sefer Thora in der hiesigen Synagoge statt. Zu dieser Feierlichkeit hatten sich Vertreter der Nachbargemeinden ein gefunden. Das Fest begann mit der Verrichtung des Minchagebetes. Dann begab sich eine Deputation in die Wohming des Herrn Samuel Frankl, der der Obmann dev Chcwra Kadisclui Wiener-Neustadt ist, um das Sefer Thora von dort ab/,11holen. Das neue Sefer Thora wurde von der Deputation Sr. Elirwürden Herrn Obeirabbiner Dr. Weiß übergeben, der unter Beteiligtmg sämtlicher jüdischer,Schulkinder Wiener-Neustadts, die unter Führung des Herrn Lehrers Sonnenschein standen, eine llakofo im Tempel vollführte. Das S. Th. wurde daun vom Obmann des Vereines. Herrn S. Jaul, der Kultusgemeinde zur Aufbewahrung übergeben, mit dem Wunsche, das Sefer möge so wenig als möglich für Vereinszwecke beniitzt werden. Die Thorarolle wurde vom Präsidenten der Kultusgemeinde \V1־.- Neustadt, Herrn Gustav Ungar, in Verwahrung übernominell und der Vertreter des Tempelvorstandes. Herr, S. Frankl, übernahm im Namen des Tempelvorstnndes das neue Sefer Thora in seine Obhut, Sodann bestieg Sr. Elirwürden Herr Oberrabbiner Dr. Weiß die Kanzel und führte in einer prächtigen Ansprache die Mizwa des Schreibens einer TJiovavolle dein zahlreichen Publikum, das gespannt den Worten Sr. Elirwürden lauschte, vor. Nach der Feier im Tempel versammelten sich die Festgästc zu einem Bankett, an dem zirka J00 Personen teilnahmen. Festreden hielten außer Sr. Elirwürden Herr S. Jaul, Herr Medizinal rat Dr. Wolf. Herr Tempel vorstelier S. Mandl, für die Gemeinde Kober,scloiT Herr T. Hacker, für Oedcnburg Herr Sigm. Maier, Herr Hoflnuiei־ (Baden), Herr Rechtsanwalt Dr. R. Ehrenhaft (Wiener- Neustadt), Herr Sigm. Löwy und noch andere. Die Herren Kantoren Schulhof (Wiener-Neustadl) und Bluincnleid (Neunkirchen) unterhielten die Gäste durch ihre schönen Gesänge. ׳_ A. S. Warum beim ״Phönix64? N i c 111 n 11 r, weil der ״Phönix“ zu den großten Versicherungsgesellschaften zählt und weil der ,.Phönix“ Vorkriegsversicherungen antwortet und weil der ״Phönix“ einen Gesundheitsdienst eingeführt hat und weil Versicherungen heim ״Phönix“ am günstigsten abgeschlossen werden. . Sondern auch deshalb, weil der ״Phönix“ Mitgliedern und Freunden der Agudah ganz hesondere Vorteile einräumt und überdies die Agudah selbst aus den Abschlüssen Nutzen zieht. Jeder denkende Mensch sichert seine Familie’: gegen unvorhergesehene Schicksalssdiläge, sichert sich selbst ein sorgenloses Alter, And: Sie Setzen Sie sicli ins Einvernehmen mit dem Sekretariat der Agudah, Wien, II״ Leopoldsgasse 16 (R-40-0-80) oder mit der ״P11önix“-Filiale, Wien, VII״ Zieglergasse 22 (B-31-249). Man wird Sie dort kostenlos‘gewissenhaft beraten. Sie erhalten Vorschlage, die für Sie geeignet sind. Einzige jüdische für Weißnähen und Kleidermachen mit Öffentllchkeitsrecht Wien, 18., Malzgasse 7, Dr. Krüger •Heim Staatsgütige Zeugnisse Gebilflnnenrecht Samstag geschlossen heulender Ton, als wenn im nächsten Moment alle Ge# walten der Natur losbreclien würden. Doch es blieb bei einer unheimlichen Stille. Als wir aber die Schul‘ ver# ließen, empfing uns eine drückend heiße Luft, die, die Schleimhäute der Nase ausdörrend, den Atem hemmte. Der Wüstenbeherrscher Chamsin hatte sein Luftreich wieder einmal über seine Grenzen gezogen und nach Palästina einen Ausflug unternommen, und er blieb einen ganzen Tag, als wolle er hier noch schnell עולי רגל se*n׳ Nicht nur das Land, sondern auch die Luft über־־ raschen Palästina durch plötzliche Gegensätze. Der Tenach schildert manchmal dieses Plötzliche; doch man muß in Palästina leben, uni mit wachem Interesse nach־־ zuempfinden. Wenn einem Juden vom Auslande erzählt wird, um Mitternacht habe stets ein Wind die Saiten in Davids Harfe in Bewegung gesetzt, um ihn zum Loben G־ttes zu wecken, dann dünkt ihm als Agadah, was dem Palästinenser greifbare Wirklichkeit ist. Da gerade das Wort ״Wirklichkeit“ fällt, sei von der Einweihung der TebAviver Großen Schul‘ berichtet, von der man glaubte, sie werde nie Wirklichkeit werden. Denn bereits vor dem Krieg war der Grundstein gelegt worden; nach dem Kriege hatte man acht Jahre lang auf# gebaut, da es immer wieder an Geld fehlte. Und hätte Baron Edmund Rothschild, der Vater der jüdischen PalästinasKolonisation, nicht noch rechtzeitig' vor Pes# sach 2000 Pfund von Paris aus gesandt, dann hätte auch der diesmalige Pessach das Werk noch nicht gekrönt gesehen. Im ganzen hat der Bau 40.000 Pfund gekostet. Die Synagoge beherrscht äußerlich das Stadtbild und macht in ihrem Innern einen ihrer Bestimmung würdigen Eindruck. Ihre Baufläche war bestimmt worden, als TebAviv noch im Embryo steckte, heute hätte die Baufläche mindestens doppelt so groß sein sollen, — doch dann hätte es wahrscheinlich noch weitere acht Jahre bis zur Beendigung gedauert. Aber dann hätte die Synagoge vielleicht eine Akustik gehabt, die ihr leider heute fehlt. Viele hunderte Menschen waren natürlich bei der Einweihung zugegen. Für den Kenner TebAvivs war ihre Zahl dennoch viel zu gering. Tel#Aviv weiß sonst ganz andere Massen aufzubieten! Aber in einer Stadt, in DIE MIGRÄNE ist eine zeitweilige Indisposition! Sind Sie leidend, reiben Sie Stirn und Schläfen mit Menthol-F ranzbranntwein ein Ausserst günstig wirken Alpa-Umschlage, zur Hälfte verdünnt mit kühlem Wasser Verlangen Sie Alpa nur in Flaschen * mit unverletzter Plombe Rabbinerseminar zu Berlin. Die E 1• ö f f n 1111 ,״des Soinmersemcstci's hat am Rabbinerseminar zu Berlin anwesend waren, mehrerer Gäste und aller Hörer Kuratoren, die zur Jailiressitzung des Kuratoriums in Berlin anwesend waren, mehrere Gäste und ׳aller Hörer des Institutes stattge.fiunden. Nachdem Herr Dozent Dr. Josef Wohlgemuth die Anwesenden begrüßt und in hingoren Ausführungen die Ziele des iRaibbincrseminars dal־- gelegt und zumal den neu eingetretenen Hörern ans Herz gelegt_hat׳te, hielt Herr Dozent Dr. Samuel Griinberg seineu Eröffnung.svortrag über das. Thema: ״Biblische Eigen ]Kim en als Quelle der jüdischen Kulturgeschichte und _Bibelexegc,se.“. Hierauf wurden die Namen der 14 neu eingetretenen ordentlichen Hörer, von ,denen 9 aus Deutschland, die anderen aus Osteuropa stammen, mitgeteilt mul die Feier geschlossen. . Amtliche Verlautbarungen der Isr. Kultusgemeinde Wien. K u n (1 in!ו c 11 u n g. Es wird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Fleischbank des Herrn Jakob Glücksin a n n, Wien, II., Große Molirengasse 40, ferner die Fleischbank des Herrn Jakob Glücksmanii, II., Molkereistraßc 4, sowie das dortselbst befindliche Geflügelschlachtlokal ab 18. April 1950 unter besonderer Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinates der israelitischen Kultusgemeinde Wien stehen. Wien, im April 1930. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Israelitischer Jagendgottesdienst. Am Samstag־, clen 10. Mai 1930 11m 3 Uhr nachmittags findet der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssyuagogen statt. der die geistig, die wirtschaftlich und die politisch führen# den Kreise mit wenigen Ausnahmen religiös indifferent gesinnt sind, hat dieses Beispiel der Tonangebenden auch auf einen Teil der Masse gewirkt. TebAviv ist dennoch eine jüdische Stadt, das be# weisen schon die vielen Bethäuser. Aber wer sitzt dort? Aeltere Leute mit schönen . Bärten, deren werktätiges Leben schon der Vergangenheit angehört. Sie sind Ver# gangenheit; bei den jüngeren, die mit glattrasierten Ge# sichtern kommen, ist aber das Judentum Vergangenheit, lind sie sagen mit ihrem sie in die Synagoge führenden Kaddisch auch dem Judentum, wie es ihre Väter ver# standen, Kaddisch. TebAviv hat ein orthodoxes Rabbinat, das sich be# müht, das Kaschruthwesen gewissenhaft zu überwachen. Es dürfte aber in der ganzen Stadt nicht einen Metzger geben, der persönlich orthodox ist. Die meisten Metzger sind z. B. bartlos und lassen sich rasieren, und ihre Frauen tragen nicht das Haar verhüllt. Es gibt in der Stadt Metzger, die offen trefenes Fleisch verkaufen und durch großen Zuspruch das Viel# fache von dem verdienen, was ein Metzger unter Auf# sicht verdient. Aber auch von dem Publikum, dasbei den Metzgern unter Aufsicht kauft, macht ein Teil das Fleisch nicht koscher. Durch das Beispiel der tonangebenden Bürger ist das alles nicht zu verwundern. Würde dieses Beispiel ein den religiösen Traditio# nen günstiges sein, es müßte bei dem Volke der Religion — und das sind wir Juden — vielfaches Echo finden. Der Dichter Bialik hat mit seiner Oneg#Schabbath#Institution einen Beweis dafür geliefert. Der Oneg#Schabbath hat nach wenigen Jahren des Bestehens bereits, ein. eigenes Gebäude mit großem Saal, und Plünderte, die teilnehmen möchten, finden keinen Einlaß. Jeden Samstag nach# mittags wird Seudath Schelischith mit entsprechenden Vorträgen-und Chorgesängen veranstaltet. Eine Fülle jüdischen Lebens ließe sich erwecken — auch dort, wo — um des Propheten Jecheskiel Worte zu gebrauchen — nur noch ausgedorrtes Gebein vor# handen ist! Ehrliche, selbstlose, religiös begeisterte Juden brauchten nur das rechte Wort zu sprechen und die rechte Tat zu tun! TebAviv. ‘ S. G. s. 35345244599^