Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 18 (2.5.1930)
- Date
- 1930-05-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 18 sehen Bethausvereinen und Unterrichtsanstalten die Sub־ ventionen kürzen mußte, widmete S 10.000 diesem Hilfs# fonds. Trotz aller Urgenzen, trotzdem */* Jahre seither verstrichen sind, ist der größte Teil der gesammelten Hilfsgelder unverteilt und der Verteilungsmodus bildet den Gegenstand verschiedenr zionistischer Instanzen, die durch diese Hilfsgelder die Lücken der zionistischen Pa־ lästinafonds auffüllen wollen. Auf die verschiedenen In־ terpellationen wurde immer erwidert, man müsse erst die Entschädigungen abwarten, welche die englische Re# gierung den von den Unruhen schwer betroffenen Juden gibt, damit G#tt behüte keine doppelte Entschädigung der armen Leute stattfinde. Nun sind jetzt die ersten Staats־ entschädigungen zur Auszahlung gelangt. Daß diese Summen ganz lächerlich gering sein werden, mußte jeder wissen, der die Methoden der Regierungen im allgemeinen und die englische Praxis Kolonialvölkern gegenüber im ► besonderen kennt. Selbstverständlich regnet es jetzt in Palästina von Protesten gegen die englische Regierung und gegen die Verwaltung des jüdischen Nothilfsfonds. Wir hoffen, daß die englische Regierung die Stimme die־ scr Proteste vernehmen wird, und wagen zu hoffen, daß di Spender, des jüdischen Nothilfsfonds, hauptsächlich aber die öffentlichen Körperschalften, die jüdische Steuer־ gelder verwalten, wie etwa die Wiener Kultusgemeinde, die Stimme dieser Proteste vernehmen und eine Gut־ machung des Schadens, bzeiehungsweise eine energische Untersuchung über das Verbleiben und über die Ver־ teilungsmethode der Hilfsgelder veranlassen werden. 0A > PFLAnZL i CHE EN TFETTUNGSM/T TEL. 1^1 NACHRICHTEN ~ Generalversammlung des Beth-Hamidrasch. Sonntag, den 29. Nissan fand die Generalversamm# lung des Beth־Hamidrasch ״Thora Ez Chaim“ statt. Ob־ mann Salamon Sc h r e i b e r begrüßte die sehr zahlreich erschienenen Mitglieder, speziell den Delegierten des Kul־ tusvorstandes Dr. Leo Landau, Obmann der Beth־ Israel־Synagoge (poln. Schul). Kassier August Auster־ 1 i t z verlas den Geschäftsbericht und bat die Mitglieder, für die finanzielle Stärkung des Vereines, der seit 80 Jah־ reu auf dem Gebiete von Thora und Awoda in Wien wirkt, zu sorgen. Kultusvorsteher Dr. Landau begrüßte den Verein und drückte demselben im Namen des Kultus־ Vorstandes die wärmste Sympathie und Anerkennung ftus. Herr Jakob Fuchs, Vorstandsmitglied der Schiff־ schul, sprach das dringende Ersuchen aus, daß sich der Vorstand, die Mitglieder und die Freunde des Vereines vereinigen mögen, dieses Kleinod auch finanziell zu stärken; alle Redner gaben ihrer lebhaften Befriedigung über die Leistungen des Vereines Ausdruck. Die Schiurim sind sehr gut besucht, die Schabbosvorträge ziehen ein großes Publikum an und die geistige Entwicklung bewegt eich in aufsteigender Linie. Wer von auswärts nach Wien kommt, und eine Vereinigung für Thoralernen sucht, findet seinen Weg in dieses Beth־Hamidrasch. Herr Wolf Pappenheim begrüßt im. Namen der Adas Jisroel, der Agudäzentrale und Aguda־Ortsgruppe, dieses Schabbos# kleid der Wiener Orthodoxie. Dem Vorstande wird das Absolutorium erteilt, über einen Antrag die Zahl der Vorsteher zu vermindern, weil der Apparat zu schwer־ fällig sei, entspinnt sich eine längere Debatte, in der schließlich die Ansicht zum Durchbruch gelangt, daß die־ ser Fehler sich durch eine intensive Tätigkeit der große־ ren Anzahl der Vorsteher zu einem Vorzug gestalten wird. Die überaus lebhafte Generalversammlung schloß mit Wahlen in den Vorstand, der zurzeit mit drei Neu־ gewählten 14 Mitglieder zählt. Wien. Am letzten Tag Pessach starb hier nach langem Leiden im patriarchalischen Alter von 83 Jahren Herr Lazar Deutsch. ז״צל Ein Lieblingsschüler des Ksaw Sofer war er viele Jahre eine Zierde der Mattersburger Gemeinde, deren Führern er gehörte. Im vorgerückten Alter nach Wien zu seinen Kindern übersiedelt, erwarb er sich auchhier zahlreiche Freunde, die seine ausgezeich־ ncten Eigenschaften hochschätzten. Tiefe Frömmigkeit, großes talmudisches Wissen, mustergültige Bescheiden־ heit und •Liebenswürdigkeit machten ihn zum Liebling aller, die ihm näher kamen. Die allgemeine Teilnahme äußerte sich in einer großen Beteiligung am Leichen־ begängnisse. Der Verblichene wurde Issru Hag nach seiner Vaterstadt, Mattersburg, überführt, wohin ihn eine große Anzahl von Freunden aus Wien begleitete und wo "die ganze Gemeinde tief bewegt an seiner Bestattung teilnahm. .Wegen des Feiertages mußte von Trauerreden abgesehen werden. חנצ״בה• Das Berliner Beth Jakob-Comite veranstaltet am 8. April einen Empfangsabend im Hause von Frau Dr. Aronson, wo sich eine große Anzahl be־ kannter Persönlichkeiten der Berliner Gesellschaft ver־ sammelte: Staatsrat Tcitel, Professor Dr. Mittwoch, Dok־ tor N. Gähn, A. J. Hornstein und Frau. Nach einer Be# grüßung hielt l’rl. Dr. Rosenbaum ein mit größter Span# nung aufgenommenes Referat übei׳ die Lage des jüdischen Mädchens im Osten und kennzeichnete in scharf umris# sener Form die Etappen des Aufbauwerkes Beth Jakob. Sichtlich ergriffen dankte die Vorsitzende des Berliner Comitcs Frau Prof. Dr. Mittwoch und nach ihr Staatsrat J. Tcitel der Rcfercntin für ihre Darlegungen wie für das Aufbauwerk, das in wenigen Jahren eine solche Aus# dchnung genommen hat. Herr A. J. Hornstein, früher Kiew, forderte die Anwesenden zu wirksamer Unter# Stützung des großen Werkes auf, und seine Bitte fand all# scitige Zustimmung, so daß der Abend durch eine erfreu# liehe materielle Unterstützung einen Abschluß fand. Die Veranstaltung ,wurde durch künstlerische Darbietungen von Frau Rieß und Herrn IIja Jakobson, Kapellmeister im Schauspielhaus in München, durch eigene Kompositions# vorträge verschönt. Der Gesandte der Republik Oester# reich, Herr Staatsminister Frank, ferner der außerordent# liehe Gesandte und bevollmächtigte Minister der Republik Polen, Herr Roman Knoll, empfingen die Legation der all# gemeinen Beth#,Takoh#Zentrale unter Führung von Herrn Dr. Deutschländer zu einer längeren Llntcrredung und stellten die wohlwollende Förderung des Werkes in Aussicht. Aguda in England. Die Jahresversammlung der Aguda in London, Ost, fand vorige Woche unter dem Vorsitz des Rabbiners Moskowitz statt. Er begrüßte die Rabbiner und Mitglieder der Aguda und richtete an alle Rabbinen einen Appell zu tätiger Mithilfe am 'dem Werke der Verbreitung der Thora und ihrer Ideale. Harry Goodman berichtete über die Tätigkeit der Aguda in den jüngsten Monaten. In England wurden in London und verschiedenen Provinz# Städten Versammlungen abgehalten, jedoch wäre der Aguda־Geda11ke in diesem Lande noch nicht genügend verbreitet. Der Redner teilt mit, daß das Administrativ# komitec der Jewish Agency eine Kommission eingesetzt hat, die die Möglichkeiten erwägen solle, wie eine Zu# sammenarbeit mit der Aguda möglich sei. Selbstverständ# lieh würde niemals etwas gegen den Beschluß der Kenes# sio#Gedaulo und gegen die Meinung des Rabbinischen Rates geschehen, ln der Wcstmauer#Frage gibt es fast keine sachlichen Meinungsdifferenzen zwischen Jewish Agency und Aguda und er hofft, daß gemeinsame Ver־ tretung möglich sein wird. Redner unterstreicht die vor# nehme Art und Weise, wie Felix Warburg und Dr. Cyrus Adler die Sache verhandeln.. Rabbi Schönfeld legt die Schwäche der Orthodoxie in England dar und verlangt energisches Eintreten für die Sabbathaltenden. Herr Wohl Brech unterstützen diese Anregung. Es wurde beschlossen, eine Kommission für die Sabbathaltenden einzusetzen. Herr Rabbiner Gutnick, Rabbiner Schönfeld und Herr Bier, Wohl und Brech wurden in diese Kommission gewählt. Der Sekretär, Herr Rabbiner Zimmermann teilt mit, daß bereits eine Summe von 150 Pfund für den Kauf eines Hauses für die Aguda aufgebracht wurde und daß die Sammlung fortgesetzt wird. Die Anregung wird von Rabbiner Rottenberg lebhaft unterstützt. Herr M. Schön# feld überbringt die Grüße der jungen Aguda in Ilighbury, er gibt die Anregung, daß auch in Ostlondon eine ähnliche Gruppe gebildet werde, die im Lernen von Schiurim und in Aussprache über aktuelle Probleme einen Erfolg für die Organisation gezeitigt hat. Sabbat־Tumult in Jerusalem. (J. T. A.) Mitglieder des Vereines ״Schomre Schabbos“, einer Organisation orthodoxer Juden in Jerusalem, die für Haltung des Sab# bats einti’itt und darauf sieht, daß jüdische Läden am Sabbattage geschlossen bleiben, versammelten sich vor einem offenen Laden, in welchem Gemälde des Malers Elias Newman ausgestellt waren, und forderten den Be# sitzer auf, den Laden im Hinblick auf den Sabbattag zu schließen. Als der Ladeninhaber sich weigerte, dieser Auf# forderung Folge zu leisten, kam es zu einem schweren Tumult. Polizei schritt ein und nahm eine Anzahl Ver# haftungen vor. Für, Annullierung der Todesstrafen gegen Araber. Jerusalem, 24. April. Dem Oberkommissar Sir John Chancellor ging abermals ein Memorandum aus arabischen Kreisen zu, das die Forderung enthält, alle gegen Araber iin Zusammenhang mit den Unruhen im August 1929 ausgesprochenen Todesurteile zu annullieren und die Verurteilten aus der Haft zu entlassen. — Bekannt# lieh hat der Unterstaatssekrclär für die Kolonien Doktor Drumniond S 11 i c 1 s in der letzten Sitzung des britischen Unterhauses erklärt, daß die Vollstreckung oder Nicht# Vollstreckung von Todesstrafen in den Händen des High Commissioner liegt. ERÖFFNUNGSANZEIGE Die im In- und Auslände bestrenomralerte Feinwurst- und Solch- Warenfabrik EISEN & HÖNIGSBEER beehrt sich höillchst anzuzeigen, daß sie WIEN, II., PRATERSTRASSE 33 ein streng koscheres Restaurant unter Aufsicht der Adass .Ilsroel eröffnet. Außer unseren bekannten Spezialitäten ln Selch- und Wurstwaren eigener Erzeugung werden wir auch erstklassige Fleischspeisen in allerbester Zubereitung führen. Um großen Zuspruch bitten Eisen & Hönigsbeer, Wien, •II., Haidgasse 5 Warum beim ״Phönix44? Weil der ״Phönix“ zu den größten Versicherungs־ gesellschaften zählt. Weil der ״Phönix“ Mitgliedern und Freunden der Agu־ dah die weitestgehenden Begünstigungen einräumt und die Agudah selbst aus den Abschlüssen materielle Vorteile zieht, die gemeinnützigen Zwecken zugute kommen. Weil der ״Phönix“ Vorkriegsversicherungen aufwertet. Well der ״Phönix“ einen ״Gesundheitsdienst“ einge־ führt hat. Die Versicherten genießen kostenlose ärztliche Beratung (bei jedem beliebigen Arzt) und können eine Operations־Zusatzversicherung eingehen. Lebensversicherungen sowie .Eilementar^Versicherungen jeder Art schließe man daher .,pur beim ״Phönix“ ab. Auskünfte erteilt das Sekretariat der Agudah, II., Leo# poldsgasse 16 (R80־0־40־), und “die ״Phönix־״Filiale, VII., Zieglergasse 22 (B<3149־2־). ' Amtliche Verlautbarungen der Isr. Kultusgemeinde Wien. Zahl 1286 ex 1930. Stipendien für Krankens c 11 w e s t e r n - E l e v i n n c n. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien hat beschlossen, an jüdische, die ö s t c r r e i c h isehe Staatsbürgerschaft besitzende Frecjuentantinuen der Krankenpflegeschule der Oester r eiehischcn Gesellschaft vom Roten Kreuze zwei Stipendien im Betrage von je S 1200 während des ersten Lehrjahres und von je S 600 während des zweiten und dritten Lehrjahres und drei Stipendien im Betrage von je S 600 während des ersten Lehrjahres und von je S 500 während des zweiten und dritten Lehrjahres zur Verleihung zu bringen. Die Frequcntantinnen erhalten während der ganzen Ausbildungszeit, d. i. in den Monaten Oktober bis einschließlich Juni eines jeden der drei Lehrjahre f r e i e Station i n d e r Krankenpflegeschule, 111 den Ferialmonaten Juli, August und September müssen die Frequcntantinnen für ihre Unterkunft und Verpflegung selbst sorgen. Der Bezug des Stipendiums durch die ganze Ausbildungszcit wird von den durch die vorschriftsmäßigen Prüfungen luichzuweisenden guten Lernerfolgen abhängig gemacht. Die mit einem Stipendium Bedachten haben sich zu verpflichten, als Pflegeschwesteru im Spitäle oder in der VersorgungsanstaH der i s 1׳ a e 1 i t is c h c 11 Kultusgo in c i n d e d u r c 11 mindestens d r e i J a h r e t ii t i g zu sein Die israelitische Kultusgemeinde Wien wird sich unter noch näher bekanntzugebenden Bedingungen verpflichten, den mit einem Stipendium Bedachten die den Gesamtbezug des ihnen verliehenen Stipendiums übersteigenden Ausbildungskosten in der Krankenpflegeschule der österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuze in dem Falle zurückzuersctzeii, daß die Stipendistinnen tatsächlich eine dreijährige Dienstzeit als Pflegeschwesteru im Spitale oder in der Versorgungsanstatt der israelitischem Kultusgemeinde zuriicklegen. Bewerberinnen wollen ihre mit den Personaklokumenten und der Bestätigung, daß sie um die Aufnahme in die Krankenpl'legescliule der Oesterreichischen Gesellscluil't vom Roten Kreuze angesucht haben־ versehenen Gesuche bis spätestens 30. Mai 1930 in der Amtsdirektion der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengnsse 4, III. Stock, ein bringen. Daselbst sind die Aufnalimsbedingungen der oberwälinten Krankenpflegeschule erhältlich. Wien, 22. April 1930. D er Vorst a nd der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. * Israelitischer Jugeiidg'ottesdienst. Am Samstag, den 3. Mai 1930, 3 Uhr nachmittags, findet der jugemlgottesdienst für die israelitische Schuljugeiid in den Cemoiude- und Bezirkssyuagogen statt. Rituelle Kochkurse vom Stadtschulrate konzessioniert Wien, II., Malsgassa 7, Tel. A-48-0-77 (Dr. KRÜGER-HEIM) Einzige indische Pfiut•' . ' " fllr Weißnähen und Kleidermachen mit Öffentllohkeltsreoh« Wien, II., Malxgasse 7, Dr. Krüger •Helm Staatsglltige Zeugnisse Gehllfinnearecbt Samstag geschlossen Neue Sprachschule von! Wiener Stadtschulrat konzessioniert. iiir.Uie englische und iranzösisehe Sprache für weibliche Personen im ״Dr. KrUger-Ueim‘\ Wien, II.. Malzgasse 7, Tel. R-43-5-40 (10 bis 12 Uhr und 3 bis 5 Uhr). Kurse liir Anfänger und Vorgeschrittene, an Nachmittagen und Abenden. bpezielte Kinderknrse. Erprobte, erstklassige Lehrerinnen. Billige Kursbeiträge. $n fctejüötsclje Schule ,^)oCks u-lßauphcfiute.für finalem und mädden mdOßeni&fitedsrecfil י //. Wlaizgasse, /ff Spendet für den ra dar Adas Jisroal, Wien, II., Nestroygasss 11 u. ehemaliger eimschützlinge,Dr.Krüger-; Helm (fr. Elisabeth - Heim); r-43-5-40 Wien, II., Malzgasse 7 Telephon;: R-43-5-40 :: Sabbathallend• fördert die Sabbathaltenden t 9965^2448927