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Jüdische Presse · 1930-04-11 · 15-16 (11.4.1930) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
15-16 (11.4.1930)
Date
1930-04-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JÜDISCHE PRESSE Seite 5 Nr. 15/16 AUS DCR W€LT D€S BUCHCS LITERATURBLATT DER ,.JÜDISCHEN PRESSE' S prach Wissenschaft. Die Kurzgefaßte biblisch*ara maische Grammatik von Bauer und Leander (Verlag N. N i e m e y e r, Halle a. d. Saale) bietet eine knappe, aber durchaus ausreichende Einführung in das Biblisch* Aramäische. Das Buch setzt die Kenntnis des Hebräischen voraus und beschränkt sich daher in der Lautlehre auf jene Erscheinungen, in denen das BibIisch*Aramäische stärkere Abweichungen vom Hebräischen aufweist. Ein* gehender ist die Formenlehre gehalten, die alles bringt, was für das Verständnis biblisch־aramäischer Texte not* wendig erscheint. Manches in der Terminologie wird den Leser etwas ungewohnt anmuten, wie z. B. der Gebrauch von Aorist und Nominal anstatt Imperfekt und Perfekt des Verbums, wofür jedoch die Verfasser in ihrer groß* angelegten historischen Grammatik der hebräischen Sprache mit guten Gründen eingetreten sind. Für ein* gehendere Studien ist an manchen Punkten auf die große Grammatik des Biblisch*Aramäischen von Bauer und Leander verwiesen, die wohl für lange Zeit grundlegend bleiben wird. Der Anhang bringt die aramäischen Stücke des Alten Testaments mit erläuternden sprachlichen An* merkungen sowie ein sehr sorgfältig gearbeitetes Glossar. — Stracks Hebräisches Vokabularium (C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, M ii n* chen) hat bereits vier Dezennien hindurch Schüler und Studenten bei der Aneignung eines umfangreichen hebräi* sehen Wortschatzes treffliche Dienste geleistet. Die J2, Auflage, die A. ־ Jepsen, Rostock, besorgt hat, weist gegenüber den vorangehenden wiederum eine Reihe neuer Vorzüge auf. Die grammatische Anordnung ist noch schärfer durchgeführt, innerhalb eines jeden Abschnittes ist eine Auswahl von in erster Linie zu lernenden Vo* kabeln vorangestellt, und die strikte Durchführung alpha* betischer Ordnung, die das Lernen oft erschwerte, ist vor allem beim Verbum aufgegeben worden. Diese neuen Verbesserungen zusammen mit den trefflich bewährten methodischen Gesichtspunkten, so z. Bj den zahlreichen etymologischen Fingerzeigen einfachster Art sowie den anmerkungsweise dargebotenen Gedächtnisstützen, räu* men dem Buch unter den zahlreichen bereits Vorhände* nen hebräischen Vokabularien eine besondere Stellung ein. Das ausgezeichnete und sehr preiswerte kleine Werk wird auch in seiner Neubearbeitung sicherlich viele. Freunde finden. ־••׳ Rein praktische Zwecke verfolgt das Buch von K. J. Sil m a n n, ״Iwrith Chaja“ (Verlag ־ M oria* Jerusa*■ lern (Tel*Awiw). Das Buch. isL .vor allem für Er* wachsenc bestimmt, die. .itjv der Jugcpd sich die durch* schnittliche Kenntnis des hebräischem: Schrifttums angc* eignet haben. Es will ihnen ein Führer , sein, ihre Kenntnis, der hebräischen Sprache im praktischen' Gebrauch, vor allem in einer hebräisch sprechenden Umgebung in Pa* lästina, zu verwerten.' Zahlreiche Mustergespräche, metho* disch voni Leichteren zum Schwierigeren aufsteigend, die sich auf alle Gebiete des privaten und gesellschaftlichen Lebens erstrecken, führen den Lernenden in die moderne hebräische Umgangssprache ein. Die schwierigen hebräi* sehen Worte sind unter Beifügung von Synonymen ins Jiddische übersetzt. Zwischen den einzelnen Gesprächen wird das Wichtigste aus der hebräischen Grammatik, ins* besondere aus der Deklination des Hauptwortes und der Konjugation des regelmäßigen und unregelmäßigen Zeit* Wortes mitgeteilt.! ״M ethodische , Schulgrammatik der hebräischen Sprach e“ nennt K. Willing seih neues Lehrbuch des Hebräischen, das soeben die Drück* presse' (Verlag M. Diester weg, Frankfurt a; M.) verlassen hat. Der Ton liegt auf den! Wort ״methodi* Betrachtung zur jüdischen Synagogenmusik. Die Musikliteratur der letzten Jahrhunderte beschüftigt sich eingehend auch mit der jüdischen Musik. Die Psyche und Aesthetik der jüdischen Musik gibt den Musikgelehrten viel zu schaffen. Aber hinsichtlich ihrer historischen Zurückleitung sind die Musikhistoriker auf einen toten Punkt geraten. In diesem Forschungsprozeß dürfte die jüdische Musik vielleicht das schwerste Problem sein. Während für die Musik anderer Rassen und Völker dem Forscher — wenn auch nur ein ziemlich lückenhaftes — liistorisclies Material zur Verfügung steht, ist der Faden der jüdischen Musikgeschichte mit dem Exil des jüdischen Volkes vollständig zerstoben und in Brüche gegangen. Jahrhunderte verstrichen, bis die Geschichte vom jiidischeu Volksleben, von jüdischer Kultur und Musik etwas Nennenswertes verzeichnen konnte., Eine Kontinuität mit altjüdischer Musik zu erlangen, erscheint daher kaum möglich. Was von spezieller jüdischer Musik von grauem Altertum uns geblieben ist, das sind die Tonzeichen der Heiligen Schrift. Zwar sind bereits auch diese — unter dem Seziermesser der schonungslosen Kritik — bezüglich ihres alten Ursprunges vielfach angezweifelt worden. Ja, die Bibclkritiker wollen sogar die Interpunktionen der Heiligen Schrift für viel späteren Ursprunges hinstellen. Es ist jedoch in unzähligen Talmud- und Midraschstellen mit überwältigender Logik deutlich nachgewiesen, daß sowohl die Tonzeichen wie die Interpunktionen der Heiligen Schrift uralten Ursprunges sind. Die Gelehrten der neueren Zeit, vornehmlich Moses Mendelsohn, beweist auch in seinem Werke ״Or Linsiwa“ mit philosophischem Scharfblick, daß die Tonzeichen tles Bibeltextes uralten Ursprunges, ja sogar eine Zwiegeburt der Heiligen Schrift seien. Ueber den m u s i k a 1 i s c h e n Wert dieser Ton- Zeichen sind die Ansichten der Musikgelehrten sehr verschieden. So zum Beispiel behauptet der Musiker Anton Konrad G o 11 o b (1790), daß die Tonzeichen der Heiligen Schrift nicht bloß als einzelne Töne gelten, sondern jedes Zeichen für sich einen Dreiklang bildet. Ebenso wie der bezifferte Baß. Jedoch all diese Forschungen und Fest- Stellungen, und mögen sie noch so. wertvoll sein, bringen kein Lieht über den Ursprung unserer Synagogenmusik. Da die Musik im Altertum vornehmlich für Kirchenkultus und zu königlichen Paraden diente, läge die Vermutung am nächsten, die alte ,jüdische Tempelinusik in der altrömischen, nämlich in der alten katholischen I Kirchenmusik zu suchen. Diese Vermutung wird von der I historischen Tatsache unterstützt, daß die ersten Christen I sehe“, und in der Tat schlägt das Buch neue Wege ein, indem es den Lernenden nach den Prinzipien des Arbcits* unterichtes die Kenntnis des Althebriiischcn vermitteln will. Die Darstellung wendet sich von Anfang an nicht nur an das Gedächtnis, sondern auch an den Verstand des Schülers und sucht diesen überall zur selbsttätigen Mitarbeit heranzuziehen. Der Lernende soll, soweit das für den Anfänger überhaupt möglich ist, die sprach* liehen Gesetze, die Eigentümlichkeiten der besonderen sprachlichen Struktur auf Grund gewisser Regeln selber entwickeln, wodurch, wie die pädagogische Erfahrung lehrt, das Lernen leichter und ׳anziehender gestaltet wird. Diese Aufgabe hat der Verfasser in den Uebungsstückcn auch vortrefflich gelöst. Hier wird nicht nur eine Ucbcr* setzung von jeden! Wort gegeben, sondern dieses auch in seine einzelnen Bestandteile (Stamm, Prä* und Suffixe) aufgelöst, so daß die Gefahr des mechanischen Ucbcr* setzens vermieden wird. Auch die sehr sorgfältig ge* arbeitete Formenlehre, worin besonders die Aktionsarten des Verbums sowie die Modus* und Satzlehre ausführlich behandelt werden, lassen diesen methodischen Grundzug erkennen, ebenso das Verzeichnis der in der Darstellung und den Beispielsätzen vorkommenden Wörter, in dem jeder Stamm mit seinen Derivaten zusammengestellt wird. Weniger befriedigen die ersten Kapitel des Buches, die die Lautlehre behandeln. Liier hätte der Verfasser zum mindesten bei der Darstellung der Vokale ausführlicher auf grundlegende sprachliche Erscheinungen cingehcn müssen, wie z. B. auf die genaue Scheidung der Vokale in kurze, naturlangc und tongedehnte, sowie in ursemiti* sehe und sekundär entstandene; das Verständnis der Ge* setze der hebräischen Vokallehrc ist ja für die Erklärung der einzelnen Nominal* und Verbalformen unbedingte Voraussetzung. Besonders hervorgehoben seien noch die kurze, aber klare Darstellung der Gliederung der scmili* sehen Sprachen und der Grundgesetze der hebräischen Metrik, sowie die zahlreichen Sätze für die Uebung im Lesen unpunktierter hebräischer Sätze, ein Kapitel, das in den meisten Grammatiken und Uebersctzungsbitcbern des Althebräischen leider noch allzuoft vernachlässigt wird. Gerade zur rechten Zeit erscheint ein Führer für ״Arabisch, wic.es in Palästina gesprochen;wird“ von EJ N. LI a d d a d (Verlag LI. G. Wall* mann, Leipzig). Die blutigen Ereignisse, die sich jüngst in Palästina abgespielt haben, haben mit er* schreckender Deutlichkeit gezeigt, welch tiefe Gegensätze zwischen Arabern und Juden in Palästina bestehen. Es wird zäher und hingebungsvoller Arbeit bedürfen, bis die Wunden, die Mißverständnis und Unduldsamkeit ge* schlagen haben, wieder geheilt sind und ein einigermaßen erträgliches Verhältnis zwischen den beiden Völkern an* gebahnt sein wird. Dazu bedarf es aber vor allem gegen* seitigen Verständnisses und Einfühlenkönnens, wofür die notwendige Voraussetzung ist, daß die Angehörigen eines jeden Volkes die Sprache des anderen Teiles der Land* Bevölkerung־ verstehen. Für jeden, der nach Palästina kommt und nicht nur für kurze Zeit als Tourist das Land durchstreifen will, ist es unabweisbare Pflicht, das Arabische als die Umgangssprache des iibenviegend großen Teiles der Bevölkerung zu beherrschen. Aber das Studium des Literatur*Arabisehcn ist mühselig und lang* wierig, und auch wer sich durch eine wissenschaftliche Grammatik durchgearbeitet hat, besitzt noch lange nicht die Fähigkeit, das in Palästina als Umgangssprache ge* brauchte Vulgä1־*Arabisch geläufig zu sprechen. Um so freudiger, wird man das vorliegende Buch begrüßen, das ganz: aus der Praxis hervorgegangen ist und ausschließ* lieh praktischen Bedürfnissen dienen will. Der Verfasser,- Oberlehrer am syrischen Waisenhaus in Jerusalem, hat in sich aus dem Lager des jüdischen Volkes rekrutierten. Sie lebten auch Jahrzehnte hindurch unter den! Namen ״Judenchristen“. Da sich diese für die echten Juden dankten, haben sic auch alle jüdischen Sitten und Ge- •brauche beibehalten und ganz gewiß auch die jüdische Musik. Bei dem vollständigen Untergänge des jüdischen Reiches bildete diese Sekte samt den im Laufe der Zeit sich angeschlossenen ״Heidenchristen“ eine geschlossene konfessionelle Gruppe. Sie verblieben in ihrer Heimat mit all ihren vom Judentum übernommenen Kultuseinrichtungen und so auch mit seiner Musik, während Israel ins Exil zog und so im Laufe der Zeit all seiner Gebräuche, seines Kultus und seiner Musik beraubt wurde. Mit der gleichen Thesis könnte vielleicht auch in der mohammedanischen Kirchenmusik manche Spur uralter jüdischer Musik zu finden sein.*) Unsere heutige Betrachtung ist aber nicht der Erforsch uug der alt jüdischen Musik gewidmet. Wenn dies großen Fachgelehrten nicht geglückt ist, um so weniger könnte es einem Dilettanten gelingen. Selbst ein positiver Erfolg in dieser Frage hätte derzeit im besten Fall .auch nur eine historische Bedeutung ohne jeglichen praktischen Wert. Denn seit dem zw7eitauscndjührigen Exil hatte sich in der jüdischen Tempelmusik eine neue, ganz andere Gesangsart herausgebildet, als diejenige der Blütezeit Israels sein dürfte. Die Eigenart der jüdischen Musik der Diaspora trägt au sich das Gepräge cler zw'eitausencljährigen Leiden des jüdischen Volkes. Es sind Golusmelodien. Obschon in diesen w'ehmutvolleu Melodien ein System des Fortschrittes und des modernen Entwicklungsprozesses unverkennbar ist, wäre die typische Eigenart der jüdischen Melodie immer noch ihrer Originalität nicht entkleidet. Die alte jüdische Musik könnte auch bei uns heute kaum mehr A'nklang *) Wir möchten nicht die Bemerkung unterlassen, daß gegen diese längst bekannte. Hypothese schworwdegende Bedenken vorhanden sind. Es ist nicht b ewiesen und nicht einmal wahrscheinlich, daß die ״judenchristen“ an den jüdischen Kultusformen festhielten. Anderseits spricht kein vernünftiger Grund dagegen, daß unsere Ahnen an der traditionellen jüdischen Synagogenmusik wrenig׳cr streng festhielten als an allem anderen, wTas ihnen lieb und teuer war. Weshalb sollte denn die katholische Kirche in Rom und in den anderen Ländern nichtjUdischen Einflüssen in bezug auf die Musik weniger zugänglich gewiesen sein als die Juden, die dem Judentum die Treue bewahrten und jetzt im Exil nachgewiesenermaßen eine jede Erinnerung an den heiligen. Dienst im Tempel als teures Erbe aus glücklieberen Tagen schätzten. — Die Redaktion. SEIDEN- ״.WOLLSTOFFE Flamenga, klein getupft, pepita und englische mA 50 Muster.Sl5f,aw Crepe de Chine imprime, exklusive ״ _ Dessins. . S ■3* Mousseline imprime, in. duftigen Farben-^ — __ Stellungen.S ■3* Crepe de Chine Ray6, ganz feine Satin- - _ streifen.S14’ Englische Waschseide, 90 cm, Tweed 0.80 Dessin.S O׳ Parisette Bemberg-Waschseide . . . . S 6* Toile de soie, Kleider-, Blusen- und Futtere färben ..S 575־ Seidenmantelstoffe in feinsten Qualitäten und. jeder Preislage Woll-Georgette, einfarbig und klein ge-^— _ mustett, neue Farben, 140 cm.S ■/* Crepe Boutonne, 130 cm, die letzte Neuheit. 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Den Sprechübungen ist auch ein Schlüssel mit der Uebcrsetzung ins Deutsche beigefügt, so daß der Lernende sich kontrollieren und Fehler, die etwa Vorkommen, korrigieren kann. Der Verfasser hat besonderen Wert darauf gelegt, mit der Einführung in die Sprache auch zugleich die Erlernung der arabischen Schrift zu übermitteln. Wer sich einmal der Mühe unter* zogen hat, die arabische Schrift zu erlernen, der findet seine Miihc reichlich belohnt dadurch, daß er bei der Aneignung des arabischen Vokalschatzes viel flotter vor* wüirts kommt als jener, der bei jeden! Wort auf eine der gekünstelten Transkriptionen angewiesen ist. — Das Buch zeugt von großen! methodischen und pädagogischen Ge* schick und ist als vorzüglicher Leitfaden für Anfänger mit allem Nachdruck zu empfehlen. Bermann: Beiträge zur Wesenserkenntnis des Judentums. (Verlag cler A b w e h r * B 1 ä t t c r, B c r 1 i n.) Man hat oft darauf hingewiesen, daß der Anti* semitismus zu verschiedenen Zeiten in verschiedenem Gewände auftritt. Bald sind cs rassenmäßige Sentiments, clie von seinen Befürwortern ins Treffen geführt werden, rinden. Sollte sie aber seither der Kirchenkultur anderer Völker dienen, so ist sie uns vollends ganz fremd und darf auch in unseren Synagogen nicht mein• erklingen. Das Verbot ״üw'cchikosehem lo selechü“ erstreckt sicli gewiß auch auf fremde Kirchenmusik. Damit sind w׳ir beim eigentlichen Zw׳eck unserer Betrachtung angelangt. Gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts begann im Lager der sogenannten ״Reformjudeu“ ein unerbittlicher Kampf gegen alles, was jüdischen Geschmack hat, so auch gegen jüdische Musik. Sie verbannten nämlich aus ihren Synagogen die jücliscJie Musik und die schönen, seit Jahrhunderten gepflegten jüdischen Melodien und buhlten nach cler Kirchenmusik anderer Völker und Konfessionen. Leider war das Beispiel verlockend; später wurde dieser Bazillus allmählich auch in konservative Gemeinden verschleppt. Ja, sogar in manchen orthodoxen Gemeinden wird dieser neuartige Gesang derzeit s t i 11 s c 11 w׳ e i g e n d hing 0 n o m m e n. Das jüdische Volk erträgt seit 2000 Jahren die schwersten Leiden wogen seiner Religion und seiner eigenartigen Sitten mul Gebräuche, ist es nicht ein V e r 1־ a t der heiligste u G e 1' ü 111 e d e s j ii. cl is c 11 e 11 V o 1 k e s, w e 1111 w 11• in u 11 s e r e 11 Sy 11 ag o g e n, w o w i 1־ f ü r u 11 s s e 1 b s t, f ü r 11 11 s e 1• e j ii d i s c 11 e 11 B 1־ ii d e r, f ii r g 11 11 z Israel z u ni A 11- 111 ii c 111 i g e 11 bet e 11 u 11 d flehe 11, u 11 s e 1־ e G eb e t e in di e M u s i k f r e in d e r V ö 1 k c r u 11 d K o 11fessiouen — ja sogar solcher, die unsere bos- Imftesteu Bedrücker waren — fasse nr׳ Manche Gemeinden sprechen gerne von ״klassischein Gesang“. Nun wird der Begriff ״klassisch“ hier vielfach mißverstanden. Liegt ja das Klassische nicht bloß in dem Tonstück, sondern vielmehr in dessen ge- Schulter und kunstvoller Interpretierung. Die berühmten Opern eines Wagner,!Mozart, Meyerbeer usw. glänzen nur dann mit ihrem. klassischen Wert, wenn sie von geschulten Musikern und Sängern vorgetragen werden. Die Chorulgesünge Salzers, Naumburgs, Lewaiulowskys, von einem Stümper gesungen, werden jeden musikalischeu Wert einbüßen. Hingegen sogenannte traditionelle jüdische Melodien, voneinem •geschulten ■Kantor inte'־- pretiert, sind zumindest so effektvoll, so packend als die jenigen von' fremden Kirchen Jiereingcschmuggclten. Die klassische Interpretierung jüdischen Gesanges ist geschmeidig, dringt in das jüdische Herz, erbaut 1111s Gemüt and stimmt die betende Versammlung zur inbrünstigen Andacht. V Der Zweck unserer Betrachtung■ ist daher, die Aufmerksamkeit der jüdischen Gemeinden auf die in den Synagogen sich allmählich einsclileidiende un-

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