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Jüdische Presse · 1930-04-04 · 14 (4.4.1930) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
14 (4.4.1930)
Date
1930-04-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 14 JjJpjSCttE PRESSE Seite 3 0 Nachrichteh 10 Die Antipessachkampägne wird zwei Monate dauern. ־ (J. T. A.) Her Zenitra'I'yei-baud der GewcfksolKiif t e 11 Imt den ׳lokalen Verbänden;d'e Wo :•■sang «««eiheti hissen, sieh an der antirek'ftiiösen :Kan1־p׳a«n־e im ZusamnTeiiliaiig• ■mit den! jüdischen;Rests ad! fest und׳ ,denn olrristiiclhen Osterfest intensiv zu beteiligen: die >K.ar11 ttpatjrive •wird«'bis zu!m 15. ■Man dauern. Pas Ziel ist, ■im Venhimf von!zwei Monaten ■mindes.:ei!.s WU.üfin A!beite; dem Veibard de•!; Atheisten als Mitglieder izuzuiiihren. Am 19. •Apr•.׳! sollen m Moskau und in a״.ei1 Städten und- Städtdien der iSowjetuniun Straßenkund-jtebUnheil .!?•egen d׳ie Religion statiGaden. Der Verband der Atbeksten l.at beschlossene für eine Ve:;ii'r.äeiur.׳K des (Wfend'icben Verkaufes von Maiz.zoth •und Ostereiern zu wirken. Hunderte ...Hn'ea׳den“ von ,Mitigliedem des At!heiste1;l:!u1;des werden s.ioli in die Pro-vinzen beheben, um die Auilpessach- und Autiostenikmiinagne zu Id- 1 Cli. Riga, 17. März. (J. T. A.) In Verbindung mit einer Stral.ber.dam 011s t raticn d*c־r Juden der Stadt 'R-ogatsobow, f'■:strikt ־1׳ ob 111־ is'k (VVc■ifkruR!!a1 td)- ׳gegen das Verbat den־ r.i tu edlen Scfiächturt-g!und dar San:m-lttu1g von Untersalrriftcn für Aufhebung ׳dieses Verbotes wurden — wie nach• 'Rftga gemeldet wird — ade vier׳ •SclhäeJitcr ■der Stadt vcrbaiftot. Grolle ainerikanisclic P rotes! Versammlung gegen die RcligionsverfoJgitng in Ra (Hand. (J. T. A.) Das ,.Ameriean ('oimnittee on Ueligions Ixights and Minorities“. dem fültrenide Persönlichkeiten aller Religionsgemeinschaft('!! Amerikas and von jiidischer Seife die Herren Otto II. Kahn. Richter Julian VV. Mack. R abbi Dr. Stephen S. Wisc. Abraham Elktis. Carl Sherman, Rernard Deutseh (Präsident des American Jewish C'ongress). Hernard (I. Richards 11. a. m. nagehören, hat eine Warnung an die Regierung der Union der russischen Sowjetrepubliken ergehen lassen, in der es heißt, daß die Verfolgung der Religion und der Angehörigen der verschiedenen Religionsgemeinschaften in Rußland die Aussichten zerstört, daß die russische Regierung durch die Vereinigten Staaten anerkannt wird. American Jewish C'ongress war einer der Kinberufer der großen Massenversammlung zum Protest gegen die Religionsverfolgung in Sowjetrußland. die am 25. März abends im Metropolitan Opera llousc zu New York• unter ungeheurer Beteiligung stattgefuuden hat. Die Pinl.idmig zur Versammlung war gezeichnet von Kardinal ilnves. Bischof Maaning und Dr. ßeriuml B. Deutsch. Innerhalb and außerhalb des Gebäudes war zahlreiche Polizoiiiiaiinschaft postiert worden, da die Behörden Drohbriefe erhalten hatten, wonach das Maus während der Versammlung in die Luft gesprengt werden würde. Die Polizei brauchte aber• nirgends einzugreifen. Die Redner befürworteten wirtschaftliche Maßnahmen und Propaganda gegen die ' russischen Atheisten. Auch fordorten sie ihre Zuhörer auf, für eine Aenderutig der Kinstelhmg der Sowjetregierung in der Religionsfrage zu beten. In Sowjetrufiland werden Mazzoth aus gewöhnlieheni Mehl mit Erlaubnis der Rabbiner hergestellt. (J. T. A.). Infolge Mangels an Pessachmehl in Rußland und der Aussichtslosigkeit, aus dem Auslände Mazzoth zu erhalten, haben die Rabbiner in Sowjet rußland den russischen Juden erlaubt, aus gewöhnlichem Mehl Mazzotli für das Pessachfest hcrzustellen. In einer Reihe Städte und Städtchen wurden unter der Aufsicht der Gemeinden oder Rabbiner Mazzothbäckeieien eiligerichtet, in denen!jeder Jude aus mitgebraehtem Meli! sich Mazzoth wird hersteilen können. Zur Herstellung der Mazzoth wird also das Mehl, das Juden auf Brotkarten von den Kooperativen erhalten, verwendet werden. Dev Zentralverband der Konsumgenossenschafteil hat an alle Genossenschaften die Weisung ergehen hissen, in diesem Jahre keine Mazzoth und keinen Possachwein zum Verkauf unzubieten. Chief Rabbi Dr. Hertz stellt eine Falschmeldung deutscher Schüchtgegner richtig. (J. T. A.) Der Oberrabbiner des britischen Reiches, Dr. J. H. Hertz in London, hat unter dein 25. März 1950 an das Büro für Schächtangclegenhcitcn in Berlin folgendes Schreiben gerichtet: ,.Meine Aufmerksamkeit ist auf eine Nachricht folgenden Inhaltes in der ״Neuen Mannheimer Zeitung“ gelenkt worden. In England geht mit Zustimmung der jüdischen Heligionsgemeihden stets eine Betäubung des Schlachtlieres durch Elektrizität der Blutentleerung־ voraus. Diese Art der■ vorangehenden Betäubung verletzt die betreffenden religiösen Vorschriften nachgewiesenermaßen nicht. Ich erkläre mit größtem Nachdruck, daß diese Nac h rieht absolut unbegründet ist. Ferner. daß alle Gesetze in unserem Lande hinsichtlich der Bctäubungsappuratc eine Ausnahme für die' jüdisch-rituellen Errordernisse versehen. Die Erörterung hinsichtlich des Sclüiclitens in unserem Lande bezieht sich nur auf die Methode des .\iederlegens der Tiere vor dem Schächten. Eine Niederlegiingstiiasehine Weinberg Pen ist kürzlich mit befriedigendem Erfolg erprobt worden. Sie bringt das Tier in 23 Sekunden in die Lage, in welcher es geschlachtet werden kann. Sic* Imt mit einem Bctäubungsupparnt nicht das geringste zu tun. In der Annahme, daß. Sie für die־ Veröffentlichung dieser Erklärung Sorge trugen, hin ich Ihr sehr ergebener gez. J. 11. Hertz.“ OtfjtH/ifvuM/ns können Sie ohne Bedenken mit Kunerol zubereiten. Jeder Strenggläubige kann dieses Fett genieben, denn dessen Herstellung steht unter streng ritueller Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg. 250 Pfund für einen getöteten Ehemann, i00 Pfund für eine getötete Ehefrau. (J. T. A.) Das Amtsblatt veröffentlicht soeben eine offizielle Mitteilung über Entschädigung für Verluste', die während der Unruhen im August 1929 erlitten worden sind. Laut dieser Mitteilung sind von der Regierung für zu leistende Entschädigungen insgesamt 100.00() Pfund bewilligt worden. Die Entschädigungsskala ist die folgende: Für Getötete unter 14 Jahren wird eine Entschädigung nicht geleistet, für getötete Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren wird an die Angehörigen eine Mnxiimilentschädigmig von 100 Pfund ausgezahlt. Eiir einen getöteten Ehemann werden 250 Pfund, für eine getötete Ehefrau 100 Pfund, für ein getötetes Ehepaar 550 Pfund geleistet. An Personen, die infolge von Verletzungen, die sie während der Unruhen erlitten haben, vermindert erwerbsunfähig geworden sind, werden Summen zwischen 5 und f00 Pfund ausgezahlt. Personen, die gemäß dieser Skala entschädigt werden, verzichten auf jeden Anspruch auf Eutschädigung gemäß der \ erordiimig iiher Kollektivbestrafung. Erste Abiturienten-Entlassungsfeier der Adass-Jisroel-Schuien. (J. T. A•) Da« 'Scih'iiil'wcrlk der I־sracdiitiseihe 11 Synagcxergc.1r.1e׳.''j;!d;e Ada׳s׳s Jiisrceil׳ zur IP1aßl׳.i11• 1hc׳st׳clbt jetzt inelnr a':s zehn Jal!׳re. :Bs zerfällt in je »weil Gpii.ikInmäi Volkssekii'ien, iRc!a!!1g׳.v1m׳u-a.s׳irun1. Lyzeum und Oborlyzeiwn mit• jusgesrimt über 800 SahiiiAenii 1m׳d׳ :Se1h:ü.l!erinnen■ u:1:>d■ •boinallvc 50 L׳c׳l:׳r!kräiften. 1Aiiaiairng März wunde die •erste;Rcilfeiprifftiiiiig um Re׳ai!gym>ni׳a«i'Uim ׳in ׳Gegenwart des Ver-tirctors ׳der Sc1lM1'!.ar1!i:silc1h‘t,s;b׳c1]!:önde albg׳e11׳c1׳nme1r, und; alle siieihen Prüf- Iwtige1 ׳be׳s־ta!md׳en die 1Priii1i.itmg imiit gutem Erfolg. Am 23. •März 1mi;t׳tag:s ifiamd tiint großen Saal das ״T׳ie׳rga׳rten'l]0!ics“ die Eu׳t:l1a;s1;su:ng:sifeie׳r statt mit Aniiwiesenllicit dar gesamten Lelrr'cr- und■ Schiüier.S'Cihaift umd fais't ■aliler Mi(g11!i׳e1de׳ 1־1׳der Synagogenge<n1!c1!׳t!1d-c m;n!d־ zriliilirelclher .an׳d:e׳rc.r Freunde;iihras• ׳Salnilwenkes. Naab •dem ׳vom Ohcr ■de׳r Mä׳dchen׳s׳d1׳u'le vorigetraig'enen Gesang d-as *150. Pisalums!begrüßt der iGemclm'de- Vorsitzende ׳M׳arTln iBondi diic Alb;׳t11׳riernte 11 1U111׳d •b<e1gll׳üc!kwünsaht;Scllru1I(vc1riw,a!!1t1rng, Lcihr c׳r iwtid1 IScihäiiler 7.111 1den •all;- seilig a11׳e׳rlk1a1m!nt€t1 ■seihötaen Brifeigen׳ jih-rer Arlbeit׳. Er׳ verliest ein ]1׳erzli;׳dl1e׳s :Gliiidkiwumsciischreliben ides Öeizcnieniten •Im 1K'U.l(ius1mliUiislc1ri'U׳m, Gabclmrait iwr-aell. ׳Obareabnilipaif Lama, •der ׳die ׳Prtiifurmg ga'ieilet ItoaMe, ׳iiibcrlm.itieili ׳die׳ Glückwünsche׳ des 'ProixvlnizlaitecibiiilikclIJegitiiims, vc׳r aiWeiin!Siir die Vertennplfer cl«e1s Sdhtilhvcokas, IRäbbiincr!Dr. ׳Esr-a!Mimik ׳und .:len Sd:1111!dl!rektc1r Dr. Naabina!!!!! Sclhkslnger. 'Der Erfolg des Scih'iillweirlkes umd: «׳airner ■Idee• ׳ddk'iiimienitiior.t ■s'ioh dem Redner darin, •d!a!ß am all der Freuind' de-r 'Sim1111!t1a,ns׳clh11׳t!e die 'Vermieidiimg der Hau:1:1(1gefe1bren eil ne■!־ iKi0!n1fe׳sisi'0׳n׳ssah!u11e — •Einsattiigikieit■, 'Volks- 1׳md;׳YV׳elt1jirc1mdlh1e!l4 — Ibiar ainerkenmen •tt'nd, ■diiie: s'cih'c'ptfciriiseihe •U-e!he-r1vv;i1ndat׳n1g aller Fälimissc dairclh .VeT-mitttüitttg ,eines gesclhilassemen Wellbiides •an die Zög- •'1Inge iiiiid׳ die if-remdcge 'Einwdnining 1im den deuLsahen Kulturk־1־eiis ifcststeiilian müsse. Ralklbi.n׳er Dr. ׳pilri'l. und :mied׳. IB«•- ib■c־׳r>f! c 11 d׳, Scth'iiIna:t der!Adas« J.üsroeil׳ ,imd V:a!te׳r ei׳nes IA׳׳b:1f:1M־i׳e׳n1)׳e1r, gilbt ■eim• 13Hd von ׳dar G!es׳cll1iclhte ■der Scihmilc. Ü'iraktoir Dr. SeWesiiniger darnlkt den zentralen wind ö׳rtl'1i1ühen Gdiulllbclhörden iiliir iihre׳ de!r Seinulie!von Anifang a!11! be!wie- .,.Serie Fördarnmig, dar •Gcmieiin'de für!'ihre 01p1ferf׳re׳ud1:gkeit, den Ldhrcrn :fiü׳r ■die t׳r׳en׳e 1Hülfe lb׳e׳i׳ dein 11 Amiilb/wii des alt- :neuen ׳Erzieilwtngsi'dewlls, den!DHerai für illrr Vent-ramen und •den Scihlitern für die /j'UgendI׳ie11:־e lBege־istcr׳u1ttg, mit dc׳r sic Kunerol ist reines Kokosnufjfett und kann sowohl für Milchspeisen als auch für Fleischspeisen verwendet werden. 100^ REINES KOKOSNUSSFETT den Au!regrmg׳en .!ihrer Lehrer ■und c'׳er Gründer der Sdnile ׳geJeigt sind. iNaah. der •i!aergaben Varteiihmg der Zengnisse da.n'k't ■eii'tter ,der Ah!4i:׳;ia111:e1! tMimers •sel.ner iFrotmde■ ׳und ■Kame׳r.ad׳en •den ׳LiLkreru ■fair ii:!re Lekslung, dl׳e nicilit nwi1 ־:■n der Hc'wälFigung der Hi /iah'ungsawfgalbeii;, •scinidern •amch der t1'!1,e1:dl!.׳.'dl:.cn änßeien und ,in׳n׳ere11 ■Aufbau- und. Waohs- 't'U11>:e1l;׳w,iar׳.'gk.eiten der F׳al:1׳f!1e be;-tand׳e!1 .bat.!Mit Gesang des ׳Kiu.'benicihars und Bpiel dines Sdl1׳ü’|er.st׳reL)ju1n׳:rrtetts ׳fand ׳die Feier hin en Andk'.arg. Der Haushaltplan der Frankfurter israelitischen Gemeinde genehmigt. (J. T. A.) In der •!•atzten ('Jfientdjaheii Sit zwing der Gemeind averlreinng iwnrde namens ,clc׳s Gemein1devorsta׳n׳des!vcm J>usti1z׳ra׳t P׳r. [:Han d-e׳r ׳Hanskaitpiwn •für 1930/31 voi'gdleLt, der. in ,tT111!1:ia!l!!1riet1 wird A.iiygiwben׳ uniiit rii'ud1,830.000 ־ iMailk Ubsahi’iießt und: wirf der Awsgiaibei׳■seile gegier.'ii'b'e■!־ ideim ,Viar'jd'ir'!Frsiparurige 11 i'u!der bcn.r.äclhtiUc'hen Hölle ,von׳ rund0()!).50־1 ׳ Mark aii'fiweisi. .lahresversammlung der Frankfurter israelitischen Religionsgenossenschaft. (J. T. A.) i Xe Sy 1 ra.u ege!,gern ei 1!׳de ,.Isiraeiilisialie •Rekiwijen5׳,t:gcn: 1 ei 11 sc:11 a׳ft‘‘ bicii.t ״m: diieseu■ Tagen i'lire 0׳rd:er׳t;M1Cfh,e ׳Jakiresiversainndlnng alb. :Bei •dicr 1Brstattaimg ■das J.ail:1resibe׳:׳ialite׳s!wurde zn!üi׳d1s׳t ׳fasiigesteKii-, daß du reih die' Br<le!d:;׳gu1tg ■der ׳Ral.lHiremvaivauiz •aiiiie Ne׳u:b;e;' db׳a 11g das Ge11ua.'1;!׳dei111׳te׳res׳.s׳a.s eDngetreten ist. Die Finamzl.age der Gameinde 0:׳t ׳durc.11 die V1era1׳mnng das׳ Mitteis׳tandes imd da« DatUlielderfficgeii!vow Paulk׳\v׳esen, Groß-!und Kieiiiilbandol sehn־ angeisipiammit. 'Die sez'.'aile Fiiirsdrge tot ■iiireri Amlfgabeukreis igeivvalitlig erw׳ei4e׳rn ׳miüsseni. lD׳a׳s •Rolliseilliiildsalte S1P׳i׳t׳al am R'öderibcrg •soll׳ dcmnäclbst e.rweiitcrt •und׳ renoviert ,war- •den. In •dieir Delbaitte lbelPa!ßl׳e•!man sielb eingeihencl1 imliit der Frage der linlfolige ׳der ׳stiaialiiielren Awertainatiwg •der■ ׳GeüiTeiinlde ■ails.lKiöripicirsahaift׳ d׳as äffe 1141 iahen iRaahites natr e׳i.11-!ztiifiiihrenden Z1w׳a׳ngs1b׳es'tcnenmg der IMiMigllicdcr. Tiiir deren iVerianfjagimg mau!ridben der Bf11lk0im1me.il«t.ener awali■ die iH'Cranziielbimg ■der Ve1r11n!öge11.sst׳c>1rar 'forderte•. 1M׳i:t :NeuwföWien znm Vorstand nr.d Genvainiderat endete die Versaiir.imilä ug. Der Jazzsänger. Ereitcig, den 4. April, um halb II Uhr vormittags findet die P r e s s e v o r f ii h r 11!1 g des ersten jiidisehen Tonfilmes ,.Der Jnzzsünger“ mit dem weltbcrühmten jüdischen Toiifilmliebliiig Al J <> 1 s o 11 in der Hauptrolle statt, zu der außer den Pressemitglieder 11 auch Rabbiner, Kantoren sowie viele prominente jiidisehe Persönlichkeiten geladen sind. Dieser Film, der auf einen der größten Welterfolge zurückblickt, wird auch gewiß in Wien seinen Siegeslauf forisetzen. ״Der Jazzsünger“ wird ■täglich im Lustspieltheater-, Elite- und Flotten-Kino zu sehen sein. Wir werden׳ über diesen jüdischen Tonfilm noch eingehend berichten. S. B. Das jüdische Wien. Von L. M. a 11 e r s b u v g c r. I. Das Zentrum. Neulich ging ich wieder einmal im Häusermeure Wiens so für mich hin und suchte sonst nichts als einen Weg, der aus diesem Getriebe nach einer ruhigeren Peripherie hinausführt. Ich ging den Graben entlang, der in grauer Vorzeit selbst Peripherie gewesen war und jetzt schon lange Zentrum in höchster Potenz darstellt. Elegantes Publikum flutet an ebenso eleganten Kauf־ Hi den vorüber und bildet stellenweise kleine Stauungen. Am dichtesten sind diese Ansammlungen aber vor einem Laden, in dem duftende Seifen und Parfüms fcilgeboten werden, während im Schaufenster etwas weniger wohl־ riechende Ware verzapft wird. Da haben gewisse An־ sehlagkasten der Wiener Hochschulen eine kleine Dependance errichtet, um die neuesten Forschungsergeb־ nisse über Juden und Judentum ins Volk zu tragen. So wird Wissen und Aufklärung iiher den Erzfeind verbreitet und wie einst im schönen Mittelalter über den Graben hinweg Pech und Unrat auf die anstürmenden Feinde des Volkstumes gegossen. Jüngst hat sogar schon das jüdische Zentrum Wiens, die offizielle Gemeindevertretung von diesem ihr räumlich so nahen Lügenzentrum Notiz genommen und begonnen, ihm mit allen Mitteln an den Leib zu rücken. Aber schon die Tatsache dieses um viele Monate ver־ späteten* Erwachens aus bequemem Schlummer sollte den Verkündern der antijüdisohen Afterweisheiten zeigen, wie wenig, Oft .allzu wenig׳ Wahrheit hinter ihrem Ge־ schwätze von ״Alljuda“ steckt Das jüdische Wien hat ja im Ernste überhaupt nichts, was man ein Zentrum nen־ nen könnte. Vor lauter Organisationen und Organisa־ tiönchen .verschwindet hier, was. organisiert werden sollte, und־ in־ ■allen Fragen, die rasches und entschiedenes Auf־-־ treten erfordern, wartet jede Körperschaft erst darauf, ob nicht vielleicht doch — die andere etwas unternehmen wird. Man könnte fast — frei nach Schiller — sagen: Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken, Verderblich ist des Tigers Zahn, Jedoch der schrecklichste der Schrecken, Das ist — der Jude als Bürokrat. Wenn ich vom jüdischen Wien spreche, so muß natürlich gleich vorweg betont werden, daß damit weder ganz Wien noch irgendeiner seiner Teile als jüdischer Besitzstand reklamiert werden soll. Die Schützer von Heimat und Rasse können beruhigt sein, da ich ja nur, was jüdisch i n Wien ist, darunter verstehe. Oft wird ja auch ganz und gar nicht zur Freude aller wahrhaften und bewußten Juden Wiens jüdisch genannt, was nur Hohn auf alles Judentum bedeutet. Es hat ebenfalls einiger Monate bedurft, bis die an Hauptverkehrspunkten von eifrigen Kolporteuren ausgebotenen ״Vierzig jüdischen Witze für 10 Groschen“ auf hörten, als jüdisch bezeichnet zu werden. Mir hatte es immer etwas paradox geschienen, daß jüdischer Witz als so wohlfeil gelten und cfabei doch nicht einmal so weit reichen solle, die Verunglimpfung jüdischen Wesens und jüdischer Lehre durch solche Geistesprodukte zu verhindern. Tn großen Lettern wird an allen Straßenecken Wiens zu einem von der Anthroposophischen Gesellschaft veranstalteten Vortragszyklus über ״Judentum und Christentum" eingeladen. Natürlich kann niemandem ver־ wehrt werden, seine Ansichten, und stammten sie auch aus noch so obskuren Quellen, dem Publikum mitzu־ teilen. Daß aber in einer zum Teil aus Juden bestehenden Gesellschaft am zweiten Abend diese1־ Zyklus auch über ״Das Blut als Träger der. althebräischen Religiosität“ gesprochen wurde, kan ich nur als Schlitzen־ hilfe für die Verleumder des Judentums werten. Hier wäre doch ganz gewiß etwas mehr Vorsicht angebracht, damit nicht von jüdischer oder halbjüdischer Seite der Verbreitung des Giftes unter der kritiklosen Masse Vorschub geleistet werde. Von einem wirklich jüdischen Zentrum aus müßte eben sofort eine euer.־ gische Zensurtätigkeit wirken, um solche Entgleisungen einfach unmöglich zu machen, und, wenn es nicht anders geht, neben dem Schaufenster, das seine tenden־ ziöse Unratspritze in die Menge richtet, ein anderes Schaufenster gemietet werden, von dem aus die Sarons־ rosen der Wahrheit im Wettstreit mit dem Dorn des Hasses den Sieg davontragen könnten. Es wird Abend und ich gehe durch einige winke־ lig־e Gäßchen, deren anheimelnde Altwiener Stimmung von ehedem im Rattern der Motorräder heute nicht mehr recht aufkommen will. Ich komme in die Schön־ laterngasse, wo sich seit fast achtzig Jahren im eigenen Hause eine der interessantesten Vereinssynagogeu Wiens befindet. Durch einen langen niederen Hausflur gelangt mau an eine ewig dunkle mul halsbrecherisch gewundene Treppe, während rechts, dieser Treppe gegenüber, eine Tür in einen engen Hof führt, von dem aus man über eine Freitreppe in den durch Wölbungen in mehrere ׳Peile zerfallenden Betraum gelangt, Dieses im Jahre 185.$ von Preßburger und Nikolsburger Juden gegründete Bethaus hatte einst mehr Mitglieder als die ״Anker־ schule“, die Vorläuferin der heutigen ,,Sdiifi'schulsyna־ goge“, und verfügte iiher 1‘eidie Stiftungen, die ihr die 'Anstellung anerkannter Talnuulgelehrter, wie des Rabbi jM, •L. Kohn und des Rabbi Aron Friedmann, ermög־ j lichten. Aber die Generation der Gründer der ,,Schön.׳; latern.schul“ ist längst ins Gral)' gesunken und and) die |Söhne dieser Männer leben kaum. mehr. Was aber sonst

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