Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 13 (28.3.1930)
- Date
- 1930-03-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2629891-2630341-2630354--3585-2635604- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. r Esset nur F.1XA-Rrnt aus der unter Aufsicht der Adas Jisroe! stehenden DAMPFBXCKEREI LEDERER &KOHN Betrieb: Wien II, Hollandstraße 7 Telephon R-47-4-95 Verkaufslokal: II, Große Schiffgasse 16 Telephon A-41-7-45 Verkaufstelle für den IX. Bezirk Giaserg. 10 / Tel. Ä-10-6-5 tum eine Höhe ■der ■Ethik, die heute, nach viertausend Jahren, die zivilisiertesten •Völker noch nicht ganz erklommen haben. Ich :brauche nur die absolute ׳Samstagsruhe für!Mensch und Vieh zu erwähnen, 'ferner die sozial ungeheuer vorgeschrittene!Gesetzgebung!fiir!Arbeiter, das Arrnenrecht und die absolut obligatorische!Pflicht, Schulen zu errichten. Ein vielleicht noch stärkeres Argument fiir uns, für unsere Au s e r wählt •hc׳it ist das ׳Wunder der Erhaltung unseres Volkes. Seit zweitausend Jahren wurden und wenden wir gemordet, vertrieben, entrechtet und ausgeplündert und haben uns noch immer, dank dem Schutze des!Himmels, sowohl in unserer Zahl als auch in unserer geistigen!Entwicklung von Stufe zu Stufe emporgehoben. Auf allen Gebieten menschlichen Wissens und!Könnens, in Wissenschaft, Technik, Industrie und!Philosophie stellen wir ein weit über unsere ,Prozentzahl Ihiuausreichendes Kontingent. Wenn wir das alles als g-tfliehe Fiiguug betrachten, so :können wir vielleicht darauf rechnen, daß -auch Sic dem ■Gedanken Raum gehen, daß die Judeiiheit ihre Existenzberechtigung ausschließlich in der ׳Religion ■zu suchen hat. Wenn Sie •noch dazurcchuen,!daß wir durch die strikte Befolgung des ersten Gebotes: ״Seid 'fruchtbar und verwehret ■euch!“ berufen sind, den IGebortenabgang, den ׳ein, zwei oder kein!Kind in unserer Gemeinde wie allenthalben thcrvarru'ft, in Wien ׳und anderen Gemeinden teilweise zu decken, so ׳werden Sie mit mir ׳übercinstimmen, daß der gläubige Teil der Juden schalt das einzig erhaltende Element •der •Kultusgcmeinde bildet. Wenn ■ich also verlange, daß Sie unsere;Postulate zur ׳Förderung unserer ■,Institutionen weitestgehend erfüllen, so ■dient!das zur!Erhaltung der Gemeinde. Nachdem Herr Kollege Dr. ,Fricdmami ׳allen Parteien; das Zeugnis ausgestellt!hat, daß sie zur 'Stärkung und Konsolidierung der Gemeinde redlich mltgeanb eitet ׳haben, brauche ich dies fiir unsere Eraktiou nicht besonders zu betonen. Wir haben aber ׳auch, bevo׳r wir die Ehre hatten, dem hohen Kollegium ׳an zu gehören, stets ■für die Interessen der ׳Kultusgemeinde gearbeitet, weil wir ■die!Erhaltung ׳derselben in ihrer gegenwärtigen ■Fo׳nm 'fiir gut vier Fünftel ׳der Wiener Juden als Lebcnsnotwendigikeit betrachten. Fiir uns Orthodoxe wäre cs allerdings;vorteilhafter unld׳ unserer!Ent- Wicklung förderlicher, wenn wir ganz selbständig wären■. Ich kann au'f das ׳Kapitel Subventionen mit um so größerer Berechtigung cingehen, ■als — es kann dies ,nicht oft genug wiederholt werldeu — die A'dass Jisroel (1SclhÄschul) in den achtzig Jahren ׳ihres •Bestehens nie einen Groschen ׳Subventiou oder •andere Zuwendungen ׳der IKultuagcmelude an■ genommen ,hat.!Es hat •dies seinen 'Hauptgrund ׳darin, daß wir ׳uns ׳das bißchen ׳Autonomie, das uns der § 125 ׳des Judengesetzes ׳und der korespoudierende Paragraph des Gemeindestatuts, •das!Recht nämlich,!für unser Geld •nach unserer Fasson!selig •zu werden־, gewährt, nicht durch Ve xationen a religiös er 1Religiousschu׳Hns׳pektoren oder anderer Funktionäre der 1Gcm׳e׳iu׳dc schmälern oder zumindest vergällen lassen wollen■. Gestatten ׳Sie!mir ■einige!Ziffern: Wir Sdriffschiulj'iiden sind zirka 5000 Seelen, also ntuge'fähr 2,5!Prozent der jüdischen!Bevölkerung. :Das!Budget 1111׳- serer ■eigenen und der von uns :s11biventiouie׳rten!Instltutionen beträgt!S 591.000, also zirka 10!Prozent des Budgets der!Kultus gemeinde, ganz ׳abgesehen ׳davon, daß wir ganz bedeutende ׳Beträge an!Kult 11 ss-teuern bezahlen, für die wir gar keinen Genuß haben, da wir die Institutionen der Kudtusgenieinde nicht benützen können. Der 'Konzern ״Aguda“ hat ein Jahresbudgct von S 200.000 und besteht zum großen Teil •aus ׳denselben Kreisen wie die Schilt schul. Die diesen beidenKonzernen nur weltanschaulich,aber nicht als ׳'Mitglieder zugehörigen übrigen Orthodoxen haben!fiir ihre 62!Beiihämser einen ,Aufwand von S 250.000 und fiir ihre 20 Talmud-Thora S 150.000 auf zurwenden. Also, die onthodoxe Judeuschaft, die nach meiner!Schätzung nicht 20!Prozent ■der Kultusgcmeinde beträgt und keine reichen und wahlliahencleu Mitglieder zählt, hnt einen Jahresaufwand von S 12,000.000, d. h. sie ■legt sich nach ׳jeder ׳Riehtung .Einschränkungen auf, um nur •ihr!Leben ׳streng nach der Vorschrift der Religion ein richten und ihre ׳Kinder st,!׳eng jüdisch erziehen zu können. Ich habe außer der Votierung fiir den Keren!Hajessod nie gegen eine Be- Montag den 3. März 1930 wurde die neue, vom Wiener Stadtschulrat konzessionierte Schule für die englische und französische Sprache für weibliche Personen im ,:Dr. Kriiger-Heim“, Wien. 11.. Malzgasse 7, Tel. R-43-5-10 (10 bis 12 Uhr und 3 bis 5 Uiir). eröffnet. Kurse für Aniitnger und Vorgeschrittene, an Nachmittagen und Abenden. Spezielte Kinderkurse. Erprobte, erstklassige Lehrerinnen. Billige Kursbeitrüge. gegenwärtiger u. ehemaliger Heimschützlinge, Dr. Krüger- Heim (fr. Elisabeth ־ Heim) f ü r ■ע «יייייייוwI11uuwwI1וwIHן•ווא gjgÖJ Wien, II., Malzgasse 7 838§!£־ f U r SabbalHaltende fördert die Sabbat haltenden I, שוסז TERrVO & כשר של ססח (תחת השגחת הרב ח ישעי סורסט שיםשוהל)| Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhä ltllch! Blalraschelns Carl Vereinigte Margarine- und Butferfaürik __ _B wdligung gesprochen. Ich muß aber andererseits entsehiedenst verlangen, daß b erspiel weise die kleinen Betj hüuser, 62 an der Zahl, in denen an einem •gewöhnlichen j Wochentage jedes einzelne mehr ׳Beter aufweist .als die | großen Gemeinden zusammen, ׳mit dem Bottelbetrag von I S 30.000 ubgespcis't werden, also ׳durchschnittiiclh S 500 f pro Bethaus. Ja, ׳meine!Herren, Sie sagen, Sie haben■ kein j Defizit. Ja, meine ׳Herren, ■es kann mir ails )Kulitusivorsteher i doch nicht passen, den 1Leuten den Rat zu geben:!Bezahlt eure schiecht'bezahltcn Angestellten besser! Uhr könnt!dann der Kiirlt.usgemeinde das Deifizit aus-weisen ׳und erhöhte Subventionen verlangen. Aber, taeine!Herren, Herr!Kollege Dr. IFri cid mann hat beantragt, die Tempel und Bethäuscr eiii'zugcmeinden, weil1 sie doch schließlich die Funktionen der ׳Kultusgemeinde ersetzen. Ich ■befinde mich ׳sonst mit Herrn Dr. Friedmann gerne in I<1 e enge mein schuft, aber da muß ich seinen Vorschlag entschieden!bekämpfen. Das heutige Verhältnis ׳ist •so, daß di'e Ku׳lt,us gemeinde 11 icht 20 Prozent der Ausgaben dieser 80!Institutionen bezahlt, die weiteren 80 Prozent!werdet! von den 'Besuchern erspart. In ׳dem׳ Moment, wo diese Institutionen vergemeindet werden, ■reduzieren sich diese ׳privaten Zuflüsse ganz kolossal, so daß die!Erhaltung dieser Beithäuser das ganze Gem׳eindcbudgc!t ׳verschlingen würde. Ebenso verhält e׳s■ sich mit den Talriiud-Thorus. Sie haben es durch dieVerbessernng im Unterricht und ׳durch ■die!Vermehrung der ■Bibelschulen ■glücklich dahin gebracht, daß die Schüler endlich denn G-ttesdienste!folgen können. In unseren IBübelschulen bzw.!Kindergärten haben wir Kinder!von ■sechs! Jahren, die so gut beten■ gelernt haben, daß sie überhaupt nicht imstände ׳sind•, einen!Fehler zu lesen oder auszusprechen. Meine Herren, ich!bin seit zehn Jahren Mameliukenohef: wir arbeiten mit, wir ׳stimmen •mit, •wir haben auch •fiir unsere Postulate nahezu nichts •erreicht. Unser ■Schul!werk, das 80 Jahre besteht und in den ■fetzten •zehn ׳Jahren sich von einer einfachen vier Massigen׳ ,Knabemvoilks-schwle um eine ׳komplette .Hauptschule und •eine vierk lässige (Mädchenschule erweitert ihat, hatte, im Vorjahre da׳s ׳Glück, nachdem wir das Jüdische Museum, das!ja auch ׳ein!jüdisches Institut .is׳t, nicht •gerichtlich delogieren wollten, das an unse.r Schulgebäude anstoßende Haus z;u kaufen. Es ist dabei der Fehler unterlaufen, daß die Frage dieses :Hauskauf es nicht vorgängig •mit dem ,Präsidium!ventiliert wurde. Demzufolge hat 1111ns die!Kultusgemeinde alles in altem d;azu ein׳ u n b e׳d eai't e n d c׳s Darlehen gewährt. Es wurde überdies noch der Versuch gemacht, ׳den verdienstvollen Leiter dieses Instituts zu verunglimpfen. Ildh erlaube ׳mir den Antrag, daß das verehrliche Plenum •eine Resolution faßt, ׳in der den •fiir 'die Details ׳der Subventionen in Betrae'bt komm enden Instanzen•, Kommissionen uinfd ■dem V׳e׳rtreterkollegium ■an׳s 'Herz gelegt wird, ׳diese ׳Zuwendungen fiir die ׳orthodoxen Belange •mit ganz besonderem Bedacht wohlwollendst zu behandeln. Einführung des passiven Frauenwahl•• rechtes in Hamburg. Austritt Dr. Alexander Spitzers aus der Gemeinde. Die Einführung ׳des!passiven Frauenwählreohites zum RepräsenitantenkoHegium der 1Hamburger Gemeinde beschäftigte am 25. Februar ׳in zweiter ■Lesung das iR׳epräs;entantenkoltegium. 'Neue 'Gesichtspunkte ׳wurden in• der Debatte nicht geltend gemacht. ■Bemerkenswent ist lediglich, daß, als von gesetzestreuer Seite geltend gemacht wurde, daß durch die Einführung de׳s Frauen wahr echtes de!r Gemeindefrieden bedroht sei,!der 'Sprecher der!Liberalen entgegnete, dieses Gespenst schrecke die!Liberalen ■nicht mehr. Die historische Ent Wicklung ׳in der!Hamhurger Gemeinde habe gezeigt, daß ■die Orthodoxie sich mit allen Maßnahmen ׳der Gemeinde, gegen die sie Bedenken erhaben habe, äbgefnnden habe.!Der 'Unterschied ׳zwischen Orthodoxie und Liberalismus bestehe lediglich in dem Tempo der Ent Wicklung!und die Orthodoxie müsse den Liberalen geradezu dankbar ׳sein, daß sie ihr fiir diese Entwicklung als Schrittmacherin diene•. פסח in Vöslau Beste Verköstigung, streng orth. יכשר zivile Preise, per Tag (5 Mahlzeiten) - S 12.—samt Zimmer ==ר=^■• Restaurant Josof Hacker, Rainfarn, Hauptstr. 37 Anmeldungen bis spätestens drei Tage vor י׳ט erwünscht ikeitsgebiet den re!lFgionsge׳setzIicl1e׳n. Anforderungen ent-!sprechend ׳einrichtet. Diese •Linie •hat ■die!Gemeinde in immer ■steigendem Maße!verlassen. Ich erinnere aus den letzten Jahren nur an die Angelegenheiten: Bieberstraßen- Schul, liberaler;Religionsunterricht und Tempe'Jbau,!Durch •Einführung :des!Frauen wähl rechtes verankert die Gemeinde 'vollends ׳Bestimmungen in ihrer ■Verfassung, die nach den eigens von der Gemeinde :eingeholten maßgebenden Gutachten gegen!das )Religionsgesetz ׳ver- ׳stoßen. Ich weiß, •daß diese Schwenkung der ׳Gemeinde •mit mir vielen, sehr ׳vielen ׳Gemeindeangehörigen bitteren Seelenschmerz und schwersten Gewissenszwang bedeutet, und wenn sie dennoch das Gewissensjoch der Gemeindcangehörigkeit weitertragen, sic von ideellen Rücksichten und Befürchtungen geleitet werden, deren'Gewicht ich keineswegs verkenne. Aber ich!fiir ׳meine Person halte mich •für ver-!pflichtet, zumal ׳ich durch ׳das Vertrauen meiner Geslmuungsfreunde berufen war, an .sichtbarer 'Stelle in der!Gemeinde •zu wirken,;nunmehr gegen die fortgesetzte •Unterdrückung der ׳Orthodoxie und (Mißachtung des ׳altübcrtragenen Religionsgesctzcs vor alter Oelffentiichkeit!und :fiir alle Zeiten dadurch zu!protestieren!, daß .ich ׳hiermit mein Amt ׳als (Mitglied• •des!Repräsentanten- ,kollcglums niedertege und unverzüglich mitsamt meiner Frau und Kindern ׳meinen Austritt •aus der Gemeinde vor ׳dem ,Standesamt erklären ׳werde. ■Sobald die Gemeinde zur vollen ׳Respektierung ׳des altüberlieferten Religionsgesetzes zurücklkehrt, werde ich ׳wieder gern und mit!vollem Eifer an allen!Aufgaben der Gemeinde teil nehmen.“ (Dia mit dieser Sitzung die Wahlperiode des (Rep rasentantenikollcgiums ׳beschlossen wurde, folgten noch die iibl׳idien 'Sclhlu ßreden. Der preußische Kultusminister und die religiöse Schule. Der neue preußische Kultusminister Adolf Grimme hat bereits früher öffentlich zur Frage der religiösen Sehlde das Wort ergriffen. Doch fanden seine Cedankengüngc .selbst im Kreise des Bundes entschiedeuer Schulreforiner nicht ungeteilten Beifall. Heute, wo dieser Mann an die Spitze des preußischen Schulwesens gestellt ist, beanspruchen jedoch seine Auslassungen über die religiöse Schule erhöhte Bedentung. Er gellt von drei Arten •von Schulen aus: der Schule, die vom religiösen Geiste unberührt ist; der Schule, in der zwar die Religion geachtet wird, in der sie aber keine andere Rolle spielt als etwa Griechisch oder Chemie, in der sie Fach ist neben Fach, die Schule, für welche die Religion Ding־ neben Ding־, Peripherie statt Mitte ist; und schließlich die Bekenntnisschule, der Religion Zentralmacht ist: ״Ihr sind nicht die im Stirndenplan Religion genannten Stunden allein Wegweiser für des Kindes Herz zu Gott; ihr liegt an einem religionserfüllten Unterricht und nicht nur am Religionsunterrieht.“ Grimme entscheidet sich fiir letztere: er lehnt die Schule ab, die sich freilnilt von Religion — weswegen er neuerdings von den Kommunisten scharf angegriffen wird — und ebenso die Gemeinschaftsschule mit ״angeklebtem“ Unterricht der Konfessionen. Als Ziel proklamiert er — im bewußten Gegensatz zur Konfessionsschule — die religiöse Schule. Zu Pessach eine Versicherung bei der ״Phönix“ - Versicherungsgesellschaft durch die Aguda. Entsprechend der Vereinbarung der Agudas־Jisroel mit der ״Phönix“־־Versicherungsgesellschaft, genießen Mitglieder und Freunde der Agudah beim Abschluß einer Versicherung bei der ״Phönix“ besondere Vorteile und auch die Agudah zieht daraus einen Nutzen. Es ist daher Pflicht jedes Juden, Versicherungen bei der ״Phönix“ abzuschließen. Das schönste Pessacl1־Geschenk ist eine Lebens־ versichcrungspolizze der ״Phönix“, mit der das eigene Alter und die Zukunft der Familie sichergestellt ist. In allen Fällen von Versicherungen wende inan sich daher an das Sekretariat der Agudah, LI., Leopolds־ gassc 16 (R80־0־40־), oder an die ״Phönix“־Filiale, VII., Zieglergasse 22 (B49־2־!3־). Tüchtige, vertrauenswürdige Personen finden Ge־ legenheit, einen schönen Nebenverdienst, beziehungs־ weise dauernden Erwerb zu finden. Interessenten mögen sich an das Sekretariat der Agudah wenden. Wien, II., Leopoldsgasse 16. (Tel. Rs400־s80) zu der am Sonntag den 30. März (1. Nissan) d. J. um 10 Uhr vormittags im großen Vortragssaale der Agudas־ JisroeLJugendgruppe, IL, Floßgasse 1, stattfindenden In der Abstimmung wunde■ gegen ׳die Stimmen der gesetzestrenen Vertreter, ׳der ■Herren Ezechiel, Dr. Lanzkrau, O.ffeiiiburg, Schloß!und Dr. Spitzer ibei 9ti!mu1ent׳ha׳ltung ■der zwei Misrachislen Michaelis!und .Weißberg mit allen Stimmen der Liberalen!und der Stimme des Achduthausserordentlichen Generaloersammlang Tagesordnung; Aenderung der Statuten. Anschließend findet im gleichen Lokale die ordentlich© «§eneralver$ammBung Vertreters Alexander Levy das passive Er amen׳ wähl recht angenommen. Hierauf gab Dr. 'Spitzer folgende• Erklärung ab; ״Die weise Vorsorge!unserer Vorfahren war auf eine freudige und ׳bedenkenfreie Mitarbeit aller Kreise in der Hamburger •Gemeinde bedacht. Das diesem Ziele dienende Organisatiouspriiizlp — ׳als ׳״Hauiiburger ,System“ im Reich;vielfach fiir vo-r'bilidlich gepriesen — fand seinen sichtbarsten Ausdruck in der Schaffung der selbständigen, in ihrer Verwaltung ,unabhängigen Kuitusverbände und!bestand bekanntlich!darin, daß die Gemeinde yon sich alle Betätigungen ausschaltet, die in die innerhalb der Judenheit bestehenden Differeuzieruuruiigen einigreifen, und ihr fiir sich vorbehaltenes Tätigstatt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Revisoren. 2. Referat., des Herrn׳ Alfred Stroh über ״Organisation und Finanz“. 3. Referat des Herrn Siegm. Stern über ״Politik und Erziehung“. Neuwahl des Vorstandes und der Revisoren. Anfälliges. Sollte die erforderliche Anzahl von Mitgliedern eilt anwesend, die Generalversammlung also nicht be־ hlußfähig sein, dann findet eine Stunde später eine Ge־ :ralversammlung statt, die auf alle Fälle beschloß־ hig ist. Wolf Pappenheim in. p. Olimnnn