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Jüdische Presse · 1930-03-21 · 12 (21.3.1930) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
12 (21.3.1930)
Date
1930-03-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE PRESSE Nr. 12 ®| flACHftICHTEfl Adas Jisroel (Schifischul), Wien, II, Große Schiffgasse 8, Kanzlei: II״ Grofic Schiffgasse 1. Z. 145 ex 930. Der Vorstand gibt bekannt, daß wie alljährlich auch heuer für diejenigen Parteien, die beim Backen ihrer Mazzoth anwesend sein wollen, von der Backhausleitang bestimmte Tage und Stunden für diesen Zweck freigehalten werden. Die Einteilung wird in der Kanzlei der Adas Jisroel getroffen. Die p. t. Parteien werden auf die am Haustore des Bethauses, II., Große Schiffgasse 8, angebrachte Mitteilung verwiesen. Wien, am 19. Adar 5690. ■i: Z. 150 ex 930. Das Rabbinnt der Adas Jisroel sieht sich infolge mehrseitiger Anfragen veranlaßt, zur allgemeinen Kenntnis zu bringen, daß derzeit keine Lebensmittclhandlung in Wien der rituellen Aufsicht desselben untersteht und daß es grundsätzlich ablehnt, über die rituelle Verläßlichkeit der in denselben ausgebotenen Nahrungs- und Genußmittel ein Gutachten abzugeben. Insbesondere gilt dies bezüglich der Pessncliwaren. Wien, am 19. Adar 5690. Der Vorstand der Adas •Jisroel. Baden bei Wien. Am 10. März a. c. verschied einen Tag nach Vollendung seines 90. Geburtstages in Guntramsdorf Herr Samuel Glaser. Tn Preßburg als Sohn des berühmten Rabbi Jochanan Glaser geboren, der in der Aera des Kcsaw Sofcr in der Preßburgcr Jcschiwah eine rühmliche Rolle spielte, pflegte er diesen Thorageist und echtjüdisches Fühlen auch in dem Orte, wo er als alleinstehender Jude über 50 Jahre, den Traditionen seines Vaterhauses unter großen und schweren Opfern, besonders im Interesse des Sclmbbos. treu blieb. Ein Stück 'Alt-Preßburg wird mit diesem edlen und rechtschaffenen Manne zu Grabe getragen. Sein Leichenbegängnis, welches am 12. d. in Baden stattfand, gestaltete sich besonders durch die ergreifende Trauerrede Sr. Ehrw. des Herrn llubbiners Friedmnnn zu einer feierlichen Kundgebung der Ehre und der Wertschätzung dieses wahrhaft guten und strcngglüubigen Juden. Vier Söhne und drei Töchter, die alle in den Fußstapfen des frommen Vaters wandeln, trauern um denselben. Sijunifeier in Lackenbacli. Anläßlich des ersten Jahrzeittages des unvergeßlichen Rabbi S a I m a 11 Jakobovits זצ״ל fand im Hause dev Familie eine Sijumfeier auf ׳ שבחDD statt. II. Salman זצ״ל hatte diese DDDD mit den hiesigen בני ת1רה gelernt, doch nicht vollendet; die letzteren haben sie nun nach seinem Heimgänge im Laufe des Jahres zu Ende gelernt und tm seinem Jahrzeittage □מסיי gewesen. Der סיום, an dem außer den בגי תורה und den FamiJicnmitgliedern auch der Ortsrabbiner J. Kraus und einige Gäste teilnahmen, gestaltete sich zu einer würdevollen Feier, wobei Rabbiner Kraus, Herr Taube, die Söhne von R. Salman ציל] aus Berlin, Prag und Neudürfl a. d. Leitha דברי תורה sprachen und die־ unvergänglichen Verdienste und die erhabene Persönlichkeit des Heimgegangenen würdigten. Gebete für die russischen Juden zu ״Taanith Esther“. (J. T. A.) In allen Synagogen Palästinas wurden am Fasttage vor dem Purimfest (Taanith Esther) Gebete für die wegen ihres Glaubens verfolgten russischen Juden gesprochen. Die Herkunftsländer der jüdischen Palästinaeinwnnderer. Auf eine Anfrage lloward Burys teilte Dr. Shiels mit, daß von den 14.922 Einwanderern, unter ihnen 14.683 Juden, die vom I. September 1920 bis 31. Dezember 1921 nach Palästina kamen. 35 Proz.cn 1 aus Polen, 14 Prozent aus Rußland, 5 Prozent aus Rumänien, 11 Prozent aus den kleineren osteuropäischen Staaten, 3,5 Prozent aus Großbritannien und den Dominions, .10 Prozent aus Zentralasien und 22,5 Prozent aus an dereu Ländern stammten. Die für die Jahre 1922 bis 1929 verfügbaren Zahlen sind: 38.850 jüdische Einwanderer kamen aus Polen, 15,796 aus Rußland, 5555 aus Rumänien, 2217 aus den Vereinigten־ Staaten von Amerika, 1095 aus Oesterreich. 974 aus. Großbritannien und den Dominions, 276 aus Ungarn. Amsterdam. \\ ie die jüdischen Blätter aus Amstcrdam melden, hatte Oberrabbiner O n d e 1• w y z e r in Amsterdam gegen die Ernennung eines holländischen Vertreters zur Jewish Agency durch die Oberbehörde der jüdischen Kirchengenossenschaft in Holland aus religionsgesetzliohen Gründen Einspruch erhoben. Die daraufhin mit •dem Oberrabbinat geführten Verband- I lungen haben zu einem Kompromiß geführt. Es lautet | dahin, daß die Ernennung eines Vertreters erfolgt, der verpflichtet ist. in der Agency für die Bildung eines Rabbinischen Rates einzutreten, dem die Kompetenz zur Entscheidung religionsgesetzlicher Angelegenheiten der Agency zustehen soll. Daraufhin wurde der Antrag auf Ernennung eines Vertreters mit 18 gegen 3 Stimmen angenommen. (5 Jahve Gefängnis Für den Attentäter auf Bcntwich. (J. T. A.) Der junge Polizeibote Abdul Gliani, der vor einigen Monaten das Attentat auf den Chef des Justizdepartements der palästinensischen Regierung Norman ■Bcntwich verübt, hat, wobei Bentwieh nicht unerheblich verletzt wurde, wurde wegen versuchten Mordes zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Im Gegensatz zu den ausschließlich aus Engländern zusammengesetzt teil Gerichten, die über Aufruhrfälle in Palästina tu־- teilen, war dieses Gericht aus dem Engländer Tute, dem Juden Valero und dem Araber Bucleiri zusammengesetzt. Jabotinskys Rückkehr nach Palästina den Beliövden unerwünscht. Wie־ der JTA-Vertreter erfährt, wurde einem Kreis von Freunden Jabotinskys in Palästina seitens einer palästinensischen amtlichen Stelle zu ver- .stehen gegeben, daß eine Rückkehr Jabotinskys nach Palästina den Behörden unerwünscht sei. Grund hiefiir ist, wie man glaubt, die von Jabotinsky kurz vor seiner Abreise aus Palästina gehaltene Ansprache sowie einige von ihm später in der Pnlästiimpresse veröffentlichte Artikel. Budgetdebatte der W1*. Kultusgememde. Montag, den 17. März begann die Budgetdebatte dei Isr. Kultusgemeinde. Vor Eingehen in die Tagesordnung wurde der Protest der Kultusgemeinde gegen die Reli־־ gionsverfolgungeu in Sowjetrußland verlesen und Telephon 319 Streng rituell Telephon 319 IN im Hotel-Restaurant Schey Baden beIWien.Annag.23 unter persönlicher Leitung des Besitzers David Schey Ganze Verpflegung: Frühstück: Kaffee, Mazzes Mitiagmahl: Suppe, Braten nach Wahl (eventuell Geflügel), Beilage, Mehlspeise Jause: Kaffee, Mazzes Nachtmahl: Fleischspeise (nach Wahl), Beilage per Tag 10 Schilling Große Portionen Anerkannt beste Küche!! Größtes jüdisches Etablissement Badens!! Schöne Zimmer: einbettig von S 4.—, zweibettig von S 6.— aufwärts Anmeldungen werden bis 11. April entgegengenommen hierauf von Vizepräsidenten Dr. Jakob O r n s t 0 i n Bericht über die ־ Intervention der Kultusgemeinde bei der Polizei wegen der Schmähschriften im Parfumeriegeschäft ״Fioris“ erstattet. (Die Intervention hatte das Verbot der antisemitischen Texte und Auf־־ Schriften ohne aufschiebende Wirkung zur Folge.) Rcg.־Rat Oppenheim führte die Ziffern des neuen Budgets vor. ln der M i t t w ״ e h s i t z 11 n g trat der orthodoxe Vertreter Wolf P a p p e n 11 e i m besonders warm für die höhere Subventionierung der Talmud- Thora-Volks- und Hauptschule für Knaben mul Mädchen und der kleinen orthodoxen ßethüuscr ein. Amtliche Verlautbarungen der Isr. Kultusgemeinde Wien. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Z. 1841 ex 1930. Neuerliche Konkursausschreibung. Im Spitale der israelitischen Kultusgeminde Wien, XVIII., Währinger Gürtel 97. gelangt an der e h i r u r g i־ sehen A b t c i 1 u n g eine Sekundararztensstelle zur Besetzung. Zur Anstellung sind erforderlich: die österr. Staats־ Bürgerschaft, lediger Stand, die Berechtigung zur Aus־ Übung der Heilkunde in der österr. Republik, die körper־ liehe Eignung (nachgewiesen durch ein amtsärztliches Zeugnis) und ein Alter von unter 33 Jahren. Mit der Stelle ist nebst dem in der Besoldungsord־ nung für die Abteilungsärzte des Spitalcs der isracl. Ktil־ tusgemeindc fixierten Barbezug die Benützung einer möb־ Herten Naturalwohnung samt Beleuchtung, Beheizung und Bedienung, sowie die volle Verköstigung verbunden. Für die letztere werden die Eigenkosten von den Monatsbe־ zügen in Abzug gebracht, wobei der Abzug ein Viertel der Bezüge nicht überschreitet. ׳' Mit den Personaldokumenten (Geburtsschein, Heimatschein, Diplom. Nachweis der Zugehörigkeit zum Judentum, Zeugnisse über die bisherige fachliche Ver־ Wendung) belegte Gesuche sind an den Vorstand der israel. Kultusgemcinde, Wien, I., Scitensteltcngassc 4. bis längstens 10. April 1930, mittags zu überreichen. Wien, 12. März 1930. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Wien. Israelitische Kultusgemeinde. Z. 1886 ex 1930. Konkursausschreibung. Im .Spitale der isracl. Kultusgemcinde Wien XVIlf., Währinger Gürtel 97, gelangt an der gynäkologisehcn Ab־ teilung die Stelle eines Abteilungsvorstandes zur Besetzung. Bewerber um diese Stelle können die näheren Ein־ zelheiten in der Amtsdirektion der israel. Kultusgemcinde Wien, 1., Seitenstettengasse 4, III. Stock, während der Amtsstunden zwischen 9 und 1 Uhr vormittags erfragen, woselbst auch die Bewerbungsgesuche bis spätestens 15. April 1930, 12 Uhr mittags einzubringen sind. W i c n, 12. März 1930. Der Vorstand dev israel. Kultusgemeinde Wien. Israelitischer Jugendgoftcsdienst. Am Samstag, den 22. März 1930 um 3 Uhr nachm, findet der .) u g e n d־ g o 11 e s d i e n s t für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde־ und Bezirkssvnagoge statt. Predigten in den israelitischen Gemeinde־ und Be־ zirkssynagogen. Freitag, den 21. März 1930 werden bei dem um 6 Uhr 10 Minuten beginnenden Abendgottes־ dienste in nachbenannten Gemeinde־ und Bezirks# Synagogen Predigten abgehalten, und zwar: IX., Müll־ nergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); XV., Turnergassc 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht); XVI., Hubergassc 8 (Rabbiner Dr. .1. M. Bach). Slus *Vergangenheit und Qegenwart. Aus der Dokumentensammlung der Wiener Taimud-Thora-Schule. ,Etim Beitrtag teu׳r toflmereii Gesäbichte der ,Wiener Judengc- 1me1i׳nd'e vom■ L. Moses. Au die hochlöiblliiche• k. k. •!iltoderösitierreiichtseh-e Stetldialtetroi Mit diem v;enehnliiciben lndorsat Vom 19. Juuni d. tJ Z. 16-526, wurde denn!FiirsterzibLschüifl. K01!1׳siis׳t. da« sannt Beilagen ,znrniiclkfcÖgeijde Geistlich des Vorstandes!der TaJmud-Thera-iHauplUdiiuiie ■'im Wien um!Ertciium« ׳)dies O0t- 1’entili׳c.h1k1ck׳tstechtes zur Aienißerumig Z111.ge1mii1t!t1e8׳t. Niaclh der Aeiuße.rulng der Sclviulidiistri׳ktsauir׳s׳iciltit \v<ird 'diese Schule seit ihrem Bestände sehr (Ziwedklniäßig g01׳e;Ltet; tes werden ,a!n derselben .11u׳r für die vüerkl׳a׳s׳si!ge: ׳Hauptfschule tofähiiglte ,Lehrer (an!gcs׳teß1!ni und der lUin/terdichtsertfedig halt sidh ■biisher ailis ein gii!nst,itger herau1s!»eis:teliU u׳n!cl ivet'diem't fiiir dfie lim § 16 if.iir )Priivlailliehr1an׳stalten ■vorige-!schriebe ne Lefetumig biiHiige BeiHiclksfleblliguiiilg. . Die Tailfmiuid-Thora-Scbull.e ist auie.lu noch wegen ihrer ßcmdiems/tlcÖJiiuig z!ur lKu11׳t׳usge11neinld'c jzu! beachiteu. Zu ׳ihrer Gründung .gaben diie in׳ nemeister Zellt .unter den Juden enitßtandemen Ref0rimlbestreibiumgen Anlaß, durch •welche'der ־pcsitüive GLaube׳ ׳geifübrdeit wurde; diesen zm wahren, veranliaßte naeibrene .angesehene ,Männer der israelitischen Gemeinde!zur Grü/nÜlum.g dieser 1Schnule, wodurch sie von dem modermen Judentum ׳sich Jossiaglteln. Die hiedurch enilstiaindeme Spannung ■führt!zu manchen Ujiainnelurdfichk eilten, be- «Sonders bei! Ahlegumlg (der ReCftgion&prlufjiing, und im dieser ßezdeihiung ,ist es •für die 1'aHmuid-THitoira-ScbnLa sehr wünschen'siwert, ihre Zölg'Mmge• ■vcat der Kujltusgelrriein'de unabhängig!befähigen m können, wonir such׳ *djais .Ftirst׳enz׳b׳isc;hörl. Konisi'storhmi giamiz ■zusitimimcnd .aanssipilicht. F ii r׳s‘t erizhiis ahätllii ch es , 0 r ׳cl in 1 a׳! ׳!ja t. \V i e n, den 7. August 1867. Johann ׳KutscJiker, Dr. T11., Bdscilidf und Welhhisolrof, Ge.- ,neriail'viiklai111 ־.s!w. Leopold Snöger, iPräi'ialr, Dick׳e'sansclM8׳öber׳aa1feeher unld׳ f. Ch Ko׳n׳s!istor:Lalk.a׳t. ׳Franz •Kornbeiisl, iräpstffich.er Käknimerer, f. e. ,Koiivsiisitoni'ail־ rait umd‘ ׳Kanizile'iidirek'fcor. K. k. M,:!niste riiim für ,KinHiis und Um er riebt. in ׳Hrlcidigulng des Lciriclrtes vom 11. Ülk'tolber 1׳. J., Z. 26.040, firiJdie-t dias üVIiuLslieriunt für Kulibus umjcli Unterricht der Wiener 'r1alntind1-Th׳Q1ra-iV'ere,inshau!pts011u׳le •das Oetffenit- Jiiclhkeiitsrc'clvt, hi0zi־eh1u1nig6f\vc!i-se ■das!Recht ׳zmr Ans&teiLlumig stua׳ts!g1ii11 Tiger Zeugnisse! .an׳ iibrc Sdhiflftar unter den von׳ der ■k. :k. Staahiiallierei benn.tragitien Bediuigunigen u!n|d! geigen ,gem.aue 1B׳e1־hac11׳t11ng der g'eis׳ete11|Lc1h׳en Vorschriften ,zu• ■er- ׳teilen. 1 י!Die Bieriehlsbiedugen fcl/gen ’«!m Anschluß ,zurück. Wfein, am 3:1. Oktober 1867. .önileseril'ilch. .Am die •k. k. StiattlhaJte.rei für Niederös/terroiah. Hohe Statthaltereibehörde! Als sich im Jahre 1848 israelitische Familien aus allen Kronländern des Reiches in Wien und dessen nächster Umgebung immer zahlreicher niederließen, wurde ich der gehorsainst Gefertigte von denselben auf das nachdrücklichste angegangen, eine Religionsschule nach dem alten Ritus zu gründen. Nachdem aie nötigen Vorbereitungen getroffen wurden, errichtete ich im Jahre 1849 in der Leopoldstadt, wo sich damals die meisten altgläubigen Juden aufhielten, eine Religionsschule, bekannt unter dem Namen ״Talmud-Thora- Schule“, in welcher der Religionsunterricht in den ersten Jahren größtenteils auf meine Kosten unentgeltlich erteilt wurde. Im Jahre 1857 wurde die Existenz dieser Schule infolge einer Anzeige von der hohen Stattlmltcici beanständet, allein das hohe Kultusministerium hat das Fortbestehen dieser Rcligioussehule laut Beilage A unter meiner Leitung ausdrücklich bewilligt und mir überdies laut Beilage B gestattet, für weitere fünf Vorstädte Wiens Filialen dieser Religionsschule zu errichten. Als es nun später die Verhältnisse erheischten, die in Rede stehende HauptreUgiousscliule von der Leopoldstadt nach der Inneren Stadt zu verlegen, stellte sich für die verarmte und verwaiste israelitische Jugend das Bedürfnis heraus, ein Bethaus zur Ver!׳ichtung des׳Gottesdi-enstes und die v!ierklassjge \ olkssehule mit dieser Religio nsschule zu vereinigen. Ersteres wurde mir laut Beilage C ohne Anstand bewilligt, die Volksschule hingegen unter der Voraussetzung gestattet, daß die Lehrer dieser Schule die ihnen vorgezeielmeten gesetzlichen Bedingungen innerhalb einer festgesetzten Frist erfüllen sollten. Indessen sind diejenigen Herren, welche ich seit dem Bestellen dieser Religionsschule jederzeit ganz nach, eigenem Ermessen zur Heberwachung der Gebarung dieser Schule eingesetzt habe, bei der hohen Statthalterei um die Konzession zur Erriclitung einer vierklassigen Volksehule selber eiligeschritten, welche Bitte ihnen bereits gewährt worden ist. Da ich nun als Gründer und Konzessionär bei dieser Gelegenheit nicht vernommen wurde, mir aber daran liegen muß, ein Institut, welches ich seit so vielen Jahren mit so schweren Opfern erhalten habe, das Prinzip dieser Schule in• religiöser Richtung festzuhalten und für die Zukunft möglichst .sicherzustellen, so wage ich zu hoffen, daß es eine hohe Statthaltereibehörde gewiß nicht ü'belnehmen wird, wenn ich mir die Gnade erbitte, daß die betreffenden Herren, welchen die Konzession für die Errichtung einer Volksschule erteilt wird, gleichzeitig verständigt werden mögen, daß diese Konzession meine Rechte als Konzessionär der Religions- und. Talmud-Thora-Schule und des mit derselben verbündenen Bethauses nicht alterieren könne, und zwar daß ich mir weiter noch das Recht Vorbehalte, die Religionslehrer dieser Schule sowie den Vorbetcr und die Vorstände dieses Bethauses zu ernennen und zu vorabschieden. Mit hochachtungsvoller Ergebenheit Tg. Deutsch m. p. Wien, den 13. November 1867.

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