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Jüdische Presse · 1930-03-21 · 12 (21.3.1930) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
12 (21.3.1930)
Date
1930-03-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
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beite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 12 Spendet für den zwcrghafte Post von Es wäre wohl bessei der Adas Jisroel, Wien, II., Nesiroygasse 11 5 Prozent F ii 1־ U » t e r r i c 11 i s z w e c• k e n 11 d 15 Prozent für Kultus- und rituelle A n g elegen hei ton verwendet. So krank ist die Wiener Kultusgemeinde. Pin stärkeres Charnkterisiikon und ein fürchterlicheres Prognostikon gibt es wohl nirgends. 1‘iir Friedhof- und ,ßccrcligimgswcsen werden S 1.357.528 ausgegeben. Da die Zahl der Todesfälle jälirlieh ungefähr 2700 beträgt, ergibt es sich, daR jcdei Tote die Gemeinde S 6000 kostet. Fin Betrag der nicht einmal fiir 10 Lebende durch 100 Jahre ausgegeben wird. Demgegenüber stellt eine vS 400.000 fii 1■ llnterrichtszwecke. gewesen, wenn dieser Zweig kurzerhand aus dem Aufgabenkreis der Gemeinde als solcher überhaupt ge strichen worden wäre, denn dann hätte man sich au die private Wohltätigkeit jedes einzelnen wenden können, ohne die Antwort zu erhalten, daß Unterricht doch in erster Linie und ausschließlich Sache der Kultusgemeinde sei. ln gleich anormalem Verhältnisse wie diese Summe zur Gesamtausgabe steht, ist die Verweildüng der einzelnen Beträge. Da werden für Bibliothek und historische Kommission S 80.000 ausgeworfen, wällread die S u b v e n t i o 11 e n f ii r U n t e r r i c 111 sz w ecke insgesamt ein Bett e Igel d ־ץ o n S 155.000 betragen. Wenn man bedenkt, daß die Talniud-Thora-Volks- und I lanptschiile sowie die Jessod-Hatorali mit ihren 700 Kindern mit einem Budget von S 160.000 (!) balancieren, daß die übrigen Talmudschulen — ungefähr 20 an der Zahl — mit weiteren 2500 Schülern ebensoviel kosten, muß man das ganze System lächerlich finden und als absurd ablehnen. Da die Gemeinde S 14.575 (!) für Subventionen an Talmudschulen auswirft, ergibt das p e 1׳ Kopf j ä h r lieh S 6 für die Förderung des religiösen Geistes. Und gerade die Talmudschulen sind jene Anstalten, in welchen die* Zukunft der jüdischen Jugend blüht. Unverständlicherweise werden andererseits für die Bibelschulen S 30.000 uufgevondet, obwohl deren Lehrziel und Lernerfolge notorisch sind. Für Kultuszwecke beläuft sich der Voranschlag auf S 1,600.000. Wieder zeigt sich das gleiche inkongruente Bild. Für sechs tote Tempel und ihre zehn Battlonim wird ein Vielfaches von dem aufgewendet, was für die 50 Bethüuscr, von welchen jedes einzelne an jedem beliebigen Wochentage mehr Gläubige vorsammelt als iti sechs Tagen sechs Tempel. Die ״kleinen“ Bethüuscr sind eben genau so wie die Talmudschulen den breiten Volksmassen, die das traditionell jüdische Leben noch ernstnehmen, ein starkes Bedürfnis, eine unbedingte Notwendigkeit. Gemeiiuletempel und Bibelschulen sind künstlich gehalten(‘ Surrogate, ohne wirkliehe Lebensberechtigung. Und nun zur Subventiouspolitik! Das jüdische Gymnasium und viele, insbesondere zionistische Y'creine zweifelhaften Charakters, genießen die spezielle Fürsorge der Kultusgemeinde und niemand in der Kahallstubc fragt, ob die Tendenz dieser Institutionen auch tatsächlich mit den! jüdischen Kultus irgend.eine gemeinsame Linie hat. Nur ״Parteipnekclung“ und keine Einlösung des gemeinsam gegebenen Versprechens im Interesse der althergebrachten Religion. Was soll, w u s k a u n d c 1׳ Kultus v o rs t a n d t u n f Vor allem muß der Vorstand die Einnahmen erhöhen. Es muß für eine gesetzliche Regelung der Steuerhöchstgrenze gesorgt werden. In Berlin gibt es beispielsweise Männer, die M. 300.000 jährlich Steuer zahlen, während hier das Maximum mit S 6000 festgesetzt ist. Weiters ist für entsprechende Einnahmen für Spital, Versorgungsanstult mul den ganzen Fürsorgeapparat durch, großzügige Spemlensammlung Sorge zu tragen. Wenn die Kultusgemeinde es nicht unter ihrer Würde empfand, nach den Pogromen in Erez jisroel zugunsten der zionistischen Partei S 140.000 durch Appell an das jüdische Herz aufzubringen, wird sie es auch zuwegebriugeu, die breite jüdische Oeffeutlichkeit für ihre Anstalten zu interessieren. Wenn die Ge- 1110incle den Grundsatz vertreten wird, daß zumindest 50 Prozent .sämtlicher Einnahmen im Wege freiwilliger Spenden einzutreiben sind, wird sie ihrem Glanze weniger Abbruch tun als durch dieses Totenbudget. Das gleiche gilt für die ßibelscluilen. Schulgelder und Spenden müßten wenigstens die Hälfte der Kosten decken. Dieses System hätte solange in Kraft zu!)leihen, bis die Kehilla in de!• Lage ist, sämtlichen Talm 11 d s c h u l e n e u t s p r e c h 0 11 d i 11 r e n L e i s t u ngen g 1 e i c h m ä ß i g e F ö 1• d e 111 11 ־ g a 11 g e cl e i h c n zu lasse 11. Sie hätte schließlich nur solche Vereine und Instiiutiouen zu subventionieren, die tatsächlich im Geiste unserer Tradition geführt werden. Fiir das jüdische Gymnasium dürfte zum Beispiel, solange es so geführt wird, kein Groschen bewilligt werden. Aehnliches Schicksal hätte den diversen Sport- und Arbeitervcreinen — soweit sie anti״ oder areligiüs sind — zu w iderfa 11 reu. Wer die Verhältnisse in der Kultusgemciiitlc kennt, wird diese Kritik nicht als grausam, sondern שומז כשי של ססח (חחח השגחת הרב ד ישעי פורסע שיסשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! BlaimsMns Carl Vereinigte Margarine- und Balterfabrik nur als rein sachlich bezeichnen. Die beiden großen Parteien, sowohl Unionisten wie Zionisten, stehen dem positiven Judentum schon so ferne, daß ihnen persönlich die gute Absicht nicht abgespröche 11 werden kann. Sache der Orthodoxen ist es, das Gewissen aller wach xuriitteln. Sie haben den besten Kontakt mit den jiidi scheu Massen. Sie kennen das Gebot der Stunde.!Sollte di e s e Auf g a b e de n V e r t 1־ e t e 1־ n cl e 1־ O r t h o d o x i e nicht gelingen, so w ä re es w ohl Zeit, z 11 b e r a t e 11, 0 b e s nicht o p p o rt u n w ä 1־ e, d a ß die v e r einigte Orthodoxie i 11 r e V e r t r e 11' r a u s d e r G e m e i u cl e z u r ii c kzieh e, i 11 w c* I c 11 c r sie ein s o I c 11 e s B 11 d g e t m i t v e r u 11 t w orte 11 m ii s s e 11. Der Antipessachteldzug in der Sowjet־ union eingeleitet. Die Liga der Atheisten lmt ihre Kampagne unter der jüdischen Bevölkerung gegen die Feier des religiöson Pessachfestcs offiziell cingcleitct. Die Leitung der Atlieistenliga hat an alle ihre Ortsgruppen Instruktioneu versandt, in denen darauf!angewiesen wird, daß in diesem Jahre das jüdische Pessachfest mit den eliristliehen Ostern zusammenfällt und daß sonach die beste Gelegenheit besteht, eine solidarische christlich-jüdische antireligiöse Front gegen die Feier von Pessacli und Ostern zu bilden. Die Atheisten in allen Orten werden angewiesen, in der Nacht vom 19. zum 20. April, also am ersten Sederabcnd, antireligiöse ■Straßenkundgebungen mit Fuckelzug׳ zu veranstalten, bei denen antireligiöse Losungen; ausgegeben werden sollen. Am ersten Pessaclitage sollen durch Radio antireligiöse Ansprachen verbreitet werden. Auch soll in Plakaten die!Bevölkerung überall zur Nichthaltung des Pessacli aufgefordert werden. Die gesamte Antipessachkampagne, heißt es in der Instruktion, soll zur Stärkung der Propaganchi für Schließung von Synagogen und Kirchen und fiir entsprechende Aufforderungen an die staatlichen Behörden beniitzt werden. Die jiddische Tageszeitung ״Emeß“ veröffentlicht einen neunspaltigen Artikel,, in welchem Weisungen, wie die Antipessachkampagne zu führen• sei, gegeben werden. A11 die jüdische Bevülkening richtete ״Emcß“ die Aufforderung, die Pessaclitage zur Stiirkung der Propaganda fiir den. Industiialisieruugsfoncls zu benützen und freiwillig ihren1 Besitz an Wertgegenständen des religiösen Dienstes für diesen Fonds herzugeben. Die Bevölkerung wird ferner nufgeforciert, kollektiv aus den jüdischen Gemeinden, wo solche Gemeinden noch bestehen, auszutreten. Wie der JTA-Vertreter erfährt, beabsichtigen die jiddischen Zeitungen und die Atheistcnkreise, sich in diesem Jahr nicht auf den Kampf gegen das Mazzothessen׳ zu konzentrieren, du es ohnehin keine Mazzoth geben wird, sondern darauf, daß im Verlauf der Pessachwoche die bei den Juden vorhandenen religiösen Gegenstände aus Messing, Silber und Gold dem Inclustrialisieruiigsfoncls angeführt werden. Die Zeitung ״Emcß“ versandte Instruktionen dieses Inhaltes an alle ihre Provinzkorrespondonten. Es wird ein neuer Zoll fiir aus dem Auslände eingeführte Mazzoth angekiincligt, der 10 Rubel per Kilogramni mul zusammen mit weiteren Steuerlind Zollgebühren etwa Dollar 3 per Pfund aiismnchen wird. (J. T. A.) ״Emeß“ behauptet, daß die berühmte JeschiwaJi in Nevel, die im vorigen Jahre ♦behördlich aufgelöst worden'ist, illegal weiterbesteht und daß Nevel immer noch Zentrum illegaler jüdisch-religiöser Arbeit ist. Der Geist des ״Lubawitscher Robbe“, schreibt ״Emeß“, herrscht immer noch in Nevel. Die Zeitung belumptet, daß der Neveler Rabbiner die Sammlungen für den Jeseliiwalifpiuls uncl die illegale Jeschiwah selbst leitet uncl daß?״jüdische Arbeiter, unter ihnen sogar Kommunisten, zur Erhaltung der Jeschiwah beitragen. Die russische Handelsvertretung in Amerika bietet jüdische Werke zum Verkauf an. Wie die JTA erfährt, sind mehrere Sammlungen jüdischer religiöser Bücher nach den Vereinigten Staaten verschifft worden, wo sie durch die AMTORG (Russische Handelsvertretung in Amerika) an staatliche und an jüdische öffentliche Bibliotheken ‘sowie an Bibliophile zum Verkauf angeboteil werden. Unter den in New York bereits eingetroffenen •Büchern befinden sich solche von großem historischen uncl bibliophilen Wert. Mehrere dieser Bände sind dem jüdischen Departement der *New Yorker Staatsbibliothek zum Verkaufe angeboteil worden', einige Bücher lagen zwei Tage lang zur Ansicht in dem jüdischen Raum der Bibliothek auf. Der Direktor der jüdischen Abteilung der Staatsbibliotlielc Dr. Joscluia Bloch bestätigte (lern JTA-Vertreter gegenüber, daß diese wie andere Bücher ihm zum Vorkauf angeboteil wurden, und sagte, er hätte sie sicher seiner Abteilung cinverlcibt, wenn er über •die verlangff♦♦»»♦♦♦♦♦♦»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»♦♦♦♦♦♦♦♦♦!' gegenwärtiger u. ehemaliger Heimschützlinge, Dr. Krüger- Heim (fr. Elisabeth - Heim) <► Telephon R-43-5-40 Wien, II., Malzgasse 7 Telephon R-43-5-40 Sabbathaltende fördert die Sabbathaltenden! *>«♦«♦♦«♦♦♦♦♦♦«♦♦♦«♦♦♦♦♦««♦«♦«♦««♦♦♦♦♦♦♦««♦♦«♦«♦«♦«♦«♦♦+׳ Neue Sprachschule Montag .den 3. März 1530 wurde dte neue, vom Wiener Stadtschulrat konzessionierte Schule für die englische und französische Sprache für weibliche Personen im ״Dr. Krüger-Heim“. Wien. II., Malzgasse 7, Tel. R-43-5-40 (10 bis 12 Uiir und 3 bis 5 Uhr), eröffnet. Kurse für Anfänger und Vorgeschrittene, an Nachmittagen und Abenden. SpezicMe_ Kimhahun^e^Fh^^^^nmna^d^j^^^nmpen^JEhlth^TCur^. teil Summen verfügt hätte. Einige der wertvollsten Bücher sind an jüdische Bibliophile in Chicago verkauft worden. 13er Präsident des American Jowish Congreß. Dr. Bernard Deutsch, gab seiner Entrüstung darüber Ausdruck, daß die Sowjets, die jüdisches Wissen und jüdische Kultur vernichten, dennoch nicht abgeneigt sind, aus dem Verkauf der ihren!Besitzern in Rußland geraubten Bücher Nutzen zu ziehen. Demgegenüber erklärt die AMTORG dem JTA-Vertvetev. daß cRe in Amerika angebotenen Bücher keineswegs geraubtes Gut seien', sondern, daß die staatliche Handelsgesellschaft der weißrussischen Republik in Minsk diese Bücher von einzelnen Privatbesitzern und von Buchhändlern zum Verkauf im Auslände erhalten hat. Den einzelnen Büchern und Büchersammlungen sind die Verkaufs- Zertifikate der Eigentümer beigegebe״. Flucht von Rabbi Mednlje aus Witebsk. (J. T. A.) Hier traf die Nachricht ein, daß der in Rußland sehr populäre Oberrabbiner von Witebsk, Rabbi Medalje. plötzlich aus Witebsk geflohen ist, weil er andauernd schwersten Verfolgungen seitens der lokalen Sowjetbehörde nusgesetzt war. Zuerst besteuerte man ihn mit einer Summe von tausend Dollar, die er auch leistete, dann nahm man ihm seine Wohnung weg uncl schließlieh wurde er beschuldigt, daß er an der Spitze einer konterrevolutionären Organisation steht. Als die Agenten der G. P. U. zu seiner Verhaftung schreiten wollten, war er aus Witebsk geflohen. Weiters wird nach Riga gemeldet, daß in Bnehmut, Kaukasien, die Jewsekzija sämtliche in den Synagogen uncl Bethäusern befindlichen Sifre Thora (Gesetzesrollen) beschiagnahmt und auf einem öffentlichen Platz verbrannt habe. Verbrannt wurden 70 Thorarollcn. — (J. T. A.) Der J.-T.-A.-Vertreter hat sich mit Personen in Witebsk in Verbindung gesetzt und hat fcstgestellt, daß die Nachrieht, Rabbi Medalje sei aus Witebsk geflohen, zutrifft: es wurde dem J.-T.-A.-Vertreter jedoch versichert, claß Rabbi Medalje nicht wegen konterrevoultionärer Betätigung verfolgt wurde, sondern daß er geflohen ist, um einer möglichen Verhaftung als Folge von Steuerrückstünden seinerseits zu entgehen. Er war iinverhältnisniüßig hoch besteuert worden. Völkerbund und Sabfoatfaschutz־ — Eine Aktion der Agudas Jisroel. (J. T. A.) Kreise dev Agudas jisroel haben im Einvernehmen mit dem Weltverband der Schorn re Schabbos dem internationalen Arbeitsamt beim Völkerbund ein Memorandum zur Weiterleitung an die iuternationale Arbeitskonferenz übergeben, in welchem die Forcierungen: der sabbattreuen Juden,׳ in der ganzen Welt dargelegt und begründet werden. Diese Forcierungen gehen darauf hinaus, daß den sabbattreuen Juden überall in der Welt die Möglichkeit gegeben wird, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, ohne daß sie hierin durch die Beobachtung des Sabbat benachteiligt werden. Die Kreise der Agucla haben sich mit den Delegierten zur Arbeitskonferenz in allen Ländern der Welt in Verbinclung gesetzt, um ihnen den Standpunkt dev Schomre Schabbos darzulegcn: von verschiedenen Seiten wurde ihnen versprochen, daß clie Forderungen der Schomre Schabbos wohlwollende Unterstützung finden werden. Tm Zusammenhang mit dieser Aktion wird in diesen "lagen eine Abordnung der Agudas jisroel vom britisehen Arbeitsrninister empfangen werden. . Rabbiner Dr. Pinchas Kohn in London. Rabbiner Dr. Kohn, Vorsitzender der politischen Exekutive der Agudas Jisroel, besuchte* vorige Woche London im Zusammenhang mit palästinensischen und sowjelrtissischen Angelegenheiten. Zu seinen Ehren fand ein Empfangsabend, veranstaltet durch die L011doner Agudas Jisroel in Verbindung mit dem Rabbinisehen Rate der englischen Agudas Jisroel, statt. Mr. Goodman begrüßte den Agudafiihrer uncl 'würdigte sein historischen Verdienste lim clie Organisation der osteuropäischen Orthodoxie. Die Tatsache, daß der Agudismus in Polen der unbestrittene Repräsentant des orthodox-jüdischen Lebens in Parlament uncl Kommune ist, sei in hohem Maße den unermüclliehen Anstrenginigen Dr. Kohns zu danken. Herr Rabb. Dr. Kirzner, Rabbi Moskavitz und Rabbi Kerber u. a., schlossen sich den Willkommensgrüßen namens des rabbinischen Komitees an. Herr Dr. Kohn gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß er wieder einmal Gelegenheit habe, seine Londoner Freunde zu begrüßen. Wichtige politische Probleme hätten ihn veranlaßt, nach London zu kommen, clie von vitalster Bedeutung• seien. Die Situation in Rußland und im Heiligen Lande scheine sehr ernst; ernster vielleicht als je zuvor? Es scheine, als ob nur ein Wunder uns vor Katastrophen schützen könne, lind in der Tat sei die ״jüdische Frage“ nur von G-lt selber zu lösen. In diesen Tagen kann clie Agudas Jisroel nicht lassiv bleiben, sie muß sich für clie Lösung jener Prodeine interessieren, die die Zukunft von Klall Jisroel so stark berühren. Rabbiner Tobias Horovitz aus Wien sprach über die Beth-Jakob-Bewegung, als eines der größten Werk(‘ des Agudismus. Betli Jakob habe nichts mit Politik zu tun.!Betli Jakob wird die Seele der osteuropäischen jüdischen Frauenwelt retten. 111 wenigen Jahren, hat die Bewegung 147 Mädchenschulen mit mehr als 20.000 Mädchen organisiert. Mit .genügenden Fonds könnte die Bewegung ein mächtiges Bollwerk gegen den Badikalisraus und Atheismus werden. Er appellierte an clie englische Juclenheit, bei der Lösung׳ dieser Aufgabe mitzuwirken. Versichern Sie hei der ״Phönix64 zu Gunsten der Agudah. Die Agudas Jisroel hat mit der bekannten Lebensversicherungsgesellschatt ״Phönix“ einen Begüiistigungsvertrag' abgeschlossen, der den Versicherten die weitestgehenden Vorteile einrüiimt (ermäßigte Polizzengebühr, kostenlose Versicherung bei Invaliditat usw.) uncl auch der Agudah einen Nutzen gewährt. Denken Sie rechtzeitig an die Zukunft, versichern Sie Ihr Alter uncl die Zukunft ihrer Familie bei der ״Phönix'1 durch die Agudah. Nähere Auskünfte erteilt das Sekretariat der Agudah-Ortsgruppe, II., Leopoldsgasse 16 (R-40-0-8Ü) und die ״Phö11ix“-Filiale, YIL, Zieglergasse 22 (ß-31-2-49). ln letzterem Falle bitte sich auf clie Agudah zu berufen. 68679101 3

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