Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 12 (21.3.1930)
- Date
- 1930-03-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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^«▼}aoT* r?p)atat povolen* fitdlt po*t « teleiraiot ו BntitliTi (ii 41173-01-21. Zaiianztn vom Verligir?erfandet. Journal •xpldie par I'edlteMf f.fcfc JÜDISCHE PRES ORKAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS Redaktion u. Administration! Wien,?!.,Leopoldsnue 36, 1. Stiege, i. Stock.-״ Tel.R 4594־4־. Tschechoslowakei] Bratislava, Postfach 146. incheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. Abonniiaentsprslse 1 Ganzjährig! Für Oesterreich S 16 Tschechoslowakei iichech. K. 80, Einzelnummer öst Gr. 50. das übrige AssJsnd 3 Dollar. Zahlungen auf Konto ,Jüdische Presse־, Wien für Oesterreich! PostsparknssenkontoNr.D-93614; Deutschland!Post* Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien! Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen! Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn! Postspk.-Amt Budapest Nr.60170; Schweiz! Postscheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei 1 ״Jfidische Presse״, Bratislava, Postspk.-AmtPrag Konto Nr.53366 Nr. 12 Wien-Bratislava, 21. März 1930 ב׳ח וינא־פרעסבורג כ״א אדר תי׳״ד 16. Jahrg. Lord Balfour gestorben. Im 82. Lebensjahre ist Arthur James Balfour am 19. März ׳verschieden. Der Narne Lord Balfours ist mit der jüngsten jüdischen Geschichte innig verknüpft. Die berühmte palästinafreundliche Erklärung der englischen Regierung an Lord Rothschild vom 2. ׳November 1917 trägt die Unterschrift Balfours, des׳ damaligen Außenministers des ,britischen Reiches. iDese -Erklärung, in der politischen Literatur Balfour-Deklaration genannt, hat folgenden Wortlaut: ״Seiner Majestät Regierung betrachtet mit Wohlwollen die Schaffung einer nationalen Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk und wird die großten Anstrengungen machen, um die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, wobei klarverstanden werde, daß nichts getan werden soll, was die •bür־ gerlichen und religiösen Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften ■in Palästina oder ■die Rechte und die politische Stellung der Juden in irgend ■einem anderen Lande beeinträchtigen könnte.“ ׳Die Balfour-Deklaration hat nach ihrem Bekanntwerden im jüdischen Volke einen Enthusiasmus erweckt, der heute kaum mehr ■verständlich :ist. Man glaubte, daß mm das Ende des .zweitausendjährigen Galuth. gekommen sei und die Vorboten des -Messias erschienen seien. Die Orthodoxie hat einen furchtbar schweren Stand gehabt. Die Balfour-Deklaration schien den Zionisten und dem Zionismus endgültig die 'Führerrolle zuzuerkennen, die bisher seitens der Orthodoxie aus wohlerwogenen politischen und relig-iösen Gründen negiert wurde. Die Opposition der Orthodoxie gegen den Zionismus ließ den Irrtum aufkommen, als 0-b sie •auch die Balfour-Deklaration verwerfen würde. Die Ernüchterung, die in den letzteil Jahren in der jüdischen Welt die Oberhand ge- Wonnen hat, erlaubt es׳ uns, heute sachlich und kühl über diese Ereignisse zu sprechen. Man hat in der jüdischen Welt gelernt, die Balfour-Deklaration unabhängig von den politischen und ׳kulturellen Be- Strebungen der Zionistischen Organisation zu beurteilen, und weiß heute schön, daß ■die Vertreter der englischen Orthodoxie die Erlassung der Balfour- Deklaration erst durch ihre ׳palästinafreundliche Er- Klärung ermöglicht haben. ׳Die englische Regierung, die wohl wußte, daß die überwältigende Mehrzahl der orthodoxen Juden keine Zionisten oder Antizionisten sind, wünschte eine offizielle Bestätigung der Orthodoxie über ihre Wünsche betreffs der Rückkehr nach Erez Jisroel zu erhalten. Die Zionisten, die mit der englischen Regierung die Verhandlungen zu jener Zeit führten, standen der Notwendigkeit gegenüber, eine offizielle Bescheinigung der orthodoxen Sympathien zu den palästinensisehen Bestrebungen zu erlangen. Dr. Mayer Jung s. A., der Oberrabbiner der orthodoxen Synagogenfederation in London, deren weltliches Haupt Lord Swaythling war, hat diese ’Sympathieerklärung im Auftrag der ihm erreichbaren orthodoxen Synagogen und Führer abgegeben. Dr. Jung tat dies nicht ohne vorherige Zusage der Zionistenführer, über die religiösen Postulate der Orthodoxie ein akzeptables Uebereinkommen zu erzielen. Es muß der historischen Wahrheit zulieb festgestellt werden, daß die Zionistenführer, nachdem Dr. Jung die erwünschte Erklärung der englischen Regierung übermittelt hat, auf eine Fortsetzung der Unterhandlungen mit der Orthodoxie keinen Wert mehr legten. Aber auch nach dieser ersten 'Enttäuschung, der noch ' mehrere und ernstere folgten, hat die Orthodoxie nie und nimmer den Boden der Balfour-Deklaration verlassen. Ihre Anstrengungen waren vielmehr darauf gerichtet, den ernsten Mangel der Balfour-Deklarafioii, welche die religiösen Rechte der Mohammedaner und Christen ausdrücklich schützt, jedoch einen ähnlichen Schutz der jüdischen Religion gegenüber, da sie ihn als selbstverständlich vorausgesetzt hat, nicht vorsieht, wettzumachen. Die politischen und wirtschaftlichen Ereignisse der letzten Jahre haben den Blütenstaub, der durch Phantasie und Fanatismus, durch Enthusiasmus und propagandistischen Bluff um die Balfour-Deklaration sich gebildet hat, grausam und unerbittlich zerstört. ׳Es ,blieb der nackte ■Wortlaut der Deklaration, die während der kurzen Jahre ihrer Existenz verschiedenen Inhalt erhielt. Auch zurzeit wird um den Inhalt der Balfour-Deklaration schwer gestritten. Die Augustereignisse in Erez Jisroel haben ein Blitzlicht auf •die ungeheuere arabische Propaganda geworfen, welche gegen die Balfour-Deklaration im Zuge ist. Die englische Regierung wird auf Grund des Berichtes der Shaw-Kommission über die Richtlinien ihrer künftigen Palästina Politik sich äußern müssen. Es ist tief zu beklagen, daß in diesen ernsten Zeiten ein solch bewährter Freund des jüdischen Palästina, wie Lord Balfour es war, nicht mehr unter den Lebenden weilt lind sein gewichtiges׳ Wort nicht mehr zugunsten einer judonfreimdliclien Palästina- ,Politik einsetzen kann. Doch, wir orthodoxe Juden wissen es, daß das Schicksal und die künftige Ent- Wicklung Erez Jisroels unabhängig von politischen Verwicklungen, unabhängig von Zeitströmimgeu ist, daß das j ü d i s c h e R e c 111 auf Erez J i s r 0 e 1 i ii der '1' 11 0 r a a u f ewige Z e i t e n 11 i e d e rgelegt ist und wir erblicken in jedem Staatsmann, der diese Grundrechte des jüdischen Volkes aus dem ■Geiste der Bibel heraus versteht und verteidigt, einen Boten G־ttes, gesandt in die Wüste der Völker, «um bei ihnen für dieses biblische Recht Verständnis zu ernten. Ein solcher von dem Geist der heiligen Schritt tief durchdrungener 'Staatsmann war Lord Balfour und dieser Umstand wird ihm im jüdischen Volke ein segensreiches Angedenken sichern. P. Ist die Wiener Kultusgemeinde wirklich so krank? 6000 Schilling für jeden Toten. — 6 Schilling für jeden Taltnudschüler. Von Alired Stroh, Vizepräsident der Aguda in. Wien. Numnehr liegt das Budget fili- 1930 vor. Die Zahlen sind im großen und ganzen die gleichen wie im Vorjahre. Diese abnormalen Zustände, welche die ,Jüdische Presse“ wie alle Reehtdenkenden seit Jahren geißelt, sollen somit wieder sanktioniert werden. Nicht mehr als S 6,000.000 bilden die Einnahmen dieser ״stolzen Juclengemeindc“. Ein ungeheurer Bcamtenapparat sovgt in bUrokvatischev Weise für deren Aufbringung und Verwendung. W a s tut d c 1• Kult u s v o r s t a n d? VV o 1) 1 c i b 0 11 die große n Y e r s p r e c h u n g e n a 11 s d e n T a g e n d e r hitzig e 11 W a h 1 k ii m p f c? Wie ein Ei dem anderen glichen fast die Wahl- Programme der Önionisten und Zionisten. Sie beide versicherten ihren erstaunt aufhorchenden Wählern, sie wollen den jüdischen (!eist, das religiöse Eiihleu IPEZIAL Gelb, geschmeidiges Pflanzenfett! U e b e r a I I erhältlich! 100 Prozent Fettgehalt תחת השגחת הרב הגאוו ר ישעי* סירסט, שיפשיהל BlaMeins Cail Veieinigle Matgaiineand Bullerlaärik innerhalb der Wiener Judeugemeiiide so heben, daß an Stelle des bisherige״ Siechtums neues, kräftig pulsie-־ retules Leben trete. Einmütig erkannten sie die Jugenderziehung als das Grumliibel und versprachen ihre ganze Kraft den Kindern, den Trägern der Zukunft, den kommenden Erhaltern der Kultusgemeinde, zuzuweiiden. önionisten und Zionisten, die beide den engen Zusammenlmng mit ihrer Mutter Religion verloren hatten, wollten also, ihre eigenen Fehler erkennend, der Jugend neue Wege weisen, um sie der Thora und die Thora ihnen wiederzugoben. Das ist der eigentliche Zweck der Kultusgemeinde in des Wortes richtiger Bedeutung. Wenn sich nun die Herren an den grünen Tisch setzen, um diese ideale Epoche vorzubereiteii, müßten sie in allererster Reihe ein Budget heruusbringen, dus diese Allsicht klar und deutlich zutage fördert. Als Beispiel diene irgend eine kleine Gemeinde, deren jeder einzelne unzählige kennt. Grundsätzlich haben sich die Einnahinen nach den Ausgaben zu riehten. Reichen direkte und indirekte Steuern nicht hin, ist für eine entsprechende Organisierung einer Spendenaufbringung zu sorgen. Die wichtigsten Posten des Ausgabenetats sind b 11 t c דו• i c 11 t und Gottesdienst. D i e W i e 11 er Kult u s gemeinde b r i n g t das K n 11 s t s t ii c k z u w e g e, 80 P r o z ent i h r e r Gesa in t u u s g a b e n f ii r ihre K r a n k e 11 u n d T o t 0 u z u p r ä 1 i m i n i e r e n, w ii h 1• e n d sie bl o ß Laurana mm Wissen gnädige Frau bereits vom Räumungsverkauf in Perücken, Scheiteln, Trans־ formation etc. der bekannten Kunstwerkstätte Othmar Schiff Wien!,Kärntnerring 6 (gegenüber Hotel Bristol) u-41-3°62 (Italien) gerste streng orth. בשר PJSN S I9 M W EI s;s | neueröffnet! | Vorzügliche Küche Mäßige Preise I Referenzen und Piospekte zur Verfügung; So lange der Vorrat reicht. 20\ Rabatt vom Originalpreis. Verlangen gnädige Frau Gratis- Katalog und Preisliste