Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1930-03-14 · 11 (14.3.1930) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
11 (14.3.1930)
Date
1930-03-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2629891-2630341-2630352--3572-2635589
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Nr. 11 JÜDISCHE PRESSE Seite 3 ,In dem jüdischen Saftbatgcsetz. dessen soziales und ethisches!Prinzip kaum heute noch allgemeines Gesetz der zivilisierten Welt geworden ist. wird für das liehe Vieh die absolute Ruhe an einem ganzen Tage der Woche vor- ״esciirieben. Und die Intelligenz der Tiersc'hiitzler reicht nicht so weit, um zu bedenken, dal!, selbst wenn eine Tiernuälerei beim Schächten existieren würde, was auf Grund der!Gutachten nahezu aller Pachkapazitätcn nicht der ball ist, •die iMcnschenquülcrc:. d:c darin liegt, Millionen Mensehen den Plcischgennl.!, der dermalen noch die Basis unserer!Ernährung bildet, unmöglich zu machen, durch!Geiühlsduseiei zu üben. Es steht zu hoffen, daß die absolut objektive Stellungnahme der bedeutendsten Juristen zur Sehäc'lvtfrage allen klarschcndeu Menschen die Augen öffnen wird, daß die!Bekämpfung des Schäehtens, das die deutsche Reichsregierung als eine der besten Schlachtmethoden erklärt, •ihren!Ursprung und Grund nur in judcnfeindiichkeit und *Wichtigtuerci hat. Hoft'cmüch wird dieser lächerliche Kampf aufhören. Jisroel hat schon schwerere .Attacken überdauert und wird auch in diesem ‘Kampfe nicht geschädigt werden. _ W. P. Kein Prozeß gegen die Minskei* Rabbiner (J. T. A.) Dom Moskauer Korrespondenten der Jüdischen Tclcgvaphcn-Agoutur wird vom Auswärtigen Amt der Sowjetunion auf seine Anfrage offiziell mitgeteilt, daß ein Prozeß gegen die vor einiger Zeit vevhafteten und dann wieder enthafteten Minsker Rahbincr und Gemeindeführer nicht stattfinden wird. Erfolgreiche Berliner Intervention zugunsten der Minskcr Rabbiner. (J. T. A.) Wie schon mitgeteilt, wurden die wegen angeblicher Konspiration mit dem Auslände in Minsk verhafteten sechs Rabbiner und acht Gcmciucleiülirer nach Interventionen ausländischer politischer Kreise — bekanntlich hat in der Angelegenheit ein Depeschen- Wechsel zwischen dem amerikanischen Senator ßorah und dem gegenwärtigen Leiter der auswärtigen Augelegenhciten Rußlands Litwinow eine Rolle gespielt — aus der Haft entlassen. Wie der J.-T.-A.-Vertreter erfährt, ist dieser Erfolg nicht zum wenigsten auf eine Aktion Berliner Kreise zuriiekzufähren, f ührende jiidisehe Persönlichkeiten Berlins wandten sich an den Staatssekretär Dr. Weißmann mit der Bitte, beim russisehen Botschafter Herr Krestinski zugunsten der Vorhafteten zu intervenieren. Botschafter Krestinski hat dieser Bitte entsprochen und die Moskauer Regierung über die im Ausland mit Bezug auf das Schicksal der verhafteten Rabbiner entstandenen Besorgnisse inlormiert. Gestern nun hat Botschafter Krestinski Herrn Staatssekretär Weißmann milgeteilt, daß die Intcrvention von Erfolg war und daß die Verhafteten nicht nur aus der Halt entlassen wurden, sondern daß auch das gegen sie cingeleitetc Verfuhren eingestellt wurde, so daß es zu einen! Prozeß nicht mehr kommen wird. Offizielle Mitteilung• über die Auflösung der ״Jewsekzija“. (J. T. A.) Die . von der Jüdischen Telegraphen- Agentur vor einiger Zeit bereits mitgcteilte Auflösung der ״Jewsekzija“ (jüdische Sektionen der kommunistisehen Partei) durch das Zentralkomitee der kommunistiselten Partei Rußlands wild nun offiziell bestätigt. Die in'Minsk erscheinende jiddische kommunistische Tageszeitung ״Oktiabr“, die diese offizielle Mitteilung bringt, schließt hieran die Bemerkung, daß die Auflösung der Jewsekzija eine Maßnahme, ist, die mit der allgemeinen Reorganisation der Parteimaschineric in Zusammenhang stellt. Die Zeitung stellt fest, daß die Auflösung der jewsekzija auf die jüdischen Kommunisten cloprimicrend gewirkt und Aeußerungen der Unzulriedenhcit hervorgerufen hat. Die Zeitung meint, daß viele jewsekzija-Mitglieder die Lage falsch beurteilen, wenn sie glauben, daß nun die jüdische kommunistische Tätigkeit eine Schwächung׳ erfahren wird. Wir können uns eine Panik nicht gestatten, fährt die Zeitung־ fort; ,wir müssen gegen Stimmungen dev Enttäuschung, ankämpfen. ״Oktiabr“ schließt: ■Mit der Abschaffung der Jewsekzija wird sicli die Lage der Juden im Sowjetreich sowolrl in legaler als auch i!1 wirtschaftlicher Beziehung zweifellos verbessern, weil nun an Stelle der Jewsclczija die kommunistische Partei selbst an den Augelegenheiten des jüdischen Lebens interessiert sei und so auch die direkte Verantwortung für die Arbeit zum Wöhle der jüdischen Bevölkerung tragen wird. Anklage gegen den Rabbiner von Nen-Slatopol. Moskau, 5. *März. (J. T. A.) Der Rabbiner von Ncu-Slatopol. dem Hauptorte des zweiten autonomen jüdischen Rayons in der Ukraine, wurde unter der Bescliuldigung. Lebensmittel gehamstert zu halten, vor Gerieht zitiert: der Prozeß wird in kurzem stattfinden. Line der von der Clmrkowor jiddisch-kommunistischen Zeitung ״Stern“ in die jüdischen Wohnorte und Kolonien entsandte sogenannte ..Angriffsbrigade“ behauptet, daß sie das Haus des Rabbiners durchsucht und 100 Pud gehamsterten Weizens beschlagnahmt hat. Eine andere .,Angriffsbrigade“ des ,,Stern“ teilt mit, daß sic bei der Durchsuchung der Synagogen in Schmclnik, Bezirk Winitzn, mehr als 100 Goldringe und zahlreiche SiJbcrgogcnslünde vorgefunden und beschlagnahmt hat. Sie behauptet, daß diese Gegenstände individuellcr Besitz einzelner Juden ist, die ihre Wertsachen in den Synagogen verborgen halten, um der Zahlung der rückständigen Steuern zu entgehen. Tn der letzten Woche wurden in einer Anzahl Städte der Ukraine, so u. a. in Bclo-Zcrkow, Bahn, Heisin und Ölewsk, 17 Synagogen beschlagnahmt und für weitere Andachtsübungen geschlossen. Frankfurter Protestvcrsammlung der drei Konfessionen gegen die Rcligionsvcrfolgung in Rußland. (J. T. A.) Die Deutsch-evangelische Volksvcrcinigang, das Katholikcnkomitcc und der Zentralvcrein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens veranstalteteil Mittwoch abends eine gut besuchte Proteslkundgebung gegen die Rcligionsvcrfolgungcn in Rußland. Kirchenrat Kübel 110b hervor, daß es sich bei dem Protest der religiösen Kreise gegen die Rcligionsverfolgungcii in Rußland nicht um Probleme der Politik oder Wirtschaft handle, sondern mir um Fragen der Gcsittung und Religion. Der Redner schilderte die gesetzgeberischen Maßnahmen der Sowjetregierung, die durch die Verwaltungsorgane noch mein• verschärft würden. Auch die wirtschaftspolitischen Maßnahmen, besonders die Einführung •der Fünftagewoche würden die Scliwierig'keiten für das religiöse Leben noch vermehren. Der katholische Stadtpfarrer ■ Dr. Herr verlangte eine Toleranz, die ihren Ursprung in der christlichen Gemeinschuft und der in ihr lebendigen Liebe habe. Als letzter Redner betonte Rabbiner Dr. Lazarus die dem Gläubigen von G-tt anfcrlcgtc Pflicht der Warnung, da jeder der Hüter seiner Brüder sei. Auch für Deutschland müßten -die ׳ Ereignisse in Rußland eine Mahnung sein, zu erkennen, daß die Bekenner der Religionsgemeinschaften viel zu lange nur licbcneinaclcr gestanden hätten. Die Protestkundgebung aber habe die Gemeinsamkeit der Religionen erneut erleben lassen. Interkonfessionelle Protestkundgebung in Amsterdam. (j. T. A.) Dienstag abends fand im Amsterdamer Konzertgebäude eine große Protestkundgebung statt, in der Redner aller Konfessionen, katholische, evangelisehe, kalvinistische und jüdische Geistliche das Wort ergriffen. Man beschloß einstimmig־ die Annahme einer Entschließung, in der lebhafte Entrüstung über (las religionsfeindliclie Vorgehen dev Sowjetbchörden zum Ausdruck gebracht und die niederländische Regierung aufgefordert wird, sich mit den anderen׳ Regierungen über gemeinsame Schritte gegen die Religioiisvcrtolgungen in Sowjetrußland zu verständigen. Heiulerson über die kommunistische Propaganda ia Palästina. (J. T. A.) Das konservative Untcrhausmitglied Sir Kiugsley Wood richtete im Unterhaus an eleu Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten Artur Hendcrson die Frage, ob ihm der in halt der soeben veröffentlichten Proklamation des Präsidiums des Zeutralexekutivkomitces in Moskau bekannt sei, in der davon die Rede ist, daß in Indien clas Terrorregime vorstärkt wurde, daß in Südafrika die Neger unterdrückt werden und daß in Palästina Pogrome gegen die Araber organisiert werden; ob der Außenminister beabsichtige, bei der Sowjetregierung Vorstellungen wegen dieser Proklamation zu erheben. Außenminister N. Hcndersou erwiderte: Ich habe einen Pressebericht Uber die in Rede stellende Resolution des Präsidunm der Komintern gelesen, aber wie ich schon in meiner Erwiderung׳ vom 17. Februar ausführte, glaube ich nicht, daß solche Statements irgend eine ernstere Aufmerksamkeit vordienen. liefern ihr nahrhaftes Fett zur Kunerolerzeugung. Vom Pressen der Früchte bis zum Verpacken des gebrauchsfertigen Kunerols steht die Herstellung unter slreng ritueller Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners 5.Ehrenfeld zu Mattersburg. Kunerol kann von jedem Strenggläubigen ohne Bedenken zur Zubereitung von Milch- und Fleischspeisen verwendet werden. 100% REINES KOKOSNUSSFEIT Nachrichten |(a Diätetik und rituelle Kost. Unter obigem Titel hält der bekannte Ernährungs* Wissenschaftler LJniv.־Prof. Dr. Wilhelm Schlesinger am 26. März im Doktor־־Krüger*Heim, II., Malzgasse 7, einen Vortrag. Mit diesem Vortrag wird zum erstenmal in Wien von einem prominenten Fachwissenschaftler der Versuch gemacht, die jüdisch־ritueUe Kost vom Stand־ punkte der modernen Ernährungswissenschaft zu be־ leuchten. Der Vortrag, dem man in allen jüdischen Kreisen mit gespanntester Aufmerksamkeit entgegensieht, bildet gleichzeitig die Eröffnung der j ü d i s c h ־ r i t u e 1־ len K o c h k u r s e, welche, vom Stadtschulrat konzes־ sioniert, im Doktor־Krüger#Heim, Zentrale für jüdische Mädchenerzichung und Fortbildung, anfangs April eröffnet werden. Die Generalversammlung des Dr. KrUgerHieims (früher ElisabethsHeim für Lehrmädchen und jugendliche Arbeiterinnen) findet Donnerstag, den 3. April, 18,30 Uhr, II., Malzgasse 7, statt. Zagreb. Innerhalb der jungen ■Zagrober or.th. Genieinde wurde eine Aguda-Gr tippe gegründet. Der musterhaften und rastlosen Agilität des Herrn Hessel, des jugendliehen ׳Fiührers der dortigen Orthodoxie, ist es zu verdanken, daß an die Gründung der Gruppe her amgetre teil werden konnte, welche am ,Salbbat-Schokolini statfcfand. Zn dieser Gelegenheit entsendete die Landcs-zentrale der Ag. Jis. in Siiibotica den Vorsitzenden ihrer Propaganda- Kommission,!Herrn I. Engländer.!Er verstand es, samt- Hohe Mitglieder der Gemeinde für die Idee der Ag. zu gewinnen und wurde die dortige Gruppe mit großer Begeisterung konstituiert. Zum Obmann wurde einstimmig Herr Josef Engelsratli, zum Sekretär Herr Leo Hessel gewählt. Leiter der Keren Hatauro-Sektion ist Herr Arpad Büchler, der auch ,bisher in dieser Eigenschaft erfolgreich tätig war. •Da die Leitung noch durch Herrn lsr. Hirsch u. v. a׳. ergänzt werden wird, ist mit!Sicherheit atminehmen, daß diese Gruppe für הלט ת קרן התולה und für die Vertiefung des jüdischen׳• Lebens (Ersprießliches leisten wird. Nicht unerwähnt soll cs!bleiiben״ daß am □ש׳ שקלי die!Hälfte •der lAliljotli und!Spenden .zugunsten] des Aguda-ScluilWerkes verwendet wurde. Wie es dem Propheten EHahu auf Erden erging. Nach einer Erzählung des Rabb. Josef Schwarz, Großwardein, gelegentlich einer Hochzeitsfeier nacherzühlt von A. H. Unsere Ahnen erschienen einst mit Mosche Rabbeunu vor dem Throne des Allmächtigen und weinten. ״Warum weint ihr(׳“ fragte G-tt. ״Wie sollten wir nicht weinen, da unsere Kinder schon so lange im Golus sind und dein Zorn ewig zu währen scheint." Da antwortete G-tt: ״Ich würde meine Kinder gerne erlösen, da ich ja selbst mit ihnen im Golus bin, wenn sie nur Buße tun würden. So aber denkt niemand an die Zerstörung des Beth Hamikdasch und jeder geht nur seinen irdischen Vergnügungen nach.“ Darauf erwiderten aber die Väter: ״O, allmächtiger Vater, es gibt ja doch viele unter unseren Kindern, die mit heißer Sehnsucht die Erlösung erwarten. Erbarme dich doch um dieser wenigen willen des ganzen Volkes!" G-tt entschloß sich also, den Propheten Eliahu unter die Menschen zu schicken, um sich davon zu überzeugen, ob nicht doch einige Juden ohne persönliches Interesse auf den Maschinell warten. Frohgemut verließen unsere Ahnen den Thron G-ttes und der Prophet Elinhu ging, um Umschau zu halten. Er war vornehm als Rabbi gekleidet und ging zunächst nach Arad. Da kam er nun zum Prediger und stellte sich ihm als Prophet Elias vor. ״Es freut mich“, sagte der •Herr Rabbiner, ״welchem Umstande verdanke ich das Vergnügen Ihres Besuches'(“ ״Ich bin gekommen, um Ihnen die gute Nachricht zu bringen, daß der Maschinell demnächst kommen wird, um das jüdische Volk mich Erez Jisroel zu führen.“ Das bartlose Gesicht des Herrn Rabbiners verdüsterte sich und er antwortete kühl: ״Ich weiß wirklich nicht, welchen Zweck das haben soll. Wir halien hier Erez Jisroel; es fehlt uns nichts, wir genießen alle Freiheiten, sind reich und mächtig. Probieren Sic gefälligst bei den russischen Juden für Ihre Idee Propaganda zu machen. Für einen Ausflug in das Heilige Land wäre ich wohl zu haben, aber dauernd möchte ich nicht dort bleiben.“ Traurigen Herzens verließ Eliahu' das Haus des Rabbiners und setzte seine Reise fort. Er kam in ein Dorf zu einem jüdischen Gastwirt, von dem er wegen seines würdigen Aussehens sehr freundlich empfangen wurde. Als der Schenker hörte, wer sein Gast sei, nahm er die Nachricht von der bevorstehenden Erlösung mit unbegrenzter Freude •auf. ׳Elialiu dachte, daß er da nun endlich jemanden gefunden hätte, der wirklich sehnsuchtsvoll auf den Messias wartet, und fragte den Wirt: ״Sage mir doch, warum du dich so sehr über das bevorstehende Kommen des Muschiach freust'׳׳“ Da antwortete der Schenker: ״Rebbeleben, wie soll ich mich nicht freuen, ich wohne schon lange liier im Dorfe und halte hier ein schönes Fortkommen. Da kam ein anderer Jude und eröffnete mir gegenüber ein Geschäft, und nun gehe ich zusehends zugrunde. Nun, da der Muschiach kommt, werde ich ihn ioswerden, da er fromm ist juncl gewiß mitgehen wird, so daß ich weiter hier ohne Konkurrenz bleiben kann.“ Eliahu wurde noch trauriger gestimmt, als er es durch seine bisherigen Erfahrungen schon war, und wollte schon seine Mission beenden und zu G-tt zurückkehren. Du fand er aber doch in der Nähe noch einen reichen Gutsbesitzer, der als religiöser Mann galt, stellte sich ihm vor und erzählte ihm von der nahenden Erlösung. Als der Gutsbesitzer dies hörte, ließ er die besten Weine bringen und tanzte vor Freude. Da meinte nun Eliahu, endlich doch einen Juden gefunden zu haben, der sich ohne persönliches Interesse auf die Ankunft des Messias freute. Aller mißtrauisch, wie er nun schon einmal geworden war, fragte er ihn dennoch, warum er sich auf den Messias , freue. ״Rehbeleben“, sagte der Gutsbesitzer, ״wie sollte ich mich nicht freuen, die Wirtschaft geht schon seit einigen Jahren sehr schlecht und eine Mißernte folgt der anderen. Wenn ich aber Cbaserim halten *dürfte, würde meine Wirtschaft ganz anders aussehen, da man an diesen Tieren viel Geld verdienen kann. Nach dem Gesetz der Thora darf ich das nicht tun, ich habe aber in einem Buche gelesen, daß nach dem Erscheinen des Muschiach Chaser erlaubt sein wird. Wie sollte ich mich also nicht freuen(“ Bitter enttäuscht verließ der Prophet auch diesen Ort und wollte schon mit seinen traurigen Erfahrungen in den Himmel zurückkeluen. Da ■fiel ihm aber ein, er könnte es vielleicht doch noch hei den Cluissidim proliieren. Diese sind ja doch ganz andere Menschen und es dürften unter ihnen Ansclie Eines zu finden sein, die ohne Interesse auf die Ankunft des Muschiach hoffen. Er kam nun in die nächste Stadt in ein chassidisches Beth-Hamidraseh und traf dort einige Batlonim, die gerade nach dem Morgengebete die Reste eines Tikun verzehrten. Sic begrüßten ihn ehrfurchtsvoll und als sie seine freudige Botschaft erfuhren, fingen sie an zu tanzen, nahmen ihn in die Mitte und tanzten mit Lobliedern um ihn herum. Als sich dann ihre Begeisterung־ legte, tranken sie .ihm zu ״Lechajim, der Goil Zedek soll nur bald kommen!“ Da fragte nun Elialiu: ״Saget mir, meine Kinder, warum freut ihr euch über das Kommen des Muschiach?“ Der Aelteste unter ihnen antwartete sofort: ״Der Golus ist schon nicht mehr zu ertragen, früher durfte jeder von uns seinen eigenen Branntwein brennen, das war eine gute Welt, wo man ein bißchen Getränk mit dem Vorgeschmack vom Gau Eden billig haben konnte. Jetzt aber ist das verboten und das Getränk, das wir jetzt teuer kaufen müssen, ist ungenießbar. Unser Robbe aber hat gestern bei Sehalesch Sudclos gesagt: Wenn der Muschiach kommt, clas wird eine wahre Oilom ilatikuu sein, dann werden wir gute Getränke bekommen!“ — Als Elialiu dies hörte, eilte er zurück zum Himmel. ***t;1t^,nrr1mOTwr0*CTa׳jt1a■ Mus cVergangenheit und Qegenwart. Gorki schreibt eine Geschichte des Antisemitismus. (J. T. A.) Maxim Gorki, der große russische Dichtor, der gegenwärtig zur Wiederherstellung seiner Gesundlicit in Sorrent lebt, erklärte Pressevertretern gegeniiber, daß er sich gegenwärtig׳ mit zwei größeren historischen Forschungsarbeiten befasse. Die eine, die schon binnen kurzem in Rußland erscheinen wird, hetrifft die authentische Geschichte des Beilis-Prozcsses und der Blutlügepkampagne, durch die der Prozeß seinerzeit künstlich hervorgerufen wurde und eigentlieh ein Prozeß war, für den die Antisemiten des zaristi-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.