Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 11 (14.3.1930)
- Date
- 1930-03-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 11 Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11 Schulgebiete in den letzten Jaliren aufvveisen, sich würdig zeigen können. Der Unterschied ist nur, daß die Budapcstcr und die Berliner wie noch unzählige andere kleine und große Kultusgemeindeu dies aus eigenen Mitteln machen, hingegen in Wien — wir wollen das Kind mit dem richtigen Namen benennen — in Wien beschleicht die Kultusgemeinde angesichts einer solchen Entwicklung die Angst, daß man solche Entwicklung auf Kosten der Kultusgemeinde erstrebt. Wenn auch schon diese Entwicklung beängstigen muß, so können wir doch nicht verschweigen, daß das orthodoxe ־Schulwesen noch ganz andere •wertvolle Institutionen anfweist. Da ist die große Religionssclmlc Je s s 0 d ■e H a t h 0 r a, da sind die vielen Chadarim und Talrnud-Thoras, in denen — das jüdische Herz frohlockt, wenn man daran denkt — Thora gelernt wird, Thora,, wie unsere Väter sie in ihrer Jugend gelernt haben; Thora, so wie jüdische Kinder dieses Lebenselexier zu allen Zeiten in ihre junge Seele aufgeiioimnen haben. Und alle diese Institutionen machen einen •furchtbar schweren Kampf um ihre Existenz mit. Die Jugend wird in Wien mit allen Mitteln der modernen Propaganda gelockt und verleitet. Es ist schon eine ungeheure Leistung, das jüdische Kind in eine Talmud-Thora zu bekommen und noch eine größere, es in der Talmud-Thora zu behalten. Die Wiener große Kultusgemeinde aber mit ihrem 6-MiHionen-:Budget blickt mit Angst auf diese Entwicklung hin. Sie könnte auf Kosten des Gemeindesäckels gehen. Die orthodoxen Vorsteher wissen es wohl, warum sie nicht in öffentlichen Versammlungen Rechenschaft über ihre Tätigkeit in der Kultusstube abgeben. Sie wiirden es kaum rechtfertigen können, daß sie angesichts dieses unleugbar vorhandenen Bedürfnisses nach in unverfälschtem religiösem Geiste geleiteten Erziehuugsstätten mit solch unzulänglichen Resultaten vor der jüdischen orthodoxen Oeffentlichkeit erscheinen müßten. Sie erscheinen lieber nicht. Wir hoffen, daß unsere Vertreter in der Kultusstube noch im letzten Augenblick ihre Stimme — und ihre Stimme ist gewichtig, denn sie repräsentieren die Wiener Orthodoxie — erheben und für die orthodoxen Betliäuser wie für die religiösen Schulen im Voranschlag für das Jahr 1930 jene Summen erwirken, die würdig der Leistungen jener!Institutionen und würdig einer Gemeinde sein sollen, die sich nicht nur gemäß ihrer Statuten, sondern nach eigener Ucberzeugung zumindest in ihrer Majorität als K u 11 u s gemeinde bezeichnet. Hi mangee sei isi Zahl 1286 ex 1930. Stipendien für Krankenschwestern-Elevinnen. Der Vorstand der Israelitischen Kn Itusgemeinrle Wien hat beschlossen, an jüdische, die österreichische Staatsbürgerschaft besitzende F r e cj 11 e n t a n t i n n e u der Krankcnpflegesch nie •der Oestcrr. Gesellschaft vom Roten Kreuze z w e i S t i p e n d i e n i 1h R e t r a g e v o n j e S 1200 w ü 11 1־ e n (I d c s e r s t e n L e 11 r j a!1 r c s u n rl v o n j c S 600 w ii 11 1• o n d d e s /.weiten n 11 d d r 11 ו e 11 Le 11 r j a 11 r e s u 11 d d r e i S t i p e n d i e n im betrage von je S 600 während des ersten Lehrjahres und von je S 300 während des zweiten und dritten Lehrjahres zur Verleihung ־zu bringen. Die FrequenUintinnen erhalten während der ganzen Ausbildungszeit freie Station in der Krankenpflegeschule. Der Bezug ries Stipendiums durch die ganze Ansbildnngszeit wird von den durch <1 i0 vorschriftsmäßigen Prüfungen luichzuweisoiwlen guten Lernerfolgen ־ abhiingig gemacht. Die mit einem Stipendium Bedachten haben sich zu verpflichten, als Pflegeschwestern im Spiiale der in der Versorgungsanstult der Israelitischen Kultusgemeinde durch mindestens drei Jahre tätig zu sein. Die Israelitische Kul'tusgeineinile Wien wird sieh unter noch näher bekanntzugebeuclen Bedingungen verpflichten, den mit einem Stipendium Bedachten die den Cesaintbezug des ihnen verliehenen Stipendiums übersteigenden Ausbildungskosten in der Krankenpflegeschule der Oesterreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuze? in dem Falle rückzuerselzon, daß die Stipendistinneu tatsächlich eine dreijährige Dienstzeit als Pflo.goschwester im Spitale .oder in der Versorgung«- anstalt der Israelitischen KuU.usgcmeuK.lc zurUcklegen. Bewerberinnen wollen ihre mit den Personalelokunienteu und der Bestätigung, daß sie um die Aufnähme in die Kvankenpflegescliule der Oesterreiehischeu Gesellschaft vom Roten Kreuze angesuclit haben, versehenen Gesuche b i s spät e s t e 11 s 15. A p r i 1 1930 in der Amtsdirektion der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien, 1״ Seitenstettengasse 4, *III. Stock, einbringen. Daselbst sind die Aufnahnisbedingiingen der oberwiiluiten Krankenpflegeschulc unentgeltlich erhältlich. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien. Wien, 10. März 1930. Aus der P I e n a 1־ s i t z u u g d es Kultus v'o r- Standes vom 27. F e h 1־ u a 10־19 ־: la der unter dein Vorsitze des Präsidenten Generaloberstabsarzt Univ.- Prof. Dr. Alois Pick am 27. Februar 1950 abgchaltenen Plenarsitzung des Vorstandes der Israel. Kultusgemeinde Wien wurde vom Vizepräsidenten Dr. Löwenherz über den Antrag der ״Finanzkommission" berichtet, die ״K r e d i t k n s s u f ii r j ii rl i s c• he Kl e i 11 g e w c r b etreibende" durch die Zeichnung von Anteilscheinen in die Lage zu versetzen, ihre so überaus verdienstvolle und segensreiche Wirksamkeit nicht nur aufrecht er- שומן TEMrVO $ כשר של ססח .(תחת השגחת הרב ר׳ ישעי סורסט שיסשוהס Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwiirden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! Blaiwlns Carl Vereinigte Margarine- und BotteiM! Ul. halten, sondern auch erweitern zu können. Der liefereut wies darauf hin. daß diese Kreditkassa seinerzeit über Anregung und durch die Bemühungen des seligen Oberrnbbiners Dr. Chajcs und der Mitglieder des Kultusvorstancle.s, Direktor Epler s. A. und Börscrnt Glück aus den Mitteln des ״American Joint Distrihulion Commitee“ begründet wurde. Seit dem Ableben des sei. Obcrrabbiners stellt Herr Börserat Glück un der Spitze dieser Institution, die, vorzüglich verwaltet, mit sehr geringen Regien arbeitet und im abgelaufenen Jahre allein zirka S 330.000 an 750 Parteien Kreditbewilligiingen vorgcnoninien hat. Finanzreferent, Regierungsrat Dr. Oppenheim, berichtete, daß er seitens des von ihm zur Prüfung der Gebarung entsendeten Vertrauensmannes überaus zufriedenstellende Berichte erhalten habe. Mit dem Ausdruck des Dankes für die um die ״Kreditkassa“ bemühten Funktionäre und Organe wurde beschlossen, Anteilscheine im Betrage von S 20.000 zu ־zeichnen, wodurch in Anbetracht der noch seitens des ״American Joint Distribution Commitee“ zu gewürtigonden weiteren Förderung die Leistungsfähigkeit der ״Kreditkassn“ wesentlich gehoben wird. Gleichzeitig wurde* beschlossen, aus der Mitte des Kultus- Vorstandes zwei Mitglieder in den Vorstand und zwei Mitglieder in den Aufsiehtsrat der ,,Kreditkassa“ zu entsenden. Auflegung des Reclmungsbesclilusses pro 1929. Z. 1787 ex 1930. Seitens des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien wird die Auflegung des Rechnungsabschlusses über die Einnahmen und Ausgaben der Israelitischen Kultusgemeinde sowie sinntlieber unter der Verwaltung der Kultusgemeinde stehender Fonds und Anstalten für das Verwaltungsjahr 1929 gemäß § 92 des Kultusgemeinde-Statutes hieniit vorlautbart. Einsichtnahme und Vorbringung von Erinnerungen durch Gemeindemitglieder binnen 14 Tagen vom Tage dieser Kundmachung an gerechnet in der Amtsdirektion der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien,!., Seitenstettengasse 4, TII. Stock. Wien, 14. März 1930. Voranschlag 1930. Montag, den 17. und Mittwoch, den 19. um )48 Uhr abends finden öffentliche Plenarsitzungen des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde statt. Tagesordnung: Voranschlag 1930. Leüensversicherunos - Gesellschaft Gegründet 1882 Gegründet 1882 VersidngiManil Ende Mai 1929 2000 Millionen Säillllng im Jahre 1928 . 9?1/־ Millionen Hing Tätigkeitsfeld der Gesellschaft: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polenjugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten issseitnur ELKA-Brot aus der unter Aufsicht der Adas Jisroel stehende* DAMPFBACKEREI LEDERER &KOHN Betrieb: Wien II, Hollandstraße 7 Telephon R-47-4-95 Verkaufslokal: II, Große Schiffgasse 16 Telephon A-41-7-45 Verkaufstelle für den IX. Bezirk Glaserg. 10 / Tel. A-10-6-5 Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 14. März 1930 werden bei dem um 6 Uhr beginnenden Abendgottesdienste in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: 1״ Scitenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. M. Grünwald); IX., Miillnergusse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz): XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwnng). Samstag, den 15. März 1930 findet beim Morgengottesclieuste (Beginn 8 Uhr 30 Minuten) im Gemeindetempel XXL, II01zmeistergas.se 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann) ein exegetischer Vortrag statt. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Am Samstag, den 15. März 1950, um 5 Uhr ׳nachmittags, findet der J u g e n tl g o 11 e s d i e n s t für die israelitische Schuljugend in der Gemeinde- und Bezirkssynugoge statt. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Z. 1791 ex 1950. Wien, 10. März 1950. Den Produzenten und Konsumenten von P c ssuch-Kosclicrmilcli wird zur Kenntnis gebracht, daß für die rituelle Verläßlichkeit nur solcher Koschermilch Gewähr geleistet werden kann, welche in Flaschen verabreicht. wird, die mit einem Siegel des ehrw ü r d i g c 11 R a b b i 1111 I e s der i s r a 0 1 i t i s c: 11 e n Kultus g e m e i 1ul c W i c n versehen sind. Nähere Auskünfte werden erteilt im Kultusamte der israelitischen Kultusgemeinde Wien, L, Seitenstettengasse 4. Der Vorstand. Schomre Schabbos. Der im Jahre 1909 gegründete Verein der Sabbatfreunde ״Schomre Schabbos“ hat sein neues Sekretariat in Wien, 11״ Leopoldsgasse 16, Tel. 11-40-0-80, eröffnet. Der Verein vermittelt kostenlos sehabboshaltcndes Personal jeder Art und hui es sicli zur Aufgabe gemacht, schubboshaltendc Kaufleute, Gewerbetreibende und Handwerker in ihrem ־schweren Konkurrenzkampf zu unterstützen. Dus Sekretariat übermittelt uns folgende interessaute statistische Daten: ln den Monaten Jänner und Februar 1950 wurden in Wien 29 Posten vermittelt. Hievon entfallen 17 auf männliche und 12 auf weibliche Angestellte. Die Differenzierung nach der Art der Dienstleistung ergibt: 7 Büroarbeit, 2 Verkäuferinnen, 2 Lagerarbeit, 6 Hilfsarbeiter, 5 Verkäufer und 9 Praktikanten. 5 offene Stellen konnten nicht besetzt werden, weil nicht genügend Bewerber angemeldet waren, während 11 Stellengesuche noch einer Erledigung harren. Durch Umfrage konnte festgestellt werden, daß sämtliche Chefs der 29 von uns vermittelten Angestellten mit denselben vollauf zufrieden sind. Nur ein einziger sagte, er hätte noch keine •Gelegenheit, die ׳Fähigkeiten seiner neuen Kontoristin zu überprüfen. Hingegen erklärten drei Unternehmer, sie wären zur Ueberzeugung gelaugt, daß der ״Schomre-Scl1abbos“־Verein tatsächlich nur verläßliches Personal vermittelt und daß sie sich in Zukunft bei Bedarf wieder an den ״Schomre Schabbos“ wenden werden. Hoffentlich werden noch viele zu dieser ׳Einsicht kommen und das Beispiel dieser drei Herren nachahmen. Diesen Daten etwas hinzufügen zu wollen, hieße ihre Wirkung abschwächen. In dieser wirtschaftlichen Krisenzeit innerhalb zwei Monaten 29 schabboshaltenden Menschen zu einer Arbeitsmöglichkeit zu verhelfen, ist wirklich eine sehr beträchtliche Leistung. Aber woher fünf unerledigte Posten? Wissen die Angestellten nichts von der Existenz dieser kostenlosen Stellenvermittlung?!Dann sollten sic sieh aber gleich vonnerlten;lassen und für Bekanntmachung in ihrem Freundeskreise sorgen. _ Tierschutz und Schächtfrage. Bei der ■jüngsten Tagung des Tiersohutz'verehies traten•!Präsident Dr. M e 1 k u s und Dr. .1 e 1־ z a b c k gegen die Bestimmung des neuen Gesetzentwurfes auf, •daß bei der;Behandlung des Thieres ■die aus wissenschaftlichen oder religiösen Gründen erfolgte, der Tatbestand der Tierquälerei uiciht gegeben sei. Ebenso!haben sich erst jüngst die älterbedeutendsten Juristen dafür ausgesprochen, daß Schächten überhaupt keine Tierquälerei beinhalte. ׳Die armen Tierschiitzier, die gegen Jagd, ■Pferderennen und ■die •grausamste Tierquälerei, das Sohweinestedien (ich zählte bei ׳einem solchen in ׳meinem Wolhnlnanse 18׳ blindwütige Stiche) nicht •auftreten, weil sie sonst ihren ganzen!Anhang (verlieren würden,!verlegen sich auf das Schächten. Daß die Herren nicht wissen weilen, daß •das ׳jüdische!Religionsgesetz die Rechtspersönlichkeit des Tieres (wie!sich Herr!Nationalr!at Wagner ausdrückt) schon, vor ׳Jahrtausenden weitestgehend anerkannt hat, wollen •die Herren auch nicht wissen.! u r iuiissi u uuuiuuuuiuuiiiutig 5Ä40 Wien, II., Malzgasse 7 ]?ÄS HNpMfBg&SS; Sabbathaltende fördert die Sabbathaltende« I : 6975187131