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Jüdische Presse · 1930-03-07 · 10 (7.3.1930) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
10 (7.3.1930)
Date
1930-03-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE PKF.SSF i\r. 10 die in■ d׳c11 letzten Jailmzehiiien aM׳!t1 ii*'; 1 ic 11 •immer sieghafter und• rücksichtsloser stich irervordrängeirde Richtung in der iiiigadschen Orthodoxie für diejenigen bereit hält,'die Ihr nicht■ ganz äuge 11 dl’m sind. Nach d׳c1m Schluß ictrcr t1tmmdt׳tt<ar!!®clh< verlauifen-eti Vorniittagssitzirng erhUelt idh aber die zweite Lektron. Iclt begegnete ■nämlich dem seligen Schuldirektor Jakob Gitibel ז״ל aus Großwaddein, einem längstbewälhrten Vorkämpfer der ■Orthodoxie in Wort und ׳Schrift,■derselbe bat ׳niiich, daß ,ich ihn begleiten möge, dettlu er •hlalbe ■mir etwas zu sagen. Ich erfüllte diesen iWittnsch, und da sprach (er nun zu mir: ..Sehen■ Sie, lieber Freund! Stic sind ■ncch ein blutin!bezug auf ״Propheter.'Wtm“ >;<11norlud’b ■m,eines ,teuren מחנה erhalten. . iUnd Ich eriunerte mich wehimiitig , an die Worte meines ■F'rcuu/d'es bei der Eröffnt! iigssiitzung: ,jDu Narr! Auch du weinst ■vor Rührung. Wart' nur ein bißchen, du wirst noch■ zu lachen haben!“ Ja. ,ich ,hatte schon ■worüber zu lachen, über mit Tränen in den Augen. O du mein• tetries Scliikla, du mein teures Krähwinkel! O du sau et a sinip ■1 >i c i t a s! 01 flflCflftlCHTEtt |@ junger Mann von zwanzig und etlichen Jahren: Sie haben noch rei:ch׳!ie)1 Zeit dazu, ihm hi die orthodoxe Landesrepräseiiitamz hitieiiinzuikoirmien. ■Sic 'können ׳noch giamz tgcdtrldig sechs Jahre, •eventuell auch zweiuia׳! siechs Jahre warten: auch daun werden Sie ■noch ein junger Mann sein. Und bis dahin wird man an Ihre jetzige .Geschichte gewiß schon vergessen haben. Ich■ aber habe schon längst den Zeniitli meiines Lebens üiberscbrittcn und habe eine vierteljahrhuudiertige öffentliche Vergangenheit hinter ,mir, und während dieser Zeit habe ich s0׳ manchen Die bst für die Orthodoxie geleistet, und ■jejizf will man ח rieh nicht in die orthodoxe Landesrepräsentauz hi'ticiii'Ussen. Und hieran sli n d S ti, e. H e r ,1־ R 1a׳ib ,b ■i in e■ r. s c h u 1! d.“ (Ais ich■ denselben erstaunt u,nd 1v!cr!stä11dnis!!os aublickte, setzte er seine Worte fort■: .,Ja, SJie sind daran .schuld. iUcmi in Ihrer Bi'oscliiire über dCc Errichtung .einer orthodoxen Liehrerpräparandie beantraigcn Sie, daß ntiau mit Rücksicht darauf, daß In Großwatdelu sich schon ohnedies eine orthodoxe •Burgerschule befindet, diese Präparandie <10r.tselbst errichten und mixüi als Direktor derselben berufen soll. Daher erklärte nun der;M ....... er Ra:w (es wtar dies der Anführer der dtassidisolieti Richtung), daß nicht nur Rabbiner, die solch gefährlichen :Pläne hegen oder damit sympathisieren, sondern auch ׳ich nicht in die• Laudesrepräsemanz luueinkommeu dürfen, da auch ich חשוב ברבר bin.!D,a hatte ich nun meine zweite Lektion. Aller guten Dinge sind ,aber drei. Und so sollte ic.'h ani Nacihimlttag, Im Laufe der Schlußsitzung, auch noch eine dritte Lektion ׳erhalten. Herr Direiktor Gabel uäiinlieli, dem der M.er Raw זצ״ל!!Kzwischien doch׳!mein Ve'ngehen verziehen hat und der in die Landesrepnisenbanz gewählt werden wollte, sieh nämlich als Schriftführer •der Versa mit bluing ebenfalls mit ein paar Worten verabschieden. ,Kaum sprach •c׳r!aber einige Worte־, erhob sich ein, domicilii gen des Vormittages ii 111111:011 er Tumult: ,,Wir hören Ulm nicht an!“ Unweit von mir stand ein ,junger בעל בי ח den ich noch von der F'1rcß׳burger ישיבה her Ikiaininite lind von dcui• uia/n ln )Rrcßlburig bloß wußte, daß sein Vater■ eine der •größten Bramitwei.'imbreunenoien besitzt und׳ er der bontwenc'ste ,Ko.p! in der •glanzen ישיבה isl, jetzt aber giliiokte ihm ■der große Witirf tt'iid er wurdle — in wcldicm זכית .ob zufolge!seiner geerbten großen Branntweinbrennerei oder •seiner — IBornierthelt, d׳ics wissen w.׳ir firoiliich ulchi —, also derselbe ,wurde in die LabdesrepräseiMiaiKZ gewählt. ,Um aber den gegen idle Ansprache Gabel׳s IPnotictsriereixlen □חסידי gefälil.'ig zai sein, arbeitete auch er .,mit Leib <1111101! Seele, ׳mit Händen und Füßen, mit lanutem Gfeibriill gegen .Gafreih '!Da konnte lieh Hiebt länger an 1m:!ch. liialten und׳ rief ihm au, ,wie oilam doch derartig sich ,gegenüber einem Mann benehmen kann, ,dessen Vcrdiieibste um die iimeressen •der Ortllicdoxie doeh uubestreitbar sind. ‘Hierauf aber erfolgte prompt׳:!die Antwort: ,.Wt׳e?! Biuern solchen . . . soll ich .ztiihöreu?!“ Nun■ wiiedierholte sieh das Spiel: Der Mohr haf s e!1!1 e D i e 11 s t ■e g e t a n, d ■e r!M ■0 11 r k 11 in 11 g e 1h e ■tt! — Ich aber hatte d reif!ach gerütteltes ,M(aß von Belehrung Von der Wiener Agudnh. Im großen Vortragssanle der Agtidas Jisroel-Orlsgriippe iiiulet am Sonntag, den 9• März I. J. um 7 Uhr abends ein Vortrag des Herrn Moritz Spitzer über seine ..lleiseeindriicke bei den Agudisten in der Slowakin“ statt. W ir bitten וחוו piinktliebes Erscheinen. Die I, e s o 11 a I I e mit ihren vielen Zeitungen stellt unseren Freunden allabendlich von halb 7 bis 9 Li 11 r zur Verfügung. Die neueste, änderst interessante Nummer der ..Jngendblotter“. in der das stenographische Protokoll sowie viele photographische Reproduktionen der Kenessio Gedatdo enthalten sind, liegt bereits auf. Außerdem wurde mit der Agndas Jisroel-Jtigendgrnppe vereinbart, daß sie auch Mitgliedern der Ortsgruppe Bücher ans ihrer reichhaltigen Bibliothek, gegen eine geringe Leihgebühr, verleiht. Sowohl die .Bestellung als auch die Abholung kann nunmehr im Lokale der Ortsgruppe vorgeiiommen werden. Es ist dies sicher eine sein• praktische Neueiuführung und es darf wohl mit großem Zuspruch gerechnet werden. Erste jüdische Mädcbenhauptschule in Wien. Wie wir erfahren, fanden in den jüngsten Wochen mehrere Beratungen der Elternschaft der' Wiener Talmud-Thora-Mädehe 11 Volksschule statt, .deren Hauptthema die Erage war, ob an der Mädchen Volksschule mit dem Beginn des kommenden Schuljahres die erste Klasse der .Hauptschule eröffnet werden soll. Nachdem die Elternschaff fast einmütig ihre Kinder an der Talmud-Thora- Schule, die überaus günstige Resultate aufweist, belassen will, so ist der Vorstand des Schulvereiues entschlossen, der vierklussigon Volksschule eine Mädchenhauptschule nn/.ugliedern. deren erste Klasse mit d e m 11 ä. c h s 1 e 11 S e 11 11 1 j a 11 r e r ö f f u e 1 w i r d. A11 der Mädchenluiuptschule wird liebst dem eingehenden jüdischen Unterricht mich noch Erunzös.iseli und' Englisch als ohligatonseher Gegenstand unterrichtet werden. Chnssidische Hochzeit in Baden. Mittwoch den 2ö. Februar fand in׳ Baden die Vermähluugsfeier der Schwester des Sadagoraer Rabbi. Großrabbiner M. Fricdmumi של׳יט״א mit Herrn Wolf aus Bieiitz statt. Die irauung wurde von den Ehnv. .Rabbinern Giuzbtirg- Store,/.vnetz, und Hager. Tinste, in Gegenwart von!11111lierteii Gästen, aus W ien, Baden und dem Auslande vorgenommen. Luter den A11 wesenden befunden sieb die hlirw. Großrabbiner von I lusialyn, ■ Kopyezynee und Sndagora mit 'ihren Angehörigen, Reb Mojscliele Friedmanu aus Krakau und in Vertretung des unpäßlichen .Großrabbiners aus C'y.orlkow Rabbi Nueliim Mordecliu.i mul R. Beer Kriedmanu. in Vertretung der Agudazentrale waren die Herren Rabbiner Dr. P. Kolm, Wolf Pappenheim, Rabbiner Moses Blech. Redakteur S. Schönfehl mul ferner die Herren Lipo 'i’ürkl, Jakob März, Markus Hornstein, Jakob llulpern usw. erschienen. Während der Festlichkeiten, deren 111 usikalischen. Teil Herr Prof. Zimblcr aus Wien in uneigc'iiiiiitzigcr Weise bestritt, wurden fiir Wiener und Badener Vereine und namentlich auf Veranlassung der Herren Großrabbiner . aus Husiatyn und Kopyezynee für den Keren liatliora numluifte Beträge gesammelt, (i lerziieiien ׳מזל טיב Rabbinerwahl in Oedenhnrg (Sopron). Sonntag den 2. März wurde in Oecicnburg Herr Rabbiner Dr. Elieser Posen, ein Solm des bekannten Frankfurter Rabbiuatsassessors Posen, au Stelle des vor einigen Monaten ver- ■storbcuen Oberrabbiners R. Me 11a ehern G r ii 11 w a 1 d 3Lus cVergangenheit und Qegenwart. Dr. Meier Hildesheimer über seine * Afrika-Tournee. Rubb. Dr. Meier I I i I d e s 11 e i m e r, Kurator des von seinem Vater Rabbi Esriel Hildesheimer begrün- (leien Rubbinerseininars und führendes Mitglied zahlreicher humanitärer Organisationen, weilte, zu Studienzwecken und zur Anbahnung engerer Beziehungen dor- :tiger Kreise zu jüdisch-kulturellen Institutionen Mitteleuropas etwa drei Vierteljahre in der Südafrikanischen Union. — Vor wenigen Tagen über Ostafrika und Aegypten nach Berlin zuriiekgekehrt, sprach er sich dem J. T. A.-Vertreter gegenüber eingehend über akute Fragen des südafrikanischen Judentums aus. Er empfinde, sagte er, große Genugtuung über (len Empfang, den ihm dort alle Kreise, auch in den kleinsteil Gemeinden, bereitet haben, gab ein Bild vom Yerlauf seiner Turnei‘, auf der er das ganze Land von Kapstadt bis Rhodesia bereist mul mehr als 70 Vorträge gehalten hat. Dr. .Hildesheimer hält die wirtschaftliche Lage für den Schlüssel zu allen anderen Fragen und äußerte sich, von der allgemeinen Luge ausgehend, wie folgt: Das Land, so groß wie fast ganz Mittel- und Westeuropa mit 120 Millionen Einwohnern, zählt mir r4/׳ 'Millionen W'eiße, darunter 72.000 Juden. Diese stammen zu 90 Prozent aus den früheren Gouvernements Kowno und Suwalki (Litauen) und sind last alle in den letzten 30 bis 40 Jahren eingewandert. Johannesbürg zählt 25.000, Kapstadt 12.000 Juden. Die übrigen JudensiedInngon sind über das ganze Riesenland verstreut. Die Juden haben, wie die früheren Persönlich- Leiten des geistigen mul politischen Lebens offen zugegeben, einen Hauptanteil an dem schwer erarbeiteten Aufstieg des Dominions. Sie haben mangels BMagBatBB—8BWBBSa83—■BMBfBWWytB—WBBBBWBWW1WBBKMC5BI heimischer Industrie lebenswichtigen Import organisiert und sind au dem gesamten Warenumschlag von der Quelle in U. S. A., England und Deutschland bis zum letzten Neger auf den Burenfarmen wesentlich beteiligt. Besonders der wirtschaftlichen Erschließung der Millionen Neger lind der Hebung ihres Lebensstandards widmen sie sich und erzielen hier durch ihre größere Vorurteilslosigkeit und angeborene Sprachengcwaiultheit verblüffende Erfolge'. East alle sind selbständige Gewerbetreibende, einige Aerzte und Anwälte, unter diesen der bekannte Rechtsanwalt Cohn, Vertreter des Exkaisers in seinen Entsehädigungsprozossen bezüglich ״Deutsch-Süd-West“, kaum ein Beamter, auf dem Laude vielfach Hoteliers und Gastwirte. Huuptexportartikel sind Leder und Wolle. Durch die mehrjährige Baisse dieser Artikel auf dem Weltmärkte sind die mich in diesem Erwerbszweige an erster Stelle stehenden Juden schwer betroffen, ln der Landwirtschaft gibt es neben zwei berühmten Großfarmern, dem Maiskönig Lazarus und dem Kartoffelkünig Lurje, wenige Juden. y.ur Kulturfrage übergehend, schildert Dr. Hildesheiuier zunächst die Organisation des Judentums. ״Gemcinden“ in unserem Sinne gibt es nicht, nur — wie in U. S. A. — private Synngögenvereine, zusammengeschlossen im ״Board 01' Deputies“. Sein Präsident ist der deutsche Jude Raplmely. Mit größter Bewunderung sprach Dr. Hildesheimer von der vorbildlichen Soliduritiit der Juden Südafrikas. Es gibt kaum eine Mischehe und jeder Neuankömmling findet Rückhalt an Ansässigen. jede kleine Gemeinde lud ihre meist aut geschenkten Boden gebaute, häufig architektonisch die Stadt zierende Synagoge, Lehrer, Kantor, Schächter mul ״Talmud-Thora“ (Religioitsschule), daneben einen ..Jewisii Centre“ (Jugend- und Gemeindehaus) und ״Jung-Israel“-Verein. .Betrüblich ist aber der kulturelle .זצ״ל zmn Oberrabbiner gewählt. Herr Oberrabbincr Dr. Posen, der den neuen, in erhöhtem Maße dem Thoralernen zugewandten Geist der deutschen Orthodoxie repräsentiert, hat an slowakischen Jesdmvot studiert und sich derart der in Ungarn üblichen Lebensführung augepaßt, so daß er sieh während seiner mehrjährigen Lehrtätigkeit in Oldenburg die Sympathien der Gcnioinde erwarb. Bei der nun aktuell gewordenen Neu- Besetzung der Oberrnbbinerstelle glaubte die Majorität der Gemeitule in ihm den richtigen Führer gefunden zu haben. Allerdings fand diese Wahl nicht die Zustimmung aller. An der neuen Sprachschule haben bereits die Kurse für Französisch und Englisch begonnen. Speziell guten Besuch weisen die Kinderkurse auf. Anmeldungen: Sprachschule Dr. Krüger-Heim, 11״ Malzgassc 7. Tel. 11-43-5-40. Der Jazzsänger. Wie wir erfahren, ist es der Firma Hugo Engel Film G. in. 11. II., VII,. Ncubnugnsse, unter größtem Kostenaiifwiinde gelungen, den großen Tonfilm ״Der Jazzsänger“ mit Al Jolson in der Hauptrolle zu erwerben. Dieser Film, der größtenteils im jüdischen Milieu New Yorks spielt, wird eine Sehenswürdigkeit und Sensation dieser Saison bilden und ab Mitte März d. J. in folgciiden Kinos zur Uraufführung• gelangen: Lustspieltlieater-Kino. II.. Prater. Ausstellungsstraßc, Flotten- Kino. VI.. Mnrinhiirerslraße 85/87, sowie im Elite-Kino, I.. VVollzeile 34. S. B. Amtliche Verlautbarungen der Isr. Kultusgemeinde Wien, Animi. Unter den vielen Arbeitslosen, die durch die Ungunst der Verhältnisse in fürchterlicher Not leben, befindet sielt eine große Anzahl j ii d i s c h e r Arbeitskraft e und j ii d i sehe r K r i e g s b eschädigt er, denen es doppelt schwer fällt, Erwerbsmöglichkeit zu finden. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien richtet an die Gemeindemitglieder den dringenden Appell, bei Bedarf von Arbeitskräften aller Art and: der jüdischen Kriegsbeschädigten und der arbeitslosen jüdischen Angestellten ׳und Arbeiter zu g׳edenken. Die F ii r s 0 r g e s t e 11 e n der Israel. Kultusgemeinde haben jeweilig eine große Zahl Arbeitsuchender in Vormerkung. Vorkommenden Falles wolle denselben eine etwaige Vakanz bekanntgegeben werden. Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Frei tilg, den 7. März 19.30, werden bei den um 5 Uhr 50 Mimt teil beginnenden Abendgottcsdiensten in na ebbe- * iKMMiten Gemeinde- und Bezinkssynagogeti Predigten abgehallten, u׳!t׳d zwar: II., Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. M. Grimwald); V., S'icbenbriiimeiigasse 1 a (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer); VL. Schmalzhoifgasse 3 (Rabbiner Dr. J. Drobinsky); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. B-aater); XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht); XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J, M. Bach). Saimstag, den 8. März 1930, findet beim Morgengottesdienst׳ (Beginn S Uhr 30 Minuten) im Gemeindetempel. XV.II1״ Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D- Feuchtwang), ein exegetischer Vortrag statt. Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag•, den 8. März um 5 Uhr nachmittags findet der Jugendgottesdienst für die israelitische Schilljugeiid in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. Tiefstand. Gelernt wird nur bis zur Barmizwah, Die Lehrer, uns litauischen oder palästinensischen Cliedarim stammend, finden nicht das Ohr der ganz im Stil der anglo-nmcrikanischen■ Gymnasien und damit abseits jeder Tradition aiifwachseiiden Jugend, deren jüdischer Bildung auch die Eltern infolge des harten Existenzkamples und der Ueberschätzuag einseitiger Sport- und ״Business“-S(j\ulm1g nicht die erforderliche Aul’merksamkeit widmen. Sabbat und Feste bleiben unbeachtet. Nur in Kapstadt Finden sich schöne Ansätze zur Vorwirklichiuig der Bialiksehen ״ Auneg-Schabbos“-ldee. Hinzu kommt der allgemeine kulturelle Tiefstand, bedingt durch die äußerst dünne Besiedlung des Landes mit Weißen, die klimatischen Verhältnisse und die Rnsseugegeusütze und -Vorurteile. Er herrscht allenthalben Kastengeist mul gesellschaftlicher Antisemitismus, als Folge gesellschaftlicher und geistiger, Isolierung der Juden. Vornehme Klubs oder sonstige Vereiiiigmigen nehmen keine Juden auf, und diese haben es schwer, bei Nichtjtiden Steilung zu bekommen, da .ihr Drang zu schneller Verselbständigung sie suspekt macht. — Auf die Erage nach der Stellung der südafrikanischen Juden zu «Fragen des ״Kelal“ schildert Dr. Hildesheimer die allgemeine herzliche Teilnahme an allen das Gesamt Judentum angehenden Problemen. Es besteht der Drang, jüdische Dinge zu pflegen, und besonders die Jugend, die auf die lediglich geselligen Zwecken dienendeii Jugend vereine angewiesen ist, aber einen frisehen, offenen Eindruck macht und außerordentlich bildungsfähig erscheint, ist eine Hoffnung für eine jüdische Zukunft in kommenden Generationen. — Auf die Frage nach seinem Urteil über die letzten Parlamentsbeschliis.se bezüglich der Eiiiwauderungsdrosseliiug, gab Dr. ■Hildesheimer seiner großen Sorge für die Zukunft Ausdruck: Enmilienbande und Entwicklungsmöglich-

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