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Jüdische Presse · 1930-03-07 · 10 (7.3.1930) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
10 (7.3.1930)
Date
1930-03-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr.!0 Seite 3 JÜDISCHE PRESSE Aus meinen Erinnerungen. Vom Rabbiner Ph. Fischer* am 5äro.spa;t׳aik. Vor mehr denn zwei Jahrzehnten, nach■ dem Ableben -des früheren Kanzleipräses Rabbiner Li p schlitz וצ״ל ־ zwangen mannigfaltigste Verhältinisse dazu, um׳ nach Verlauf von zirka drei Jahrzehnten, die seit der rechtskräftigen Konstituierung der orthodoxen Landesorgamsation vergangen•!waren, wieder einmal eine כנסיה גדולה, Landes- Versammlung sämtlicher orthodoxen •Rabbiner und Gemeinden des Landes e!i11 zu berufen. Man erwartete Großes und Herrliches von der einzuberufenden Landesversammhing. Einen vollkommenen Ausbau der Landesorgamsation, die Schaffung neuer liiist.i'tnt.'otnen >11 «w. iDamal's! >g1Haulb׳te auch ich a׳ls 27־ bis 28jäIrriger •junger!Mann, den שעח הכושר den geeigneten Zeitpunkt dar'ur getroffen zu liaiben, um au׳f eine alte, blutende Wunde des orthodoxen Latidesorganismais .hinzu׳ weisen1: a *11. -fd i •e H e r a n!b 11 düng des L e■ hrerst/andes! Die ungarische Orthodoxie• befindet sich ■ nämlich in ■der beneidenswerten!Lage, ihre Volksschatllehrer aus!Mangel an einer eigenen Bildungsstätte in der ueologen Lehrerpräiparand'ie zu Budapest, von Professoren, die מכף רגל וער ראש, vom!Leiter bis zur letzten Ausliilfskraft, etwa mit ein bis zwei Ausnahmen, stets מחללי שבתות und אוכלי נכילוח וטריפות waren und sind, ja die zum großen Teil׳ ■micht einmal formell! einen jüdischen Haushalt führen, erziehen zu lassen. Was man von eincim so!■ eben Zustand erwarte» kann, ist leicht denkbar. Die or-thodoxe Gemeinde ist noch• glücklich, wenn ihr eigener Lehrer eilte wohlwoiHtehdc ״N ■e tt t ra׳!l i 1 ä!t“ gegenüber ■den ©ml!:- nemesten orthodoxen׳ Interessen zubewahren •sich• bestrebt, aber von echter אהבת הורה und □יראת שמי w'ic man sie bei den. Zöglingen orthodoxer Lehrerbildungsanstalten, zum Beispiel der In Würzburg und Kohr, zu finden pflegt, und womit solche Lehrer als מזכי רבים zu, wirken pflegen, kann dann in der Pegel •keine Rede sein. ׳Auf diese ewig eiternde .Wunde in der!Erziehung legte iah nun •den 1F/!ngcr •in meiner erwähnten׳ (BiroiS'dh'üre, ich;'!legte mit dimer rücksichtslosem Oiffeinihelt mnld; kühmelm Mutt:, wiiie •cs nur ■etin •Achtiatvdz׳wa nz'i'gj'äth.rig;er!wagen »kann, die aus diesem nniheiilvollen Zustand hervorspri'eßenden Schäden bloß und forderte zum Schluß •die zusaimmentretendc Lan׳dcs׳vcrsammlu!ng zur spontanen Beschlußfassung über die Gründung einer eigenen orthodoxen /Lchrenpräparändle auf. Der Blitz schlug ein• Das wahre Wort aus wahrha.ftigem Herzen zündete viel weiter und: tiefer, als ich es zuerst geglaubt hätte. Ich• erinnere nii.ch zum!Beispiel mit Rührung des leider vor ■eh ui gen Jahren allzu früh verstorbene 11 הג׳ מו״ה יואל פעללנער ז״ל iRn-bbänerß m Bei cd, Später zw Sa. Ujhcüy, dieses großen איש אמת und1 orthodoxen Kämpfers, der am 7. Tage der Landeskonferenz sich׳ miir, dem bedeutend'׳ jüngeren Mann vorstellte. und, •meine!Hände erlassend, mit größter Herzensbewegung mir •für mein Aultreten dankte und!mir versicherte, daß ich auch •ihm aus der jüdischen נשמה :heraus geschrieben habe -msw. Ich könnte .noch• viel Aehibliches erzählen, und •doch .hatte mein treuer Anverwandter, der inzwischen ebenfalls verstorbene Int größten Salskammergufi-fi€ c?*6 «!■•־׳* fe ist eine gut ein ge führte elegante Hotel-Pension zu verpachten. 26 Betten aller comfort, großer Garten, reichhaltiges Inventar. — Zuschriften unter ״Kapitalskräftig“ an die Wiener Administration dieses Blattes. Fester הגאון מו״ה יעקב שלום סופר זצ״ר ראב״ד recht, als er amr in! seiner •in ׳Munvkacs am!geeigneten u-rb&inen Wefee in verwandtschaftlicher Aufrichtigkeit und!Anhänglichkeit in bezug auf dieses, mein, erstes öffentliches Auftreten! sagte: ,,)Der ,,!Klopf“ war eine 1 גבורה Aber alles umsonst* du wirst nichts awstübren!!“!'Und;, 011 wie oft, erinnern, mich triste Zustände im Lager der ungarischen Orthodoxie an diese Worte: Da is׳t alles umsonst, ׳da läßt sich •nichts machend Doch zurück zu meinem ersten öffentlichen Auftreten. Ich erfuhr gar bald, daß solches nicht• bloß!Anerkennung fand. Es wurde dafür gesorgt, daß ich׳ gar früh erkennen soll, was ״!Prophetenlohn“ heißt. Doch will ich •den Ereige rissen nicht vorgreifen.!Die große Versammlung fand statt. באמת מה נהדר היתה Die daran tei'ludimen durften, erinnern sich nuiiit tiefster Wehmut des großen׳ Abstandes zwischen damals und heute. Dort oben auf dem Podium, am Präsidiiait'isch, d!i c!Erscheinung wahrhaftig er אתי לבנין Zedern des ׳L'iiban-ons, die iherinlitehe. Gestalt des• ER*.!Koppel!!Reich, und ihm zur rechten und linken Seite R. Moscbeh!Hirsch Fuchs, 1R, Eleasar Lew״ R. Salomo Kanttna- und all die übrigen, seit damals schon• heimgegangenen □גדולי, denen die reinste Selbstlosigkeit vom Gesicht und •die Thoraweisheit aus den Augen strahlte. Tiefste Rührung üb ermannte die aus fünfhundert Rabbinern and Gemeindevorstehern bestehende Versamimliung, als sich •di׳e, ragende Gestalt des R. Koppel׳ Reich •mit dem für die ehemaligen ״!Oberländer“ רבנים s!0 ©11va.ratkt׳ed.s1t!i־sdhen ,,1S'Obii'ttbut“ unidi *Hier ,scihnccweißen Halsbinde empor rieht etc und Iti klaissä.sahotn 1Hebräisch seine Begrüßungsansprache begann. Eine ■tiefe Beweguwg bemächtigte sich der Menge, da der Redner des ׳Umstandes gedachte, daß nach, •einer Pausa von Jalhrzehnten dies der zweite Fall sei׳, daß sämtliche Rabbiner und Gemeiudeivorsteher der ungarischen Orthodoxie sieh versammeln■ und •daß dieser große•!Moment •die Lösung großer Aufgaben; erheische. Tränen schimmerten in vielen Augen, Auch meine- Augen wurden naß. Neben mir aber stand ein lieber Jugendfreund', mit dem ie'11 so manches Semester in Preß'burg und Frankfurt zusammen verweilte, derselbe liebte es und. ,liebt es heute :noch, auch• der ernstesten Sache ein© 'heitere Seite aibzugewannen. Nun wandte sich׳ derselbe zu mir und flüsterte mir in die Obren: 1״Dw Narr! Auch du •weinst? Wart’ nur; du wirst noch zu lachen■ ׳haben!“ Ich!warf •d׳’e׳m Ruhestörer ©iine»! zu׳rech1twois!enld!en! iBllieik ,2111׳, •ulnid doch sollte' derselbe leider das Richtige getroffen! haben. Es folgten nun die hervorragenden Momente der Sitzung nacheinander• Der •Großwardeiner Raw R. M. H. Fuchs זצ״ל erklärte unter lauter Zustimmung einer überwältagenden Mehrheit, daß jeder noch so gewaltsame Versuch der Neolcgie, ׳die Orthodoxie zu •einer Aufgabe ihrer autonomen- Organisation •und zur Gründung einer gemein- EHSSS Wien, II., Malzgasse 7 £i!?äs gegenwärtiger u. ehemaliger Heimschützlinge, Dr. Krüger- Heim (fr. Elisabeth - Heim) liß 118 Sabbathaitende fördert die Sabbalhaltenden! Flasche mit Wein und einen Becher, die Segensspriiche wurden in geschäftsmäßigem Tone gesagt, denn es warten noch mehrere Paare־— und damit fertig־. Unser Paar ging־ wieder zu Full in sein Heim, wo ein frugales Mahl auf dem Tische stand. ״Mit achtzehn Jahren zum Heiraten“, sagt ein Wort unserer alten Weisen. Unendlich vieler Segen liegt in der Verwirklichung־ der Empfehlung־, jung• zu heiraten, denn es bedeutet Förderung einer sittlich reinen gesunden Ehe. Tn Palästina wird im Gegensatz zu den Judenheiten der anderen Länder wieder früh geheiratet. Darum sind hier die traditionelle harmonische Gestaltuug der Ehen und ihre Fruchtbarkeit mit zahlreichen, lebenskräftigen Kindern wieder eine allgemeine Erscheimmg. Diesem Lobe schließe sieh aber eine Beantwortung an die Adresse der Rabbinnte an. Wie die eben gegebene Schilderung• einer Trauung bereits andeutete, wird bei den religiösen Handlungen zu wenig Wert auf das Aesthetische und auf die Stimmung (כונה) gelegt. Wer thoratreu ist, trägt die Stimmung freilich schon in sich. Es handelt sich aber um die Indifferenten, deren zum Kritischen bereite Psyche beachtet werden muß — und das geschieht in Palästina noch nicht und hätte gerade hier Aussichten •auf Einflußnahme, da im Gegensatz zum Ausland, in dem die Arbeit für das Judentum überall dort, wo sie auf den Willen zur Assimilation trifft, ihre Kraft wie in ein Faß ohne Boden versenkt — in Palästina es selbstverständlich ist, Jude zu sein und zu bleiben. Wenn ich ein Rabbiner in Palästina wäre, würde ich bei den religiösen Verunstaltungen, die Marksteine des Familienlebens bedeuten, den Teffiloth in einer Ansprache ihre tiefere Erklärung anfügen. Der Boden für ein Leben gemäß der Thora ist in Palästina viel günstiger als sonstwo in der Welt. Auch der Nichtfromme hat hier den Snbbath als Ruhetag־. Sonntagsruhe, Schächtverbot, christliche Schule, von christlicher Anschauung׳ getragene Literatur und Presse', all dies braucht keinen jaden in seinem Denken und Handeln zu gefährden. Das Land atmet Luft des Judenstammes und wenn die Einwanderung der letzten zehn Jahre auch viel Unjüdischkeit mitgebracht hat, Aveil sie meist nur aus nationalen Motiven in Bewegimg gesetzt worden war, wenn auch die von den geistigea Führern der nationalen Bewegung geschaffene Literatur und Presse viele uujüdische Gedankengänge enthält, so kann dennoch im Milieu Palästinas eine beharrliehe, zielbewußte Propaganda aus dem Blickfeld dev Thora gewiß sein, immer mehr an Boden zu gewinnen. Sicherlich kann diese Einwirkung nur allmählich vor sich gehen, weil die Juden Palästinas heute noch zu verschieden nach dem Charakter ihrer Herkunftsländer sind und dieses Chaos Sclnvierigkciten bereitet. Aber die Zeit zu beginnen, ist bereits da. 1 Alle* diese Dinge berühren selbst die autonome Orthodoxie in ihrer eigenen 'Interessensphäre. Es ist nötig, sich den Unterschied zwischen dem Palästina vor und nach dem Kriege zu vergegenwärtigen. Das türkische Palästina Avar primitiv, abseits dem Weltgetriebe, und die unreligiösen Juden, svie sie die Alliance Israelite Universelle und die ersten Nationalisten gebracht hatten, galten als absonderliche Erscheinung, der man aus dem Wege geht. Heute unter England ist es aber anders. Palästina ist in das Weltgetriebe hineingezogen und die im letzten Jahrzehnt eingeAvanderten Massen stellen zum großen Teil ein areligiöses Element dar, so daß jetzt der Orthodoxie eine an Zahl vielleicht gleich starke, nur national mit dem Judentum sich verschaiftliehe 11 Organisation mit der Neolcgie zu bewegen* an dem vom Gewissen und vonden heiligsten Ueberze-ugungen diktierten Widerstand ׳der Orthodoxen scheitern• wird. ״!Das Tischtuch zwischen um und unseren neologen Brüdern ist e nt zvw eig e sohn i 11 eir! “ schrie der ,Redner mit flarfum enden Worten in die Versa.inmtkmg hinein. Und! die Anhänger der •Unifikation im orthodoxen Lager, die geheimen und offenen Verbündeten •der 11׳e׳o;logen Landeskanzle.i innerhalb der Orthodoxie hatten eine glänzende Schlappe erlitten. Man ging zur Tagesordnung über, zu den- Vorbereitungen ,für die notwendig gewordene Präseswa-M1. ביום השני YFVUinid es tge!s׳c!b,ah ge'LeigeiüliLeib der aim Vormittag des zweiten Tages abgeihal■teilen Sitzung, da metlde׳te sich ein hervorragender גיול, ein ehrwürdiger Greis, ein תלמוד מובהק vom בחב סופר und R. s. R. Hirsch um Wort, Ein ,Ma111׳v, dien als Nikolshurgcr בחור der גאי וחריף עציב R. Salomo Quetttsdr ז״ל in .Leiipnik zuerst veile drei Wochen bei sich hielt und denselben -täglich einige Stunden hinduTclv in ״ ש״ס ופוסקים•herunujagte“ und■ ihm erst -nachher die התרת הוראה gab. Ein Mann׳, der der Orthodoxie uuzählte© große Dienste!leistete. Ich will narr einiges• aufs Gerate wohl heraaisgreifen* Mit; seiner noch heute lesenswerten Broschüre ,׳Olfifen■ •und ehnlicilii!“ Walt• de-nsellibc •seinerzeit!das Gewissen d׳cr Wbltorthod'oxie gegen die an כפירה בעיקרי אמונה grenzende Erklärung der Wiener Gemeind er abbiner in bezug auf ■den Glauben, an משיח uw. gelegentlich des bc 1׳iihinten K0׳n1!per•MGrätz’sehen Prozesses wachgcriit te!lt. Und■ a׳ls später einmal der große Gegner dicr Orthodoxie׳, der Kultarsmiinister Tr dort, i׳t1• einem Erlaß die Schließung sämtlicher ישיבות vc!•ordnete, war es dieser Rabbiner, der infolge seiner pcrsönlidhen;Bekanntschaft •und •Freawi'd schafft mit dem! damaligen Kabinctt-sc-lief in 'Wien, Herrn von Päpay, cs bewirkte, daß ■man von ihm die Eingabe eines Guit־׳ achtens über die ישיבות unmittelbar an die Kabinettska-nztei in Wien verlangte und dann auf ׳Grund -dieses Gutachtens mit• aierböcibster Verordnung due Aimmi'lliernng •jener מידה bewirkte. ■Also •dieser .um■ die •ungarische Orthodoxie hochverdiente Mann-, ein• bereits hoch-betagter Greis ,mit weißem Bart, wollte sprechen. Alber kaum: sprach- ׳derselbe . einige Sätze, da begann schon eine große!Unruhe unter den Trägern der Kaftane ׳und Zsn'bitzes au׳s den Östlichen!-K׳o׳mitaten׳ ׳Zonnp.M11, <B,crog, Ugoc!s:ia׳ •u'siw. ׳Urfid ׳bmld1 ©ntsltaind ׳ein riesiger Tai-maiit: ״Was w!i׳tl der Da t sch׳! Wir hören ihn nickt an! Wlir haben gestern schon genug gehört!“ Und junge Gelbschnäbel! Ln flatternden׳ Zsubitzes, die nicht w ii r -d i g w a r -e n, d!i e Sch u!hr i e Im׳ •e!n j e >11 e s g r e -frs e n!M a 11• 11 e s z u 1-0 s e 11׳, benahmen siehwie -umzügelbare •Rosse. (Es waren .vergessen׳ all dli-e großen 'Verdienste dieses ehrwürdigen Greises. Der Satz: והדרת פני זקן wurde in den!Staub getreten. J a, d' c r IM olh r hat s e i n׳e D i e n s t ■e ge ta jk d e r 1Mo.hr k an 11 g c h e 11! Denn ein großer Bailast •beschwerte die Waage desselben und■ war מטה כלפי חובה!Derselbe war nicht bloß ein נתל בתורה וביראה sondern auch ein klassliscih• •gebildeter Mann und sprach, ein 511err- 1-iclhes Deutsch und mit einer rhetorischen Dik-tion, wie er 1s.ollch1e,s u׳mr •in ׳Niükcilslburg ׳inj dier Sehrul©!S. R. Hirsohs sich amcliigiien konnte.!Und׳ der!ho-chbetagte, ehrwürdige Mann .nmßte sich tieibesclhämt׳ niedersetzen! Nein,! Diese von Ungezogenheit und fanaUisdhem Trotz -zeugende, tiefbeschämende ׳Szene werde ich nie •vergessen. N׳un! erhielt ich diie erste Lektion darüber, was für ׳״P-ropheteiDlohn“ כשר Lebensmittelgeschäft samt feompl. eingerichteter Wohnung mit allem Komfort ist Avegen Abreise überaus günsttg abzugeben Unter ״Sofort“ an die Wiener Adm. ds. Bl. bindende Masse gegeniibersteht. Diese Masse hat vier hebräische Tageszeitungen uncl eine Anzahl periodischer Zeitschriften sowie Theater, Kinos, Untemchtsanstal-;teil und Vortragsveranstnltungen geschaffen. Sie hat auch dem hebräischen Büchermarkt neben eigenen. Schöpfungen zahlreiche Uebertragungen aus der Weltliteratur hinzugefügt. Trotz aller Anstrengungen der orthodoxen Führerschaft läßt sich nicht die Gefahr verhindern, daß ihre Jugend sieht und hört, was außerhalb des orthodoxen Milieus vorgeht, denn dazu sind die anderen heute an Zahl und an Leistungen zu umfangreich. Die Aufgaben, die die Orthodoxie hier zu erfüllen lmt, verlangen aber große Geldmittel. Die Spenden des Aa1slandes müßten sich verzehnfachen! Die Zeiten sind wirtschaftlich sein־ schlecht. Trotzdem würden die notigen Summen fließen, Avenn die orthodoxen Kreise des Auslandes begreifen würden, um avus es in Palästina geht, daß sich hier die jüdische Zukunft, Avie avü• von der Orthodoxie sie verstehen, entscheidend gestalten kann. Denn mit einem klaren idealen Ziele vor Augen findet man die Kraft, an sicli immer noch zu ersparen, indem man seine Bedürfnisse einschränkt. In dieser Hinsicht ist die Judenheit Palästinas ein Muster. 80 Prozent dev Familien Tel-AAviws avohnen zum Beispiel in ein oder ZAvei Zimmern. Oder ein anderes Beispiel: Auch die Familien des Mittelstandes machen in Palästina Familienfeierlichkeiten in bescheidenstem Rahmen, während man bei den Juden des Auslandes selbst bei gleichen Vern1ögens\rerhältnissen in der Regel viel mehr ausgibt und nachher am Gelde für ideale ZAvecke sparen muß. Es läßt sich also immer noch Geld hevausbringen, wenn mir der Wille da ist! T e l - A av i av. S. G . . s. IE1.M 01000031010202013102

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