Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 8 (21.2.1930)
- Date
- 1930-02-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 JÜDISCHE PRESSE Nr. 3 Aus dem Leserkreis. Zur Grtinduug der Samson Raphael Hirsch - Gesellschaft in Frankfurt a. M. Dur di die Presse geht die Nadir idit, daß in Frankfurt a. M. eine neue Gesellsdiaft unter dem Namen Samson Raphael Hirsch's gegründet worden ist Weldien Zweck diese neugegründete Gesellsdiaft verfolgt, geht aus den Zeitungsberichten nidit ganz klar hervor. Es scheinen zwei Kräfte bei der Gründung mitgewirkt zu haben. Nadi der Aeußerung eines Mitbegründers in der konstituierenden Sitzung ist der Zweck dieser Gesell- Schaft, ״die deutsdie Orthodoxie nodi in zwölfter Stunde vor den politisdien Verwirrungen, die in der Agudas Jisroel Platz gegriffen haben, zu retten“. Gemeint ist damit die Entscheidung des deutsdien Rabbinisdien Landesrates in bezug auf den § 4 der Aguda-Satzungen, die von dem Rabbinisdien Weltrat auf der zweiten Kenessio Gedaulo formal akzeptiert worden ist. Demnadi sdicint die Gesellsdiaft sidi zu einer politisdien Organisation entwickeln zu wollen, als Opposition zur Agudas Jisroel. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Absidit, die Gesellschaft international zu organisieren, immerhin verstandlieh. Ob es der Gesellsdiaft auf diese Weise tatsädilidi gelingen wird, ihren Prinzipien in der Wcltorthodoxie Geltung zu verschaffen, bleibt dahingestellt. Uns will es scheinen, daß neben der Agudas Jisroel, die von der Autorität der Größten in Israel getragen wird, keine politisdi selbständige Organisation der Orthodoxie historische Berechtigung erlangen kann. Uebrigens wollen wir diese Entscheidung lieber der Zukunft überlassen. Andererseits ist aus den Auslassungen anderer Mitbegründer zu entnehmen, daß das Hauptmotiv dieser Gründung ein kulturelles ist. Die Gründung der Gesell- Schaft ist nämlich auf die Befürchtung zurückzufüliren, daß das Thoraim Derceh Erez-Prinzip, wie es die deutsdie Orthodoxie auffaßt, durch die letzte Entwicklung innerhalb des orthodoxen Judentums Deutsdilands einer Gefahr der Sdiwädiung ausgesetzt ist. Nun glaubt ’die Gesellschaft, durch die Verbreitung uncl Stärkung der Hirsdi’sdien Ideen und Sdiriftcn diese Gefahr 7m •beheben. Wenn dem wirklidi so ist, dann ist der internationale Charakter der Gesellsdiaft 110dl sehr problematisch. Die Gründer der Gesellsdiaft wissen es ja am besten, daß gerade die Kultureinstellung der deutsdien Orthodoxie ihr den Einfluß auf die Weltorthodoxie audi in anderer Hinsicht geraubt hat. Die letzte Kenessio Gedaulo hat es zur Genüge bewiesen, daß das Thauro im Deredi Erez-Prinzip, wie die deutsdie Orthodoxie es versteht, immer noch ein Gespenst nicht nur für die Orthodoxie in Erez Jisroel und in der Slowakei, sondern auch für einen großen Teil der osteuropäischen Orthodoxie bedeutet. Jede bewußte Beeinflussung von außen zugunsten dieses Prinzips, wird in diesen Kreisen immer noch als Dolchstoß gegen ihre Geschlossenheit auf gefaßt. Die meisten Erfahrungen in dieser Beziehung hat die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel gesammelt. Ware es nicht im Interesse der Gesellschaft, wenn sie ihre Werbetätigkeit vorläufig nur auf Deutschland und Westeuropa beschränkt und in Osteuropa sich mit der Verbreitung der rein religiösen Schriften Kirschs begnügt? Glaubt aber die Gesellschaft sich zugleich auf zwei Fronten ausclehnen zu müssen, um aus den verschiedensteii Kreisen, aus den politisch-rechts und aus den kulturell-linken, Anhänger zu gewinnen, dann, so fürchten wir, wird ihre Tätigkeit an der objektiven Wirklichkeit scheitern. L. Eine neue Gesellschaft. Wie den konfessionellen Blättern zu entnehmen ist, hat sich in Deutschland eine neue Gesellschaft gegründet. ״Samson Rafael Hirsch“-Gesellscl1aft nennt sich dieser Verband und hat den Zweck, die Ideen des unvergeßlichen S. R. Hirsch vr״ä? zu verbreiten, hauptsächlich in seinem Sinne תורה עם ך״א, zu verwirklichen. , Wenn auch — oder vielmehr weil dieses Programm so jüdisch schon ist, erscheint dieser neue Verein nicht nur überflüssig, sondern sogar nachteilig für das orthodoxe Judentum. In Frankfurt wird eine ״S. R. Hirsch“-Gesellschaft, in Berlin ein ״Schomre Schabos“, in G a 1 a n t a eine ״Madisike Hadas“-Vereinigung gegründet. In Gyö.r ein ״Tomclie Jeschi woth“-Ver ein, in G r o ß w a r d e i n, iii Mukacevo — irgend ein anderer orth. jüdischer Verein! Jeder dieser Vereine hat für sich einen speziellen jüdischen löblichen Zweck. Gemeinschaftlich dienen sie dazu, die orthodoxen jüdi״ sehen Kräfte zu zersplittern, das orthodoxe Judentum zu entkräften. Heute, wo das traditionelle, glaubenstreue Judentum von vielen Seiten angegriffen wird, ist es ein Gebot der Zeit, alle orthodoxen Juden der Welt in einen Verband zu vereinigen, alle jüdischorthodoxen Kräfte in einen Verband zusammenzuschließen. Dann wird man fällig sein, die verschiedenartigen Angriffe zurückzuschlagen. Dieser Verband, in dem sich alle orthodoxen Juden zusammenfinden müssen, ist ״Agudas Jisroel“. In dem Programme dieses Verbandes sind die Ziele des ״S. R. Hirsch‘‘-, ״Machsike Hadan“-, Tomche Jeschiwoth- und Schomre Schaboth-Vereins enthalten. Jeden ernsten Mitglied des ״Agudas Jisroel“־Vereines ist genug Gelegenheit geboten, für das Programm eines jeden der oben erwähnten Vereine sich zu beteiligen. Wozu also diese separaten Vereine? Wozu ״Agudas Jisroel“ zerstückeln? In der Auffassung der orthodoxen Juden ist kein Gegensatz, höchstens sind kleine äußere Verschiedenheiten vorhanden. Daher richte ich einen Appell an alle ernstdenkenden orthodoxen Juden: Vereinigen wir 11ns alle in dem Welt verband: ״Agudas Jisroel“, entfalten wir unsere Kräfte für das orthodoxe Judentum vereint in diesem Verbände! — Die Gegner der ״Agudo“, die Gegner der Orthodoxie lassen keine Möglichkeit und keine Gelegenheit außer acht, um sie zu entkräften, um die Mitgliecler zu entzweien, um die orth. Jagend erst zu .,neutralisiercn“ uncl dann sie für ihre Ansichten und Pläne zu gewinnen. — Dem eutgegenzuarbeiten ist jetzt Hauptpflicht der Führer der Orthodoxen. Jede Gelegenheit muß dazu benützt werden. Solche Gelegenheiten müßten gesucht und geschaffen werden, um die Mitglieder über die Ziele, die Bedeutung und die Notwendigkeit des ״Agudas Jisroel“-Weltverbandes aufzuklären. Nove Zainky, Sdiwat 5690/1930. II e r m a n n Löwy. Der Almemor in der Mitte. Anläßlich der Eröffnung der neuen Synagoge in Wien,. XIII. (Hietzing) veröffentlicht der bekannte Kunsthistoriker Prof. Dr. Max Eisler in der ״Menorah“ eine Studie ״Vom Geist der Synagoge“, in der er aus der Begründung des Architekten Hugo Gorge zu seinem preisgekrönten Entwarf folgende grundsätzliche Erörteruiigen hervorhebt: ״Das Charakteristische der alten Synagoge bestand darin, daß das ewig Gleichbleibende, von allem zeitlidien Wanclel Unveränclerlidie des jüdischen Gottesdienstes auch in der baulichen Anlage ohne Rücksicht auf ihre Erbauungszeit zu vollem Ausdruck gelangte. Das Wesen cles jüdischen Gottesdienstes liegt in der Vermittlung der Heiligen Schrift durdi das Vorlesen der Thora. Deshalb befindet sidi in allen alten Sy nagogen der erhöhte Vorleseplatz (Almemor) in der Mitte des Betraumes, um den sich als geistigen uncl rämnlidien Mittelpunkt die Sitze anordnen.“ Vom gesetzestreuen Standpunkt. ist dem uidits liinzuzufügen. Es ist nur zu begrüßen, daß andi Kunst und Wissensdiaft in mandien Dingen dem überlieferten Judentum mehr Verständnis entgegenzubringen be- ׳ ginnen. G-ttesliäuser. A׳n ׳den •lioiheii!Feiertagen ging ioh in den großen, •schönen Tempel!der norddeutschen!Stadt, die mir nach dem Kriege zur zweiten Heimat geworden ist. Es war ein Pmnlkba'U aus »roten Ziegelsteinen mit einer!golden lencihtenden Kuppe׳!׳darüber, ׳mit mächtigen Toren ■aus Gußeisen, die in das!Innere führen. Unwillkürlich!mußte ich, der polnische Jude, an die stolzen ■Kirchen der ׳Christen ■denken, deren ׳Glanz ׳mir ■seit jeher in׳ ׳die׳ Augen stach und mich ׳doch stets mit einem Gefühl unüberwindlicher Fremdheit ,erfüllte. Unsere ״■Schulen" sind ׳ganz anderer!Art ... Im Innern des Tempels hüllte mich die ,Weite des gewölbten ׳Raumes ׳ein wie ׳ein kalter!Luftstrom׳. Und ■doch war helles ■Licht ■entzündet, eine Unzahl ׳elektrischer Lampen erstrahlten und Leute waren da, die■ ׳schweigend und pfliohtmäßig ihre Anstalten trafen, um zum!Gebet ger üs t e t z u s e i n ... Vo׳n der kreisförmigen■, nnvergitterten!Galerie (herab •1kreuzten die Blicke der!Frauen durch den ׳Saal . . . Dann fing das Gebet an. Der Kantor sang mit guter, geschulter und etwas fetter Stimme seine Kantusse, ׳Er ließ sich nur von ,Zeit m Zeit durch den künstlerischen Chor ׳und das!Gebet der Anwesenden unterbrechen, und alles ging sehr ordentlich zu, sehr geregelt, ■gesittet und programmgemäß . . . Ich!aber fühlte ■eine sonderbare ■Beklemmung mich •ergreifen, ׳die ׳bald — sündhafter weise — zu Langeweile wurde und ,schließlich in ,Ungeduld ausartete, in ganz un- •bündige Ungeduld ... Es!litt mich da nicht länger, ich ■mußte einfach fort, hinaus, .ich ׳flüchtete . . .!Ich flüchtete ,in die alte, vergessene Schul meiner ■polnischen Heimat . . . * Geber ■ein holperiges Gäßchen ging ich, durch dunklen Abend, ׳und war ,bald ׳angekommen. Da stand sie, die alte, niedrige Schul und die Tür zum Vorraum war halb offen ... , Klopfenden ‘Herzens und auf leisen ■Sohlen ,trat ich ein und ׳eine dumpfe ,Wärme schlug mir ■entgegen, Rechts im Vorraum ,,steckten in kleinen Kistchen voll Sand Kerzen verschiedener Größe und verschiedenen Umfanges. Eben erst augeziindete standen ׳aufrecht und mit unbewegter, silberlichter Flamme; andere, halb herabgebrannte flaikkerten unruhig hin und׳ her und lösten sich zu fließendem Wachs, das weich herunterrann oder sich als erstarrtes Trap'fgcbilde von •neuem an die Kerze ausetzte; ׳die ganz ׳herabgebrannten aber knisterten und rauchten, wandten sich seitwärts und kreisten, wie um ׳ihrem nahe bevorstehenden Tode zu entgehen, und ■verbreiteten einen .betäubenden;Dunst. ׳Ich ׳stand eine Weile und schaute ׳sinnend den lUohter׳n zu, vertiefte mich in den Anblick dieser heiligen, wie beseelten ׳Kerzen׳fla1nme׳n . . . Dann trat ich in den 'Betsaaj. Stille herrschte da, die• gespannte Stille eifervoller Vorbereitungen׳. Man schlug foliantengroße •Siddurlm auf und blätterte darin,!Pantoffeln wurden! angelegt, Talcjsim wurden geprüft, die ׳Schnupftabakdose ׳bereitgestellt. 'Man richtete sich ein, häuslich, dauerhaft und innig, für die Stunden mit lG-׳tt. Dan fing der ■Ghaseu ganz un zeremoniell zu ׳beten an und ,nach kaum zwei!Minuten war ׳der Kontakt da, der gewohnte Zusammenhang mit dein!Ewigen.!Und das ■Gebet ׳ergriff die Gläubigen. •Wohl waren sie eine Gemeinde und vollzogen die Mizwoh gemeinsamen Anbetens. Aber sie waren auch ,Einzelmenschen ׳und jeder ׳einzelne war ,G-ft für seine Seele und ׳den Weg, den sie ׳im vergangenen׳ Jahre genommen hatte, ganz allein und ausschließlich verantwort- Müh ... So zersprengte 'bald die ■Einzelseele_ den äußeren Rahmen der Gemeinschaft und wandte sich in ׳ihrer Sprache zu!G-tt. ׳Und!!jede betete für sich ׳und!in!ihrer Art.... Der mächtige, breitschulterige Jude mit blondem Haar und Bart ׳stieß die Worte des Gebetes, wie drohend, zum (Himmel empor . . . Ein kleines, verkrüppeltes Jiidchen bewegte flüsternd die blutleeren Lippen . . . Ein dritter stand verzückt da und 'betete leise, schrie aber ab und zu auf, u׳m ׳G-tt hören zu lassen, worauf er sein• ׳besonderes Gewicht lege . . . Und einer!seufzte und einer schluchzte, ein anderer sang und ׳jubelte und zwischendurch strömte unaufhörlich das Gewein ■von Frauen, die Tränen ewig bekümmerter ostjüdischer Mütter V. . * Die ׳alte Schul ist heute auch nicht ׳mehr da. ׳Sie ist zusammengesunken und weggefegt worden. ,Israel aber ,ist ohne Stätte des Gebetes. * :Erbau uns einen neuen Tempel, G-tt von Israeli . (Samuel Taubes!. ׳ (UeberSetzung aus seinem jiddischen Original.) 101 Nachrichten^ }®I Denkraalenthiillung. Sonntag, den 16. d. M. fand auf dem Wiener Zentralfriedhof die Enthüllung des für den verewigten Rabbiner der Synagoge Pazmanitengasse und Assessor im Rabbinat der Wiener Kultnsgemeinde Dr. S, Funik errichteten Grabmals statt. Ein zahlreiches Publikum war erschienen, um dieser Ehrung cles verdienten Gemeinderabbiners beizuwohnen. Der stellvcrtretende Oberrabbiner D1*. D. Feuchtwang würdigte in großangelegter Rede die Persönlichkeit des dahinge- . sdiiedenen Kollegen und seine unvergeßlichen Verebenste als Mensch und Gelehrter, indem er die Fröinmigkeit und Bescheidenheit dieses großen Mannes besonders hervorhob. Das Denkmal, ein Meisterwerk des Wieners Hugo Gorge, repräsentiert sidi besonders erhaben und stilvoll dank der ardiaisierenden Insdirift, die der orthodoxe Künstler Artur Weiß geschaffen hat. ' Isidor Goldsdimicdt s. A. Am 6. Februar wurde unter großer Beteiligung Herr Isidor Goldschmicdt, der im 62. Lebensjahr nach langem, schwerem Leiden versdiicden ist, zu Grabe getragen. Der Verstorbene erfreute sidi clurdi seine Frömmigkeit uncl seinen vortrefflichen, ehrlidien Charakter allgemeiner Hodisdilitzung. Herr Rabbiner Dr. Feuditwang betonte dies auch in seiner gehaltvollen Trauerrede, in weldier er den Verblichenen als liebevollen Gatten und Vater würdigte uncl auch erwähute, wie der Dahingesdiiedene Zeit seines Lebens ehrlicher, aufopfernder Arbeit ergeben war. Ein Fest der Thora. Die Einweihung eines von Herrn I. Kolm gespendeten ספר תורה im Bethause Bikur Cliaulim im XX. Bezirk, Treustraße, war geradezu ein großes Volksfest. Ganze Gassen waren hell beleuditct 'durch Hunderte von Kerzen, ■die von den Fenstern strahlteil. Eine gewaltige Menge füllte die Straßen, welche das neue Sefer unter Gesang und von vielen Thorarollen der Nadibarvcreine begleitet, passierte. 1111 festlidi illumilderten Bethaus trug Obcrkuntor I. Rosenberg unter Assistenz von Oberkantor Schidlo das לדוד מזמור vor. Hierauf eröffnetc Herr Jakob Schaffer, der Obmann des Bethauses, den Abend. Er begrüßte clen großen Altstiidtev Gaon שליטא, den Nowiseliccv Raw שליטא clen Tauster Raw שליטא, den Präsidenten der Agudas Jisroel. Rabbiner Dr. Piuchas K o 11 n, uncl Kultusvorstelier Wolf Pa pp e u!1 e i nj, Rabbiner Aron Jerucli cm, Rabbiner M. Blech,״den Vertreter der Kultusgemeiacle Dr. Leo L a n cl a u, Jakob M ä 1• z (Madisikc Hatldas), Herrn E. Nimm heiser, Gremialrat J. Haip e 1־ n, Rabbiner Sdiewach Knebel und den bekannten Philanthropen Julius Krupnik, Dr. Kressel uncl Dr. Pfeffer und 110dl viele andere. Unter lebhaften Jechi-Rufen bestieg Sr. Elirw. •Herr Rabbiner Jeruehern die Tribüne zu einer großangelegten Festrede. Es sprachen ferner die Herren Rabbiner M. Gotte smann, G. Hager, Stolzberg, Wolf Pappenheim, und Elias Grünberg. Dann folgte eiue Suddas Mizwali; diassidische Tänze schlossen die Thorar einweihung." Die Folge einer judenfreundliehen Rede (J. T. A.) Die Konferenz der zur Regievungsmehrheit gehörenden Christlichsozialen Wirtschaftspartei hat einen Beschluß gefaßt, in clem nicht nur die am letzten Sonntag in einer Festversammlung der Pester Israelitisehen llcligionsgemeinde gehaltene Rede des Kultusministers Grafen Klebelsberg mißbilligt,_ sondern auch noch erklärt wird, daß die Partei die politischen Konsequenzen ziehen werde, wenn Graf Klebelsberg in jener Rede eine neue politische Orientierung der Regierung gekennzeichnet haben sollte. Der der Konferenz beiwohnende Volkswohlfahrtsminister und stellvertretende Ministerpräsident Dr. Vaß hat sich ausdrücklich gegen die Fassung eines solchen Beschlusses ausgesprochen und empfohlen, sich vor der Beschlußfassung um Aufklärung an, den Kultusminister zu wenden. Dr. Vaß wurde aber *von seiner eigenen Partei, die ihn als ihren Vertreter in das Kabinett entsandt hat, niedergestimmt. Der Beschluß der Christlichsozialen Wivtschaftspartei hat größtes Aufsehen erregt und dürfte nach der allgemeinen Ansicht nicht ohne Folgen bleiben. In der Konferenz führte Abg. Desiclev Buday aus, Graf Klebelsberg habe bei der Jubiläumsfeier der Zeitsclirift ״Egyenlöseg“ gesagt, daß er vor der Abstimmung über das Gesetz betreffend den Numerus clausus den Sitzungssaal des Abgeordnetenhauses verlassen hat; dieses Verhalten entspreche seiner politischen Vergangenheit. Graf Klebelsberg wollte, sich offenbar ein Alibi verschaffen, wobei er aber an jene Tätigkeit vergessen zu haben scheint, die er 1920 entfaltet hat. Im Jahre 1921 hat Graf Klebelsberg die Ehrung durchaus nicht von sich gewiesen, als Präsident im Unterrichtsausscliuß die Beratungen über den Numerus clausus zu leiten und den Ausschußbericht zu unterzeichnen. Der Kultusminister hat keine Prinzipientreue bewahrt. Bei den zu seinem Wirkunskreis gehörenden Kunststätten sind die jüdischen Angestellten in der Mehrzahl. Das Vorgehen des Grafen Klebelsberg verletzt tief das christliche Gefühl. Abg. Wolff griff ebenfalls den Kultusminister an und nannte ״Egyenlöseg“ ein ״Makkabüerblatt“. Agudas Jisroel-Ortsgruppe II., Leopoldsgasse 16. Sonntag, den 23. Februar d. J. um? Uhr abends spricht Herr Redakteur Sdiabse Schönfeld im agudistischen Heim, II., Leopoldsgasse 16. Thema: ״Die historische Bedeutung der neuen orthodoxen Vereinigung im Osten“. Berichtigung. Der in der vorigen Nummer unserer Zeitung allgekündigte Liederabend cles Herrn S. Segal- Rosenbach ist für den 26. März d. J. um viertel 9 Uhr abends verschoben. Derselbe findet nicht im Theatersaal ״Post“, sondern ׳im ,großen F&stsaal (Konzertsaal) ׳im Industriehaus‘, Scliwarzenbergplatz 4, ■statt. Die bereits gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit. Wichtige Ausgrabungen in Erez Jisroel. Wie wir der JPZ. entnehmen, hat der Direktor des päpstlichen Bibelinstitutes zu Jerusalem, Pater Maiion, vor einigen Tagen eine sehr wichtige archäologische Ent* deckung jenseits des Jordans, gegenüber von Jericho, gemacht, wo unsere Ahnen unter der Führung Josuas gelagert hatten. Die von Malion geleite* ten Ausgrabungen brachten verschiedene Gegenstände von Terrakotta, Instrumente aus gearbeitetem Stein und die Grundmauern von fünf oder sechs Häusern zutage. Die Gegenstände dürften der Zeit um 25Q0 vorchristliche Zeitrechnung angehören und sind die Reste einer Stadt, die der babylonischen Kultur angehörte. Die Ausgrabun* gen werden im Frühling fortgesetzt. Man nimmt an, daß es sich hier um Reste von Sodom (QHO) handelt.