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Jüdische Presse · 1930-02-21 · 8 (21.2.1930) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
8 (21.2.1930)
Date
1930-02-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 8 JÜDISCHE PRESSE Seite 3 Friedenswoche in Warschau. (W-etm man fe Zweifel!hatte über Unbeschränlrtfoeit der!Kraft, ■die ׳von einer Pensönldchkeit ׳aaisstraihlen kann, So ׳sollte man sich in die Vorgänge .der Wafsc׳haa1er Ft! edenswoche vertiefen. Wie War es doch?׳ Da lebt ein 'Mann in einem kleinen, weltverlorenen Orte Polens, Radin, ■d. •h. er wohnt mir dort, er lebt irr der .ganzen Weift. Sein Name ist Chofez Chajim, ein Liebhaber des Lebens. ■Unter diesem Namen kennt ihn die ׳Weit, ■und wieder einmal 1ha׳tt<e er aus seinem unerschöpflichen!Born der Liebe der Welt das Leben, gegeben. Wem aber gilt diese Liebe? Der;jüdischen Gesamtheit, der Thora, dier Wahrheit. Diesen iMaivn schmerzte es, daß es innerhalb der so vielen Angriffen von!außen aiusgesetzten thoratrenen Kreise noch Uneinigkeit gebe. Und er, der ragende!Mensch a-us dem!Kreise der Schale des Wilnaet Gaon, er, der Litauer, wandte sich •an alle bedeutenden Menschen, die nunmehr im Staate Polen vereinigt sind, ■um sie aufzUfordern■, mit Ihm gemeinsam zu überlegen, wie diesem Zustand ein!Ende!zu ,bereiten sei׳. Und!!alle, alle kamen, be!zwungen von dem heißen 'Strahl der wahfheitsuohenden Liebe, d!ie ans seinen!Worten spricht. Und er, der ehrwürdige!Greis mit schwachem Körper und׳ mit so unendlieh starkem!Geist, er kam auch.!Es kamen ׳auch diejenigen!Größen, zu denen hunderttausende jüdische ■Seelen als״i1h׳ren!Führern mit Verehrung und Ergebenheit emporblicken. IMan konnte sich in die Zeiten der VierJändersynode versetzt fühlen. •Es kamen der IRabbi von!Beiz־, der Rabbi׳ von Alexander in die Stadt, in welcher der ■Rabbi von Gora Kalvaria schon bisher unablässig 'bemüht war, alle Kräfte ■zum ,Zwecke der 'Verteidigung der Orthodoxie zu einen.. Vergessen war alles, was bisher auf!Grund! itheoretiischcr Nuancen ׳die Ohassidim und ihre Anhänger ■nicht hätte den Weg zueinander finden lassen. Da ׳hat wieder einmal der Chassidismus in seiner yolksbegl fickenden Kraft bewiesen und. gezeigt, wie er zur rechten Stunde geeignet ist, die!Wege zu schürfen und zu ebnem •Dann die Verhandlung zwischen den Geladenen und Gekommenen. Da war keine Rede ,von parlamentarischer ' Art und Weise,!es gab keinen ■Präsidenten und Schriftfiihrer, es gab ׳keine •Wortmeldung und keinen Ruf zur Geschäftsordnung. Das war nicht vonnöten dort, wo die Seelen und das von heißem Veraintwortiichkeitsgefühlt durchströmte!Herz sprachen. Aus diesem VerantwortlichkeitSgefühl heraus ließ man zwei sonst bedeutungsvolie Menschen zurück, von •döhen man glaubte, ׳sie hätten sich gegen die׳ allgemeinen Interessen der Thora vergangen׳, da sie!trotz des (Beschlusses der Kenessio!Gedauio noch in der Jewish!Agency verblieben. Das war ein Akt׳ der Disziplin, der Wahrheit, ohne Parlament und! ■ohne Statut. Dänn kam der Frieden. (Man beschloß, ■zu den h'öclbstfeh Stellen zu gehen und die Erfordernisse der Orthodoxie därZulegen. ■Beim Premierminister )Bartl ■entwarf Chofez Chajim in (knappen Worten, das große!Bild der polnischen Geschichte von 3ס8י1י bis ׳jetzt.!Mit iBekenhermut wies er darauf hin, was der Glaube an die Thora bedeute und was es bedeute, gegen die Treue zur Religion zu regieren. Er gab seiner Deberzeugung!Ausdruck, daß die polnische Regierung niemals ׳etwas gegen die!jüdische )Rciigiöri, ׳unternehmen würde. Dann sprachen der Beizer und Gerer Re'bbe von iEinzelforderungeh •und der Premierminister sicherte freundlichste Behandlung zu. Als die!Audienz beendet war, standen die!höchsten!Beamten des :Ministeriums Spalier und Funktionäre■ des Ministeriums warben■ um ׳die Ehre, den ■zurzeit des Gehens‘ unfähigen Ghofez Chajim hinunt ertragen zu dürfen.!In ׳dem ■offiziellen Kommunique, das •das Ministerium herausgab, wird ■veriäutbart, daß!Ghofez Ghaijim als Ehrenpräsident der Kenessio Gedauio der Agudas Jisroe! die Delegation führte. Von zwei •Besuchen möchten wir noch ■einige!Wort•2 sprechen. Es ׳kamen zum Ghofez Ghaijim die Jünger ׳der Mesiphta, der bekannten Taimud-'Hoohscbule in Warschau׳, junge Menschen, ■die ■im ׳alten!Geist lernen, im alten. Geist erzogen werden. Man weiß, wie!heiß umstritten die Existenz dieser iMesiiphta ist, und Ghofez Ghaijim sagte, daß solche ־jüdische Kinder eine Heiligung des g־ttiic׳hen Namens ׳bedeuten. Man weiß, wie sehr Ghofez Chajim für die Förderung und Hebung der Jesc'hiwofh lebt, wirkt und kämpft׳. Zu ihm kam Reb ■Meier!Berlin und es entwickelte sich folgendes!Gespräch: Ghofez Cthaijim: ״Oh, welch ,ein wunderbarer Mensch War dein Vater! Schade, daß du ■ihn nicht gekannt hast.“ ׳Reb Meier,!Berlin: ״Doch', ich habe ihn gekannt,.ich habe sogar bei ihm gelernt.“ Chofez Chajim: ״Und doch hast du ihn nicht gekannt, denn wenn du ihn ■׳gekannt hättest und sein von Wahrheitsliebe und■ Thoratreuc erfülltes Leben, so hättest du ־ nicht vor der Kenessio Gedauio an ■die Größten in unseren Reiben ׳schreiben dürfen, wenn sie gegen die Jewish!Agency wären, so Würden die Jeschiwot'h!Not ■leiden."!Der Friede kam ■und •der Friede kommt. Der Beizer Reöbe ׳sprach zum (Gerer Rebbe, er habe ׳erkannt, daß für Kongreßpolen die iAgaida notwendig und gn׳t sei, weil es dort einen Ansturm gegen die Thora ׳gäbe. Der Alexandrer Esset nur FJ,KA-Rrnt aus der unter Aufsicht der Adas Jisroel stehenden DAMPF BttCKEREI LEDERER &KOHN Betrieb: Wien II, Hollandstraße 7 Telephon R-47-4-95 Verkaufslokal: II, Große Schiffgasse 16 Telephon A-41-7-45 Verkaufstelle für den IX. Bezirk Glaserg. 10 / Tel. A-10-6-5 ' Lebensversichernngs ־ Gesellschaft jnöNir Gegründet 1882 Gegründet 1882 MMgslitMl Eofe Mai 1929 2000 Mom SAiillng fiaiaatWItil Ende 1928 ■ 238 Millionen Sthllllng Uiüiiand Zinaeaelnnahfflen im Jahre 1928 ■ .8?v. Millionen töilling Tätigkeitsfeld der Gäsellschäft: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechen-!and, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten iitfid der Gerer -Rabbi hätten unter vier iAugen eine!sicher histotrisch-denkwürdiige Unterredung, denn sie ׳verließen das iBeirftungszimmer!in Freundschaft. Die von- Ghofez Ghaiiim verkündete ׳Wahrheit wird Mögen. . Schächten ist keine Tierquälerei. (j. T. A.) Der Strqfrcchtsaussduiß des deutschen Reichstages beschäftigte sich am Freitag, den 14. Februar mit den §§ 366 tiiid 412, die Tiere!üälerei mit Gefängnis bis zu sediS Monaten oder Geldstrafen bedrohen. Mehrere Parteien hatten hiezu Abänderungsanträge gestellt. Um nun zu verhindern, daß etwa von gewisser Seite das Schäditen als Tierquälerei hingestellt und damit bestraft werden könnte, hatte das Zentrum den folgenden Antrag eingebracht: Dem 8 412 des Strafgesetzbuches, der den Tierschütz behandelt, soll folgender Absatz 2 angefiigt Werden: ״Handlungen an Tieren dürfen nicht mit Strafe bedroht werden, soweit sie zur Verfolgung ernster wissenschaftlicher Zwecke oder zur Erfüllung der Gebräuche einer Religionsgescllschuft des öffentlichen Rechts geboten sind.“ Der Zentrumsabgeordnete Bell, ehemals Reichsjustizminister, begründete diesen Antrag and erklärte, daß seine Freunde in dem Schächten keine Tierquälerei sehen, daß sie es für erforderlich halten, den R e 1 i g i o n s b e d ü 1• f n ■i s s e n ihrer jüdischen Mitbürger gerecht zu werden. Das Schächten sei eine Religionsein r ichtung desjuclentums, deshalb müsse man es auch weiter ausdrücklich gestatten. Der Redner verwies weiter auf die Reichstagsberatungen im Jahre 1911 und auf die damalige ausführliche Rede des Zentrumsabgeordneten Gröber. Audi Ministerialdirektor Schäfer vom Reichsjustizministerium nahm ausführlidi *uf die religiösen Schächtvorsehriften Bezug und trat für die Beibehaltung des Sfhäditens ein. Ein Vertreter des Reiehsgesündheitsanites gab die Erklärung ab, daß das Reidtsgesundheifsamt, wie in früheren Zeiten, auch Jetzt noch auf dem Standpunkt stehe, daß man in dein Sdiächtakt der Juden keine Tierquälerei sehen dürfe. Damit wurde die Debatte geschlossen. Die Ab- Stimmung erfolgt Dienstag. Die zweite Lesung des Entwurfs zum Strafgesetzbuch wird im Ausschuß erst nach geraumer Zeit erfolgen. Die englische Regierung unterstützt nicht die Schlachtbill. (J. T. A.) Auf eine Anfrage des Oberstleutnants Moore, der die von den Tierschutzvereihen aqsgearbei- 9. bis 15. März 1930 (Rotunde bis 16. März) Sonderveran8taltungen: Pelzmode-Salon / WienerStrickmode / Möbelmesse Die Reklame des Detailkaufmannes / Ladenbau und Schaufenster INTERNATIONALE AUTOMOBIL- UND MOTORRAD-AUSSTELLUNG Bedarfsausstellung für Hotelbetriebe / Ausstellung für Nabrungs- und Genußmittel / Bauu. Straßenbaumesse / Technische Neuheiten und Erfindungen Land- und forstwirtschaftliche Musterschau Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte j U״fal1verhütung8-Vor־ richtungen / Grassamenscha! / Weizenwettbewerb / Futterbau Gartenbau / Milchwirtschaft / Seidenbau / Kleintierzucht Bundesweinkost 3. Oesterreiohlsche Mastvieh-Ausstellung (14. bis 16. März 1930) Bedeutende Fahrpreis-Ermäßigungenl Messeausweise ä S 6.— bei der Wiener Messe-Aktiengesellschaft, Wien, VII., nesseplatz 1 — E ntrittskanen (z! m einmaligen Besuch derRoturide oder des Messepalastes und der Neuen Burg) ä S2.50 bei den Kassenschaltern der Messehäuser. tete Bill über humanes Sdilachten der Tiere im Unterhaus eingebratht hat, erwiderte Ministerpräsident Mae Donald im Unterhaus, die Regierung sei zü diesem Zeitpunkt nicht geneigt, die Schlachtbill zu unterstützen Oberstleutnant Malone richtete an den Landwirtsdiaftsminister die Frage, ob ihm bekannt sei, daß die von Ing. Weinberg erfundene Zelle zür mechanischen und gewaltlosen Niederwerfung von Tieren bei der Schächtung nach jüdischem Ritus von einem Sachver- Stäiidigen-Komitee, dem auch Professor Frfederick Hobday, der Leiter der Tierärztlichen Hochschule, angehört, zur obligatorischen Einführung in allen Schlachthäusern Englands, auch für nichtjüdische Sdilachtung, empfohlen Wörden sei. Der Gesundheitsminister Arthur Greenwoodt erwiderte im Unterhaus, ihm seien die Experimente mit der medianisdien Niederwerfuhgszelle bekannt, er sei aber noch nidit im Besitz des Berichtes des erwähnten Komitees. Er werde den Vorschlag, die Weinberg-Alasdiine obligatorisch zu mädien, erwägen. Auch Südafrika gegen die jüdische Einwanderung. (J. T. A.) Das Parlament der südafrikanisdien Staaien-Union hat heute nach einer längeren Debatte das vom Innenminister Dr. D. F. Mnlari eingebrächte E i n w a n d e r u n g s e i 11 s c 11 r ä n k u n g s g es e t Z, von dem besonders die Länder mit starker jüdischer Auswanderung betroffen werden, mit überwältigender Mehrheit angenommen. " Die meisten der Parlamentarier, die in der Debatte das Wort ergriffen, brachten zum Ausdruck, daß das Gesetz sich nicht gegen die Gemeinschaft der Juden richtet, sondern nur gegen gewisse Länder, wobei sie aber zugäben, daß die Juden die Hauptmasse der Ein- Wanderer aus jenen Ländern bilden, dören Auswanderer nun von Südafrika möglichst ferii gehalten werden sollen. Die Debatte nahm den folgenden Verlauf: Der Innenminister Dr. D. F. Malan führte zur Begründung, des Gesetzentwurfes aus, der zunehmende Strom der Fremdeneinwanderung nach Südafrika, der sich hauptsächlich aüs Litauen, •Polen, Lettland und Rußland ergießt, sei für Südafrika unproduktiv; da nun die größten Länder der Welt ihre Tore neuen Einwanderern verschlossen haben, besteht ■für Südafrika die .Gefahr, daß es ein Aufnahme-Reservoir für unerwünschte Elemente werden wird. Der Innenminister erläuterte im einzelnen den Gesetzentwurf, der vor sieht, daß Von jetzt ab aus Litauen, Polen, Lettland, Rußland und Palästina jährlich nidit mehr als je 50 Personen nach Südafrika einwandern dürfen, wobei der Minister erwähnte, daß die britische Bevölkerung Südafrikas in den vergangenen sedis Jahren einen Verlust von 1850 Köpfen erlitten habe, während der Zuwachs an Fremden 14.577 Köpfe betrage. Auch aus Palästina wandern jährlidi etwa 100 Personen in Südafrika ein. Dr. Malan führte weiter aus, daß im Lande Beunruhigung lierrsdie über den abnehmenden Strom nordischer Einwanderung und die zunehmende Einwanderung aus Osteuropa. Die Quote vön 50 Einwohnern jährlidi, die den erwähnten Ländern zugeteilt ist, be^ zieht sich auf die in dem betreffenden Lande Geborenen, so daß z. B. ein von schottischen Eltern in Litauen geborener Schotte!zu den Litauern zählt. Die Bill sieht auch eine Einwanderung von 1000 Personen aus der Gesamtheit der der Besdiränkung unterworfenen Länder vor, die über die Quote hinaus einwandern dürfen, sofern es sich um erwünschte Elemente handelt. Der Minister kam auch auf!die von fast allen jüdischen Gemeinden Südafrikas -angenommenen Resolutionen gegen die Bill zu sprechen und führte aus, wenn die Judenschaft des Landes die Zulassung von Einwanderern auf Grund ihrer individuellen Eigenschaften fordert und die Regelung gemäß dein Ursprungsland abiehnt, sq könne er erwidern, daß solche Verhältnisse nirgends in dör Welt herrschen. Die Aüs wähl von Einwanderern durch Beamte jenseits dös Ozeans hat sich als ebenso unbefriedigend erwiesen wie das Ellis Island-System der Vereinigten Staaten. Der Minister richtete an die Judenschaft die Aufforderung, nicht weiter das Gesetz zu bekämpfen, um eine Feindseligkeit der Bevölkerung gegen die Juden, die in anderen Teilen der Welt zu katastrophalen Resultaten geführt haben, hier in Südafrika nicht aufkommen zu lassen. Die Zuhörertribünen des Parlaments waren überfüllt, das ganze Land ist auf den Ausgang der Parla^ mentsberatung gespannt. Alle jüdischen Mitglieder des Parlaments, mit Ausnahme von Sir Ernest Oppenheimer, griffen in die Debatte ein. Morris Centridge, eines der jüdischen Parlamentsmitglieder, das der Arbeiterpartei angehört, führte aus, man möge sich keiner Täuschung darüber hingeben, daß die Bill ausschließlich gegen die Juden gerichtet ist. Er richtete an den Justizminister die Aufforderung, die Konsequenzen aus seiner vor etwa einem Monat abgegebenen Erklärung zu ziehen, der Erklärung nämlich, daß die jüdischen Einwanderer die einzigen sind, die dem Staatssäckel nicht zur Last fallen. Die Juden haben die Kleider-, Schuh-, Woll- und manche andere Industrie im Lande, in der hunderte und tausende Afrikaner beschäftigt sind, zur Entwicklung gebracht. Die Juden sind der anpassungsfähigste Teil der gesamten südafrikanischen Bevölkerung. Kentridge zitierte die Worte, die der Premierminister General Hertzog auf dem zu Ehren von Reuben Brainin in Joliannisburg gegebenen Bankett gesprochen lmt, nämlich daß ״der Jude in Südafrika eine Position cinnimmt, die keiner der übrigen großen Teile des Volkes nachsteht; wenn es überhaupt einen Volksteil gibt, auf den die Afrikaner als Mitafrikaner blicken, so ist es der jüdische Volksteil“. Charles P. Robinson, ein anderes jüdisches Parlamentsmitglied, erklärte, ■die Einwanderiingseinschränkungsbill sei als eine Maßnahme gedacht, die Juden von Südafrika fernzuhalten. Er gab eine Charakteristik der jüdischen Einwandererbevölkerung und schloß mit dem Appell: ״Schließt nicht die Tore vor armen Menschen, ermutigt die Einwanderung!“ Emile Nathan und Eli Buirski, die ebenso wie Robinson der von General Smuts geführten Südafrikanischen Partei angehören, charakterisierten die Bill als ein Dokument zur Stigmatisierung der jüdischen Bevölkerung. Dagegen unterstützten die Führer der oppositionellen Smuts- Partei Krige und Hofmeyr (der frühere Administrator von Transvaal) die Bill, wobei ■sie bemerkten, nur 1111gern zögen sie sich!die Gegnerschaft der 70.000 Personen zählenden jüdischen Bevölkerung zu, die in Generäl Smuts ihren Freund sehen. (General Smuts weilt zurzeit im Auslande.) __ _ ___־_״

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