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Jüdische Presse · 1930-02-15 · 7 (15.2.1930) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
7 (15.2.1930)
Date
1930-02-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JÜDISCHE PRESSE Seite 5 Nr. 7 ___ zcmber dieses Jahres angesetzte allgemeine Volkszählung ein־ für allemal ein Ende bereiten. Nach dem Vorschläge, den der statistische Staatsrat der Regierung für die nächste Volkszählung unterbreitet hat, wird die Rubrik ״Natio־ nalität“ aus den Zählblättern wcgbleiben. Anstatt des verschwommenen, nach keiner Richtung hin genügend ge« klarten, dafür aber absichtliche und unabsichtliche Miß־ dcutungen geradezu provozierendem Terminus .,Nationale tat“, soll die Nationalität der Bevölkerung soweit sie für statistische Zwecke Bedeutung hat nach den An־ gaben über die Muttersprache gezählt werden. Für die tatsächlichen kulturellen und politischen Nationalitäten in der Tschechoslowakei erfährt die Volkszählung dadurch eine große Vereinfachung, ohne die statistische Ziffer zu beeinträchtigen. Denn als ״Muttersprache“ wird im Ge־ gensatz zu früheren ungarischen Volkszählungen diejenige Sprache bezeichnet, die man ״am vollkommensten erlernt hat und am geläufigsten spricht“. Das ist regelmäßig die Sprache der eigenen nationalen Gemeinschaft. Dem Juden wird das Recht eingcriiurat, auch das Jüdische und das Hebräische als Mutte r־ spräche a n z u g e b e n, sofern er sich dazu nach der obigen Definition bekennen kann. Damit ist klar ausge־ drückt, daß cs sich in Zukunft bei den Ergebnissen der Volkszählung nicht mehr um nationalitätspolitische Ein־ bekcnntnissc, sondern ausschließlich um bevölkerungs־ statistische und ethnographische Feststellungen wird han־ dein können. Vom Standpunkte des Judentums ist dieser Vor־ schlag des statistischen Staatsrates nur begrüßenswert. Er bedeutet einen wesentlichen Fortschritt zur Verhütung von politischen Mißbräuchen mit dem selbstverständlichen und freimütigen Bekenntnis zur historischen jüdischen Gemeinschaft. Vielleicht werden dann auch unsere poli־ tischen ״Nationalisten“ von dem Unfug mit einer jüdi־ sehen ,,Minderheitsnationalität“ ablassen. Oder aber sie entschließen sich, unsere jüdische und hebräische Sprache zu erlernen. Auch das wäre schon ein Gewinn für das Judentum. Ci vis Judaeus. Die Ursache unseres Stillstandes. Von Samuel Reiner. Prcsov. Vorbemerkung. Wir halten die Erörterung der in den folgenden Ausführungen unseres sehr geschätzten Mitarbeiters berührten politischen Erez- J i s 1׳ o e 1 - F r a g e in diesem Zeitpunkte noch für verfrüht und die Ansicht, die er äußert, solange* die entscheidenden Körperschäften des, orthodoxen Judentums und der Agudas Jisroel darüber nicht beraten haben, für seine allerdings uns den besten Absichten hervorgegangene Privatmeinung. Nachdem aber entgegengesetzte Ansichten in dieser Frage aus agudistischen Kreisen in der ״Jüdischen Presse“ wiederholt' veröffentlicht waren, wäre es unbillig, diese Meinungsäußerung zu einer nun einmal in dev Oeffentlichkcit aufgeworfenen Frage zu unterdrücken. Die Redaktion. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, dürfte die bereits überfällige und für die Entwicklung der Agudas Jisroel und ihrer Landesorganisation in der Slowakei brennend notwendig gewordene Landesdelegiertenver- Sammlung in nicht allzu ferner Zeit einberufen werden, um den um die Zukunft der Orthodoxie und ihrer treuesten Bannerträgerin, der Agudas Jisroel, Bangenden Gelegenheit zu bieten, im Wege gegenseitiger Ausspräche Mittel und Wege zu suchen, die m. G. H. geeignet wären, der Agudas Jisroel in unserem Lande das Gewicht und die Bedeutung, welche ihr ver- Ein Jahr Arbeit des Weltverbandes ״ Schomre Schabbos64 Wir erhalten vom Prcßbüro des Weltverbandes ״Schomre Sclmbbos“ nachstehenden Bericht. ״Ein neuer Weltverband?“ — So fragten die Skeptiker vor der machtvollen Kundgebung, die am 6. Jänner 1929 im Alten Preußischen Herrenhaus stattfand und im Zeichen des Sabbath stand. Doch unter dem überwältigcnden Eindruck dieser Demonstration setzte eine O r g a 11 i s i e r u n g s t ä t i g k e i t ein, die in der Ablaufzeit eines einzigen Jahres zur Bildung von 48 Landes- Organisationen des Weltverbandes ״Schomre Schabbos“ führte. Es war der Sabbatligedanke, der selbst in solchen Ländern, wo die andersgearteten Zielsetzungen großer Organisationen entweder völlig versagten, oder nur geringen Widerhall fanden, der Judenbeit mächtige Impulse verlieh und tatsächlich eine starke und recht eigenwillige religiös-soziale Bewegung schuf. Wir erblicken liier eine Summe von Bestrebungen, denen infolge ihrer besonderen Struktur vielleicht die historisehe Aufgabe, die Ewigkeitstat zufällt, die Einigung׳ des Judentums unter dem Zeichen der Erhaltung des Sabbath herbeizufUliren. Gerade der große Aspekt, unter dem die Führer des neuen Werkes zur Sicherung des Erbgutes unseres Volkes die Arbeit Aufnahmen, ermöglichte die Mobilisierung־ aller positiven Kräfte der Judenheit in so vielen Ländern und in einem beispiellosen Ausmaß. . Zur Bildungeiner öffentlichen Meinung über die Frage der Bewegung und zu ihrer Intensivierung und Propagierung hat der Weltvcrhand von Anbeginn an alle Möglichkeiten der Presseur beit in vollem Maße auszuscliöpfen gesucht. Er hat vor allem einen eigenen Nachrichtendienst eingerichtet, der sowohl an führende Ei11zelpe1־sünlichkeiten_ und Organisationen, als auch insbesondere an über 400 Zeitungen versandt wird. Die Zeitungen haben vielfach den in deutscher, hebräischer und jiddischer Sprache erscheinenden •Meldungen eine besondere Rubrik unter dem Namen ״Sabbath- Chronik‘" eingeräumt. So ergeben sich immer neue .Anlässe für fruchtbare Anregungen zur Steigerung der Leistungen für den Sabbathschutz. Im Zusammenklang aller dieser Stimmen hat es der .Weltverband Schomre ־Schabbos erreicht, seine Bewegung zu einem unlösbaren Bestandteil des jüdischen universalen Denkens zu machen. Ein wichtiges Sprachrohr ist der Sabbathbewegnng J auch durch die Kanzel erstanden. Die religiösen Füll- } rer der Judenheit, die bisher zumeist vergeblich ihre 1 möge der Erhabenheit des Programmes zusteht, welches sie auf ihre Fahne geschrieben, auch in Wirklichkeit zu verleihen. Um dieses Ziel mit durchschlagendem Erfolge erreichen zu können, wäre, cs von höchster Wichtigkeit, die Gründe näher kennenzulevnen, welche die sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht ganz bedeutenden orthodoxen Massen in unserem Lande zu ihrer abwartendcu Haltung der Aguda gegenüber bestimmte und die aufzugeben sie selbst durch die II. Keucssijo Gcdaulo und ihren glänzenden Verlauf nicht veranlaßt werden konnten, weil ja die Fcststclhing einer vollkommen richtigen Diagnose auch in vorliegendem Falle die unerläßliche Vorbedingung für die Ergreifung von zweckmäßigen Maßnahmen bildet, die geeignet wären, die beschämende und betrübende Tatsaclie, daß die slowakische Agudafront in der Richtung nach rechts und äußerst rechts noch immer ungeschlossen und ungedeckt ist, endlich aus der Welt zu schaffen. Dabei muß ab ovo erklärt werden, daß die viellach nngewendete Methode, den Fehler überall, nur nicht im eigenen Lager zu suchen, hier vollkommen deplaciert wäre, weil dem Gros der slowakischen, antizionistisch eingestellten Orthodoxie mit gutem Gewissen weder Ignoranz noch Indolenz imputiert werden kann. Der wahre Grund, warum so viele unserer Brüder, denen die Agudisten ganz gut zu Gesicht stehen, der Aguda als solcher dennoch ein gerütteltes Maß von Animosität entgegenbringen, liegt ganz entschieden in dem E r e z - J i s r o c 1 - P r 0 g r a m m unserer Organisation. weil der eine Teil unserer orthodoxen Gegner in jeder PaUistinatätigkcit mit Ausnahme des im Interesse vom .י ש 1 ב היש entfalteten — verkappten Zionismus, der andere Teil aber eine, wenn auch ungewollte und unbeabsichtigte Stärkung des Zionismus und seiner Ideologie erblickt. Inzwischen, das heißt seit dem Zusammentritte der Jewisli Agency und den damit zusammenhängenden furchtbaren Ereignissen in Erez Jisroel hat auch die Stellung der hierländischen Agudisten zum Ercz-Jisrocl- Programme der Agudas Jisroel eine tiefgehende Voränderung erfahren, die sich mit einem ziemlich kurzen Satze charakterisieren läßt: ״Die slowakischen Agudisten sind 11 i c 111 mehr Anhänge r d c r Agudas Jisroel, weil sie ihr P a l ä s t i n ap r o g 1־ a m m 11 a t, so 11 dem s i n d noch i 111 m e r A n 11 äuge r der A g uda, trotzdem sic dieses 1נ r 0 g r a m m 11 a t.“ Die slowakischen Agudisten sagen sich nämlich folgendes: Wir haben seinerzeit die Balfour-Deklaration über uns ergehen lassen, solange wir sie als etwas betrachteten, das dem Zionismus vielleicht nützen, uns aber, das heißt dem uns ans Herz gewachsenen?ישוב היש nicht schaden wird, wir nahmen sie als etwas hin, das wir nicht verbrochen und auch nicht zu bekämpfen haben. Seitdem uns aber und jedem Kla!’sehenden die Gewißheit wurde, daß die Araber leichtbegreiflicherweise sich unter keinen Umständen, und sei cs auch in einer späteren, unabsehbaren Zeit, von den Juden majorisieren lassen werden, daß sie im Gegenteil jeden Schritt, der als Glied in der langen Kette der Majorisieniugsbcstrebiingen und -Versuche angesehen werden kann, mit der größten Vehemenz bekämpfen und selbst das Leben derjenigen nicht schonen werden, die mit den Zionisten nichts anderes als die jüdische Abstammuiig gemein haben — seitdem wir klar sehen lernten, daß England, das Land der egoistischen Politik, um sicli nicht die Gunst der unter seinem Imperium lebenden zirka 150 Millionen Moslims, der Handvoll־ Juden zuliebe, zu verscherzen, und nicht gezwungen zu sein, die bereits stark verdünnte Balfour-Deklaration auch formell zurtickzuziehen, die arabische Gewaltspolitik stets begünstigen, wenn nicht gar inaugurieren wird; — seitdem es uns also klar geworden ist, daß das starre Festhalten an der Balfour-Deklaration, ja die bloße Scheinexistenz derselben, den Ruin des ישוב הישן ח׳ץ nach sich ziehen könnte, haben wir es einselien gelernt, daß sich die Agudatätigkeit in P a l äs t i n a bloß d a r a u f zu b e s c 11 r ä n k e n 11 a t, d a s bereits Geschaffene zu erhalten, Jmupt- Stimme für die Heiligung des Sabbath erhoben, können nunmehr auf die Arbeit des Weltverbandes ״Schomre Schabbos“ als der Organisation, in der alle um den Sabbath bemühten Kräfte ihr Sammelbecken finden, mit Fug und Recht hinweisen. Sie haben insbesondere den ersten Tag Rösch Hasclianah des Jahres 5690 auf Auf- Forderung des Weltverbandes hin zum Anlaß genommen, vom Gotteshause aus eine Würdigung der Tätigkeit der Schomre Schabbosbewegung auszusprcchcu und einen Appell zur Mitarbeit an die Judenheit zu richten. Es erwies sich gerade für den Wcltverband Schomre Schabbos als eine unbedingte innere Not- Wendigkeit, eine gemeinsame Arbeit mit den Organisationen der verwandten Zielen oder Teilgebieten dienen, anzustreben. So hat es der Weltverband erreicht, sich eine sympathische und seine Arbeit fürderndo Stellungnahme des Weltbundes jüdischer Frauen zu sichern. Gleichfalls wurde eine recht intensive Verbindung mit der Weltorganisation ״Agudas Jisroel“ angeknüpft, die auf ihrer Weltkonferenz in Wien den Bestrebungen des Schomre Schabbos eine warme Sympathieerklärung widmete. Auch mit den großen sozialen Organisationen und Wohlfahrtszentralen wurde in gemeinsamer Arbeit Gedeihliches erreicht. ln der Natur der Tatsache, daß sieh der Sitz des Schomre Schabhos-Zentralbüros in Deutschland befindet, liegt cs begründet, daß sich die deutsche Landeszentrale iu besonderer Intensität entwickelte, eine Ent- Wicklung, die durch Vortrags- und Propagandareiscn von seiten der Zentrale eifrigst gefördert Wurde. Dort führten die Reisen des Generalsekretärs des Weltverbandes zuweilen auch über die Landesgrenzen hinaus und konnten insbesondere auch der Arbeit in der Tschechoslowakei zugutekommen. Doch keineswegs beschränkt sich die Arbeit des Verbandes auf propagandistische und organisatorische Tätigkeit, sic kann vielmehr auch auf erfreuliche praktische Resultate hinweisen. Durch Bankgründungeu in Lettland und Rumänien sollen den Sabbatlihaltcnclen Kredite gewährt werden. Die Erlangung eines Ministerialcrlasses auf Unterriehtsbefreiung für den Sabbath in Sachsen, hat sich als ein Erfolg der Schomre Schabbos erwiesen, von dem zu hoffen steht, daß 01־ in anderen Ländern Schule machen wird. Besondere Schritte galten der Lohntags- und VVochenmarktsvcrlegung vom Sabbath auf einen Werktag. Der Beavbeitung rechtlicher Fragen im Zusammenhang mit dem Sabbathproblem, der Bekämpfung der Kalenderrcform sächlich aber den 7 ישיב הישן. u retten, indem die Aguda durch gerade, mutige und ehrliche Kundgebungen die Gedanken, welche aus den Artikeln, die der Präsident dos Gesehäftsausschusses der Aguda, Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Kolm, seit einiger Zeit, gleichsam als Präludium zu der in den verschiedensten Blättern veröffentlichten Unterredung mit dem Vertreter der J. T. A. (?) erscheinen ließ, wenn auch nicht herauszuiesen. so doch herauszufühlen sind, den Arabern gegenüber offen und unumwunden zum Ausdruck bringt, daß nämlich der größte und wahrlich nicht ärgste Teil, des jüdischen Volkes ער ביאת גויאל darauf verzichtet, in Palästina ,.Majorität“ zu werden und nur das Verlangen hat, seine Glaubensgenossen frei und r u 11 i g. w i c di e ii b r i g e n Juden im E x i 1. a 1 s gleichwertige und gleichberechtigte Bürger des palästinensischen Staats- 1 c 1) e n s scheu z u k ö n n e n. Es wird eine der größten Leistungen des slowakischcn Dclegicrtentages bilden, wenn er diese seine Meinung der Oeffentlichkcit in unzweideutiger Weise zur Kenntnis bringen wird. Sollten wir dann das Glück haben, durch unser Auftreten die Weltorganisation der Agudas Jisroel zu veranlassen, sich unseren Standpunkt zu eigen zu machen, so könnten wir mit der Wahrscheinlichkeit rechnen, dem Judentum zwei wertvolle Errungenscliaften vermittelt zu haben: den Frieden in Erez Erez Jisroel und d ie Vereinigung aller יראו ה, באמת »n t c 1׳ d c 1׳ F a 11 11 c. d er A g u d a s Jisroel. Versicherungen jeder Art durch die Aguda. Infolge eines Vertrages, den die Agudas Jisroel- Weltorganisation und nunmehr auch die Landesorga 11 i s a t i o n d c 1־ A g u d a s Jisroel in der Slowakei mit der altbekannten V 0 r s i c 11 e r u n g sgescllsc. liaft ״P 11 ö 11 i x“ abgeschlossen hat, erhalt jeder Jude die Möglichkeit, Lebens- und Sachschaden- Versicherungen jeder Art unter günstigen Vorzugsbedingungen mit dieser Gesellschaft abzuschließen und dabei — ohne die geringste direkte Leistung seinerseits — gemeinnützigen jüdischen Zwecken beträchtliche Vorteile zu sichern. Man wende sich daher, bevor man irgend welchen Versicherungsvertrag abschließt, in der Slowakei und Podkarpatska Russ an die Agudas Jisroel-Zent r a 1 e (V e r s i c 11 e r u 11 g s a b t e i 111 n g) in B 1• a t is 1 a v n, Ttmiergasse J4-I6, P o s t f a c 11 14 0, oder an die Orts-Jugendgruppcn und Vertrauensmänner der Aguda in den einzelnen Orten, bezw. an deren Vertreter, sofern sie eine Legitimation der Versicherungsabteilung der Aguda vorweisen. Vertrauenswürdigen und gewandten Personen in allen Orten der Slowakei und Podkarpatska Russ wird Gelegenheit geboten, durch Beschäftigung mit Werbe- Tätigkeit Nebenverdienst, bezw. dauernden Erwerb zu finden. , Offizielle Eröffnung des neuen jüdischen Knabenwaisen- Uanses in Bratislava. Der nahezu vor hundert Jahren noch zur Zeit des ״Chasam Sofer“ gegründete Waisenlmusverein ״Jeruclmni Josaum“ in Bratislava hatte Sonntag, den 11. Schwat seinen großen Tag. Dieser Verein nimmt sich seit seinem Bestände in mustergültiger Weise Preßburger und in Ausnahmefällen auch auswärtiger jüdischer Waisenknaben an und pflegt damit einen immer noch stark vernachlässigten Zweig der Wohltätigkeit. Die Knaben, die der Verein in seine Obhut nimmt, besuchen die Lehranstalten der orthodoxen Gemeinde und werden später ihren Fähigkeiten entsprechend einem und der Propagierung der Fünftagewoche galt eine recht intensive Arbeit. Uebcr eine große und erfolgreiche Enquete der deutschen Landcszentrale, die. Niederlnssungs- und Arbeitsmöglichkeiten schaffen oder ermitteln soll, berichtet ein ausführliches Spezialexpose. Das jetzige Stadium der Arbeiten des Weltvcrbnndes forciert gebieterisch die Tagung des Weltkongresses für den Sabbath. Aus dieser Erkenntnis heraus hat das Zentralkomite den Sabbathwcltkongreß für Juni 1950 einberufen und hofft, daß hier auf einer Basis von absoluter Neutralität die Möglichkeit gegeben ist, sowohl Führer der Arbeit als auch besonders der Wirtschaft recht intensiv mit dem Sabbathproblem zu befassen und so auch dem sozialen Ausgleich zu dienen. Der Genius des Sabbath wird dem Erfolg unserer Arbeiten dienen. Der Wcltverband Schomre Schabbos geht dem bevorstehenden Weltkongreß und der künftigen Arbeit voll Zuversicht entgegen. Er weiß sich als den Träger eines der höchsten und erhabensten Ziele des Judentuins und seinen Weg vom Gemeiusamkeitsgefiihl der Judenheit betreut. Der 800. Geburtstag Rabenu Mosche ben Maimons (רמב״ם ד׳ל). Im Jahre 5695 (1935) werden es 800 Jahre, daß Rabbenu Mosche ben Maimon, der ״Rambam“, das Licht der*Welt erblickte. Wie Prof. D. A. Blondheim von der John Hopkins Universität in New York jüngst in einer Versammlung von jüdischen Gelehrten mitteilte, wird aus diesem Anlasse die Veranstaltung einer großen voll־ ständigen Ausgabe seiner Werke vorbereitet. Der Ram־־ bam hat seine Werke bekanntlich teilweise in hebräischer und zum anderen Teil in arabischer Sprache (aber mit hebräischen Schriftzeichen) geschrieben und sie umfassen das gesamte Wissen vom Judentum. Zahlreiche Schriften vom Rambam sind noch ungedruckt. Die, großen Biblio־ theken in Paris und London besitzen Manuskripte oder Fragmente in der Originalhandschrift des Rambam. Man darf also der ersten vollständigen Ausgabe aller erreich־ baren Geistesprodukte des Rambam mit der größten Spannung entgegensehen.

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