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Jüdische Presse · 1930-01-24 · 4 (24.1.1930) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
4 (24.1.1930)
Date
1930-01-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE PRESSE Nr. 4 sind, sondern Gemeingut der Welt Orthodoxie. Sein politisches Ideal, die ׳Harmonie von Thora und moderner Kultur, that!bereits in der Orthodoxie vieler!Länder!Wurzel geschlagen.;Die Orthodoxie wird sich allmählich bewußt, daß ihr Sein oder Nichtsein von ihrer Selbständigkeit a׳bhängt, aber die Isolierung vom jüdischen!Liberalismus und (Freidenkertum muß, wenn die Orthodoxie sich .als lebe nsfähig erweisen soll, den!Anschluß an die wahre Kultur der Völker zur;Folge haben, ohne selbstverständlich ein Jota von unserer heiligen Thora und Tradition aufzugeben. Nu!r so wird es der Orthodoxie gelingen, die!Machtstellung im jüdischen Volke zu erlangen, die ihr zukommt.!In diesem Sinne erhält die neu gegründete Hirsch-IGesellschaft historische Bedeutung für ׳die!Gestaltung der Welt- Orthodoxie in politischer wie •in (kultureller!Hinsicht. Die (Politisierung der Weitorthodoxie!im Zeichen ihrer (Verselbständigung und ihrer geistigen Fundierung im Sinne von Thatiro und Derech-lErez, das ׳ist heute, in dieser schweren Schicksalsstunde des (jüdischen Volkes, ein Programm, welches allein die Orthodoxie über die!Stürme der Zeit hinweg retten kann. Mitglied dieser Gesellschaft kann!jeder orthodoxe Jude werden, der mit den (Ideen 'S. 1R. iHirsch’ sympathisiert. Anschriften in dieser Sache sind zu richten an die S. R. ■H!i rsc-h-Gosel 1 sch a f t. Frankfurt a. M., R ii c k e r t s t r a ß e 5 0. Großwardein. Am 12. d. fand die Vorstandswahl der hiesigen orthodoxen Gemeinde statt. Es wurden gewählt: Als Präsident Herr Mittelmann Jakob, Vizepräsidenten FiJiptp Frledtnatin. Rotbart Bde, Alexander Leitner. Kassier Mar- ׳kus Meisuer und■ Kontrollor Lebovüts Hugo. Herr Fllipp Friedmann begrüßte den neugewäh'lten Präses. Anknüptfend an die lehrreiche Erklärung Rabbiners 5L Rafael Hirsch über den doppelten Zur.uf unseres Vaters Jakob an seine Söhneהאססו וחקבצוforderte Redner die Vertreter der größten orthodoxen Gemeinde des Landes auf, sich von allen!fremdartigen. der Tradition umserr!Gemeinde nicht entsprechenden Parteibewegungen loszureißen. Die!Heilig- Pc ei t der!Gemeinde müsse über allem stehen. Trachten ׳wir, den echitljüdischen Geist ■zu ׳kräftigen, damit die Gemeinde sich wieder des Rufes einer עיר ואם בישראל erfreuen (könne. Fisch Alexander. Vereinigung ehemaliger Schüler der Preßburger Jeschiwa 1 Oradea. Wie der ״Zsiido Ujsag“ berichtet wird, fand am 5. läinner in Großwardein• bei Teilnahme von ■60 ehemaligen Schillern der Preßburger Jeschiiwa eine Ver- Sammlung statt, in• welcher im!Sinne ׳der Preßburger Resolution be׳sch!10׳sse!n wurde, •den dortigen!Lokalverciu zur Förderung der moralischen, geistigen und materiellen• Inter- •essen der Preßburger Jeschiwa ins Leiben zu rufen. Nach Ansprachen der Herren Rabbiner 1P׳ol;la׳k und J. Welc traten' sämtliche Anwesenden dem Verein bei. Unter Vdrsitz des Herrn Vereinsra'bbiners Josef Schwarz ,wiird! ein fünfgliedriges Komitee die Tätigkeit fortsetzen und in Verbindung mit anderen Lokalvereineil •an die Gründung ,der sielbenbiirgischen Landesvereinignng schreiten. Ein amerikanisches Komitee zur Untersuchung der Lage des Judentums in Rußland. 1(!J. T. 1A.)!Bekanntlich hat ■sich der Amerikanisch- Jüdische Kongreß in seiner letzten Konferenz -mit der ׳U.n- ׳terdrückung der 1jüdischen Religion in Rußland ׳beschäftigt. Der Präsident des Kongresses iBernard׳ 'S.!Deutsch .׳teilt!jetzt mit, daß er ׳gemäß dem ■ihm vom Kongreß erteilten Auftrag ein Komitee ernannt habe, ׳das die!Bedingungen in Rußland studieren und!Maßnahmen ergreifen ■soll, die. unter den gegebenen Umständen!als!ratsam erscheinen. Der Kommission gehören ׳a!ls Mitglieder!an ׳Cairl ■Sherman■ .als ׳Vorsitzender. Dr. I. 'L. IBluestoine, Gedalia'h IBubliök,!Rabbi Moses Hyamson und!Nathan 1D. Perlman. Dr.!Stephen S. Wise,!Bernard 'S. Deutsch ׳und iBernard!G,. Richards wer- Iden ,als Ex-Officio-Mitglieder fungieren.!Mit Bezug •aulf ■die große Demonstration ,gegen die Verfolgung der Religion ,in Rußland,!die •vor kurzem׳ in der!Londoner Albert Hall stattfand׳, ■gibt IBernard S.Deutsch iin einer Erklärung seiner!Hoffnung Ausdruck, daß wichtige christliche Körperschaften •in Amerika, Idie,!wie, ,ihm beika-nnt ist, die •Frage aufmerksam!verfolgen,;ihren Einfluß bald-aiiüh öffentlich fühlbar machen und ׳dadurch bekunden werden,!daß die ■antireligiöse Kampagne ׳der Sowjets alle Religionen in gleicher Weise trifft.!Er zitiert die Erklärung!des Ghiej4Ra׳bbi IDr. J. H. Hertz;in der lAlbert-Ball-Ver- Sammlung, in der dieser der Hoffnung Ausdruck gab, daß die britische Regierung und alle zivilisierten!Regierungen Vorstellungen erheben werden, i!1 denen der sittlichen Entriistung ■aller Freunde der!Humanität wegen der Religions- Verfolgung in Rußland!Ausdruck gegeben werde; solche Vorstellungen ׳könnten diejenigen׳ 'Staatsmänner •in Ruß- •land stärken, die die verbrecherische Torheit des aggressiven Atheismus erkennen. Rabbi Sonnenfelds Erklärung. Der Justizseikretär der palästinensischen Regierung hat mit!Datum vom 11.Dezem'ber an Oberrabbiner Sonnenfeld ein Schreiben folgenden ׳Inhaltes gerichtet: ״Ich erhielt Abschrift von Bw. Ehrw. öffentlichen!Erklärung. Sie hat mich׳ bis ins Innerste gerührt. Ic'h empfinde, was jeder rechtschaffene Mensch empfinden!muß beim Lesen dieser Kundgebung, die wahrihaft ״äugenerleuchtend“ ist. In ■großer Verehrung gez. Norman iBentwioh.“ Die Mehrheit des jüdischen Parlamcntsklubs gegen Grünbaum. (J. T. A.) Bei der!Beratung des Textes der im Seijm ■zu verlesenden Deklaration hat — wie die Zeitung ^Moment“ mitteilt — der ■Vorsitzende ■des Klubs eine schärfere Tonart im Sinne einer konsequenten Opposition vorgesohlagen, die aber nicht ׳die ׳Billigung der!Mehrheit der!Klubmitglieder gefunden.hat.- Die ostgalizischcn Deptitierten, die schon bisher gegen ׳Griiii'baums konsequente Oppositionspolitik aufgetreten waren, und ein Teil der bis-!hörigen!Anhängerschaft Grünbaums gab ihrer Meinung dahin ׳Ausdruck, daß die Lage der Uidisclien Bevölkerung eine ■so ׳verzweifelte ■sei, daß man der ׳jetzigen Regierung etwas Kredit •geben müsse, in der Erwartung, daß sic gegenüber ■den!jüdischen!Postiilateii vielleicht doch ein Entgegenkommen ■zeigen würde. Vertreter der Araber beim Präsidenten des Völkerbundrates Zaleski. CJ. T. A.) Der Präsident des Völkerbundrates und Minister des lAeußern der!polnischen!Regierung, IZaleski, empfing ׳die Vertreter ■der ,arabischen-syrischpalästinensischen Delegation,!Emir Arslau und!Ibsan El Dfjabri, die!ihm den arabischen Standpunkt!bezüglich der Klage matter angelegen heit dargelegt haben. Zaleski gab der Delegation •die Versicherung, daß die gemäß!Beschluß ׳des Völkerbundrates zu schaffende Kommission ihre Ent- Scheidung absolut unparteiisch treffen wird lind •daß •die Araber ihr volles Vertrauen entgegenbringen mögen. Schwere Wolkenbrüche in Palästina. (J. T. A.) Schwere ,Wolkenbrüche gingen in Palästina nieder und überfluteten •an vielen Stellen die Bahnkörper,!so daß ernste Verkehrsstörungen eiugetreten sind׳. Der Personenzug aus Kantara, der die Reisenden aus Aegypten nach Palästina bringt, konnte wegen der lUeberflutung nicht über!Gaza hin auskommen. Vier Juden in England ausgezeichnet. (J. T. A.) In der Ehrenliste. die ׳in England von Jahr zu Jahr am Neujahrstag erscheint ׳und Titelverleihungen sowie Auszeic'hnungen enthält, stehen ׳diesmal ■die Namen von vier Juden: Louis ׳Bernhard‘ ,1Baron, der!Sohn ■des vor kurzem verstorbenen bekannten!jüdischen!Philanthropen!Bernhard Baron, wurde in den ׳Baronettstand erhoben: die Privat- Sekretärin Mac Donalds, Miß Rosa Roseirberg, erhielt den Orden des!British!Empire; der )Präsident der J. C. A,, Leonhar׳d Lionel Cohen, wurde Ritter ■des Königin-Viktoria- Ordens, ׳und Honourabl'e Michael iMycrs, Oberrichter ׳van Neuseeland, Ritter •des Ordens von St.!Michael und St. George. Stellungnahme des Vatikans zur Frage der Kalender# reform. (Sako.) Der Vatikan hat der englischen Regierung auf die Anfrage hin, wie er sich zu dem vom Völkerbund geäußerten Vorschlag einer Revision des gregorianischen Kalenders stelle, •davon Mitteilung gemacht, daß er eine solche Revision in ihren Auswirkungen für Verhängnis# voll betrachte und insbesondere sich keineswegs zur Fest# Setzung eines konstanten Termins für Ostern zustimmend äußern könne. Die ganze Frage der Kalenderreform er# scheine ihm unter den gegenwärtigen politischen und sozialen Verhältnissen durchaus verfrüht. Das englisch-russische Propagamlaabkominen gilt nicht für Palästina. (J. T. T.) ״Haarez“ beschäftigt sich in einem Aufsatz mit der kommunistischen und proarabischen Agitation Moskauer Agenten und ihrer palästinensischen Verbündeten jener Araber und koirnnunistischen Juden, die auf der schwarzen Liste der Reierung stehen. Bei dieser Gelegenheit wird festgestellt, aß das englisch-russische Propagandaabkommen zwar auch für die britischen Dominien Gültigkeit besitzt, aber die Mandatsgebiete nicht miteinbegreift. Rätselecke. Silbenrätsel. Ans nachstehenden Silben sind ׳Worte mit unten verzeichneter;Bedeutung zu bilden: a ab am as as ban ׳bek ce dam den du e e! er bau her ho is kn la len li Li ma mas me!mon 11a nai uaph os po ra ram ram re sa •sa sa se ses si si׳d Ster su ta zä. 1. Sekte im Judentum. 2. Europäische!Stadt ׳mit alter Judengemeinde. 3. Ritualgegenstand. 4. :Historischer Berg. 5. ■Frau Josefs. 6. Sohn Jakobs. 7.!Biblisohe Stadt in Aegypten. 8. Geburtsnamc eines Stammvaters. 9. Europäisches Land mit starker Judenbevölkerung. 10. ׳Eine!jüdische!Mutter. M. ■König ■in Israel. 12. Prophet. >13. ׳Unsympathische biblische!Figur. R!Berg in Palästina. 15. ׳Onkel Jakobs. 16. Stammutter. 17. Wochenabschnitt. 18׳. Palästinensischer Baum.;19.!Einer der zwölf Prophten. Die Anfangsbuchstaben von oben nach unten ergeben den Namen eines!jüdischen Reorganisators. Die Auflösung des Rätsels erfolgt in Nr 6. Die!N a m e n der richtigen Einsender w e r den v e r- , äffen tl i ch t. d r ei ausgelos t e Einsender ׳er- ׳halt c n ׳je ei n e n B n c 11 p r e i s. Auflösung des Rätsels aus Nr. 1 vom 3. Jänner 1930. 1. Visi tenkartenrätsel: 0 b e r k a n 10 r. 2. Zahlenrätsei: Adam Gabriel Uriel David Afuleli Sarah Isebcl Schar Raschi Abardaneli Eufrat Libanon Axudas Israel. Amtliche Verlautbarungen der israel. Kultusgemeinde in Wien Kundmachung. Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Fleischbank des Herrn Siissie 11־ asten, II., Obermüliner# straße 5, ab 15. Jänner 1930 unter Aufsicht des ehr# würdigen Rabbinatcs der israelitischen Kultusgemeinde Wien steht. Der Vorstand der israelitischen Kultusge# mcinde. Wien, 20. Jänner 1930. Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezi rkssy nagogen. Freitag, den 24. Jänner 1930 werden bei dem um 4 Uhr 50 Minuten beginnenden Abendgottesdienste in nachbenannten Gemeinde# und Bczirkssynagogen Pre# digten abgehalten, und zwar: II., Tcmpelgasse 5 (Rabbiner Dr. M. Grunwald); V., Siebenbrunnengasse la (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer); VI., Schmalzhofgasse 3 (Rabbiner Dr. J. Drobinsky); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Tag# licht); XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach). — Samstag, den 25. Jänner 1930 finden beim Morgengottes# dienste (Beginn 8 Uhr 30 Minuten) in den Gemeinde# tempeln XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. Dr. Feuchtwang) und XXI., Holzmeistergasse 12 (Rab* biner Dr. M. Rosenmann) exegetische Vorträge statt. Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 25. Jänner 1930 findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde# und Bezirks#Synagogen statt. dieses Schlüssels die mündlichen פרטים in dem schrift# liehen Text der כללים angedeutet zu finden usw. (Ges. Schriften, VI. S. 339 u. f. — Siehe auch Kommentar zu Exodus. 21,2.) Aber allenfalls muß es für den Traditionsgläubigen feststehen, daß die richtige Exegese des Gottesgesetzes die Totalität der mündlichen Auslegungen vor Augen haben muß und daher das scharfe Wort Ben Usiels in den 19 Briefen S. 104, daß eine Begründung der מצות» die bloß vom knappen biblischen Text, ohne die näheren Bestimmungen in der Ueberlieferung zu beach# ten, ausgeht, ein ״Wahnstandpunkt“ sei, keine unberech# iigte Phrase ist, wenn sic sich auch gegen Maimonides (Moreh, III, 26 und 41 §) wendet! Wir könnten die Wichtigkeit dieses in Bezug auf dio Begründung der מצית zu allererst von Hirsch aufge* stellten Grundsatzes an unzähligen Beispielen vordemon# strieren, doch wollen wir Raummangels halber und auch, um die Geduld des Lesers nicht allzusehr in Anspruch zu nehmen, abermals auf das frühere Beispiel von מלאכת שבח und noch auf das נגעים »Gesetz in Leviticus K. 13 ver# weisen. Das Letztere erklären jüdische und nichtjüdische Kommentatoren als ein sanitäres Gesetz. ״Kein Teil des göttlichen Gesetzes hat also wie dieses Kapitel über נגעים dem Wahne von den sanitätspolizeilichen Tendenzen der ,mosaischen Gesetzgebung‘ zur scheinbaren Folie dienen müssen“, schreibt Hirsch (III. B. M., Einl. zu ו.נגעים Man braucht zum Beispiel nur einen Blick in das Philip# son’sche Bibelwerk zu werfen, um es als ausgemachte Tatsache konstatiert zu sehen, daß das ־ נ ג ע י ם•Gesetz sanitäre Motive habe. Da kommt nun Hirsch und beweist mit einem erdrückenden Tatsachenmaterial, daß eine der# artige Motivierung dieser Gesetzgebung einzig und allein infolge der Außerachtlassung der im Talmud überlieferten näheren Bestimmungen dieses Gesetzes ermöglicht sei, wie aber die Erwägung der diesbezüglichen überlieferten Be# Stimmungen eine derartige Annahme als eine leere Fiktion brandmarken und vielmehr einer mystischen Begründung dieses Gesetzes das Wort reden müsse. Nachmanides zu Kap. 13, 4 ist bei ה:עי >1ב noch schwankend in Bezug auf die Richtigkeit der sanitätspolizeilichen Auffassung; zu Kap. 13, 47 bei נגעי בגדים יבתים bekennt er aber un# umwunden איננו בטבע כלל — Der Arzt Seforno zu 13, 2 stellt schon vor Hirsch fest: אבל שאר מיני הצרעת וכף ולא תהי׳ בהם טומאה כלל Siehe auch Seforno zu 13, 47 in Bezug auf נגעי בגדים לבתים• Hirsch aber kommt mit dem Arsenal der zum נ ג ע־י ם »Gesetz überlieferten Ausführungsbestimmungen und bringt die ganze ״sani# tätspolizeiliche“ Auffassung unwiderleglich zum Fall.) In Bezug auf die Begründung des Werkverbotes am Sabbat verweisen wir bloß auf eine Einsichtnahme in die Ausführungen Hirschs in den 19 Briefen und auf seine diesbezügliche Polemik gegen die ״beiden Moses“. (19 Br., S. 103, siehe auch Kom. zu II. B. M., 20, 10.) Ja, unerreicht steht da Maimonides als Gesetzessystematiker! Und niemand hatte diesbezüglich Maimonides mit herrlicheren Worten ge» feiert, als eben S. R. Hirsch. Im 18. Brief, wo er scho# nungslos gegen die ״aus arabischen Brunnen geschöpften griechischen Philosophemc“ des Moreh loszieht, dortselbst schreibt er über Maimonides, ״der große Mann, wie wir ihm, und nur ihm, die Erhaltung des prakti» sehen Judentums bis auf unsere Zeit ver# danken!“ Sind doch auch die halachischen Vorschrif# ten im Chaurew neben den Auszügen aus dem Schulchan# Aruch, auf den Jad Hachasakah gegründet. Und im Pentateuch#Kommentar wird in den halachischen Partien nächst den talmudischen Quellen, von sämtlichen Deci# soren fast ausschließlich nur der Rambam zitiert und als Grundlage benutzt! Verbreitet die einzige orthodoxe Zeitung Oesterreichs und der T schechosiowakei! Jeder, der bis 31. Jänner 10 Jahresabonnenten (Abonnementpreis S 16) bringt, erhält ein wertvolles Geschenkbuch. Die Redaktion. Aber in Bezug auf das zweite große Strombett jüdischen Denkens, nämlich die Erforschung des inne# ren Sinnes und Grundbegriffes der göttlichen Geböte, der טעמי הםצ1ת» •st es nicht die vereinzelte Meinung des Reformrabbiners H. B. Fassei, der gleich dem מלאך רע יענה אמן mit voller Emphase ausruft, daß die in Hirsch’s Chaurew dargelegten ״Gründe für die Ge# bote Gottes die des Maimonides weit übertreffen“ und daß in dieser Beziehung• der Chaurew ״ein in seiner Art einzigartiges judentümliches Meisterwerk“ sei! Ja, wird nicht ein jeder objektiv Denkender, für den die uns im talmudischen Schrifttum überkommenen Teilbestimmungen der im biblischen Text knapp gefaßten Mizwaus ebenfalls göttlichen Ursprungs sind, כולם נהני מרועה אחד, die Siegespalme auf dem Gebiete religionsphilosophischer Begründung der מצית demjenigen darreichen müssen, der sich bei seiner diesbezüglichen . Forschung vor allem von dem Prinzip leiten ließ, daß man bei Beurteilung der מצות eben jene Teilbestimmun# gen nicht außer Augen lassen darf, die ja erst zusam# mengenommen den Totalbegriff der Mizwoh gehen und die gerade vorherrschender Bestandteil der תשב״ע sind? *) Nicht aber demjenigen, der in seinem Moreh selbst zugibt, daß er zur Beurteilung der מצלח nur ת ש כ “ כ ZU seinem Standpunkt nimm, einen Stand# punkt, den er ja für die Praxis selbst als den unrichtigen erklärt haben würde.**) Dies soll VH keine Schmälerung der gewaltigen Größe des Maimonides sein! In unsterblicher Größe steht uns Maimonides als Verfasser des החזקה T da• Als sol« eher ist er in und für Israel der eigentliche unsterbliche Rambam! Aber auf dem eben besprochenen Gebiete müssen wir viel eher dem auf der Totalität von תשי״ב u״d השבים errichteten System Ben U$iels folgen ... *) Siehe Briefe, S. 104. **) III., 26 und 41.

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