Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 4 (24.1.1930)
- Date
- 1930-01-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2629891-2630341-2630345--3524-2635534- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 4 Esset nur RI.KA-Rrnt aus der unter Aufsicht der Adas Jisroel stehenden DAMPFBKCICEftEI LEDERKsß &KOHN Betrieb: Wien II, Hoilandstraße 7 Telephon R-47-4-95 Verkaufslokal: II, Große Schiffgasse 16 Telephon A-41-7-45 Verkaufstelle für den IX. Bezirk Glaserg. 10 / Tel. A-10-6-50 Ordnung ׳verschwinden zu lasse״, bis ׳es, soweit es im Großstadtlehen möglich ist, gelöst ist. Ueber die Generalversammlung erhalten wir foigenden ׳Bericht: * Am vergangenen Sonntag fand im ,Sitzungssaal der Agudas-disroei-Jugendgruppe die Generalversammlung des Vereines der Sabbatfreunde ״Schomre iSchabibos" statt. Dieser Verein wurde vor 21 Jahren ins Leben gerufen und; :hat bis in die ersten Nachikriegsjahre eiin eigenes!Büro unterhalten, das sich in ׳erster!Reihe mit der Stellenvermitt- Jung befaßte und auf diesem ׳Gebiet seinerzeit auch große Erfolge aufzuweisen hatte. Infolge verschiedener Umstände hat der Verein dann fast׳ seine ganze Tätigkeit eingestellt. Seither wurde öfters versucht, in1 ׳Wien Sohomre-Schabbos- Arbeit zu leisten, jedoch waren dies nur Gelegenheitsaktionen. Vor ungefähr einem Jahr hat nun die .Aguda s-ijisroel- Jugendgruppc die Initiative■ in dieser Sache ergriffen und zunächst eine 1״S c 11 on 1 r e -IS c hahib os JS ek t:i 0 n“ gegründet. Diese Sektion hat im Laufe des Jahres im Verhältnis zu ׳den ihr zur Verfügung stehenden!Mitteln große Arbeit geleiste! und auch ziemliche!Erfolge auf zurweisen gehabt. Um jedoch die Arbeiten der ,, Schom 1׳ c-iSch abbos־Sek110 ׳1ז‘‘ großzügiger, weiterf'ü'hren zu können, hat die jugendgruppe.beschlossen, sich mit dem ,,Sc׳h:ornre-Schabbos-Vcrein“ zu fusionieren und denselben zu reorganisieren. Die Hauptaufgabe der Generalversammlung war, einen Arbeitsplan aufzus teilen ■and einen arbeitsfähigen Vorstand zu wählen. Der Vorsitzende Herr Moritz Felsenbiirg begrüßte die zwei Vorstandsmitglieder, die außer ihm den Verein seinerzeit mitbegründet haben und demselben bis heute angeboren, Herrn Wolf Pappen heim und Herrn Mo- ' ritz Nasch׳, und konstatierte mit Freude die Wiederbelebung des Vereines.!Herr ׳Wolf iPappeiiiheini, der, wie für jede K,lall-,Arbeit, auch :für Scho 111 re-S011 abb0 s-1 Arbert sehr ׳viel geleistet hat, hielt ein 'Referat über die ‘Arbeiten• seit Gründüng des Vereines). Sodann ergriff IH.'Moritz!Nasch dasiWort und stellte in kurzen Worten einen Arbeitsplan auf. Er verlangt׳ unte; anderem, der Verein möge seine ganze Aufgäbe!nicht bloß in der 1Stellenvermittlung erblicken, sondern ebenso das .Interesse des sohabboshaltenden Selbständigen im Auge haben. Namens der ,,Schornre,׳Schabbos-Sektion“ sprach Herr Siegfried 'Spitzer und. berichtete über die geleistete Arbeit.!Er machte eine'ganze Reihe praktischer Vorschläge bezüglich der zukünftigen Arbeit, die erst vom neugewählten!Vorstand in Beratung ׳gezogen werden!müssen. Es ergab sich■ sodann eine Diskussion, an der ■sich unter anderen die Herren Siegmund Stern, Rabbiner A'bra-!ham Heschel, Leopo d Lederer und ׳Gremialrat Halpern ibeteiligten. Herr Rabbiner Heschel .verlangte rascheste Fer- ׳tigstellung der Liste der sa'bbathaltenden Kauf 1 eilte und Gewerbetreibenden und Veröffentlichung ׳derselben. ׳Herr Siegmund Stehn betonte die 'Wichtigkeit der!Propaganda, 1insbesond׳e;re durch die Presse. Herr Moritz Pappenbeim schlug der Generalversammlung einige notwendige ׳Sta- ■tutenänderungen vor, die ׳mit einigen Aenderungen ange-!nommen wurden. iZum Schluß wurden auf Vorschlag des Präsidenten Herrn ■Moritz Felsenbu.rg ■die '!Herren Emil Adler, David Bondi, Eduard Deutsch, Moritz IFelsenburg, ‘Hersch Feuer, Gremialrat Jakob Halpern, Nathan He.rzka, Rabbiner Abraham Besehet, Josef Hirschler, Komme r׳zia׳- rat (Moritz Leitner, Moritz Nasch, Moritz Pappen heim, Rabbiner Dr. Josef IPollak, Karl Richter, Menni Rotschild, Leopold Schisciha, Akiba Schreiber, Siegfried Spitzer Michael Sternfeld, •Jakob Stroh und Michael Weldfer einstimmig gewählt. Trotzdem die Beteiligung ׳nicht sehr stark ׳war, .mußte man ■den Eindruck gewinnen, daß die Generalversammlung praktische Erfolge zeitigen und der ״Schomre-iSebabbos- Verein“ wieder eine segensreiche Tätigkeit entfalten wird. Die Stellung der Agüda zu Palästina. Unterredung der J. P. Z. mit Dr. Pinchas K o 11 n, Leiter der politischen Exekutive der Agudas-Jisroel-Welt- Organisation. W׳ir entnehmen der jüngsten Nummer der ״J. P» Z.“!folgende Ausführungen: Sie!legen ׳mir :fünf Fragen vor; ich glaube׳, es ׳dient dem Verständnis, wenn ich diese Fragen zusammenhängend zu beantworten versuche. ׳Ihre Fragen lauten: 1. In welcher Weise fordert die Agudas 'Jisroel׳ die Durchführung der Balten r-!Deklaration? 12. Wie stellt sich die Agudas Jisroel zum arabischjüdischen!Konflikt in Palästina? 3׳. Welche Auffassung hat die Aguda bezüglich der Tempelimauer? 4. Wie verhält ׳sich die Aguda zur Verständlgungs- Politik ׳des ״Brith-Schailoni“? 5. Denkt die Aguda im jetzigen ׳Moment an eine politische Zusammenarbeit mit der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency? Da wäre nun zunächst zu ׳sagen, daß die Aguda möglichst der!historischen!Kontinuität!Rechnung zu tragen versucht. Liegt doch in ׳diesem Prinzip oder .in seiner Nichtbeachtung überhaupt die /Erklärung für manche Nachkriegsersdheinung. A la guerre coirnne ä la guerre. In Kriegsmaßnabmen, sowie in Verträgen, die noch unter •der Kriegs־׳ oder Sieges- oder Niederlage-Psychose geschaffen wurden, wird diese 'Kontinuität außer adht gelassen. Auch unsere Konstruktion der Weltlage, die wir!gemeinhin!unter dem Stichwort ׳״Messianische Zeit“ verstehen, unter-!bricht ׳diese •Kontinuität, aber gerade deshalb •.können wir sie nitr unter den ■Aspekten eines Wunders erhalten, ׳d. 11. Unter einem außergewöhnlichen Eingreifen der Vorsehung. Das hat die Balfour-Deklaration, die doch eine Kriegsmaßnahme ersten Ranges war, übersehen. Da aber im normalen :Verlauf!der geschichtlichen Dinge die Kontinuitat sich Immer wieder Raum!zu schaffen sucht, ergaben sich für die Mandatsmacht a priori die Schwierigkeiten, ׳ über die wohl in diesem Zusammenhang nicht zu reden ist. Nun sieht die Aguda kraft ihrer Grun׳danschauun!g in ׳jedem Geschehen auch einen Sinn, den Sinn einer Frage an die Thora und ihre!Bekenner•. Was heute allgemein •als eine Fiktion erkannt ist, der Traum eines auf Grund von Menschenwollen die historische Kontinuität unterbrechenden jüdischen Staates, hat Aguda von vornherein äbgelebnt. Hier darf wohl eingeschaltet werden, daß die Anerkennung des White Paper!seitens der Zionistischen Organisation eine logische Folge dieser Grundeinstellung war. Aguda sali und sieht in der Balfour-Deklaration eine Möglichkeit, losgelöst von politischen Aspirationen auf heiligem Boden ein heiliges Leben zu führen, die ״nüzvas jisclut'w lioorez“ zu erfüllen, ein Leben, das in der Erde und ihren Bedürfnissen wurzelt und doch •dem Augenblick einen Ewigkeitswert über sich ׳hinaus erteilt. Dazu gehört aber unbedingt ein den historischen Bedingiu.ngen gerecht werdendes friedliches Verhältnis zu den Arabern, das im alten Jischuw, der dem Ideal eines den thorageschichtlichen!Bedingungen dem• ׳Heiligen Lande ent- •sprechenden Alltagslebens gerecht zu werden versuchte, tadellos funktionierte. Ich muß nocli weiter aushoieu, che ich ihre Fragen bündig beantworte. Palästina ist leider du klassischer. Boden des Konflikts zwischen Orientaliisierung und Europäisierung geworden. Ich darf bei dieser Gelegenheit ׳vielleicht daran erinnern, daß .ich vor eineinhalb ijahreh •eine Artikelserie über Europa und Orient in Bezug auf Palä- ׳stlna veröffentlichte, in :der nicht auf Grund einer Prophetischen Kunst, sondern lediglich auf Grund zwangs-!läufiger geschichtlicher Notwendigkeiten die Grundlinien der nun zur Tatsache gewordenen Entwicklung gekenu- :zeichnet sind. Die Araber aber sahen :i׳n den jüdischen Emigranten die Herolde ׳der Eitropäisierung und auch dagegen wehren sie sich. Daß geschickte •Faiseure diese tragischen Gegensätzlichkeiten In ■grobes׳ ,׳demagogisches 'Geschütz um׳ wand alten, Ist ׳die Signatur ׳der ׳Ereignisse!111 ׳Palästina. Würde der ״Britli-Schalom“ •es!verstehen, die Wurzeln der Differenzen tbloßzulegeu, so ׳wäre cs ein wunderbares Werk. Die Konsequemz — ■und das ist ■das •Programm der Aguda — wäre ein ׳neues ׳white paper, eine neue Interpretation der 13allour-!Dc׳k 1 aration, etwa im 'S׳in:n,e von ,Achad Haam. ׳Palästina als ein ׳Heim der :jüdischen 1Kultur, wie es Achad Haam ׳meint, •der!jüdischen Religionslkultur, wie die Aguda e׳s!nennt Das wäre die richtige!Linie zwischen ׳den׳ ׳politischen Bedürfnissen.Englands, der Befriediigung •der Araber und den Notwendigkeiten für die Juden. Es würde schon lohnen, ׳daiß alle in Frage kommend׳en Faktoren ׳siic'h dieses ׳Projekt einmal su>b specie actermitatis ׳gemeinsam überlegen. Damit haben ׳Sie aucli die Antwort auf Ihre vierte Frage. ׳Das •große ,Interesse müßte über ׳alle Organisationen .hinaus sich wirksam erweisen. Ich :spreche absichtlich nicht über die Tendenzen •der Jew!is׳h Agency, die sich an rein finanziellen Erwägungen orientieren. Allein •es ist 'klar, daß, aus dem bösen Traum des Sac'hiichkeitswabnes erwacht, die jüdische Gesamtheit einse'hen wird, was der Augenblick ׳erfordert. Aguda hat. der Administration der Agency die Beschlüsse ׳der »weiten Keness'io Gedaulo bekanntgegebeu. Ist der ׳Wille zun! Weg gegeben, so ist ein Weg. Was nun endlich •die Tempelmauer betrifft, so ist der Standpunkt der ■Aguda klar. Sic lehnt alles ab, w׳as aus dem wailing wall ein Politikum macht; was wir brauchen, ist das Träumen und Betcn.au diesem Ort׳, begleitet von dem .heiligen Lachen, das ■sich Rabbi Akiiba entrang, als' er die ׳heiligen Stätten in ihrer Verlassenheit sah. Mehr nicht. Aufhören jeder individuellen jüdischen Kolonisation in der Sowjetunion. (,J. T. Ä.) Gemäß einer soeben vorn!Kommissariat ׳für Landwirtschaft erlassenen Verordnung •hört ׳jede Kolonisierung einzelner ״!BinnenWanderer“ in den •Ländern der Sowjetunion auf.!In Zukunft wird kein einziger Siedlungswerber mehr auf ׳dem Lande ׳angesiedelt werden׳. Das gesamte neue ISi׳edIungsw׳esen geschieht in der!Form der!Kollektiven, und zwar in der Weise, daß ganze iGruppen ■auf ‘Gerneins c!huff sb od e n augesiedelt werden!und auch die!Produktionsmittel gemeinschaftlich sind. Somit!hört das System der!Ausiedlung!von Juden als ׳individuelle Kolonisten vollständig auf.!Die jüdischen Organisationen, die bis ׳jetzt die 'Ansiedlung von Juden nach individuellem Prinzip durchgeführt haben, haben sich schon früher in Erwartung dieser Verordnung auf das Kollektivsystem eingestellt. Dem Verlangen der Sowjetregierung der •Republik Krim entsprechend, werden sich sämtliche jüdischen ‘Kolonien der Krim!in der ׳nächsten Zeit ׳in Kollektiven umwandeln. Wie dem JTA-Vertreter aus offiziellen Kreisen mitgeteilt wird, hat sich die Krim-Regierung an die Moskauer 'Zentralregierung mit den! ׳Ersuchen gewandt, die gesamte!Krim als :kollektivistische Republik, in der alle Felder öffentliches Eigentum sind, zu proklamieren. Die jiddische Tageszeitung ״Emess“, ׳Organ der!jüdischen <1.^ßauphcAu&furJwalen, ■und flädden, mdOffml&Medsrafy. a.Ulalzgasst/ö Kiffe Spendet für den dar Adas Jisgöel, Wien, II., Nestroygasse 11 Sektionen der kommunistischen!Partei, stellt in ■einem Aufsatz, der die gegenwärtige 'Kampagne für •Umwandlung aller jüdischen ׳iudiividueilen Wirtschaft in kollektive behandelt, an die in Rußland arbeitenden ausländischen jüdischen Aufbauorganisationen ׳die •ultimative Forderung, sich klar •für oder gegen die 'Kollektivisierung der!jüdischen Kolonien zu entscheiden. Wir müssen den ausländischen Bourgeoisorganisationen klarinachen. schreibt die Zeitung, daß in unserem Lande •eine ״doppelte!Buchhaltung“ nicht zngelassen werden - kann. Wir müssen sie warnen und ■ihnen sagen, daß das Tempo ׳der K011ekt;iv;isierun!g auch iin jüdischen Dorf nicht gehemmt werden kann und darf. Die Zeitung behauptet, ׳daß ״Agro - Joint“ iu der Krim die Kollektivisierung der!jüdischen ׳Kolonien stört. den jüdischen!Kollektiven Kredite verweigert, während gleichzeitig individuellen •jüdischen Kolonisten, die sich den!Kollektiven nicht augeschlossen haben, Kredite gegeben werden. jEmess“ glaubt, daß es am 1. April im gesamten Rayon ״Krivojrog“ keine einzige individuelle jüdische ׳Wirtschaft geben wird, sondern daß alle in Kollektiven zusanunemgeschlossen sein werden. Heute seien 60 ׳Prozent der jüdischen Kolonisten im Rayon Krivojrog zu Kollektiven vereinigt. Das;Mitglied des Komzet, J. •Golde, arbeitete ein Projekt aus. •demzufolge noch vor dem kommenden!Frühjahr die ׳jüdischen Kolonien in ׳Zentralrußland sich mit •den 11 ich!jüdischen Kolonien zu gemeinschaftlichen Kollektiven — wie dies jetzt schon in Weißrußland durchgeführt wird׳ — vereinigen sollen. Orthodoxie und Palästina. Für die Unruhen in Palästina trifft das orthodoxe Judentum keine Verantwortung, ׳und1 doch •sind seine Kinder •in Saifcd ׳und Hebron im gräßlicher Weise ermordet worden. G-tt wird das unschuldig vergossene . Blut rächen. Nicht wegen politischer!Interessen, sondern nur, um das Heilige Land vor Entweihung durch die!Anhänger des Zionismus zu schützen, ging die Agudas ,Jisroel ׳nach!Erez Jisroel. Sie kann nicht und sie. will ׳nicht über!Mandatarmacht, Zionismus und cinheimisciie Bevölkerung urteilen. Nur Frieden möchte sie schaffen!!Durch weiche!Mittel? ׳Sie ׳muß!von jetzt an •öffentlich für den 'Stillstand der Einwanderung, für •den Verzicht auf •die Balfoursche Erklärung und ׳auf •jede zionistische!Ansohauungs weise ein treten und sie muß zugleich ihr. religiöses Werk •in Palästina, ohne einen einzigen 10• 1r t1 .h׳ odoxen Et: n w •a •11 d •c •r •e t m e 11 •r ■a 11׳ zu n e׳ hm e n, fortsetzen.!Hierin liegt, meiner Meinung .׳nach, das ■einzige!Heil, •denn jeder unbefangene Jude sieht!jetzt klar, daß אצבע אלקים הוא Kommandant Armand Lipman (!Versailles). Ueber die Wiener Jugendgruppe. ״.Jewish World“ schreibt: Ein IA m e r i k a n e r •i n •E u r 0!p a. ‘Ein offizieller Vertreter des amerikanischen Ver- •bandes Jung-ilsrael bei dem jüngsten Zionistenkongreß, Herr Louis Wald, gab vor!kurzem im ״Council Ohronicle“ einige seiner Eindrücke wieder.!Herr •Wald, ׳der!jüdische Jugendorganisationen in Polen, der Tschechoslowakei, Ungarn •und Oesterreich ׳besucht hat, ׳sagt, daß auf, ihn •den größten Eindruck •die Jitgendgruppe Wien gemacht ihäbe׳.!Er schreibt: ״Wie immer man von der (Aguda denkt, man muß tiefe ׳Eindrücke von dem wunderbaren Werk gewinnen, das :von •dieser Organisation nach innen wie nach außen für das T׳hora׳juden*tum geleistet wird.!Die 1Jugendgrup'pe feierte in diesem :Sommer ihr zehnjähriges!Bestehen und kann stolz auf eine!Reihe von Taten für die Orthodoxie und die jüdische Jugend!in• Wien hinweisen.“ Herr Wald fährt fort: ,)Am 'Sabbatnaohmittag ■besuchte •ich •diese Gruppe, deren׳ •Lokal sich in einer ruhigen Seitenstraße des jüdischen Viertels befindet. ■Je mehr man sich ׳:ihrem Hauptquartier näherte, desto ׳mehr hörte man •die Weisen und ׳Melodien des Singsangs des Thora- Studiums. ,Mau •empfindet eine Scheu, ■einen solchen!Platz zu betreten, ln einem großen und geräumigen Lese- und Studiersaal ■sitzen ‘junge, bebartete ׳und nette IMensChen von zweifelsohne westlichem Aussehen, ■aus alten Seforim lernend, die sicher schon durch ׳Generationen hindurch gebraucht sind.!Einige disputieren über ׳jüdische Angelegenheiten. Au ■den Wänden hängen Bilder ׳und iZeichnungen!alter!Rabbis, z. ß. ,des Wllnaer Gaon und 'Ghasam Sofer. ׳In einem Nebenraum eine stattliche IBtbliotihek von Hunderten von Werkern Alles steht unter dem!Zauber der Poesie des Sabbat. Offenkundig ist 111 diesem Raum ein voller ,Abglanz der Nescho׳mo.־je-thera. ׳Ich!möchte,!unsere ganze •Jugend׳ fühle diese ,Neschomo-tje-thera, welche über diesem Raum an diesem Sabbatnachmittag schwebt.!Unter diesen Jugendlichen sind ,auch ׳einige IBaalebattim,!Brüder aus ׳Ost und West, vereinigt im Studium der Thora. •Es schien, als ob die Rabbis, ׳deren!Bilder ,an der IWand!hängen, zufrieden und glücklich auf ihre Schüler herabsähen. Wie milde ־und geistig ist doch diese Atmosphäre, wie eine friedvolle und• ׳geruhsame Insel inmitten ׳des!brausenden Ozeans.!Kürzlich organisierten sie eine Stellenvermittlung für Sabbathaltende, wie bei uns. Sie geben während des Jahres nützliche Veröffentlichungen heraus. Eine ihrer 'besten sind ihre jährlichen 1LuaCh- Blätter, die ebensowohl das Kalendarium wie auch manche wissenschaftliche ■Artikel von ihren eigenen!Mitgliedern enthalten׳. Sie sind den Gruppen der älteren Herren en!g verbunden und arbeiten in stetem ׳Zusammenhang mit •denselben.“ ״Aguda in Wien?" Lieber Agudist! In einer der letzten Nummern dieses Blattes haben Sie es für richtig gehalten, der Wiener Ortsgruppe Untätigkeit vorzuwerfen. So unrichtig es meines Erachtens ist. Vor# würfe zu erheben, ehe man sich von der Richtigkeit der# selben eingehend überzeugt hat, so sehr haben Sie doch der Sache einen guten Dienst erwiesen, indem Sie Ge# legenheit geben, der Oeffcntlichkeit einmal Näheres