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Jüdische Presse · 1930-01-10 · 2 (10.1.1930) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
2 (10.1.1930)
Date
1930-01-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE PRESSE Nr. 2 Z:cl seiner Pläne war, der auf orthodoxer Grundlage ge« schaffenen Gemeinde die Jugend, den Nachwuchs, zu si« ehern. Mit dem Blick des Führers erkannte er, daß eine Gemeinschaft nur dann prosperieren kann, wenn sie die Jugend für sich hat. Diese Erkenntnis in London in die Tat umzusetzen, bedeutete eine fast aussichtslose Auf« gäbe, die Dr. Schönfeld mit Anspannung aller seiner Kräfte in Angriff nahm. Es gelang ihm auch, in dem Ver« schaffen hatte. Dr. Schönberg war von Jugend -auf satnmenzufassen, nachdem er in der ״Jessode Ha« t h o r a“ eine Religionsschule von hohem Niveau ge« schaffen hatte. Dr. Schönberg war von seiner Jugend auf ein großer Pädagoge, er fühlte sich im Lehrsaal heimi« scher als auf der Kanzel. Seine tüchtige schulpädagogische Arbeit hatte auch die Aufmerksamkeit der Zionisten« führer auf ihn gelenkt, und so wurde Rabbiner Doktor Schönfeld zur Leitung des misrachistischen Schuhverkes nach Erez Israel berufen. Auf die Dauer behagte ihm aber diese Stelle nicht und vor einigen Jahren kehrte er zu seiner Gemeinde nach London zurück, um hier mit neuer Energie und ungeheurer Tatkraft für die Organisierung der Orthodoxie, für die Erkämpfung einer besonderen orthodoxen Schechita und für die Gründung einer im thoratreuen Geiste geleiteten höheren Schule zu wirken. Im besten Schaffen wurde Dr. Schönfeld durch den Tod frühzeitig hinweggerafft. Die Londoner Judenschaft, auch jene, die zu Lebzeiten seine Gegner waren, sie alle stan* den unter der faszinierenden Kraft seiner großen Per« sönlichkeit. In einem Zeitalter, wo das Rabbinertum mehr ein Amt als einen Beruf bedeutet, in einem Zeitalter, wo betriebsame Geschäftigkeit über innere Berufung trium« phiert, ragte Rabbiner Dr. Schönfeld als eine Persönlich« keit ersten Ranges hervor. Sein Protest und seine Forde« rung, sie wurden in dem äußerlich wohl konservativen, aber im tiefsten Innern religiös indifferenten Lon«; don nicht immer respektiert, aber gehört wurden sie in den Kämpfen der letzten Jahre, wo es galt, in London Institutionen von vollwertiger Orthodoxie zu schaffen. Nun, da diese große Arbeitskraft gebrochen dalag, da eilten alle in das Trauerhaus, um die letzte Ehre diesem großen Manne zu erweisen. Oberrabbiner Herz, Dr. Gaster, der ihm einen warmen Nachruf hielt, Rabbiner Färber, der in ihm den Arbeitsgenossen be« weinte, und alle Repräsentanten der Synagogen und der jüdischen Vereine. In der Synagoge, wohin der Sarg vom Trauerhause gebracht wurde, hielt der älteste Sohn dem toten Vater und Lehrer einen tiefergreifenden Nachruf und beschwor die Versammelten, nach dem Ableben des וווווו1וווווווווווווווו!ווווווווווווווווווווווו1וו!ווווווווווווו!וווווווווווווווווו!וווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווו!ווווווווווווו Einzige jüdische PFiiit-‘ für Weißnähen und Kleidermachen mit Öfffentllohkeltsreoht!Wien, II., Malsgasse 7, Dr. Krüger •Heim 1 Staatsgiltige Zeugnisse Gehllflnnenrecht J Samstag geschlossen t Führers sein Werk nicht fallen zu lassen. Eine in Lon« don selten, große Masse von trauernden, tief im Herzen getroffenen Juden begleitete den Sarg und nahm Ab« schied von dem geliebten Meister. Zu Hause aber sitzt die trauernde Gattin mit sieben Kindern, die jetzt in der ganzen Tiefe und Bitterkeit der Tatsache bewußt werden, daß ihr Familienoberhaupt mit reinen Händen, seihst« vergessen und mit voller Hingabe in einer kalten, jüdi« sehen Großstadt für das wahre Judentum gewirkt hat. Es blieb ihnen nichts als der große, reine Name des Rabbiners Dr. Viktor Schönfeld. תנציבה 101 NACHRICHTEN ־־Hü Von der Wiener Aguda. Die iP.resseabteflung der aguclistisehen Landeszentrale iiir Oesterreich teilt mit: Die der österreichischen Landcsorganisation zukommeuden zwei Sitze ׳im .Zentralrat der Weltorganisation■ wurden mit den Herren Med.־!Rat.!Dr. Isidor Reiniger und Salomon T ti ■r 'k 1 besetzt. Sonntag den 12. Jänner,■ 7 Uhr abends, spricht im agudistisChen:■;Heim. l!f., 'Leapoldsgas'se 16, der ׳Präsident des G.-A., (Herr Rabbiner Dr. Pinc'h. K oh 11, über die politische Lage. An das jüdische Volk von Oesterreich läßt die agudis tische Landeszentraie für Oesterreich einen!von iRa'bbiner Abraham •H esc h e 1 und Wolf ‘P p p e t1!h e i m gezeichneten Auf.ruf ergehen, mit der Aufforderung, sich der Aguda anzuschließen. Baden bei Wien. Am Chauuka-Sonntng, den 29. Dezember fand im Sitzungssaale der Israelitischen Kultusgemeinde* Baden eine Kinderbekleidung des hiesigen Frauen-Wohltätigkeitsvercines in Verbindung mit einer Clmnukafeier. statt. Herr Religionsprofessor Doktor Salomon Ros ler cröffnete die Feier mit einer Anspräche, die auf die zahlreich erschienenen Gäste einen tiefen Eindruck machte. Herr Kantor Kurz sang nach dem Entzünden der Menorah mit den Kindern d.ie übliehen Gesänge. Nachher führten die Mädchen der Religionsschule unter Leitung ihrer Lehrerin Fräulein Rosa Glaser ein Chamika-Spicl auf. Mit einer Jause für die beschenkten Kinder schloß das schöne Fest. Berichtigung. Zu dem in der vorwöchigen Nummer der ״Jüdischen Presse“ erschienenen Nachruf über Frau Eddi Goldschmidt wird uns, mitgeteilt, daß die Ver« storbene nicht die Tochter des Emdener Raw, sondern die Tochter des bekannten Oberrabbiners Dr. Elieser Löh in Altona a. Elbe war. Frau Risa Präger ע״ה• Im Alter von 57 Jahren ist Frau Risa Präger geh. Deutsch in Budapest am dritten Tag Chanuka unter grandioser Beteiligung zu Grabe ge« tragen worden. Das plötzliche und tragische Hinscheiden dieser wackeren und wohltätigen Frau (Frau Präger ist am Hochzeitstage ihres Sohnes gestorben) hat allgemeine und herzlichste Teilnahme erweckt. Die Zahl der Budapester Juden. Nach den jüngsten statistischen Daten wohnen in Budapest 207.563 Juden. Sie bilden 21,6 Prozent der 960.995 Seelen betragenden Gesamtbevölkerung. Subotica: Direktor Hermann Deutsch, Präses des orthodoxen Gemqindebundes in Jugoslawien, der an dem neuen Judengesetz in hervorragender Weise mitge« arbeitet hat, wurde von König Alexander mit der III. Klasse des Sava«Ordens ausgezeichnet. Sereth. :Montag, den 14׳. Kislew, ״verschied in 'Sereth im 71. Lebensjahre Frau Hinde Seihreiber ע״ה die Witwe •des bekannten Salamon!Alexander Schreiber זצ״ל Frau Hinde Schreiber wurde ob ihrer tiefen!Frömmigkeit, ob ihrer ׳Wöltätigkeit and Bescheidenheit;besonders geehrt und geschätzt. Als Mutter und Gattin war sie ׳mustergültig. Ihr ganzes Sinnen ׳und Streben ging dahin, •daß ihre!Kinder im Geiste ihrer großen Ahnen fortleben, und die Verbliche ne hat sich stets als würdige Schwiegertochter des Krakauer Raws זצ״ל erwiesen.!Die Dahingeschiedene hinterläßt Kinder und!Enkel יח״ח welche als wohltätige Menschen und ׳eifrige!Kämpfer für!חורה וי״ש bekannt sind. חגצב״ה. Der allweltliche Sabbatkongreß. (Sako.) Das Zen« tralkomitee des Weltvcrbandes ״Schomre Sehabbos" be« schloß in seiner Sitzung vom 14. Dezember den wegen der traurigen Ereignisse in Erez Israel verschobenen Sabbat«Weltkongreß für den 22., 23. und 24. Juni einzu« berufen. Es hat der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die Landesverbände in der ganzen Welt durch gründliche Vorbereitung־ auf den Kongreß alles tun werden, um die« sem ein würdiges Gepräge zu verleihen. Amtliche Verlautbarungen der israel. Kultusgemeinde in Wien ad Z. 8801 ex 1929. Wien, im Jänner 1930. Kundmachung. Die Privatistenprüfungen aus israelitischer Religion für Schüler und Schülerinnen an Volks-, Bürger- und Hauptschulen für das I. Halbjahr des Schuljahres 192930־ finden durch die zuständigen Religionslehrer in den Sammelstationen statt. Die Termine für die Prüfungen können bei den Schulleitungen oder im Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags ab 15. Jänner 1930 erfragt werden. Die Prüfungstaxe beträgt S 5 pro Halbjahr und ist im vorhinein an der Kassa der israelitischen Kultusgemeinde, L, Seitenstettengasse 4, I. Stock, oder bei den Bezirksämtern, XV., Turnergasse 22, XVI., Hubergasse 8, und XXL, Holzmeistergasse 12, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags bzw. beim Bezirksamte, XVIII., Schopenhauer- Straße 39, von 5 bis 5 Uhr nachmittags zu erlegen. Die Quittung ist dem zuständigen Religionslehrer vor der Prüfung zu übergeben. Der schriftliche Bescheid des Stadt- bzw. Ortsschulrates über die bewilligte Dispens vom Besuche des öffentliehen israelitischen Religionsunterrichtes ist dem Prüfer vorzuweisen. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 10. Jänner 1930 werden bei dem um 4 Uhr 30 Minuten beginnenden Abendgottesdienste in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssytiagogen Predigten abgehalten, u. zw.: II., Tempclgasse 5 (Rabbiner Dr. M. Grunwald); V., Siebenbrunnengasse (a (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer); VI., Schmalzhofgasse 5 (Rabbiner Dr. J. Drobinsky); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht); XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach). Samstag, den 11. Jänner 1930 finden beim Morgengottesdienste (Beginn 8 Uhr 30 Minuten) in den Gemeindetempeln, XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang) und XXL, Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann) exegetische Vorträge statt. Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 11. Jänner 1930 findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. Job □פיוטי genannt werden), mindert den Wert des Budies nur wenig. Es ist ein vorzügliches Informations־ buch mit einer Unmenge Material in knapper Fassung. * : Dr. Joh. Goettsberger, Das Buch Daniel, übersetzt und erklärt (VIII:2 in Die Heilige Schrift des A. T. übers. 11. erkl. herausgegeben von Dr. Fr. Feldmann und Dr. H. Her kenne), Peter Hanstein, Bonn 1928, Großoktav, 104 Seiten, brosch. M. 3.50, Leinen 4.80. Dr. Goettsberger gibt eine Uebersetzung des Daniel-Buches und eine sehr ausführliche Erklärung. Es ist ein katholisches Buch und schiebt die in und an Daniel anschließenden, nur im griechischen Urtext vorliegenden Stücke, die in den Apokryphen bewahrt sind, in seine Uebersetzung ein. Eingeführt wird das Buch durch eine kurzgefaßte Einleitung. Die Erklärung gibt für jedes Kapitel eine kurze Einleitung, erklärt dann den Inhalt des Kapitels und handelt dann von der Bedeutung des Kapitels, und wo es nötig ist, wird relativ ausführlich über die Verbindüng des Inhaltes mit der von sonstwo gekannten Geschichte gesprochen. Daß die Uebersetzung keine Fehler hat, brauchen wir nicht auszusprechen. Aber der Verfasser macht sich öfters den Text, wie er ihn haben will! Er hat, um langwierige Erörterungen zu vermeiden, wie er im Vorwort sagt, bei unsicheren Textbeständen meist ohne nähere Begründung jene Lesart gewählt, welche durch feststehende Anhaltspunkte nahegelegt wurde. Also ohneweiters wird sehr oft einfach ganz anders übersetzt als in unserem Text steht. Begründung wird nicht gegeben. Es kann uns aber nicht gefallen, besonders, da weder die Schwierigkeiten einleuchtend sind, noch klar ist, wie die vorausgesetzten Fehler entstanden sinef, und ganz besonders, weil da, wo die Voraussetzungen der Umich- ׳tigkeiten motiviert werden, die Schwierigkeitsfragen ganz gut gelöst werden können. Wenn man nur nicht von dem biblischen Verfasser immer heischen würde, daß jede sprachliche Lebendigkeit und Unebenheit weg« bleibt und alle Sätze im gemächlichen Takt dahingleiten, wie die immer ruhig und gleichmäßig laufenden Räder •einer gut geölten Maschine. Aber der Verfasser hat auf fast jede Exege ver- -zichtet. Er bespricht ausführlidi, was im Text steht, aber er erklärt gar nicht, wie es da steht. Bei Stellen, •wo man absolut exegetischen Aufschluß bedarf, wie z. B. 2:13 usw. usw., fehlt jede exegetische Erläuterung. Es mutet ein wenig eigentümlich an, eine Erklärung einesyin-Buches zu sehen, in der kein einziger hebräi sch er Buchstabe vorkonimt. Es kann eine Frage der Einrichtung der betreffenden ,Druckerei sein, aber merkwürdig bleibt es. Der Verfasser zeigt npeh hier wieder seinen Standpunkt (wie in seiner Einleitung des A. T.): den des gemäßigten Bibelkritikers. Aber andererseits muß anerkannt werden, daß der Verfasser die verschiedenen Ansichten über die Probleme kurz und deutlidi mitteilt und einen guten Ueberblitk über die divergierenden Meinungen vermittelt. Man bekommt eine Uebersidit über dieselben. Schade, daß fast nur die neue und neuestc Literatur berücksichtigt wird, aber die sehr viel Gutes gebende älter(*, wie es scheint, gar nicht angesdiaut wurde. Wenn man das Buch neben anderen benutzt, die exegetisdi gut eingestellt sind, wird mau vielen Ertrag davon haben. J. T. * Teltel Jacob, A 11 s mein e r Leb c ,11 s z c i t, Erinneru ragen eines jüdischen Richters im alten Rußland, mit Geleitworten ־von (Prof. 'S. ׳Du'braaw naid Maxim Gorki, Kauffmann. ׳Frankfurt a. M.. ■br. M. 4.50. — Wie bei Memoirera;nicht anders;möglich, ■ steht der Verfasser im!MittClpainkt׳ ׳aller Berichte. Aber mau kann nicht :sagen, daß seine Erinnerungen ׳auf ein persönliches;LOb hin au st auten oder zu dick auftragen, wo die eigene Leistung hervorgehoben werden soll. Die einzigartige Stellung dieses!nun greisen!Mannes übt •mit ׳seinem ,vielseitigen (Interesse, seiner Güte ׳und Geistigkeit sclhon seine 'Reize auf ׳den Leser aus, ׳zumal bedeutende Personen Rußlands und der Außenwelt in seinem Licht gesehen werden, wie der Philosoph iSolowijew oder Paul Nathan, Bialik,!Hermann ׳Cohen und Trotzki, zumal1 ferner *Bewegungen ׳des Judentums, wie der Hilfsverein der deutschen Juden, die IMilitärptfliicht in!Rußland, ׳die Pogrome, das Angolaprojekt, die Tätigkeit des ״Ort“, von seinem 'Horizont beobachtet •werden.!Aber die ׳Hauptsache ist doch svahl, daß ׳man 'hier eine in!Frieden und!Unfrieden mit erlebte Schilderung der jüdischen (Lage im zaristischen Rußland •liest, wie sie für!Geschichte und!Kulturgeschichte von ungeheurem Wert ׳ist. Von dieser (Seite■ aus betrachtet, dürfen die :Leberaserinnerungen Teitels einen Platz neben den kulturgeschichtlichen Werken einnehmen. Und endlich ist auch die ׳Liebe erfreulich, mit der sich Teitei noch ׳jetzt der russischen Flüchtlinge in׳!Deutschland: annimmt, deren große Not in den ■letzten!Monaten manchen Aufruf voranlaßt hat. ׳Der letzte Aufruf wird im Anhang des!Buches auch veröffentlicht. Möge er viele geneigte Ohren finden, das Buch viele (Leser! Rabbiner 'Dr. •A. 'Posner, ,Kiel. * Alfred Neumann: (König!Haber. Erzählung. 21. bis 25. Tausend. Neue, schöne ,Ausgabe. Stuttgart 1929, .1. Hagelkorns Nachf. in Bufcramleinen mit Goldprägung M. 6.50. (Die Ausgabe in Engel,horns IRon1anbi‘blio׳t׳hek ist nur broschiert lieferbar.) —!Diese ״/Novelle jener strengen und hohen Art, die aus dem 'Leben ■des Tages ,mit sicherem Blick und Griff das gültige!Gleichnis ׳formt und ■deren ,wir sehr wenige ׳halben“ (Hannoverscher Kurier) — sie schildert bekanntlich Aufstieg und Ende des baronisierten Bankiers Haber an einem großherzoglichen ■Hofe des vorigen Jahrhunderts —, 'hat •sich ׳im schlichten (Rock von ,Engelhorus iRomanbibliothek“ bereits einen nach vielen Tausenden •zählenden Freundeskreis erobert. Dennoch — oder gerade deshalb — ist oft der Wunsch •laut geworden, cs möge von diesem ״(Meisterwerk, das zu rückhaltloser ׳Bewunder,ung ,zwingt, ,im 'Gefühl ■freudiger Dankbarkeit, •daß solche an!Kleists!Straffheit gemahnende (DarStellung •immer noch,;immer wieder möglich ist“ (:Die schöne!Literatur, Leipzig), eine besonders schöne Ausgabe •hergestellt werden.!Der Verlag J. Engelhorns •Nac'hf. ist diesem Wunsch nachgCkommen und legt jetzt eine völlig neu gesetzte und mit größter!Sorgfalt hergestellte neue Ausgabe vor, die das (Herz jedes ,Bücherfreundes entzücken muß. Da'bei •iist es nicht leicht, ׳zu sagen, ob man der •vornehm-eleganten Leinenausgabe oder der prächtigen, in reizvollen Farben gehaltenen Halblederausigabe •den Vorzug geben ׳soll. Jeliudo ׳Epstein.!Mein •Weg von Ost 11 ach West. Erinnerungen.!Stuttgart 1929. J. Engelhorras Nach! Brosch. 'M. 3׳, Büchereiausgalbe ■auf holzfreiem Papier: Leinen M. 7J50, ׳Halibleder M. 10.50. — Selten hat noch ein!Buch so von der ersten bis zur letzten 'Seite gefesselt ,wie dieses, so daß •ich es am Schluß nur mit Bedauern aus den Händen gab. Autobiographien von Juden sind an und für sich selten, ׳und da'bei hat dieses Buch ,noch stellenweise einen derartigen •Grundton •von 1Gemütstiefe, daß der ■Leser sich ganz in die •Persönlichkeit des!Autors hineiraversetzt fühlt. Nirgends zu dick aufgetragen, macht •der (Humor seine Schilderung!noch anschaulicher, und überall •fühlt man die Wahrheit st reue und Innigkeit des (Malers, der sein!Objekt mit liebevollem Blick prüft und!konterfeit. 'Namentlich den Sabbat hat der!Künstler Epstein gut erfaßt, •während ihm die Speisegesetze — fast •möchte •man sagen .natürlich — weniger 'Liebe ab,gewonnen!haben.!Dabei ist •in dem 'Buch von Fachsimpele! durchaus kerne Spur •zu finden und nur die feine 1Milieuschilderung des ersten Teiles verrät den Meister. — Trotz alledem muß natürlich ausdrücklich davor gewarnt weiden, in dem!Buch ׳etwa eine lückenlose Beschre i'burtg ostijüdischer Sitten und!Gebräuche zu finden. Es ׳ipt ein!ungeschminktes, ■geistreiches und formvollendetes Lebensbild, aber;kein Lehrbuch, und; als gediegene Uut e 1r 11 a 11 u n •g s 1׳ •e kf ü •r e jedermann ׳zu empfehlen, trotzdem von dem. •wa׳s die Menschen so Liebe nennen, darin in echt •jüdischer Schamhaftigkeit nicht die!Rede ist. 996552441927

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