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Jüdische Presse · 1930-01-10 · 2 (10.1.1930) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
16 (1930)
Issue
2 (10.1.1930)
Date
1930-01-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 2 JÜDISCHE PRESSE Seite 3 Völkerbund ■und die (Großmächte garantiert haben, wenn er aber!von 100 oder 1000 Jahren spricht, so denkt er an die Verheißung der Thora. Nun wohlan, •sicherlich• ist diese Verheißung wertvoller und ־wirksamer als alle iDeklarationen und׳ /Mandate der europäischen Staaten. 'Die Ver- 1heißuing der Thora ist aber an das jüdische Volk gerichtet, an das jüdische Volk, das an die Thora!glaubt und an ihr hängt, da müßte Präsident Weidmann das -jüdische Volk erst für die Thora gewinnen, um Palästina fiir das jüdisehe Volk .gewinnen zu können. Das gefundene jüdische Volk. Allerdings hat W'eiztnann das jüdische Volk in einem anderen Sinne gesucht und auch auf eine andere Weise gefunden. Er sagt: ,.Im Jahre 1920 sagte ich: ״Jüdisches Volk, wo bist du gebliebenV“ und ich stellte mir zur Aufgabe, dieses jüdische Volk zu entdecken, und es ׳wurde entdeckt und es 'hat etwas geleistet, und deswegen können wi-r heute mit der!Mandatanmacht in einer anderen!Sprache i sprechen, ■als •wir cs vor zehn -Jahren konnten“. Das bedeutlet, daß nun Herr Präsident Wieizmann doch nicht jenes 'jüdische Volk gesucht hat, das seit Jahrtausenden d׳ie Thora und somit auch die Verheißung auf Palästina 1m 'Herzen trägt, sondern jene, die Beiträge für den Keren 'Hajesso'd und für die Kolonisation und industrielle Etit- Wicklung des Landes geleistet haben-. Tatsächlich scheint dies die größte!Sorge des!Herrn!Präsidenten W-eiEmann zu sein, denn am- Schluß seiner bedeutungsvollen Rede in Jena hat er ■folgendes gesagt: ,,!Das Traurige ■in dieser ganzen Periode war. daß ■man inzwischen vergessen -hat an!Keren Haijessod -und Keren! -Kaljemelh, an Land׳,!Kolonien, Budget. Alle Juden haben Politik gemacht, das war einfach, d־as war billig. Und es ist meine Pflicht, hier von dieser Tribüne!Sie zu erinnern: es gibt einen Keren Haijessod und einen!Karen ,Kajemeth, und wir diirfen nicht aufihören, ׳Land ׳zu kaufen u-nd für unser -Budget r.w sorgen.“ iA'lles sehr schön, -dieses Werben für die zionistischen zehn Gebote. 'Keren Kaijemeth,;Keren Haijessod. Aber das tausendjährige!Recht ist nicht auf diese neuen zehn Gebote, sondern au'f die alte Thora basiert. Auf unsere Anregung in Nr. 1 sind uns einige Einsendungen zugegangen, die wir zum Teil im nachstehenden veröffentlichen und die Diskussion darüber eröffnen. ׳ Wir und Erez jisroel. Oer ׳Leiter der politischen!Exekutive der Aguda, (Herr Dr. ׳Pinchas iKohn, hat in seinem Artikel׳ über die Lage in Erez Jisroel in der vorletzten!Nummer dieses /Blattes in klaren,!prägnanten׳ Worten die Situation im!Heiligen Lande geschildert. Er bat mit einer Offenheit das ausgesprochen, was endlich einmal ohne alle ׳Umschweife gesagt werden mußte, daß ■d!ie sich ׳heute als Führer des Gesamtljudentums gebärdende Leitung der Zionistischen ׳Organisation, die sich über die ׳jüdische- Tradition >hinw!egsetzt, nicht das Recht hat׳, .ln einer historisch-religiösen!Angelegenheit, wie!es die Klagemauer darstellt, vor dem!Forum der lOeffentlichkeit aufzutreten.!Wir sind Herrn ׳Dr. iKohn dankbar׳, daß er als verantwortlicher Leiter unserer;Politik den (Mut gefunden •hat, trotz der ׳bei solchen ׳Anlässen seitens unserer Gesinnungsgegner sonst geübten Methode der Verleihung von Titeln, w!ie Verräter usw., klipp und ׳klar der Zionistischen Organisation das ,Recht einer Verteidigung der!Kothel Maarow-i, der Verteidigung religiöser Belange abzusprec'hen. Aber, mit der '1Feststellung, daß .andere zur Vertretung . religiöser!Interessen nicht ׳berechtigt sind, allein ist es nicht getan. Vieles wurde bisher ׳durch allzu große Lethargie vernachlässigt und die (Monate, ungestörter!Ruhe, •die der Gegründet 1882 Gegründet 1882 ־־.Ende Mai 1929 2000 Millionen Säiilling Garantiemittel Ende 1928 ■ ■ 238 Millionen Sdiillg Tätigkeitsfeld der Gesellschaft: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten grandiosen Knessijo Gedaulo folgten, lassen leider ׳befürchten, daß es auch weiterhin nur bei einer negativen Betätigung bleiben wird. Jetzt ist •es aber höchstes Gebot der ׳Stunde, endlich zur Tat zu erwachen und fiir das, was uns heilig ׳ist, in ׳die Bresche zu treten׳. Agudas Jisroel muß jetzt, wenn sie ihre F.x’isten,zb/erech,t!׳gun1g behalten will, trotz aller •äußeren Widersacher den ׳.Kampf mit der Waffe des Geistes aufnehmen, um die ■Frage der Köthel IMaarowi zu -einer günstigen Lösung zu führen und darüber wieder ein friedliches Zusammenleben zwischen Arabern und‘ Juden in Palästina zu erwirken. Wenn in Palästina wieder Ruhe kommen soll, so ist die Aguda und nur diese in der ■Lage, auf!Grund ihrer Tendenzen ׳diese herbeizuführen. ׳Nie und nimmer werden unsere Forderungen, wenn sie sich nur auf historischem und religiösem ׳Gebiete bewegen, bei ׳den ׳Arabern auf Wied erst and־ stoßen, wie wir!ja auch in. ,früheren!Zeiten in bester Harmonie mit den übrigen!Bewohnern von Erez Jisroel gelebt haben. Unsere (Kreise haben immer ■Freund־ schaft mit ihren Nachbarn gesucht und gefunden.!Hoffen wir, -daß ׳d׳ie ׳Aguda nunmehr -ihre Aufgabe erkennt und die an sie gestellten 'Erwartungen erfüllt. K. Aguda in Wien? ׳Idh ׳benütze gerne die!Einladung der ,Jüdischen Presse“ — •lediglich als Leser mit ungeübter Feder — in dieser Rubrik zu schreiben. Wir (haben!hier :in Wien ■eine ׳Ortsgruppe der Aguda. Mit großem!Pomp wurde im vergangenen Jahr eine sogenannte ״Reorganisation“ durohgeführt. Ja, es wurde auch etwas gemacht. •Ein ״Parteirat“ wurde geschaffen. Während früher 01 (Vorstandsmitglieder auf dem Papier standen, zeichnen!heute '56 ׳Personen verantwortlich und — es geschielht in Wirklichkeit gar .nichts. Hier in Wien war die iKnessio Gedaulo. Es war eine wirkliche!Begeisterung, man hat sehen können׳, daß die Großen unserer ׳Zeit wirk-, lieh dazu gehören, aber trotz alledem!hört und sieht ׳ma׳n seit der Knessio nichts mehr von einer Aguda in Wien. Es sollen zwar, wie ich höre, öfter Sitzungen des (Vorstandes und Parteirates stattfinden, aber Taten sehen wir nicht. Wir haben -hier ׳in Wien viele Agudisten und wir wollen eine Aguda. Hoffentlich finden sich unter den 56 Auserwählten doch ein •paar tatkräftige Männer, die endlich zu Taten schreiten. E i n Ä g u •d!i s t. Oberrabbiner R. Jecheskel Paneth זצ״ל Der in weitesten ■Kreisen bekannte Führer der sieben-;biirgischen Orthodoxie, Oberr. Paoneth. D׳e׳j, ist am 22. iKislew (24. Dezember) im Alter von 60 Jahren gestarben. 'Der Verblichene war ein Enkel des bei den Chas'S'i'dim in höchstem Ansehen stehenden Verfassers des March Jechesikel und trug die Würde eines ״iNassi" des Heiligen Landes. Noch vor der Bestattung wurde der älteste Sohn des Verstorbenen, Rabbiner Jakob Paneth, zum Nachfolger gewählt. Die Bestattung, ׳bei der die hervorragendsten Rabbiner des Landes ehrende 'Nachrufe hielten, fand unter großer Beteiligung der!jüdischen Bevölkerung aus ■der ganzen Gegend statt. Wir behalten׳ uns vor, auf die Persönlichkeit des נפטר •noch ausführlicher zu r iic.k zuk 0 mm en. Rabbiner Dr. Vik«or Schönfeld זצ״ל. Wochenlang dauerte der heroische Kampf, den die besten Aerzte Londons um die Rettung des Lebens von Rabbiner Dr. Schönfeld geführt haben. Weder die Kunst der Aerzte noch’ die sorgsamste, liebevollste Pflege der Familie konnten den Tod, der heimtückisch den Iebens« kräftigen Mann umschlang, verscheuchen. Rabbiner Dr. Schönfeld ist am 1. Tewes einer inneren Blutvergiftung im Alter von 49 Jahren erlegen. Mit seiner alten Mutter, mit seiner schwer betroffenen Familie trauert die gesamte thoratreue Judenheit der Welt um den Heimgang eines Mannes, der durch seine Begabung, durch seinen Fleiß, durch seinen kristallklaren Charakter, durch die opfer־־ fähige Energie eines unbeugsamen Willens, durch die Tiefe innerer Verbundenheit mit Erez Israel, auf dem vorgeschobenen westeuropäischen Posten der Orthodoxie in seinem kurzen Leben Wertvolles und Segensreiches leistete. Rabbiner Dr. Viktor Schönfeld wurde im Jahre 1880 in Ungarn geboren. Er lernte auf den Jeshiwoth in Tapolcsany und Preßburg und wurde im Jahre 1908 nach Wien in die Montefiore־Schul berufen. Nach kaum ein? jähriger Wirksamkeit an dieser Synagoge, die für so man־ chen Preßburger Bächur eine Uebergangsstation nach Westeuropa bildete, wurde er an eine orthodoxe Syn־ agoge im Norden Londons berufen. In London hat sich Rabbiner Schönfeld eine Position aus eigenen Kräften geschaffen. Mit einem fanatischen Idealismus, der ihn an sich und an seine Familie vergessen ließ, versuchte er in die nebelhaften Verhältnisse der Londoner Judenheit Klarheit zu bringen. Es gelang ihm, aus der kleinen Syn־־ agoge eine Adas־Jisroel־Gem.einde herauszukri* stallisieren und somit der Orthodoxie einen festen Stütz« punkt zu schaffen. Dr. Schönfeld begnügte sich aber mit der Schaffung dieser Gemeinde durchaus nicht. Das klare Bücher 600 Der Große Bcoekhaus, Bd. 4 (CM-Dob) (824 Seiten, Preis in Ganzleinen GM. 26.—, bei Umtausch eines alten Lexikons GM. 25.50.) Die Gesamtzahl der Zeichen in der heutigen chinesichen Schrift beträgt etwa 50.000, für den täglichen Bedarf kommt man mit ״nur“ 5000 bis 4000 aus. Die echte Vorstellung über die Schwierigkeiten dieser Sprache erhalten wir aber erst, wenn wir die Tafel ״Chinesische Schrift“ in dem soeben erschienenen 4. Band des ״Großen Brockhaus“ betrachten, und wir empfinden rechtes Mitleid mit den kleinen chinesischen Abc-Schützen, die sich durch diesen Urwald von Zeichen hindurcharbeiten müssen. Die mit China zusammenhängenden Artikel dieses Bandes umfassen 90 Spalten; 86 Abbildungen und 10 Karten tragen willkommenes Material zusammen. Der Kunstfreund wird bei diesem Band besonders auf seine Kosten kommen, er schlage nur die bunten und einfarbigen Tafelseiten nach: chinesische Kunst (6 Tafeln mit 45 Abbildungeu), dänische Kunst usw. Der neue Band ist dadurch bemerkenswert, daß er das Stichwort ״Deutsch“ enthält, das mit allen seinen Zusammensetzungen 180 Druckseiten umfaßt und so eine übersichtliche Monographie des Deutschtums mit einigen hundert Abbildum gen und 45 Karten und Statistiken darstellt. Daß dabei auch die allerjüngste Zeit •Berücksichtigung־ gefunden hat, ist nur selbstverständlich. Beachtenswert ist die Zeittafel zur deutschen Literaturgeschichte, die vom Hildebrandlied bis zu Remarque reicht. Statistische Tafeln unterrichten über Bevölkerung, Volkswirtschaft, Handel, Verkehr, Berufsgliederung, staatliche Fürsorge und vieles mehr. Der deutschen Presse ist ein besonders instruktiver Abschnitt gewidmet. Drei Karten und zwei Tafelseiten berichten über das Deutschtum im Ausland. Wieder, wie schon bei den ersten-Bünden, überrascht die Einstellung, des ״Großen Bockhaus“ aus das praktische Leben, Artikel über Berufe mit -Winken und Ratschlägen fiir die Berufswahl finden, wir z. B. unter: Diplomingenieur, Diploinkaufinann, Dentist. Für den Kaufmann werden Artikel wie Devise, Defizit, Deflation wichtig sein. Der Landwirt findet unter ״Dasseiplage“ praktische Hinweise für die Bekämpfung. dieser unangenehmen Erscheinung. Technische Artikel vereinen ailgemeinverständliche, knappe Darstellungsweise mit reicher Bebilderung: Dampfturbine (28 Abbildungen), Dampfkessel (51 Abbildüngen), Dampfmaschine (28 Abbildungen). Auf den Abbildungstafeln zum Stichwort -,,Dieselmotor“ finden wir schon die neuesten Modelle, so den Doppelkolbenmotor von Junkers (Flugzeugdieselmotor). Für den Politiker werden die knappen und klaren Angaben zahlreicher Artikel unentbehrlich sein: Dawesplan, Christliche Gewerkschäften, Demokratische Partei. Auch der Tod Delbrücks ist bereits verzeichnet. Der Gartenfreund findet unter ״Crocus“ und ״Dahlia'^Anregungen und Belehrungen. Nicht vergessen seien die zahlreichen kleinen bunten Einklebebilder, die von den dargestellten Gegenständen eine bessere Vorstellung erwecken als lange Ausführungen,• erwähnt seien nur: eine Landschaft von Claude Lorrain aus der Dresdner Gemäldegalerie, altsteinzeitliche Malereien aus Cogul, Correggios Gemälde Jo, Dampfhammerwerk aus Steiermark, die Marienkirche in Danzig und das Dünnschliffbild des Diorits, das die bunten Kristalle dieses Gesteins in naturechten Farben aufleuchten läßt. Es ist erfreulich, immer wieder feststellen zu können, daß unsere österreichischen Verhältnisse gleichwertig mit denen des Reiches behandelt werden. Man lese die juristischen Artikel nach (z. B. Dienststrafrecht, Diebstahl) oder den Artikel ״Deutsche Literatur in Oesterreich“. Dr. Johann Goettsberger, E in- 1 e i t u 11 g in das Alte Testament (Herders Theologische Grundrisse), Herder & Co., Freiburg i. Br., 1928, Oktav, 522 Seiten, mit vier Tafeln. Ein vorzügliches Informationsbuch! Es behandelt die Bücher des A. T.; Name, Literatur, Inhalt, Entstehungszeit, Verfasser, die verschiedenen kritischen Fragen, gegenwärtigen Stand, Zeitrechnung usw. Erst die Geschichtsbücher; dann die poetischen Bücher und Lehrschriften; dann die Propheten. Hierauf folgt im II, Teil die Geschichte des Alttestainentlichen Kanons, innerhalb des Judentums und in der christlichen Kirche; und Zahl, Einleitung und Reihenfolge der Bücher. Der III. Teil behandelt den Text des Alten Testaments, den Text in der Ursprache und dann die vielen Ueber- Setzungen. Es ist ein katholisches Buch, also erstens christlich und zweitens speziell katholisch eingestellt. Aber besonnen und wissenschaftlich. Es zieht die Apokryphen — hier heißen sie begreiflicherweise: Deuterokanonische Bücher (Nr. 625) — in den Kreis des Alten Testamentes und behandelt sie wie die anderen Tenach-Bücher. Das. Buch bietet sehr viel. Es gibt fast keine Frage, die nicht berührt und über die nicht Aufschluß erteilt und Literaturanweisung gegeben wird. Einige Register erleichtern das Suchen erheblich. Fast kein Schriftsteller ist übergangen worden und die Wissenschaft ist hier wirklich ein Stück weiter gekommen —־ auch die jüdisehen Gelehrten, die über das jüdischeste Buch der Welt geschrieben haben und von der ״Wissenschaft“ im gen. Allerdings fehlen Malbiin und Luzatto, Kaminka (Arbeit gegen den Deutero-Jesujas) usw. und natürlich der ״unwissenschaftliche“ Samson Rafael Hirsch! Audi die alten jüdischen □מפרשי wevden sehr wenig zitiert! Ihre Sprache — wie die des Malbim und Luzatto — ist ja nicht deutsdi! Der Standpunkt des Verfassers ist gemäßigt kritisch und daher mußte er sich den Eliahu-Vorwurf der Zwiespältigkeit gefallen lassen! Einerseits erkennt er an, daß die Gründe der .Bibelkritiker nicht durchschlagen, aber dann wird gesagt, daß die Kritiker ״nicht ohne Grund“ Stellen anführen als Argumente für ihre Beliauptungen. Wenn wir aber z. B. die N1-.?4 mit all den ״Anachronismen“ studieren, finden wir, daß unsere מפרשים und unsere WY^-Quellen (die viel mehr פשט erhalten als man in den Kreisen der modernen Kritiker gewöhnlich annimmt) und auch die späteren Erklärer alles längst genügend besprochen haben und wir nicht zur ״Verlegenheitsexegese (Nr. 75) zu greifen braudien! Im allgemeinen ist von der älteren Literatur wenig genannt! Gleich als clie Bibelkritik einsetzte, ersdiienen viele Schriften, clie von der gegnerischen Seite einfadi negiert wurden, aber deren Argumente jetzt doch nach und nach in ihrem Wert anerkannt werden! Von diesen alten wertvollen Schriften wird fast keine angegeben. Was sehr angenehm berührt, ist der ruhige und anerkennende Ton, auch wenn der Verf. von denen spricht, clie nicht einig mit ihm sind. Es ist bei den Wissensduiftlevn der Bibelkritik unerläßlich, daß man sich sehr geringschätzend Uber den Mann der Gegenseite äußert, ihn verhöhnt, ״fromm“ usw. sdiimpft (11 i e r ist‘s Schimpfwort), borniert und befangen verschreit usw. und sich eines unangenehmen, gehässigen, verächtlichen Tones befleißigt. Dies alles fehlt bei Doktor Goettsberger vollständig; und man benutzt sein Buch deshalb gerne, auch wenn und wo man absolut uneinig mit ihm ist. Die buchtechnische Anlage ist praktisch, weil die Hauptthesen in׳ Großdrude, weniger Wichtiges und Hilfsmittel in Kleindruck und die Literaturangaben in den Fußnoten gegeben sind. Daß wir manches vermissen (wie □1( סופריp□ die זעטוטי -Frage und die ganze Stelle Jer. Taan. 4:2 usw.), und daß wir es bedauern müssen, daß das hebr. Register nur eine sehr kleine Auswahl der aufzunehmenden Wörter bietet (und daß es z. B. unbegreiflich ist, wie der Verfasser sagen kann, daß Psalmen, Sprüche und 00020101021701

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