Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 2 (10.1.1930)
- Date
- 1930-01-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2629891-2630341-2630343--3510-2635518- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Safed 2× ep/1046078
- Haifa 1× ep/1047930
- Hebron 1× ep/1047559
OCR text
Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 2 SjllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllU i ״Eletko“ Mm₪₪L I i Zilina. | s Unsere sämtlichen Fischkonserven wie auch der B s schwedische Fischsalat in Mayonnaise sind mit dem 5 3 דבשי־ des Munkacser orthodoxen § | Rabbinates 3 5 versehen und werden unter ständiger Aufsicht erzeugt 5 niiimiimimmmimmtiiimiimiimimiiiiitmiimimiiuirc ses, dem Diener G־ttes. gegeben worden ist. die Geibote G־ttes. seine Rechte und Gesetze zu hüten und ■zu be- Obachten.“ (Nechemja 9, 36—10. 30.) Das ist das Testament ׳Esras, dessen Jahrzeit wir •am 9. Taweth begehen. Es war am 10. Teweth, da ׳Ncbukadnczar mit seinem babylonischen Heer zum ■ersten .;Male Jerusalem Mauern!belagerte und damit den!Untergang ■unserer •nationa׳leu Selbständigkeit ■einlei tote. 1An ׳demselben 10. Teweth, da der!Feind ■vor dem Tor stand and alles zum ■letzten Sturm ׳bereit war, als das ׳jüdische Volk verzweifelt seine!Hoffnung ■auf sein ׳Land und seinen Staat aiifgegeiben!hatte!und jede (Aussicht auf ein •zukünftiges jüdisches lErez Jis- ׳roel eine Utopie schien, da erging G-ttes Befehl an J i rm׳i1j o hu — der :im!Gefängnis schmachtete, von den eigenen Volksgenossen eiiigekerkert —!Boden in Erez Jisroel z׳u kaufen, der in der Gegenwart wertlos war, der morgen ■schon!unrettbar dem!Feinde verfallen schien, dessen Erwerb aber durch den;Propheten auf G-ttes Geheiß dem!jüdischen Volk die ■Wahrheit■ nahelegen!sollte: ״So hat. G־tt, der Schöpfungsscharen. Israels G-tt, .gesprochen: ״!Nimm diese Briefe, diesen!Kaufbrief, den!versiegelten!und diesen ■Offenen (Brief, und tue sie in ein!irdenes Gefäß, damit sic ׳viele ,Jahre sich erhalten. Denn also hat G-tt der Schöpfungsscharen, :Israels ׳G־tt, ׳g;esfproohen: Noch werden •Häuser ■und Felder und Weinberge in diesem ‘Lande ׳gekauft werden!“ •(Jirmijobu 32, 14/15־.)!Am 2 0. T!e w׳e,t‘h ׳wurde!der große Lehrer des •jüdischen. Volkes hcim!gerufen, der •vielleicht wie!kein •anderer in der!Zelt unseres IGohtth den!Namen eines ,,!Natioinaljuden“ verdient. Der IMann, der in-seinem ״■Misch ne Thora“, uns wie kein anderer das ■Bild des jüdischen Vol-!kes in Erez •Jiisroel ׳zeichnete, ein Bi'ld von jener;Zeit, 'da wieder G-ttes Land und G-ttes Volk vereinigt ■sind. Am 20. Teweth ist •der Todestag von 1Rabbi •Mosche ben• iMai- (man, dessen Lebenswerk mit seiner!Schilderung jener Zeit schließt, die als die Geatla des jüdischen Volkes betrachtet wenden kann; eine Schilderung, die stets den!Maßstab dafür!bilden wird, wie viel von jüdischen Zu׳kun1ftsho׳f:fnungen bereits erfüllt sind tund wie viele noch •der Erfüllung harren: jMosohiach wird erstehen und das!Reich Davids in seiner alten ersten!Herrschaft ׳wiederhersteilen,!den Tempel bauen und die Verstoßenen Jisroels einsammeln. 'Alle Gesetze ׳werden dann ׳wie ehedem ׳wieder bergestellt ■werden.!Man wird Opfer •darbringen und Schmita und Jowel halten, wie es die Thora gebietet,!und wer daran!nicht glaubt;und auf sein!Kommen nicht hofft, der verleugnet nicht •die übrigen 'Propheten, ■sondern ׳die Thora und unseren Propheten Mosche.!Denn die Thora zeugt für ■ihn:, da es heißt: ״G-t׳t 1wird deine Gefangenen zurückiühren׳ und sich deiner •erbarmen und dich wieder eins׳a!mmeln von allen Völkern, unter welche, dich!Gott, dein! G-tt, zerstreute. Wenn deine ,‘Ve׳r.sto׳ßenen am Ende des ׳Himmels sein ׳werden, auch ׳von dort wird ׳dich dein . G-tt einsammeln und dich von dort holen.“ Diese Worte der Tho.r.a umfassen alle!Weissagungen der Propheten. 1-Du• ׳sollst nicht glauben, ׳daß Moschiach Zeichen : •und Wjunder zu vollbringen haben wird'oder eine!neue iWeltordnung einführt Tote, 'lebendig!macht •und 'dergleichen. Die tHau'ptsacJhc ist, daß die Thora mit ■ihren , Geboten und Gesetzen für alle Ewigkeit da ist.!Es 'kann nichts hinzugefügt, nichts daran gemindert werden. Wenn also e׳in!König aus dem ׳Hause!David aufsteht, der die Thora lernt und die!Gebote hält, wie sein Ahne David das geschriebene •und ׳das überlieferte Gesetz, und Israel veranlaßt, darin ■zu wandeln und es hoc'hzuhnlten und für G-tt zu kämpfen, so hat er als Moschiach zu gelten, •wenn es ihm gedingt, den Tempel wieder an!demselben Orte aufzubauen, und wenn er!die Verstoßenen ■Israels wieder sammelt, dann ist e׳r gewiß )Moschiach und■ ׳wird die ganze Welt dazu bringen, G-tt zu dienen, wie •es heißt: ,Dereinst werde ich den!Völkern •eine •reine Sprache feeibringen. ׳daß sie alle den Namen G-ttes anbeten und ühm 'Schulter an Schulter ׳dienen.“ 1Sie werden ׳das reine Gebot annehmen. nicht!rauben und ■morden, sondern nur das rechtmäßig Erlaubte genießen. -IDie!Weisen und die Propheten 'halben die messianisohe Zeit ׳nicht herbeige wünscht, um über die . Welt ׳zu herrschen oder Völker zu bändigen oder um von denselben hochgeha'lten zu ,werden, auch ■nicht u׳m zu essen, ׳zu trinken ׳und fröhlich zu sein, ׳sondern um frei zu sein für ■die Thora und ihre Wissenschaft ohne!Bedränger und!Störer, um sich die Ewigkeit ׳zu erwerben, lln jener 'Zeit wird cs weder!Hungersnot noch Krieg geben, weder Neid noch Zank, denn das Gute ׳wird in Fülle ׳herabströmen und!die Welt wird sich mit G-tteserkenntnis beschäftigen, ‘Israel ׳wird •G-tt! ׳verstehen lernen, soweit dieses ׳menschenmöglich ist. Wie!es ׳heißt: ״Un!d •die Erde wird voll sein von G-tteserkenntnls wie die Gewässer das (Meer!bedecken.“ Dia (habt ihr das ׳״wahre Protokoll eines Weisen von Zion“ über •die!jüdischen Weitherrschaftspläne, über •die jüdische Erlösungs'sehnsucht, geschrieben ,von dem!Meister, der am 20. Teweth des Jahres 4965 sein Volk verließ. Da׳s sind ■einige der ׳wesentlichsten Daten des 'Mojiats Teweth. ׳Laßt sie mehr für euch sein als bloße Daten. •Denket an Jrmiijahus Zeiten und verzweifelt nicht an Erez Jisroel. Denket an Esras ׳Zeiten und sorget für die Thora in Erez Jisroel. Denket an Ramfeam und fühlt euch stolz in!dem Bewußtsein, durch 'jeden Beitrag,!den ihr für ein wahrhaltig es jüdisches Erez!Jisroel liefert, jene Zeit ׳mi taobahnen m können, in der Jisroel und die Nationen der ׳Welt ^Schulter an Schulter‘1 in G4tes Land C-!tt erkennen ׳werden. E. Sir Boyd Merrimans Schlußrede vor ז der Untersuchungskommission. (J. T. A.) Sir Boyd, der Hauptanwalt für die Jewish Agency, begann seine Rede, indem er die ßefug# nisse und Aufgaben in Erinnerung brachte, die der Unter־ suchungskommission zugemessen worden sind, nämlich: ״die unmittelbaren Ursachen, die zu den letzten Unruhen in Palästina geführt haben, zu untersuchen und die Schritte vorzuschlagen, die notwendig sind, um ihre Wiederholung zu verhindern". Er,erinnerte ferner an den Hinweis des Oberrabbiners Kook, daß die Kommission im Lande sei, um zu untersuchen, warum wehrlose Juden getötet worden sind. Es steht außerhalb jeder Diskussion, daß ein arabischer Angriff auf die Juden stattgefunden hat. Das gilt für das ganze. Land, außer vielleicht für Haifa. Aber auch hier würde es falsche Einschätzung von Ursache und Wirkung bedeuten, wollte man den Aus# bruch der Unruhen auf den von einem Juden abgegebenen ersten Schuß zurückführen. Hinsichtlich der Frage, wann das erste Opfer in Jerusalem getötet worden ist, vertrat Sir Boyd Merriman ,den Grundsatz, daß nicht der Zeit# punkt des ersten Mordes von Bedeutung ist, sondern die Aufeinanderfolge der Ereignisse. Waren die Ausschreitun־ gen durch einen unmittelbaren Ausbruch der Volksleiden־ schaft verursacht oder das Ergebnis systematischer Organisation und Verhetzung? Trifft das" letztere zu, dann ist zunächst die Frage nach der Verantwortlichkeit zu stellen. Unter Berufung auf die Aussagen der Polizei־ beamten, daß alle Unruhen in diesem Lande auf religiöser Grundlage beruhen, konzentrierte sich Sir Boyd im Fort־ gang seiner Rede, in der er sich, wie er sagte, nicht mit den kleineren handelnden Personen beschäftigen wollte, auf die Rolle, die der Großmufti im Zusammenhang der Ereignisse spielte. Er behauptete, das Motiv des Groß־ mufti sei die Absicht gewesen, die Moslems, einschließ־ lieh derer, die seine scharfen Gegner sind, organisatorisch zu konsolidieren zu dem Zwecke, um sein Amt zu be־ festigen. Er stellte die organisierte Kampagne dar, die vom Groß־Mufti seit dem Jom Kippur 1928 geführt wor־ den ist und durch die die Klagemauer als mohammedani־ sches Heiligtum reklamiert und populär gemacht werden sollte. Sir Boyd legte die Unhaltbarkeit des Argumentes dar, dessen sich die Moslems in ihrer Eingabe an die Permanente Mandatskommission des Völkerbundes be־ dienten, daß die Juden an der Klagemauer nur die Rechte von Besuchern genießen könnten, die gleichen, die auch andere Besucher haben. Die Einführung eines Muez־ zin, der die Moslems von der Mauer herab zum Gebet aufruft, die Einrichtung einer Musikkapelle in der Nähe der Mauer und andere Neuerungen wurden einzig und allein zu dem Zweck unternommen, um die moham־ medanischcn Besitzrechte an der Mauer immer stärker zum Ausdruck zu bringen. Der Gedanke der Heiligkeit des Pflasters vor der Klagemauer für die Moslems ist neu gestaltet und mit Gründen gestützt worden, die ah den Haaren herbeigezogen sind, einzig und allein zu dem Zweck der Kampagne, die zeigen sollte, daß der Buraq ein mohammedanisches Heiligtum sei. Privatrechtlich gehört dieses Pflaster der mohammedanischen Kirche, aber ihr Bcsitzrecht ist von der Art, daß religiöse An־ Sprüche ihm vorangehen. Die Behauptungen des Groß־ Mufti und anderer arabischer Zeugen, daß die Misrachi־ Ornamente und Simchath־Thora־Fähnchen mit Phantasie־ Abbildungen des Salomonischen Tempels Beweis für jüdische Aspirationen auf das Tempelgebiet seien, auf welchem die Omarmoschec steht, sind absurd. Sir Boyd erinnerte die Kommission an die Aussage des Oberrabbi Kook, derzufolge die Wiedererrichtung des Tempels den Juden eine messianische Hoffnung ist und sie den mate־ riellen Besitz des Tempelgebietes nicht erstreben. Er wies alle von, mohammedanischer Seite gemachten Be־ hauptungen, daß die Juden sich in den Besitz des Tem־ pelgebietes setzen wollten, als völlig haltlos zurück und erweckte allgemeine Heiterkeit durch die Bemerkung, daß die Türken nie daran Anstoß genommen haben, daß in englischen Kirchen die Hymne ״Jerusalem, mein glück־ lieh Heim“ gesungen wurde. Zu der Legende von den ״Protokollen der Weisen von Zion" und ihrer Publikation in mohammedanischen Zeitungen übergehend, legte Sir Boyd dar, daß die ganze Kampagne um den Buraq eine der Flauptursachen war, durch die der Ausbruch der Unruhen verschuldet worden ist. Er ging das gesamte durch die Zeugenaussagen ge־ wonnenc Beweismaterial durch und wies eine starke Be־ wegung der arabischen Agitatoren im ganzen Lande vor Ausbruch der Unruhen nach. Er erwähnte auch den fanatischen Scheich, den der Groß־Mufti ostentativ an jenem verhängnisvollen Freitag schickte, um den Mob im Haran־Gebiet zu beruhigen. Mit Berufung auf die Polizeiaussage in diesem Punkte rief Sir Boyd aus: Wenn die Polizei diesen Mann als einen gefährlichen Fanatiker bezeichnen kann, dann zögere ich nicht, das gleiche vom Groß־Mufti selbst zu sagen. Uebergehend zu der Frage der palästinensisch־arabischen Exekutive, legte Sir Boyd nahe, daß ihr Versuch, politische Umstände als unmittel־ bare Ursachen der Unruhen in den Vordergrund zu schieben, Licht auf ihren eigenen Anteil an den Ereig־ nissen wirft. Kurz auf die Frage der Immigration eingehend, erinnerte Sir Boyd die Mitglieder der Komission, daß die Vernehmungen sich nicht auf die Frage der höheren Politik bezogen haben. Wenn man aber selbst annimmt, was durchaus bestritten worden ist, daß die Beschäfti־ gung von Juden eine höhere Besteuerung einschließt, so ergäbe sich die Verpflichtung dazu seiner Meinung nach trotzdem aus dem Mandat. Die Existenz der englischen Administration hier, sagte er, ist mit dem jüdischen Nationalheim verbunden. Weil wir uns zur Balfour*Dekla־ ration bekannt haben, haben wir das Palästina־Mandat mit der Hilfe solcher Männer, wie Herr Sacher einer ist, erhalten. Die britische Administration in Palästina, fuhr er fort, hat die öffentlichen Leistungen erhöht und den Wohlstand der Einwohner verbessert. Wenn man an־ nimmt, was der Wahrheit widerspricht, daß die öffent־ liehen Lasten erhöht wurden, dann müßten die Araber die Vorteile der britischen Herrschaft gegen die behaup־ teten Nachteile abwägen. Zur palästinensischen Boden« Politik übergehend, fragte Sir Boyd, warum zur Zeit der Unruhen, als die wildesten Gerüchte über jüdische An־ griffe auf mohammedanische heilige Stätten und Blut־ gemetzel unter den Arabern umgingen, nicht die Klage über entrissenen Boden gehört worden sei. Ist die Land# not wirklich vorhanden, wie soll man dann Hebron, Safed und die Ausplünderung der ältesten Siedlungen in Judäa erklären? In Uebereinstimmung mit seinem Versprechen, sich nur mit den wichtigen, mit den Ereignissen in Zusammen# hang stehenden arabischen Persönlichkeiten zu beschäfti# gen, kam Sir Boyd auf Musa Kazim Paschas, des Präsi# denten der Palästinensisch־arabischen Exekutive, Reise nach Jaffa zu sprechen, wo er den Druck aufreizender Propagandaschriften überwachte. Weiterhin verlas Sir Boyd ein ausgedehntes Verzeichnis von Zeugen aus dem ganzen Lande, von Bcer־Schcba bis Safed, durch die be# zeugt wird, daß es Aufreizung gegeben hat. Das Memo« randum der Arabischen Exekutive, mit dem gegen die vom High Commissioner nach seiner Ankunft in Palästina erlassene Proklamation protestiert wurde, ist ein von Anfang bis zu Ende verlogenes Dokument. Alle in ihm enthaltenen Behauptungen über die Haltung der Juden sind von den informierten Beamten kategorisch wider« legt worden. Die arabische Zumutung, daß die zionisti« sehen Führer vorbedacht die Zwischenfälle verursacht haben, um Geld und Sympathien zu werben, ist eine Be# hauptung, so teuflisch, daß man sie nirgends anderswo als in der Hölle erwarten würde. Hier erhob sich der zweite Anwalt der Arabischen Exekutive Silley und bestritt, daß er zu der Vermutung Anlaß gegeben habe, die zionistischen Führer hätten Massakers gewünscht. Wie immer die diesbezügliche Be־ hauptung interpretiert werde, replizierte Sir Boyd, ist es unerhört, verantwortlichen Menschen zuzumuten, daß sie mit dem Feuer spielen. Die Schuld der Regierung. — Fünf Punkte der Anschultligung. Im weiteren Verlauf seiner Rede kam Sir Boyd auf die Verantwortlichkeit der Regierung zu sprechen. Nach# dem er seine Beschuldigungen gegen Luke persönlich wiederholt hatte, sprach Sir Boyd im einzelnen über die Regierungskommuniquees und die Kabelberichte an das Kolonialamt während der Unruhen und über die wichtigen Interviews, die Luke erteilt hat und von denen er nun behauptet, daß er sich ihrer nicht mehr erinnere. Die Ent« waffnung britischer Juden war ein schwerer Fehler. Die Beschuldigungen gegen die Regierung faßt Sir Boyd in den folgenden fünf Punkten zusammen: 1. Man hat es unterlassen, sich mit der Aufhetzung durch die Presse zu beschäftigen, die im Jänner begann, als die Zeitungen einen Heiligen Krieg wegen der Klage# mauer propagierten. . 2. Man hat cs unterlassen, in einer Kegierungs# erklärung die Behauptung zurückzuweisen, daß die Juden Angriffe auf islamische Heiligtümer beabsichtigen. 3. Durch die Bewilligung der Tischa NAwiDemon« stration an der Klagemauer hat die Regierung die Ver# antwortung für diese Demonstration auf sich genommen. Auf die Darlegung dieses Punktes verwandte Sir Boyd mehr als eine Stunde. Durch die Bewilligung der Demon# stration, so führte er aus, war diese der Kompetenz der zionistischen Exekutive entzogen und wurde im Gegen־ satz zu der von den arabischen Anwälten vertretenen Darstellung eine Angelegenheit zwischen der Regierung und den jungen Menschen, die die Demonstration 4. Den übereinstimmenden Warnungen der jüdi# sehen Repräsentanten an allen Orten des Landes wurde zu wenig Beachtung geschenkt, als alle Berichte ein# schließlich der hebräischen Presse in der Befürchtung einig waren, daß am Freitag grauenvolle Dinge geschehen würden. 5. Unter Mißachtung der Warnungen hat die Ke« gicrung keine Verstärkungen herangeholt, keinen ange# messenen Gebrauch von den verfügbaren Schutzkräften gemacht und ließ das Feuer auf die Angreifer in Jerusalem nicht eröffnen. In Jaffa und Nablus, wo die Truppen feuerten, breiteten sich die Unruhen nicht aus. Auf die Bemerkung des Regierungsanwalts Preedy zurückkommend, daß die Erweiterung der Jewish Agency die Araber alarmiert habe, wies Sir Boyd die Mitglieder der Kommission darauf hin, daß das Palästina־Mandat die Erweiterung der Jewish Agency über den Rahmen der zionistischen Organisation hinaus vorsieht und daß die Erweiterung in Zürich erst nach Ueberwindung einer starken zionistischen Opposition zustandegekommen ist, wobei jede Stufe der Entwicklung im Einvernehmen mit der britischen Regierung und der Palästina־Regierung erarbeitet wurde. Es ist absurd, wenn jetzt der Regie# rungsanwalt gegen die verantwortlichen zionistischen Stellen vorwurfsvoll so spricht, als ob die Erweiterung der Jewish Agency ein gegen die Araber gerichtetes Unternehmen wäre. Wenn dem so ist, sagte Sir Boyd, dann muß die Regierung hier und in London die Verant# wortung auf sich nehmen, denn sie sind an ihrem Zu־ standekommen mitbeteiligt. Vom Tage. Glossen zu Weizmantis Jenaer Rede. Der [Präsiden! t ■der Zionistischen Organisation׳, Prof. Dr. Cihaim Weizmann, hat ׳den (kürzlich in Jena stattgefun- •denen Defegiertentag des zionistischen Verbandes für Deutschland 'benützt, um nach ׳der großen!Katastrophe in Erez Israel, abgesehen •von seiner Rede!beim IBan'kett des ״Ang110-Palest1ini.au Club", London, z׳u׳m erstenmal öffentlieh ■zu sprechen. Ob seine Erklärungen, welche an ,׳die Adresse der!Araber gerichtet ׳waren,!bei ׳den Adressaten ■als Basis einer dauernden Zusammenarbeit der beiden Völker betrachtet werden, muß einstweilen •dahingestellt bleiben. Zunächst steht es uns nicht zu, uns hierüber zu äußern, wenn auch wir die von den Zionisten i׳m alige- ׳meinen verfemte Methode von Kanzler Magnes in Jcrusalem für •erfolgversprechender halten. Abseits ■von der großen Politik möchten •wir aber einige Be!m1er׳k׳nngen der großen Weiizniannschen Rede auch unserem Leserkreis ׳zur Kenntnis 1bringen. Das eingefrorene Baltische Meer. Präsident Weizmann wartete ׳mit einem Zitat eines englischen׳ 'Staatsmannes aus der ׳Epoche ■von San iRemo auf. Dieses ■Zi׳t׳at war!bisher nur in seinem ersten Teil be- ׳kannt. Nun haben ■w!ir ■es vollständig, und es verdient, •verzeichnet zu werden. Es lautet: ,,!Nun habt ihr die Chance, ׳wir haben euch in den 'Sattel gesetzt, auf euch liegt ׳jetzt die Pflicht, •diese Chance auszumützen, und ihr werdet schwere Zeiten haben. Denn nach ein,!zwei Jahren wjnd d׳ie 'Welt aussehen!wie das (Baltische!Meer vor einem 'Frost. Noch sind Wellen da, ׳noch werden Wellen g׳e-!schlagen, ■aber das Meer wird zu einem Eislblock erstarren und ihr werdet eure 'Köpfe in diesen E'isblock hineinrennen ׳müssen. Verzaget nicht, tut eure ■Pflicht, es ■wird .noch einmal eine Zeit kommen, wo alles auf tauen wird; dann wird die euch 'besser verstehen." Das Recht des jüdischen Volkes auf Palästina. Unser ■Recht auf Palästina, erklärte Präsident Weiizmann, und, ״um ganz genau zu;sprechen, unser ׳Recht, ein ■nationales Heim in Palästina aufzubauen, ׳steht heute uner- ׳schlittert, ■genau so. wie es ■vor ׳zehn oder vor 100 oder vor 1000 Jahren war“. Wir glauben, Präsident Welzmann (hat mit dieser Behauptung zu ׳viel!bewiesen. Wenn er nur auf die letzten zehn Jahre!Bezug genommen hätte, so hätte man an die!Baltour-iDeklaration, au das Palästinamandat ׳gedacht, also an politische Traktate, ■die der