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Jüdische Presse · 1929-12-13 · 48 (13.12.1929) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
48 (13.12.1929)
Date
1929-12-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE PRESSE Nr. 48 NEUERÖFFNETE REICHHALTIGE MODERNE LEIHBIBLIOTHEK DER BÜCHERSTUBE M. RATH WIEN, l».t TABORSTRASSE Nr. 30a TEL.: R-43-1-68. ALLE NEUERSCHEINUNGEN I REICHE AUSWAHL IN HEBRAIKA UND JUDAIKA! MONATSGEBUHR NUR S 3 - KEINE BANDGEBÜHR! TÄGLICHER UMTAUSCH! glaube. daß die Juden von der Moschee!Besitz ergreifen wollen. Sir iBoyd fragte, ob er diesen seinen Glauben auch seinen Freunden beizubringen sucht. Khadra ׳verneinte dies, gab aber auf weiteres Befragen zu, daß er in den zehn Tagen vor (Ausbruch der ,Unruhen über die jüdischen ■Absichten bezüglich der (Moschee mit vielen . Leuten gesprochen hat. ,׳Als 'Sir Boyd den •Zeugen darüber befragte, ob für den Ausbruch der Jerusalemer Unruhen eine ׳bestimmte Zeit vorgesehen war, erwiderte Khadra: ״Fragen Sie Ihre!Klienten־!“ Sir ,Boyd ■erwiderte: ,jlc'h will ■eine Antwort hären, nicht eine Unverschämtheit!" Sir Walter Shaw!bestand darauf, daß der Zeuge die :Frage beantworte. Schließlich sagte ■Khadra. er ,glaube nicht, daß überhaupt eine lUnruheabsicht bestanden habe. Sir Boyd fragte den Zeugen, (jer den Protest •gegen Sir John Chancellors Proklamation ■mitunterzeichnet hatte, ob das, was in ,Hebron geschah, Krieg oder!Mord war. ״loh weiß es nicht", erwiderte der Zeuge, ״Uebrigens wurde auch in Jaffa eine arabische Familie abgeschlachtet." Sir Boyd. •wiederholte die Frage: ״Sie. als iMitunterzeichner des )Protestes, müssen cs sagen: War das, was .in!Hebron geschah, ein fairer ,Kampf oder ein ge- ׳meiner ’Mord?" Darauf der Zeuge: ״!Herr Cafferate (der Polizeichef von Hebron in der Zeit der Unruhen) ist die Person, an die eine solche (Frage zu richten wäre.“ Sir!Boyd: ׳״in dem von Ihnen mitunterzeichneten Protest wird behauptet, daß in!Hebron ein Volksaufstand war.“ Subhi ׳K'hadra: ״Unsere Ableugnung der jüdischen Besdhuldigungeii ■über ■Scheußlichkeiten gründete •sieh auf die ■Aussage des britischen Arztes des ׳öffentlichen Gesundheitsdepartements.“ Da der Zeuge auf die ,Fragen Sir Boyds immer ausweichende (Antworten gab, ersuchte Sir ׳Henry ■Betterton den!Dolmetscher, an den Zeugen ■die präzise ׳Frage zu richten, ob er meine, daß die in ■Hebron begangenen Tötungsakte als!Mord zu bezeichnen seien. (Diese Frage beantwortete der Zeuge mit ״Nein“. Darauf das Kommissionsmitglied Hopkins (Morris: ״■Waren es!vielleicht!Selbstmorde?“!Khadra: ״,Es waren ׳keine Selbstmorde.“!Der arabische ,Anwalt Silley berichtete!über Subhi iKhadras Desertion von der türkischen zur britischen Armee im Jalhre 1917 und legte Propagandazettel v׳or, die britische Aeroplane über ■den türkischen IKampflinien fallen ließen. •In diesen׳ Proklamationen wurden ■die Araber auf- ''•gefordert, die ■türkischen Linien zu verlassen■, um ״dem Sherif und!Emir voti 'Mekka und König «der arabischen Länder" zu helfen. IDie Mitglieder der!Kommission sprachen ihre Zweifel darüber aus,, ob die Verlesung dieser Proklamation von irgend welcher!Wichtigkeit sei. Silley ■erwiderte: ״Die Zionisten stützen sich auf ■die!Balföur-Deklaration, wir stützen uns auf ■diese Proklamation.“ Darauf das Kom- ■nüssiousmitglied Sir ■Henry!Betterton: ״,Glauben ■Sie, daß die (Existenz ■dieser Proklamation •den!Geisteszustand för- ■derte, ■der •für die jüngsten ׳Unruhen charakteristisch war?“ ״So ist ■es“, erwiderte Silley. ״Es •ist ■dies das latente Gefühl, das die Unzufriedenheit steigern ‘half.“ Die Kommissian gestattete, daß ■der von ISilley gebrachte Zettel ■den Akten beigefügt werde. ■Subhi ■Khadra sagt weiter aus, er sei nach Verkündung der (Baifour-lDeklaration von!Palästina nach ■dem (Hodschas gereist. Das arabische Volk hat immer seine Unabhängigkeit, gefordert und •Tausende desertierten aus der türkischen Armee, um unter den Engländern für die Unabhängigkeit zu kämpfen. In der türkischen Armee war er,!Khadra, Leutnant; als er nach der ,Desertion nach Damaskus zu ■König Feisal kam, habe ihn dieser zum 'Major befördert. Sir Boyd!Merryman verlas ein ■Schreiben des Königs ■Feisal an Professor ,Felix Frankfurter von der ■Harward-Unaversität. in welchem Feisal sich!mit der ziom'stischen Politik einverstanden erklärt. Der Zeuge bestand demgegenüber darauf, daß die Araber das Unabhängigkeitsversprechen so verstanden haben, daß auch Palästina ein unabhängiger arabischer Staat werde. Silley führte aus, König Feisal sei des Englischen unkundig und 'habe wahrscheinlirü den Inhalt des in seinem ■Namen an Professor!Frankfurter gesandten Schreibens!nicht gekannt. © Nachrichten Gemeinsame Abfahrt der Wiener Teilnehmer an dem Preßburger Gedenktag findet Dienstag den 15. Kislew 6.30 Uhr vom Ostbahnhof statt. Hofrat Samuel Stern — Präsident der Pester Israelitischen Religionsgemeinde. (J. T. A.) Die IRepräsentanz der (Pester ,Israelitischen Religionsgemeinde wählte in einer feierlichen 'Sitzung Hoftrat!Samuel Stern ■mit Akklamation zum Präsidenten ■der ■Gemeinde!als (Nachfolger des vor einigen (Monaten verstorbenen IHofrates Aladar Kassa-b. ׳Hofrat Samuel■ Stern dankte bewegt ■für die ihm verliehene höhe Würde und entwickelte sein ׳Arbeitsprogramm. ,Das Programm teilte der ■neue Präsident in zwei!Hauptgrnpipen ein. ״Eine dieser Gruppen bezieht sich darauf, daß wir unser Glauben׳sleben mit der Wärme unserer alten Traditionen erfüllen, ■daß wir ׳-das religiöse Gefühl verbreiten und. vertiefen sollen.!Die andere Gruppe bezieht sich auf ■die innere Ordnung, ■die richtige Administration, •die lautere und gewissenhafte Finanzgebarung.“ /Der Abtrünnigkeit, die ihre tiefer lie- .?enden׳ Gründe auch ■in den wirtschaftlichen Verhältnissen •.findet, müsse ■durch eine innere ,Stärkungsarbeit entgegengewirkt werden. (Betrüblich sei, daß in ■der rund zweihunderttausend •Seelen zählenden Glaubensgemeitide noch immer eine namhafte Schicht ׳vorhanden ist, die den G-ttesdienst nicht besucht. (Die ■jüdische ,Schule und der ,Religionsunterricht sollen gestärkt werden, große Sorgfalt wird auch ■den Talmud-Tihora-Schulen zugewendet werden. Auf die sozialen (Aufgaben wird stärkerer ׳Nachdruck gelegt werden müssen. Die Spitalsinstitutionen der!Gemeinde sind ein (Stolz der Judenschaft; in ■dem ,neuen Pavillon wurden 1,800.000׳ Pengö investiert. Der 'Wohltätigkeitsaktion ist durch das wachsende Elend eine schwere ׳Arbeit׳ auferlegt. Per Redner sprach sich schließlich für eine■ friedliche. Z ,u s a m m e n a r b e i t mit ■der orthodoxe 1t ij ii d iseien Gemein d e aus. Die Migräne ist eine zeitweilige Indisposition■, die am :häufigsten ■Damen befällt, /:eine Gemü,t׳sstörun/g durch geistige oder 1körperliche Uebermiidmg. infolge ungenü- :geuder oder ■unrichtiger Ernährung. Sie schwindet sehr ׳bald׳, wenn Sie Stirn und Schläfen :mit unverdünntem Franzbranntwein ..Alpa“ einreiben. Acußerst günstig wir- ׳ken Alpa-Umschläge, zur Hälfte verdünnt mit kaltem Wasser. __ Amtliche Verlautbarungen der israelit. Kultusgemeinde Wien. Konkursausschreibimg. I!m Spital ■der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, XViin., Wä'hrin.ger Gürtel . 97, gelangt au der urologisehen A b t e i 111 n g ■die Stelle eines Abteilungsassistenten, ferner an der I. ■m ed. A b t e i 1 u n g und an der c h i r u r g. und gynäkologischen A 1b t e 1׳ ו u n •g sowie am Röntgeninstitute je eine *♦♦♦♦♦♦»»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»♦♦♦♦♦♦♦♦•MM♦) MptMEFSSSag £41?5-« Wien, II,, Malzgasse 7 Sabbathaltende fördert die Sabbathaltenden! Seknndararztensstelie . :1' zur Besetzung. Zur Anstellung sind erforderlich: Die österreic h i s c h e S t a a t s 1b ü •r g e r s c h a f t, lediger Stand, die Berechtigung zur Ausübung' der Heilkunde in der österr. Republik, die körperliche Eignung (nachgewiesen ■durch ein' amtsärztliches Zeugnis) und ein Alter von unter 35 Jahren. Mit der Stelle ist nebst dem in der Besoldungs- Ordnung für ■die Abteilungsärzte des Spitales der Israel. Kultusgemeiiide fixierten Barbezüge die Benützung einer möblierten N a tu r a 1 woh nu n g samt Beleuchtung, Behe iz u n g und Bedienung sowie •die volle Verk ö s t i g u n g verbunden. Für die letztere werden die Eigcnkosteti von den Monatsbezügen in Abzug gebracht, wobei der Abzug ein Viertel der Bezüge nicht überschreitet. Mit den Personaldokumenten (Geburtsschein, Heimatschein, Diplom, Nachweis der Zugehörigkeit zum Judentum, Zeugnisse über die bisherige Verwendung) belegte Gesuche sind an den Vorstand der Israel. Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, bis längstens 15. Jänner 1930, mittags, zu überreichen. Wien, 2. Dezember 1929. Der Vorstand der Israel. Kultusgemefnde Wien. Israelitischer Jugendgottesdienst. Am 14. d. finde um 3 Uhr nachmittags der Jngendgottesdienst für dii israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks Synagogen statt. c Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Be zirkssynagogen. Am 13. d. werden bei dem um 4 Ub 10 Min. beginnenden Abendgottesdienste Predigten abgc halten, und zwar: II., Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. ä Grujiwald): V״ Siebenbrunnengasse la (Rabbine Dr. M. G. Mehrer): VIII., Ncudeggergasse 12 (Rabbiru Dr. M. Bauer); IX., Mirllnergasse 21 (Rabbiner Dr. i Z. Schwarz); XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. I B a c h). — •Am 14. d. findet beim Morgengottesdienst (Bf ginn 8 Uhr 30 Min.) kn Tempel, XVIII., Schopenhaue: Straße 39 ('Rabbiner Dr. D. Feuchtwang), ein ex< getisoher Vortrag statt. Die Generalversammlung der Chewra Kadisch Wien, I., findet Sonntag, den 15. Dezember 1929, 10 Ul vormittags, im Saale des Hotel Continental, II., Tabc Straße 4, statt. meinte er, daß er mit vierstündigem Schlaf ganz dem ärztlichen Rate genüge, denn er schlafe schneller als ein anderer. So auch Hofbauer. Sein praktischer Verstand ermöglichte ihm rasches Denken und dadurch konnte er seine Geschäfte in kürzerer Zeit erledigen als andere Kaufleute, wodurch ihm noch freie Zeit für sein öffent־ liches Wirken blieb. Als ich mich wunderte, daß er in jener Zeit, ohne Aussicht auf Erfolg, gegen eine ganze Gemeinde Andersgesinnter aufzutreten wagte, antwortete er mit einem Hinweis auf Awrohom Owinu, der ja mit dem Glauben an den einzigen G־tt gegen die ganze Welt kämpfen mußte, wobei sich zeigte, daß jeder, der für die Sache G־ttes uneigennützig eintritt, den Widerstand der Gegner brechen kann. So war Awrohom Owinu bei seinem Kampfe für die Orthodoxie, der trotz Aussichts* losigkeit günstig endete, sein Vorbild. Ich aber glaube, daß der Erfolg seiner Tätigkeit durch eine Eigenschaft der סנהדרין unterstützt wurde. Nach den Worten um serer Weisen mußten die Richter der 70 damals bekannten Sprachen kundig sein. Bei keinem Gerichtshöfe durfte der Angeklagte durch einen Dolmetsch vernommen wer־ den. Kam es doch bei der Verteidigung nicht nur auf die Worte, sondern auch auf den Ton״.■mit d£m der Angeklagte sein Recht verteidigte, an. Aber ich^׳ nehme an, daß die Richter auch noch in einer .änderen ■Bezic־ hung viele Sprachen sprechen mußten. Entsprechend dem Ausspruche ״ : משפטי ה׳ אמח צלמו יחריוDie,. Rechtssprüche G־ttes sind wahrhaft, allseits gerecht", war. es auch Auf־ gäbe des Richters, die beiden Parteien, selbst den Verur־ teilten, von der Richtigkeit des Richterspruches zu' über־ zeugen. Niemand sollte den Gerichtshof mit dem Gedan־ ken, daß ihm Unrecht geworden, verlassen. Und da die Menschen verschieden geartet sind, mußte auch der Richter entsprechend der Eigentümlichkeit eines jeden einzelnen aufklärend wirken, gleichsam in seiner Sprache zu ihm sprechen. Und so mußte jeder Richter auch in dieser Beziehung gar viele Sprachen sprechen können. So war auch der Verstorbene. Er hat es verstanden, zu jedem, ob Freund oder Gegner, in seiner Sprache zu sprechen und ihn in seiner Eigenart von der Wichtigkeit und Richtigkeit seines Vorhabens zu überzeugen. Diese Fähigkeit hat ihn aus jedem Kampfe als Sieger hervor־ gehen lassen. In der letzten Zeit hat er sich eigentlich׳' politisch nicht betätigt. Außer wenn wir seinen Kampf den Zio־ nisten gegenüber, als solche Tätigkeit b’ctrachten wol* len. Sein unerbittlicher Kampf gegen den Zionismus entstand nicht, wie es viele behaupten, dadurch, daß er kein wahrer Freund aller Juden gewesen oder daß er das heilige Land nicht mit jeder Faser seines Herzens geliebt hätte. Das Gegenteil entspricht den Tatsachen. Weil' er sein Volk und das heilige Land mit der größten Innigkeit liebte, konnte er nicht zusehen, wie über beide durch eine unjüdische Politik das Unglück herauf־ beschwören wurde. Er konnte es nicht glauben, daß eine Politik, \vo הקב״ה und die Thora nicht ins Kalkül gezogen wurden, Erfolg bringen könnte. Die Ereignisse der lötz־ ten Monate habe ihm leider recht gegeben. Mit Tratiea in den Augen hat er diese traurigen Nachrichten Ver־ nommen Und öfters gesagt; ״Hätte sich die Stimme der Vernunft Gehör verschaffen können, gar manches Opfer wäre uns erspart und gar mancher hoffnungsvolle Mensch wäre zum Wöhle des Judentums erhalten geblieben.“ Daß sich Hofbauer in den letzten Jahren in der קהלה Politik nicht betätigt hat, glaubte man, dies seinem vorge# rückten Alter zuschreiben zu müssen. In Wirklichkeit war er nicht |ןק in dem Sinn, daß er, durch die Last des Alters beschwert, mit unserer heutigen Zeit nicht mithalten konnte, denn Wer Gelegenheit hatte, ihn zu sprechen, mußte erkennen, daß er ein זקן שללה חכמה ein alter, an Geist aber frischer und durch viele Jahre erfahrener, wertvoller Mensch gewesen. Er zog sich von der Politik zurück, weil er nicht die Ansicht seiner orthodoxen Freunde in bezug auf Ge־ meindepolitik,. teilte. Und wenn er auch durch seine Per־ sönlichkeit die Macht gehabt hätte, seine Ansicht zum Durchbruch zu bringen, so schien ihm ein Zurücktreten richtiger, als einen Keil' in die Reihen der Orthodoxen zu treiben. Er. pflegte die Mischna כל מחלוקה לש״ש ציפה להתלץים folgendermaßen zu erklären: Jede Meinungsverschieden־ heit unter den יראים selbst dann, wenn sie nicht bei־ gelegt wird, סופה להתקיים wird dadurch, daß der eine oder andere zurücktritt, das Bestehende nicht gefährden. Es ist besser, durch Zurücktreten das Bestehende zu erhalten, als durch offenen Streit der eigenen Sache zu schaden. Und auch da zeigten die Ereignisse, welch klugen, politi־ sehen Blick Hofbauer hatte, denn die Ansicht, für die er seinerzeit kämpfte und die von seinen Gesinnungs־ genossen abgelehnt wurde, ist nachher zum leitenden Ge־ danken in der Politik der Orthodoxie geworden. So wirkte und so lebte ישי ילב האפמיער er war eine große und edle Natur, daher zahlte er nicht nur mit dem, was er hatte, sondern mit dem, was er war, mit seiner eigenen Persönlichkeit. Wehe, daß er nicht mehr in unserer Mitte weilt! Es trauern um ihn nicht nur seine Kinder und seine Familie, es weint um ihn sein Bethaus ״Maehsike Hadath“ des I. Bezirkes, für das er wie ein Vater sorgte, es weint um ihn die Volks־ und Haupt־ schule Talmud Thora, es trauern um ihn alle Vereine, denen er mit Rat und Tat beistand. Unsere heutige Feier ist seinem Gedenken geweiht. Das Leben aber ver־ langt von uns Pflichterfüllung. Pflichterfüllung, gegen jene Anstalten, denen Hofbauer mit besonderer Fürsor zugetan war, und die heute in schwerer Notlage um ih Existenz kämpfen. Im Gedenken Hofbauers mögen v diesen Vereinen helfen, dies wird der schönste Dank u! das herrlichste Zeichen für seine Wertschätzung se durch die wir ihm ein Denkmal der Unsterblichkeit < richten. Möge er, der, mit dem Lichte der Thora Herzen, Unvergängliches geleistet, uns als Musterbi der Pflichterfüllung und der Hingabe für die Sache d überlieferten Judentums voranleuchten! זכר צריה לברכה Dann wird nicht nur sein Wirken, sondern au sein Andenken zum Segen und zum Wohle gereichen Preßburger Briefe eines Rabbinatska didaten aus dem Jahre 1848. Von Regierungsrat Dr. Bernhard Wachstem, Wi< Sonderabdruck aus B’nai B’rith Mitteilungen für Oesterreich. Regierungsrat Dr. Wach stein lief seit vielen Jahren durch seine wertvol Veröffentlichungen aus Archiven und Pr.Lv ■Sammlungen ungemein wichtige (Bausteine Geschichte des Judentums und der .jüdiscl Gemeinden. Auch die vorliegende kle ,Schrift gehört zu diesen. Wir bringen!he einige Sätze aus der ,Einleitung ׳und aus ■d!Inhalt des ersten (Briefes dieses jRabbitu kandidaten vom Ja'hre .1848“. Dieser ,B zeigt deutlich, wie gering ■der Respekt ■die neuen .Ankömmlings vor der Orthodoxie sc damals war, und es ■darf — nach dieser 'Pr seiner ■Gesinnung — nicht wundernehn wenn er nicht gerade liebenswürdig und (besonderer ׳Sympathie in den Kreis der The jünger aufgenommen wurde. Immerhin diirJ seine zum Teil sarkastischen Schilderun gerade jetzt, anläßlich des Jeschiwa-Gede tages, mit Interesse gelesen werden. Der Schreiber der Briefe ist Salomon Poll der älteste Sohn des Trebitscher Rabbiners Chajjim J Pollak. Der Adressat ist der Vater, dem der junge M seine Eindrücke und Erlebnisse schildert. Auch Ri Chajjim Josef Pollak besuchte die Jeschiba in Preßl und zählte zu den Lieblingsschülern Rabbi Moses So: des berühmten Verfassers des ״Chathara Sofer“. I wurde jetzt Aramas religionsphilosophischer Komme zum Pentateuch ״Akedath Jizchak“ mit erläuterr Glossen Ch. J. Pollaks gedruckt. Dorthin wendet der Sohp, um sein rabbinisches Wissen zu vertiefen. I

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