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Jüdische Presse · 1929-12-13 · 48 (13.12.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
48 (13.12.1929)
Date
1929-12-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Iialtung des Sabbats ihr Brot zu verdienen. Es ist geradezu merkwürdig, daß die Wiener jüdische Oeffentlichkeit, daß unsere feinfühligen Damen und großzügigen jüdischen Damenkonfektionäre die wunderbare Möglichkeit, die zukunftreiche Arbeit jiidisclier Mädchen zu fördern, und den gesunden s 0־ 2i׳a!en Kern dieses auf 1kollektivistischer Basis gegründeten Unternehmens!bisher nicht in genügendem Maße beachtet haben. Die Gewerbeschule allein soll aber nicht die einzige Möglichkeit des Weiterbaues der Volks- und Hauptschule bilden. Eine jüdische Koch- und Hausbaltungsschule, deren Fehlen in vielen Kreisen lebhaft empfunden wird, soll alsbald in der neuen Er- •ziehungszentrale für jüdische Mädchen erstehen. Auch andere gewerbliche Forlibildtingsmöglicbkeiten werden ernstlich erwogen, ln dem Heim selbst, das über ausgedehnte Räumlichkeiten verfügt, bleibt noch• Platz, um ein Internat für Mädchen aus der Provinz zu schaffen, in weichem sie die Möglichkeit Das Verhör mit dem Großmufti. 11 n!den Räumen des im Hause des Großtnufti untergebrachten Moslemiitische.11 Religiösen Gerichts erschienen die Mitglieder der Untersatchungskommission und die Anvvältc der Regierung, der Zionistischen Exekutive und der Arabischen Exekutive, um den Großmufti über' die uumittelbare!! Ursachen der palästinensischen Unruhen und über seine Rolle bei diesen Unruhen 21! vernehmen. ■Der Mufti erklärte auf Befragen des Anwalts der Araber, Stoker, er glaube an die ׳Echtheit der ,,!Protokolle der Weisen von Zion“. Der Anwalt der Zionistischen Exekutive, Sir Boyd Merriman, trat •der Erklärung des Großmufti durch die Richtigstellung entgegen, daß •die segenannten ״Protokolle“ bereits als Fälschung entlarvt worden sind. Staker ׳•beantragte, die arabische Uebcrsctzuug des französischen Textes der ׳״Protokolle“ z.u den Akten zu nehmen. Die Kommission konnte sich zunächst nicht entschließen, dieses ׳Buch als Beweismittel für irgendetwas zu den Akten zu nehmen, schließlich aber entschied sie sich für die Zulassung des Buches, und zwar nicht als Beweis!für etwaige Bestrebungen der Juden, sondern als Sympton für ׳die Mentalität jener Moslems, die au die ׳Echt- 'heit der Protokolle glauben. Es •wurde' deshalb •von der Verlesung von ,Auszügen aus dem Pamphlet Abstand genommen. Es kam auch zur Sprache, daß die!Palästinaregierung •die Zirkulation dieses als •Fälschung '’festgestellten Buches verboten hat.!Der Mufti kam dann auf die Frage der Klagemauer zu sprechen und erklärte, die Juden haben lediglich das Recht, zur Mauer licr.anziikcmmen, und zwar a.u'f Grund 1einer nicht über 90 Jahre zu rückgehenden Gewohnheit.!Ein Recht, an der Klagemauer!zu beten und dort die Stimme zu ■erheben, ■haben die Juden nicht. Der Mufti verwies auf die Heiligkeit der von den Moslems ,,Burak“ genannten Klagemauer, die sich auf einer Stelle ,im Koran gründet, in der die Grenzen der Moschee angegeben sind. Diese Gremzeu, sagte der Mufti, schließen nicht allein ■die Klagehaben, in streng religiösem Milien jüdisches Wissen und weltliche Kultur sich anzueignen. Trist sind ■die Verhältnisse in Wien. Ueberall dumpfe Untätigkeit, und doch kann eine trostlose Gegenwart nur in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft ertragen werden. Die Trägerin dieser erhofften Zukunft ist jetzt in erhöhtem Maße die weibliche Jugend, deren Ertüchtigung und Heranbildung im jüdischen Geiste der Anstrengung der Besten unseres Volkes wert ist. In Wien ersteht nun eine wertvolle Anstalt für jüdische Mädchenerziehting und Fortbildung, wir begrüßen sie herzlichst und hoffen, daß die Männer und Frauen, die Verständnis für die Kostbarkeit des Sabbats und die Heiligkeit der religiösen Erziehung unserer jüdischen Töchter empfinden, mit unermikllichem ■Eifer und mit wohlwollendem Interesse das Gedeihen dieser Zentralanstalf für jüdische Mädchenerziehung fördern werden. J. mau er, sondern auch ■das Pflaster vor derselben ein. Der!Mufti erklärte, daß seine Wahl zum Präsidenten des Moslemitischen Obersten Rates fib lebensfähig gilt, ungeachtet gewisser von moslemitischen Kreisen dagegen erhobeneu 'Einwendungen■. ׳Die Moslemiten sind empört, weil die Regierung es nicht verstanden hat, die jüdische Anrnaßung einzudämmen, sic fürchten, daß der jüdische Einfluß ausreichen könnte, um die Regierung ■dazu zu bringen, über die wahren jüdischen Absichten hinwegzusehen. Als Beweis fiir die ■jüdischen Aspirationen auf ■das Tempelgebiet ■führte der ׳Großmufti ■die Misracli-ßilder, einen angeblichen Ausspruch Lord Mclchetts•, ■daß er sein Leben dem Wiederaufbau des Tempels widmen wolle — ■der ■Mufti sagte, er glaube nicht, daß Melchetts Worte nur symbolisch ■gemeint waren —, ferner Albert Einsteins angeblichc Erklärung, ■daß ■das Judentum ohne Teumpel wie ein Körper ohne Kopf sei, ■an. (׳Bekanntlich hat!Prof. ■Einstein ■diese vom •Mufti schon einmal in einem .Interview mit!Pierre van Paassen aufgestellte Behauptung als eine!bewußt ausgesprochene Liigc erklärt.) Der Mufti wies auch auf die von Harry Sacher und Dr. Stephen S. Wis׳e auf dem Züricher Zipnistenkongreß gehaltenen Ansprachen hin, wonach die Beibehaltung ■des Status t!uo den Juden nicht genüge, und führte weiter aus, die Moslemiten ■seien überi!11111llll)llllllllllllllllllllllllll[l)ll[lllllllllllllllllll)lllllllllllllll)||]llllllllll|||||l)|)ll)|||l)|||lllll|||ll))|||||||ill|||l|||))llllg | Einzige jüdische j - Pri13l-FmpeM!1l1! 1 für Weißnähen und Kleidermachen g mit Öffentlichkeitsrecht | Wien, II., Malzgasse 7, Dr. Krüger-Heim 1 Staatsgiltige Zeugnisse Gehllfinnenrecht j§ Samstag geschlossen l ü 1!i1uii!i!ii1(11₪₪ Nr. 48 zeugt, daß die Juden just ■den letzten Tischa ib’Aw zur Herbeiführung von Unruhen wählten, weil sie im Hinblick auf die Tagung der Jewish Agency in Zürich hofften, die ׳Agency werde die Arbeiterretgieru.ng in England dahin beeiuflussen, den Status an der Mauer zugunsten der Juden ׳zu ■ändern׳. Daß er, der Mufti selbst, die Moslems zu den letzten Unruhen aufhetzte, stellt ■er •in Abrede und sagte, es sei schoii ■die Gewohnheit der Juden, die ■Schuld auf andere abzuschioben. Die Regierung habe ihm fiir seinen beruhigenden Einfluß wiederholt gedankt. Die unoslemi tische Gegendemonstration war nach der vorangegangeuen jüdischen Demonstration unvermeidlich geworden. Im' Verlaufe der Vernehmung kam der Großmufti auf die Umstände vor und während der Unruhen in!Palästina zu sprechen und führte aus, . vor dem 23. August war die Stimmung in Jerusalem eine solche, daß die Moslems vom Lande sich wegen der drohenden Haltung der Jerusalemer Juden, die sogar aus den Dörfern ciutrcffende Frauen tatlieh 'beleidigten, fürchteten, die Stadt . zu ,betreten. Der Vormittag des Freitag, 23. August, war vollkommen ruhig verlaufen. Es war ,nicht mir seine Ueber,zeugung, sondern auch ■die des Stellvertretenden Distr.iktskomimissars Cust •und des Majors ׳Saunders, der ihn au jenem Vormittage besuchte, ׳daß die Verhältnisse vollkommen normal seien. Saunders hatte deshalb 'beschlossen, den Fellachen ׳die ihnen vorher abgenonimenen Stöcke wieder zuriiekzugeben. Gegen Mittag erst hörte er, der Mufti, Schüsse aus der Gegend ׳des Moscheegcbietcs, er wußte aber nicht, ■von welcher Seite sie abgegeben wurden. Er tat sein Bestes, um ■die aufgeregte Menge zu beschwichtigen, und ordnete an, daß in der Aksa-Moschce der Koran ׳gelesen werde, •11111 die Leute, die durch die Lektüre von unter sie verteilten kommunistischen Flugblättern ■in arabischer ׳und hebräischer Sprache in Erregung geraten waren, auf andere Gedanken zu bringen. Die Unruhe stieg, als zwei aus W/tinden blutende Araber aukamcu iuiul die Menge ziu schreien begann: Die Juden töten unsere Brüder. Am Nachmittag begann das Kreuzverhör mit •dem Großmufti durch den Anwalt der Zionistischen!Exekutive, Sir Boycl Merriman. Es kamen die Resolutionen der moslemitischen Konferenz •vorn Oktober 192S betreffend den Schutz der Heiligen Stätten zur Sprache. Der!Mufti, der in dieser Konferenz den Vorsitz führte, hatte .in seiner Altspräche ,ausgeführt, die Juden trachten ׳darnach, die Heiligen Stätten in ihren Besitz zu bringen. In einer •der gefaßten Resolutionen wird ׳behauptet, daß der O'berstaatsanwalt ■Norman Bentwich, die Juden in diesen ihren Be- Strebungen u׳ntcrstüt׳zte. Sir Boyd Merriman fragte den Mufti, 0'b er wirklich glaube, ■daß die Juden solche Absichten haben. Der Mufti ■erwiderte, ■die Resolution spreche dies genug ■deutlich aus. Auf eine Frage ■des Anwalts der Araber, ׳Stoker, erklärte der Mufti, seiner Meinung nach könne eine Wiederholung des Blutvergießens 'verhindert ׳werden, wenn ■die Balfour-Deklaration abgeschäfft und eine ׳nationale ׳Regierung eingesetzt wird, die einem Parlament verantwortlich ist. Fiir die• letzten Unruhen sei die zionistenfreundliche Politik der. Regierung verantwortlich; den unmittelbaren Anstoß zu den Unruhen gab •die jüdische Demonstration. Hs kam dann •die Korrespondenz von Mac Mahon mit dem damaligen arabischen ׳Fürsten Hussein ׳betreffend Die arabischen Aktivisten im Verhör. Gedenkrede für Bernhard Hofbauer s. zl. Gehalten von Rabb. S. N e u w i r t h anläßlich der Ge־ denkfeier im Bethause der Volks־ und Hauptschule Talmud Thora. Mir wurde der ehrende, zugleich aber mich tief erschütternde Auftrag zuteil, unseres al'lverehrten Freun־ des יששכר דוב האפבויער ז״ל im Namen des israel. Bethauses Machsike Hadath des Bezirkes, dessen Präsident, und im Aufträge des Volks־ und Hauptschulvereines Talmud Thora, dessen Vizepräsident er gewesen, durch einige Worte des Dankes ehrend zu gedenken. Doch sollen diese Worte keinen הספר hu landläufigem Sinne darstell'en, hat sich doch der Verstorbene jede Lobeshymne und jeden הספד verbeten. Unsere heutige Zusammenkunft soll uns nur durch Aneinanderreihung seiner Handlungen zeigen, was ein bescheidener Mann für das überlieferte Judentum leisten konnte, weil sein Herz für G־tt und seine Lehren warm fühlte. Was hat Bernhard Hofbauer szl׳. befähigt, sich solch unvergängliche Verdienste um die Wiener Ortho# doxie zu erwerben? Nichts anderes als jener Gedanke, der auch schon unseren Stammvater Awrohom beseelte, als er seinen Sohn Jizchok zur עקירה führte. ויאמר יצחק אלי אביו ייאמר אבי ויאמר הנני בגי ויאמר הנה האש והעצים ואיה השח לעולה. ויאמר אברהם אלקים יראה לו השה לעולה בני וילכו שניהם יחדיו. . . . Jizchok sprach zu seinem Vater Awrohom: ״Siehe, hier ist das Holz und das Feuer, wo ist aber das Lamm zum Opfer?“ Und der Vater Awrohom antwortete seinem Sohn Jizchok: ״G־tt wird sich das Lamm zum Opfer ersehen, mein Sohn“, und sie gingen beide gemeinsam weiter. Zwei Tage sind Vater und Sohn auf der Reise zusammen, ohne auch nur ein Wort über das Ziel ihres Weges zu sprechen. Erst am dritten Tage, als sie den Berg ,Moria erblickten, fragt Jizghok seinen Vater, wo depn dag Lamm zum Opfer sei. Worauf Awrohom änt־ wortete: ״Wir haben nur das Holz und das Feuer mit־ zu bringen *und uns bereitzustellen zu jeglichem Opfer, das G־tt sich ersehen wird. Wir haben den Altar zu bauen, und G־tt die Einsicht zu üherlassen, sich das Opfer zu wählen, das nach seiner Ansicht das rechte ist.“ Und so hat es auch יששכר רוב האפבייער ז״ל getan. Die ״Lehren, die er in der קהלה קדשה Preßburg erhalten, die •Ide־al'e eines כתב סיפר ז״ל die ihn beseelten, und das Be־ wußtsein, daß er als Enkel vom ר'שלום חריף gegen diesen Ähjn eine Verpflichtung Tiabg,. yyar das Feuer, das Hof1 ־ baue!• auf seiner Reise von Preßburg nach Wien mit1 ־ brachte. Mit diesem Feuer im Herzen gründete er sein Haus, das durch Mithilfe seiner gleichgesinnten Gattin zu einem wahren בית נאמן לה׳ ולתלרהו zu einem Heiligtume G־ttes auf Erden, wurde. Wer das Glück hatte, in diesem Hause zu ver־ kehren, wurde dort an Geist und Seele gestärkt. Wer das Glück hatte, in dieses Haus zu kommen, der konnte beobachten, mit welch inniger Liebe Eltern und Kinder sich vereinten,, der konnte feststellen, mit welcher Wert־ Schätzung und Achtung sich Vater und Mutter gegen־ seitig behandelten, und der mußte auch ungewollt aner־ kennen, daß solch harmonisches Familienleben nur dort vorhanden sein konnte, wo der Boden von den Worten der jüdischen Lehre bestellt wurde. Mit dem Licht der Thora im Fierzen erzog er seine Kinder. Mit dem Lieht der Thora im Herzen suchte er seine Schwiegertöchter und Schwiegersöhne, und mit dem Licht der Thora im Herzen beeinflußte er die Erziehung seiner Enkel und Urenkel, und manches seiner Enkelkinder gehörte oder gehört noch heute zur Zierde gar mancher ישיבה. Das Licht der Thora hat nicht nur die engen Räume seines Hauses erleuchtet, sondern war auch die wärmespendende Quelle in seinem Geschäfte. Auch hier ließ er sich nur von G־ttes Gesetzen führen und leiten. Für ihn war das Geschäft keine Stätte, wo man um jeden Preis Geld verdienen soll, sondern eine Stätte, an der er sich die Mittel verschaffte,- für G־tt und seine Lehre zu wirken. Rechtschaffenheit war die Grundlage seines LInterneh־ mens und dieses brachte er zu solcher Blüte, daß der Name Bernhard Hofbauer der Inbegriff der Vertrauens־ Würdigkeit und Rechtschaffenheit wurde. Es ist auch mehr als selbstverständlich, daß in seinem Betrieb der שבת קידש auf das genaueste beachtet und geheiligt wurde. Wußte er doch, daß mit dem Schabbos der Jude fällt und steigt, daß der Schabbos die Grundlage jüdischen Lebens ist, und wie sehr er von dieser Tatsache über־ zeugt war., beweist seine letztwillige Verfügung. Nichts darf auf seinen Grabstein geschrieben werden, keine Lobeshymne sollte hier sein Wirken verherrlichen, nur eine Mizwoh darf darauf, verewigt werden,ש״ש כהלכתו ׳daß er den Schabbos ungekünstelt, ohne Auswege und Ausreden zu suchen, geheiligt hat. Mit dem Licht der Thora im Fierzen hat er im öffentlichen Leben Wiens gar viele Altäre errichtet und auf diese, die' von G־tt durch ihn ersehenen, herrlichen Opfer dargebracht. Eine der bedeutendsten Opferleistungen Bernhard Hofbauers s. zl. Var‘die Mitarbeit an der Volks־ u1!d Hauptschule, in deren Räumen wir uns jetzt befinden. 7Der Verstorbene hat Trühzgitig erkannt, daß das jüdische { Kind in die jüdische Schule gehöre. Denn wenn es auch j möglich ist, das Kind vom חל1ל שבת des Schreibens in 1 den Öffentlichen Schulen zu schützen, die Freude des Schabbos und die Heiligkeit des Schabbos geht ihm, wenn es fast zwei Drittel des heiligen Tages in der ,Schule verbringt, gewiß verloren. Eine Erkenntnis, die eigentlich jeder jüdische Vater und jede jüdische Mutter׳ beherzigen müßte, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, daß ihr Kind dem Judentum entfremdet werde. Aber nicht nur der Schabbos ist in den öffentlichen Schulen bedroht, in ebensolchem Maße ist auch zu befürchten, daß die nichtjüdische Lehre die zarte kindliche Seele vergiften, und es ist außer ־ Zweifel, daß das Gift aus dem zarten Gemüt des jüdischen Kindes schwer zu entfernen ist. Aus diesen Gründen trat Bernhard Hof־ Bauer s. zl. gerne in den Vorstand des Schulvereines Talmud Thora ein und bildete mit Marktis Bondi und Professor David Kohn s. zl. den orthodoxen Flügel des Vorstandes. Als aber Prof. David Kohn erkannte, daß das jüdische Kind nicht nur in die jüdische Schule gehöre, sondern daß diese den modernsten Anforderungen ent־ sprechen müsse, aus welchem Grunde er es sich zur Lebens־ aufgabe machte, der Talmud Thora durch einen Neubau eine prachtvolle Stätte zu schaffen, war es wieder Bernhard Hofbauer, der bei;dieser Arbeit eifrig mitgetan, und die Errichtung dieses prachtvollen Gebäudes mitermöglichte. Und wenn nun heute die Volks־ und Flauptschule der Talmud Thora als ein Bollwerk der Orthodoxie dasteht, so ist es sicherlich auch zum-großen Teil ש ד׳ די אפביי ערס Verdienst. Und alle Eltern, die ihre Kinder durch die jüdische Erziehung an dieser Anstalt dem Judentum er־ halten, werden seines Namens ehrend gedenken. Groß ist auch sein Verdienst um die Gründung der ״Einheit“. Bernhard Flofbauer, der wie jeder wahrhaftig g־ttesfürchtige Mensch ein Freund der Armen war, hat selbstredend den Armen, die bei ihm Hilfe suchten, diese nach Möglichkeit gewährt. Er wußte aber, daß durch Almosen dem Armen keine wahre .Wohltat erwiesen wird, denn er verliert dadurch seine Selbstachtung und somit -auch־'.die Fähigkeit,, sich wieder eine-selbständige Existenz zu errichten. Als Wohltäter großen Formates hat er des־ halb die ־> Vol'ksspeisehalle ״Einheit“ gegründet, um für ganz'geringes Entgelt, das selbst die Aermsten aufbringen können, in ,freundlichen Räumen bei weißgedecktgn; Tischen, eine kräftige und ausreichende Nahrung zu ver־ abreichen, wodurch der Arme "sich so fühlte, als säße־er an seinem eigenen Tische, : ׳־ .... , ' , ־■— Viele Angestellte, die bei ihrem kärglichen Ejn־ kommen sieh keine genügende, kräftige Nahrung hätten

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