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Jüdische Presse · 1929-12-06 · 47 (6.12.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
47 (6.12.1929)
Date
1929-12-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 47 BoIlinger'Eiskasten sind seit 1870 die besten! XV., STAGLGASSE 10 (BEI MARIAHILFERSTRASSE 148) VII., BURGGASSE 17 Tel. R-30-5-38, R-35-8-47 u. B-32-380 jüdische Seele sich im Gebet emporschwingen kann zu •ihrem Vater im Himmel, um bei jeder Not und jedem!VVe!h Seine Hilfe zu erflehen. Ich richte diese meine Worte an alle und hoffe, daß alle Chassidei Umoth haolam. das Recht erkennen und ihrerseits mit allen!Kräften dazu beitragen werden, um den Frieden wieder ׳zuriiekzubringen in unser Heiliges Land, um die Verdächtigungen und den Neid aus allen Herzen •unserer 'Einwohner zu entfernen.!Dann wird uns G־tt beim Werk ,unserer Hände helfen, so daß wir wieder den Aufbau und das (Aufblühen des Heiligen Landes zum 1Wohle der gesamten ׳Menschheit miterleben, und es wird wieder Seine Schechiua in unserer Mitte weilen wie in der Vorzeit. Es ■hofft auf baldige Jeschuo Josef Chain! S 0 n u c 11 f e I d. Vorsprache bei Chancelor. Moluimed Said Ul-Knleob. der Vorsitzende der Gesellschaft /.um Schutze der Aksa-Moschee, richtete ein Schreiben an Oberrabbiner Kuk und Sonnenf e 1 d, in welchem er mitteilt, die am 4. November in Jerusalem versammelt gewesenen tausend Moslemiten aus Palästina, Transjordanien und Syrien hätten beschlossen, keinen organisierten jüdischen Gottesdienst an der Klagemauer weiter zu dulden. Die Mauer sei eine rein moslcmitischc religiöse Stätte: Juden und andere Personen hätten nur das Recht, an die Mauer heranziikommcn. Jede Zeremonie, die Heranbringung von Gegenständen oder die Erhebung der Stimme beim Gebet seien Ucberguviffe zuungunsten der religiösen Rechte der Moslemiten. Wenn die Juden sich nicht cueser Lage unterwerfen, heißt es zum Schlüsse des Briefes, werden die Araber ihnen sogar das Recht verweigern, an die Klagemauer heranzukommen. Wir schwören bei G-tt, diese Entschließung in Kraft zu setzen und laden jede Verantwortung für das, was folgen mag, der Regierung auf. Um des Friedens und der Sicherheit willen halten wir es für unsere Pflicht, Ihnen dies zur Kenntnis zu bringen, damit Sie Schritte ergreifen können, um die Juden daran zu hindern, die Grenzen der ihnen seitens der Moslemiten gewährten Vergünstigung zu überschreiten. Sollten Sic .dies unterlassen1, so werden wir unsere Entschließung mit allen gesetzlichen Mitteln durchführen. ד Dieser Brief gab dem Hugli. Commissioner die Veranlassung, die Herren Oberrabbincr Kuk und in Vertretung von Rah Chaim Sonnenfeld Herrn Rabbiner Blau in Audienz zu empfangen, die ungefähr folgenden Verlauf nahm: Oberrabbiner Kuk übergab die Zuschrift der Verwaltung der Aksa-Moschee im Original und in englischer Uebersetzung dem High Com. Darauf fragte der High Com., ob nicht die Absicht bestünde, diese Zuschrift der Inquiry Commission zu übergeben. Darauf Obcrrabbiner Kuk: Darüber wollten wir die Weisung von Ew. Exzellenz erbitten. II. C.: ich glaube nicht, daß es meine Aufgabe ist, Weisungen zu geben. Oberrabb. Kuk: Daun erbitten wir den Rat Ew. Exzellenz. H. C.: Ich glaube, es ist zu empfehlen, sie der In1׳|uiry Commission zu übergeben. Oberrabb. Kuk: In einer Beratung, die ich einberufen habe, wurde beschlossen, der Islamischen Stelle in bezug auf diese Zuschrift zu antworten; ist Ew. Exzellenz damit einverstanden!' H. C.: Ich glaube, es ist zu empfehlen, sie der Inquiry Commission zu übergeben. Oberrabb. Kuk: Glauben Ew. Exzellenz auch, daß fflus Vergangenheit und QegenwarL Die Judenemanzipation in Frankreich. Europa vor hundertvierzig Jahren. v (Eine historische Reminiszenz.) Von Josef Rnpaport. Im Oktober 1789 stand vor den Schranken der Nationalversammlung in Paris eine orthodox-jüdische ,Deputation in jüdischer Kleidung und Samtkäppchen. Sie kam aus dem Elsaß und aus Lothringen und bat im Namen ihrer Glaubensgenossen um Barmherzigkeit. ״Mochwohlgeborene Versammlung“, begannen sie, ״im Namen des einzigen G-ttes, der Ursprung׳ aller Gerechtigkeit und Wahrheit ist, im Namen des Allerhöchsten und Ewigen, der allen Menschen gleiche Rechte und Pflichten verlieh, im Namen der Menschheit, die Jahrhunderte lang' durch entehrende Behänd- Jung beleidigt wurde und durch welche auch unser Volk, das älteste Volk aller Völker, unsäglich leidet, sind wir erschienen, um euch zu beschwören, unser bedauerliches Schicksal in Erwägung zu ziehen. Die, welche immer verfolgt, immer erniedrigt und doch stets untertänig und nie aufrührerisch sind, die, welche ein Gegenstand des Unwillens und der Verachtung sind, während sie Duldung und Mitleid genießen sollteu, die Juden, werfen sich euch zu Füßen und schmeicheln sich der Hoffnung, daß ihr inmitten der ״wichtigen Arbeiten, welche euch in Anspruch nehmen, ihre Klagen nicht geringschätzen, daß ihr mit einigem Interesse die schüchternen Einsprüche hören werdet, welche sie aus der Tiefe der Erniedrigung, worin sie begraben sind, vor euch niederzulegen wagen . . . Möchte eine Reform, die wir bisher lechzend ersehnt haben und die wir mit Tränen in den Augen erflehen, eure Wohltat und euer edles Werk sein.“ Clermont-Tomerre nahm sich dieser rührenden Bitte an. Aber die Geistlichkeit verfiel auf unglaubliehe Ausflüchte, um ein Recht zu verweigern, das eigentlich als schon erteilt gelten mußte. Da war vor allein ■der Abt Maury, der in langer, mit kaltblütiger Falschheit vorgebrachten Rede nur Uebles und Nach-!eiliges über die Juden zu berichten wußte. Die Stimmung nach dieser Rede war flau, mau fühlte, daß das Schicksal des Antrages entschieden sei. Nur ein einziger Deputierter wagte, Protest zu erheben. Es war ein noch ganz unbekannter Mann, es sich empfiehlt, mit der Islamischen Stelle in Vcrbindüng zu treten? 11. C.: Auf diese Frage kann ich keine Antwort geben. Rabbiner Blau: Glauben Ew. Exzellenz nicht, daß neben der Inquiry Commission diese Zuschrift auch unmittelbar die Regierung interessiert, damit dieselbe Mittel ergreifen kann gegen die Hetze, die in dieser Zuschrift liegt und die Sicherheit des Landes gefährdet. 11. C.: Sicherlich verhält es sich so. Rabb. Blau: Rabb. Chaim Sonncnfeld beauftragt mich. Ew. Exzellenz zu unterbreiten, daß er glaubt, daß abgesehen vom Inhalt dieser Zuschrift auch der Name uncl die ganze Existenz eines derartigen Komitees die Regierung interessieren muß, als einer solchen tnstitution, welche hetzerisch wirkt, indem sie kündet, daß ('s nötig ist, die Aksa-Moschee zu schützen, während doch die Regierung genau so wie wir weiß, daß hiezu keine Notwendigkeit \ erliegt und daß dies nur eine Provokation ist. H. C.: Das ist sehr richtig. Rabb. Blau: Also interessiert diese Zuschrift direkt auch Ew. Exzellenz? H. C.: Sicher. Der High Commissioner führt dann des weiteren aus, daß die Regierung mit allen Mitteln dafür sorgen wird, daß die Juden sich der Westmauer bedienen nach Maßgabe, der Erlaubnis seitens der Be- Stimmungen der Regierung. Rnnb. Blau: Aber Ew. Exzellenz wissen doch, daß auch die Regicrungsbcstiiumungen die Rechte der Juden eiusehrünken, während wir ihre. Erweiterung wenigstens so weit erwarten, daß der status quo wieder horgestellt ist. H C.. Er wisse das, aber er könne daran nichts ändern, bis die Spezialkommission hiefür .einträfe: 111 be/ug auf die Regicruugsbcstimmuugen habe er Proteste sowohl seitens der Juden als auch seitens der• Araber empfangen, er habe beiden geantwortet, daß er dies mit der guten Absicht tue, weiteres Blutvergießen zu verhindern. Rabb. Blau: Aber wir denken, Ew. Exzellenz kann zwischen den Protesten cler Juden und denen cler Araber unterscheiden. Oberrabbiiier Kuk möchte die Aufmerksamkeit des High Commissioncrs auf die Notwendigkeit lenke״, ] die militärischen Kräfte im Lande zu stärken, da Gei rächte umgehci;, daß ein Teil der Truppen das Land j verlassen solle, wo!über die Oeffentlichkcit ängstlich sei. Der High Commissioner versichert, er werde nicht gestatten, daß auch nur ein Soldat, der im Lande bleiben kann, es verläßt, außerdem verlangt er eine Verstärkung der Kräfte cler britischen Polizei. Oberrabb. Kuk: Aber die Oeffentlichkcit verlangt ja eine Versicherung, in bezug auf die Vernich- 1 ruiig cler Streitkräfte, nicht bloß der Polizei. ]!1. C.: Das hängt von cler Regierung in London ab. j Oberrabb. Kuk: Die Bitte geht dahin, daß sich J der High Commissioner in London in dieser Richtung 1 bemühen möchte. j H. C.: Nicht immer erfüllt׳ die Regierung in Louj don meine Anregungen. Oberrabbiner Kuk macht darauf aufmerksam, daß ] ein Gerücht Uber einen Hebe!־fall am nächsten Freitag ן zirkuliere und obwohl dieses Gerücht keinen Rückj halt habe, so lehre doch die Erfahrung, claß. mau j darauf Rücksicht nehmen muß. ׳ *®oChs u.fßauph<£u&fürJ{naJ)en, und \ffläddm, mdOfentMkutsrecfil //. fflcdzgasse. i6 כשי SEIFE Marke: ALEFBETH mit הכשר des orth. Rabbinatsassessors, Koälce, erzeugt ״POLIO“ FRIEDMANN & Co. SEIFEN- UND KERZENFABRIK, K0S1CE N. C.: Zu meinen Ohre:״ kommen viele Gerüchte, die ganz grundlos sind, aller trotzdem will ich die Auregung der Polizei übergehen. Am Schlüsse clor Audienz drücke״ Oberrabbincr Kuk und Rabbiner ׳Blau im Name״ von Rabbi Chaim Sonneufeld dem High Commissioner den Dank aus und geben der Hoffnung Ausdruck, daß der Allmächtige, so G-tt will, ihm helfen möchte. Friede und Sicherheit im Lande herzustellen. Oeffeniliche Aussprache zwischen Jamal el Husseini und Rabbiner Perlzweig in London. (J. 1. A.) Auf einer von der Union of Democratie Control veranstalteten Versammlung kam es zu einen• ütfentlichen Aussprache zwischen dem gegenwärtig in London weilenden Sekretär der Arabischen Exekutive .Palästinas, Jamal el Husseini, und dem Rabbiner der Liberalen Synagoge in London, M. L. Perlzweig, über das jüdisch-arabische Problem in Palästina. Prof. Selig Brodetsky, Mitglied der Zionistischen YVeltexekutive, der zunächst ausersehen war, sich mit dem arabischen Führer auseiuamlerzusetzen, hatte den Veranstaltern mitgeteilt, er luilte es für unratsam, daß er als Mitgliecl der Zionistischen Exekutive an einer solchen Ausspräche, noch während die englische Untersuchungskommission in Palästina tagt, teilnimmt, da in die Diskussion Dinge hineiugetragen werden könnten, die sub judice gelten könnten. Rabbi Perlzweig, der als erster sprach, führte ungefähr aus: ln Palästina ist Raum genug für Juden und Araber. Wir Juden haben das Bestreben, mit den Arabern zusammenzuarbeiten, aber wir können nicht die Hand schütteln, die ein Schwert hält. Wenn die Uutersuchungskommission ihren Bericht erstattet hat und die Verantwortlichen festgestellt sind, werden wir bereit sein, mit jedem zusammeuzuarbeiteu, dem das Interesse Palästinas am Herzen liegt, vorausgesetzt, daß zwei Dinge gesichert sind: Moralische Abrüstung׳ und Mandat: das Mandat als Ganzes und nichts anderes. Die ganze zivilisierte Welt, fuhr Rabbi Perlzweig fort, ist mit gespanntem Interesse den jüngsten Ereignissen in Palästina gefolgt. Alle Menschen, die guten Willens sind, waren durch die Ereignisse schmerzlich betroffen. Aber nichts, was geschehen ist, nichts, was geschehen könne, hat die Juden auch nur um Haaresbreite von ihrem Ziel abgelenkt, oder würde sie ablenken. Die zionistische Bewegung ist nicht erst in den letzten wenigen Jahren entstanden, sie ist nicht das Objekt irgendeiner politischen Taktik; die zionistische Bewegung begann mit dev Zerstörung des Tempels. Sollen die Juden dafür bestraft werden, daß sie sich zweitausend Jahre laug treu geblieben sind? Rabbi Pcrlzweig־ verlas ein Schreiben vom König Feisal vom Irak aus dem Jahre 1919, in welchem cs heißt: ״Wir haben das Gefühl, daß Araber und Juden der Rasse nach. Vettern sind. Es trifft sich glücklich, daß jetzt Schritte ergriffen worden sind zur gemeinsamen Erlangung unserer nationalen Ideale. Ich erachte den zionistischen Vorschlag für gemäßigt und wir sagen den Juden herzliches Willkommen daheim.“ ״Wir haben niemand etwas geraubt“, schloß Perlzweig, ״wir haben jeden Zoll Boden mit gutem Gehl bezahlt. Wir haben Palästina Vorteile in einer Art gebracht, daß nun Palästina das einzige Land im Orient ist, dessen Finanzen stabil sind. Kein einziger Heller des britischen Steuerzahlers ist dort vertan worden.“ Jamal Husseini erwiderte: ״Die Araber sind nicht gegen die Juden als Juden aufgebracht; unsere Klage richtet s i c h gegen cl a s a g g 1׳ e s s i v c G e w i c h t politischer Z i o 11 istcu. Die Araber haben jetzt Seite an Seite mit den Juden und in herzlichen Beziehungen mit ihnen ge- Advokat vom Fache, einer von denen, die sich damals noch in der zweiten Reihe hielten. Der Präsident nennt seinen Namen, auf den niemand Gewicht legt: ״Maximilian Robcspierre.“ Er bestieg die Tribüne und sagte kurz und scharf: ״Die Laster der Juden sind eine Folge der Erniedrigung, in der ihr sie gehalten habt. Sie werden gute Menschen, werden, sobald ihr ihnen es ermöglicht, cs zu sein.“ Aber er war der einzige in der ganzen Versammlang. Als Mirabeau die Unmöglichkeit der Förderung׳ des Antrages betreffs der Juden einsah, ließ er die Verhandlung über diesen Punkt auf unbestimmte Zeit vertagen. Zwei Jahre verstrichen. Im Jahre 1791 erneuerten die orthodoxen Juden ihr Gesuch. Aber welch eine Veränderung! Die demütige Bitte war zur bestimmten und scharfen Forderung geworden. Man appellierte nicht mehr an die Gnade der Herrschenden, sondern stützte sich auf eine Beweisführung. Hier soll nur der Schlußsatz angeführt werden: ״Wenn es eine Religion gäbe, deren. Bekenner nicht Bürger sein könnten, während die Bekenner anderer Religionen es sein können, so würden diese herrschende Religionen sein. In solchem Falle aber existiert wieder keine Religionsfreiheit, da Verlust der Bürgerrechte mit solcher Freiheit verknüpft ist. Hat man" die Menschen zur religiösen Freiheit erhoben, hat man dasselbe auch zur bürgerlichen getan; es gibt keine halbe Freiheit so wie cs keine halbe Gereehtigkeit gibt.“ Diesmal ging der Antrag ohne Debatte durch. Einzige jüdische Priiit -" . für Weißnähen und Kleidermachen mit Öffentilohkeltsrecht Wien, II., Malzgasse 7, Dr. Krüger •Heim Staatsglltlge Zeugnisse ' GehUünnenrecht Samstag geschlossen! Rose Rosenberg, die jüdische Privatsekretärin Mac Donalds. Zum zweiten Male ist Miß Rose R 06־ e n b e r g als Privatsekretiirin des britischen Premierministers Mac Donald in das Palais des Regierungschefs an der Downing Street eingezogen. Sie ist dort wieder wie vor vier Jahren unbeschränkte Sachwalterin und hofft, es diesmal viel län־ ger sein zu können, als es beim ersten Arbeiterkabinett der Fall war. Inzwischen ist sie durch ihre tatkräftige Hilfe bei der Wiederaufrichtung der Labour Party über England hinaus berühmt geworden. Der Vater Rose Rosenbergs ist heute noch ein ein־ facher orthodoxer Jude, von Beruf Schneider. Er ist vor vielen Jahren mit einer Gruppe russischer Emigranten in London angekommen, um hier das Glück zu versuchen. Noch heute gibt es im jüdischen Quartier Londons viele Juden, die Rose kannten, als sie sich zur Schulzeit mit änderen Kindern herumbalgte, die mit ihr in die Schule gegangen sind und jetzt auf ihre ehemalige Schülerin, deren Name und Lebenslauf im Lexikon berühmter Zeit־ genossen steht, nicht wenig stolz sind. In der Schule hieß Rose nur die ״Suffragette“, weif sie stets für die Gleich־ berechtigung der Knaben und Mädchen eintrat. Die Lehrer gaben ihr immer glänzende Zeugnisse, sie sagten ihr auf Grund ihrer Intelligenz und ihres eifrigen Studiums der ernsten Literatur eine große Zukunft voraus. Sie konnte aber das Studium nicht über die Zeit des obliga? torisehen Unterrichts hinaus verlängern, denn es galt, der Familie beizustehen. Rose nahm deshalb eine Stelle in einem Bureau an und besuchte abends die kaufmännischen Kurse der Universität. Im Alter von 17 Jahren kam sie in die Redaktion einer Zeitung, wo sie sich einen flotten journalistischen Stil aneignete, der ihr später sehr zu* nutze kommen sollte. Sie hielt es aber nicht lange aus, weil ihr die Arbeit zu trocken war, und wurde Privat־ Sekretärin des Direktors einer großen Schiffsgesellschaft. Aber der Drang nach politischer Tätigkeit ruhte nicht, und so verließ sie auch diesen Posten trotz glänzender Aussichten. Sie begann während des Krieges in den pazi־ fistischen Vereinen zu arbeiten und wandte sich dann der Arbeiterbewegung zu, wo man rasch ihre organisatorischen Fähigkeiten erkannte. Im Jahre 1922 wurde sie politische Sekretärin, des Grafen Rhondda, eines einflußreichen Par* lamentariers. Doch sie •wollte zurück zur Arbeiter־ bewegung. Mac Donald nahm sie 1923 in seine Dienste. Sie erhielt bei ihm ein kleineres Honorar als beim Grafen Rhondda, dafür aber war sie in ihrem Element. Keine Zeit, 9925^244^977

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