Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 41 (4.10.1929)
- Date
- 1929-10-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 41 JÜDISCHE PRESSE Scheinheiligkeit auf. Die Christen nennen ihn Moses Men־ delssohn den Weisen, aber Dir brauche ich nicht erst zu sagen, was er war. Er predigte in Berlin Aufklärung, sprach von Religion und verfälschte sie mit heidnischer Philosophie, und will die Unsterblichkeit durch Vernunft־ gründe beweisen, denen nur zu glauben geboten ist. Die Uebcrsctzung der fünf Bücher Mosis, die der Geringste von uns seinem Schüler verständlich zu machen versteht, verwandelte er in hochtrabende und schönklingende, aber nichtssagende Worte, von denen ich Dir beim Barte Mosis zuschwöre, daß ich kein einziges verstehe! Den Psalmen Davids zog er ein dichterisches Gewand an, so daß unsere Weiber und Kinder nicht mehr heilige Einge« bungen lesen, sondern Gedichte eines empfindsamen Schwärmers. Durch einen falschen Schein von Demut, durch seine glatte Zunge und Schmeicheleien ohne Zahl, erwarb er sich Anhänger, und die glänzende Außenseite seiner trügerischen Weisheit vermehrte seine Schüler täg־ lieh, so daß alles nach Berlin wällfahrtete. Unsere Studie־ rende Jugend verließ die Sitze echter rabbinischer Weis־ heit: in Halberstadt, Metz und Frankfurt standen die Hör« säl'e leer, denn alles zog nach Berlin. So schädlich war der Einfluß dieser Lehren auf Unterricht und Aufführung unserer Kinder, daß die Erziehung unserer Jugend schon in wenigen Jahren verdorben war! In meinen Jugendjahren lernte ich nichts als meine Muttersprache, das Hebräische. Zu diesem Zwecke wurde ich von meinem fünften bis in mein dreizehntes Jahr einem Lehrer anvertraut, der dazu besonders aus Polen verschrieben war. Mit Tagesanbruch führte er mich in die Synagoge, und von da bis zum Mittagsbrot in seine Wohnung zur Erlernung der heiligen Sprache. Kaum be« gann die Verdauung, so fingen auch meine Lehrstunden wieder an, die, als ich an Jahren zunahm, einen Teil des Tages, auch oft die ganze Nacht hindurch dauerten. Nach vollendetem dreizehnten Jahre besuchte ich drei unserer Universitäten, und nachdem ich ein Weib genommen hatte, erhielt ich in meinem dreißigsten Jahre eine Stelle als Rabbiner in einem Dorfe. Von den Künsten und Wis« senschaften der Christen lernte ich nichts, ja kaum so viel lesen, um den Kalender zu buchstabieren und meinen Namen schreiben zu können — aber ich blieb ein Jude. Die Mendelssohnsche Sekte erzieht ihre Kinder nicht wie ich und meine Vorfahren erzogen wurden. Sie behaupteten, es sei genug, so vicL Hebräisch zu lernen, als unumgänglich nötig ist, um die heilige Schrift lesen zu können; um das Studium des Talmud und seiner zahl« reichen Erklärer kümmern sie sich nicht. O Zeiten! O Sitten! Wie Du leicht erraten kannst, wird auch nur ein kleiner Teil des Tages zur Erlernung der heiligen Sprache verwendet, denn das Wenige, was diese Leute wissen wollen, läßt sich ja allerdings schnell genug er« lernen. Statt dessen werden die zarten Kinder wohl sechs bis acht Stunden täglich von christlichen Lehrern gequält. Da. kommt einer, der lehrt sie die christliche Schrift lesen und schreiben, ein anderer lehrt sie eine Sprache, welche Christen in,!anderen Ländern sprechen. Ja, diejenigen, welche ihren Kindern eine nach ihrer Meinung ganz be« sonders gute Erziehung geben lassen wollen, lassen sie lächerlicherweise sogar die Kunst erlernen, nach Regeln richtig zu denken. Noch schöner ist es, daß sie nach An« leitung eines großen, bemalten Stückes Papier, die Länder und Dörfer der ganzen Welt auswendig herbeten, Denke nur, einst frage ich einen dieser hochweisen Lehrer, der die Kinder gerade in dieser schnöden Kunst unterrichtete, wo sich denn die verlorenen Stämme Israels befänden. Da hättest du sehen sollen, was das Männchen für Augen machte und wie er mich anschaute! Heil Dir in dem dreirhal gesegneten Polen, wo noch die reine Lehre Gottes herrscht! Was würdest Du aber sagen, wenn Du Buben und Mädchen traulich miteinander reden hörtest und Jünglinge mit Jungfrauen, die nicht ihre Weiber sind, allein in einem Zimmer stehen, ja, o Sünde! einander mit bloßen• Händen berühren säheät! Solche Verbrechen wer« den in Israel begangen! Und wenn du nun gar die Kinder unbedeckten Hauptes daher springen und schlüpfrige Tänze tanzen sähest, oder hörtest, wie sie unzüchtige Ge« sänge aus ihren sogenannten moralischen Büchern singen! Wie ihre Sitten, so ist auch ihre Kleidung verän« dert. Weder Du noch ich können an der Tracht einen Judien von einem Christen unterscheiden. Zöpfe und?laarbeutel und rote Röcke mit goldenen Knöpfen tragen heute auch die Juden und schämen sich dieses Greuels nicht. Wer von ihnen, selbst von den unverheirateten, trüge noch einen Bart? Juden geben jetzt Freudenmahl'e, ohne jüdische Ge« lehrte und Priester dazu einzuladen, hören dabei Christ« liehe Musik an; ja, sie sitzen bei einem Tische mit Christen. Erschrick nicht, wenn ich Dir sage, daß die wmmaamammmmmmmmmmmamamammmam—b—bm■«■! Weiber nicht mehr an einem besonderen Tische, sondern mitten unter den Männern sitzen! Der heilige Titel eines Rabbi gilt nicht mehr, son« dem man strebt nach christlichen Titeln. Du kannst jüdi« sehe Kommerzienräte sehen, ebenso wie Hofräte, Kriegs« räte, Hofkommissare usw.! Ja, diese Leute erfrechen sich noch, mit ihren Titeln zu prahlen! Jüdische Musiker, Maler, Advokaten, Medailleurs — was für ein Unding!“ England behält das Palästinamandat. Henderson hielt am 2. Oktober vor dem Parteitag der englischen Arbeiter ein langes Referat über die auswärtige Politik. Ueber Palästina führte er unter anderem ׳aus: Die Regierung lmt den Entschluß gefaßt, bis auf ־weiteres eine Aenderung des Palästina-Mandats und der Balfour-Deklaration nicht in Erwägung zu ziehen. England will die Balfour-Deklaration durchführen und das Palästina-Mandat weiter behalten. Im Hinblick auf diese grundsätzliche Ent- Scheidung hat man die Aufgabe des parlamentarisehen Palästina-Ausschusses so eng gefaßt. Nachdem der Ausschuß berichtet hat, wird die Regierung prüfen, inwiefern sie ihre Politik, zwischen Juden und Arabern einen gerechten Ausgleich herbeizuführen, einer Revision unterziehen muß. England hat sich ferner verpflichtet, im Jahre 1932 den Antrag auf Aufnahme des Irakstaates in den Völkerbund zu stellen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die englische Regierung gemeinsam mit dem jetzt zustandegekommenen Koalitionskabinett des Irak einen Bündnisvertrag nach dem Muster des Vertrages, den man Aegypten Angeboten hat, ausarbeiten. Das Palästinaprogramm der Agudas Jisfoel. Von Samuel Reiner, Presov. Der Steifnackigkeit, welche mit Fug und Recht als jüdische Nationaleigenschaft bezeichnet wer« den kann—ישראל עזיו שבאומות—, muß ebenso wie die wunderbare Tatsache der ungebrochenen Fortexistenz der jüdischen Religion inmitten der übrigen sie zeitweise bekämpfenden, zeitweise aber sirenenhaft lockenden Religionen die Möglichkeit י der Gründung und — was noch mehr besagen will — die kontinuierliche Entwicklung der Agudas Jisroel in einer Zeit, die die Glanzperiode des zu ihr in schroffem Gegen« satze stehenden Zionismus in sich schließt, zugeschrieben und gutgebucht werden. Denn ohne dieses קשיות עןךף das zum unerschüt« terlichen Festhalten an einer einmal richtig erkannten Idee führt, wäre es undenkbar, ,daß hunderttausende Söhne des so. hartgeprüften .jüdischen Volkes % ihre \yqrtsp.rpcher jzum Kenessijöh, einer Organisation entsenden ' würden, die sich' seit ihrem Bestähae; Zu einer־' ungemein popu« lären, auf Herz und Gemüt wirkenden Idee, die zu all« dem vorn Glorienscheine der sie patronisierenden Welt« macht bestrahlt wird und dadurch sozusagen zum guten Tone der modernen jüdischen Kreise gehört, in Kampfes« Stellung befindet und zwangsläufig auch in Zukunft' be« finden wird. Dieselbe Steifnackigkeit, welche in unserer Zeit zufolge des Zionismus die Gründung der Agudas Jisroel herbeiführte, ist es auch, die'in der Epoche der?lochflut der religiösen Reform zur Iriaugurierung der damals so verpönt gewesenen Orthodoxie Veranlassung gegeben hatte. Es ist dies der hohe Mut des Trotzes der Wenigen gegen die Vielen, den die 'Orthodoxie, die jetzt in״ der Agudas Jisroel ihren Gipfelpunkt erreicht, von ihrem leuchtenden Vorbilde אבר□ העברי als wertvolles Erbe übernommen hat. Denn schon Awrom setzte — wie כשר SEIFE Marke: ALEFBETH mit הכשר des orth. Rabbinatsassessors, Koäice, erzeugt ״POLIO“ FRIEDMANN & Co. SEIFEN-UND KERZENFABRIK, K0S1CE 0®® Bücher (* אבינו מלכנו Sie waren nahe Verwandte. Der eine reich, der andere arm. Der Reiche war kinderlos und wohnte in der Hauptstadt, wo er sich der größten Achtung aller Kreise erfreute. Sein armer Verwandter lebte in der benach« barten Kleinstadt, wo er, von einem seltenen Mißgeschick verfolgt, mit seiner zahlreichen Familie ein kurnmer« volles Dasein fristete. Der Reiche war von edler Gesin« nung, hilfreich und gut und stand seinem armen Ver« wandten bei jeder Gelegenheit helfend und unterstützend bei. Der Arme blieb trotzdem arm und sah sich immer wieder genötigt, die?lilfe seines reichen Verwandten in Anspruch zu nehmen. Dies alles geschah im stillen und geheimen; niemand kannte die Not des Armen und die Hilfsbereitschaft des Reichen. Auch ihr Verwandschaft« liches Verhältnis blieb lange für die Fernstehenden ein Geheimnis, wie die Tatsache, daß dejr Reiche in der Hauptstadt seinen armen Verwandten in\ der Kleinstadt in seinem Testament zum alleinigen Erben seines großen Vermögens ernannte. / Eines Tages sah sich der Arme wiederum genötigt, die?lilfe! seines edlen Wohltäters in Anspruch zu nehmen. Wieder stand er vor ihm und klagte ihm seine Not, seinen Kummer. Und wieder erklärte sich der Reiche bereit, zu helfen und zu unterstützen, wie schon so oft. ״Freund“, sprach der Arme diesmal unter Tränen, ״mit einer momentanen?lilfe, dies weiß ich mm aus Erfahrung, ist mir nicht geholfen und auf diese Weise kannst du *) Diese Skizze ist dem neuesten homiletischen Werke des unseren Lesern wohlbekannten Rabb. Dr. Felix Kanter in Zwittau (Mähren) entnommen. Das Werk heißt *״ ״משלי יעקבGleichnisse und Erzählungen“, ist in der Verlagsbuchhandlung Dr. R. F ä r b e r, Mährisch« Ostrau erschienen und zum Preise von österr. Sch. 7.50 (tsch. K 36) zu haben. mir dauernd auch nicht helfen. Für mich gibt es nur die eine Hilfe: Lüfte den Schleier des Geheimnisses, erkläre mich öffentlich als deinen nahen Anverwandten, als den zukünftigen Erben deines großen Besitzes. Dann wird mein Ansehen in der Geschäftswelt steigen, mein An« sehen und auch — meine Kreditfähigkeit. Dann werde ich in den Geschäftskreisen eine geachtete Stellung ein« nehmen und Dir nicht immer zur Last fallen“. Wir beten zu c«tt ״ הצמח לנו ישועה בקרובLaß’ uns, o Herr, recht bald deine.?lilfe angedeihen“. Wir beten es immer, wir beten es mit anderen Worten täglich — seit Tausenden von Jahren. Denn, dies haben wir längst erfahren, ohne Seine Hilfe können wir unmöglich be« stehen. Es gibt aber nur ein Mittel, uns dauernd zu helfen. Dies ist: ישראל עמך pp ״ הרםIsraels Ansehen zu erhöhen!“ Möge aber׳ die Welt erfahren, daß wir nun noch viel von der Zukunft zu erwarten und zu erhoffen haben □(הר קרן משיחך), Nur auf diese Weise kann. uns dauernd ge« holfen werden und dies allein bedeutet für uns eine Fülle des Segens. מלא ירינו מברכותיך Der Große Brockhaus. Bd. 3 (B1L1E—•CH!E) (776 Seiten, Preis iri Ganzleinen GM. 26. bei Umtausch eines alten Lexikons GM. 23.50). Man kommt aus dem ehrlichen Staunen über die Fülle des Stoffes nicht heraus. Die Stich- Wörter, die z. B. mit ..Blut“ Zusammenhängen׳, umfassen 43 Textspalten und 4 Tafel'seiten (davon 2 bunte).' Besonders interessieren werden die ׳Angaben über ..!Erste?lilfe bei Blutungen“ oder der Artikel ..Blutgruooenuiuersuohungen“, der in kurzer und treffender Weise über eine Frage unterrichtet, die gerade in den letzten Jahren immer mehr allgemeine!Beachtung gefunden hat. Die zahlreichen!bunten KunstdruCktafeln und Einklebebilder. die auch diesem Band wieder beigegeben sind, sind glänzende Beweise für die Höhe der modernen Druckkunst. Die 6 Tafelseiten zu dem Stichwort ״!Buch“ ■werden jeden entzücken. ״Bühnenb i Id“ gi'bt eine ׳eindringliche ׳Uebensicht!über die Stilwandlungen auf der Schaubühne von der Uraufführungsdekoration zu Schillers Räuber in Mannheim bis zu den modernen unser Herr J. J. Braun * hier vor kurzem in glänzender Weise ausführte — laut Midraschauslegung אפילו כל העולם כולו בעבר אח" einer ganzen großen Welt und ihrer alleinherrschenden Lebensauffassung Widerstand entgegen, weihte בעבר השני ganz allein und vollständig isoliert dem reinen Gsttesglauben sein Leben und ver« kündete denselben stolz der heidnischen Mitwelt. Dieser alle falschen Rücksichten der Opportunität und Popularität ignorierenden Steifnackigkeit möchte ich hiermit das Wort reden bei der Interpretierung resp. Aus* f ührung des ׳ Erez־Jisroel«Programms der Agudas Jisroel in der nächsten Zukunft. Ganz entschieden jüdisch richtig haben wohl diejenigen Frommen im früheren Ungarn gehandelt, wel« che seinerzeit, da der Zionismus noch im Schosse der dunklen Zukunft schlummerte, ihre glühende חבת ארץ הקדושה in kolonisatorischer Tätigkeit zum Aus« druck brachten. (Wurde doch der Boden der größten und erfolgreichsten palästinensischen jüdischen Kolonie -Pctach Tikwa erstmalig bekanntlich durch Rabbi Hilel Lichtenstein angekauft!)?lochst wahrscheinlich richtig war wohl auch die Auffassung der Schöpfer der Agudas, welche die kolonisatorische Tätigkeit in Erez Jisroel in Ueberein« Stimmung mit der Ansicht der überwiegenden Mehrzahl der גדולי התורה יהיראה unserer Zeit als einen wichtigen Punkt auf ihre Fahne schrieben, ohne auf jene Großen und Frommen Jisroels Rücksicht nehmen zu können, die im Hinblick auf die schädlichen Wirkungen des Zionismus und das Motto חשוב הי* בימי האבות ועכשיו שנאו sich vor Augen haltend, jede ־ישיב החדש Arbeit entschieden perhorreszierten. Vielleicht richtig haben auch unsere Führer gehandelt, die, ohne auf die einschneidenden Aenderungen zu reagieren, welche im Leben des Judentums sowohl wie in der seelischen und wirtschaftlichen Konstruktion Palästinas in der Zeit zwischen der Gründung der Agudas Jisroel und des Zusammentrittes der II. Kenessijo platz« griffen, das Festhalten an dem ursprünglichen Palästina« Programm klar und deutlich betont haben, wenn sie das aus dem Grunde taten, um nicht durch das, wenn auch gerechtfertigte Abrücken vom ursprünglichen Programme, in der Stunde, da die uns allein teueren Opfer des un# glückseligen Kampfes in Erez Jisroel noch kaum be« stattet waren, die Position unserer im schweren Kampfe stehender Brüder zugunsten ihrer Feinde zu schwächen. Entschieden unrichtig aber und ein arger Verstoß gegen den Geist des כל העילם׳ כולו בעבר אחד ואני בעבר השני wäre es, wenn konven« tionellen Rücksichten zuliebe diese Fiktion für die Dauer erhalten bleiben oder gar den Worten die vom jüdisch« agudistischcn Standpunkte aus derzeit ganz gewiß nicht zu rechtfertigenden Tat folgen sollte. Der uns Juden eigene קשיות עורף muß uns Agudisten den Mut verleihen, ganz offen zu erklären, daß wir insolange. die Zustände in Palästina nicht vollständig und für unabsehbare Zeiten geklärt sind, an eine koloni« satorische Tätigkeit in אץ nicht denken dürfen und dem« zufolge'vorläufig an den'Arbeiten der Agency nicht teil« nehmen könnten selbst Tn dem unwahrscheinlichen. Falle, daß die Zionistische Organisation sich plötzlich bereit erklären sollte, die von der Agudas Jisroel aufgestellten Bedingungen zu akzeptieren. Wir dürfen keinesfalls, nur um uns die Sympathien unserer Gegner zu erkaufen, resp. die unserer kurzsich« tigen Freunde zu erhalten, durch Worte und Taten — bei denen wir derzeit ohnehin nicht mit?Ierz und Seele wären — den uns über alles stehenden ׳ ישוב הישן gefähr« den oder ihn aufs Spiel setzen. Mit Rücksicht auf die noch immer zugespitzte Lage wäre eine allzu ausführliche Behandlung dieser Frage vielleicht noch nicht sehr ratsam, wie sich auch der be« währte Führer der hierländischen Orthodoxie Se. Ehrw. Öberrabbiner Weber שליט״א in seinem dem Mitarbeiter der ״Jüdischen Presse" gegebenen Interview bei Behänd« lung der gleichen Frage anscheinend aus denselben Rück« sichten eine gewisse Reserve auferlegte. Schon jetzt jedoch und ganz offen muß von der Oberleitung der Agudas Jisroel gefordert werden, daß sie bei allen möglichen Gelegenheiten als Hauptaufgabe die Erhaltung und Festigung des Jischuw hajosehon und des Chinuch Werkes in Erez Jisroel besonders nachdrucksvoll betone und unter« streiche. Entwürfen eines ׳Ludwig Sievert und den Inszenierungen Piscators. Zahlreiche bunte Landkarten schmücken den Band — als Musterbeispiel sei nur die besonders tnstruktive Karte über ׳Aufbau und Entwicklung des Britischen Weltreiches genannt. Daneben farbige Stadtpläne mit ׳Straßenverzeichnissen: Brau lisch vvei'g. Bremen. Breslau, Brüssel. Budapest. Buenos Aires. Chemnitz, im Text ein- •gestreut ׳viele iLagepläne (11m nur einige wahllos aus der Menge herauszugreifen: Bonn, Brünn, die neue Hauptstadt Australiens: Canberra, Casablanca. Charkow). Der heutigen Sportbegeisterung wird der Artikel ..Boxen“ gerecht, der neben •zwei ■ganzseitigen Abbildungstafclin eine Uebersicht über •die Weltmeister!seit 1897!bringt. Bodengymnastik. ׳Buddhismus. Börse. Branntweinmonopol. Brotbereitung, Bürgerliches Gesetzbuch — man kann keine Stelle des Buches aufschlagen, ohne auf einen interessanten Artikel zu ׳stoßen. Nach Carmen Svlvas Ausspruch gehört ein Lexikon nicht in den Bücherschrank, sondern׳ ins Wohnzimmer, das heißt: stets zur Hand, in engstem Zusammenhang mit ׳unserem täglichen Leben. Gerade ein Werk wie ״Der Große Brookhaus“. das nicht nur — wie manche frühere Nachschlagewerke — eine trockene Anhäufung von Wissensstoff bringt, sondern sich durch bewußte Betonung der praktischen Verwendbarkeit, •mitten hineinstellt in die heutige Zeit, ist für jeden vorwärtsstrebenden Men־ sehen schlechthin unentbehrlich. Der vorliegende dritte Band beweist •dies von neuem und glänzend. — Auch dieser Band beweist von!neuem, daß unser Oesterreich mit derselben Ausführlichkeit wie das Gebiet des Deutschen Reiches behandelt wird, so daß ..Der Große Brockhaus“ auch für jeden׳ Oesterreicher das richtige moderne Nachschlagewerk ist. Dies zeigt sich nicht nur in geographischer Hinsicht (zahlreiche Städteartikel’. Bludenz.!Bregenz usw.). ,sondern auch bei Artikeln aus dem Gebiete •der Rechts- •pflege •und ׳Verwaltung (vgl. Brandstiftung. Bürgermeister, Briefgeheimnis), Der Artikel ״Buchhandel“ :bringt eine eingehende Darstellung der buchhändlerischen!Fachorganisationen in Oesterreich sowie viele statistische Angaben, unter dem Stichwort ״Burgtheater“ finden, wir eine Uebersicht der Leiter dieser Bühne von ihrer Gründung •bis heute.