Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 39 (20.9.1929)
- Date
- 1929-09-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2629891-2630294-2630331--3430-2635428- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 6 JÜDISCHE PRESSE Nr. 39 die höchste Anerkennung für A. J., wenn man im Zionis# mus nicht wagt, sie zur Mitarbeit an einem Aufbau ohne Thora heranzuziehen. Dr. R. Weiß spricht zunächst über allgemeine Palästinafragen. Der Rechtsschutz und die Sicherheit der palästinensischen Juden muß besser fundiert sein, mit einer vorübergehenden Beruhigung ist nichts getan. Auch die heiligen Stätten und das Recht auf Religion müssen uns sicher gestellt werden. Juden und Araber müssen sich besser kennen und verstehen lernen. Es ist gut, daß in der Frage der J. A. der R. R. gesprochen hat und uns noch einmal dabei das Gebot von Jischuw Erez .Tisroel dringend ans Herz gelegt hat, uns auch ge־ zeigt hat, unter welchen Umständen wir an der J. A. mit־ arbeiten könnten. Es muß auf eine Zweiteilung der J. A. hingearbeitet werden, damit wir am wirtschaftlichen Auf־ bau uns beteiligen können. Die Jugend will durch uns für Erez Jisroel arbeiten. Stempel, Krakau, bittet, man möge nicht in der Diskussion den Eindruck erwecken, als seien wir die Störenfriede, die nicht mitarbeiten wollten. Man sage es der Welt ganz deutlich, auf welcher Seite die Schuld an unserem Fernbleiben liegt. Rabbiner Hirse hl er, Preßburg, spricht sich sehr lebhaft gegen jedes Verhandeln mit der J. A. aus. Rabb, R a b b i n o w, Hamburg, spricht zur ailge־ meinen jüdischen Lage. Der Altstädter Raw schließt sich Hirschler an. Rabb. T. H o r o w i t z legt eine Resolution vor, in der betont wird, daß wir den Frieden suchen. Rabb. I. Wittels, Lemberg, wie S a n c 1 e w i t z, Jeru־ salem, schließen sich der Resolution an. Dr. S. Ehrmann vertritt den Standpunkt des Nichteintrittes. Rabbiner Friedmann, Amerika, spricht zum Rechenschafts# bericht, Rabbiner N e u f e 1 d aus Novi Dwor zur ailge# meinen Lage. Rosenfelder, Krakau, kritisiert die Erez Jisroel#Arbeit. Die Emigration nach Palästina sei für Polen, wo sich die Lage mit jedem Tage verschlimmert, eine Lebensfrage. Mit feurigem Temperamente betont Susie Friedmann, Warschau, daß, während wir mit einer zeitraubenden Diskussion über § 4 anderen den Weg in unsere Aguda freizumachen suchen, sich die Zionisten mit ihrer Ignorierung all unserer Forderungen gegen uns absperren. Man sollte den Mut haben, das Postulat der vollen Wahrheit den Machenschaften auf der anderen Seite entgegenzusetzen: In gleichem Sinne spricht Josef Lau, Kolomea. Der Zionismus habe sich seit Basel nicht geändert und gebessert und es liege kein neuer Grund zur Mitarbeit vor. H e n d e 1 e s, Warschau, ver# tritt den Standpunkt vieler Agudisten im Osten. Für sie ist Erez Jisroel auch die Heil# und Zufluchtstätte für den Körper, darum muß alles zum Aufbau aufgeboten werden. Aber wir müssen unsere eigenen Wege einhalten, da ein Zusammengehen mit dem Zionismus unter den heutigen Umständen unmöglich sei. Endlich äußert sich M. Schwarzmann, Warschau. Damit wird, obwohl die Rednerliste noch ungefähr 20 Redner zu dem Thema auf# weist, gegen 11 Uhr abends geschlossen und die Debatte auf Montag vormittags vertagt. Keren Hatüora an! der Kenessio Gedaulo. Erzfehungskonierefnz vo׳n Frteitag, 8, EIul, 9 Uhr früh, unter Vorsitz von Direktor Dr. H ö 1 z b e r g, Telschi.!Direktor Elias■ referiert ausführlich über Stand ,und: 1Ziele der &es!etzestr;ea!!en Jugendliteratur. ,Nach ein׳• gebender Darstellung der ./u׳gendli׳t׳eratur׳rrag1e!im a1Ijg!emeinen Sdhtuliwiesen! stellt Referent d'en Mangel ■a-n entspreehender jüdischer Jugendliteratur fest; insbesondere für das »sogenannte ״Röbinson-iAit'er“ der Knaben gebe es!keine;geeigneten Bücher wie bei anderen Völkern; nötig ,sei die literarische iBehandiung •von interessanten!jüdischen Lebensläufen. die weniger die׳!körperliche al!s die moirallscbe Kraft betonen׳. Referent beantragt (Neuschaffung der seiner- Eeätigen Kommission zur 1Au:s׳w׳aöi geeigneter jüdischer J.ugendüteratJUT und betont die׳ besondere Notwendigkeit der ßcihiaffung• einer einwandfreien .jüdischen Geschichte. Dr. Salomo Dir n!b.a׳tr,m (Hamburg) beantragt die Um- Wandlung, des Keren iHat'hara in׳ ein׳ zentrales Gbimicbmsti־ tut für die gesamte •Judenheit. Dr. M-oses Auerbach hebt die ׳Gefahr ihervor, daß Kinder durch׳ Lektüre vom eigentlichen Lernen abgezogen werden könnten, wendet siethi gegen die allzu 'belehrenden Jugendbücher vom Ty.p Foerster. weil׳ diese nicht!wirklich gelesen würden, und betont die Dringl'icihike'it!jüdischer ׳HeidelidarsteJlungen. Dr. IH ol'tzber g (Tefcclhi) fordert! die Erörterung׳ nur solcher deutscher Probleme. dd!e auch für den Osten Inter- ׳esse halben, und schließt ׳sicih dem!Antrag Dr. Birnbaum an. Frudman (Warschau׳)- wirft Dr. Elias vor,!mir Pro- Menne entwickelt, aber keimen Weg zur Lösung gezeigt zu haben; beantragt!Einrichtung einer bezahlten Kommission des Keren iHallhora zwecks Auswahl und lieber-. Setzung, von Jugend- und Lehrliteratur sowie Schaffung von Lehrbüchern, fordert!Herausgabe ■eines Ghumescih׳ mit ausgewüMten, besten Erklärungen ־verschiedener Autoren. Dir. Deiut'sch lä nd e r 10W!i׳en) wendet sich gegen den׳ Antrag Dr. ׳Birnbaum und. verlangt׳ Bebchränikung auf ׳das Problem׳ der ,Schaffung. -!jüdischer Jugendliteratur, nach weicher ,in allen׳ Ländern •gleicher Bedarf sei; lehnt zu׳ große ,Strenge bei Auswahl geeigneter Schriften ab und beantragt■■ ׳eventuelles׳ Preisausschreiben für geeignete ׳Bücher.!Beantragt Einsetzung einer iPrüfungskommission!für ׳alle Manuskripte. ׳Nach Eiuiwänden von Oste r s e ׳t z e r gegen Dr. Mckes ■Auerbachs Hinweis auf die vom׳ ׳Lernen abzieliende Wirkung der Lektüre, verlangt Dr. S c :11 an u 1 0w i.t z (Telsohii) die Ausschließung auch׳ der ׳einwandfreien ßiücher aller als Freidenker;bekannten׳ Autoren׳, hält die (Gründung einer Ghimuclbzent.rale für Wichtig und ungefäihlrl'ich; •beantragt Gründung einer zweimal jährlich zur sammen tre fenden!;Clhinuch*־/Arbei tsgemcimsctoaft, die;Heratisgabe eines Kiinderljouruals und Bildung eines Kölleginims!zwecks And wähl ׳von Lese- und' Lernbüchern. 1K noble \v׳i cz (Dortmund) weist darauf hin. die Schaffeug• einer• geeigneten!jüdischen Geschichte .schon zweimal■ vergeblich vorgcischlagen׳ •־zu!haben fordert Herausgäbe Meiner re clam ähnlicher Bändchen mit Lebetisdar- ■Stellungen!jüdischer Persönlichkeiten׳ unter Vermeidung aller Einseitigkeit und!mit Betonung au.ch der außerjüdlt'Chen Leistungen. Direktor!Elias spricht!sich gegen die Abweisung, ,auch d.e'r unbedenklichen ׳Sch1ri1ft׳en tfreidenkerischer Autoren aus, da das Kind, wenigstens im Westen׳, nicht nach dem Autor frage, sondern lediglich stofflich ׳interessiert;sei. Der Aufbau einer geeigneten K'inderKtcratur nur au׳s Uebernetzumgeii sei kaum׳ angängig, es müßten■ womöglich Original werke geschaffen werden. Nach׳ Beschränkung der Redezeit׳ auf fünf Minuten betont Oberrabbiuer T a 1׳ (Utrecht) die Notwendigkeit schärferer Unterscheidung der drei ganz verschiedenen. Altersstufen, .meint, daß die• 1Seelen vieler junger Leute nur darauf warten, .geweckt zu werden und fordert die Gelehrten des Ostens auf, geignete Bücher!zu:!schaffen! die aber nicht■ süßlich, sondern richtige Juiiffeiinbüdher s!e,in sollten. Wendet sich gegen die rasche Abstempelung vieler!Bücher, als gefäibrlieh, verlangt dagegen schärfsten Kampf gegen; >dfi!e Bibelkritik. S c h vva r zim a 11׳ n (Siedlec) hält auch im Osten die Kenntnis freidenkerischer Schriften ׳wichtig, um ihnen entgegentr.eten zu können; verlangt Uebersetzung der ostjüdisch-ch׳ai5׳sid׳ische11 Literatur für den Westen und bekämpft :den Vorschlag IKnotoleiwicz, die G'edäulim auch als üicht'iüdlselbe Führer zu ,schildern׳. Dr. Stein (Köln) erklärt, daß die Einschränkung der Jugend auf den ganz einwandfreien• Lesestoff sich׳ auch; Im Osten nicht dauernd werde durchführen1 lassen und daß die Gewinnung neuer Seelen auf diese Weise ganz unmöglich ׳sei. Freyihan (Breslau) •erklärt die Erziehiiugslko 11 feren׳z als die wichfigste Tagung der Kenessio Gedaulo. die aber unmöglich a׳|Ie Einzeliragen ■erschöpfend behandeln könne; beantragt Perrnanenzerkläriiing der Erzlelm ngsk 0;1,f ereil z mit jährlich einmaliger Tagung, •bis auf weiteres unter Vorsitz Q. peutschländens.. ■G r ün.b er g . (Kischinew) erklärt gute Le,h׳rer'.'!fur!wichtiger als gute Bücher. Gr.'i l lac betont dfe be sondere Wichtigkeit , der. Mädcihenerzlehung, Dr. Niem!zowJ:t.sc.h (Grodno) ׳meint, man könne die Profanliteratur ■nicht; ganz verwerfe^׳,. d:a. die. Regierungen dpren Kenntnis fordern.; Kriti^eirh. die:, gegenwärtige Lehreriiuieuausbildung., im Osten״ als . ungenügend und schlägt d׳i;e Gründung eines Lehrerseminacs׳ zur Ausbildung von Jeschiwa,h-B a churlm. zu Lehrern vor. Bilitzky (Dortmund') betont unter lebhaftem' Widerspruch die Notwendigkeit gewisser Kompromisse und empfiehlt die an sic.11׳ unbedenklichen Schriften von Pe.rez, Mendele und Schülern• Alejcbem׳, da keine gleichwertige orthodoxe Literafur existiere. F!r y den z o n verlangt 'Schaffung einer•׳ einwandfreien Jugendliteratur, behauptet dan ׳Bestehen׳ geeignete.1־ Autoren׳. Dr. Munk (Berlin) verlangt, daß ׳die Le'hiikräfte ׳die wichtigsten׳ Schriften auch der abznle-hnenden Autoren׳ lesen. Dr. Carl e b a ch (Altona) wendet sich gegen die!Erörterung von Einzelheiten, die .in die Lands■; marmschaften verwiesen׳ werden sollen, ■stimmt BiJitoki ׳zu; verlangt •Schaffung einer Kommission zur Herausgabe von Lehrbüchern für alle Gebiete, während die Jugend- Jifeeratnr der Privatinitiative überlassen bleiben׳ :soll. Ch'O'dia kow (!Riga) wendet■ sich nochmals ׳scharf gegen d;ic freidenkerische Literatur, der K i m p' 0 1 u 11׳ ge •r ׳R a.vv erklärt ,selbst gute Literatur für ein notwendiges Uebel, ■Rabbiner Hager 1(Kolomea) stimmt dem Antrag Knoblew;icz zu, bei Dar,Steilung!jüdischer Lebensläufe׳ auch׳ die allgemeinen Verdienste■ der!betreffenden Perlsönilichkeit ihervorzuheben. Dr. D׳e 1! t schJ ä 11 d er verweist auf ׳den Fortschritt der Ausbildung der Bet'11-J.akobwLehrerinmen ■und betont die günstigen Ergebnisse ׳der Prüfung derselbeu׳ durch ■den Raw von Lomcza, worauf die ׳Vertagung .׳der!Erz.icbungsikonf׳ereuz auf Montag ■und ■die Erledigung der ein gelb rächten Anträge zu Beginn der neuen Sitzung beschlossen werden. NANCY FRANKREICH PENSIONAT ISRAEL 7, RUE EMILE GALLE PROSPEKTE REFERENZEN SCHUHHAUS ABRAHAMOVICZ II., Taborstraße 32 Telephon A-41-6-58 die besten Sohuhe neuester Kreationen zu billigen Preisen Kongreßteilnehmer erhalten Rabatt Ev. Schilling I יצאו ברכוש גדול Schilling Jeder Teilnehmer derKenessio Gedaulo kann den Hanpttretfer der 5. Klasse der Oesterr. Klasseniotterie mit Schilling 800.000 im günstigsten Falle machen! Ziehung heule bis zum 4• Oktober 1929 Lose zu beziehen bei der Geschäftsstelle der österr. Klassenlotterie J. M. Neufeld Wien II, Krummbaumgasse 16 Telephon R-40-6-50 Spielpläne werden bei der Geschäftsstelle gratis abgegeben Auch Bestellungen für die nächste Lotterie werden entgegengenommen Schilling 100.000 שבת geschlossen! I ft C HT N 3' 3* C 3 (O Schilling Die Sitzungen am Montag und Dienstag. Montag vormittags eröfnete .1. M. Lewin. Warschau, die Sitzung und erteilte Heinrich Eisemann, Frankfurt, das Wort über idie Tätigkeit der Organisafions- und Finanzkominissian. Als Grundlage der Arbeit der neuen. Zentrale wurde ein Betrag von Doll. 10.000 festgelegt. Diese Beträge sollen! durch •den Trumath Ohcwer und den neu auf Antrag!von Schönlfeld, Wien,!zu sch affenden Trumath Chower Nechbod. über den die Kenessio Gedaulo!Beschluß zu fassen hat. aufgebracht werden. Feste Zusagen von allen Ländern!sind!bereits ׳eingegangen. Die Kommission konstatierte,!daß es der bisherigen Zentrale leider ■nicht gelungen war. die Länder des Ostens organisatorisch und׳ propagandistisch zu erfassen. Die Kammission verlangt daher die Errichtung einer Organisations- und Propagawdaabteilung bei der Zentrale, die durch eine allererste!Kraft ׳zu besetzen sei. in der sich anschließenden-!Debatte ׳kritisiert Birn- ■bäum!, Kölbryn (!Polen) scharf die Tätigkeit der Zentrale. Es fehlt d'er Agudas Jisroel die wirksame;parlamentarische Vertretung.!Es muß in allen Ländern eine stänke orthodoxe Presse geschaffen werden. Janower Raw (Litauen) liotff, daß ׳die ׳Organisation so erstarke, daß die dritte Kenessio Gedaulo in Erez Jisroel stattfindc. Wir!brauchen eine Presse, denn die areligiöse, oft antireligiöse Presse hat eitlen großen und! verheerenden׳ Einfluß. Das Publikum liest!die Zeitung und! glaubt alles, was die Zeitung ihnen vorsetizt. Zum großen! Eingehen und Prüfen der Vongänge hat die große Masse nicht den ׳Willen, meist auch nicht die Möglichkeit. Cho d a׳k 0!w, Riga. Wir!müssen bewußt sei״, daß alle!Beschlüsse, über Ghimieh, Erez Jisroel oder was es sei, hinfällig sind, wenn wir nicht diesen! Punkt befriedigend erledigt halben, die Organisation und die Schaffung der finanziellen Basis!. ׳Wir brauchen ein ׳Statistisches Amt, um allen! Auskunft geben zu können ■über ׳Fragen der Niederlasstmg und Existenzmögliclhkeit. ׳Ich schlage ferner vor, jeder Teilnehmer der Kenessio soll sich der Zentrale für einen!Monat zur Verfügung stellen. ׳Hi'llel Griinberg. Rad:in (Litauen). Anknkmiipfend an Worte ׳des ,.Ohofez Chaiim“ fordert er die Fördermiß des Schmirath Schabbos. Jacob 1R os!enb ei!m: Erwarten Sie nicht, solange!die ■materiellen Voraussetzungen so schiwach sind wie :heute, daß künftighin ■mehr geleistet wird wie!in der a!bgelaufenen Periode׳• ■R a p!p a p 0 r t, B i e Li t ■z: Die ■bisherige lK׳ril!i׳k, die ich übte, richtete sich nicht gegen die drei!Führer des Geschäftsführenden Ausschusses, sondern gegen die übrigen Mitglieder. Der Vorschlag von Eisemann ist! viel zu niedrig. Wir!beantragen däher ein Budget!von Doll. 40.000. Wienn wir eine richtige ׳Politik treiben, dann haben wir auch gute Finanzen.!K p 1p 1P e 1 S p i r a. A11 i! w e r 1p e in: Wir verlangen eine .Leitung, die uns verantwortlich ist. wir müssen aber Ihr die Möglichkeit geben!zu arbeiten. S t!e rik a r d t, io diz, ist enttäuscht über den Verlauf der Tagung. Die!Massen ,kommen nicht׳ genügend zum Worte. Agudas Jisroel muß aus ׳den Kinderkrankheiten ■heraus. Ein besserer Kontakt!zwischen Führer und Massen ■muß 'hergestellt werden!. K o 111 ־ g r a d, W a rsciiau, regt an, allerorts Kindergruppen der Agudas Jisroel!zu bilden!. Rabbiner K aha ne (New York) bemängelt das!Fehlen! vom geeignetem Propagandamaterial und fordert die Schaffung agudistlsoher!Literatur. D e r 1R a w aus ■Saiiotsc h 'hält eine begeistert auf,ge nommene Rede über die ׳Mission ■der Agudas Jisroel. Hager, Olitzki, befürwortet einen innigeren »Kontakt!zwischen׳!Leitung und Lanidesopganisationen. Montag nachmittags 4 ׳Uhr unter Vorsitz des Herrn Jacob Rosenheim Fortsetzung der Jewish-Agency-Debatte.;Rabbiner Rabinotwiaz, Sunderland »(England) spricht sicih für Eintritt ׳in •die Jewlsh Agency aus, Redakteur Apfelibanm, Kischinew,!wünscht eine Mitarbeit der Aguda in der •Agency auf wirtschaftlichem ׳Gebiete•. Nach einigen weiteren Diskussionsrednern spricht »Präsident Dr. Pincbas Kahm über die Lage ׳unserer Brüder in So \v j e t r 11 ß 1 a nd und führt, etwa folgendes_aus: ,,Wir »wollen reden •von unserem Brüdern in Sowjehüßland, es sollte eigentlich unser Freund!Abraham ׳G.!Hornstein referieren, leider ist er erkrankt.!Hornstein bat mich, den Schrei seines Herzens an Sie kundzugeben. (Seinen ,Brief an die 11. Kenessio ■haben wir in Nr. 3 der •Kongreßnummer gebracht.) iWienm.!wir heute die in Vorschlag ׳gebrachteil Resolutioneii, die ich Ihnen ׳nachher zur Verlesung bringen werdie, annebmen werden, dann nehmen Sie eine ungehenre Verpflichtung auf sich■. Schwer lastet die Verantwortung autf uns. Es is׳t gar nichts mit ׳einer Protestresolution getan. Wenn wir immer wieder hören, daß all da!s Leid der religiösen Juden in!Rußland ■verursacht ׳wird ׳von unseren Brüdern, ׳daun ׳müssen ■wir uns erst recht fragen, wie konnte es• ■soweit kommen? Für uns ist das eine Frage des jüdischen Gewissens. •Wir müßten uns fragen,!losgelöst von jeder Politik: Leiden wir eigentlich darunter? ׳Berührt es un׳s, daß dort ׳jüidisclhe!Menschen leiden, besonders ׳da jüdische!Brüder Ihnen dieses Leid zufügen? Ich!möchte,, daß;Sie die!zukünftige Leitung beauftragen׳, ■diesem!Gegenstände ständige Aufmerksamkeit!zu bewahren. Jedes Wort,!das •Sie auch außerhalb dieses Hauses sprechen, glauben :Sie mir, am :jedem (Hauche Ihrer Lippen», kann jüdisches Leben •hängen׳, und!darum möchte ■ich Sie »!bitten, wenn ich ׳geschlossen halbe, spenden ■Sie •mir!keinen Beifall, ver-!harren, wir schweigend und fühle •jeder Einzelne die Verantiwortung für sich •und für die Kenessio Gedaulo!.“■ Dr. Kohn bringt nunmehr die^!Resolutionen bezüglich Sowjetrußlands zur Verlesung, dfe unter lautloser Stille von der ganzen Versandung angenommen werden. Hierauf gelaugt das Schechlta-Problem zur •Debatte und!wird1 durch!Referate der Herren »Dr. S. Lieben, Prag, und ׳Rabbiner!Dr. Esra Munk, Berlin, eingeleitet, Dr. Lieben führt aus, daß wir heute!in bezug auf!die Schechita, die uus in einer ■Reihe von Ländern verboten •werden soll beziehungsweise ■verboten ׳wurde, den-• selben!Kampf!zu führen »halben, wie ׳wir ihn schon in!bezugauf!die •Milch!zu führen hatten.!Mit dem Unterschied, •daß der Kampf unserer!Gegner in bezug auf die Schechita unter d'em ■Mantel der Humanität geführt unid dadurch unsere Abwehr erschwert wird. Der Tagespräsident dankt Dr. Li eiben •nicht nur für sein sehr beifällig aufgenommenes!Referat, sondern auch für seine jahrelange wissenschaftliche und selbstlos aufopfernde »Mitarbeit im Kampfe für die Schechita׳ .׳Hierauf spricht der Korreferent Rabbiner Dr. Esra Munk. Berlin, über das Schechita-Problem. Nach ihm hält Oberrabbiner Le will, Rszeszow, ein gedankenreiches Referat über das Thema: ״Sabbat im Wirtschaftsleben“. Die Dienstagv0r nK:ttags»i t zung war •den Abstimmulngen gewidmet.