Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 39 (20.9.1929)
- Date
- 1929-09-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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;Seite 4 JÜDISCHE PRESSE Nr. 39 Durch die Irrungen und Wirrungen der Gegenwart \hat Jacob Kosenlieinn für ׳den Zusammenschluß der Weltorthodoxie bis zur Se.lMtentäußcrimg gekämpft und auch diese zweite Kenessio Gedaulo ist hauptsäch'Iioh seiner Initiative zu verdanken. Der Ra'bbinische Rat «hat nach ■seiner Konstituieriing als erste Tat Jacob Rosenheim!mit der Würde eines Morenu gekrönt, die Gedaule Hatauro halben ilum mit dieser Verleihung gegeben, was ihm «gebührt. Kilal Jisroel «dankt ihnen und verbindet mit ahnen die ׳heißesten Wünsche für ein «langes, glückliebes, gesegnetes und segenspendendes Leben seines großen Führers. . Die soziale Frage Die Freitag-Sitzung war der sozialen Frage ge- Avidmct. Das Hauptreferat hält der Vorsitzende der polnischcn Arbeiterpartei Poalc Agudas Isrocl, J. L. O rle an. Kr schildert die gesellschaftliche Entwicklung in Polen in den letzten 20 Jahren. Die große Masse der Anhänger der Agudas jisroel setzt sich nicht aus reichen!.,euten zusammen, sondern aus dem Mittelstand, der immer mehr verarmt und allmählich zum Proletariat J1e1;abgedrückt wird. Heute schon gehört eine bcachtcns- .werte Zahl der Agudisten dem Arbeiterstande an. Für diese muß man sorgen, insbesondere darauf achten, daß die, die Schajibos halten wollen, nicht aus diesem Grunde ihre Stellungen verlieren oder stellungslos umherlaufen. Es gibt viele fromme Arbeiter in Polen, die eine gute fachmännische Ausbildung haben und die deshalb keine Stellung bekommen, weil die entsprechenden Fabriken es ablchnen, den Arbeitern Schabbos frei zu geben. Die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind durch die Bande der Religion bei uns viel herzlicher und müssen dies auch bleiben. Es muß «der eine für den anderen denken und der Arbeiter als der wirtschaftlich Schwächere muß unbedingt besonders geschützt werden. Rabbiner Klein, Kozl «(Polen): Die wirtschaftliche Notlage in Polen ist von Jahr zu Jahr schlimmer geworden. War haben eine richtige Ver- ■elendung der jüdischen Massen. Aber es fehlt nicht nur an Geld, sondern auch an Idealismus, sonst würde man •doch für die notwendigsten Sachen größere Mittel bereitstellen können. Wolf S. Jakobsohn, Poale Agudas Jisroel, ‘Deutschland: Die Deutsche Landsmannschaft und die Gruppe Arevus hat sich in dieser Frage offiziell der polnischen Agudas Jisroel angeschlossen. Folgende Projekte werden unbedingt gefordert: 1. Arbeitslosenversicherung für Schabboshaltende. 2. Recht auf Arbeit — d. h. daß eine erhöhte Pro^ paganda erfolgt, daß fromme Juden mit Schabbos frei Arbeit bekommen — dies auch «in Betrieben, die am Schabbos geöffnet sind. 3׳. Korporationen sind zu.gründen,.kleine jüdische• Existenzen zu finanzieren,. .:Es-haben, sich solche . ־im., letzten Jahr in verschiedenen Städten Polens und in agudalen. Kreisen gebildet und haben; sich bewährt. Dieses System muß mit Energie nusgebaut werden. 4. Die Beziehung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern muß gebessert werden. « 5. Fachschulen für Arbeiter und Handwerker müssen gegründet werden. F 1־ o 1h, W a r s c h a 11, Sekretär der Zentrale dev polnischen Agudas Isroel: Es herrschen in Polen große Mißstände. Sogar unter den Kapitalisten, die in ihrem gewöhnlichen Leben auf dem Boden der Thora stehen, gibt es eine Reihe von solchen, die bei Fabriken, an denen sie beteiligt sind, keinen einzigen scliabbosfreien Arbeiter untergeb rächt haben. Es fehlt augenscheinlich bei diesen der gute Wille, der frommen Arbeiterschaft zu helfen. R a b b i n e r A 11 e r b a c h, H a 1 b e r s t a d t : In Deutschland erfolgt die Löhnung in den Fabriken meistens am Freitag. Die Arbeiter machen daher ihre ganzen Einkäufe am Schabbos. Die Geschäfte verkaufen an diesem Tage mehr als an den fünf übrigen Wochentagen. Man soll versuchen, eine Regelung־ durchzufUhven, nach welcher die Arbeiterschaft _8יגז einem anderen Tage der Woche entlohnt wird. Die Fürsorge für Strafentlassene ist gleichfalls sehr vernachlässigt worden. .■4' J. M. Lew in, Warschau: Die Zeit drängt dazu, daß die Aguda sich nicht nur mit geistigen und politischen Angelegenheiten befaßt, sondern ihr Hauptaugenmerk auf die wirtschaftlichen Verhältnisse der Juden richte. Die wirtschaftlichen Katastrophen der letzten Jahre haben gezeigt, daß auch dort, wo die handeltreibenden Juden ihre Existenzberechtigung verloren haben, die Handwerker ׳immerhin eine auskömmliche Lebensmögliehkeit sich «bewahrt haben. Die Beschäftigung de!• Juden mit Handwerk hat aber . im Verlaufe der letzten Jahrhunderte stark nachgelassen. Zum Teil ist dies darauLziiriickzuführen, daß diejenigen Teile der jüdischen*®gend, welche sieh dem Thorastudium willnieten, nacßiBeendigung dieses Stadiums in einem Alter sich befanden, welches es ihnen unmöglich machte, in die Lehre zu gehen, um ein llandwevk zu erlernen. Es entwickelte sich sodann der Zustand, daß fast ausschließlich in religiösen Dingen Ungelernte Handwerker wurden, wodurch das Handwerk als etwas Minderwertiges angesehen wurde. Aber auch für junge Leute, die schon im i4, Lebensjahre ein Handwerk erlernen wollten, war es sehr schwer, einen Lehrposten zu bekommen, wo die Lehr jungen Aussicht hätten, religiös zu bleiben, was die Eltern abhielt, ihre Kinder iu eine Handwerkerlehre zu geben. 11h Anschlüsse an das Referat Lewin, macht Wolf Pappenheim, Wien, folgende Vorschläge: 1: Es soll für 14jährige י Jünglinge, welche nicht die Absicht haben, sich dem Thorastudium zu widmen, eine Vermittlungsstelle geschaffen werden, welche denselben Lehrstellen bei Meistern beschafft und es soll, durch Abendkurse dafür gesorgt werden, daß die jungen Leute Gelegenheit bekommen, sich ein gewisses Maß jüdischen Wissens anzueignen. 2. Es sollen womöglich in allen größeren jüdischen Zentren Handwerkerschulen errichtet werden, _ in welchen in einem dreijährigen Kurse junge Leute im Alter von 14 bis 16 Jahren, welche sich dem Thorastudium nicht widmen wollen, in einem Handwerk theoretisch und praktisch gründlichst ausgebildet werden, wobei ACHTUNG, KENESSIO GEDAULO l Antikes Sefer Thora, erstklassige Schrift, auf ערר שליל, ganz in Silber gefaßt, mit Punzierung ״Altwien״ vom Jahre 1817, mit acht alten dazugehörigen Mäntelchen, samt antiken silbernen כלי?ודש und כתר sowie antike silberne Menorah und Megilo und eine antike silberne Tasse, darstellend?עקדת יצח etc. nur an orthodoxe Bewerber zu ver-־ kaufen. -Preis 1400 Dollar. Näheres bei Juwelier J. Rablnowitsch, Wien II, Hoüandstr. 3 in der Orthodoxie. darauf zu sehen ist, daß täglich drei Stunden dem Unterricht in religiösen Gegenständen gewidmet werden. 3. In diesen Schulen sind Kurse einzuridliten. für junge Leute, welche eine Talmudhochschule (Jeschiwal absolviert haben und denen Gelegenheit geboten wird, je nach «den gesetzlichen Vorschriften des betreffenden Landes in ein- oder zweijährigen Kursen theoretisch und praktisch ein Handwerk zu erlernen. 4. Es soll eine Körperschaft geschaffen werden, welche es ermöglicht, den Zöglingen der ׳Schulen nach einer gewissen Gehilfenzeit das zur Begründung eines Meister, betriebes notwendige Handwerksgerät anzuschaffen gegen Auszahlung in zwei oder drei Jahren, entweder in der Form, daß die Körperschaft diese Handwerkgeräte angekauft und auf diese Zeit kreditiert, oder indem sie bei den Lieferfirmen die Bezahlung der monatlichen Raten garantiert. 5. In denjenigen Ländern, in welchen eine Unterbringung der Gehilfen schwer möglich ist, sollen Produktivgenossenschaften geschaffen werden, um den freigesprochenen Lehrlingen oder Schülern die Möglichkeit zu geben, ihr Erzeugnis zu verwerten, bis sie selbständige Meister werden können. Es sprechen sodann noch Wolf Pappenheim (Wien), Sclteckatz (Lodz), Grodzeuski (Lembeng) und Krongrad, polnische Zeirim. Letzterer forciert den Ausbau der Handwerkerschulen und einer richtigen, «sich über ganz Polen erstreckenden Organisation, ähnlich den Beth- Jakob-Schulen für Mädchen. Wir haben «in Kalisz eine Handwerkerschule, die sich sehr gut bewährt und der die neu zu gründenden imchgelnklet werden können. Nachtrag zur § 4-Debatte. D r. E h r mann, Frankfurt a. M. spricht für die große Minorität, die gleichfalls den § 4 unverändert beizubehalten wünscht. Selbst;wenn man der Ansicht sei, daß auf § 4 in Deutschland verzichtet werden könnte, so können andere Länder, wie Rumänien, Ungarn. und Palästina, darauf nicht verzichten. Nicht bloß § 4 ist ein Notparagraph, sondern alle •übrigen Paragraplien nicht minder. Denn wenn das jüdische Volk in seiper Gesamtheit, orthodox, »׳wäre, so brauchten wir die Aguda nicht. Jetzt, da " leider große Teile des jüdischen Volkes an. der Religion ״nicht festhalten, brauchen wir diese Institution, die die Souveränität des G-ttesgesetzes klar zum Ausdruck bringt. Wir sind; kein Zweckverband, der für einige, die Orthodoxie betreffende Fragen zu sorgen hat, dann könnten wir den Kreis gern größer ziehen, so aber liegt uns daran, die Reinheit der Idee zu erhalten. Wir können daher in unsere Zentralbehörden niemanden aufnehmen, der durch seine Mitgliedschaft zum Misrachi, oder zu gemischten Gemeinclen, beweist, daß er die Einigkeit unter allen Juden höher schätzt, als die Souveränität der Thora. Wenn die zionistischen oder liberalen Gemeinden Maßnahmen treffen, die gegen die Thora' gerichtet sind, so kommen diese Gruppen über die darin liegende Kränkung uuserer besten Gefühle schnell hinweg. Wir setzen sie nicht zurück, sondern wollen nur die zentralen Behörden freihalten, um unsere jüdische Gesinnung eindeutig festzulegen. Von der deutschen Majorität wollen viele den § 4 beseitigen, die sicherlich nachher keine Misrachisten wählen würden. Sein Standpunkt sei doch offener und ehrlicher. H o 11 ä n d e r, F r a n k f u r t: Er hat von verschiedenen Persönlichkeiten,• die in der Führung der Aguda sind, gehört, daß man den § 4, wenn er nicht schon bestehen würde, heute nicht in das Statut einfüg־en würde. Das beweist, daß dieser Paragraph fehlerhaft «ist. Wir müssen den Mut haben, Fehler auszurotten. Die Stimmung in verschiedenen Ländern ist geaen den § 4, da man in clen letzten Jahren die Wahrnehmung gemacht hat, daß durch diesen Paragraph die gedeihliche Entwicklung der Orthodoxie gestört worden ist. Keiner denkt daran, Misrachisten wegen ihrer Anhängerschaft zum Misrachi in den Zentralrat . zu wählen. Dagegen wollen wir keine Deklassierung von gesetzestreuen Juden, nur aus dem Grunde, weil sie dem Misrachi angehören. Dieses ist eiu Akt der Gerechtigkeit. Die deutsche Majorität stimmt mit dem Groß wa!,deiner Raw vollständig überein, daß wir1 das Erbe unserer großen Führer hochlialten müsssen. Wenn wir den § 4 streichen wollen, so sind wir davon überzeugt, daß § 4 mit diesen Ansichten überhaupt nicht in Kollision kommt, I. M. Lewin, Warschau: Beide Ansichten haben Berechtigung, aber die Delegierten müssen bei diesen Fragen, die die Weltaguda betreffen, nicht nur Becliirfnisse des eigenen Landes in den Vordergrund schieben. Die Orthodoxie Deutschlands hat uns schließlich den Namen und ihre Kräfte gegeben. Man muß die Synthese finden, aber auf der Grundlage, daß alle Jereim zusammengeschlossen werden. Dagegen ist es auch notwendig, ^iiifiiiiii1i₪₪Htfi1wiimim{ttii1iitiit1itmitt(1(iii((mitiiti1mii((1tiiHiif1iii{miKu4im!4{(ß1Ht)ii1!i!iii]{imtmnHt^ § הוטפאבריק ליטאל | § HU rFABRIK UTAL i I - WIEN -!- i 1 11., PRATERSTRASSE Nr. 18 I | VH., MARIAHILfERSTRASSE 88 a g j§ SPEZIALHAUS FÜR FEINSTE g 1 HERRENHÜTE 1 | KONGRESSTEILNEHMER ERHALTEN RABATT | ^iimiiiiiinini1iiw!iiifi11mimjiiiu1uiminiinmitJ1ffliiiiim!]iJ11w1iii₪jm/₪1m]1üiinmmnäiniffliu1fl1iimHiiP < Kenessio-Prüsident Oberrabbiner Zirelsohn. clie Grundlage der Aguda noch stärker herausz.itarbeiten. H e i!1 r i c h E i s e in u n ״, F 1־ a n k f u r t a. M., bekämpft den Standpunkt Ehrmanns. Fs ist kein Zustand, wie Dt־. Ehemann es getan hat. einfach anszutreten, wenn man überstimmt wird. Professor Lieben, P 1־ a g, wendet sich scharf gegen die Ehrmannsche Politik. Häßlich ist es, wenn die Majorität die Minorität terrorisiert, aber noch viel schlechter •ist es, wenn die Minorität die Majorität zu terrorisieren versucht, wie dies die Gruppe Ehrmanu tut. Beide Parteien müssen sich unbedingt dem Psnk untcrordnen. Der Weltjugendtag. Die technische Notwendigkeit, die Jugendtagung gleichzeitig mit der Kenessio Gedaulo abzuhalten, erwies sich als taktische Unzulänglichkeit. Die unter so schonen Auspizien begonnene Veranstaltung wurde nämlich vom Kongreß in den Hintergrund gedrängt. Hoffentlich werden die Einberufer nächstens ihre Erfahrungen verwerten. Der Mittwoch־־Abend war wieder dem Chinuch* Problem gewidmet. Die lebhafte Debatte dauerte bis in die späten Nachtstunden an. In ihrem Mittelpunkt stand das Referat des Herrn Dr. Müller, Paris. Er machte die bedauerliche Mitteilung, daß in seiner Heimat von einem jüdischen Milieu in dem Sinne, wie es in Wien bestehe, kaum die Rede sein könne. Um so tiefer hätten ihn die hiesigen erfreulichen Verhältnisse bewegt und er lädt die orthodoxe Jugend ein, ihm zu helfen, in Paris einen solchen Zirkel zu schaffen. Dem für Samstag Abend im Sofiensaal einberufenen Massenmeeting folgte die Wiener Judenschaft in hellen Scharen; um zu. hören, was die Jugend ihr• zu ..sagen hätte. Nach’ einleitenden Worten M. Lewensteins sprach Herr Orlean, Warschau, über das Wesen der Poalim* bewegung. Er bittet Agudas Jisroel um Verständnis für diese Bestrebungen, die nur darauf gerichtet seien, ihre Organisation (die der Agudas Jisroel) vielseitiger und kräftiger zu gestalten.• Herr Stern, Wien, sieht im Auf־־ treten der Zeirim ein Ringen um Reinheit* ihre Parole sei nicht nur מוצש״קsondern jederzeit dasb^V המבדיל בין קודש Wolf S. J a k o b s o h n, Hamburg, erblickt im Autoritäts* prinzip die Idee der Aguda verankert und Goodman, London, meint, die politischen Tagesfragen streifend, daß wir eine Organisation mit 613 Paragraphen darstellen. Rabbiner M. Blau, Jerusalem, erklärt die Agudas Jisroel für die einzige Gewähr dafür, daß das פן'ירבה sich in Palästina trotz und wegen der traurigen Ereignisse in ein ירבה p wandle. Herr Dr. Müller, Paris, dankt für den herrlichen Eindruck, den die orthodoxe Jugend ihm geboten. Er werde, nach dem assimilierten Paris zurückgekehrt, be* richten können, daß noch hunderttausende jüdische Jung* lingc und Mädchen das uralte heilige Ideal des Judentums in sich tragen, daß wir tausende neue Kolonien errichtet hätten — in den Herzen der Jugend. Er hoffe die apathi־ sehen Massen der französischen Judenschaft mit diesem Feuerwort entzünden zu können. Nachdem noch die Herren Hirschkorn, Krakau, Chodakow, Riga und Rabbiner Kahane, New York, tief־־ empfundene Worte an die Anwesenden gerichtet hatten, wurde beschlossen, an den Chofez Chaim שליט״א und die schwergeprüften Gesinnungsgenossen in Palästina die Wünsche der Tagung zu telegraphieren. Ferner wurde folgende Resolution angenommen: ״Der Weltjugendtag sieht dankbar zu den ehrwürdigen rabbinischen und ־weit־ liehen Führern empor, die in schwerer Arbeit und unsäg* liehen Mühen den Bau der Agudas Jisroel geschaffen haben. Wir versprechen ihnen, mitzuhelfen am Ausbau und der Erweiterung der Agudas Jisroel, bis sie alle um* faßt, die mit uns auf dem Boden der Idee des auf Basis der תוה״ק konstituierten jüdischen Volkes stehen. Der Weltjugendtag der Agudas Jisroel fordert unter dem überwältigenden Eindruck, den die zweite Kenessio Ge־־ daulo mit ihrem Massenaufgebot an Führern und Teil* nehmern bot, clie gesamte jüdische Jugend, soweit sie noch auf dem Boden der תוהיק steht, auf, sieh der Jugend der Aguda anzuschließen, damit die Idee des Zusammen* Schlusses in der Orthodoxie verwirklicht werde zur Stärkung des jüdischen Lebens und des Thoraideals.“ Um 11 Uhr wurde die schöne und anregende Ver* Sammlung geschlossen. In den übrigen Plenarsitzungen der Tagung wurden überaus wichtige und entscheidende Beschlüsse gefaßt, die aber erst nach Bestätigung durch die Parteiinstanzen Gültigkeit erlangen, und das Verhalten der Jugend* delegierten auf der Kenessio bestimmen. Die feierliche Schlußsitzung fand Montag abends statt. Als Resume läßt sich über diese Veranstaltung wohl sagen, daß sie ein großer moralischer Erfolg des Agudagedankens war; sie hat gezeigt, daß in tausenden und abertausenden jungen Herzen der Funke glüht, der am Sinai in uns entzündet wurde. Alle drei Jahre wollen sie Zusammenkommen, um diesen Funken zu heller Lohe zu entfachen, auf daß sie leuchte in der weiten Oede des geistigen Exils und das die Kalten und Lauen sich an: ihr erwärmen für G*tt und seine Lehre und deren Künder.