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Jüdische Presse · 1929-09-20 · 39 (20.9.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
39 (20.9.1929)
Date
1929-09-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 59 כשר SEIFE Marke: ALEFBETH mit ה93ך des orth. Rabbinatsassessors, Koäice, erzeugt ״POLIO“ FRIEDMANN & Co. SEIFEN- UND KERZENFABRIK, KöSiCE leistung dieser!Führer konnte dem Plenum gar nicht zum Bewußtsein kommen, denn ׳sie wurde nach ׳dem erbitterten!Kleinkrieg der Kommissionen vollbracht Die hejßumstrittene Frage des § 4 und Jewish Agency wurden in den Kommissionen zu einer Lösung ge- ׳führt, welche von allen Gruppen akzeptiert werden konnte. *i 1$!i$ Die zweite Kenessio kann ׳mit einem gewissen Recht a!ls -die ״K enessio Jakob Rose nheims“ bezeichnet werden. Er hat• mit dem un- ׳widerstehlichen Schwung seiner Persönlichkeit das Zustandekommen der Kenessio ermöglicht, er hat mit seiner unvergleichlichem Beredsamkeit die Kenessio über alle Klippen auf eine Plattform ׳gehoben, die eine künftige Arbeit ermöglicht. Es hat sich nun wohl zu ׳dieser Leistung gefügt, daß der Rabbinische Rat als erste ׳und einstweilen einzige Auszeichnung ihn durch ׳die Verleihung des Morenu-’Horaw-Titels!geehrt hat. Herr Jakob Rosen heim, geschmückt mit der Auszeichnung des Raibbinischen Rates und vom ungeteiltem •Vertrauen der ׳ ganzen Kenessio zum Präsidenten der Organisation erhoben, wird nun die!Möglichkeit haben, für die Agudaidee mit Aufbietung all •seiner, glänzenden Fähigkeiten zu arbeiten. Der Sitz der Organisation bleibt Wien, Herr Rabbiner Di־. Pincbas Kolm als Präsident der Exekutive ,und Herr Dr. Deutsc h 1׳ ä n der als Direktor ׳des■ Keren Hathora werden hoffentlich in der neuen Periode dem Zentralsitz der Agudas Jisroel in Wien die Autorität verschaffen, die ׳zu einer ge-’ deiihliclren Arbeit unerläßlich ist. ■Gedeihliche Arbeit ist unerläßlich, •denn ohne gedeihliche Arbeit wird trotz des glänzenden Verilaufes der zweiten Kenessio die Aguda nicht vorwärts kommen!können. In ׳der'׳Eröffnungsrede hat Herr Rosen heim unter Tränen davon gesprochen, ״im en Bonn Maassim“, wenn wir auch keine Taten aufzuweisen haben. Doch hofft er. Gnade zu finden. Ein zweites Mal darf e׳in solches Bekenntnis di׳e Lippen der Agudafmhrer nicht verlassen. Der glänzende Verlauf der zweiten Kenessio Gedaulo hat ein großes moralische-s Kapital in die Hände der A׳gudaführe׳r gelegt. Hoffentlich werden sie. verstehen, es auszimützeii und Agudas׳ Jisroel zu .gestalten, wozu!sie von vorn 11 e r e i n gedacht war: zur Organisation des gesamten thoriatreuen jüdischen Volkes. P. Epilog. Wenn die erste Kenessio Gedaulo darlegen sollte, was wir sind, so war es die Aufgabe der zweiten, zu zeigen, w i e wir sind. Das, was man vor 20 Jahren kaum zu träumen wagte, daß es überhaupt einmal eine Dia# gonale in dem Parallelogramm der Kräfte Orthodoxie geben könne, das ist nunmehr in der Aguda zur vollen Entfaltung gelangt. Die parlamentarischen Verhandlungen, sowie die erfolgreichen Arbeiten und Kommissionen haben gezeigt, daß auf allen Seiten der Wille vorhanden ist, sich gegenseitig zu verstehen, und daß dieser Wille zur Tat geworden ist. Die Fülle von Intelligenz, die auf der II. Kenessio Gedaulo zu Worte kam, lieferte den un; widerleglichen Beweis, daß die Geistigkeit der Orthodoxie auf dem höchsten Niveau steht. Dazu gehört auch, daß die Forderung des Alltags mit ihren Notwendigkeiten vollständig in das Bewußtsein aller Teile eingedrungen ist, und die nunmehr, nach so vielen tastenden Versuchen, endlich vollzogene Gründung der Bank läßt frohen Hoff# nungen auch auf einen materiellen Aufstieg der organi# sierten Orthodoxie reichlich Raum. Am bedeutendsten vielleicht jedoch ist die Mani# festation eines einheitlichen Willens innerhalb des Kreises der Forscher und Lehrer der Thora. Da hat sich wieder einmal die Zugkraft des göttlichen Wortes aufs glän# zendste bewiesen. Daß der rabbinische Rat sich nunmehr selbst eine Organisation mit klar gezeichneter Linie ge# geben hat, daß er der Welt gekündet hat, wie er sieh eine sichtbare Spitze gegeben, ist geradezu eine geschichtliche Erscheinung, man kann getrost sagen, daß hierdurch e i n Ziel der Agudas Jisroel seiner Erfüllung zugeführt wor# den ist. Gewaltig ist die Aufgabe, die nunmehr auf der Persönlichkeit des frei gewählten Führers lastet. Aber die Gewißheit, daß diese vornehme Persönlichkeit dieser Auf# gäbe gewachsen ist, nach Wissen und Wollen, ist der edelste Sieg, den je die Orthodoxie erreichen konnte, ist ein solcher Triumph des Autoritätsgedankens, daß seine Verkündigung alle Teilnehmer der Kenessio Gedaulo mächtig ergriff. Für den sinnenden Beobachter ist das der Höhepunkt der Kenessio Gedaulo. Aber zu der Höhe eines Bekenntnisses schwang sich die Orthodoxie empor, als sie aufs neue ohne jede Verbitterung es auf sich nahm außerhalb der Jewish Agency zu verharren. Man weiß, Wie schwer man ringen mußte, um das Verständnis für die Bedeutung dieses Beschlusses in allen Teilnehmern zu erwecken. Es ist nicht etwa eine stumme Unterwerfung unter das Diktat des Rabbinischen Rates, sondern ein vollkommen freier Entschluß der Kenessio Gedaulo, das zeigt der Verlauf der Debatte, das zeigte der Jubel bei Annahme der die Jewish Agency betreffenden Resolution. Es war für jeden deutlich sichtbar, daß hier cin-Prinzip, eine Idee sich durchgesetzt hat. Wenn gar noch diese Re# solution speziell auf Antrag des rabbinischen Rates so abgefaßt wurde, daß nur das Religionsgesetz den Ein# tritt verbietet, so bewies damit die Orthodoxie, daß sie sich ihrer Verantwortlichkeit gegen Klall Jisroel durchaus bewußt ist, und tiefer aufgefaßt, ist diese Resolution ein Brudergruß an ganz Israel. Still und bescheiden wurde während des Kongresses von unseren Frauen und Mädchen der Grundstein gelegt für eine große organisatorische Zusammenfassung auch der orthodoxen Frauenwelt. Wir sind überzeugt, daß in wenigen Jahren diese Organisation der Mütter, wie wir sie am liebsten nennen möchten, von weitgehendstem Einfluß auf die Erziehung der kommenden Generation sein wird. Freie Bahn für unsere Jugend in der Aguda, werktätiges Verständnis für die Bedürfnisse der mit der Not des Lebens doppelt hart ringenden orthodoxen Arbeiterschaft, der betende Blick auf die Westmauer der heiligen Stadt, das grüßende Beten für die um ihre Reli# gion kämpfenden Brüder und Schwestern im Osten, das sind Tatsachen; und Eindrücke, welche das Gesamtbild der Kenessio zeigen. Fcstwurzelnd in der Erde, klar# blickend zum Himmel, verbindend den Alltag mit Ideen von unbeschreiblichem Ewigkeitswert, in alldem zeigte die K. G., wie wir sind. P. K. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniimiimM Gegründet 1882 Gegründet 1882 * Versicherungsbestand Ende Mai 1929: 2000 Millionen Schilling Garantiemittel Ende 1928: 238 Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre 1928: 97/2 Millionen Schilling * Tätigkeitsfeld der Gesellschaft: Oester! eich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten Kinder- Versorgungs- Versicherung Erziehungsrente für das Kind, Sterbegeld nach dem Tode der Eltern und prämienfreie Versicherung des Kindes vom 24. Lebensjahr an Bollinger-Eiskasten sind seif 1870 die besten! XV., SIAGLGASSE 10 (BEI MAR1AHILFERSTRASSE 148) VII., BURGGASSE 17 Tel. R-30-5-38, R-35-8-47 U. B-32 380 Die Ergebnisse der zweiten Kenessio. Von Jakob Rosenheitn, Frankfurt a. M. Der zweite Weltkongreß hat vor allem eine ertreuliche Erstarkung des religiösen gedankens und eine Lebendigkeit des• Gemeinschaftsiwiliens ׳der thoratreuen jüdischen Kreise aller Länder gezeigt. Die imposante Beteiligung von Delegierten und Gästen, darunter die hervorragendsten rabbinischen Führer, beweisen dies unwiderleglich. •Dank der Autorität des Raibbinischen Rates, der auch seine eigenen Organisationsprobleme der Lösung nähergebracht hat, ist es gelungen, nach monatelangen Kämpfen in der Presse eine Verständigung zwischen zwei Strömungen, eine Milderung der scharfen Tonart in der Verbreitung des religiösen Standpunktes nach außen herbeizuführeu. Demgemäß trägt auch der mit Spannung erwartete Entschluß in der J e \v r s h - A g e n c y- Frage einen vermittelnden Charakter. Er verbietet die Teilnahme an der Agency in ihrer gegenwärtigen, zu Gewissensfragen führenden Verfassung, stellt aber eine solche Teilnahme für den Fall einer Beschränkung der Agency-Kompetenz ■auf w׳irtschaftliche und politische Aufgaben in Aussicht. Die große Organisation ■des Keren- H at h 0 r a - E r z i e׳h 1111g swe r k e s׳ wird aus der Anerkennung, die dieses Werk bei den Delegierten und Gästen aus aller Welt ■fand; neuen Antrieb zur Gründung ׳weiterer ■Schulen, insbesondere auch von 1H a n d w e r k s- und G e w e r b e s c 11 1 11׳ e n, schöpfen. Die wirtschaftliche Leitung der P a 1 ä s t i n azentrale wurde von Frankfurt nach Berlin verlegt und einem der fähigsten deutschen Fachmänner an ver traut. Die von Leo Wrechner (Beer. Sondheirner &. Co.) in 'Frankfurt a. M. initiierte Gründung einer a ׳g 11׳ d i s t i s c 11 e 11 K r e d i t b a n k ■für die schwerringenden sabbattreuen jüdischen Massen und eines Z e n t r a 1 v e r s i c 11 e r u n g s f 0 n d s für die Arbeiterkreise, die den Sabbat beobachten, werden zu Unternehmungen von großer sozialer Bedeutung, die gleichzeitig die Sympathien für die religiösen Ziele der Organisation stark werden lassen. Die Arbeiterorganisation P 0 a I e Agudas J i s r 0 e'l/die bisher in Polen bestand, hat die Vor- 'bereitung für den Ausbau zu einer überterritorialen Organisation der religiösen jüdischen Arbeiterschaft getroffen. Ein Novum für die orthodoxen Kreise war die a g ׳u d i s t i s c 11 e Frauen-konf er&n z, welche einen glänzenden Verlauf nahm und zu einer internationalen Frauenorganisation des orthodoxen Judentu ms führen wird. Der Kongreß war •naturgemäß beherrscht von den Ereignissen i 11 P a 1 ä s t i n a; von der ersten erschütternden Trauerlvtiiidgebiing ■bei der Eröffnung!bis׳ mm letzten Tage spielte immer •wieder der Ernst der Palästinaprobleme in die Verbandhingen hinein. Der Kongreß ■brachte seine mierschiitterliche, weil auf religiöser Grundlage ■beruhende Verbundenheit mit dem Heiligen Lande zum Ausdruck. Weitere Resolutionen betreffend die unerträglichen religiösen Verfolgungen in Sowjetr 11׳ ß 1 a 11 d . und die Lage der dortigen religiösen Institutionen. Eine besondere Kommission soll sich der religiösen Anliegen der russischen Judenheit annehmen. Daß die agudistische Bewegung eine große Zukunift hat, ׳beweist der Weltjugendtag, der starke geistige Kräfte, oft leidenschaftlich aufeinanderprallend, am Werke zeigte. Diese Gegen- Sätze der kulturellen Auffassungen von Ost und West können gerade bei der Aguda nicht lebenbedrohend werden, weil׳ alle״ die Autorität des Rabbinisohen Rates als entscheidend anerkennen. Die Konstituierung des Rabbinischen Rates. Zu besonders feierlicher Kundgebung gestaltete sich die Montag-Abendsitzung, in welcher Oberrabbiner Scha p i r a, Lublin, dem Plenum Kenntnis von der erfolgten Konstituierung des A11 w e 11liehen Rabbinischen Rates :gab. Der Allweltliche Rabbinische Rat soll auf die Zahl von 120 Mitgliedern erhöht werden, entsprechend der 120 Sektionen. Der große Rabbinische Rat wählt ׳aus seinen Mitgliedern eine Exekutive des Rabbinischen Rates von 36 Herren, und -zwar entsendet jedes •Land hochstens ein Fünftel der Exekutive des Rabbinischen Landesrate s, mindestens aber einen Herrn in die Exekutive. 020100290401100001000201192353232323234848485353234823534823534823484848

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