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Jüdische Presse · 1929-08-23 · 34 (23.8.1929) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
34 (23.8.1929)
Date
1929-08-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE PRESSE Nr. 34 ^flMHnnmMMMHHBafl|NM1nm|flMBUHHMaHBHunB|nnaHaBaH|anBan1a^ I Tschechoslowakei \ 2aaaaaaaaBBBBBBBaBaaBaBBBBaBBBBB,BaBBBBBBBBBBBaBBBaBBBBaBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBa Ein großer Tag in Nikolsburg. Das waren einmal wieder tiefernste, von echt jüdischem Sinnen und seclcncrgreifcndcr, religiöser Ein« kehr ausgcFiilltc Stunden an der Grabstätte des Rabbi Morde ha j Benet ןצ'ל in Nikolsburg! Was hat all die Hunderte jüdischer Kinder des jüdi« sehen Volkes am Vorabend des 13. Aw aus dem Fron« dienst der Alltäglichkeit herausgerissen und sic aus fernen und entferntesten Orten über die Grenzen der Länder und der Lebensgewohnheiten hinweg hingeführt zur Wir« kungsstattc eines ״Großen in Israel“, dessen Irdisches ein Jahrhundert schon unter dem Grabhügel ruht? Unsere harte Zeit nötigt uns zu sehr, an den nüchternen Tat« Sachen des sinnlich Erfaßbaren zu haften und ist auch in jüdischen Zonen dem Hinabtauchen in die Mysterien unbewußten Gcsamthcitswillens nicht hold. Was war es also, das am hundertsten Jahrzcitstagc Rabbi Mordchaj Bencts זצ״ל «Hu Blicke und alle Herzen auf die uralte, berühmte Zentralgcmeindc der mährischen Judenschaft lenkte? War es nicht das immer mehr zu klarerem Be« wußtsein sich verdichtende Gefühl der unlöslichen Abhängigkeit unserer eigenen wie einer jeden j Li d i s c h c 11 Gegen w a r t v o n der vc r i n« n e r1ic h t c n W ertung u n serer G r ö ß e in de r Vergangenheit? Das Nikolsburg von heute ist aus tausend Gründen nicht mehr das uns und dem gesamten Thorajudentum so unendlich teure "נ״ש" der Vergangen« heit. Und dennoch lebt auch heute allenthalben auf dem Erdenrunde ein großer Kreis von älteren und jungen Juden, denen die Vorstellung von T h o r a g r ö ß c und T h o r a t r e u c, die mit dem Namen des alten ״N i k o 1 s b u r g“ verbunden war, nicht aus dem Ge« sichtskreis weichen will und nimmer weichen wird, also« lange Juden ihr jüdisches Schicksal mit der Erhaltung des Thorageistes verknüpfen, der vor einem Jahrhundert noch in den Jcschiboth und den Lchrhiiuscrn von "׳ ג״ש seine glänzenden Pflegcstätten hatte. Und diese Vorstellung will und wird in unseren Tagen umsoweniger verschwinden, als wir eine Agu das .Jisroel haben, die i h r e .,Ein« heit des Judentums“ als die ununterbrochene historische Einheitlichkeit der Gesinnung und der Tat zwischen Vor־ gangenheit und Zukunft programmatisch begreift und vor« wirklicht. Die mächtige Anziehungskraft und die ragende Größe einer historischen ’Persönlichkeit, die das ״Nikols« bürg“ der׳ Geschichte in ihrer ganzen Breite und Tiefe zum Erklingen bringt und sie in ihrem vollen Zauber fortklingen läßt, wie Rabbi Mordchaj Benet צ״ל!, übten an diesem Tage ihre Wirkung mit Urgewalt auf die Ge« mütcr und versetzten alle Teilnehmer in eine Stimmung, in der Froher Stolz über Besessenes und quälendes Weh über Entschwundenes sich eigenartig mischte ... Noch weht über den Resten der ehemaligen Juden« stadt von Nikolsburg ein leiser Hauch von Heiligkeit, ein matter Schimmer jenes Glanzes, der noch vor hundert Jahren, als Rabbi Mordchaj Benet זצ״ל zu Grabe ge« tragen wurde, einem Abendstern gleich leuchtete. Noch bestehen dort manche Institutionen u n v e r s e h r t und noch stehen namentlich im alten wehmutsvollen Bes« hamidrasch des Rabbi Mordchaj Benet und seiner eben« biirtigcn Vorgänger unzählige Geistesschütze■ in den Bücherschränken und warten sehnsüchtig auf ihre Beleber, Wecker und Erlöser aus dem Reiche der Schatten, in das sie sich zurückziehen mußten, gleichsam als ob sie Scheu empfänden vor der neuen Abfallsliteratur, die eine neue Generation in einer Ecke desselben Raumes unterzubrin« gen, nicht mehr stilwidrig findet . . . Noch bleibt das Auge haften an dem ergreifenden ״Wunderhaus des Eruw“, das der Segen des Rabbi viermal schon inmitten eines Flammenmeeres vor der Vernichtung bewahrte. Ver« gebens aber sucht das jüdische Auge nach der j ü d i s c h« sten aller Institutionen einer jüdischen Gemeinde, nach jenem großen Geheimnis der jüdischen Lebenskraft, nach der glückspeisenden Quelle jüdischer Reinheit, jüdi« scher Familienheiligkeit, nach der jüdischen Mikwa. Es entstand im Schatten der Geistestitanen des ehemaligen Nikolsburg ein Geschlecht, das mit roher Hand von den Quellen der jüdischen Heiligkeit weggescheucht wurde .... Und ein zweites und ein drittes Geschlecht kam und ging in Nikolsburg. Lind hinter ihnen eine gähnende Leere ... Gute, brave Menschen wandeln auch im heutigen Nikolsburg, in unserem alten "נ״ש" auch sie würden ihr und unser aller Judentum achten und lieben — wenn sie es k e n n e n würden . . ., wenn ihre Ahnen, die jüdischen Großen von Nikolsburg, aus den Gräbern des unermeßlich weiten Beth Hachajim emporsteigen und sie belehren, ihnen mit väterlicher Strenge und Unerbittlich־ keit den Weg zur ewigen großen jüdischen Pflicht weisen würden. Am hundertsten Jahrzeitstage des Rabbi Mord« chaj Benet זציל schien dies geschehen zu sein. Das heutige Nikolsburg beugte zerknirscht sein Haupt vor den Manen seiner wahren Großen, der Schutt eines Jahr« hunderts wich zurück, ein warmer jüdischer Funken er« glomm in den Herzen und ganz schüchtern trat ein jüdi« scher Wunsch nach wahrem, thoragemäßem Judentum hervor, der vielleicht morgen schon zu einem jüdischen Willen erstarken wird . . . Die Anregung, den hundertsten Jahrzeitstag des Rabbi Mordchaj. Benet זצ״ל in weitem Rahmen würdig zu begehen, fiel auf fruchtbaren Boden. Die Nikolsburger G e m c i n d e 1 c i t u n g und die Chewra Kadischa trafen umfassende Vorbereitungen und luden sämtliche mährischen und schlesischen Gemeinden ein, sich an der Gedenkfeier zu beteiligen. Die ausgedehnte Nachkom« m c n s c h a f t des Rabbi in der Tschechoslowakei, Oester« reich, Ungarn und Transsylvanien gab sich ebenfalls an diesem Tage ein Stelldichein am Grabe des Ahnen. Dem Aufrufe der slowakischen Agudas Jisroel leistete ein großer Kreis der orthodoxen Jugend und Baalebatim aus Bratislava. Trnava, N i t r a, T o p o 1 c a n v, Galant a, Dun. S t r a d a, P i e s t a n y, M i j a v a, Prcsov und anderen Gemeinden so zahlreich Folge, daß sic der Versammlung das Gepräge gaben. Die Agudas Jisroel in Wien war deputativ vertreten. Die Agudas Jisroel für Böhmen, Mähren und Schlesien war unter Führung des Herrn Gustav Springer aus Bosko« witz korporativ anwesend. Die Prcßburger Gemeinde ent« sandte unter Führung des Herrn Rabbiner Donath eine Deputation. Allgemeine Aufmerksamkeit erregten die Herren Oberrabbiner Seidl aus Galanta und Broda aus Myjava und die konservativen Rabbiner mehrerer mährischer Gemeinden. Für die mährischen Thoratreuen war dieser Tag insbesondere ein großes und seltenes Ereignis, denn er bot ihnen die ersehnte Gelegenheit, mit Gesinnungsgenossen gemeinsam über ihre zukünftige Arbeit zur Wiederaufrichtung des mährischen Judentums ernste Beratung zu pflegen. So bewegte sich in den Nach« mittagsstunden des 12. Aw eine mehrhundertköpfige ויזזן• mm :ttSlI »vj, \יו*(1יי»ג'. -:1/üv :•?.י•».'.־■' ]?!mm iiÄi üi 'S: 3U a neb t (b : f ubv.tbih?r Ui 3b _ :ודו־נ חייב היאיי הגדיל מיפה הדורמרה. מרדכי ביעט $ . אבד דקיק :ע וטדינחג מעהר? טהביי ספי' ביאור ׳כידדכי■ Menge orthodoxer Juden im Judenviertel Nikolsburgs, für Juden und Nichtjuden gleichermaßen ein Anblick, wie er sich dort seit Jahrzehnten nicht mehr bot. Die Gäste wurden am Bahnhofe in Vertretung der Gemeindeleitung von Herrn Direktor Ra witz freundlich empfangen. Die Nikolsburger Gemeindcleitung und an ihrer Spitze Kultusvorstehcr Herr Viktor Spitzer über« boten sich an brüderlicher Herzlichkeit und ausgesuchter Freundlichkeit gegenüber den Gästen und bemühten sich in jeder Weise, ihnen den Aufenthalt in Nikolsburg zur unvergeßlichen, angenehmen Erinnerung zu gestalten. Es entwickelten sich vom ersten Augenblick an anregende Unterhaltungen zwischen den Gästen und der eiriheimi־ sehen Bevölkerung über jüdische Angelegenheiten und es stellte sich zur freudigen Ucberraschung aller Teilnehmer heraus, daß in der Nikolsburger Judenschaft auch heute noch ein guter Kern sitzt, der den Ausgangspunkt zu einem Wiederaufleben des alten Geistes bilden könnte. Die auswärtigen Teilnehmer nahmen nach der An« kunft Erfrischungen und besichtigten dann unter sach« kundiger Leitung des Herrn Kultus Vorstehers Spitzer und des liebenswürdigen Gemeinderabbiners Herrn D1-. Will mann die archivalischen und baulichen jüdischen Altertümer der Gemeinde. Das Minchagebet wurde im vollbesetzten hewWehen Beshamidrasch, das noch allen religiösen Vorschriften entsprechend intakt erhalten wird, verrichtet. .Die Besichtigung des alten Behamidrasch, in welchem Rabbi Mordchaj Benet und seine Vorgänger gelernt haben, und der den Wänden ent« lang in guter Ordnung aufgestelltcn reichen Sforimsamin« lung löste wehmütige Gedanken aus. Sodann setzte sich unter Führung der Rabbiner ein endlos langer Zug nach dem uralten großen ״FI aus des Leben s“ in Bewegung. Der Friedhof ist auch heute noch im Gebrauch und wird pietätvoll in Ordnung gehalten. Da stehen alte, verwitterte Grabsteine in endlosen Reihen, auf denen die dem gesamten Judentum geläufigen Namen hervorragender Rabbiner, Vorsteher und Führer zu lesen sind. Leider finden sich auch schon Gräber auf dem הוטפאבריק ליטאל ן j I HU TFABRIK LI TAL; g - WIEN - | I II., PRATERSTRASSE Nr. 18 I I VII., MARIAHILFERSTRASSE 88 a | 1 SPEZIALHAUS FÜR FEINSTE g I HERRENHÜTE | KONGRESSTEILNEHMER ERHALTEN RABATT | ..Hill!.Illllllllll.Hill.Illlllllllllllilllll.. Friedhofe, die äüs Unkenntnis där Nachfahren durch Blumenschmuck und nichtjüdische Grabaufschriften ver« unziert und ihres jüdischen Charakters beraubt sind. Auf dem Grabe des Rabbi Mordchaj Benet זצ״ל steht ein neuer Grabstein, während der alte, über dem Grabe liegend, mit Glas verdeckt vor Verwitterung geschützt wird. Rings um den Kewer staute sich die Menge. Die Gedenkfeier wurde mit einer warmen Be« griißungsansprache des Herrn Kultus Vorstehers Spitzer eröffnet. Er würdigte den Tag und begrüßte mit sehr freundlichen Worten die auswärtigen Rabbiner, Gemeindevertreter, Aguda«Gruppen und sonstigen Deputa« tionen sowie die Pressevertreter und forderte die Erschic« nenen auf, an dem Grabe des großen Führers, der den Stolz der Gemeinde bildet, gebrochenen Herzens Gebete zu verrichten. Herr Rabbiner Dr. W i 11 m a n n hält darauf die offizielle Gedenkrede. Er zeichnet in sehr sympathischer, nach Form und Inhalt gleich meisterhafter Weise , das Lebensbild, Leben und Wirken des großen Gaon. Der Redner spricht mit tiefem Verständnis über die geistige Größe und den menschlich edlen und religiös wahrhafte gen Charakter Rabbi Mordchaj Bencts זצ״ל und entwirft dabei ein treues Bild des gesamten Lebens und Strebens der Nikolsburger Gemeinde in seiner Zeit. Die Gedenk« rede übte auf die Zuhörerschaft einen tiefen Eindruck aus und erwarb durch die mitfühlende Wärme und die tiefe Bewunderung, die aus ihr für den religiösen Führer sprach, auch dein Redner die Sympathien der Versam« melten. Das kann von dem nachfolgenden Redner, dem . Brünncr Rabbiner Dr. Lewy, nicht gesagt werden. Er׳ stand der Größe Rabbi Mordchaj Bencts völlig verständ« nislos gegenüber und beging obendrein in pietätwidriger Weise die Taktlosigkeit, am Grabe eines Gaon und Zadilc einen empörend oberflächlichen Artikel aus der zwei. Tage zuvor erschienenen Prager ״Selbstwehr“, in dem Moses Mcndelsohn und Theodor Herzl verherrlicht werden, wie« derzugeben. Es bedurfte strenger Selbstzucht der Ver* Sammlung, daß sich nicht der Groll ausnahmslos aller An« 'wesenden über diese Rede laut kundgab. Zum Höhepunkt der. ganzen Feier gestaltete sich jedoch die denkwürdige Rede des Herr!, öberrabbiners Benjamin Seidl aus Galanta. Aus ihm sprach der kon« geniale Geist des Rabbi Mordchaj Benet s. A. zu seiner Gemeinde. Die tiefe Ergriffenheit des Redners, die jüdi« sehe Bruderliebe und der aufrichtige Schmerz über den religiösen Niedergang der mährischen Judenhcit teilte sich unvermittelt der ganzen Versammlung mit. Er stand in« mitten der Menge wie׳ ein Prophet aus alter Zeit und sprach Worte der Wahrheit, liebevoll in der Form, glühend empfunden und aufregend in ihrer Wirkung, wie sie sicher« lieh seit Jahrzehnten in Nikolsburg nicht gehört wurden. Namens der Agudas Jisroel in der Slowakei brachte er die Gefühle und die Gedanken zum Ausdruck, die diese Feier in den Gemütern aller orthodoxen Juden erweckt. Im Rahmen herrlicher Erklärungen zu Bibel« und Talmud« stellen ermahnte er die Anwesenden zur Umkehr und Rückkehr zu den heiligen Idealen und zu dem jüdischen Lebenswandel der Väter. Lautes Schluchzen erfüllte den Friedhof und kein Auge blieb ohne Tränen, als er von dev Versündigung durch die Abschaffung der Mikwa und der Entweihung des Schabbos sprach. Die allgemeine Rührung war ein Erlebnis von höchster religiöser Weihe. Man hatte die Empfindung, daß die vom Herzen kommen« den und zum Herzen dringenden Worte bei allen An« wesenden eine Aera überzeugter Teschuwoh einlcitcn. Dies äußerte sich in den Dankesworten, mit denen selbst einfache Leute aus dem Volke dem ehrwürdigen Rabbiner die Hand drückten. Nach der Ansprache des Herrn Rabbiners Samuel D o n a t h im Namen der Prcßburger orthodoxen Gc־ meinde ergriffen die Herren Dr. Hamrai aus Budapest, Dr. Benedikt aus Bratislava und Rabbiner Beck aus Auspitz das Wort namens der Nachkommen des Rabbi und brachten verschiedene Vorschläge zur Verewigung seines Andenkens vor. Als letzter Redner lenkte Herr Rabbiner Doktor Rosenstein aus Straßnitz in eindrucksvollen Worten die Aufmerksamkeit der Versammelten abermals auf den Ausgangspunkt zurück und forderte die mährische Judenheit auf, das Andenken ihrer Ahnen durch Kenntnis und Beherzigung der Thora zu ehren. Die üblichen Gebete haben die Herren Kantor H e r r m a n n und Rabbiner Dr W i 11 m a n n stimmungs« voll vorgetragen. Als die Abendschatten sich dehnten, saß ein Kreis thorabeflissener Jünger der Aguda um einen alten Talmud Chochom aus. der Nachkommenschaft Rabbi Mordchaj Bencts זצ״ל im alten Beshamidrasch versammelt. Die Kerzen brannten spärlich wie einstmals, über den nun wieder geöffneten Bücherschrank huschten Lichtschimmer, die Luft war abermals stimmungsvoll und aus den weit aufgerissenen Fenstern drangen wieder Töne des Limud Hathora in die erstaunte Nacht hinaus, wie ehedem, als noch Rabbi Mordchaj Benet mit seiner Schülerschar über seine heiligen Bücher gebeugt dasaß ... Die ״Wahrheit“ der ״Jüdischen Volkszeitung“ über den Kolel. Die ״Jüdische Voliks z׳eitung“ hat ein neues ׳zionistisches Arbeitsfeld urbar gemacht. Sie erzählt ׳ihren Lesern allerlei Dinge über den Kolel 1in Jerusalem und über die lntentionen seine 1־ Verwalter in Bratislava und iun!heiligen .Lande und ,gibt ׳sich den Anschein, als ob s׳ie ״Wahrheiten“ enthüllen) würde, die sonst ungemein sorgsam vor den Augen der Außenwelt ■gehütet wurden. In ihrer allerjüng,steil Numliier glaubt sie sogar, die allersohreokliehsten ,,Wahrheiten“ der ״dunklen »Ränkeschmiede der Kolelverwaltung“ ans Tageslicht!bringen zu können ■und will den!Eindruck erweoken, als ob es diese große Liebe ,zur ״Wahrheit über den Kolel“ gewesen wäre, die solch allgemeine Entrüstung über ihren nunmehr beinahe ״!berühmten“ Artikel ״T r iuoti und! ‘Kolel“ hervorgerufen hat und nicht etwa dessen ״politischer“ Teil. Gleichzeitig aber verringert sie ihr großes Verdienst um die Enthüllung der großen־ Wahrheiten durch־ die Augäbe, der Artikelsohreibcr habe seine ״Wahrheiten“ dem Verrat eines Mitgliedes des fünfgliedrigen Komitees zu danken;, das die Verwaltung des ״u 11g a׳r i׳sc heu und slowakischen“!Kolel nach Jerusalem entsandte. Die ״in ihrer!Dunkelheit aufgeseheuchteu ׳Fledermäuse“ verschließen sich also grundsätzlich so sehr jeder Prüfung der ״Wahrheit“, daß sie zur Untersuchung von!Be sch werden erst eine!Kommission an Ort und Stelle entsenden, anstatt• die Entscheidung über Schuld und Unschuld ׳von verdienten, in!Ehren ergrauten :Männern des jüdischen Lebens in gekürzten! Verfahren einfach der ״Jüdischen Volkszeitung“

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