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Jüdische Presse · 1929-08-23 · 34 (23.8.1929) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
34 (23.8.1929)
Date
1929-08-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. .14 JÜDISCHE PRESSE Seite 3 Dieser Forderung kommt der Umstand entgegen, daß der ■diesmal ■gewählte Saal ׳keine Zirkusarena wie damals, sondern schon an sich einer der ■größten und schönsten Säle Wiens ist. Trotzdem bleibt ■es die Aufgabe einer verstä׳nd1n1i»vollen )K 011g r eßle! tu ilg. die■ architektonische Wir- J\11׳u1g ,des Saales durch gut •gewählten und geschickt an* gebrachten Zierat verschönernd zu steigern — wobei außerdem noch dafür wird gesorgt werden müssen, daß keinerlei Schranken nni' ,Bretter ans .rohem• ׳Holz oder andere primitive Beliebte den Gesumtcindruck stören. Die Einzelheiten der Saalaasschmtickmig entziehen sich naturgemäß einer so allgemeinen Besprechung und Hissen sich nur an Ort -and Siede, im Saale selbst, auswählen und verteilen. Schön gezeichnete und groß angebrachte Inschriften in strengem Schwarz unrj Weiß. d!ie lustige Farbeiüiiilc •bunter Fahnen, die liebliche Farbigkeif von 'Blumen und dtus friednene Grün von Blattpflanzen werden znsammenwirkend׳ ׳die erstrebte Schönheii! gestuften!müsse•״. Von■ ibesonderer Wichtigikeit jedoch•, ist -jedenfalls die Auswahl■ und׳ ■künstlerische Verwendung von Emblemen — von das Wesen und den Zweck dieses Kongrosses möglichst ait »drücke ״•,den Symbolen. Dieselben könneni auf Schilde gemalt und von ׳passenden Aussprüchen umrahmt werden. Die Metiorah. die. drei Wcltsäuku. die Tihorarollc. der Baum des Lehens wären etwa einige •solcher ■zu verwendenden Symbole: vor allem abc.r wohl als Zeugnis des a!rn: Sinai gestifteten ,Hundes und als Passendstes Symbol Wir die ׳geistige Grundlage des Kongrosses: Die Gesetzestafeln! ׳Und׳ es würde■ sieh empfehlen■, eben dieses Symbol. a1's das tiefstdeutende. ■ans den anderen noch besonders hervorzuheben durch Wahl gerade der Gesetzestafeln »um׳ Schmuck für die wichtigste, die •in die Augen fallendste Ausschmückung des 'Kon.greßsaales: Für die große Fahne der!Kenessio Gedaulo! Es ist nun einmal bei der Wesensart des Menschen nicht anders, als daß :seine tiefsten Gefühle .unendlich ge- steigert werden können durch sinnfällige Darstellung, durch Heranshebung ans seinem Innern •ins Sichtbare. Die Freude und der Stolz der Teilnehmer dieses Kongresses würde •in einer solchen großen prunkenden Fahne Form. werden und würde, über der Schar der Thoratreuen flatternd, als bildgewond'ene Idee Ehrfurcht für die wecken, denen siie leuchtet — würde Zögernde anlocken. Schwankende׳ mahnen. ׳Feinde verwirren — die׳ ׳Ehre •der Thora und des Thora Volkes verkündend' mit den Worten des Psalmes: .,Du hast denen, die sich■ fürchten־, ein Bau per gegeben . . .“ Schon dieser Ausspruch beweist, daß der Gedanke einer solchen Fahne nicht von vornherein als 11 ״jüdisch abgetan werden •kann: und •<:'!״ nrüß auch hervorgehoben werden, daß der erste, ■liier •nur wieder aufgcnommene Vorschlag einer solchen Fahne der •Kenessio von jüdischester. thoratreuester, maßgebendster Stelle kam. nämlich ׳von ■dem Rabbi von■ Sadagora. Und wenn, von seinem ursprünglichen Vorschlag in der Wahl ■des Symbole» ein wenig abweichend, hier diese Fahne •in Worten ■entworfen werden darf, so wäre sie ■aus schwerer Seide ,in Form eines Banners zu nähen, in Gold mit den Gesetzestafeln bestickt und in deren G01d> wieder!silbern eingewirkt ■die zehn Gebote. Darunter aber׳,' als einziger zu diesem Grimdsymbol •des Judentums passender Ausspruch, könnte, ln goldener •Zierschrift in die weiße Seide eingestickt, nur jener eine ■Vers der Thora zu lesen sein׳, de.r, an den ׳Geber der Gebote •mahnend, am eindringlichsten das Amt und die Würde Israels und dieses ׳Kongresses verkündet: “שמע ישראל יי אלהינו יי אחר" Ueber jüdisches Vereins- und Gemeindewesen. Von Josua Kaiser, Dun. Streda. Es ist uns ein besonders herzerhebender, beseligen־ der Gedanke, sich jüdische Organisationen, jüdische Vereinigungen, je größer, je weitgespannter, je allum־ fassender, vorzustellen. ״Ich wende dann über alle Völker eine geläuterte Sprache, daß sie alle rufen im Namen G־s.“ Diese Ver־ heißung des heiligen Propheten lockt den Geist, sich das messianisehe Allgemeinheitsideal als naheliegendes, reales Ziel erscheinen zu lassen. Bei der in jedem Menschen anders gearteten Cha־ rakterbildung ist es jedoch, besonders bei tiefer ver־ anilagten Gemütern, schon fast ein Wunder, wenn sie sieh überhaupt im Interesse eines Zieles zu einer Ver־ cinigung bequemen können, und gar bei Vereinen fürs jüdische Lebensgesetz, das wie kein anderes die An־ Spannung der ganzen Persönlichkeit, das Aufbieten aller inneren und äußeren Kräfte fordert״ da droht ja die ■aus der persönlichen Eigenart eines jeden einzelnen erste־ hende Verschiedenheit jede Vereinsgemeinschaft fraglich zu machen. Und gar noch in unserer Zerstreuung, wo uns nebst dem ״Mefüsor“־Zustande auch die Vielfältigkeit heimatlicher Differenzen ״mefeurod" macht. Da ist es vielleicht die einzige Gebotsübung des Wohltuns, des reinen Gemilas־Chesed, das die Kraft hätte, einen ver־ einigenden Einfluß auf die jüdischen Volksmassen aus־ zuüben. Aber Tojruh und noch mehr Awejdu haben cshon überall eine andere, fast persönlich anmutende Note angenommen, die Ideenanschapung und Charakter formende und somit auch entfremdende Wirkung aus־ üben. Darum kann alle Vereinstätigkeit und alle Massen־ bemiihung für die jüdische Lehre und für das jüdische Lebensgesetz nur höchstens als Teil'arbeit gelingen, und wir können uns mit Stolz glücklich schätzen, zu solcher Teilarbeit ehrlich das Unsere getan zu haben. Man hüte sich daher, das Bestreben religiös jiidi־ scher Männer, die sieh in kleineren Gruppen separat zu vereinigen und zu betätigen suchen, als Zerklüftung des jüdischen Volkstums anzusehen. Sie sind die wahre Kon־ zentration des religiösen Volksgeistes, der in großen Körperschaften sich flach und seicht halten muß, um niemandem in die Grenzen seines Besonderen zu stoßen, in dieser aufgeteilten Einzelvereinigung aber zu tiefer und kräftiger Entfaltung des persönlich Wertvollen aus־ holen kann. Denn es ist wirklich eine Sache persönlicher Ver־ anlagung, ob auf jemanden eher eine B‘china des Akeda, ein Gedanke S. R. Hirschs oder ein ״Wörtl“ des Rabbi R, Siche’s hiisom j. u. Einfluß übt. Wenn sie ihm nur einen Tatenimpuls fürs Leben bringen, dann sind sie vollkommen gleich zu schätzen. Eli! w’elii diwre Eleukim ehajim, aber eben im Interesse dieses Einflusses möge ein jeder sieh zu seinesgleichen gesellen, um in seiner, für ihn heilsamen Ideologie nicht gestört zu werden. Diese Gedanken können auch auf das Gemeinde־ prohlem bezogen werden, die Frage wurde schon mehre־ m Landesverband österreichischer Jugendvereine in der Agudas Jisroel. Einladung zu der am Sonntag den 25. Auen st (19. Aw) אי״ה ■um halb 5 Uhr in! Fesbsaal des ׳Restaurants ■Sulzer. Wiener- Neustadt. ׳Kolonitsoheasse 1׳,' stattfindendeiv Jugendtreffen. T a g es o r d 1111 11 ׳ g: I. Eröffnt!״«; durch den Vorsitzenden. 2.!Begrüßung durch Herrn ()‘herra'hbiiier Dr. Hilel Weiß. Wiener-Neustadt, und der Gruppen. 5. Refferate: Herr M;:1!.-Rat;1. D. Dr. ■Leo DeuUchländer (Wien): ..Orthodoxe Erziehung“. :Herr Redakteur Soll. Sehöiifeld (Wien): .״Keuessio Gedaulo und Weltjugendtag“. Herr Sicgmuiid Stern (Wien): ״,Orthodoxe Weltanschauung“. Herr Moses Rosenberger (Wiener-Neustadt) ״Organisation der Jugend in der Provinz“. Herren und ,Damen sind;herzlich•»{ ,willkommen. Vormittags •um :10 Uhr ׳findet •i׳m seihen Saal ein Delegi erteil tag statt, zu dem nur Delegierte und Vertrauensmäinier Zutritt haben. rerseits erörtert. Es sei nur noch dazu zu fügen, daß schon bloß das fcstgelegte Prinzip einer Möglichkeit, daß die Gemeinde eine freie Koalition kleinerer Verbände bilden kann, die sich nach• Erfordernis und Möglichkeit zur gemeinsamen Arbeit bereit und willig die Hände reichen, genügen müßte, um einem gegenseitigen, fried־ fertigen Verständnisse in größeren Gemeinden Raum zu schaffen. Wie viel gemütvergiftende Kämpfe, wieviel Bitter־ nisse — von den jahrelangen, Unsummen verschlingenden Prozessen gar nicht zu sprechen — könnten dadurch dem Judentum erspart bleiben. Und daraus, daß man sich höchstens gewöhnen müßte, auch flammend־religiös begeisterten Seelen in der Gemeinde Rechnung zu tragen, würde dem Judentum schon durchaus kein Schaden erstehen, denn der wahr־ hafte Eiferer ist der Genius des heiligen Bündnisses und der so innig erwartete Bote des Friedens. Bei allem. Ehrerhieten für Herrn Oberrabbiner Fiseher־Sarospatak vermag ich mich nicht der unriehti־ gen Interpretierung der gemeindepolitisehen Anschauung Rabbi S. R. Hirsch s. 1. bewußt zu werden, dessen mich zu zeihen Se. Ehrwürden in seinen Reflexionen von Nr: 28 der ״Jüdischen Presse" für recht findet. Abgesehendavon. daß die angebliche Unrichtigkeit nicht aus dem umfangreichen, den Austrittsgedanken in allen Beziehungen restlos behandelnden offenen Briefe Hirschs an Bamberger y1] seihst bewiesen werden konnte, bat mir Se. Ehrwürden mit dem mitgetcilten, mir neuen Schreiben Hirseh’s ז״ל vom 12. VI. 1891 noch wertvolle Stützpunkte für meine Auffassung von der Ge־ sinnung Hirsch’s ז״ל geliefert. Ich will zunächst die Tatsache festgehaliten wissen, daß Hirsch ן״ל auf alle Fälle die lokale Versicherung der Gemeinden befürwortet, daß unrcMgiüs lebende Personen nicht in leitende Stellung kommen sollen. Außerdem bin ich jedoch gewöhnt, jeder Satz־ Wendung S. R. Hirsch’ nach •dem Grundsatzeיעלהו לא יבול genaue Bedeutung beizumessen. Hirsch ך׳ל spricht nicht von einer tatsächlich zu erwartenden solchen V\£irkung des Organisationsstatutes, sondern nur von einem bedingten Glauben desselben der Sicherstellung der Gemeindeinstitutionen gegen den Ein־ floß neol'oger Richtungen durch Statutenbestimmungen genügt zu haben. Hier tritt deutlich die Vorahnung des großen Geistes חכם עריף מנביא hervor, daß die Tatsachen der Zukunft diesem Glauben Enttäuschung bringen können. Die in der ״Jüdischen Presse“ schon erörterten Brati־ slavaer Zustände geben gleich den plastischen Beweis dafür, daß Organisations־ und Landesstatuten gegen ins Amt gelangte Vorstände ohnmächtig sind. Der ״eisernen Faust“, die mit Handhabe der Para־ graphen die Sicherstellung der Gemeindeinstitutionen — und auch ein Vorstand ist eine solche — durchführen sollte, haftet eben gar zu viel! die Ohnmacht des Fleisches und Blutes an, als daß sie in diesen Verhältnissen *Wandel schaffen sollte. Nicht um Statuten und Paragraphen soll gelochten werden, sondern eine Freiheit soll geschaffen werden. Und nicht wie Se. Ehrwürden meinen Worten unterbrin־ gen will, um nicht streng religiös lebende Mitglieder aus der Gemeinde auszuschließen — dies habe ich nie er־ xvähnt — sondern, daß um ihre eigene Glaubenstreue und um die ihrer Kinder besorgte Juden, sich innig an תורה bindend, כרח וכהלכה aus der Gemeinde treten und sich in eigenem Kreis retten können sollen. Ebensowenig kann mich auch der Beschluß der Budapester Landeszentralkommission überzeugen. Erstens weil die Angelegenheit unter dem unaufrichtigen ״Aschkenas־sefard"־Titel keine bessere Erledigung ver־ dient und zweitens weil hei dieser Sitzung ein die he# dauerlichen Zustände zu ändern geeigneter Antrag des Mäder Oberrabbiners שליט״א ohne Rücksicht auf die überragende Person des Antragstellers, mit einer schalen Formausflucht abgespeist und beiseite geschoben wurde. Ich habe es für meine Pflicht gehalten, meine Auf־ fassung in dieser Angelegenheit ohne Rücksicht auf meine untergeordnete Person, in die OeffentHchkeit zu setzen und verweise hieniit allen auch künftigen Reflexionen auf eine gefällige, genaue Wiederholung aller von mir hierüber geäußerten Gedanken und glaube damit die Angelegenheit mit Vertrauen auf den himmlischen Hüter und Lenker der jüdischen Sache meinersits abschließen zu dürfen. SflSJüStfcVe Ktiiß» | in Ne jüNsc^e .Schule "&o£k$ u.d3auph<Aufi>fiir finalen, -und Wdddm. mdOßenißdkuhredl _//. Ulcrfzgasse. /6__ Aguda und Jewish Agency. Fiir den Beitritt der Agudas Jisroeß Beschlüsse des Councils der Jewish Agertcy. Louis Marshall verlas den Antrag, der von den Rabbinern Jung-Lipschitz-Unno eingebracht wurde und wie folgt lautet: ״Die Jewish Agency hat ihren Zweck nicht ganz erreicht, solange noch ein großer Teil des jüdischen Volkes außerhalb steht. Dieser Zustand ist auch bei der Eröffnung von verschiedenen Seiten zum Ausdruck gebracht worden. Wir beantragen deshalb, daß sofort eine Kommission gewählt werden soll, mit der Aufgabe, zu versuchen, mit der Agudath Jisroel und allen anderen Organisationen. die jetzt außerhalb der Agency sind, in Verhandhingen zu treten und jede Anstrengung zu machen, den Organisationen den Eintritt in die Jewish Agency zu ermöglichen." Auf Grund dieses Antrages wurde folgende Resolution angenommen: ״Der Couacil erteilt dem Administrative Committee und ׳der Exekutive ׳den ׳Auf•(nag. alle not׳wendigen Maß- 11׳ ahmen zu ergreifen, um e,s■ allen Gru׳pp'en in d$r Juden- Heit, die ,noch!nicht der Agency ungesohlossen ■sind, möglieh Äti machen, der Jewish Agency b'eizu trete״ und a׳n Ihren Arbeitern teiiziHiehmen.“ mz flflCflRlCHTEfl Einschreibungen an der Jessod-Hafhora. Die Einschreibungen an der Jcssod־Hathora für den Kindergarten und für die Knaben־ und MädchemReligions־ schule finden von Montag, den 27. Aw bis Donnerstag, den JO. Aw inkl. (2. bis 5. Sept.) zwischen J und 5 Uhr nachmittags im Sehulgehäucle, 11.. Nestroygasse 11, statt. Die l\ '1'. Eltern werden ersucht, im eigenen Inter־ esse den Einschreibungstennin genauest einzuhalten, da spätere Anmeldungen nicht berücksichtigt werden können. Einladung zu der am 26. August 1929 (20. Aw) im Lokale der Milchtrinkhalle Deutsch, IL, Hochedlingergasse 19, stattfindenden Wählerversammlung zu den Kenessio Gedaulo-Wahlen Agudisten folgt unserer Einladung! Klub oppositioneller Agudisten Trauerfeier nach Oberrabbiner Reich s. A. in Baden. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Baden veranstaltet Sonntag, den 25. August, um halb 6 Uhr in der Synagoge eine Trauerfeier, bei welcher Rabbiner Dr. Joel P o 11 a k, Wien, den Hesped halten wird. Deutscher Einzelhandel und Wochenende. (J. T• A.) Im .Zusammenhang ׳mit ■der •Frage ■ des 5-;.U'hr- Ladenschlusses an Samstagen diskutiert >de,r ״Vor- ,wärts" das Prohlem des Weekend. Im Verl auf seiner Argiiimentation fiir den 5JÜhr-La׳denschluß zugunsten der Angestelltenschaft des Einzelhandels :schlägt ׳er vor, den Donnerstag allgemein als •Zahltag ein zu führen, •am so ■den Samstagverkehr zu entlasten1. Vom Schomre Scha!bbos־Zentr׳albiiro ׳werden Schritte ■in ׳die Wege geleitet, tun mit Hilfe ׳der!Gewerkschaften und ■der Angestell tenscihaft die Ver schieb urig des Lohntages vom Samstag auf einen Wochentag!zu propagieren._ Die 4 Kongreßnumrneru der ״Jüdischen Presse“ kosten 4 S.!Fiir Abonnenten ׳der ״Jüdischen Presse“ 2 S. Die Gebühr ׳ist •im vorhinein einzuschicken. Der neue Präsident der Leinberger jüdischen Gemeinde. (J. T. A.) Der Vorstand der jüdischen Gemeinde von Lemberg hat mit sechs gegen fünf Stimmen Herrn Dr. Chajes, einen Führer der assimilatorischen Riehtung, an Stelle des zuriiekgetretenen Professors Aller- 11 and zum Präsidenten der Gemeinde gewählt. Das Vovstandsmitglied Senator Dr. Schreiber erklärte im Namen der fünf zionistischen Vorstandsmitglieder, daß die Zionisten in •einer prinzipiellen nicht persönlichen Opposition gegenüber dem Präsidenten verharren werden. Das Amtsblatt der litauischen Regierung gibt die Tatsache des Pogroms in Slabodka zu. <J. T. A.) 1m Gegensalz zu ׳den■ offizielle 11 Aibleugmwige•!! der ■Pogrome׳, die die litauische Regierung •durch ■ihre Gesandtschaften׳ ■im Auslande verbreiten •ließ, gibt das Amtsblatt ׳(!•er litauischen Regierung ״L-ietuwas Aidas“ zu, daß in den Kowuoer Vor- Städten zahlreiche ■u11׳schukli׳g׳e J.u׳d׳ea1!mißhaitcleit •worden sind!. Das Amtsorgau tut ■dies in der ׳folgenden Form: ״Der Versuch, ■eine kommunistische ■Demonstration ■in ׳Kowiia •zu veranstalten, hatte einen unangenehmen Epilog. In Slaibadan (Slabodka) ■haben viele ganz ,und gar ■unschuldige!jüdische Bürger leide״׳ müssen. •Es ■is׳t •nun einmal so: Wenn ■zwei sich schlagen, leidet der dritte.“ 10.000 Juden marschieren anläßlich des Tischa B‘ab zur Klagemauer. (J. 'F. A1.) Wie alljährlich a׳rn neunten Ab, veranstaltete die Jerusalemer •traditio ns treue Jiidemheit auch in diesem Jahre einen Pilgerzug ,zur ,Klagemauer. lni Hinblick auf ■die unter der Judenheit ׳herrschende Erbitteruiig ׳wegen der Verletzung ׳ihrer Rechte u11׳d der wiederholten Störung der Andacht an der!Klage mau er gestaltete sich ■(!•er diesjährige Pilgerzug ,zu einer machtvollen, wenn auch stummen, Protestaktion. Etwa 10.000 Jude״׳ schritten im ,Zuge. Die Ordnung ׳war mustergültig, so daß die De- ■monstration ohne jeden ׳Zwischenfall verlief. Der Distriktskominissär und der Polizeiinsp'ektor von Jerusalem hatten sich ■persönlich au der ׳Spitze eines Aufgebotes von me'hreren hundert ■Polizisten, ׳darunter eines Trupps berittener Polizei, in der Gegend der Klagemauer e ln gefunden, um die Auf recht erhalt 11 hg der Ordnung .zu überwachen. Die jiidischd Bevölkerung in Palästina in zehn Jahren verdreifacht. (J. T. A.) ׳Auf eine Anfrage von Herrn ,Barker im Unterhause nach der Zahl der jüdischen Be- ,völkerang in Palästina erwiderte der Unterstaatssekretär fiir die Kolonien Orimby-Gory, . daß •zur Zeit' der Ab- Schließung des Waffenstillstandes (Ende 1918) die Zahl der Juden in Palästina 55.000 betrug; heute leben in Palästina 149.554 Jüjjen.

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