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Jüdische Presse · 1929-06-21 · 25 (21.6.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
25 (21.6.1929)
Date
1929-06-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 25 Spendet für den rten lind Jessode Hai! der Adas Jisroel, Wien« II., Nestroygasse 11 Anstalten. Von •den zirka 14.500 Knaben entfallen zirka 7800 auf die positive Seite, 6700 an'i die negative. Ein ׳bitterer Trost, daß weniger als die Hälfte der jüdischen Knaben in Erez Jisroel nicht im Gegensatz zur Thora erzogen werden. Relativ günstiger sind die Ziffern für die Städte Jeritsalern. Tiberias und Safed. Unter ihren 11.600 ׳Kindern!besuchten 7000 die positiven Anstalten, und zwar von 5100 Mädchen 2800, von 6500 Knaben 4500. Es ist schmerzlich, auch ■diese Ziffern als relativ zu bezeichnen. Besonders beachte inan da'bei, •daß vor dem Kriege kaum ein Zehntel der Schuljugend dieser Städte nicht positive Anstalten ׳besuchten. 1Die angeführten Ziffern sprechen eine erschütternde Sprache. -Eine Pflicht eines jeden Jchudi ׳ist es, helfend einzu greifen. Wir ׳kommen nun zu den Leistungen der Agudo. Sie sind viel zu klein. Die Schuld trifft diejenigen, die in 1111־ verzeihlicher Gleichgültigkeit nicht mitarbeiten. Die Hauptarbeit ruht auf den Schultern ganz weniger!Männer und ,Frauen. So paradox es •klingt: die wirtschaftlichen HaupMeistungen wurden von unseren ׳Lehrkräften aufgebracht, die trotz schlechter und leider unregelmäßiger Be- , zahlimg ihr מלאכת ה׳ •ausübcu. Bei ihnen ist der ,Begriff Lehrcrstreik nicht bekannt. Die ׳finanziellen Leistungen ruhen in der Hauptsache auf. Deutschland• Von hier wurden in den 16 Monaten •vom 1י. Jänner 1928 bis 30. April 1929 •zirka 55.000 M. aufge- ־bracht, hiervon durch die Frauenhilfe (in Breslau, Fulda und Berlin) zirka 3000. Neben Deutschland kommen ׳wesentliehe Beiträge aus •Amerika, Schweiz, Antwerpen, Holland, Slowakei, ,Rumänien. Ein Teil׳ der; Kosten wird ׳von Palästina selbst getragen. Im Winter 5689 •unterhielt, 'beziehungsweise unterstützte die Agudo 14 Anstalten mH 1465 Kindern und 62 Lehrkräften. Von dien 7 ׳Knabet1!-Talmud׳-Thoras ׳waren 4;in .fernsalem: je eine der •biicharischen, gursinisohen und jeineniti- .sehen Juden umd •in dem Vorort Giw'at Schani. Die ׳ande- ,re 11׳ drei waren in Tel-Aiwiw, Pctnch Tikwabiimd■ iBne Brak. •Von ׳den 7 Mädchenschulen lagen 4 ׳in verschiedenen! Stadligegenden Jeriu'sakms, je eine im Vorort!Giw’at׳ Schank in Safed und in Tiberias. Se!i׳t!vorigem Herbst, ist Oiberl'ehreirin Frl. Karoline Nacbmann■ i׳m Aufträge der Palästina־ Zentrale der Agudo in Ere/z Jisroel. ׳Während des Winters war sie hauptsächlich׳ -in Jerusalem, zeitweise!in Safed! 1u׳r1ld Tiberias. Während des Sommersemesfers dürfte wohl1 ihr Wohnsitz in Safed;sein, von wo s׳ie auch! die Anstalt in Tiberias ständig hispiizieren!kann. So anerkennenswert die Leistungen b!e׳i 1de.n geringen Mitteln sind, so gering sind sie iim Verhülltnis •des Bedürfnisses in E׳rez Jisroel und der Pflicht der Agudo. , ,Ganz!besondere Beachtung ׳verlangt •d!as Schiulp'rograrnrn. ׳Es ist hier nicht der Platz, •auif Einzelheiten׳ einzugehen. Die Eriziebun!gs!k0n׳ferenz. die gelegentlich der KeneS'Siio Gedanlo s. ׳G. w. s't’attfiuden, soll, •muß sich! ihiemit sehr ernst beschäftigen. Die ge wall tilgen religiösen Au'seinandersetzungen in der Gesamtjudenheit wurden ,in Ere'z , Jisroel auf eiligem ׳Boden! mit ganz!besonderer Schärfe aus- .gefochten, Hie!z;u kommt •die wirtschaftliche und politische Eigenart Palästinas, die •auch .an die Erziehunsgforimen ihre '(besonderen Forderungen •stellt. Das ׳muß!mit dem •Gefühl der Verantwortung für;Vergangenheit. ׳Gegenwart und Zukunft in sorgsamster Er- 1 ׳W äguiig;b eh and el t ׳we rde n.!Der deutschen Judehheit ist sed mehr als einem;Jahrhundert die •innige Verbindung der Werte •de!r Al'lge- (meiukultur mit dem Thorajudentmm!von׳ Ider göttlichen Vorsehung als ganz!besondere Aufgabe gestellt.!Nicht stolz dürfen wir auf ׳den Erfolg sein, wenn ׳wir auf ׳das Zahlenverhältnis blicken■ •zwischen den ׳t'horat reuen Juden •Deutschlands und ׳den anderen. Doch ohne 1Ue1bertretmn!g ‘dürfen ׳wir ׳die Schaffung einer thoratreuen Intelliigenz in ׳Deutschland als eine im.-'G. FI. wertvolle!Leistung betrach- •ten. Auch hier׳ ■heißt e׳s: für •uns selbst nicht zufrieden sein, sondern m.!G. H. vveiteraribeiiten.!Aber darüber hinaus ist e׳s unsere Pflicht, die geistigen Errungenschaften der ideutsehen Orthodoxie seit S. R. Hirsch und! Esriel ׳Hildesheimer de׳: jüdischen!Gesamtheit ,zu ■übenmititeln׳, vor •allem aber dem teuersten!der Länder, dem alle geistigen! Kräfte und Werte ׳dienen müssen, Erez Jisroel. KIM» mtie jütische Schule *®otfls u-lßauphcfiidk/urflnaSen, //• fncdzgasse <6 Allzu scharf macht schartig. Von Rabbiner Ph. Fischer ln Saraspatak. Ungarn. II. Im Jahre 5673 gab Rabbiner I. Hirschowitz in Telsen (Kurland) das Werk heraus: ספר מיטב הגיון. כילל מיטב הגיוני היהח־ח שהוהרה והגה היב ובו׳ ר׳ שמשון ב״ר הירש 1כו Hierzu schrieb nun R. Ch. C s e r G r 0 d s e n s k i in Wilna, von dem Herr Forst vielleicht auch schon etwas gehörit hat, einen!מכתב תהלך worin zuerst in vollen Akkorden das Lob der großen Bedeutung der Werke S. R. Hirschs erklingt, und wo es nachher heißt: ולפי המצב בימינו אלה שרבו התיעים מררך השכל התורה והיראה, מהם אשר מחסרון ידיעה בשגגה נמשכו אחרי דעות כוזבות ומוטעוח ונתעו להאמין בשוא וכל הבל, לטועים ושוגגים כאלה יהיו לעיני□ דברי הגאון החוקר זצ״ל, שידע תחלואי בגי. דורן והתעסה ברפואתם, והשכיל אלות מים חיים, מים טהורים מי־רפואוח ושיקוי לחילי־הנפש. ונכבד מאד להפיק ספרים יקרים כאלה גט במדינתו, וע״ב ראוי להחזיק טובה להרב הגאון מוהרי״א הירשאוויץ שיגע הרבה בהעתקתו, ועמלו לשם שמים בכרי להפיץ דעת ולהרים קרן התורה והיראה, וטיבותי׳ לשקי׳ המו־״ל היקר הרב ר בן־ציון אלפס שיי, שהוציאם לאור על חשבונו, וראוי לכל ישרי לב לקבל בעין יפה ובנפש חפצה את הספר "מיטב הגיון" ובזה יביאו ברכה אל ביהם. Und nur noch einige kurze, gedrängte Bemerkungen. Herr F. zitiert von Dr. J. Wohlgemuth und unterstreicht es, nach Hirsch: ״Schön und wertvoll ist Bollinger-Eiskasten sind seit 1870 die besten! XV, STAGLGASSE 10 (BEI MARIAHILFERSTRASSE 148) Vit., BURGGASSE 17 Tel. R-30-5-38, R-35-8-47 u. B-32-380 das T h o r a s t u d i u m nur, wo es einen Bund mit der Kultur geschlossen usw. Mit Verlaub, Herr Forst, ich glaube vorerst nicht, daß Herr Dr. W. es ganz so meint, wie Sie es jdurph die Unterstreichung uns weismachen möchten. Ja, ich glaube eben, daß Dr. W. selber dafür ist, daß man ihm diesen Ausdruck nicht so ganz genau nehmen soll.* Um so weniger, da er jenen Vortrag über S. R. Hirsch eben an der Universität Berlin vor n i c h t j ü d i s c h e n Hörern! hielt, wo er sich — wie doch dies in der Anmerkung geäußert wurde — bestreben mußte, ״diese so spezifisch ״jüdische Persönlichkeit nichtjüdischen Hörern nahe« zubringen.“ Und bei solchem löblichen Streben, konnte es leicht passieren, daß er eine Farbennuance vielleicht allzu dick aufgetragen hat. Ich glaube das richtige getroffen zu haben. Sollte aber auch Dr. W. es tatsächlich' so gemeint haben, wie Herr F. ihn verstehen will, so stehef ich nicht atl, trotz aller meiner Hochachtung gegenüber Dr. W. zu erklären, daß dies ein שגג׳“ שיצא מלפני השליט Dies war nicht die Meinung S. R. Hirschs. Wir besitzen hiegegen einen, keinen Zweifei bestehen lassenden Ausspruch, den S. R. H. in den Tagen seines bitteren Kampfes gegen Zacharias Frankl, da man ihm von seiten der Parteigänger des letzteren Kulturfeindschaft, ja Herr Forst!, Kulturfeindschaft vorgeworfen hat, getan hat. Da schrieb nun S .R. H. in seiner berühmten ״Vor« läufigen Abrechnung“: ״Denn wenn es in der Tat keine Alternative gäbe, wenn jedes wissenschaftliche Streben notwendig die Tendenz in sich tragen müßte, das Judentum wie cs in dem Hause Israel als ewige, nimmer zu verkürzende Aufgabe gegeben ist, in seinem Innersten zu ersehntt e r n, dann a 11 e r d i n g s, wenn w i r 11 u r d i e Wahl h ä tt e n zwischen Judentum und Wissenschaft, dann eben hätten wir keine Wahl, dann entschiede sich jeder Jude ohneweit e r e s מוטב שאהיה שוטה כל ימי היי ולא אהיה רשע שעה אחת בפגי אבי שבשמים! Lieber Jude ohne Wissenschaft, als Wissenschaft ohne Judentum^ (Gesammelte Schriften VI, Seite 393.) Auch für S. R. H. war, mein lieber Herr F., trotz! all seiner großen Kulturfreundschaft die תורה das Absolute und alle andere Kultur das Bedingte. Und auch jene von Herrn F. inkriminierte Stelle in Ges. Schrift. II, S, 456, wie all die zahlreichen anderen ähnlichen Stellen, sind nur von diesem Standpunkte aus zu verstehen. Für H. war eben nur dasjenige wahre Kultur, was sich mit der Thora-Wahrheit verträgt und diese Kultur läßt sich eben nach ihm mit der Thora« Wahrheit harmonisch vereinigen.. Was sich aber mit der Thora-Wahrheit nicht in Einklang bringen läßt, ist eben! hach H. eine falsche Kultur, die zu verwerfen ist. Ich weiß, dies ist ein Thema, welches ich hier nicht einmal in seinen Umrissen andeuten kann, dessen Behandlung vielmehr einen großen Aufsatz für sich beansprucht. Nur damit ich Herrn F. ein bißchen beruhige, will ich erwähnen, daß S. R. H. auch diesbezüglich so manchen' הניא דמסייע nicht bloß in der spanisch-arabischen• Glanzperiode der jüdischen Literatur, sondern auch in der von ihm als wertvollster Bestandteil des jüdischen Volkes apostrophierten ״östlichen Masse“ findet, wie zum Beispiel R. Elia Wilna ז צ ן ל,״ל der den berühmten Ausspruch getan: כי כפי שיחסר לו לאדם הידיעה בשאר החכמות לעומת זה יחסר לו מאר ידות בחכמת התורה (S. Ozar Israel1, s. v. und עליות אליהו)• Mehr hat auch S. R. FI. nicht gesagt! Herr Forst beruft sich zum Schlüsse auf die Autorität des großen DT! בעל. Leider müssen wir ihm auch diese Freude trüben.. Der בעל חת□ סופר זצ״ל war nicht jener ausgesprochene Kulturfeind, wie ihn Herr F. so gerne ,haben möchte. Nach den Biographen des בעל ח״ס soll derselbe ganz ansehnliche anatomische, mathematische und geometrische Kenntnisse besessen haben. Von bedeutenden astronomischen Kenntnissen, wie überhaupt von regem wissenschaftlichen Interesse zeigt auch die im עט סופר, ח״ר, כלל קיי von. meinem Großvater ן״ל veröffentlichte Abhandlung des 0TD über קרוש חמה. Und die im תורת משה veröffentlichte Gedichte des ח״ס beweisten, daß er auch tüchtige Kenntnisse in hebräischer Grammatik besaß. Er hat auch seine הסכמה zur reindeutschen v^i־Uebersetzung seines einstigen Schülers Leopold Dukesz gegeben, worin er u. a. betont, daß Dukesz ungeachtet dessen, daß er im Auslande an Universitäten studierte, treu den heiligen Traditionen geblieben ist. So spricht und schreibt kein absoluter Bildungsfeind. Allerdings war der DTD, und mit Fug und Recht! ein unversöhnlicher Gegner der sogenannten Mendelssohnianer, weil diese eben מקעקע את כל חבירה sein, den das Talmud- Studium, ganz untergraben wollten. Aber nicht minder unversöhnlich brach auch S. R. H. in den 19 Briefen den Stab über die Biuristen, indem er ihnen vorwarf, daß sie ihre ׳TOn-Studien nur aus ästhetischen Motiven triebe11. nicht aber zu dem Zwecke, um auf Grund derp'Tj^ ihre Lebensansicht und Lebensführung zu erbauen. Und wenn Herr F. die Worte des ח״ס anführtf: איו לפרש דברי תירתנו ע״י הקדמות מספרי חכמות חציוגית derselbe auch die markigen Auseinandersetzungen ln den 19 Briefen gegen diejenigen jüdischen Religionsphilosophen anführen können, die da ״griechische Philosophie schöpf« ten aus arabischen Brunnen“. Und auch diesbezüglich hätte Herr F. die von ihm früher so freudig zitierte Inter« pretation Wohlgemuts erwähnen sollen, ״ln dieser unbedingten Ablehnung jedes Versuchs einer Apologetik steht S. R. H. unter den religiösen Denkern des Judentums' vielleicht e i n z i g da, und daraus erklärt sich die ungebrochene Kraft seiner Persönlichkeit und; die beispietlosen Auswirkungen seines Genies.“ (Jeschurun, 1927, S. 9.) כשר SEIFE Marke: ALEFBETH mit הכשר des orth. Rabbinatsassessors, Koäice, erzeugt ״POLIO“ FRIEDMANN & Co. SEIFEN-UND KERZENFABRIK, K0S1CE Auch empfehle ich Herrn F. ein bißchen Nachdenken über die שנתן מחכמתו למ״ד *.ברכה Wie auch über steilen wie: כמתוהניסשבהם לא עשיתם אבל כמקלקלים!שבהם עשיתם oder: בל היודע לחשוב בתקיסיח ומזלות ואיני הושב עליו הכתוב אומר ואח 0ועל ה׳ לא יקיטו וכף (sabbath 75. a) usw. usw. — oder:מושיביז בסנחדרון אלא בעלי חכמה וכף vR(Menachoth, 65, a.) Wir gestatten uns auch, Herrn F. daran zu erinnern! daß der DTO.alltäglich vor seinem ־ שעורVortrage aus dem חיבת הלבבית vorlernte und hierbei auch den שעור היחוך vortrug. (לקיטי חבר ג״ח ח״ג, הקדמה . u״d doch muß־ Herr F. als Kenner der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie, als den er sich in seinen beiden Artikeln gerne bezeichnet, wissen, daß der ganze חור,״ל sehr stark von der zeitgenössischen islamitischen Moralphilo- Sophie beeinflußt ist, speziell aber cler ׳»!!שער היחור^ und gar auf arabisch-griechischen philosophischen Maximen aufgebaut ist. (Siehe □דעת אלקי von S. Bernfeld, S. 142.) Es gibt, mein lieber Herr F.,,eben;auch auf geistigem Gebiete: חוי ן שנעשו על טהרח הק׳ Und solches verwarf auch der בח״ס nicht! Der עיקר bleibt eben, daß die jp'TiV! das ewig Absolute und Unbedingte ist und sein muß, während jegliche Zeitkultur ihre Korrekturen und ihre Sanktionierung von der Wahrheit der תיו״״ס empfangen muß. Auf dieser Basis muß sich das Prinzip von יפה הלט ד ת1רה עם ך״א aufbauen. Und dies war auch die Methode S. R. Hirschs זצ״ל! Wer aber diese Behauptung bezweifelt, dem ist dringendst ein q u e 11 e n m ä ß i Studium Hirschs zu empfehlen. Und zum Schluß ein inniger Wunsch. Wenn Herr F. in seinem ersten Artikel die Aufforderung an die II. כנסיה גדולה stellt, daß diese einen Bannstrahl gegen die unter der geistigen Herrschaft S. R. Hirschs stehende weltliche, philisterhafte usw. Orthodoxie schleudern möge, so wäre mein Wunsch hingegen, daß diese Gelegenheit ein brüderliches Verständnis und Verhältnis zwischen Ost und West anbahnen möchte! 1 ויעשו כולם אגורה אחת לעשות רצץ קונם ״Trennungsorthodoxie.“ Von. Josua Kaiser, Dun. Streda. Wiewohl an der Debatte, die in den jüdischen Zeitungen über das iiberschriebene Problem geführt wurde, bisher bloß einige Herren teilgenommen haben, ist die Anzahl cler Glaubensgenossen fast unübersehbar., welche die hervorgebrachten Ansichten in dieser Angelegenheit mit Interesse verfolgen. Ist doch die geistige Not, die in diesem Wortkampfe ihre Wellen wirft, eine so allgemeine; daß fast keine größere orthodoxe Gemeinde von ihr verschont ist. Der der profanen Kultur an der Ferse haftende 1111;־ jüdische Geist hat leider solch zahlreiche Kreise auch in der offiziellen Orthodoxie dem orthodoxen Prinzip entu fremdet, daß dieselben auch der offiziellen Orthodoxie das Gepräge zu geben drohen. Man kann wohl vielleicht ־־noch auf keinen konkreten Fall hinweisen, daß in ihrem Privatleben unreligiöse Gemeindemitglieder oder yorstände die öffentliehen Religionsanstalten in ihrem Sinne geändert hätten. Man weiß jedoch nur zu gut, wie sehr unter ein Und derselben religiösen Nennform peinlich Gewissenhaftes mit bloß knapp Genügendem und noch Minderem zusammen geboten und geleistet oder auch verwechselt werden kann. Religiöse Handlungen und Leistungen sind eben keine amtlichen Registraturen, daß sie, von persönlicher Neigung, Geistesrichtung und Anschatiuiigsform unabhängig, geboten oder nachgeprüft werden könnten. Und es steht doch fest, daß Sorgfalt und Pünktlichkeit eines Funktionärs sich nach dem Einfluß richtet, den seine Auftraggeber zunächst mit ihren Ansprüchen, nicht minder aber auch mit ihrer privaten Sorgfalt und Pünktlichkeit in der eigenem Lebensführung auf ihn üben. Es ist daher in der offiziellen ״Orthodox“-י Bezeichnung noch bei weitem keine Gewähr dafür, daß die Marke auch den entsprechenden Inhalt bietet. Um daher den Anspruch der gewissenhaften Glaubenstreue in einer derartig gemischten Gemeinde zu sichern, müssen dort fortwährend Religionskämpfe gefochten werden, die selbstverständlich alles, nur kein geordnetes Religionsleben zeitigen. Der als Hirsch-Interpret so verdiente Rabbiner Fischer (Sarospatak) behauptet wohl, daß die Paragraphen der orthodoxen Laudesstatuten für eine jede, innerhalb einer orthodoxen Einheitsgemeinde unterdrückte religiöse Minorität genug Handhabe bieten, um mit Hilfe der zuständigen Instanzen mit eiserner Faust die weniger religiöse Majorität zu strengster Einhaltung der orthodoxen Anforderungen im Gemeindeleben zu zwingen. Dieser zugleich verdienstvolle Chronist der hierländischen Orthodoxie spricht von einem Zwange gegen Gemeindemajoritäten und scheint in seinem gutgesinnten Vertrauen nichts davon zu wissen, daß die zuständigen Instanzen sogar gegen einzelne Personen, die trotz unjüdischer Haus- und Lebensführung, dank ihres Wirtschaftliehen Einflusses, Vorstandsstellen in Gemeinden mit!überwiegender religiöser Majorität bekleiden, den vem. zweifeltsten Protesten der von ihnen Unabhängigen keine Geltung verschaffen können. Das Verhältnis einer Gemeinde zu ihren Mitgliedern, das Verhältnis von Mitglied zu Mitglied, und jenes der über die örtlichen Zustände Aufklärung geben sollenden Vertrauensperson zu den einzelnen Beteiligten ist leider eben auch «von anderen Beziehungen getragen, als es die Paragraphen der Landesstatuten sind. Die jüdische Gemeinde hat das Ziel, dein einzelnen die Ausübung seiner religiösen Pflicht leichter und in erweitertem Maße möglich zu machen- Wo dieses Ziel nicht erreichbar ist oder von dessen Erreichen die Gemeinde selbst ein Hindernis bildet, dort hat der Bestand einer Gemeinde die Berechtigung verloren. Portorose bei Triest Pension Rubinstein Einzig rituelles Haus am Platze. Neben Kuranstalt und Strand. Bekannt erstklassige Verpflegung und freundliche Bedienung. Mäßige Preise. Prospekte auf Verlangen.

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