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Jüdische Presse · 1929-06-21 · 25 (21.6.1929) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
25 (21.6.1929)
Date
1929-06-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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*lovloovt v^platn6 povolenö rladit post a tefegrafov v Brillslave eis. 41572-111-20. Zeitungen vom Verleger versendet. Jonrnal expddie paf l'edltear V. 11 fei JUIBCHE PRES ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion n. Administration! Wien,!!.,Leopoldsgatac 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel.R 45*494־. fichecfaoslowakei: Bratislava, Postfach 140, «riehclnt Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Mittwoch Mittag. Abornietnentsprelae 1 Ganzjährigi Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tsckech. K. 70, Einzeinummer öst. Or. 40, das übrige Ausland 8 Dollar. Zahlungen auf Konto ״Jüdische Presse״, Wien für Oester- ' reich: Postsparkassenkonto Nr. D-93614; Deutschland: Post- Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien! Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen : Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz: Postscheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei: ״Jüdische Presse“, Biatislava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr.53386 Ni*. 25 ב״ד. ויגז־דפרעסבומ י״ג פיון תיפ״ס, 1929 Wien-1^§s3ava$ 21. Ju!u £5. Jah9*g» כגסיו־ו <דופח -am- WELTKONGBISS Idagudas-jisroei lewiM.ro.-t?. SEPIEfflSJ* Der grosse Presseempfang des Wiener Kenessio Büros.! ließ. Es war ■deshalb ihre Aufgabe eine doppelte:. 1. in den Das ׳Kcngreßbiiro der zweiten Kenessio in Wien veranstaltete Dienstag, den 18. d. in! Hotel de France einen großen Presseem,p׳fang. Der ׳Einladung!des 1Büros .sind die Vertreter der Wiener und ausländischen Tageszeitungen und großen Wochenblätter fast ausnahmslos gefolgt und1 die Wiener Fiihr-er der Agudas Jisroel hatten Gelegenheit, diie \ Weltpresse über die weltanschaulichen ׳Pmzipen, über die vollbrachte ,Arbeit der Aguda• und liiiber die׳ Probleme'der zweiten Kenessio eingehend! izn informieren. Wir bringen nachstehend das Referat des Herrn Rnbb. Dr. Pinchas Kohn, Präsident der Weltorganisation der Agudas Jisroei. Hier in Oesterreich — begann ׳Herr Dr. Kohn seine Ausführungen — in den! Lande, in welchem an der Vorkriegszeit der Gedanke der M111 0 1׳ i t ä t sr e c111׳ e nach seiner!sittlichen' und staatspolitischen iBedetitung zuerst Würdigung und׳!feste Formen! ■fand1, danf auch ׳die Agudas Jisroei •hoffen, /•volles Verständnis!zu finden. Denn es ist s׳a׳r Ikeii.n׳ Zweifel, daß ׳eigentlich dtas Grund-!Problem der Stellung der Minoritäten in den jeweiligen Staaten auch ׳die Judenheit, die!kaum ein halbes Jahrhundert ■׳von den Ghettoinauern ׳befreit ,war, vor eine ganz neue Aufgabe ׳stellte. Es!war ja nicht ganz neu. denn׳ bi!s in das tiefe Mittelalter »hinein schlitgen die!Gedanken» Wamzel. »die für die Judemheit auf Grund ihrer religiösen!Eigenart eine Sonderstellungen beanspruchten und auch ■erhielten׳. Man kann sogar!sagen, ■die ersten Spuren voii Miuoritätsrechten fanden sich damals, als der Satz cuius regio, eins׳ religio auf die Juden nicht Anwendung fand, sondern als ■im Gegenteil aus diesem oder jenem Grunde, von dem oder jenem Staate auf die religiösen Erfordernisse der Juden! Rücksicht genommen wurde. Der sieghafte Gedanke des ׳Minoritätsrechtes wurde aus einem staatspolitischen! ein weltpolitische r. Das bedeutet ■auch eine׳ Krise ׳innerhalb der Jüdischen׳ Gesamtheit. Man׳ ikanu׳!zwei!scharf getrennte׳!Richtpunkte feststellen׳, die teils schon׳!vor' dem Weltkriege sich geltend׳ machten, während desselben!!jedoch durch die ׳sogenannte Balfour-Delklaration einen׳ gewaltigen׳!Impuls ׳erfuhren!. Diese Erklärung legitimierte eigentlich die Judemheit ■bei der Welt, das heißt hier ,bei ׳den׳ Faktoren, die auch auf die innere Verfassung der -Länder maßgebenden Einfluß ausiiiben, auch ihren Anteil an den!!Segnungen! der Mimoritätsrechte!zu verlangen■. Die Zionistische! Organisation׳ ibe-!mächtigte sich dieses ■Gedankens und versuchte ־so einen vollkommenem iParallel.ismiis zwischen! d!en! übrigen iMinoritäten! und der jeweiligen jüdischen (Minorität ׳zu schaffen, das heißt also Forderungen rein völkischer Art!zu stellen. Die ,Agudhs Jisroei ■hingegen steht auf dem Stand- Punkt, daß das rein ‘Völkische nicht ׳der!Konstitution des jüdischen Volkes entspricht, indem sie als d.as Ferment der jüdischen! Gesamtheit, als!das konstitutive (Moment des jüdischen Volkes die ׳R׳el ig i11!0 ׳ betrachtet. ׳Es ■würde hier zu weit führen,!die historische 'Berechtigung dieses Grundprinzips ausein׳and׳enz11setzen. deshalb sei nur kurz auf die Tatsache ׳hin!gewie׳sen, daß!jeder Kreis, der es versuchte, sich von diesem Ferment der Religion zu entfernen, mit :zwingender ׳Logik aus dem jüdischen Gesamtkörper ausschied. ,Die!Minoritätsforderungen. .,׳welche deshalb.die ׳A׳gu׳da vertritt, sind ■stets und immer wieder auf das eine Ziel gerichtet. durch die Erhaltung der religiösen Eigenart auch den Körper der jüdischen Gesamtheit zu erhalten. Als die Agudas Jisroei in dem Jahre 1919 auf den Plan trat׳, traf sie fast überall׳, namentlich kn Westen, religiöse Destrution. die ihren Anfang auch bereits i׳n den Stoßen!jüdischen! Siedlungen des Ostens an den Tag treten Massen das!Bewußtsein zu wecken, daß da.s. geschichtliche Judentum .den Zusammenhang mit der Religion unbedingt verlangt und 2. ein Erzebungswcrk zu beginnen, welches der kommenden Generation Verständnis und 'Bewußtsein des religiösen!!Momentes entweder erhielt oder erweckte, in dem Maßstabc der kurzen Zeit erscheinen beide Wege, mit Glück ungebahnt׳ ,׳ein gutes Stück vorwärts gefördert. Es sei besonders henvorgehobeit! die Pflege de׳s intensiven Studiums der ׳jüdischen Lehre in den!Hochschulen (Jeschi־ ׳w׳oth). das grandiose Werk der!Erziehung des Mädchens!zur bewußten Trägerin des religiösen Wo'Uens. die׳ Erikämpfamg orthodoxer (Mandate in dem Verwaltungskörper der ׳jüdischen Gemeinde׳ ,׳sowie auch in den׳ politischen ׳Körperschaften, und׳ last not least׳ die Erkämpf urig der Gewissensfreiheit in der Verfassung der jüdischen Ge- Die Tätigkeit der Palästitiazentrale beschränkt sich zurzeit in der!Hauptsache auf das iE r z i e h u 11 g s g e- ׳bi et. Hier darf es keine Pause der Arbeit mit Rücksicht auf wirtschaftliche!Schwierigkeiten ׳geben. Jeder Tag der Untätigkeit (könnte, G-tt bebiite, den Verlust jüdischer Kinderseelen ׳bedeuten. ׳So nötig die intensive wirtschaftliche׳ Tätigkeit wäre, so muß sich ׳zurzeit die Palästitiazentrale doch große Zurtickhaltung auferlegen. Mit bewundernswerter Sel'bstlosigkeit werden von ganz wenigen ׳Männern die Mittel auigebracht, um ׳das Vorhandene vor Zusammenbruch zu be- :wahren, daß kein ■•D׳unam einmal erworbenen Bodens veriorenge'ht. Vor mehr als drei Jahren ׳wurde durch Anzahlungen ׳die Option auf die großen ׳Ländereien von Olarn. und Mad- 1her erreicht. Man verpflichtete sich, gestützt auf die Zu- Sicherungen der einzelnen Landkäufer, zu großen weiteren Ratenzahlungen. ׳Zufolge der besonders in •Polen bald ein- ׳setzenden Wirtschaftskrise, unterblieben die meisten ׳versproebenen Zahlungen der ■Landkäufer und der Kauf des Gesamtkomplexes war gefährdet. Durch Anspannung aller Kräfte ist es •nt. G.!PI. dem kleitieu Kreise der biefiir Tätigen gelungen, immer mehr Boden endgültig zu erwerben. Auch in Machanah Jisroei 'hat man sich einsc'hräiiken ׳miissen, um dank der Hilfe zweier 'Männer die Existenz der Kolonie zu ermöglichen. Zum!Weiterbau reichen zurzeit die ■Mittel nicht aus. Wir müssen uns jetzt noch auf Stützen des ׳Baues beschränken. Gebe G־tt, daß wir bald auch auf Wirtschaftsgebieten werden weiter;bauen dürfen. Reiset mm Kongress mit den bekannten Schiffen der Cunard Line Red Star Line White Star Line Bureaux in New York: Cunard Building, 25 Broadway International Mercantile Marina Co., 1 Broadway in Wien: Kärntnerring 4 und IV., Wfiedner Gürtel 8 meitide in Palästina. Der Fonds zur Erhaltung der Lehr- Stätte׳!! (Kereu-Hätbora-Thorafonds) bat in den 5 Jahren seines ׳Bestehens etwa 250.000 Dollar für Erzielimigszwecke aiisgegcben und mehr als 150 .Mädchenschule 11 (Betli-Jakob- Schulen) begründet. Der erste Kongreß, weicher den Aufgabeuikreis der Aguda ■umschrieb, fand im Jahre 1923 in Wien statt, der zweite Kongreß, der im Friilihcrbst wieder in Wien abgehaltern׳ werden soll, soll Rechenschaft!darüber ablegen. wieweit die Aufgaben erfüllt sind, und die Stellungnahme zu den neuen Prcbiemeu festgeiegt werden. Da ist von׳ poiitiscltcm Interesse vor allen Dingen die Frage der Jewish Agency. ׳Daneben dürfte ׳siel! dieser ׳Kongreß .hauptsächlich mit Organisatioiisfragen zu beschäftigen haben, da auch die konservative Arbeiterschaft sich innerhalb der Aguda organisiert hat und hier der Versuch der Synthese der Interessen von Arbeitgeber und ׳Arbeitnehmer auf Grund der Religion versucht werden ׳soll. Auf sozialem Gebiet liegt auch die Frage der Augestelltenversiciherung. deren Ökonomische!Lage ■durch!Beachtung der Salbbatgesctze Not •I eklet. Gleichzeitig mit dctniKongreß tagt die־ Konferenz der großen raibbinischei! Führer der Welt, um dem Grundgedanken der Autorität der Religion mächtigen Eindruck •zu׳ verleihen. ׳Bevor wir über die Leistlingen der Palästinazentrale •auf ׳dem ׳ErzieUumgsgc'biete berichte!!, müssen wir an der Hand der Statistik (von l׳jar 5688) ■das Verhältnis des Besuches ■der Erziehungsanstalten in Erez Jisroei!betrachten.. ,,Dabei!ist zu beachten, daß das Alter der!Zöglinge aller;Anstalten im allgemeinen zwischen 3 und 19 Jahren schwankt. »Selbst wenn die älteren Zöglinge der Lehrer- Seminare ׳mit ge zählt sind, so hat ihre Zuzählung für die Statistik wenig Bedeutung. Die jüngeren Zöglinge der jesehiwotli sind nicht ׳mitgerechnet. Die Statistik gibt zirka 28-000 jüdische. Zöglinge der 1Unterrichtsaiistaiteii an. Fürchterlich ist die Tatsache, daß etwa 500 in Abzug zu bringen sind, die Missionsanstalten besuchen. Beachten Sie: 500 jüdische Kinder iin heiligen Lande besuchen Ahstalten, deren Ziel es ist, ihre Schüler dem Christentum zuzuführen! Unser ׳Hauptinteresse erreicht die ׳Fra׳ge, wie viel Kinder werden in Anstalten erzogen, deren Leitung!bestrebt ist. diese dem Thorajudentum zu erhalten, und wie viele in Anstalten, die diese Tendenz nicht haben. Wir möchten die erste Gruppe kurz als positiv, die andere als negativ bezeichnen. Ohne dabei ein Vorurteil über ׳das ׳Erreichen der Tendenz und über die Richtigkeit der Methoden anssprechen zu wollen, nennen wir folgende lins ׳bekannte - Anstal teil positiv: die selbständigen Tal m 11׳ d Thora-Anstalten des alten- J i s c 1111 w, ■die Anstalten der ׳Aguda, d e r »D c u t s c h - Fl 0 1.1׳ ä tid i s c 11 e 11 P. a 1 ä s t i 11 a v e r w a lt u 11 g, d i e ׳M i s r a c 11 is c h 1׳ 11׳ e und die ׳E v e I i 11 e R 0 111 s c h i 1 d - M ä dc׳h e n s c h u 1 e. ■Bei der — vorsichtig ansgedriiekt — ilmeii fehlenden Tendenz zur •zielbe wußten׳ religiösen. Erziehung sind •die meisten allgemein zionistischen Schulen, die der Arbeiter- Organisation ud der Alliance ueativ zu betrachten. Da mir . die ׳Ziffern des Misraehi nicht gesondert vorliegen, rechne ic׳h ein Drittel der Zöglinge aller zionistischen Anstalten dem Misraehi zu, ׳da es hier auf kleine Abweichungen nicht wesentlich ankainmt. Hiernach besuchen von 28.000 jiidisehen ׳Kindern mir zirka 13.000 positiv jüdische Anstalten. Me ■h r als die H ä 1 f t c w( i r d 0!h n e G־'t t e sf u r p h t und ohne T h a 11 r 0 erzogen! In Erez Jisroei! Noch ungünstiger steht es ׳bei den׳ »Mädchen allein. Von zirka 13.500 Mädchen ׳besuchen nur zirka 6000 positive Bericht der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroei Frankfurt a/M. anläßlich des Delegiertentages der deutschen Landesorganisation der Agudas Jisroei, erstattet am 19. Mai 1929 von Herrn Rabbiner Dr. Moses Auerbach, Berlin. Was bietet die führende Weltfirma Othmar Schiff, Wien, 1., Kärntnerring Nr. 6 in Damenperücken? 1• Modernste und individuelle Ausführung II. 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