Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1929-06-13 · 24 (13.6.1929) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
15 (1929)
Issue
24 (13.6.1929)
Date
1929-06-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2629891-2630294-2630317--3341-2635325
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 24 ״-_ ■ .. JÜDISCHE PRESSE. .. . Seite 3. papier, Tinte und dergleichen befassen. Jeder verantwortinigsvolle ׳Agudist •wird sich für s01 ch!e׳ Zumütung enh er zliehst bedaiükep. Zum •Glück ־aber,!wird'die» vomder ■Aguda-; Verfassung Mich nicht gefordert. Eine gewisse'!Demokratie Obwaltet. au eh in ihrer aristokratischen Ordnung. Jede ’Lan- ■desorganisation als auch die Weltorganisation haben das ■volle -Recht,!Beschlüsse über-die in ihrem!Bereich auf■ tauchenden Fragen׳ zu fassen. ,Sie haben• lediglich die Pflicht, denn rab'binischen.Latides-, beziehungsweise Weltrat!von diesen 'Beschlüssen in!Kenntnis!zu;setzen׳. ,Nur wenn der rab!b;i׳n׳i'sche ׳Rat ־-glaubt, daß' der oder!jener!Beschluß dem Tih'oragesetz öder ־der Weltanschauung ׳der •Aguda nicht entspricht, Ikianu er ik:räff!seiner ׳höchsten .Autorität diesen Beschluß annullieren. •!Denn sonst,!wäre ja jede Kenessio Gedauloh, die einen Aufwand .von ungeheurer Kraft und Geld erfordert, vollkommen :überflüssig. -!d) Besondere Freude verschaffte uns das Bekenntms des 1Herrn ,Dr'. EHrmäim z11׳m Vox!popu'li'der agudislisehen, ׳Massen. Herr jDr. Ehnmann bestreitet nämlich in seinem Epilog die Vorstellung, als ob. die. Leipziger Tagung in pumktö § 4 die Meinung der Mehrheit der A-gitdisten'wiedergegebetii!hätte. Würde ihm, also die Ueberzeugung beigebracht ׳werden׳,■ daß es tatsächlich der Fall' ist, dann würde er sich den einmütig gefaßten ׳Resolutionen des ׳Deiegiertentages fügen. Wir heben׳ das hervor, obwohl es eine Selbstverständlichkeit, sein müßte, daß in ■agu dis tischen! Tagütigen 11.11 cf Gremien, die ׳von יראי'השם zusammengesetzt sein!müssen, ׳das fundamentale Thoragesetz von אחרי רבים להטות herrschend; ist, um so mehr d's idle 'Bescihfüsse dieser Körperschäften die ausdrückliche oder stillschweigende Zu- Stimmung eines durch die Mehrheit der agudistischen Rabbiner gebildeten rabbiniseben Rates erfordern, also den verfassungsmäßigen Weg durchgegangen sind׳. Nun ׳wird die allernächste Zukunft Herrn .Dr. Ehrmann jeden! Zweifel in der Beurteilung der Meinung der deutschen! Agudisfien, die agudistischen Riaibbiner;miteingeschlossen,' ,bezüglich §4 vollends beheben. Er wird dann!die Gewißheit erlangen1, daß• über 90 Prozent de׳r!deutschen Agiuldisiten, welche das Glück ■haben, die Frankfurter Gemeiiidestreitigikeiten nicht zu!kennen, geschlossen hinter den Kundgebungen des Leipziger iDelegiertenitages stehen. e) Wie aber dieses ׳Bekenntnis zu אחרי רבים להטות!mit der!Forderung nach!einschränkenden Paragraphen zu vereinbaren ist, ist uns völlig rätselhaft. "Jeder einschränkende ,Paragraph!bedeutet ׳ja doch letzten Endes eine beispiellose 'V, e! r ׳g e׳w a 1 t׳i gu ng d er iv e r,f a ssu ngsm äßigen M ehr h e i t zum!Schutze einer ■von diktatorischem Eifer!beseelten!Minderheit oder kleinen Gruppe von Men1■ sehen׳. So der § 4. Wenn zum Beispiel die ׳überwiegende Mehrheit einer Kenessio •Gedauloh, die ׳nur von wahren יראי השם beschickt werden ׳darf,!jemanden -in die obersten Organe der Organisation delegiert und der rabblnische Rat, .׳dem m!an, die Liste -der Gewählten unterbreitet, keine Be- •denken gegen die. Wialil ■dieses Delegierten ,m äußern imstände-ist, so soll ■die Minderheit oder eine kleine!Gruppe •von Menschen auf!Grund von Paragraphem in׳ der Lage -sein, der § 4 nicht׳. Und weil!jeder gegeni die׳ verfassungsmäßige die Mehrheit zu vergewaltigen׳? Einen anderen Sinn hat ja Mehrheit gerichtete ,Einschränlkungspanagraph bezüglich der Wählbarlkreit11׳n־׳d׳i;e1.a1gt1!di,st׳ischenl Org׳an׳e die Aguda!z׳u einer .Partei degradieren muß ־!und wir ׳erst vor!kurzem in, einem Leitartikel ׳d׳e׳s;•,1Israelit“ ־das ׳un!erschütter׳l;i׳che Be-'j Kenntnis des Schöpfers der Aguda, Rabbi Jizehok Halevi זצ״ל, .. . daß die Aguda 11-i e .׳P a r 1• 0 i, sondern das Th 0 r ׳av 01k •sein ׳soll,!in eindringlichen! Wiorten •zu׳!hören ׳bekommen halben, darum׳ muß jeder treue .Agudisf gegen jeden solchen oder ähnliche Paragraphen sich entschieden! zur Wehr setzen1. f)!Herr iDr. Ehrmanu sieht in den Resolutionen׳ des Leipziger ׳Delegierlientages eine Aeuderiing des: Kurses der Aguda. Wii!r wollen' über Worte nicht: streiten. Wir ׳möchten nur in aller Deutlichkeit den! Standpunkt des Leipziger Delegiertentiages hier!klarlegen, damit die׳ agudistische Welt diesen zu׳• würdigen weiß. Es!handelt sich! hiebei, ׳weder um eine Stellungnahme zum Misrachi oder zur Gemeindeortho- ■döxie, noch um irgend einen Wunsch über die.Zusammen- Setzung d׳e,r agudistischen1 Organe, sondern lediglich, um die Fundierung der Agudah als die OrganIs a ti 0n des Th 0 r a;v 01 k e s. Wenn die! Agudas Jisroel keine Partei dar,stellen!will, so müssen all diejenigen .Juden!, die die Verbindlichkeit ׳der Thora für sich und das jüdische Volk anerkennen, Mitglieder dieses Thoravolkes. werden können, HBHBBHWB—a—Ba—M ~ ־־—Baagg—M—BM mußten und sich keine solche Versammlungmehr hervorwagte. Er war der Mann, der niemals Furcht vor Menschen kannte, sondern nur vor G-tt, sein ganzes Lehen lang! Ihm wurde die Gabe Jeschajohus zuteil, ״G-tt gab mir eine beredte Zunge“, denn er hatte eine solche Redegewalt, die ihre’sgleiclieu nicht findet. Er. Verstand es, die tiefen Worte der חן״ל im Gewände dev Zeit und in der Sprache des Volkes so großartig darzustellen, daß sich jedermann vor חז״ל beugen mußte: Er wirkte mit dieser, seiner großen Kraft und mit jedem Schlag seines Herzens für G־tt, bis er die Sechijo hatte, auf seine Mitwelt so erfolgreich eiligewirkt zu haben. Genau wie der C h a s s a 111 Säufer ז״ל für die E r 11 a 11 u 11 g d e r T a 11 r o li bi s M o s c 11 i a c 11 s Zeiten durch seine T a 11 s e 11 d e von Schülern gesorgt hatte, ebenso hat er ן״ל für die Emu 11 oh in Deutschland für alle Zeiten gewirkt, abei^er hat nicht‘ allein für s e i 11 e S t a d t und für sein Land' gelebt; sonder 11 auch d 11 r c* 11 sei 11 e Werke f ü r d i e W e 11. Aus Vergangenheit und Gegenwart. Zehn Jahre Jugendgruppe. Von Ahwat Israel. Ich gehöre zu den wohl nicht allzuvielen, welche mit Stolz behaupten können, an der Gründungsversammhing der Jugendgruppe teilgenommen zu haben. Das Kind, an deren Wiege wir damals standen, blieb, trotz mancher Lieder, die in der Gründungs־ und der darauffolgenden Zeit erklangen, um es einziilullen, wach und wuchs heran zur Genugtuung und Freude seiner Eltern. Es war die sturmbewegte Zeit der ersten Nachkriegsjahre. Das Parteileben hatte erschreckende F01־- men angenommen. Festgefügte Organisaiionen verschiedenster Weltanschauung standen da, eieren Bekenner auf ״noch Abseitsstehende“ mit Heißhunger sich warfen. Da fanden sich einige fromme noch ganz nüchterne junge Leute zusammen, um die ״Jugendgruppe des Ver- Radiumchema 1 H gegeti GicHf, Ischias, ׳'■ ü 1 Nerven- und Frauen- ־ : §§ 1 leiden, Gallen-, Leber-, ן ן Nierenerkrankungen, 1 Eiterungen, Alterser- §§ 1 scheinungen etc. ■'ן §j - Bestellungen durch. ' v - ' - ' ׳ jl § Apotheken oder'bei der ff | General- Repräsentanz für 1 ן Mitteleuropa der tschecho-1 ן slowakischen Radiumchema ן ן St. Joachimsthal ן I H.TOBISCH | ן Wien II) Praterstraße 13 ן lllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllin'llN und ■jedes;Mitglied dieses durch die Thora־ konstituierte jiidiseben Volkes, dessen Leiben׳s.führiiiig in Tat und Gcsinnutig anerkanntermaßen der Tbora entspricht, in al;le*®׳r.gane dieser Organisation verfassu n gsraä ß i ׳g wählbar sein׳. Diese in der Verfassung begründete tbo-ragemäße Wählbarkielt rauibt aber keineswegs dem! Wahlkörper das Recht, ■dem Kandidaten .für die Organe der ׳Organisation aus igeimeinde.pol'itiscben׳, partei׳dogn1atiscben oder ׳kuturpolitisehen Gründen abzulehnen. Hierin aber entscheidet eben die verfassungsmäßige Mehrheit, deren Entscheidung außerdem der Zustimmung des rablbinischen!Rates bedarf. :g) Eine andere. Verfassung;kann und darf keine Orga- .nisation. haben;, die das Volk der Thora darstellen will, 'denn sonst stempelt •sie sich selber zu einer Partei und büßt ihre!historische! ׳Berechtigung i!n vollem;Maße ein. Und׳ weil eben die Agudas Jisroel •das •durch die Thora!konstituierte jüd;isehe .'Volk darsteillen ׳will, ■darum maß •ihre Verfassung de׳m Thoravolk als solchem gemäß sein. Wlünsche von Gruppen •des Thoravolkes sollen •berücksichtigt werden, aber nicht durch, die konstitutionelle •Verfassung, die das -Thoravol׳k als!Ganzes׳ kn Auge ,haben! m!uß;und ■deren! einschränkende Bestimmungen nur von dem Gesichtspunkte der Thora geleitet •sein müssen!. Vorn .Gesichtspunkt der Thora ׳ist ein Unterschied zwischen Organen ■der Landesorgamisatioii u!nd solchen ■der Weltorganisation, wie ihui •der § 4 ■vorsieht, ein Unding. Und ׳man ■wird schon dem ״Kol Jisroel“ recht geben müssen׳, wenn er ikonsequenterweise fordert, daß all dendcni'gen, die!von •den Zentrallei fangen ausgeschlossen s׳e׳in müssen!, ׳d!e.r Zutritt zu sämtlichen• Organen, ja!zur Aguda überhaupt, selbst als Mitglieder, .׳verweigert werde,. Die Keime einer Gefahr,'׳müßten',:schon,' seiner Ansicht'.»ach«, in ׳den untersten Zellen erstickt werden; ,Herr ■Dr. Bhirmanu und sieiine. Freunde!haben sich G. s.!D. zu. dieser Ansicht noch nicht emporgesch'wunigen, sowohl bezüglich des Misrachi als auch der Ge!m׳e׳indeorthodoxie Deutschlands, aber seine!Forderung, wie die •des ״,Kol Jisroel“,!wollen ׳die Verifassang der Aguda zur Verfassung einer P! ä r f e :i degradieren. b) Sachlich fordert!Herr Dr. Ehrmanu eine Sicher- 'heit.,׳(i11 der Verfassung!),!daß.sowohl!Misrachisten ,(selbst •wenn sie der selbständigen orthodoxen Gemeinde ihres .Ortes angehören!) als auch ׳(in Deutschland!) Gemeindeorthodoxe (die der selbständigen orthodoxen Gemeinde ‘ihres Ortes *n •i ch t angehören!) von den Organen (nur Zentralorganen!) ausgeschlossen werden.!Diese eigenartige Konstruktion, ׳welche hier auf ׳ihre Logik hin nicht geprüft werden soll, zeigt schon deutlich, daß. sie Gedamkengänge, die sich aus!den Verhält missen eines bestimmten Kreises ergeben haben, .berücksichtigen will. '׳Und nun •wollen wir einen Schritt ׳weitergehen! Alle ׳Welt weiß, daß cs in 'Erez Jisroel ■wie in den östlichen!Ländern starke Gruppen von ׳Agudisten gibt, die im Prinzip von תורה עם דרך ארץ, 'Wie es!besonders ־dief deutsche Orthodoxie auffaßt, eine u n g e h eure Gefahr für die 'S ou v e r ä n i t ä t des T h 0 ra g e d a 11׳k e n s erblicken. Nach ihrer Auffassung steht dieses׳ ׳Prinzip im diametralen ‘Widerspruch :zur Geschlossenheit einer wahrhaft jüdischen Weltanschauung. Nach Begründung des Herrn ,Dr. 'Ehrmanu könnten diese Gruppen nun ebenfails eine verfassungsmäßige 'Sicherheit fordern, daß wenigstens in die obersten Organe der Agudas Jisroel nur Männer dieser ihrer ׳jüdischen Weltanschauung kommen. (Siehe Pesachim 28, ,1!) Sie könnten nämlich darauf hinweisen, daß, wenn jemand mit dieser ״kompromißhaften" ,Kultureinstelluiig ׳Führer der Weltorthod 0 x i e sein kann, so ׳bedeute dies.eine Anerkennung dieses Prlnzipes, lind das 'könnte zur Folge halben, ׳daß die Jugend ihrer Kreise in ■der Reinheit •ihrer alt-jüdischen Lebensciuffassimg erschüttert werde• Die Folge all dieser Forderungen wäre, daß die •Agudas Jisroel schon verlassu n g s m ä ß i g das Gepräge einer!Partei von Thoratreueii bestimmter Kreise!bekommen und ihre Existenz in diesem historischen Augenblick eine fiir •die Geschichte nicht zu rechtfertigende Erscheinung bilden •würde,!Alle diese Erwägungen ,führen! uns zu der Erkenntnis — wie unter Albschmltt!f) ausgefübrt—, daß jegliche Forderung aus gemeinde-, ipartei- ■und ikul'turpolitischie.n׳ Erwägubgen! heraus der verschiedenen Girupipen! des thonatreuen Volkes keineswegs in der Verfassung des durch ׳die.Thora!konsltituierten ־!üdische.n! Volkes iPlaliz greifen ׳darf. Solche Forderungen! können׳!mir auf iverifassu 11 gs,mä!ßigem Wege; — Organe der Landesorganisatiom, riabbi misch er Lanidesrat, Orgame ’ der Weltorganisation, rahibimischer •Weltrat•' — durch geführt werden, Partei oder Thoravolk? Wäre, nicht Agudas Jisroel ein Verrat am Judentum, wenn sic nur Partei und nicht das ThorayOl'k wäre? Wäre die Zersplitterung, die sie im jüdischen ׳Voike heraiifbeschwört, nicht Sünde, nicht 'Verbrechen, wenn sie nur Partei und nicht das historische Volk der Thora selber wäre? Partei!oder. Thoravolk? Das ist der Angelpunkt, •um den sich die letzten Auseiman!derseit:z11ngem!bewegen. ׳Die Leipziger Tagung der deiiitschön! Agudas Jisroel hat ihr unerschütterliches. BekenmtmiiS 0mm Thor avoilk ,abgelegt und erwartet ziuversichtlich von ■•der kommendem Kenessio Gedauloh, daß sie sich diesem Bekenntnis in Erkenntnis!der historischen Wahrheit und Notwendigkeit von neuem anschJießt. Allzu schroff macht schartig! Von Rabbiner B. Fischer in Saraspatak, Ungarn'. Mit begreiflich großem Interesse las ich die Ausrführungen von Herrn L. Forst in der Pessachnummer dieses Blattes. Beträfen sie ja einem, namentlich in dem auf S. R. Hirsch זצ״ל sich beziehenden Teile einen Gegenstand, den ich in seinen Hauptpunkten in den letzten zwei! Jahren in zwei großen Artikelserien im ״Israelit“ *) ausführlich behandelte, wobei ich natürlich zu ganz anderen Resultaten als Herr Forst gelangt war. Und da ich mich nicht gerne wiederhole und auch nicht immer als der Rufer im Streite auf dem Plane erscheinen möchte, schwieg ich. Auch hoffte ich, daß von anderer Seite dem jugend.- liehen Ungestüme des Artikelschreibers entgegentreten und. er in die Schranken der Gebi'ihtflichkeit zuriickgevviesen werde. Mein hochgeschätzter Freund und Gesinnungsgenösse Herr Rabbiner Thal aus Utrecht in Holland hob auch den hingeworfenen Handschuh auf und erteilte die gebührende Antwort. Wenn er hiebei vielleicht auch ein bißchen zu scharf verfahren war, so ging doch der Hern Forst mit dem guten Beispiele voran. Mit solcher Kühn(- heit, ohne weiteres, geradezu einen Kreuzzug gegen eine historische Persönlichkeit von unsterblicher Bedeutung wie S. R. Hirsch, vor dessen Größe, und dies möge־ sich der Herr Forst wohl merken, nicht bloß die west!- liehe Orthodoxie, sondern auch die hervorragendsten גחלים des Ostens •sich ehrerbicti^st beugen, — also •mit solcher Kühnheit geradezu zum Kreuzzuge gegen S. R. *) ״Der geistige Nachlaß S. R, Hirschs זצ״ל“ und! ״Zum Problem der jüdischen Symbolik“ im ״Israelit“,/ Jahrgang 1927 und 1928. eines zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums“ zu gründen. Eine Agudali in ihrer gegenwürtigen Struktur gab es zu jener Zeit nicht. Wohl hat es in der Großen Pfarrgasse 23 einen Wohn raum gegeben, an dessen Eingang die Worte Agudat Israel zu lesen waren, wohl hat’s einige begeisterte Ostjuden gegeben, die in der schweren Kriegsperiode die Fahne der Agudali hochzuhalten bemüht waren. Die eigentliehe Agudali aber, in ihrer heutigen Verfassung, wurde erst viel später nach der Gründung der Jugendgruppe und unter deren Einfluß ins Leben gerufen. Es war dies ein wahrer^בנעריניובזקנינוdie Jugend ging voran. Die Wiener Ortsgruppe müßte demnach ״Agudas Israel der Jugendgruppe“ heißen. Der ״Verein zur Wahrung der Interessen usw.“ war ein unpolitischer Verband des Herrn B. Hofbaucr, und die älteren Initiatoren der Jugendgruppe waren auch bestrebt, die Jugend von jeder Politik fernzuhalten, zumal Jene Kreise damals noch nach keiner Richtung hin orientiert waren. Daher bekam die Neugründung von ihren geistigen Vätern diesen langatmigen Namen. Aber jene total verpolitisierte Zeit duldete keine gutbürgerliche Zurückgezogenheit. Um in einer solchen Sturm- und Drangperiode die aufgewühlte, bewegte Jugend sammeln mul erhalten zu können, mußte auch da politische Tätigkeit einsetzen. Die Aktionslust, welche sicli im Abzeichentragen, Ordnerdienst, Hymnengesang und all den großen Kleinigkeiten äußert, mußte befriedigt werden. All das einsehend, schritten die geistigen Väter, gleichsam von' dem von ihnen selbst geleiteten Strom mitgerissen, zur Bestellung ihres eigenen Hauses. Aber auch nach dem Erstehen der Agudali lag die Schiverkraft der Tätigkeit in den Händen der Jugendgruppe. Ihr permanenter Arbeitswille brachte palästinensische Flüchtlinge in die Heimat, organisierte Kinder-aufs-Land-Aktionen und leitete Lelirvorträge, die schon in ihren Anfängen ungeteiltes Lob erzwangen. Die Zahl der Mitglieder wuchs von Tag zu Tag, und viele von den Wellen der Traditionsuntreue Fortgeschleppte oder auf dem Wege zum Irrtum Befindliche, aus den Fugen Geratene fanden den Weg zur Thora wieder. Der Entwicklung der Jugendgruppe stand die unselige cliauvinistiseh-landsmaimschaftliclie Einstellung seitens gewisser vorurteilsvoller Elemente hemmend im Wege. Elemente, deren Machinationen der hochverehrte Rabbi Fürst treffend mit dem לישנא בישא רהמן verglich. Es soll nicht geleugnet werden, daß überall, avo Menschen ungleicher Herkunft aul’einanderstoßen, die Verschiedenheit des Temperaments und der Sitten in Unstimmigkeit und gegenseitiger Unverträglichkeit ihren Ausdruck findet. Das Verhältnis zwischen Sfardim und Aschknasim ivar und ist seit jeher ein gespanntes. Der polnische Jude hat in der Regel den litauischen nicht ganz ins Herz geschlossen. Selbst die polnischen Juden untereinander ivissen einen russischpolnischen von einem österreichisch-polnischen Juden zu unterscheiden, ivie die Juden Ungarns einen Strich zAvischen Ober- und Unterland ziehen. Aber all diese Divergenzen, von Avenigen Ausnahmen abgesehen, sind ganz unbedeutenden Charakters. Hingegen ist das Zer- Avürfnis ZAvischen den ungarischen und den polnischen Juden zinveilen von unheilvoller Wirkung'. Dieses Problem ist zu umfangreich, um im Rahmen dieses Aufsatzes erschöpfend behandelt zu iverden. Ich will lediglieh hervorheben, daß die Jugendgruppe, nach einigen Irrfahrten, endlich diese Frage halbAvegs zufriedenstellend gelöst hat. Seitdem die Pforten der Jugendgruppe allen offenstehen, gedeiht ihre Arbeit in erfreulicher Weise. Eine Schar junger Talmide chachamim Aväclist heran, die der Jugendgruppe zur Ehre gereichen; und auf jedem für sie in Betracht kommenden Gebiete stellt sie ihren Mann. Auf eben diese gla11ZA7olle Aktivität der Jugend ist die schauderhafte Untätigkeit der Ortsgruppe zurückzuführen. Da ihnen die Jungen jede Arbeit abnehmen, glauben die Alten sich zur Untätigkeit verurteilt, setzen sich im freiuligen BeivuRtsein des )י5ה כח הב ln den Schatten. Sie erschöpfen sich im Politisieren und in der vereh'rungsvollen Bewunderung der Jugend. Diese aller I ern t und a r b e i t e t. David SarnoSf, ein ehemaliger Wilnaer Talmudschtiler, führt die Einigung zwischen den Gläubiger- Staaten und Deutschland herbei. Berliner Zeitungen ׳heben hervor, daß die Einigung -zwischen •den Gläubigerstaaten und Deutschland im wesentlichen der Initiative eines Mannes zu verdanken ist. ■d'er nicht d'er Sachverständigen-Konferenz angehört, aber trotzdem hinter den Kulissen in Paris die größte Rolle ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.