Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 24 (13.6.1929)
- Date
- 1929-06-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 24 Neu eröffnet!■ Einziges streng ofth. TID-RESTAURANT in hlohovec Bei Fried, im Hofe neben dem Tempel. — Ab 1. Juni HEINRICH GRÜN Schwiegersohn des Herrn Rabb. Lebovics in Bratislava Arbeitsmöglichkeiten, Aufgaben und Ziele der Aguda'steht* sondern eine üppige, alle Agudablätter überwuchernde Auseinandersetzung über den ,% 4. Schmerzlich und er־: staunlich ist diese Tatsache, denn wahrlich es wäre viel .wichtiger, über die sachlichen Arbeiten, die der Welt־!■ .Orthodoxie harren, sich rechtzeitig nuseinanderzus.et.zen.( . Da ist zunächst ( ־'. das Problem der Jewish Agency, das, wenn nicht alle Vorzeichen trügen, ,nach jahrelangen .Diskussion!in der nächsten Zeit'seine definitive Lösung finden wird, Die _ deutsche Landeskonferenz der Aguda^ Jisroel hat in ihrer jüngsten Leipziger Tagung die1 A g e n c y b •e s*c h 1 ii s s e der Wie ne r Zentral rat s-; Sitzung vom Jahre 1 92^ erneuert. Seit diesen Be־! Schlüssen sind aber in der jüdischen Welt gewaltige Veränderungen vor sich gegangen. Die Uebermacht deii amerikanischen Finanzgewaltigen hat es bewirkt, daß die Jewish Agency aufhört, e i n zion i s t i s c he g Monopol zu sein und man ,ist eben daran, eine Jewish Agency zu schaffen, die von Zionisten und Nichtzionisten zusammengesetzt wird. Man könnte nun annehmen, daß d i e w i c h t i g e Forderung der'Agudas1 Jisroel,‘ nämlich die Beseitigung des zionisti* sehen Monopols, ihre Erfüllung gefunden hat. Merk-, würdigerweise Wirkt sich die Tatsache‘ des Auf hören» : der Zionistischen Monopolstellung für Agudas Jisroel nicht günstig aus. In901a11ge die Alliance zwischen den' amerikanischen Geldmagnaten und zwischen der Zioni-i stischen Organisation keine feste Form annahm, konnte! )man \njoch hoffen, daß die amerikanischen Juden, abhold einer unökonomischen Wirtschaft, die zionistische Methode!!in Palästina, die mehr auf kulturpjolijtlsche Ideologien als fachwirtschaftliche Erkenntnis eingestellt! war, ablehnen würden. Agudas Jisroel bekämpfte diese; kulturpolitische und nationalistische Einstellung der Zionlisten aus religiösen Gründen. Solange also die Ver־* einigung der Zionistischen Organisation und der; anti-5 zionistischen. amerikanischen Finanzleute in einer umgebildeten Jewish Agency keine vollzogene Tatsache war, konnte man noch hoffen, daß es; der Aguda gelingen werde, insofern, sie eine auf gesunden. wirtschaftlichen Grundlagen sich vollziehende ,— kolonisatorische Tätigkeit in Erez Jisroel beginne, die Amerikaner für sich zu gewinnen. Alle Versuche der Aguda, nach die־ ser Richtung hin Erfolge zu erziel en, ■mi.ß־ langen. Was ihr versagt blieb, gelang den Zionisten,. Die Armut der Zionistischen Organisation zwang auch! ihre Leitung, um die Gunst der amerikanischen Finanzgewaltigen zu buhlen, und sie fanden sich. Die zioni-j stiische Arbeit wird nunmehr in Palästina immer mehr den wirtschaftlichen Verhältnissen und den allgemeinen ökonomischen Gesetzen sich anpassen müssen. Sie wird! langsamer vor sich gehen, aber sic wird solider werden; und, von amerikanischen Geldgebern fundiert, wird sie auch von amerikanischem Geist erfüllt sein. Die im Zeichen . der neuen Agency sich vollziehende Ko-׳ Ionisation wird also im besten Falle eine gute Zivilisa,-!. tion, sicherlich aber keine jüdische Kultur repräsentieren,1 nur wird die Gefahr, die in diesem Mangel liegt, nicht für jeden, wahrnehmbar sein. Es wird unter der zivilisä-׳ torischen Tünche in Erez Jisroel ein heißer Kampf entbrennen, um ein bißchen jüdische Kultur in diese amerikanisierten jüdischen Siedlungen hineinschmuggeln zt$ können. Und da muß Agudas Jisroel prüfen, ob ihre! Beteiligung an der Agency ihr in diesem Kampfe nützen kann. Falls ja, dann hätte Agudas Jisroel die Aufgabe,( eine große Offensive im Interesse einer Beteiligung an der Agency einzuleiten. Diese! Offensive scheint uns sehr lendenlahm vor sich zu gehen,' wenn man .bloß Resolutionen' faßt, noch dazu mit einfacher Berufung auf Resolutionen, die man vor 8 Jahren be1־ schlossen hat. Unseres Erachtens müßte aber diese Offensive nicht nur für eine Beteiligung an der Agency, sondern auch für /eine vollkommene Autonomie des jüdischen Schulwesens in Erez Jisroel einsetzen. Unter Autonomie verstehen wir das!Recht der einheimischen palästinensischen!jüdischen!Bevölkerung, über das Sc'hiaksal ihrer Kinder und der׳ Schulen, weiche von diesen *besucht werden sollen,'״ zii Vntsöhefden. Die Forderung nach einer derartigen Autonomie entspricht "den demokratischen Grundsätzen, sie entspricht der englischen und amerikanischen!Mentalität ü'be'r. die!Freiheit'und Ge-־ staltungsfä'higkeit der Schule, und worauf es hauptsächlich an'kommt, sie entspricht, i n.^ h o h e m M a ß e d e n •Bedürfnissen der o r t h a;d"o x en J u d e n h e i t Palästinas• Bei ׳Gewährung einer‘^solchen Autonomie und eines!Mitibestimmungsrec'htes der!Elternschaft, die gesetzlic'h gesichert werden müßte, könnte e i n e!Plattform gefunden ׳werden, die den 1 n't e n t i 0 n e n der A g e n c y ־ R e s 0 1 u.t i 0 n en der früheren Z e 11't r a l r a ׳t s t a־.g u n g e n e n t s p r i-clh t. Wir wollen hier keine p 0 s ■i t i v e n ■V o r s c h 1 ä g e machen. Es soll, nur :betont Werden, daß die agudistische Oeffentlicbkeit zurzeit über den Stand der •Paiästinapöliti'k und der Palästina- כשר SEIFE Marke: ALEFBCTH mit הכשר des orth. Rabbinatsassessors, Koäice, erzeugt ״POLIO11 FRIEDMANN & Co. SEIFEN- UND KERZENFABRIK, K0S1CE arbeit der Agudas Jisroel vollkommen desorientiert ist. Sie weiß nur soviel, daß Agudas Jisroel ein bescheidenes, aber sehr bedeutsames Schulwerk in Erez Jisroel unterhält und daß sie den historischen Kampf für die Schaffung von orthodoxen Gemeinden mit gutem Erfolg geführt hat. Es sind dies zwei wichtige Positionen und man müßte nun kühl erwägen, ob diese Positionen die Teilnahme der Aguda an der Jewish Agency er\vünschen oder nicht. Unseres Erachtens ist dieses Problem nur von diesem palästinensischen* Gesichtspunkte aus aufzufassen.,,Sind: unsere. Stützpunkte in Erez Jisroel ~einstweilen so schwach, daß wir zurzeit noch nicht als vollwertige Faktoren betrachtet' werden, so. wollen w׳i r sie ausbau 0n. Würden sie durch eine Teilnahme der Agudas Jisröel an der Jewish Agency sich b-esser entwickeln können, so wollen wir eine kräftige Offensive ■uni. .die Erringung unserer Teilnähme an der Jewish Agency e׳in setzen. Sollte aber die Teilnahme, der Agudas Jisroel an der Jewish Agency für: unsere'bisherigen Errungenschaften in Erez Jisröel T r relevant oder gar schädlich sein, ■so wollen wir von dieser Teilnahme absehe n. Unter allen Umständen wollen wir bei der Stellungnähme zu diesem Problem nicht durch Ideologien, die da und dort in verschiedenen Phasen der Gestaltung der Orthodoxie in den Kämpfen des 19. Jahrhunderts entstanden sind, beeinflussen, sondern ausschließlich die Interessen der schwer erkämpften Positionen der Orthodoxie in Erez Jisroel vor Augen halten, § 1 Partei oder Thoravolk? Von Jakob Landau. .. Iln seinem ,Epilog!zu-m Leipziger Deileg-iert-entag der ׳deutschen! Agudas Jisroel in der, vorigen,!Nummeir dieses Blattes versuchte *Herr Dr. ,Ehrmann; die ׳Beschlüsse des Delegiertentages bezüglich, § 4!einer Kritik zu unterziehen. Um aber die besondere Aufmerksamkeit der agudistischen Oeiüfeutlichkeit auf seine- Ausführungen;z׳u ■lenken;, hält er es ifür angebracht, den größten Teil seiner Darlegungen zur ׳HeraJbfWürdigung der Bedeutung des!Deilegiertentages zu heniiitizen׳. Uelber diese Art von 'Polemik wollen wir hier nicht streiten; Wlir ׳möchten.im!Interesse der Sache wie im allgemein agudistischen. ■Interesse nur (wünschen!, daß :in Zukunftjede Auseinandersetzung über agüdishische Fragen ,lediglich■ von. ׳sachlichen Gesichtspunkten geleitet: sein möge. Zur Sache selber wollen wir hier nur •einige Bemerkungen ,machen: a) Aus dem Bericht des Delegiertentages, der mittlerweile veröffentlicht wurde, kann!jedermann ersehen!, von welchen!Gruppen der ■Delegiertentag diesmal! beschickt war. Frankfurt, Berlin, Breslau־, 'Hamburg, Altona, ■Halber- Stadt, Leipzig,!Nürnberg. ,Fürth, Mainz usw״ also die organisatorisch bedeutendsten und aktivsten Agudagruppen Deutschlands. Sowohl׳ die Namen der!Delegierten!, die zu den -Trägern׳ der deutschen! Aguda gehören und das Vertrauen der deutschen! Agudisten zweifellos besitzen, als!auch ■das hohe׳ Niveau der Beratungen, welches .manch1 früheren Deilegiertentag in den* Schatten stellte׳. ,׳erfordern, :von!jedem ernsten Agudisfein!gebührende Aclhit-uing ׳vor den!Beschlüssen und Kundgebungen ■dieses' Delegiertentages. Wall!man noch die Tatsache■ berücksichtigen, daß die Beschickung des ■De־ legiertentages im Zeichen׳ der vorangegangenen Anse inan- ■derSetzungen über den § 4 gesaheheni!ist, so kann man mit •ruhigem■ 'Gewissen ■behaupten, daß ■der!Leipziger' Delegiertentag ein! treues Spiegelbild•' •der herrschenden! Strömung innerhalb der deutschen Aguda wiedergegeben!hat. Ib)!Aber selbst wenn׳ ׳das Obige nicht zutre,ffen sollte, entbehrt die Kritik des ׳Herrn Dr. Ehrmann in diesem Punkt ׳jeder Grundlage.. Der Oelegiertientag :hat ja mit den; Resolutionen über §4 gar keine, bindenden Beschlüsse gefaßt:!, wozu er in Verfassungsfragen, die ■die!Wleltaguda angehen, auch ׳gar nicht׳!kompetent wäre. ׳Er!hat■ lediglich seine lieberzeugung zum Ausdruck gebracht, ■seine agudisiische Ein- Stellung zu einer Verfassungsfrage kumdgetan, ׳wozu nicht nur ein, wenn auch! schlecht besuchter, ׳Delegiertentag, der satzuingsgemä'ß ׳einberufen ׳wurde, sondern auch1 ׳jede: Be- ׳zirkstagung, /ja!jede׳■ lArbeitsgemeinschaft von Agudisten׳ bereohtiigt ist. Solche ׳Kundgebungen! ■wollen doch hauptsächlich die ׳agudistisobe Wlelt zur ׳sachlichen. Stellungnahme auffardern, ohne׳ Rücksicht •darauf, ■von welcher Seite die Anregung gekommen sein!mag. ׳Solche Kundgebungen׳ zu rechtskräftigen׳!Beschlüssen zu erheben׳, kann, ja erst -die verfassungsmäßige Mehrheit ■der Agudisten! der ׳W!elt, in unserem! Falle ■also die Kenessiio ׳Gedauloh,!unter ■Zustirnmmng ■des rabbiniseben Rates der ,Weltaguda. c) ■Wenn 'Herr Dr. Ehrmann ׳weiterhin ■glaubt, daß eine agudistiscihe Landeskonferenz ׳in Abwesenheit!der agudistischen Rabbiner dieses!Landes o-'der der Mitglieder des rabbimischen .Landesrates keine iResolu/tionien fassen ■und keine Meinungen in ernsten!Fragen׳ ׳kundgebeni darf, so befindet er sich in ■einem gefährlichen Irrtum׳.!Hienach dürft-en sich agudistisebe Tagungen! ׳und׳ ■Gremien, die ■sich ans!Laien zusammensetzen׳, nur ׳mit■!bedeuiungslo-seni :Dingen, wie znm׳ Beispiel Anschaffung von Geldern׳, Schreib- Wie Reb Salmen Spitzer über S. R. Hirsch dachte, (Aus dem hebräischen Original.) V o 1׳ b e m e r k u n g: Es dürfte sicherlich von Nutzen sein, nach der etwas zu hitzigen Polemik über Hirsch das klare und geläuterte Urteil eines seiner hervorragenden Zeitgenossen über ihn zu hören. Reb Salinen Spitzer, der würdige Schwiegersohn des Cbassam Säufer, war der Begründer der Wiener Orthodoxie und wirkte ganz im Geiste des Chassam Säufer. Wenn er trotzdem in seinem ״Tikun Schlaumo“ über Hirsch in so warmen Worten spricht, darf man auch von den jungen Menschen der Gegenwart zumindest ein klein wenig Achtling und einen gemäßigteren Ton verlangen. Wenn wir — beginnt R. Salmen Spitzer .— in wenigen Worten das Bild des Zadik von Frankfurt am Main schildern wollen, könnten wir es nicht besser tun als mit den Worten der heutigen Parscholi. Er hat an sich Erfüllung werden lassen ועשו לי טקרש ושכנתי בתוכם ״Sic sollen mir ein Heiligtum schaffen, so werde ich unter ihnen wohnen“. Der Raw, der Zadik Schamschon Hirsch ן״ל lmt die Sechijo gehabt, mit seiner ganzen Kraft tjiesen Possuk, die höchste Stufe jüdischer Wahrheit, verwirklicht zu haben, ja, er hat die Sechijo gehabt, welche kaum einem unter Millionen Menschen vergönnt ist, diesen Possuk in seiner ganzen und vollen Auswirkung erfüllt zu haben. Nämlich zwei sind die Forderungen des Possuk לי מקרש TOI ״sie sollen mir ein Heiligtum schaffen“, d. h. daß der jüdische Mensch sich selbst zu einem Mikdosch Haschern erzieht, und ferner ״ ושכנתי בתוכםso werde ich unter ihnen wohnen“, will sagen, daß jeder Bar Jisroel tatkräftig daran arbeiten müsse, die Menschen besser zu machen, sie aus der Finsternis des Irrtums wie der Nichtigkeit der Welt emporzuführen zu dem großen Lichte der Tauro, auf daß die Schechino eine Heimstätte habe in Jisroel! Und in der Erfüllung dieser beiden Forderungen war der Raw ein sehr Größer, ganz abgesehen davon, daß er ein Talmid Chochoin, ein Großer der Tauro und ein •Massmid war! Die erste Forderung, ״sie sollen mir ein Heiligtum schaffen“, findet jeder, der seine so wertvollen Werke betrachtet, wie einen roten Faden durch all sein Leben, durch all sein Fühlen und durch all sein Schaffen hindurchziehen. Denn der jüdische Mensch ist (für ihn) ein Mikdosch Haschern, und muß daher all seine Kräfte heiligen, ob es sich nun um die Kräfte des Körpers, des Geistes oder des Vermögens handelt; kurzum, das Hauptstreben muß sein, alles zu dem einen hohen Ziel, zu dem Urquell, woher alles stammt, zu Haschern; Jisboracli emporzutragen! Wird doch der jüdische Mensch Rechenschaft ablegen müssen über jeden Splitter seiner Kraft, den er nicht im Dienste Haschems verwendet hatte. Dies sind die Grundgedanken seiner Werke! Und so war auch sein Leben: G-tt und der Erfüllung Seiner Mizwaus mit ganzer Kraft geheiligt. Jeder, der seine wertvollen Schriften zu lesen pflegt, wird nachher wie ein ganz neuer Mensch sich fühlen in bezug auf Heiligung seines eigenen Ich. Aber noch weit mehr hatte er die zweite Forderung in hervorragendster Weise Wahrheit werden hissen: ״ ושכנתי בתוכםso werde ich unter ihnen wohnen“, will uns sagen, die Menschen so zu ver“ bessern, damit G-tt seine Schechino in Jisroel weilen lassen kann und damit keine jüdische Seele uns verloren gehe. Er war der Mann, der aus Frankfurt eine ״heilige Gemeinde“ machte, dessen Wirken sich über ganz Deutschland erstreckte^ und nocli über die deutschen Grenzen hinaus. Er war der Mann, der in seiner tiefen Weisheit und Jiro erkannte, daß man ein aufmerksames Auge nicht bloß auf die Erwachsenen zu richten habe, um sie den rechten Weg zu führen, sondern er begriff, daß unsere ganze Hoffnung auf Jisroels Jugend beruhe, aus der sich die kommende Generation entwickelt. Deshalb errichtete er eine Talmud-Tauroh in seiner Stadt, die ihresgleichen in bezug auf Wissen und Jiro nicht findet. Ei־ schuf so wie Schloimoh Hamelach א זנים לחורה Genau so wie jedes Gerät seinen Griff haben muß, damit mau es ergreifen kann, ebenso machte Schloimoh einen ״Griff“, um die tiefen Geheimnisse unserer Mizwaus ״erfassen“ zu könnön. Auch unser Zadik schuf solche אזנים לתורה durch seine Erklärung die Voraussetzung, jede einzelne Mizwo mit unserem schwachen Verstände ein wenig zu begreifen. Aber er schuf sich auch א ז נים im einfachen Sinne, nämlich Gehör bei jedermann. Er hatte die Redegewalt, tiefe Gedanken der Mizwaug, die in Aussprüchen von חז״ל begründet waren, in so schöner Weise vorzubringen* daß sie in aller Herzen Eingang fanden. In den ״Neunzehn Briefen“ versteht er es, in das Herz des Lesers Emunoh zu tragen, und durch seine Worte im ״Chaurew“ lehrt er Tau roh, die jeden G-ttes Mizwaus verstehen lassen. Diese beiden Werke, das der ״Emunoh“ sowohl wie das der ״Tauroh“, sie wurden zum Quell der Reinheit. Seine Worte wurden gleichsam zum Feuer im Herzen seiner Hörer, so daß es ihm gelang, ganz Fernstellende wieder heimzuführen, Hunderte und Tausende zu gläubigen, alle Mizwaus treu erfüllenden Menschen zu machen. Mit dem Erfolge, daß heute Hunderte von jüdischen Familien leben, welche die Tauroh mit all ihren Chukkim üben, daß Hunderte von Jungen und Mädchen es bis auf ein Haar genau nehmen und auch ein Verbot der Chachomim nicht übertreten würden, aus innerster Ueberzeugungj. (In der Schule, die er begründet, lautet die Vorschrift, daß jedes Kind, welches mit einem Schirm am Schabbös erscheint, zurückgewiesen wird. Jetzt gibt es Hunderte von Familienvätern, Hunderte von Kindern, die für alle‘ Schätze der Welt nicht einmal ein Taschentuch am Sclmbbos tragen würden und haargenau auf alle Mizwaus achten.) Ei* war der Mann, der vor 50 Jahren den Krieg G-ttes gegen die Leugner zu kämpfen aufing, damals, als er die 19״ Briefe“ anonym herausgab. Sie bedeuteten eine Sensation^ denn durch diese ״neunzehn Briefe“ deckte er die ganze Nichtigkeit der Reform auf und zeigte vor aller Welt die Reinheit der jüdischen Emunoh. Er war der Marni, der gegen die ״Halben“, gegen die Verfüll rer im stillen zu kämpfen anfing, er riß ihnen die Maske vom Gesicht und zeigte der Welt all das Gefährliche und Apikorsische ihrer Lehren. Er umgürtete sich wie ein Held gegen die Versammlung der falschen Führer (Reformrabbiner), so daß jedermann ihren Trug erkannte, und sie schmählich zugrunde gehen